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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Auswanderungsland Brasilien</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
	<lastBuildDate>Sun, 26 Feb 2023 11:57:53 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Brasiliens aufschlußreiches Billigstlohnsystem unter Lula-Rousseff: LKW-Fahrer werden 2012 im Teilstaat Sao Paulo für umgerechnet 544 Euro brutto eingestellt. Deutschlands Armutsgrenze bei 940 Euro Monatseinkommen&#8230; In Brasilien mit rund 500 Euro Familien-Haushaltseinkommen(!) offiziell schon Mittelschicht. Brasiliens Rekord bei Verkehrstoten. Auswanderungsland Brasilien.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/14/brasiliens-aufschlusreiches-billigstlohnsystem-lkw-fahrer-werden-2012-im-teilstaat-sao-paulo-fur-umgerechnet-544-euro-brutto-eingestellt-deutschlands-armutsgrenze-bei-940-euro-monatseinkommen/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 20:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderungsland Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Brasiliens Lohnsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrstote in Brasilien]]></category>

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		<description><![CDATA[http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/28/deutschlands-armutsgrenze-940-euro-monatseinkommen-in-brasilien-umgerechnet-rund-50-euro/ Gemäß den in der Tagespresse veröffentlichten Arbeitsmarktangeboten gibt es im April 2012 im wirtschaftlich wichtigsten Teilstaat Sao Paulo 2139 Stellen im Transportsektor, darunter für LKW-Fahrer. Diesen wird ein Brutto-Monatslohn von 1250 Real, umgerechnet etwa 544 Euro angeboten. Das brasilianische Preisniveau liegt derzeit auch bei vielen Grundnahrungsmitteln über dem deutschen &#8211; ein Liter Frischmilch kostet [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/28/deutschlands-armutsgrenze-940-euro-monatseinkommen-in-brasilien-umgerechnet-rund-50-euro/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/28/deutschlands-armutsgrenze-940-euro-monatseinkommen-in-brasilien-umgerechnet-rund-50-euro/</strong></a></p>
<p><strong>Gemäß den in der Tagespresse veröffentlichten Arbeitsmarktangeboten gibt es im April 2012 im wirtschaftlich wichtigsten Teilstaat Sao Paulo 2139 Stellen im Transportsektor, darunter für LKW-Fahrer. Diesen wird ein Brutto-Monatslohn von 1250 Real, umgerechnet etwa 544 Euro angeboten. Das brasilianische Preisniveau liegt derzeit auch bei vielen Grundnahrungsmitteln über dem deutschen &#8211; ein Liter Frischmilch kostet in Sao Paulo im Supermarkt umgerechnet rund 1.50 Euro.</strong></p>
<p><strong>Angesichts des niedrigen Lohns und der damit verbundenen ungenügenden Ernährung nutzen Brasiliens LKW-Fahrer zahlreiche  verbotene Drogen, um sich am Steuer wachzuhalten, die enorme Arbeitsbelastung bei vielen Überstunden, gigantischen Staus auszuhalten. Bei den Drogen handelt es sich vor allem um Amphetamine, im Volksmund &#8222;rebite&#8220;, die besonders von LKW-Fahrern konsumiert werden, die Export-Soja für Länder wie Deutschland über viele tausend Kilometer zu den Atlantikhäfen transportieren. In Studien ist von einer regelrechten Amphetamin-Epidemie die Rede &#8211; die Droge werde offen an den Fernstraßen verkauft.</strong></p>
<p><strong>Auffällig niedrige Produktivität Brasiliens: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/27/boomland-brasilien-die-angeblich-aufstrebende-wirtschaftsmacht-warum-sind-wir-so-unproduktiv-fuhrende-wirtschaftszeitschrift-exame-beschreibt-brasiliens-enormen-wirtschaftlichen-ruckst/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/27/boomland-brasilien-die-angeblich-aufstrebende-wirtschaftsmacht-warum-sind-wir-so-unproduktiv-fuhrende-wirtschaftszeitschrift-exame-beschreibt-brasiliens-enormen-wirtschaftlichen-ruckst/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/17/mit-rund-500-euro-familieneinkommen-in-brasilien-schon-mittelschicht-was-in-europa-gut-ankommt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/17/mit-rund-500-euro-familieneinkommen-in-brasilien-schon-mittelschicht-was-in-europa-gut-ankommt/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/</strong></a></p>
<p><strong>Sicherlich rein zufällig fehlen bei Mainstream-und NGO-Texten über Brasilien gewöhnlich konkrete Angaben über Löhne, Lohnvergleiche sowie Preisvergleiche. Auch bei der in NGO-Texten enthaltenen Regierungspropaganda über den Aufstieg von Brasilianern aus der Armut in die Mittelschicht sucht man solche Angaben gewöhnlich vergeblich. Mancher gewinnt den Eindruck, auch einschlägige NGO machen beim Beschönigen der neoliberalen Zustände aktiv mit. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/13/brasilienwir-sind-das-land-wo-man-am-meisten-in-der-welt-mordet-groste-nationale-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-2012/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/13/brasilienwir-sind-das-land-wo-man-am-meisten-in-der-welt-mordet-groste-nationale-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-2012/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/13/brasiliens-wachstumsbranche-crack-auch-in-rio-de-janeiro-vor-fusball-wm-stark-im-aufwind-mindestens-elf-grose-offene-crack-verkaufszentren-laut-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/13/brasiliens-wachstumsbranche-crack-auch-in-rio-de-janeiro-vor-fusball-wm-stark-im-aufwind-mindestens-elf-grose-offene-crack-verkaufszentren-laut-landesmedien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/lkwfahrerlohn12.JPG" alt="lkwfahrerlohn12.JPG" /></p>
<p><strong>Warum vor dem Hintergrund des Billigstlohnsystems Brasilia aus Ländern wie Deutschland soviel Lob erhält. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/14/chancen-fur-bayerns-wirtschaft-im-boom-land-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/14/chancen-fur-bayerns-wirtschaft-im-boom-land-brasilien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/lkwschlangebahia.JPG" alt="lkwschlangebahia.JPG" /></p>
<p><strong>Knochenjob LKW-Fahrer in Brasilien, wie hier auf einer Fernstraße in Bahia. Tropenhitze, stundenlanges Festsitzen im Stau, massenhaft nur zu oft überhaupt nicht bezahlte Überstunden, häufige Überfälle hochspezialisierter bewaffneter Banden auf LKW. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/28/25-kilometer-lkw-wartestau-vor-sojahafen-brasiliens-warum-die-automultis-die-transportpolitik-von-lula-rousseff-so-lieben-starke-konkurrenznachteile-wegen-fehlendem-bahntransport-in-riesenland-24-m/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/28/25-kilometer-lkw-wartestau-vor-sojahafen-brasiliens-warum-die-automultis-die-transportpolitik-von-lula-rousseff-so-lieben-starke-konkurrenznachteile-wegen-fehlendem-bahntransport-in-riesenland-24-m/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens neuer Rekord bei Verkehrstoten:  2010 über 40600 laut offiziellen Zahlen. 152000 Brasilianer wurden durch  Verkehrsunfälle zu Invaliden. Bewußte Fahrlässigkeit. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12167" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><strong>Auswanderungsland Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/</strong></a></p>
<p><span id="more-12897"></span></p>
<p>Tags: , <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-rekord-bei-verkehrstoten/" rel="tag">Brasiliens Rekord bei Verkehrstoten</a></p>
<p><strong>Laut den Versicherungsunternehmen sind es indessen sogar rund 55000 Verkehrstote. </strong></p>
<p><strong>Wie das Gesundheitsministerium weiter erklärte, haben  Motorradfahrer darunter den größten Anteil. In Brasilien ist erlaubt,  daß Motorradfahrer sich zwischen den Autos hindurchschlängeln, bei  vollbesetzten Spuren nicht hinter diesen zu fahren brauchen, sondern mit  hoher Geschwindigkeit in der schmalen Lücke zwischen den Wagen zweier  Fahrspuren. Eine geringe Unachtsamkeit, ein Ausweichmanöver eines PKW &#8211;  und schon kollidiert der Motorradfahrer mit dem Wagen. Unfälle dieser  Art fordern in Großstädten wie Sao Paulo täglich mehrere Todesopfer. </strong></p>
<p><strong>Zudem ist üblich, Ampeln zu mißachten &#8211; selbst Polizeiautos  überqueren nicht selten bei Rot eine Kreuzung, Fußgänger tun dies  geradezu massenhaft. Anders als in Deutschland gehört zur  Verkehrsnormalität, sich auch noch relativ oder total betrunken hinters  Steuer zu setzen. Frauen gehen dabei gemäß Alltagsbeobachtungen von  Brasilianern häufig mit schlechtem Beispiel voran: In Rio de Janeiro  machte im Januar 2012 eine Polizeikommissarin Schlagzeilen, die  betrunken in eine Verkehrskontrolle geriet, die Beamten aggressiv  behandelte und sich auch noch weigerte, den Alkoholtest zu machen. Die  Polizeikommissarin besaß, wie es weiter hieß,  zudem keinen gültigen  Führerschein, ihr Wagen war seit 2009 nicht mehr zugelassen. </strong></p>
<p><strong>Zwei Ministern, dem Kommunikationsminister Paulo Bernardo,  verheiratet mit Chefministerin Gleisi Hoffmann, sowie der  Menschenrechtsministerin Maria do Rosario wurde wegen häufiger Verstöße  der Führerschein entzogen &#8211; sie machen daher derzeit erneut die  Fahrerlaubnis. Die Landesmedien sprechen von “Unzivilisiertheit” auf den  Straßen. Regelmäßig wird man Zeuge tödlicher Unfälle. Die sozialen  Kosten für die brasilianische Gesellschaft sind entsprechend hoch.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/bahiaverkehrsunfall.JPG" alt="bahiaverkehrsunfall.JPG" /></p>
<p><strong>Verkehrsunfall mit Toten, Frontalzusammenstoß von PKW &#8211; nahe Jequié 2011</strong>.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/10/verkehrstote-in-deutschland-statistisch-etwa-10-pro-tag-2010-in-brasilien-dagegen-uber-150-bei-weit-weniger-autos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/10/verkehrstote-in-deutschland-statistisch-etwa-10-pro-tag-2010-in-brasilien-dagegen-uber-150-bei-weit-weniger-autos/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Einkommen &#8211; laut offiziellen  Angaben. Durchschnittseinkommen von 101,8 Millionen Brasilianern ab 10  Jahren liegt bei umgerechnet rund 500 Euro, heißt es. Wie das  Anti-Hunger-Programm von Lula-Rousseff wirkt…Adveniat. Sklavenarbeit  unter Lula-Rousseff &#8211; wer schuftet und garnichts bekommt. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11539" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-einkommensstruktur/" rel="tag">Brasiliens Einkommensstruktur</a></p>
<p><a href="http://www.estadao.com.br/noticias/cidades,mais-ricos-tem-renda-39-vezes-maior-que-os-mais-pobres-diz-censo-2010-,799093,0.htm"><strong>http://www.estadao.com.br/noticias/cidades,mais-ricos-tem-renda-39-vezes-maior-que-os-mais-pobres-diz-censo-2010-,799093,0.htm</strong></a></p>
<p><strong>“Os dados valem para a população de 101,8 milhões de  brasileiros com 10 anos ou  mais de idade e algum tipo de rendimento em  2010. A renda média mensal apurada  foi de R$ 1.202.”  </strong></p>
<p><strong>“O Censo indica, porém, que metade da população recebia até  R$ 375 por  mês, valor inferior ao salário mínimo oficial em 2010 (R$  510).”(”Der Zensus zeigt, daß die Hälfte der Bevölkerung bis zu 375 Real  monatlich erhielt, ein Wert unter dem offiziellen Mindestlohn von 2010,  510 Real.”)</strong></p>
<p><strong>Die Schicht jener 10 Prozent der Beschäftigten, die am  schlechtesten verdient, bekommt den Angaben zufolge monatlich im  Durchschnitt umgerechnet etwa 57 Euro.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Brutto-Mindestlohn, der an vertraglich  Angestellte, etwa die Hälfte der Beschäftigten, gezahlt wird, liegt  derzeit bei monatlich umgerechnet 227 Euro.</strong></p>
<p><strong>Sklavenarbeit unter Lula-Rousseff:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/leben-wie-die-halfte-der-einkommensbezieher-brasiliensamtliche-angaben-fur-samtliche-ausgaben-pro-tag-umgerechnet-zwischen-26-und-5-euro-zur-verfugung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/leben-wie-die-halfte-der-einkommensbezieher-brasiliensamtliche-angaben-fur-samtliche-ausgaben-pro-tag-umgerechnet-zwischen-26-und-5-euro-zur-verfugung/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/obdachloserwahltag2.JPG" alt="obdachloserwahltag2.JPG" /></p>
<p><strong>Obdachloser mit Krücken, in der City von Sao Paulo.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/</strong></a></p>
<p><strong>Wie wirkt die Anti-Hunger-Hilfe “Bolsa Familia”?</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/03/uber-16-millionen-brasilianer-in-extremer-armut-selbst-laut-offiziellen-regierungsangaben-lula-erfullte-wahlversprechen-nicht/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/03/uber-16-millionen-brasilianer-in-extremer-armut-selbst-laut-offiziellen-regierungsangaben-lula-erfullte-wahlversprechen-nicht/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/15/lulas-anti-hunger-programm-uber-40-prozent-der-empfanger-bleiben-weiter-im-elend-laut-regierungsstudie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/15/lulas-anti-hunger-programm-uber-40-prozent-der-empfanger-bleiben-weiter-im-elend-laut-regierungsstudie/</strong></a></p>
<p><strong>Adveniat-Gottesdienst in Favela von Sao Paulo:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/09/adveniat-aktionseroffnung-in-armenviertel-von-sao-paulo-favela-cachoeirinha-zdf-live-ubertragung-gottesdienst-zelebriert-von-kardinal-odilo-scherer-erzbischof-von-sao-paulo-dem-vorsitzenden/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/09/adveniat-aktionseroffnung-in-armenviertel-von-sao-paulo-favela-cachoeirinha-zdf-live-ubertragung-gottesdienst-zelebriert-von-kardinal-odilo-scherer-erzbischof-von-sao-paulo-dem-vorsitzenden/</strong></a></p>
<h2>Deutschlands Armutsgrenze 940 Euro  Monatseinkommen &#8211; in Brasilien umgerechnet etwa 65 Euro…Mit rund 500  Euro Familien-Haushaltseinkommen(!) in Brasilien schon Mittelschicht.  Brasiliens “Boom” und die Slumhütten. “Nine most horrible places in the  world &#8211; Favela” <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12759" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: , <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-armutsgrenze/" rel="tag">Brasiliens Armutsgrenze</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-menschenrechtslage/" rel="tag">Brasiliens Menschenrechtslage</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c7.JPG" alt="c7.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</strong></a></p>
<p><strong>Wie analysiert Pritzker-Preisträger Paulo Mendes da Rocha in  Sao Paulo die Stimmungslage im heutigen Brasilien?  „Wir  verwandeln uns  in eine Gesellschaft, die monstruös zynisch sowie   niedrig, gemein  ist, die konformistisch das Desaster der Obdachlosen   akzeptiert. Wir  haben eine Gesellschaft, die so kolonialistisch wird,   wie der  originale Kolonialist. Sie ist ausbeuterisch, ohne jegliches   Gefühl  des Mitleids und der Solidarität mit dem anderen.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c2.JPG" alt="c2.JPG" /></p>
<h2>              <strong>“Die Wirtschaftskrise hat Brasilien kaum gespürt”(WAZ)</strong></h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/23/die-wirtschafts-und-finanzkrise-20082009-brasilien-und-die-unterschiedlichen-einschatzungen-im-tropenland-und-in-mitteleuropa/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/23/die-wirtschafts-und-finanzkrise-20082009-brasilien-und-die-unterschiedlichen-einschatzungen-im-tropenland-und-in-mitteleuropa/</strong></a></p>
<p><strong>Brasiliens kuriose “Armutsgrenze” unter Lula &#8211;  wer  umgerechnet etwa 65 Euro monatlich verdient, gilt nicht mehr als   arm…”Lulas Delirien in der Financial Times”. Adveniat in Sao Paulo   2011. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=5917" title="Beitrag bearbeiten">**</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boom-und-die-slumhutten/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boom-und-die-slumhutten/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/</strong></a></p>
<p><strong>Angesichts des aktuellen Preisniveaus, der  allgemeinen  Kosten für Mieten, Gesundheit, öffentlichen Transport wird  diese  “Armutsgrenze” von vielen Brasilianern mit Spott und Galgenhumor   kommentiert. Laut offiziellen Angaben gelten noch 29,9 Millionen   Brasilianer als arm, da ihr Pro-Kopf-Einkommen unter 137 Real monatlich   liege. Im Nordosten Brasiliens werden gemäß neuen soziologischen  Studien  an einen Teil der bedürftigen Familien monatlich im  Durchschnitt 70  Real an Anti-Hunger-Hilfe(Bolsa-Familia) gezahlt. Laut  Einschätzung  kirchlicher Menschenrechtsaktivisten wie  Präsidentschaftskandidat Plinio  Sampaio, sei zentrales Problem  Brasiliens die “Misere des Volkes”,  nicht nur wirtschaftlich, sondern  auch “physisch, intellektuell und  kulturell”.</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/27/lula-erhalt-fur-31-diktatur-hafttage-4200-real-entschadigung-betont-brasilianische-landespresse/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/27/lula-erhalt-fur-31-diktatur-hafttage-4200-real-entschadigung-betont-brasilianische-landespresse/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/09/lulamantegachico.JPG" alt="lulamantegachico.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/16/brasiliens-einkommen-laut-offiziellen-angaben-durchschnittseinkommen-von-1018-millionen-brasilianern-ab-10-jahren-liegt-bei-umgerechnet-rund-500-euro-heist-es/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/16/brasiliens-einkommen-laut-offiziellen-angaben-durchschnittseinkommen-von-1018-millionen-brasilianern-ab-10-jahren-liegt-bei-umgerechnet-rund-500-euro-heist-es/</strong></a></p>
<p><strong>Hintergrund von 2011 &#8211; das Elendsviertel neben dem Gottesdienst-Platz:</strong></p>
<p><strong>Weihnachten im Slum &#8211; Christus in Brasilien</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Kobras, Ratten, Gewalt und viel Überlebensmut</strong></p>
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<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„Bei diesem Leben hier brauchen wir Hoffnung auf Gottes    Beistand“, sagt die tiefreligiöse Cleide de Souza Nascimento in ihrer    Elendskate – und wünscht sich nur eins:“Weihnachten darf es nicht    schütten – sonst sind wir geliefert.“ Direkt vor der Bretterhütte    schwillt bei starken Tropengewittern der barbarisch stinkende Kloakebach    an – ebenso übelriechendes Abwasser dringt dann von hinten in die  Kate   herein und fließt wasserfallartig von der Eingangsluke, da, wo  die   Dreißigjährige steht, den Grabenhang hinunter, trifft sich mit der    Kloake. „Abwasser läuft sogar aufs Bett – mein kleinster Sohn hat    chronische Asthma, für den ist das hier besonders schlecht.“ </strong><strong>  </strong></p>
<p><strong>Modrig-feucht ist es auch bei Sonne in der fensterlosen Kate –     vier alte, zerschlissene Matratzen für die sechs Bewohner, ein Herd    mit blauem Kochgasbehälter, das bißchen Kleidung baumelt an Wandhaken.    „Weihnachten gibts keine Geschenke, nichts, dafür reicht das Geld  nicht,   ein bißchen Weihnachtsschmuck ist auch nicht drin. Heiligabend  wärs  für  uns alle zu eng in der Kate – wir machens wie die Nachbarn,  treffen  uns  oben auf der Gasse, da ist mehr Platz.“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Als noch unter Staatschef Lula die Regierung 2003 das    Anti-Hunger-Programm startet, kämpft und streitet Cleide solange mit der    Staatsbürokratie, bis sie die sogenannte „Bolsa Familia“ endlich für    ihre vier Kinder kriegt – 198 Real monatlich, macht umgerechnet rund  21   Euro pro Kind. Der Liter pasteurisierte Frischmilch kostet in Sao  Paulo   umgerechnet einen Euro dreißig, auch andere Grundnahrungsmittel  sind  in  Brasilien, dem Niedrigstlohnland, auffällig teurer als im   Hochlohnland  Deutschland. </strong></p>
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<p><strong>Was geben Sie so vor Weihnachten aus?</strong></p>
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<p><strong>Brasilien zählt längst nicht mehr zu den Billigpreisländern, merken selbst deutsche Touristen verärgert an der Copacabana. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Cleide macht Gelegenheitsarbeit, Tagelöhnerei, wäscht bei    Mittelschichtsfamilien, putzt denen die Wohnung:“Mein Mann ist    behindert, taub – der macht manchmal den Einweiser auf Parkplätzen.“ So    werden es dann wenigstens 31 Euro pro Kopf, für  jeden der sechs    monatlich – der Fahrschein für den Bus raus aus der Favela kostet über    einen Euro.  42 Prozent aller Empfänger von Bolsa Familia seien nach  wie   vor verelendet, melden die Landesmedien. Der Slum von Cleide zeigt  es   anschaulich.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Wird es in der Weihnachtszeit ein bißchen besser, gibts da    spendenfreudige Leute? „Gottseidank kriegen wir von der  Kirche stets    Pakete mit Grundnahrungsmitteln – da sind Reis, Bohnen, Zucker, Speiseöl    dabei – Kleidung wird auch verteilt!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Brasilien ist die siebtgrößte Wirtschaftsnation, Sao Paulo    die reichste Stadt ganz Lateinamerikas – läßt sich wenigstens mal ein    Sozialarbeiter in dieser Favela Cachoeirinha blicken, aus der am ersten    Advent vom ZDF der Adveniat-Gottesdienst übertragen wurde? Cleide    verneint:“Hier kommt nie mal einer von der Präfektur, vom Staat vorbei –    man muß unheimlich bei den Behörden hinterher sein, um Bolsa Familia   zu  kriegen. Wer von den vielen Halb-und Voll-Analphabeten hier das   nicht  weiß, geht leer aus. Sechs Monate haben sie mir die Bolsa Familia   unter  einem Vorwand gesperrt – das war für uns grauenhaft. So viele   haben  eigentlich ein Anrecht, kriegen aber keinen Centavo.“ Übertreibt   sie da  nicht ein bißchen?    </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> Zahlreiche Katen kleben wie die von Cleide in dem    Kloakegraben, die Eingänge wirken wie dunkle Löcher – auch wegen der    Sicherheit, um nicht beklaut zu werden, gibts keine anderen Öffnungen,    in die Tageslicht fallen könnte. Starken Hautausschlag, viel Grind und    Bläschen am Mund bemerkt man bei vielen Slumbewohnern – Tuberkulose  und   sogar Lepra finden beste Ausbreitungsbedingungen. Hier holt man  sich   rasch Elendskrankheiten, sagen Slumpriester, weil das Immunsystem  der   Bewohner  stark geschwächt ist.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Cleide haust seit 14 Jahren in dieser Hütte – nur einen    Steinwurf entfernt hat Cleyton dos Santos, 22,  für seine Frau Erica und    die zwei kleinen Kinder eine Holzkate direkt an einen breiten    Abwasserbach gebaut. „Die Kinder bitten uns, Lichter, ein bißchen    Weihnachtsschmuck an die Wand zu hängen – aber das ist unmöglich, wir    haben tagtäglich so viel Dringenderes im Kopf! Jetzt, im Hochsommer,    regnets alle paar Tage heftig, tritt der Bach über die Ufer, trägt    stinkenden Schlamm in die Gasse, waten wir notgedrungen drin herum. Hier    gibt es massenweise Ratten, die Krankheiten übertragen, müssen wir    besonders wegen der Kinder aufpassen.“ Cleyton, entsetzlich mager, ist    arbeitslos – Erica kriegt als Reinemachfrau  maximal 550 Real im Monat –    das macht für alle vier umgerechnet höchstens 57 Euro pro Kopf –    Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsschmaus am Heiligabend? Fehlanzeige. „Wir    setzen uns zu den Hüttennachbarn auf die Gasse – jeder gibt was für    einen Teller mit Essen. Ich habe gehört, die Regierung erzählt draußen    in der Welt, daß es den Brasilianern jetzt viel besser geht und allen    geholfen wird. Das ist gelogen – man läßt uns hier im Slum total im    Stich!“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Rosilene, 33, Cleytons Nachbarin, wird just um Weihnachten    herum niederkommen – es ist das siebte Kind. „Weihnachten“, lacht sie    bitter-ironisch, „Gott im Himmel, was soll ich da schon machen? Ich    hocke in der Kate wie immer, hoffe auf die Hilfe der Nachbarn. Ich    kriege ja vom Staat garnichts, nur ein bißchen Geld von den Vätern    meiner Kinder. Wenns mal 200 Real im Monat werden, bin ich direkt    zufrieden…“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>200 Real – umgerechnet  rund 12 Euro monatlich für jedes der    sechs Kinder, für Rosilene – wie soll das gehen, bei den Preisen?  „Mein   ältester Sohn kann schon ein bißchen arbeiten, der organisiert  uns  immer  mal was zu essen, sorgt für ein bißchen Reis und Milch, das   Kochgas –  meine Nachbarn sind zwar wunderbar, aber die haben ja selber   nichts. Ich  schlage mich irgendwie durch – ja – ich lebe noch!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Pedro, der Gelegenheitsarbeiter, kam mit seiner Frau, den    fünf Kindern zu spät – weil nirgendwo noch eine Hütte hingepaßt hätte,    baut er sie mitten in den Abwässerbach – ausgerechnet am Eingang mündet    ein Kloakegraben hinein, vergrößert den Gestank noch mehr. „Letzte    Weihnachten haben wir die Kate eingeweiht – feiern jetzt einjähriges    Überleben. Das Abwasser steigt bei Gewitterregen nicht zu uns hoch –    aber Ratten, sogar weiße, und Kobras klettern nachts hinein – wir müssen    unheimlich auf der Hut sein. Denn das Dumme ist – Hauskatzen helfen    nicht, die hauen vor den Rattenhorden ab. Egal, wir haben uns dran    gewöhnt. Ich beklage mich nicht – grade vor Weihnachten gibts für mich    mehr Jobs, schaufle ich mal Erde weg, repariere, streiche, schleppe  was.   Aber Heiligabend sind wir alle in der Kate, feiern Christi  Geburt. Die   Leute im Slum beten sehr viel – bitten Gott um spirituelle  Kraft, um   Hilfe in dieser Misere. Der Mann da neben Dir – den kenne  ich – das ist   doch der Padre, der jetzt vor Weihnachten die  Lebensmittelpakete und  das  Spielzeug verteilt!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Pedro meint Slumpfarrer Bernardo Daly, einen Iren, der mit    seiner Schar hochengagierter kirchlicher Menschenrechtsaktivisten trotz    bescheidenster Mittel weit schlimmeres Elend und krassesten Hunger    verhindert – und die Räumung des Slums, die Vertreibung der Favelados    durch die Polizei. Todesschwadronen, Drogenbanditen-und Polizeigewalt,    dazu immer wieder Hüttenbrände, bei denen Kleinkinder verkohlen  &#8211; Daly    muß als Seelsorger tagtäglich mit Situationen fertigwerden, Dinge    verkraften, die das Vorstellungsvermögen der meisten Deutschen    übersteigt.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Der Padre wirkt erstaunlich ruhig und besonnen – doch    manchmal macht er seiner Empörung Luft. Wie an der Kate von Elise, die    direkt am Kloakegraben haust. „Ich kriege 134 Real Bolsa Familia, weil    die ältere meiner beiden Töchter geistig behindert ist, ständig meine    Betreuung braucht – mehr Geld haben wir nicht im Monat.“ 134 Real –  also   umgerechnet rund 18 Euro für jede der drei. Padre Daly ist    geschockt:“Das ist doch unmöglich. Wer so lebt, muß manchmal das    eigentlich Unmögliche tun, weil es keinen anderen Ausweg gibt…“ Der    Geistliche läßt offen, was er konkret meint – nicht nötig.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>„Jetzt, vor Weihnachten, kämpfe ich dafür, daß mehr    Nahrungsmittelspenden in den Slum gelangen – auch zu denen, die garnicht    wissen können, wo es Ausgabestellen gibt, also Alte, Behinderte,    Kranke“, sagt  Eliane Takeko, 46, engste Mitstreiterin von Padre Doty,    zudem Präsidentin der Bewohnerassoziation. “Ein bißchen  mehr Spielzeug    für die Kinder – das müßte doch drin sein, auch dafür streite ich  mich   mit der Präfektur herum. Die Lage im Slum macht mich traurig und  wütend    – Brasilien ist doch soooo reich – die Mittel sind da! Wir von  der   katholischen Kirche akzeptieren nicht diese grauenhafte Logik,  daß es   Arme, Verelendete nun mal gibt und immer geben wird. In den  über 2600   Slums von São Paulo gibts viele sogenannte Kirchen, die  nichts fürs   Soziale tun. Wir legen uns mit denen `oben` an.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Dieses Jahr ist der Slum noch voller, noch dichter bewohnt    als letzte Weihnachten, meint Eliane Takeko. „Manche Slums werden  von    der Polizei geräumt und zerstört, vor der Fußball-WM werden Obdachlose    aus der City vertrieben – die kommen notgedrungen zu uns an die    Peripherie. Deswegen wird es immer enger in den Hütten.“ Aber warum gibt    es dann keine Massenproteste der Slumbewohner? „Die Menschen haben    Angst“, sagt Padre Doty. „Nicht wenige hatten sich engagiert, haben    resigniert aufgegeben. Zudem ist das Bildungsniveau in Brasilien    entsetzlich niedrig – Leute ohne Bildung, Analphabeten wissen garnicht,    wie man das macht – sich organisieren, auf die Straße gehen,    Bürgerrechte durchsetzen. Die kennen ihre Rechte já garnicht.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Eliane Takeko stimmt zu: „Es liegt auch am Hunger – wer sich    nur schlecht ernährt, in solchen Katen haust, kann nicht richtig   denken,  ist schnell kaputt, noch dazu bei Tropenhitze. Und wer zu oft   den Mund  aufmacht, fliegt raus, kriegt nicht mal eine Tagelöhnerarbeit.    Auch ich  muß aufpassen.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Selbst in ihrer engen Kate gibts keinen Weihnachtsschmuck –    denn auch sie schlägt sich mit Gelegenheitsarbeit durch, wie die    Tochter. „Wir beide kommen auf höchstens 500 Real im Monat – das muß für    alle sechs in der Kate reichen. Mein Mann ist behindert, hatte einen    Unfall. Da heißt es, irrsinnig sparen.“  Maximal umgerechnet 200 Euro    monatlich, für sechs Leute – wie macht sie das?</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Körperlich und geistig Behinderte – auffällig, wie viele in    den Slums hausen. Laut Studien sind es 23, 91 Prozent der    brasilianischen Bevölkerung, gegenüber rund einem Prozent in    hochentwickelten Staaten wie Deutschland. Immer wieder geschieht, daß    geistig behinderte Mädchen und Frauen der Favelas vergewaltigt werden.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Über 30 Millionen Brasilianer leben laut Kirchenangaben noch    in extremer Armut. Nimmt man jedoch die offizielle   Regierungseinstufung,  zählen Eliane Takeko und ihre Familie nicht mehr   dazu, liegen oberhalb  der amtlich allen Ernstes auf umgerechnet etwa  29  Euro angesetzten  Pro-Kopf-Grenze, sind nur noch „arm“ &#8211;  Rosilene  mit  den sechs Kindern  und Elise aber liegen darunter…</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Haben alle in gewisser Weise sogar „Glück“, Weihnachten im    Slum einer reichen Wirtschaftsmetropole wie Sao Paulo zu feiern? Denn    Brasiliens grauenhafteste Elendsviertel liegen nicht hier, sondern in    den kraß unterentwickelten Regionen des Nordens und Nordostens.</strong></p>
<p><strong>Adveniat in Sao Paulo:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/</strong></a></p>
<p><strong>Lula in der Financial Times: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/</a></strong></p>
<p><strong>Ab wieviel Familieneinkommen ist man in Brasilien schon Mittelschicht?</strong> <strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/17/mit-rund-500-euro-familieneinkommen-in-brasilien-schon-mittelschicht-was-in-europa-gut-ankommt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/17/mit-rund-500-euro-familieneinkommen-in-brasilien-schon-mittelschicht-was-in-europa-gut-ankommt/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/11/leben-wie-ein-brasilianer-der-bolsa-familiakriegt-die-ganze-familie-mit-27-euro-monatlich-uber-wasser-halten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/11/leben-wie-ein-brasilianer-der-bolsa-familiakriegt-die-ganze-familie-mit-27-euro-monatlich-uber-wasser-halten/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/rio-beinahe-so-teuer-wie-berlin-laut-businessweek-ranking-und-die-einkommen-in-beiden-stadten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/rio-beinahe-so-teuer-wie-berlin-laut-businessweek-ranking-und-die-einkommen-in-beiden-stadten/</a></p>
<p><strong>Menschenrechtsbewegung zu Einkommen:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/21/soziale-ungleichheit-gravierende-einkommensunterschiede-verhindern-verwirklichung-der-menschenrechte-in-brasilien-laut-nationaler-menschenrechtsbewegung-mndh-vor-uno-in-genf-lulas-basis-hungerhilfe/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/21/soziale-ungleichheit-gravierende-einkommensunterschiede-verhindern-verwirklichung-der-menschenrechte-in-brasilien-laut-nationaler-menschenrechtsbewegung-mndh-vor-uno-in-genf-lulas-basis-hungerhilfe/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/11/plinio-sampaio-wie-tickt-der-einzige-kirchliche-menschenrechtsaktivist-unter-den-prasidentschaftskandidaten-fur-die-pflichtwahl-brasiliens-im-oktober/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/11/plinio-sampaio-wie-tickt-der-einzige-kirchliche-menschenrechtsaktivist-unter-den-prasidentschaftskandidaten-fur-die-pflichtwahl-brasiliens-im-oktober/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/20/pfahlbauslum-bei-niedrigwasser-am-zentrum-von-manaus-amazonien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/20/pfahlbauslum-bei-niedrigwasser-am-zentrum-von-manaus-amazonien/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/11/obdachloserpappekleidung.JPG" alt="obdachloserpappekleidung.JPG" /></p>
<p><strong>Obdachloser alter Mann, mit Papperesten bekleidet, in der City von Sao Paulo.</strong></p>
<p><strong>Obdachlose und WM:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/24/sebastiano-nicomedes-tiao-ex-obdachloser-stuckeschreiber-buchautor-einer-der-fuhrer-der-nationalen-obdachlosenbewegung-gesichter-brasiliens-obdachlosenvertreibung-und-fusball-wm-2014-olympisc/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/24/sebastiano-nicomedes-tiao-ex-obdachloser-stuckeschreiber-buchautor-einer-der-fuhrer-der-nationalen-obdachlosenbewegung-gesichter-brasiliens-obdachlosenvertreibung-und-fusball-wm-2014-olympisc/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/15/dr-claudio-guimaraes-dos-santos-mediziner-therapeut-schriftsteller-sprachwissenschaftler-publizist-unter-den-wichtigsten-denkern-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/15/dr-claudio-guimaraes-dos-santos-mediziner-therapeut-schriftsteller-sprachwissenschaftler-publizist-unter-den-wichtigsten-denkern-brasilien/</a></p>
<h2>Wie Brasilianer “konsumieren” &#8211; die  “Kaufkraft” im Tropenland unter     Lula-Rousseff. Hälfte der  Einkommensbezieher hat pro Tag nur   zwischen   2,6 und 5 Euro umgerechnet  zur Verfügung, Fixkosten   inclusive, laut   Landesmedien. Über 30 Millionen  Brasilianer in   extremer Armut &#8211; und die   Milliardäre. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12031" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/konsum-und-kaufkraft-in-brasilien/" rel="tag">Konsum und Kaufkraft in Brasilien</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/"><strong> http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</strong></a></p>
<p><strong>Wer die Bevölkerungsmehrheit Brasiliens beim “Konsumieren”      beobachtet, beispielsweise im Supermarkt in deren Einkaufskörbe  schaut,     sieht die neuesten statistischen Angaben über Realeinkommen   bestätigt.    Denn mit diesen lassen sich angesichts des keineswegs   niedrigen    Preisniveaus schwerlich größere Sprünge machen. Mit einem      Haushaltseinkommen von umgerechnet 500 Euro zählt man gemäß den   allseits    belachten Statistiktricks bereits zur Mittelschicht. Einfach   mal im    Selbstversuch testen, ob das geht…<br />
</strong></p>
<p><strong>Die Einkommenslage in Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/leben-wie-die-halfte-der-einkommensbezieher-brasiliensamtliche-angaben-fur-samtliche-ausgaben-pro-tag-umgerechnet-zwischen-26-und-5-euro-zur-verfugung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/leben-wie-die-halfte-der-einkommensbezieher-brasiliensamtliche-angaben-fur-samtliche-ausgaben-pro-tag-umgerechnet-zwischen-26-und-5-euro-zur-verfugung/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/02/boomland-brasilien-was-verdient-man-in-industrie-dienstleistungssektor-handel/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/02/boomland-brasilien-was-verdient-man-in-industrie-dienstleistungssektor-handel/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/11/brasiliens-armutsgrenze-staatliche-hilfen-aktuelle-zahlen-2011/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/11/brasiliens-armutsgrenze-staatliche-hilfen-aktuelle-zahlen-2011/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c5.JPG" alt="c5.JPG" /></p>
<p><strong>Wo bitte gehts hier zum Konsum, in die “Ära der Prosperität”?</strong></p>
<p><strong>Ab 65 Euro Monatsverdienst offiziell nicht mehr arm in Brasilien &#8211; testen Sies mal im Selbstversuch! <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach36.JPG" alt="cach36.JPG" /></p>
<p><strong>Aktivisten der katholischen Basisgemeinde von Cachoeirinha.        “Das ist gegen die Menschenwürde, so viele Leute in diesem Schlamm,        diesem Moder hausen zu lassen. So viele Familien, mit vielen   Kindern,      leben hier nur in einem einzigen Hüttenraum, vor der   Türöffnung  hängt     ein Lappen &#8211; so ist das. Die Mafia der   Drogengangster ist hier  sehr     stark, die beobachten alles und jeden   hier, das ist furchtbar.  Wer     jemanden aus dem Drogenmilieu, aus  der  Sucht rausholen will &#8211;  also     jemanden, der für deren Profit  sorgt,  da werden die böse, da  wird man     gnadenlos verfolgt. Die  Polizei  kommt und geht wieder &#8211;  aber die     Banditenkommandos  bleiben,  terrorisieren, zwingen den  Bewohnern das     Gesetz des  Schweigens auf.  Wer sich nicht unterwirft,  weiß, was ihn     erwartet.  2014 ist die  Fußball-WM, da will man  Brasilien als Land der      Ersten Welt  erscheinen lassen &#8211; aber hier an  der Peripherie ist es  nach     wie vor  triste. Die meist kinderreichen  Familien haben  monatlich nur   so   um  die 200, 220 Real maximal(200  Real &#8211;  umgerechnet etwa 83  Euro).  Doch  im Ausland wird verbreitet,  alles    toll, alles gut in  Brasilien. </strong></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><strong>Wir merken, es ist schwierig, Menschen von   außerhalb für     diese  Situation zu sensibilisieren, die das hier nicht   kennen, es    sich   nicht vorstellen können. Wir haben unsere christlichen      Kriterien, und   wir haben Ausdauer &#8211; das macht den Unterschied. Denn      entweder ist man   Christ &#8211; oder ist mans nicht, halbe-halbe geht    nicht.” </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/wirtschaftliche-falschprognosen-fur-2011-alles-lacht-uber-die-analytiker-und-ihre-hochbezahlten-verstarker-in-den-wirtschaftsmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/wirtschaftliche-falschprognosen-fur-2011-alles-lacht-uber-die-analytiker-und-ihre-hochbezahlten-verstarker-in-den-wirtschaftsmedien/</strong></a></p>
<p><strong>Sklavenarbeit und Teilnahme am “Konsum”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/sklavenarbeit-in-brasilien-neuer-rekord-bei-zahl-moderner-sklavenhalter-laut-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/sklavenarbeit-in-brasilien-neuer-rekord-bei-zahl-moderner-sklavenhalter-laut-landesmedien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach3.JPG" alt="cach3.JPG" /></p>
<p><strong>Slums und Massenkonsum: “Die Wirtschaftskrise hat Brasilien     kaum  gespürt”(WAZ)   Kloakegraben &#8211; nur einige Schritte vom Platz des      Adveniat-Gottesdienstes   entfernt. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/</strong></a></p>
<p><strong>Lateinamerikas teure Lebensmittel &#8211; Preissteigerungen um 40 Prozent in den letzten vier Jahren &#8211; Gefahr für Hungerbekämpfung:</strong> <a href="http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos--2"><strong>http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos–2</strong></a></p>
<p><strong>“Konsum” und Massenelend:</strong> <strong>Laut     Befreiungstheologe Frei  Betto, unter Lula ein Jahr lang     Präsidentenberater für das des  fragwürdige Anti-Hunger-Programm, leben     immer noch über 30  Millionen  Brasilianer in extremer Armut,   betroffen   von Hunger und Elend,  obwohl  es sich bei Brasilien um die    siebtgrößte  Wirtschaftsnation  handelt.   In deutschsprachigen  Ländern   wird indessen  der  Lula-Rousseff-Regierung  häufig  bescheinigt,  Hunger  und Elend sehr   erfolgreich bekämpft zu  haben.</strong><br />
<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/elendsbeseitigung-in-brasilien-karikatur-von-angeli-in-der-grosten-qualitatszeitung-des-landes-folha-de-sao-paulo-von-2011/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/elendsbeseitigung-in-brasilien-karikatur-von-angeli-in-der-grosten-qualitatszeitung-des-landes-folha-de-sao-paulo-von-2011/</strong></a></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/brasiliens-kauf-wohnraum-in-grosstadten-wurde-2011-um-durchschnittlich-26-prozent-teurer-eine-schlechte-nachricht-fur-armere-wenigverdienende/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/brasiliens-kauf-wohnraum-in-grosstadten-wurde-2011-um-durchschnittlich-26-prozent-teurer-eine-schlechte-nachricht-fur-armere-wenigverdienende/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/11/18-brasilianische-milliardare-auf-neuer-forbes-liste-schuler-in-buchkirchenosterreich-spenden-fur-verelendete-kinder-in-der-achtgrosten-wirtschaftsnation-brasilianer-eike-batista-ist-mit-27-milliar/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/11/18-brasilianische-milliardare-auf-neuer-forbes-liste-schuler-in-buchkirchenosterreich-spenden-fur-verelendete-kinder-in-der-achtgrosten-wirtschaftsnation-brasilianer-eike-batista-ist-mit-27-milliar/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/</strong></a></p>
<p><strong>Rio de Janeiro beinahe so teuer wie Berlin,  laut  Businessweek-Ranking. “The worlds most expensive cities.”Und die   Einkommen in beiden Städten? Lebenshaltungskosten unter Lula. “Futebol:   Pao e Circo moderno?” <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=5919" title="Beitrag bearbeiten">**</a></strong></p>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/berlin/" rel="tag">Berlin</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brot-und-spiele/" rel="tag">Brot und Spiele</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/businessweek/" rel="tag">Businessweek</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/fusball/" rel="tag">FuÃŸball</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/nine-most-horrible-places-in-the-world-xinhua/" rel="tag">Nine most horrible places in the World. Xinhua</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/rio-de-janeiro/" rel="tag">Rio de Janeiro</a></p>
<p><a href="http://g1.globo.com/economia-e-negocios/noticia/2010/06/toquio-e-cidade-mais-cara-do-mundo-rio-aparece-em-28-lugar.html">http://g1.globo.com/economia-e-negocios/noticia/2010/06/toquio-e-cidade-mais-cara-do-mundo-rio-aparece-em-28-lugar.html</a></p>
<p><strong>Businessweek:</strong> <a href="http://images.businessweek.com/ss/10/06/0622_most_expensive_cities/1.htm">http://images.businessweek.com/ss/10/06/0622_most_expensive_cities/1.htm</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/</a></p>
<p><strong>“Nine most horrible places in the world”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/06/angeliolimpiada2016.jpg" alt="angeliolimpiada2016.jpg" /></p>
<p><strong>Brot und Spiele &#8211; Fußball:</strong> <a href="http://br.answers.yahoo.com/question/index?qid=20071204162836AA9wWw9">http://br.answers.yahoo.com/question/index?qid=20071204162836AA9wWw9</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/27/lula-erhalt-fur-31-diktatur-hafttage-4200-real-entschadigung-betont-brasilianische-landespresse/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/27/lula-erhalt-fur-31-diktatur-hafttage-4200-real-entschadigung-betont-brasilianische-landespresse/</a></p>
<p><strong>Rap &#8211; “Volk aus der Scheiße holen”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/13/merda-merda-merda-merda-lulas-jungste-scheise-auserung-zum-funk-verarbeitet-anklicken/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/13/merda-merda-merda-merda-lulas-jungste-scheise-auserung-zum-funk-verarbeitet-anklicken/</a><br />
<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/06/thyssenkrupp-neues-stahlwerk-erhoht-den-co2-ausstos-von-rio-de-janeiro-um-763-prozent-melden-landesmedien-der-preis-des-fortschritts-o-precocruel-do-progressonoblat/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/06/thyssenkrupp-neues-stahlwerk-erhoht-den-co2-ausstos-von-rio-de-janeiro-um-763-prozent-melden-landesmedien-der-preis-des-fortschritts-o-precocruel-do-progressonoblat/</a></p>
<p><strong>“Geschähe derartiges in Berlin…”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/24/paulo-sergio-pinheiro-uno-berater-mitglied-der-interamerikanischen-menschenrechtskommission-expertenseminar-des-goethe-instituts-sao-paulo-uber-vergangenheitsbewaltigung-geschahe-derartiges-in-b/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/24/paulo-sergio-pinheiro-uno-berater-mitglied-der-interamerikanischen-menschenrechtskommission-expertenseminar-des-goethe-instituts-sao-paulo-uber-vergangenheitsbewaltigung-geschahe-derartiges-in-b/</a></p>
<p><strong>Obdachlose und WM:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/24/sebastiano-nicomedes-tiao-ex-obdachloser-stuckeschreiber-buchautor-einer-der-fuhrer-der-nationalen-obdachlosenbewegung-gesichter-brasiliens-obdachlosenvertreibung-und-fusball-wm-2014-olympisc/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/24/sebastiano-nicomedes-tiao-ex-obdachloser-stuckeschreiber-buchautor-einer-der-fuhrer-der-nationalen-obdachlosenbewegung-gesichter-brasiliens-obdachlosenvertreibung-und-fusball-wm-2014-olympisc/</a></p>
<p><strong>“Lulas Delirien in der Financial Times”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</a></p>
<h2>Rio+20. Sebastiano Nicomedes, Tiao &#8211;  Ex-Obdachloser,  Stückeschreiber, Buchautor, einer der Führer der  nationalen  Obdachlosenbewegung. Gesichter Brasiliens.  Obdachlosenvertreibung und  Fußball-WM 2014, olympische Spiele 2016.  “Lulas Delirien in der  Financial Times”. Nina Laurindo, Soziologin im  Franziskanerkloster Sao  Paulos. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=5115" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/ex-obdachloser/" rel="tag">Ex-Obdachloser</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/fuayball-wm/" rel="tag">FuÃŸball-WM</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/nina-laurindo/" rel="tag">Nina Laurindo</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/olympische-spiele-2016/" rel="tag">Olympische Spiele 2016</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sebastiano-nicomedes/" rel="tag">Sebastiano Nicomedes</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/tiao/" rel="tag">Tiao</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/tribunal-da-terra/" rel="tag">Tribunal da Terra</a></p>
<p><strong>Â <img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/04/sebastianonicomedestiao1.jpg" alt="sebastianonicomedestiao1.jpg" /></strong></p>
<p><strong>”Für mein neuestes Stück bin ich durch ganz Brasilien   gereist, habe in Millionenstädten wie Rio de Janeiro, Belo Horizonte,   Curitiba und Porto Alegre beobachtet, wie man die Obdachlosen wegen der   herannahenden Fußball-WM vertreibt. Denn jetzt werden ja ständig   FIFA-Delegationen empfangen, will man denen die Austragungsorte so   attraktiv wie möglich präsentieren. Bei diesen Säuberungen geht es um   das Landesimage und um die Werbung für Investitionen. Unser   Staatspräsident müßte den Austragungsorten die Bedingung stellen, mit   den Geldern nicht nur teure Fußballstadien zu bauen, sondern auch die   Obdachlosen zu integrieren, sie als Arbeitskräfte für die WM   einzusetzen. Nach dem unaufgeklärten Massaker von 2004 wurden auch die   Zeugen liquidiert &#8211;  und wir stellen immer häufiger fest, daß Polizisten   als Obdachlose verkleidet sich unter die Straßenbewohner mischen.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/21/soziale-ungleichheit-in-brasilien-gesunken-laut-offiziellen-zahlen-chefkolumnist-clovis-rossi-erklart-zum-x-ten-male-die-statistiktricks-da-ungleichheit-unter-lula-wuchs/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/21/soziale-ungleichheit-in-brasilien-gesunken-laut-offiziellen-zahlen-chefkolumnist-clovis-rossi-erklart-zum-x-ten-male-die-statistiktricks-da-ungleichheit-unter-lula-wuchs/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/07/ninalaurindo.jpg" alt="ninalaurindo.jpg" /></p>
<p><strong>Nina Laurindo, Soziologin im Franziskanerkloster von Sao Paulo, im Website-Interview:</strong> <strong>   „Die Obdachlosen und wir von der Kirche durchleben derzeit einen sehr   schwierigen Moment. Weil Fußball-WM und olympischen Spiele vorbereitet   werden, ist eine wahre soziale Säuberung im Gange, werden die   städtischen Obdachlosenasyle in Sao Paulos Zentrum geschlossen, sollen   die Straßenbewohner an die Slumperipherie. Direkt vor dem   Franziskanerkloster werden jetzt die Obdachlosen mit städtischen   Wasser-LKW naß gespritzt und verscheucht, nimmt man diesen Menschen die   Habseligkeiten weg, sogar Decken und die Ausweise. Alle Schlafplätze  für  die Nacht werden jetzt in Wasserlachen verwandelt.”</strong><strong>In   der Tat ist das Kloster erstmals nicht von Obdachlosen umlagert,  werden  sie in der City von der Polizei sogar per Schlagstock verjagt.  Die  großen Tageszeitungen Sao Paulos sprechen von einer „empörenden  Form des  Sadismus” durch die Präfektur. </strong><strong>Bürgermeister Gilberto Kassab gehört zu einer Rechtspartei, in der es von früheren DiktaturaktivistenÂ  wimmelt. </strong><strong>Soziologin   Nina Laurindo steht im großen Klostersaal immer nachmittags zwischen   mehreren Hundert Obdachlosen, verteilt belegte Brötchen und Tee &#8211;  und   führt politische Diskussionen: „Etwa 15000 Menschen hausen alleine in   Sao Paulos City auf der Straße, 70 Prozent davon könnte man   reintegrieren. Denn wer länger obdachlos war, ist meist gesundheitlich   angeschlagen, psychisch gestört. Hier im Klostersaal debattieren wir,   was da jetzt im Gange ist. Und wir organisieren Proteste gegen eine   Politik, die Misere und Armut aufrechterhält, die Probleme dieser   Menschen nicht löst. Gelegenheitsarbeiten, Betteln, Tagelöhnerei sind   für Obdachlose nur in der belebten Innenstadt möglich “ fernab in den   Elendsvierteln der Peripherie funktioniert das natürlich nicht.”</strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/23/uno-kritisiert-vertreibung-von-obdachlosen-aus-stadtzentrum-sao-paulos-fusball-wm-2014-und-olympische-sommerspiele-2016-sind-grunde-fur-brutale-aktionen-gegen-obdachlose-in-austragungsstadten-prange/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/23/uno-kritisiert-vertreibung-von-obdachlosen-aus-stadtzentrum-sao-paulos-fusball-wm-2014-und-olympische-sommerspiele-2016-sind-grunde-fur-brutale-aktionen-gegen-obdachlose-in-austragungsstadten-prange/</a></p>
<p><a href="http://diariotiao.zip.net/">http://diariotiao.zip.net/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/11/obdachloserpappekleidung.JPG" alt="obdachloserpappekleidung.JPG" /></p>
<p><strong>Obdachloser alter Mann in der City von Sao Paulo, mit Papperesten bekleidet.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/obdachlosefrauabgemagert.JPG" alt="obdachlosefrauabgemagert.JPG" /></p>
<p><strong>Obdachlose, psychisch gestörte Frau an der Avenida Paulista.</strong></p>
<p><strong>Mehrheit der Obdachlosen Sao Paulos arbeitet, laut Studie von 2010.</strong></p>
<p><strong>Massengräber:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/20/brasiliens-massengraber-erschreckend-hohe-zahl-von-toten-monatlich-in-massengrabern-verscharrt-laut-menschenrechtspriester-julio-lancelotti-in-sao-paulo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/20/brasiliens-massengraber-erschreckend-hohe-zahl-von-toten-monatlich-in-massengrabern-verscharrt-laut-menschenrechtspriester-julio-lancelotti-in-sao-paulo/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/04/katthedraleentkraftete.jpg" alt="katthedraleentkraftete.jpg" /></p>
<p><strong>Sebastiano Nicomedes steht im Eingang der Kathedrale von Sao   Paulo &#8211; exakt dort, wo sich immer wieder völlig Entkräftete,   Abgehungerte, darunter viele Obdachlose, ausruhen.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/04/obdachlokrucken.JPG" alt="obdachlokrucken.JPG" /></p>
<p><strong>Obdachloser, schwerbehindert, City Sao Paulos.</strong></p>
<p><a href="http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/3815.html">http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/3815.html</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/06/strasenkindersp1.jpg" alt="strasenkindersp1.jpg" /></p>
<p><strong>Straßenkinder in Sao Paulo.</strong></p>
<p><strong>“Probleme beim Stadionbau”: <a href="http://www.handelsblatt.com/magazin/fussball/fussball-wm-brasilien-probleme-beim-stadienbau-fuer-2014;2567763">http://www.handelsblatt.com/magazin/fussball/fussball-wm-brasilien-probleme-beim-stadienbau-fuer-2014;2567763</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/06/obdachlcopan.jpg" alt="obdachlcopan.jpg" /></p>
<p><strong>Obdachloser in Sao Paulo.</strong></p>
<p><a href="http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html">http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/22/tribunal-da-terra-sao-paulo-gesichter-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/22/tribunal-da-terra-sao-paulo-gesichter-brasiliens/</a></p>
<p><strong>Lula in der Financial Times:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/</a></p>
<p><strong>“Lula Superstar</strong>“: <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569506.html">http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569506.html</a></p>
<p><strong>ACAT &#8211; Christen gegen die Folter in Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/brasiliens-christen-fur-die-abschaffung-der-folter-im-land-acat-protesttagung-in-sao-paulos-rechtsfakultat/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/brasiliens-christen-fur-die-abschaffung-der-folter-im-land-acat-protesttagung-in-sao-paulos-rechtsfakultat/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/07/joelportodelimamoradores1.jpg" alt="joelportodelimamoradores1.jpg" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/26/joel-porto-de-lima-ko-leiter-der-nationalen-obdachlosen-bewegung-gesichter-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/26/joel-porto-de-lima-ko-leiter-der-nationalen-obdachlosen-bewegung-gesichter-brasiliens/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/</a><br />
<strong>Brasiliens Massengräber</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>„Wenn die Toten da reingeschmissen werden,   sind das Szenen wie in diesen Holocaustfilmen“, beklagen sich Anwohner   von Massengräber-Friedhöfen der größten lateinamerikanischen  Demokratie.  In der Tat wird seit der Diktaturzeit vom Staat die Praxis  beibehalten,  nicht identifizierte, zu „Unbekannten“ erklärte Tote in  Massengräbern  zu verscharren.  Die Kirche protestiert seit Jahrzehnten  dagegen und  sieht darin ein gravierendes ethisch-moralisches Problem,  weil es in  einem Land der Todesschwadronen damit auch sehr leicht sei,  unerwünschte  Personen verschwinden zu lassen. In der Megacity Sao Paulo  mit ihren  mehr als 23 Millionen Einwohnern empört sich der weltweit  angesehene  Menschenrechtspriester Julio Lancelotti: „In Brasilien wird  monatlich  eine erschreckend hohe Zahl von Toten anonym in Massengräbern   verscharrt, verschwinden damit Menschen auf offiziellem Wege, werden  als  Existenz für immer ausgelöscht. Wir von der Kirche nehmen das nicht   hin, versuchen möglichst viele Tote zu identifizieren, um sie  dann  auf  würdige Weise christlich zu bestatten. Wir brauchten einen großen   Apparat, ein großes Büro, um alle Fälle aufklären zu können – dabei ist   dies eigentlich Aufgabe des Staates!“</strong><strong>Padre Lancelotti   erinnert daran, daß während der 21-jährigen Diktaturzeit in Sao Paulo   von den Machthabern 1971 eigens der Friedhof Dom Bosco geschaffen wurde,   um dort zahlreiche ermordete Regimegegner heimlich gemeinsam mit jenen   unbekannten Toten, den sogenannten „Indigentes“, in Massengräber zu   werfen. Wie die Menschenrechtskommission des Stadtparlaments jetzt   erfuhr, wurden seit damals allen Ernstes 231000 Tote als Namenlose   verscharrt – allein auf d i e s e m Friedhof. Heute  kommen Monat für   Monat dort zwischen 130 und 140 weitere Indigentes hinzu. Nach einem   Massaker an Obdachlosen Sao Paulos kann Priester Lancelotti zufällig auf   dem  Friedhof Dom Bosco beobachten, wie sich der Staat der Namenlosen   entledigt: “Als der Lastwagen kommt und geöffnet wird, sehe ich mit   Erschrecken, daß er bis obenhin voller Leichen ist. Alle sind nackt und   werden direkt ins Massengrab geworfen. Das wird zugeschüttet &#8211; und   fertig. Sollten wir später noch Angehörige ermitteln, wäre es unmöglich,   die Verstorbenen in der Masse der Leichen wiederzufinden. Was sage ich   als Geistlicher dann einer Mutter?“ </strong><strong>Lancelotti hält   einen Moment inne, reflektiert: „Heute hat das Konzentrationslager   keinen Zaun mehr, das KZ ist sozusagen weit verteilt – die Menschen sind   nach wie vor klar markiert, allerdings nicht auf der Kleidung, sondern   auf dem Gesicht, dem Körper. Und sie werden verbrannt, verscharrt, wie   die Gefangenen damals, und es gibt weiter Massengräber.“ </strong><strong>Was   in Sao Paulo geschieht, ist keineswegs ein Einzelfall. In der   nordostbrasilianischen Millionenstadt Fortaleza leiden die Anwohner des   Friedhofs „Bom Jardim“ seit Jahren bei den hohen Tropentemperaturen   unter grauenhaftem Leichengeruch. „Die Toten werden oft schon verwest   hergebracht, wie Tiere verscharrt, wir müssen zwangsläufig zusehen, es   ist grauenhaft“, klagt eine Frau. „Fast jeden Tag kommt der Leichen-LKW –   doch bei den heftigen Gewitterregen wird die dünne Erdschicht über den   Toten weggeschwemmt, sehen wir die Massengräber offen, wird der Geruch   im Stadtviertel so unerträglich, daß viele Kopfschmerzen kriegen,   niemand hier eine Mahlzeit zu sich nimmt.“ Der Nachbar schildert, wie   das vergiftete Regenwasser vom Friedhof durch die Straßen und Gassen des   Viertels läuft: „Das Wasser ist grünlich und stinkt, manchmal werden   sogar Leichenteile mitgeschwemmt – und weggeworfene Schutzhandschuhe der   Leichenverscharrer. Die Kinder spielen damit – haben sich an die   schrecklichen Vorgänge des Friedhofs gewöhnt.  Wir alle haben Angst, daß   hier Krankheiten, Seuchen ausbrechen.“</strong><strong>Selbst in Rio  de  Janeiro sind die Zustände ähnlich, werden zahllose Menschen von   Banditenkommandos der über 1000 Slums liquidiert und gewöhnlich bei   Hitze um die 35 bis 40 Grad erst nach Tagen in fortgeschrittenem   Verwesungszustand zum gerichtsmedizinischen Institut abtransportiert.   Wie aus den Statistiken hervorgeht, werden in den Großstädten monatlich   stets ähnlich viele Tote als „Namenlose“ in Massengräber geworfen wie  in  Sao Paulo, der reichsten Stadt ganz Lateinamerikas. </strong><strong>Priester   Julio Lancelotti und seine Mitarbeiter stellen immer wieder   Merkwürdigkeiten und verdächtige Tatbestände fest. „Werden Obdachlose   krank und gehen in bestimmte öffentliche Hospitäler, bringt man an ihrem   Körper eine Markierung an, die bedeutet, daß der Person nach dem Tode   zu Studienzwecken Organe entnommen werden. Die Männer registriert man   durchweg auf den Namen Joao, alle Frauen als Maria. Wir streiten heftig   mit diesen Hospitälern und wollen, daß die Obdachlosen auch nach dem   Tode mit den echten Namen geführt werden. Schließlich kennen wir diese   Menschen, haben über sie Dokumente. Man meint eben, solche Leute sind   von der Straße, besitzen also weder eine Würde noch Bürgerrechte. Wir   haben in der Kirche eine Gruppe, die den illegalen, kriminellen   Organhandel aufklären will, aber rundum nur auf Hindernisse stößt. Denn   wir fragen uns natürlich auch, ob jenen namenlos Verscharrten vorher   illegal Organe entnommen werden.“</strong><strong>Fast in ganz   Brasilien  und auch in Sao Paulo sind Todesschwadronen aktiv, zu denen   Polizeibeamte gehören, wie sogar das Menschenrechtsministerium in   Brasilia einräumt. Tagtäglich würden mißliebige Personen   außergerichtlich exekutiert, heißt es. Darunter sind auch Obdachlose,   von denen allein in Sao Paulos Zentrum weit über zehntausend auf der   Straße hausen. Wie Priester Julio Lancelotti betont, ist zudem die Zahl   der Verschwundenen auffällig hoch. </strong><strong>„Auf den Straßen  Sao  Paulos werden viele Leichen gefunden. Denn es ist sehr einfach, so   einen Namenlosen zu fabrizieren. Man nimmt ihm die Personaldokumente   weg, tötet ihn und wirft ihn irgendwo hin. Wir gehen deshalb jeden Monat   ins gerichtsmedizinische Institut, um möglichst viele Opfer zu   identifizieren. Die Polizei ist immer überrascht und fragt, warum uns   das interessiert. Das Identifizieren ist für uns eine furchtbare,   psychisch sehr belastende Sache, denn wir müssen monatlich stets   Hunderte von Getöteten anschauen, die in großen Leichenkühlschränken   liegen &#8211; alle schon obduziert und wieder zugenäht. Und man weiß eben   nicht, ob da Organe entnommen wurden.“</strong><strong>Solchen Verdacht   hegen nicht wenige Angehörige von Toten, die seltsamerweise als   „Namenlose“ im Massengrab endeten. In der nordostbrasilianischen   Küstenstadt Maceio geht letztes Jahr der 69-jährige Sebastiao Pereira   sogar mit einem Protestplakat voller Fotos seines ermordeten Sohnes auf   die Straße. Dem Vater hatte man im gerichtsmedizinischen Institut die   Identifizierung der Leiche verweigert – diese dann mysteriöserweise auf   einen Indigentes-Friedhof gebracht. Kaum zu fassen – ein   Friedhofsverwalter bringt es fertig, Sebastiao Ferreira später  mehrere   Leichenteile, darunter einen Kopf zu zeigen. „Mein Sohn wurde allein am   Kopf von vier MG-Schüssen getroffen – und dieser Kopf war doch intakt!   Ich setzte eine DNA-Analyse durch – der Kopf war von einem Mann, das   Bein von einem anderen, der Arm wiederum von einem anderen – doch nichts   stammte von meinem Sohn“, sagt er der Presse. </strong><strong>In Sao   Paulo hat Priester Lancelotti durchgesetzt, daß ein Mahnmal auf dem   Friedhof Dom Bosco an die ermordeten Regimegegner, aber auch an die mehr   als 200000 „Namenlosen“ erinnern wird.</strong><strong> Neuerdings   macht der Friedhof in Brasilien immer wieder Schlagzeilen, allerdings   nicht wegen der Massengräber von heute. Progressive Staatsanwälte   versuchen das Oberste Gericht in Brasilia zu überzeugen, den zur   Diktaturzeit für den Friedhof verantwortlichen Bürgermeister Paulo Maluf   und den damaligen Chef der Politischen Polizei, Romeu Tuma, wegen des   Verschwindenlassens von Oppositionellen vor Gericht zu stellen.   Erschwert wird dies jedoch durch den Politikerstatus der Beschuldigten:   Paulo Maluf ist Kongreßabgeordneter und Romeu Tuma sogar Kongreßsenator  –  beide gehören zum Regierungsbündnis von Staatspräsident Lula</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/26/was-gut-ist-stellen-wir-gros-heraus-was-schlecht-ist-verstecken-wir-rubens-ricupero-brasilianischer-politiker-ex-finanzminister-karrierediplomat-vertreter-brasiliens-in-uno-organisationen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/26/was-gut-ist-stellen-wir-gros-heraus-was-schlecht-ist-verstecken-wir-rubens-ricupero-brasilianischer-politiker-ex-finanzminister-karrierediplomat-vertreter-brasiliens-in-uno-organisationen/</a></p>
<p><strong>Wie laut UNO das Anti-Hunger-Programm finanziert wird:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/28/lulas-anti-hunger-programm-wird-just-zielgruppe-der-armen-und-verelendeten-finanziert-uber-absurd-hohe-indirekte-steuern-kritisiert-uno-programas-sao-financiados-pelas-mesmas-pessoas-que-pedem-o/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/28/lulas-anti-hunger-programm-wird-just-zielgruppe-der-armen-und-verelendeten-finanziert-uber-absurd-hohe-indirekte-steuern-kritisiert-uno-programas-sao-financiados-pelas-mesmas-pessoas-que-pedem</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/</strong></a></p>
<p><strong>“Stolz, ein Brasilianer zu sein”: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/25/stolz-ein-brasilianer-zu-sein-aufschrift-auf-der-arbeitskleidung-der-strasenkehrer-in-der-megacity-sao-paulo-anregung-fur-deutsche-stadtreinigungen/">       http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/25/stolz-ein-brasilianer-zu-sein-aufschrift-auf-der-arbeitskleidung-der-strasenkehrer-in-der-megacity-sao-paulo-anregung-fur-deutsche-stadtreinigungen/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/stolzgari.JPG" alt="stolzgari.JPG" /></p>
<p>Ausriß.</p>
<h2>Brasiliens Heranwachsende in extremer Armut &#8211;  Zahl zunehmend, laut  neuer Unicef-Studie. Gewalt als großes Problem.  Acht Jahre  Lula-Rousseff-Regierung und Resultate.  “3,7 milhões de  adolescentes na  mesma faixa de idade, o correspondente a 17,6% da  população  adolescente, vivem na extrema pobreza, em famílias com até 1/4  do  salário mínimo per capita por mês (R$ 136,25).” &#8211; umgerechnet bis zu   rund 56 Euro pro Kopf monatlich. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11692" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/armut/" rel="tag">Armut</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/extreme-armut-in-brasilien/" rel="tag">extreme Armut in Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/lula-rousseff/" rel="tag">Lula-Rousseff</a></p>
<p><a href="http://g1.globo.com/brasil/noticia/2011/11/cresce-o-numero-de-adolescentes-na-extrema-pobreza-aponta-unicef.html"><strong>http://g1.globo.com/brasil/noticia/2011/11/cresce-o-numero-de-adolescentes-na-extrema-pobreza-aponta-unicef.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/"><strong>http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/</strong></a></p>
<p><strong>Wie es hieß, nutzte Unicef offizielle Regierungszahlen, nicht Daten regierungsunabhängiger Institutionen. </strong></p>
<p><strong>Gemäß November-Recherchen in Slums der reichsten   lateinamerikanischen Stadt Sao Paulo müssen kinderreiche Familien, die   in Hütten aus Pappe und Holzabfällen hausen, indessen häufig mit   deutlich weniger auskommen als den angegebenen  rund 56 Euro, haben   Eltern und Kinder im Monat pro Kopf nur um die 20 Euro umgerechnet zur   Verfügung.</strong></p>
<p><strong>“…das Land die globale Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 vergleichsweise unbeschadet überstanden hat.”  BDI 2011</strong></p>
<p><a href="http://www.adveniat.de/blog/?p=960"><strong>http://www.adveniat.de/blog/?p=960</strong></a></p>
<p><strong>Lateinamerikas teure Lebensmittel &#8211; Preissteigerungen um 40 Prozent in den letzten vier Jahren &#8211; Gefahr für Hungerbekämpfung:</strong> <a href="http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos--2"><strong>http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos–2</strong></a></p>
<p><strong>Die Regierung der siebtgrößten Wirtschaftsnation erhält daher   aus neoliberalen  Ländern Mitteleuropas sehr viel Lob wegen der unter   Lula-Rousseff verfolgten Sozialpolitik.<br />
</strong></p>
<p><strong>“O adolescente brasileiro está mais pobre e permanece exposto   a casos de  violência em nível preocupante, diz o relatório da  Situação  da  Adolescência Brasileira do Fundo das Nações Unidas para a  Infância,  o  Unicef, divulgado nesta quarta-feira (30).</strong></p>
<p><strong> </strong><strong> 	Dos 21 milhões de adolescentes   brasileiros de 12 a 17 anos, 38% &#8211; cerca  de 7,9 milhões &#8211; vivem em   situação de pobreza, em  famílias com renda  inferior a meio salário   mínimo per capita (R$ 272,5 considerando o  salário mínimo atual). 3,7   milhões de adolescentes na mesma faixa de  idade, o correspondente a   17,6% da população adolescente, vivem na  extrema pobreza, em famílias   com até 1/4 do salário mínimo per capita  por mês (R$ 136,25).</strong></p>
<p><strong> 	Os dados do Unicef mostram que a participação de   adolescentes na faixa  mais pobre da população aumentou. De 2004 a 2009,   o número de  adolescentes na extrema pobreza passou de 16,3% para   17,6%, em  descompasso com a crescente redução da pobreza no país.”(O   Globo)</strong></p>
<p><strong>“Die Jugend befeuert die Wirtschaft mit unbändigem Tatendrang   und einer riesigen Kaufkraft.”(Bildzeitung über  “Wirtschafts-Wunderland  Brasilien”.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/17/adveniat-in-brasilien-wie-lebt-es-sich-in-der-reichsten-stadt-lateinamerikas-der-siebtgrosten-wirtschaftsnation-nach-acht-jahren-lula-regierung-adveniat-gottesdienst-in-der-favela-cachoeirinha-von/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/17/adveniat-in-brasilien-wie-lebt-es-sich-in-der-reichsten-stadt-lateinamerikas-der-siebtgrosten-wirtschaftsnation-nach-acht-jahren-lula-regierung-adveniat-gottesdienst-in-der-favela-cachoeirinha-von/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach28.JPG" alt="cach28.JPG" /></p>
<p><strong>“Die Wirtschaftskrise hat Brasilien kaum gespürt”(WAZ)</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/23/unesco-zeichnet-lula-in-paris-wegen-forderung-des-friedens-und-der-rechtsgleichheit-aus-preis-mit-150000-dollar-dotiert-jury-von-henry-kissinger-gefuhrt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/23/unesco-zeichnet-lula-in-paris-wegen-forderung-des-friedens-und-der-rechtsgleichheit-aus-preis-mit-150000-dollar-dotiert-jury-von-henry-kissinger-gefuhrt/</strong></a></p>
<h2> “Wenn es ein    Land gibt, in dem das Volk die Krise nicht  erlebte, dann war es dieses    hier!”(Lula)</h2>
<p><strong>Leonardo Boff 2010 :“Lula machte die größte Revolution der        sozialen  Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung,        ethische  Politik.“   </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-anti-hunger-programm-bolsa-familia-an-schulbesuch-der-begunstigten-kinder-gekoppelt-propaganda-und-realitat/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-anti-hunger-programm-bolsa-familia-an-schulbesuch-der-begunstigten-kinder-gekoppelt-propaganda-und-realitat/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong> http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/</strong></a></p>
<h2>“Social inequality in Brazil” &#8211; Brasiliens  wichtigster Befreiungstheologe Frei Betto. Lula-Regierungsresultate.  “Brazil is rich, but it is not just.” Mit 65 Euro Monatseinkommen nicht  mehr arm &#8211; laut offizieller Armutsgrenze…Was Ex-Arbeiterführer Lula  verdient. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=6519" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/frei-betto/" rel="tag">Frei Betto</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/social-inequality-in-brazil/" rel="tag">social inequality in Brazil</a></p>
<p><strong>A United Nations (PNUD) report in July showed  Brazil as having the third worst inequality index in the world. With  regard to rich and poor, our country ties with Ecuador and is behind  Bolivia, Haiti, Madagascar, Cameroon, Thailand and South Africa.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens kuriose Armutsgrenze:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/17/mit-rund-500-euro-familieneinkommen-in-brasilien-schon-mittelschicht-was-in-europa-gut-ankommt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/17/mit-rund-500-euro-familieneinkommen-in-brasilien-schon-mittelschicht-was-in-europa-gut-ankommt/</a></p>
<p><strong>Lulas Einkommen: </strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/</a></p>
<p><strong>Insider der Arbeiterpartei PT betonen, Lula sei einst von den deutschen Automultis aufgebaut worden.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/09/strasenkindersp.jpg" alt="strasenkindersp.jpg" /></p>
<p><strong>Straßenkinder in Sao Paulo &#8211; direkt an abgasverseuchter City-Avenida.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/17/kriegszenen-in-riolaut-landesmedien-wieder-polizeioffizier-erschossen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/17/kriegszenen-in-riolaut-landesmedien-wieder-polizeioffizier-erschossen/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/28/menschenrechte-auser-der-mode-brasiliens-groste-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-zur-geringen-resonanz-der-amnesty-international-kritik-an-der-lage-im-tropenland/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/28/menschenrechte-auser-der-mode-brasiliens-groste-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-zur-geringen-resonanz-der-amnesty-international-kritik-an-der-lage-im-tropenland/</a></p>
<p>We have one of the planet’s worst distributions of wealth. Amongst the  15 countries with the greatest difference between rich and poor, 10 are  in Latin America and the Caribbean. Women, (who earn lower salaries than  men) blacks and indigenous are the most affected by social inequality.  In Brazil 5.1% of white people survive with the equivalent of US$30.00 a  month (approximately R$54.00 in Brazilian currency). The percentage  increases to 10.6% with regard to indigenous and Afro Brazilians.</p>
<p>In Latin America the lowest rates of inequality are in Costa Rica,  Argentina, Venezuela and Uruguay. The UN points to lack of education,  unjust fiscal policy, low salaries and the difficulty to dispose of  basic services such as health, sanitation and transport as the main  causes of social disparity.</p>
<p>It is true that during the past ten years the Brazilian government  invested in the reduction of poverty. However it was not possible to  avoid inequality being propagated amongst future generations. According  to the UN 58% of the Brazilian population maintain the same social  profile of poverty for two generations. In Canada and Scandinavian  countries this index is 19%.</p>
<p>Access to quality education is what particularly allows for the  reduction of inequality. In Brazil in each group of 100 inhabitants only  9 have a university degree. Suffice to say that every year 130,000  young people in the whole of Brazil enter engineering courses. There are  50,000 places still available… and only 30,000 reach graduation. The  rest give up due to a lack of capability to proceed with their studies,  or of means to pay the monthly fees or the need to drop the course so as  to guarantee them a place in the labour market.</p>
<p>135 million Brazilians will vote in this year’s elections, 53% of  whom did not finish primary school. What future has this country got if  the bloodletting of lack of education is not stopped?</p>
<p>Yes, there are improvements in our country. Between 2001 and 2008 the  income of the poorest 10% grew six times more rapidly than that of the  richest 10%. The income of the rich grew 11.2% as against 72% of that of  the poorest. However according to IPEA (Institute for Applied Economic  Research) this index has not changed in 25 years: half the total income  in Brazil is in the hands of the wealthiest 10% in the country and 10%  of the national wealth is divided amongst the poorest 50%.</p>
<p>In order to bring about a drastic reduction in the inequality which  reigns in our country it is urgent to promote agrarian reform and to  multiply mechanisms such as social welfare which transfer wealth. 81.2  million Brazilians today benefit from the pension system which  definitely promotes the distribution of wealth.</p>
<p>More than half the population of Brazil own less than 3% of rural  properties. Only 46,000 property owners own half of the land. The  structure of our land is the same as it was during the Brazilian empire  (1822-1889)! It is family agriculture and not the latifundium or agro  business who give employment in rural areas.  Family agriculture  occupies only 24% of the land and yet employs 75% of rural workers.</p>
<p>The government’s programmes for transferring wealth – which include  social welfare, Family Grant (Bolsa Familia) and pensions – nowadays  represent 20% of the total of Brazilian families’ incomes. In 2008 18.7  million people survived on less than the minimum wage. If policies for  this transference did not exist, it would be 40.5 million. This means  that during the past few years Lula’s government helped 21.8 million  people out of poverty. In 1978 only 8.3% of Brazilian families received  any transference of income. In 2008 they were 58.3%.</p>
<p>To say that the government is “sustaining good-for-nothings” when it  transfers income, is a fallacy. The government sustains  “good-for-nothings” when it does not punish those who are corrupt, or  practise nepotism, or put out false tenders or divert public funds. To  transfer income to the poorest is a duty especially in a country where  the government irrigates the financial market enlarging the fortunes of  speculators who produce nothing. The question lies in teaching how to  fish, instead of handing out the fish. In other words,   doing away with  Family Grants.</p>
<p>All studies prove that when the poorest obtain a higher income level  they invest in quality of life like health, education and housing.</p>
<p>Brazil is rich, but it is not just.</p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/11/obdachloserpappekleidung.JPG" alt="obdachloserpappekleidung.JPG" /></p>
<p><strong>Obdachloser alter Mann, mit Papperesten bekleidet, in der City von Sao Paulo.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/baut-brasilien-eine-atombombe-herr-minister-die-interessante-sicht-des-ministers-zum-zweiten-weltkrieg/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/baut-brasilien-eine-atombombe-herr-minister-die-interessante-sicht-des-ministers-zum-zweiten-weltkrieg/</a></p>
<h2>ZDF, Adveniat-Gottesdienst in Favela  Cachoeirinha von Sao Paulo 2011. Brasiliens Kontraste. Fotoserie. Über  2600 Slums in der reichsten Stadt Lateinamerikas. Leben in der  siebtgrößten Wirtschaftsnation, als “Gestaltungsmacht”, modern,  fortschrittlich, boomend gerühmt. Effiziente Auslandspropaganda,  neoliberale Herzenskälte und Realität. Busfahrer gelyncht in Sao Paulo  am Tag des Adveniat-Gottesdiensts. “Gestaltungsmacht” Brasilien. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11606" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/adveniat-gottesdienst-2011/" rel="tag">Adveniat-Gottesdienst 2011</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/favela-cachoeirinha/" rel="tag">Favela Cachoeirinha</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sao-paulo/" rel="tag">Sao Paulo</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/zdf/" rel="tag">ZDF</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach1.JPG" alt="cach1.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/"><strong>http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-uber-adveniat-gottesdienst-in-favela-von-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-uber-adveniat-gottesdienst-in-favela-von-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><strong>Lateinamerikas teure Lebensmittel &#8211; Preissteigerungen um 40 Prozent in den letzten vier Jahren &#8211; Gefahr für Hungerbekämpfung:</strong> <a href="http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos--2"><strong>http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos–2</strong></a></p>
<p><strong>Bischof Bernardino sagte in Sao Paulo den Kirchenmedien vor  dem  Adveniat-Gottesdienst, Brasiliens durchlebe derzeit eine enorme   politische Krise. Brasilien sei zwar theoretisch eine Republik, doch die   republikanischen Prinzipien würden mißachtet. In der Verfassung von   1988 heiße es, alle Brasilianer hätten die gleichen Rechte. “Doch in   Wahrheit ist dies eine Lüge.” Es reiche aus, in die Slums zu gehen. “Wir   müssen uns von der Diktatur der wirtschaftlichen Macht befreien &#8211; und   von einer politischen Macht, die sich der wirtschaftlichen Macht   unterwirft.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/17/adveniat-in-brasilien-wie-lebt-es-sich-in-der-reichsten-stadt-lateinamerikas-der-siebtgrosten-wirtschaftsnation-nach-acht-jahren-lula-regierung-adveniat-gottesdienst-in-der-favela-cachoeirinha-von/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/17/adveniat-in-brasilien-wie-lebt-es-sich-in-der-reichsten-stadt-lateinamerikas-der-siebtgrosten-wirtschaftsnation-nach-acht-jahren-lula-regierung-adveniat-gottesdienst-in-der-favela-cachoeirinha-von/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach2.JPG" alt="cach2.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/</strong></a></p>
<p><strong>Leonardo Boff 2011:”Ratzinger wird als Feind der Armen in die Geschichte eingehen.”</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c7.JPG" alt="c7.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/21/lulas-crack-kinder-nach-sao-paulo-auch-in-rio-immer-mehr-cracolandias-eine-dosis-crack-umgerechnet-etwa-35-cents-crack-geschaft-stimuliert-kinderprostitution/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/21/lulas-crack-kinder-nach-sao-paulo-auch-in-rio-immer-mehr-cracolandias-eine-dosis-crack-umgerechnet-etwa-35-cents-crack-geschaft-stimuliert-kinderprostitution/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach3.JPG" alt="cach3.JPG" /></p>
<p><strong>“Die Wirtschaftskrise hat Brasilien kaum gespürt”(WAZ)  Kloakegraben &#8211; nur einige Schritte vom Platz des Adveniat-Gottesdienstes  entfernt. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/15/staatschef-lula-erklart-rezession-und-krise-in-brasilien-fur-beendet-offizielle-daten-als-begrundung-grund-zum-feiern/">   http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/15/staatschef-lula-erklart-rezession-und-krise-in-brasilien-fur-beendet-offizielle-daten-als-begrundung-grund-zum-feiern/</a></strong></p>
<p><strong>“…das Land die globale Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 vergleichsweise unbeschadet überstanden hat.”  BDI 2011</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/28/deutschlands-armutsgrenze-940-euro-monatseinkommen-in-brasilien-umgerechnet-rund-50-euro/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/28/deutschlands-armutsgrenze-940-euro-monatseinkommen-in-brasilien-umgerechnet-rund-50-euro/</strong></a></p>
<p><strong>Laut der Getulio-Vargas-Stiftung vom Oktober 2009 hatte die  Krise indessen von den sechs wichtigsten Wirtschaftszentren Brasiliens  die Megacity Sao Paulo am stärksten getroffen &#8211; das Elend habe deutlich  zugenommen, hieß es gemäß Landesmedien. </strong></p>
<p><strong>Deutsche Unternehmer erklärten im Website-Interview, daß 2009  als Krisenwirkung, “der Außenhandel Brasiliens total eingebrochen ist,  sowohl Export als auch Import”.</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/15/deutscher-bundesausenminister-guido-westerwellefdp-2012-in-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/15/deutscher-bundesausenminister-guido-westerwellefdp-2012-in-sao-paulo/</strong></a></strong></p>
<p><strong>Auffällig, daß es nicht wenige ausländische und  brasilianische Journalisten bewußt vermeiden, die sozialen Brennpunkte  in den Slums aus der Nähe kennenzulernen. Selbst große Meinungsmacher  Brasiliens äußern sich entsetzt, schockiert, wenn sie zum erstenmal im  Leben die Realität einer Favela aus der Nähe sahen &#8211; gewöhnlich mit  Body-Guards und TV-Gefolge an der Seite, nicht einmal in den  gravierendsten Slums des Landes. Heute im marktgängigen Journalismus  erbrachte Verdrängungsleistungen sind rundum beachtlich. Entsprechend  gering sind die Chancen erfahrener Fotoreporter wie Barnabas Bosshart  aus der Schweiz.<br />
</strong></p>
<h2> “Wenn es ein    Land gibt, in dem das Volk die Krise nicht  erlebte, dann war es dieses    hier!”(Lula)</h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/29/brasilien-leben-im-slum-favela-do-moinho-in-sao-paulos-innenstadt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/29/brasilien-leben-im-slum-favela-do-moinho-in-sao-paulos-innenstadt/</strong></a></p>
<p><strong>Ungezählte Behinderte hausen in den Slums:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-hohe-rate-von-behinderten-2391-prozent-der-bevolkerung-gegenuber-rund-1-prozent-in-hochentwickelten-landern-laut-studien/">     http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-hohe-rate-von-behinderten-2391-prozent-der-bevolkerung-gegenuber-rund-1-prozent-in-hochentwickelten-landern-laut-studien/</a></strong></p>
<p><strong>Der soziale Aufstieg von Lula:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/</strong></a></p>
<p><strong>Wie in deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften die  Situation interpretiert wird:</strong></p>
<h2>”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es     selbst.” Deutschsprachige Tourismuspropaganda.</h2>
<p><strong>Deutliches Wachstum bei Slums:</strong><br />
<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boom-und-die-slumhutten/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boom-und-die-slumhutten/</strong></a></p>
<p><strong>Obdachlosenverbrennung: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/</strong></a></p>
<p><strong>„Die Milliardärsstatistik zeigt, daß sich unter der Regierung    von Präsident Lula an der grauenhaft ungerechten  Einkommensverteilung,   dem Begünstigen der ohnehin Privilegierten  nichts geändert hat“, sagt   Frei José Francisco, Leiter des  Franziskaner-Sozialwerks von Sao Paulo   im Website-Interview. „Die neue  Präsidentin Dilma Rousseff fährt diesen   Kurs weiter, tut nichts gegen  Einkommenskonzentration in den Händen   weniger – trotz soviel Hunger  und Massenelend. Nur bei sozialer   Ungleichheit ist Brasilien  Weltspitze.“   </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/24/in-brasilien-existiert-weiter-hunger-das-problem-wurde-langst-nicht-beseitigt-jose-francisco-leiter-der-franziskaner-sozialprojekte-in-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/24/in-brasilien-existiert-weiter-hunger-das-problem-wurde-langst-nicht-beseitigt-jose-francisco-leiter-der-franziskaner-sozialprojekte-in-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.adveniat.de/blog/?p=960"><strong>http://www.adveniat.de/blog/?p=960</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/15/lulas-anti-hunger-programm-uber-40-prozent-der-empfanger-bleiben-weiter-im-elend-laut-regierungsstudie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/15/lulas-anti-hunger-programm-uber-40-prozent-der-empfanger-bleiben-weiter-im-elend-laut-regierungsstudie/</strong></a></p>
<p><strong>“Krise &#8211; was denn für eine Krise?”  </strong><strong>Brasilien hat  Wirtschafts-und Finanzkrise gut überstanden, lauten europäische  Bewertungen zu Hunger und Elend im Tropenland. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/14/steinigen-im-iran-unter-ahmadinedschad-und-in-brasilien-unter-lula-lula-konnte-sich-uber-die-tatsache-beunruhigen-das-brasilien-zu-den-landern-gehort-in-denen-am-meisten-gelyncht-wird-jose/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/14/steinigen-im-iran-unter-ahmadinedschad-und-in-brasilien-unter-lula-lula-konnte-sich-uber-die-tatsache-beunruhigen-das-brasilien-zu-den-landern-gehort-in-denen-am-meisten-gelyncht-wird-jose/</strong></a></p>
<p><strong>Lynchen eines Busfahrers am Tag des Adveniat-Gottesdienstes in Sao Paulo:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasiliens-lynchpraktiken-neuester-fall-in-sao-pauloeine-feige-tat-digeane-alves-ehefrau-des-gelynchten-busfahrers/">     http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasiliens-lynchpraktiken-neuester-fall-in-sao-pauloeine-feige-tat-digeane-alves-ehefrau-des-gelynchten-busfahrers/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach5.JPG" alt="cach5.JPG" /></p>
<p><a href="http://gottesdienste.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,8383083,00.html"><strong>http://gottesdienste.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,1872,8383083,00.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-hohe-rate-von-behinderten-2391-prozent-der-bevolkerung-gegenuber-rund-1-prozent-in-hochentwickelten-landern-laut-studien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-hohe-rate-von-behinderten-2391-prozent-der-bevolkerung-gegenuber-rund-1-prozent-in-hochentwickelten-landern-laut-studien/</strong></a></p>
<p><strong>Nach der ZDF-Übertragung äußerten vor Ort katholische  Menschenrechtsaktivisten sowie Priester Sao Paulos auch Kritik an dem  Adveniat-Gottesdienst. Vermißt wurden u.a. klare, kritische Worte zur  konkreten Lage in der Favela Cachoeirinha, zum derzeitigen  Regierungskurs Brasiliens sowie zu den gravierenden  Menschenrechtsverletzungen im heutigen Brasilien, darunter  systematischer Folter, Todesschwadronen, Sklavenarbeit und andere Formen  struktureller Gewalt, von denen die brasilianischen Slums betroffen  seien. </strong></p>
<p><strong>Viele Schlüsselbegriffe zur brasilianischen Realität hätten  gefehlt, zudem Fakten zur krassen sozialen Ungleichheit in Brasilien,  den politisch Verantwortlichen. “Der Ausbau einer Stadtautobahn wird die  Favela Cachoeirinha schwer treffen, das Leben der Bewohner weiter  verschlechtern. Das hätte man ebenso ansprechen können wie die Rolle von  überbordender Gewalt und der sich epidemisch ausbreitenden harten  Drogen, darunter Crack.” Erwartet wurde zudem, daß die deutsche  Delegation sich gemeinsam mit Kardinal Scherer  beispielsweise nach dem  Gottesdienst in die engen Gassen des Slums just zu den erbärmlichsten  Hütten und Katen begibt, um den direkten, hautnahen Kontakt zu den von  Elend Betroffenen zu suchen. Dazu sei es indessen nicht gekommen &#8211; auch  ein vorgesehener gemeinsamer Morgenkaffee mit den Slumbewohnern, direkt  nach dem Gottesdienst, sei wenige Tage zuvor überraschend abgeblasen  worden. All dies weise auf Berührungsprobleme mit der Slumrealität. </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/foltertododiapastoralglobo.JPG" alt="foltertododiapastoralglobo.JPG" /></p>
<p><strong>“Jeden Tag wird in Brasilien gefoltert.” Ausriß</strong> <strong>2011</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/23/unesco-zeichnet-lula-in-paris-wegen-forderung-des-friedens-und-der-rechtsgleichheit-aus-preis-mit-150000-dollar-dotiert-jury-von-henry-kissinger-gefuhrt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/23/unesco-zeichnet-lula-in-paris-wegen-forderung-des-friedens-und-der-rechtsgleichheit-aus-preis-mit-150000-dollar-dotiert-jury-von-henry-kissinger-gefuhrt/</strong></a></p>
<p><strong>Geistliche Sao Paulos erklärten ferner im Website-Interview,  zwar sei eine schöne Messe zelebriert worden &#8211; doch habe Kardinal  Scherer vermieden, die deutschen Bischöfe zu den Orten krassen  Favela-Elends zu führen, um weder den Gouverneur noch den Präfekt von  Sao Paulo damit zu provozieren, das gute Verhältnis zu diesen Politikern  zu gefährden. Zu den Zeiten von Kardinal Paulo Evaristo Arns wäre ein  solcher Gottesdienst völlig anders abgelaufen, hieß es. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/14/parabens-dom-paulo-evaristo-arns-der-deutschstammige-kardinal-sao-paulos-ist-90-hochengagiert-im-kampf-gegen-das-militarregime-der-foltergenerale1964-1985-wer-mit-den-diktatoren-eng-kooperierte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/14/parabens-dom-paulo-evaristo-arns-der-deutschstammige-kardinal-sao-paulos-ist-90-hochengagiert-im-kampf-gegen-das-militarregime-der-foltergenerale1964-1985-wer-mit-den-diktatoren-eng-kooperierte/</strong></a></p>
<p><strong>Auch der kirchliche Mainstream Deutschlands hatte  entsprechend ausgespart, auf das klare, unmißverständliche Benennen  politisch Verantwortlicher ebenso verzichtet wie auf die Frage, ob  Demokratie mit Slum-Elend, dem Vorenthalten zahlreicher, theoretisch  garantierter Bürgerrechte vereinbar ist. Im Falle Brasiliens drängt sich  der Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Staaten auf, die im  UNO-Ranking 2011 für menschliche Entwicklung weit besser abschneiden als  die siebte Wirtschaftsnation, welche lediglich Platz 84 belegt. (Chile  44., Argentinien 45., Kuba 51. Platz)<br />
</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/23/brasilien-wenig-generos-kritik-an-geringem-spendenaufkommen-in-der-achtgrosten-wirtschaftsnation/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/23/brasilien-wenig-generos-kritik-an-geringem-spendenaufkommen-in-der-achtgrosten-wirtschaftsnation/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/08/hungernde-brasilianer-reisen-mullsacke-auf-wuhlen-nach-nahrung-schlingen-vergorene-teils-verdorbene-essensreste-in-sich-hinein-verstreuen-mull-auf-gehwegen-strasen-gewohnter-anblick-in-sao-paulo/"><strong> http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/08/hungernde-brasilianer-reisen-mullsacke-auf-wuhlen-nach-nahrung-schlingen-vergorene-teils-verdorbene-essensreste-in-sich-hinein-verstreuen-mull-auf-gehwegen-strasen-gewohnter-anblick-in-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach6.JPG" alt="cach6.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/21/katholisches-hilfswerk-adveniat-in-brasilien-land-der-vielen-milliardare-und-millionare-wie-es-kommt-das-in-deutschland-muhselig-spenden-fur-bedurftige-und-sozialprojekte-gesammelt-werden-obwohl-d/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/21/katholisches-hilfswerk-adveniat-in-brasilien-land-der-vielen-milliardare-und-millionare-wie-es-kommt-das-in-deutschland-muhselig-spenden-fur-bedurftige-und-sozialprojekte-gesammelt-werden-obwohl-d/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/06/patria-amada-mae-gentil-miguel-srougi-zum-brasilianischen-unabhangigkeitstag-como-ser-feliz-se-estamos-no-70-lugar-no-indice-de-desenvolvimento-humano/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/06/patria-amada-mae-gentil-miguel-srougi-zum-brasilianischen-unabhangigkeitstag-como-ser-feliz-se-estamos-no-70-lugar-no-indice-de-desenvolvimento-humano/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach7.JPG" alt="cach7.JPG" /></p>
<p><strong>“Terror-Rap statt Samba”:</strong></p>
<p><a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/terror-rap-statt-samba/763272.html"><strong>http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/terror-rap-statt-samba/763272.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/22/luis-antonio-pereira-silva-leiter-der-slum-pastoral-in-der-erzdiozese-rio-de-janeiro-gesichter-brasiliens/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/22/luis-antonio-pereira-silva-leiter-der-slum-pastoral-in-der-erzdiozese-rio-de-janeiro-gesichter-brasiliens/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach8.JPG" alt="cach8.JPG" /></p>
<p><strong>“Leute aus unserer Elite lassen sich hier in den Favelas  nicht blicken, die wollen von all der Misere nichts wissen &#8211; erzählen  aber überall in der Welt, daß es soetwas in Brasilien nicht gibt &#8211;  besonders vor Fußball-WM und Olympischen Sommerspielen.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach9.JPG" alt="cach9.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach10.JPG" alt="cach10.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/02/die-lula-regierung-war-bei-den-menschenrechten-eine-enttauschung-tim-cahill-brasilienexperte-von-amnesty-international-in-london-weiter-alltagliche-folter-todesschwadronen-sklavenarbeit-sc/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/02/die-lula-regierung-war-bei-den-menschenrechten-eine-enttauschung-tim-cahill-brasilienexperte-von-amnesty-international-in-london-weiter-alltagliche-folter-todesschwadronen-sklavenarbeit-sc/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach11.JPG" alt="cach11.JPG" /></p>
<p><strong>Das Blutbad in den Tagen vor dem Adveniat-Gottesdienst:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/22/brasiliens-alltagliche-blutbader-sechs-jugendliche-in-belem-mit-genickschus-polizeimunition-ermordet-todesschwadronen-in-der-grosten-demokratie-lateinamerikas/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/22/brasiliens-alltagliche-blutbader-sechs-jugendliche-in-belem-mit-genickschus-polizeimunition-ermordet-todesschwadronen-in-der-grosten-demokratie-lateinamerikas/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach12.JPG" alt="cach12.JPG" /></p>
<p><strong>Öffentliche Diskussion in Brasilien kurz vor der Adveniat-Messe:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/25/brasilien-das-ungesuhnte-carandiru-massaker-von-sao-paulo-medienkritik-an-neuem-elitepolizei-chef-polizeipraktiken-erinnern-an-nazistisches-deutschland-laut-landesmedien/">   http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/25/brasilien-das-ungesuhnte-carandiru-massaker-von-sao-paulo-medienkritik-an-neuem-elitepolizei-chef-polizeipraktiken-erinnern-an-nazistisches-deutschland-laut-landesmedien/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach13.JPG" alt="cach13.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html"><strong>http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html</strong></a></p>
<p><strong>Brasiliens interessanter Qualitätsjournalismus:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-anklicken/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/07/tom-schimmeck-das-hat-in-deutschland-mit-dem-mauerfall-zu-tun/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/07/tom-schimmeck-das-hat-in-deutschland-mit-dem-mauerfall-zu-tun/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach14.JPG" alt="cach14.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/25/brasiliens-bischof-angelico-sandalo-bernardino-zur-politischen-krise-des-landes-zu-rechtsungleichheit-und-slums/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/25/brasiliens-bischof-angelico-sandalo-bernardino-zur-politischen-krise-des-landes-zu-rechtsungleichheit-und-slums/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach15.JPG" alt="cach15.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach16.JPG" alt="cach16.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/11/brasiliens-filmhit-tropa-de-elite-2-startet-in-den-us-kinos-konkurriert-um-oscar-unbequeme-realitat-dokumentarisch-umgesetzt-heutige-politiker-im-film-erkennbar/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/11/brasiliens-filmhit-tropa-de-elite-2-startet-in-den-us-kinos-konkurriert-um-oscar-unbequeme-realitat-dokumentarisch-umgesetzt-heutige-politiker-im-film-erkennbar/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach17.JPG" alt="cach17.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/17/brasiliens-korruptionskrise-wegen-dilma-rousseffs-bemerkenswerter-mitarbeiterauswahl-befreiungstheologe-frei-betto-zur-korruption/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/17/brasiliens-korruptionskrise-wegen-dilma-rousseffs-bemerkenswerter-mitarbeiterauswahl-befreiungstheologe-frei-betto-zur-korruption/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/ihr-konnt-nicht-gott-und-dem-geld-dienen-bischofliche-bruderlichkeitskampagne-2010-kritisiert-lulas-wirtschaftspolitik-radiospot-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/ihr-konnt-nicht-gott-und-dem-geld-dienen-bischofliche-bruderlichkeitskampagne-2010-kritisiert-lulas-wirtschaftspolitik-radiospot-anklicken/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach18.JPG" alt="cach18.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/bischof-luiz-flavio-cappio-in-deutschland-vor-weihnachten/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/bischof-luiz-flavio-cappio-in-deutschland-vor-weihnachten/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach19.JPG" alt="cach19.JPG" /></p>
<p><strong>Sao Paulos Slumpriester Aecio Cordeiro da Silva.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach20.JPG" alt="cach20.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/07/odilo-scherer-deutschstammiger-kardinal-von-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/07/odilo-scherer-deutschstammiger-kardinal-von-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><strong>Petra Pfaller zu Folter unter Lula-Rousseff:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/12/brasilienes-wird-immer-noch-sehr-viel-gefoltertdeutsche-petra-pfaller-aus-der-katholischen-gefangenenseelsorge-brasiliens-2011-uber-die-menschenrechtslage-unter-lula-rousseff/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/12/brasilienes-wird-immer-noch-sehr-viel-gefoltertdeutsche-petra-pfaller-aus-der-katholischen-gefangenenseelsorge-brasiliens-2011-uber-die-menschenrechtslage-unter-lula-rousseff/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach21.JPG" alt="cach21.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/24/brasiliens-fortdauernde-wirtschaftsflaute-boom-aus-mitteleuropaischer-sicht-industrie-rezessionsmonat-oktober-produktionsverlangsamung-seit-marz/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/24/brasiliens-fortdauernde-wirtschaftsflaute-boom-aus-mitteleuropaischer-sicht-industrie-rezessionsmonat-oktober-produktionsverlangsamung-seit-marz/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach22.JPG" alt="cach22.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/16/helmut-schmidt-und-lula-lulas-sonderbeziehungen-zu-deutschland/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/16/helmut-schmidt-und-lula-lulas-sonderbeziehungen-zu-deutschland/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach23.JPG" alt="cach23.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/12/buchkirchner-schuler-helfen-kindern-in-brasilien-spenden-fur-die-achtgroste-wirtschaftsnation-osterreichischer-gefangenenpriester-gunther-zgubic/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/12/buchkirchner-schuler-helfen-kindern-in-brasilien-spenden-fur-die-achtgroste-wirtschaftsnation-osterreichischer-gefangenenpriester-gunther-zgubic/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach24.JPG" alt="cach24.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/15/brasilias-u-boot-geschaft-mit-paris-so-teuer-wie-zwei-jahre-anti-hunger-programmbolsa-familia-meldet-o-globo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/15/brasilias-u-boot-geschaft-mit-paris-so-teuer-wie-zwei-jahre-anti-hunger-programmbolsa-familia-meldet-o-globo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach25.JPG" alt="cach25.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/10/lepra-kranke-in-leprakolonie-bei-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/10/lepra-kranke-in-leprakolonie-bei-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach26.JPG" alt="cach26.JPG" /></p>
<p><strong>Brasiliens Kindersoldaten: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/brasiliens-kindersoldaten-junge-kinder-mit-waffen-die-einfach-anderre-kinder-erschossen-haben-die-sie-gerade-mal-schief-angeschaut-habenlesermail/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/brasiliens-kindersoldaten-junge-kinder-mit-waffen-die-einfach-anderre-kinder-erschossen-haben-die-sie-gerade-mal-schief-angeschaut-habenlesermail/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach27.JPG" alt="cach27.JPG" /></p>
<p><a href="http://http//www.hart-brasilientexte.de/2010/02/25/padre-carlo-bianchi-aus-italien-und-maria-rodrigues-leiterin-der-kinderpastoral-im-armenviertel-vila-embratel-von-sao-luis-maranhao-gesichter-brasiliens/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/25/padre-carlo-bianchi-aus-italien-und-maria-rodrigues-leiterin-der-kinderpastoral-im-armenviertel-vila-embratel-von-sao-luis-maranhao-gesichter-brasiliens/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach28.JPG" alt="cach28.JPG" /></p>
<p><strong>“…das Land die globale Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 vergleichsweise unbeschadet überstanden hat.”  BDI 2011</strong></p>
<p><strong>Leonardo Boff 2010 :“Lula machte die größte Revolution der     sozialen  Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung,     ethische  Politik.“   </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/01/spenden-fur-die-achtgroste-wirtschaftsnation-benefizkonzert-mit-dem-konig-der-bachtrompete-fur-strasenkinder-bei-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/01/spenden-fur-die-achtgroste-wirtschaftsnation-benefizkonzert-mit-dem-konig-der-bachtrompete-fur-strasenkinder-bei-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach29.JPG" alt="cach29.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/28/lulas-anti-hunger-programm-wird-just-zielgruppe-der-armen-und-verelendeten-finanziert-uber-absurd-hohe-indirekte-steuern-kritisiert-uno-programas-sao-financiados-pelas-mesmas-pessoas-que-pedem-o/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/28/lulas-anti-hunger-programm-wird-just-zielgruppe-der-armen-und-verelendeten-finanziert-uber-absurd-hohe-indirekte-steuern-kritisiert-uno-programas-sao-financiados-pelas-mesmas-pessoas-que-pedem-o/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach30.JPG" alt="cach30.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/peter-scholl-latour-uber-brasilien-vielfaltige-harmonie-der-rassen-mauricio-pestana-uber-das-rassistischste-land-der-erde-jurandir-freire-costa-uber-ethisch-moralische-schizophrenie-m/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/peter-scholl-latour-uber-brasilien-vielfaltige-harmonie-der-rassen-mauricio-pestana-uber-das-rassistischste-land-der-erde-jurandir-freire-costa-uber-ethisch-moralische-schizophrenie-m/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach31.JPG" alt="cach31.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/22/prof-dr-marcus-mazzari-prasident-der-goethe-gesellschaft-brasiliens-associacao-goethe-do-brasil-gesichter-brasiliens/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/22/prof-dr-marcus-mazzari-prasident-der-goethe-gesellschaft-brasiliens-associacao-goethe-do-brasil-gesichter-brasiliens/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach35.JPG" alt="cach35.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/brasiliens-neue-prasidentin-dilma-rousseff-raumt-erstmals-moglichen-bruch-des-wahlversprechens-ein-das-elend-im-lande-auszutilgen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/brasiliens-neue-prasidentin-dilma-rousseff-raumt-erstmals-moglichen-bruch-des-wahlversprechens-ein-das-elend-im-lande-auszutilgen/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach34.JPG" alt="cach34.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/sos-kinderdorfer-in-brasilien-unter-rousseff-lula-zahlreiche-hilfsprojekte-deutschlands-der-schweiz-und-osterreichs-in-boomland-global-player-rassismus-in-brasilien-mauricio-pestana-analysier/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/sos-kinderdorfer-in-brasilien-unter-rousseff-lula-zahlreiche-hilfsprojekte-deutschlands-der-schweiz-und-osterreichs-in-boomland-global-player-rassismus-in-brasilien-mauricio-pestana-analysier/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach33.JPG" alt="cach33.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/22/fabio-konder-comparato-wir-hatten-bis-heute-nie-demokratie-wir-leben-immer-unter-einem-oligarchischen-regime-menschenrechtsaktivist-rechtsprofessor-an-brasiliens-fuhrender-bundesuniversitat-us/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/22/fabio-konder-comparato-wir-hatten-bis-heute-nie-demokratie-wir-leben-immer-unter-einem-oligarchischen-regime-menschenrechtsaktivist-rechtsprofessor-an-brasiliens-fuhrender-bundesuniversitat-us/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach36.JPG" alt="cach36.JPG" /></p>
<p><strong>Aktivisten der katholischen Basisgemeinde von Cachoeirinha.  “Das ist gegen die Menschenwürde, so viele Leute in diesem Schlamm,  diesem Moder hausen zu lassen. So viele Familien, mit vielen Kindern,  leben hier nur in einem einzigen Hüttenraum, vor der Türöffnung hängt  ein Lappen &#8211; so ist das. Die Mafia der Drogengangster ist hier sehr  stark, die beobachten alles und jeden hier, das ist furchtbar. Wer  jemanden aus dem Drogenmilieu, aus der Sucht rausholen will &#8211; also  jemanden, der für deren Profit sorgt, da werden die böse, da wird man  gnadenlos verfolgt. Die Polizei kommt und geht wieder &#8211; aber die  Banditenkommandos bleiben, terrorisieren, zwingen den Bewohnern das  Gesetz des Schweigens auf. Wer sich nicht unterwirft, weiß, was ihn  erwartet. 2014 ist die Fußball-WM, da will man Brasilien als Land der  Ersten Welt erscheinen lassen &#8211; aber hier an der Peripherie ist es nach  wie vor triste. Die meist kinderreichen Familien haben monatlich nur so  um die 200, 220 Real maximal. Doch im Ausland wird verbreitet, alles  toll, alles gut in Brasilien. Wir merken, es ist schwierig, Menschen von  außerhalb für diese Situation zu sensibilisieren, die das hier nicht  kennen, es sich nicht vorstellen können. Wir haben unsere christlichen  Kriterien, und wir haben Ausdauer &#8211; das macht den Unterschied. Denn  entweder ist man Christ &#8211; oder ist mans nicht, halbe-halbe geht nicht.” </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/14/brasiliens-milliardare-die-x-formel-fur-reichtum-der-spiegel-hunger-misere-die-sicht-der-kirche-weil-brasiliens-superreiche-so-geizig-und-unsozial-sind-mussen-engagierte-spender-aus-mittele/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/14/brasiliens-milliardare-die-x-formel-fur-reichtum-der-spiegel-hunger-misere-die-sicht-der-kirche-weil-brasiliens-superreiche-so-geizig-und-unsozial-sind-mussen-engagierte-spender-aus-mittele/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach37.JPG" alt="cach37.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/kolpingfamilie-friedewald-hilft-brasilien-hersfelder-zeitung-kleiderspenden-fur-boomland-global-player-achtgroste-wirtschaftsnation/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/kolpingfamilie-friedewald-hilft-brasilien-hersfelder-zeitung-kleiderspenden-fur-boomland-global-player-achtgroste-wirtschaftsnation/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach38.JPG" alt="cach38.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/wo-wir-helfen-sos-kinderdorfer-in-brasilien-anklicken-die-kinder-in-brasilien-brauchen-ihre-hilfe-auslandspropaganda-und-realitat/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/wo-wir-helfen-sos-kinderdorfer-in-brasilien-anklicken-die-kinder-in-brasilien-brauchen-ihre-hilfe-auslandspropaganda-und-realitat/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach39.JPG" alt="cach39.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/keine-verringerung-der-sozialen-ungleichheit-unter-lula-regierung-laut-soziologe-chico-de-oliveira-mitgrunder-von-arbeiterparteipt-und-gewerkschaftsdachverband-cut/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/keine-verringerung-der-sozialen-ungleichheit-unter-lula-regierung-laut-soziologe-chico-de-oliveira-mitgrunder-von-arbeiterparteipt-und-gewerkschaftsdachverband-cut/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach40.JPG" alt="cach40.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach41.JPG" alt="cach41.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/19/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-neues-stahlwerk-wird-immer-teurer-laut-handelsblatt-lokale-militardiktatur-im-umfeld-laut-grunen-politiker-alfredo-sirkis-todesschwadronen-folter-scheiterhauf/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/19/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-neues-stahlwerk-wird-immer-teurer-laut-handelsblatt-lokale-militardiktatur-im-umfeld-laut-grunen-politiker-alfredo-sirkis-todesschwadronen-folter-scheiterhauf/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach42.JPG" alt="cach42.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/11/brasilien-land-der-milliardare-wie-haust-eine-funfkopfige-obdachlosenfamilie-in-der-city-von-sao-paulo-familienpolitik-unter-der-regierung-von-prasidentin-dilma-rousseff-zuvor-chefministerin-unte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/11/brasilien-land-der-milliardare-wie-haust-eine-funfkopfige-obdachlosenfamilie-in-der-city-von-sao-paulo-familienpolitik-unter-der-regierung-von-prasidentin-dilma-rousseff-zuvor-chefministerin-unte/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach44.JPG" alt="cach44.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/1400-euro-im-spendenkorberl-der-brasilienhilfe-kampf-des-vereins-das-elend-in-brasilien-zu-linderntraunsteiner-tagblatt-immer-mehr-milliardare-in-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/1400-euro-im-spendenkorberl-der-brasilienhilfe-kampf-des-vereins-das-elend-in-brasilien-zu-linderntraunsteiner-tagblatt-immer-mehr-milliardare-in-brasilien/</strong></a></p>
<p><strong>Elendsbeseitigung, Karikatur von Angeli:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/elendsbeseitigung-in-brasilien-karikatur-von-angeli-in-der-grosten-qualitatszeitung-des-landes-folha-de-sao-paulo-von-2011/">   http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/elendsbeseitigung-in-brasilien-karikatur-von-angeli-in-der-grosten-qualitatszeitung-des-landes-folha-de-sao-paulo-von-2011/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach45.JPG" alt="cach45.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/20/brasiliens-burgerfreiheiten-uber-8o-prozent-veranderten-wegen-zunehmender-gewalt-und-kriminalitat-die-lebensgewohnheiten-54-prozent-verlassen-nachts-nicht-mehr-das-haus-laut-neuer-studie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/20/brasiliens-burgerfreiheiten-uber-8o-prozent-veranderten-wegen-zunehmender-gewalt-und-kriminalitat-die-lebensgewohnheiten-54-prozent-verlassen-nachts-nicht-mehr-das-haus-laut-neuer-studie/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach47.JPG" alt="cach47.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/01/campanha-lula-no-sus-youtube-anklicken-gabe-es-sus-in-den-usa-ware-das-gut-fur-die-armenlula/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/01/campanha-lula-no-sus-youtube-anklicken-gabe-es-sus-in-den-usa-ware-das-gut-fur-die-armenlula/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/24/sebastiano-nicomedes-tiao-ex-obdachloser-stuckeschreiber-buchautor-einer-der-fuhrer-der-nationalen-obdachlosenbewegung-gesichter-brasiliens-obdachlosenvertreibung-und-fusball-wm-2014-olympisc/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/24/sebastiano-nicomedes-tiao-ex-obdachloser-stuckeschreiber-buchautor-einer-der-fuhrer-der-nationalen-obdachlosenbewegung-gesichter-brasiliens-obdachlosenvertreibung-und-fusball-wm-2014-olympisc/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach48.JPG" alt="cach48.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/09/die-anti-hunger-hilfe-bolsa-familia-der-lula-regierung-die-aktuellen-daten-erlautert-von-pt-kongressenator-eduardo-suplicy-vor-obdachlosen-im-franziskanerkloster-sao-paulos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/09/die-anti-hunger-hilfe-bolsa-familia-der-lula-regierung-die-aktuellen-daten-erlautert-von-pt-kongressenator-eduardo-suplicy-vor-obdachlosen-im-franziskanerkloster-sao-paulos/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach49.JPG" alt="cach49.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/06/brasiliens-millionarsparlament-kongresabgeordnete-haben-ein-durchschnittsvermogen-von-umgerechnet-uber-einer-million-euro-viele-davon-aus-lulas-arbeiterpartei-pt/#more-6737"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/06/brasiliens-millionarsparlament-kongresabgeordnete-haben-ein-durchschnittsvermogen-von-umgerechnet-uber-einer-million-euro-viele-davon-aus-lulas-arbeiterpartei-pt/#more-6737</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach50.JPG" alt="cach50.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/23/unesco-zeichnet-lula-in-paris-wegen-forderung-des-friedens-und-der-rechtsgleichheit-aus-preis-mit-150000-dollar-dotiert-jury-von-henry-kissinger-gefuhrt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/23/unesco-zeichnet-lula-in-paris-wegen-forderung-des-friedens-und-der-rechtsgleichheit-aus-preis-mit-150000-dollar-dotiert-jury-von-henry-kissinger-gefuhrt/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach51.JPG" alt="cach51.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/07/bolsa-familia-fur-arme-geht-an-312000-tote-reiche-und-politiker-titelt-o-dia-was-ist-das-fur-ein-land-vergonha-no-bolsa-familia-bischof-luiz-cappio-bolsa-familia-ist-programm/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/07/bolsa-familia-fur-arme-geht-an-312000-tote-reiche-und-politiker-titelt-o-dia-was-ist-das-fur-ein-land-vergonha-no-bolsa-familia-bischof-luiz-cappio-bolsa-familia-ist-programm/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach52.JPG" alt="cach52.JPG" /></p>
<p><strong>Benedita Maria dos Anjos, die Gründerin der wild gewachsenen  Favela Cachoeirinha. “In der reichsten Stadt Brasiliens solche Zustände &#8211;  das schreit zum Himmel! Wir müssen weiterkämpfen.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach53.JPG" alt="cach53.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/crack-jugendpolitik-unter-lula-und-jose-serra-dunkelhautige-kinder-und-jugendliche-sind-crack-hauptkonsumenten/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/crack-jugendpolitik-unter-lula-und-jose-serra-dunkelhautige-kinder-und-jugendliche-sind-crack-hauptkonsumenten/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach54.JPG" alt="cach54.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/11/offizielle-deutsch-brasilianische-beziehungen-der-mutige-evangelische-gefangnispastor-wolfgang-lauer-gravierende-menschenrechtsverletzungen-in-brasilienes-sind-einfach-die-okonomischen-die-polit/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/11/offizielle-deutsch-brasilianische-beziehungen-der-mutige-evangelische-gefangnispastor-wolfgang-lauer-gravierende-menschenrechtsverletzungen-in-brasilienes-sind-einfach-die-okonomischen-die-polit/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/paisricoepaissem-pobreza.JPG" alt="paisricoepaissem-pobreza.JPG" /></p>
<p>Slogan der Regierungspropaganda.</p>
<h2>”Es sind einfach die ökonomischen, die  politischen  Interessen, die  zusammengehören &#8211; da gefährdet man nicht  seine  Beziehungen, indem man  sozusagen den Brasilianern mal den Spiegel   vorhält und sagt, ihr habt  hier eine schöne Verfassung und schöne   Gesetze &#8211; aber warum werden  die nicht eingehalten?”</h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach57.JPG" alt="cach57.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/21/brasilien-bau-des-milliardenteuren-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-kommt-sehr-gut-voran-melden-landesmedien-deutsches-hilfswerk-adveniat-sammelt-spenden-fur-brasiliens-verelendete/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/21/brasilien-bau-des-milliardenteuren-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-kommt-sehr-gut-voran-melden-landesmedien-deutsches-hilfswerk-adveniat-sammelt-spenden-fur-brasiliens-verelendete/</strong></a></p>
<p><strong>Favelakinder Sao Paulos &#8211; Fotoserie:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/favelakinder-in-sao-paulo-gesichter-brasiliens/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/favelakinder-in-sao-paulo-gesichter-brasiliens/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.adveniat.de/blog/?p=969"><strong>http://www.adveniat.de/blog/?p=969</strong></a></p>
<h2>ZDF, Adveniat in Sao Paulo: Welcher Slum aus  Sicherheitsgründen für  den Gottesdienst nicht infragekam. Favela do  Moinho. Wo bitte gehts  hier zum Boom? Was auf dem staatlich gesponserten  Weltsozialforum in  Porto Alegre 2012 alles fehlt…“Wenn es ein Land  gibt, in dem das Volk  die Krise nicht erlebte, dann war es dieses  hier!”(Lula) <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12208" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: , <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/adveniat/" rel="tag">Adveniat</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/favela-do-moinho/" rel="tag">Favela do Moinho</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sao-paulo/" rel="tag">Sao Paulo</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/zdf/" rel="tag">ZDF</a></p>
<p><strong>In den aus Pappe und Holzresten sowie anderen  leicht  brennbaren Materialien errichteten Elendsvierteln Sao Paulos  brechen  immer wieder Großfeuer aus, kommen zahlreiche Verelendete in den   Flammen um. Dies gilt auch für die Innenstadt-Favela do Moinho, an   deren Hütten und Baracken unglaublich dicht Züge vorbeifahren. Nach dem   letzten Großbrand kampieren zahlreiche überlebende Slumbewohner auf dem   Fußweg einer nahen Straße. Was diese Menschen zusätzlich auszustehen   haben, wenn starke Tropengewitter toben, kann man sich leicht   vorstellen.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/favelamoinhosp.JPG" alt="favelamoinhosp.JPG" /></p>
<p><strong>Ausriß. Letztes Großfeuer in der Favela do Moinho.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/moinho1.JPG" alt="moinho1.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/28/brasiliens-ausenminister-patriota-zu-kuba-keine-dringlichkeitssituation-bei-menschenrechten-guantanamo-jedoch-besorgniserregend-prasidentin-rousseff-reist-nach-kuba-lage-in-libyen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/28/brasiliens-ausenminister-patriota-zu-kuba-keine-dringlichkeitssituation-bei-menschenrechten-guantanamo-jedoch-besorgniserregend-prasidentin-rousseff-reist-nach-kuba-lage-in-libyen/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/moinho2.JPG" alt="moinho2.JPG" /></p>
<p><strong>Fotos von Ende Januar 2012.  Lateinamerikas reichste Stadt Sao Paulo und die Überlebenden des Moinho-Großbrands.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/28/brasilias-blamierter-bildungs-agitprop-statt-13-millionen-jugendlichen-und-erwachsenen-nur-23-millionen-alphabetisiert-laut-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/28/brasilias-blamierter-bildungs-agitprop-statt-13-millionen-jugendlichen-und-erwachsenen-nur-23-millionen-alphabetisiert-laut-landesmedien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/moinho3.JPG" alt="moinho3.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/27/brasiliens-bergbaukonzern-vale-das-video-anklicken-brasiliens-regierung-hat-de-facto-die-kontrolle-uber-den-grosten-eisenerzproduzenten-der-welt-laut-handelsblatt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/27/brasiliens-bergbaukonzern-vale-das-video-anklicken-brasiliens-regierung-hat-de-facto-die-kontrolle-uber-den-grosten-eisenerzproduzenten-der-welt-laut-handelsblatt/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/moinho4.JPG" alt="moinho4.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/brasiliens-medien-berichten-in-groser-aufmachung-uber-den-absturz-auf-dem-pressefreiheit-ranking-von-reporter-ohne-grenzen-warum-brasilien-aus-mitteleuropa-soviel-lob-erhalt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/brasiliens-medien-berichten-in-groser-aufmachung-uber-den-absturz-auf-dem-pressefreiheit-ranking-von-reporter-ohne-grenzen-warum-brasilien-aus-mitteleuropa-soviel-lob-erhalt/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/moinho5.JPG" alt="moinho5.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/27/weltsozialforum-2012-in-porto-alegre-offenbar-weitgehend-brav-biederer-empfang-fur-politisch-verantwortliche-der-nationalen-umweltdesaster-keine-kritischen-fragen-an-sektenpredigerin-marina-silva-e/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/27/weltsozialforum-2012-in-porto-alegre-offenbar-weitgehend-brav-biederer-empfang-fur-politisch-verantwortliche-der-nationalen-umweltdesaster-keine-kritischen-fragen-an-sektenpredigerin-marina-silva-e/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/moinho6.JPG" alt="moinho6.JPG" /></p>
<p><strong>Brasiliens katholische Kirche, Adveniat unterstützen die Slumbewohner. </strong></p>
<p><strong>Brasiliens Wachstumsbranche Crack &#8211; Havanna reagiert weiter zurückhaltend, anti-marktwirtschaftlich:</strong> <strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/16/brasiliens-crack-kinder-unter-lula-rousseff-trotz-offiziellem-kinderstatut-zahlreiche-kinder-landesweit-als-kunden-der-crack-wachstumsbrance/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/16/brasiliens-crack-kinder-unter-lula-rousseff-trotz-offiziellem-kinderstatut-zahlreiche-kinder-landesweit-als-kunden-der-crack-wachstumsbrance/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/moinho7.JPG" alt="moinho7.JPG" /></p>
<p><strong>Viele Slumbewohner überleben als Abfallsammler.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/boom-land-brasilienslum-wachstum-ist-ruckschritto-globo-mehr-slumbewohner-selbst-laut-offiziellen-angaben-erstes-rousseff-amtsjahr/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/boom-land-brasilienslum-wachstum-ist-ruckschritto-globo-mehr-slumbewohner-selbst-laut-offiziellen-angaben-erstes-rousseff-amtsjahr/</strong></a></p>
<h2>Ansprache von Erzbischof Zollitsch zum Empfang vor Vertretern von Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft</h2>
<p><strong>Ansprache von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch zum Empfang des   Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz vor Vertretern von  Kirche,  Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am 27. November 2011 in  São Paulo</strong>:</p>
<p><strong>Eminenzen, sehr verehrter Herr Kardinal Scherer, sehr verehrter Herr Kardinal Hummes,<br />
sehr verehrte Exzellenzen, liebe Mitbrüder,<br />
sehr geehrter Herr Gouverneur Dr. Alckmin, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Kassab,<br />
sehr geehrte Stellvertretende Bürgermeisterin, Frau Dr. Marco Antônio,<br />
sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie zu diesem Empfang willkommen zu heißen.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Das Bischöfliche Hilfswerk Adveniat begeht  in diesem Jahr seinen 50.  Geburtstag. Aus diesem Anlass haben wir heute  Morgen mit Kardinal  Scherer die diesjährige Aktion in einem  Armenviertel von São Paulo  eröffnet. In der Favela Cachoeirinha leben  zurzeit rund 70.000 Menschen.  Es gibt bisher keine Kirche in diesem  ständig weiter wachsenden  Viertel. Deshalb fand der  Eröffnungsgottesdienst auf einem  provisorischen Fußballplatz statt. Mit  der Wahl dieses Ortes wollten wir  im Jubiläumsjahr von Adveniat ganz  bewusst ein Zeichen setzen: Wir  wollten diesen Gottesdienst dort  feiern, wo Adveniat hilft, nämlich bei  den Armen.<br />
</strong> <strong>In den Tagen zuvor haben wir in Aparecida mit   Bischöfen, Theologen und Kirchenvertretern aus ganz Lateinamerika und   der Karibik über die aktuellen pastoralen Herausforderungen auf diesem   so wunderschönen Subkontinent beraten. Dabei stand immer wieder das   Abschlussdokument der Generalversammlung des Lateinamerikanischen   Bischofsrates CELAM im Jahr 2007 in Aparecida im Vordergrund. Mit Blick   auf die gesellschaftlichen Zustände in vielen Ländern Lateinamerikas   beklagen die Bischöfe in diesem Dokument, dass die Ärmsten der Armen oft   als „Müll der Gesellschaft“ angesehen werden – o lixo de sociedade.   Drastischer kann man die reale soziale Ausgrenzung nicht beschreiben.   Auch hier in São Paulo sind Arm und Reich dicht beieinander: Während es   in den Favelas oft am Notwendigen fehlt, findet nur wenige Kilometer   entfernt der „Große Preis von Brasilien“ statt. Das Abschlussrennen der   Formel-1-Weltmeisterschaft 2011 wird sicher auch in Deutschland von   vielen Fans am Fernsehschirm verfolgt. Doch die so unverbunden   nebeneinander existierenden Lebenswelten der Reichen und der Armen   gehören in der Perspektive des Glaubens unbedingt zusammen. Gott lässt   eine solche extreme soziale Trennung in seiner Menschheitsfamilie nicht   zu. Vielmehr hat er sich in Jesus Christus solidarisch mit den Armen  und  Entrechteten gezeigt. Sie sind es, die uns zur Umkehr aufrufen.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Die große Stadt São Paulo bildet in unserer  Welt keine Ausnahme.  Unter den Ländern, denen die Vereinten Nationen  einen insgesamt hohen  Entwicklungsstand attestieren, nimmt Brasilien  neben Kolumbien einen  traurigen Spitzenplatz ein: Die Ungleichheit bei  den Einkommen ist  weltweit nirgendwo höher als hierzulande. Diese  konkret erfahrbare  Ungerechtigkeit ist auch global gesehen eher die  Regel als die Ausnahme.  Wir leben in einer Welt, die durch die  Gleichzeitigkeit von Geld und  Macht auf der einen und von Not und  Ohnmacht auf der anderen Seite  geprägt ist.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Diese globale Ungerechtigkeit ist  keinesfalls ein Schicksal, dem die  Menschheit wie einer dunklen Macht  ausgeliefert wäre. Vielmehr sind alle  wirtschaftlichen Prozesse auch im  Kontext der Globalisierung  Menschenwerk. Sie sind zu analysieren,  gegebenenfalls zu kritisieren und  immer zu gestalten.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Schauen wir uns die Bilanz der globalen  wirtschaftlichen  Entwicklungen der letzten Jahrzehnte an: Auf der  Weltebene haben die  Globalisierungsprozesse das wirtschaftliche  Wachstum beschleunigt und  den Wohlstand vermehrt, dabei aber enorme  ökologische Probleme  produziert. Es gibt in diesen Prozessen Gewinner  und Verlierer, wobei  sich das klassische Schema des Nord-Süd-Konflikts  zunehmend auflöst.  Einige Länder – vor allem in Asien und hier in  Lateinamerika – konnten  die neuen Bedingungen nutzen und  gesamtgesellschaftliche  Wohlstandsgewinne erzielen. In vielen Ländern  Afrikas hat sich dagegen  der Trend zur Abkoppelung vom Weltmarkt eher  noch verstärkt und die  Armut verfestigt. Gleichzeitig hat sich in  vielen Ländern das nationale  Sozialgefüge verändert, oft nimmt die  soziale Kluft zwischen den  gesellschaftlichen Schichten zu. Und auch in  den traditionellen  Industrieländern des Nordens wie in Deutschland  geht die Schere zwischen  Arm und Reich, zwischen Gewinnern und  Verlierern der Globalisierung  zunehmend auseinander.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Welche Orientierung kann die Kirche in  dieser Lage anbieten? Welche  Leitgedanken bringt sie in die  internationale Debatte ein, wenn es um  das Zusammenleben einer immer  enger zusammenrückenden Menschheit, um die  Gestaltung der Wirtschaft  und um die Suche nach gerechteren  Verhältnissen für die Vielen geht,  denen das tägliche Brot verweigert  ist? Die katholische Soziallehre  weist hier auf den Begriff  „ganzheitliche Entwicklung“ hin. Dieses  Leitbild für die Entwicklung der  sozialen, wirtschaftlichen und  politischen Verhältnisse ist tief im  christlichen Menschenbild  verankert, aber prinzipiell auch jenen  zugänglich, die einer anderen  Religion oder Weltanschauung anhängen. Wir  Christen glauben, dass jeder  Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen  ist. Wir sind als Geschöpf und  Mit-Geschöpf auf die Beziehung zu Gott  und zu den Mitmenschen hin  ausgerichtet. Unser Leben entfaltet sich in  diesem Beziehungsreichtum.  Entwicklung wird in dieser Perspektive daher  als die Entwicklung des  ganzen Menschen in all seinen  beziehungsrelevanten leiblichen und  geistigen Dimensionen begriffen.  Eine Entwicklung, die den Menschen auf  seine ökonomische Bedeutung  reduziert, wird dem christlichen  Menschenbild ebenso wenig gerecht wie  ein Entwicklungsmodell, welches  den Besitz von Gütern über die  Beziehungsfähigkeit des Menschen stellt.  „Wahre Entwicklung“, so hat es  Papst Johannes Paul II. ausgedrückt,  „darf nicht in der bloßen Anhäufung  von Reichtum und einem wachsenden  Angebot von Gütern und  Dienstleistungen bestehen, wenn dies nur auf  Kosten der Unterentwicklung  der Massen und ohne die geschuldete  Rücksicht auf die soziale,  kulturelle und geistige Dimension des  Menschen erreicht wird“ (Enzyklika  Sollicitudo rei socialis, Nr. 9).</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Die ganzheitliche Entwicklung des einzelnen  Menschen ist nicht zu  trennen von der Entwicklung aller Menschen. Was  die unmittelbare  Lebenswelt der Menschen betrifft, ist dies leicht  einsichtig: Wir leben  in Familien, Gruppen, Völkern und Nationen  zusammen. Die Entwicklung der  Einzelnen und der Gemeinschaften bzw.  Gesellschaften bedingen sich  wechselseitig. Diese Einsicht bezieht die  Kirche ausdrücklich aber auch  auf die Weltgesellschaft. Denn die  ganzheitliche Entwicklung aller  Menschen kann unter den heutigen  Bedingungen nur gelingen, wenn sich die  Völker als eine globale  Gemeinschaft und nicht als Konkurrenten um die  „Pole-Position“  verstehen.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Hier sind zwei Gesichtspunkte zu  unterscheiden. Zum Einen gebietet es  das wohlverstandene Eigeninteresse  der wohlhabenden wie der ärmeren  Nationen, neue Formen der  Zusammenarbeit zu finden, die dem globalen  Charakter heutiger Probleme  Rechnung tragen. Das gemeinsame Interesse  von Nord und Süd, Ost und  West ist insofern zweifellos eine gute  Grundlage und Antriebskraft für  die Errichtung einer neuen  internationalen Ordnung, die den  Bedürfnissen aller Länder und aller  Menschen besser gerecht wird als  der heutige Zustand der Welt, dessen  Krisenanfälligkeit und  Zerbrechlichkeit die aktuelle Finanz- und  Wirtschaftskrise deutlich vor  Augen geführt hat.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Zum Anderen kommen wir mit Blick auf das  Weltgemeinwohl ohne wache  Solidarität, die auch ein Moment von  Selbstlosigkeit einschließt, nicht  aus. Denn viele Menschen, die am  Rande stehen, sind ökonomisch und  gesellschaftlich für den besser  gestellten Teil der Menschheit nicht von  Bedeutung. Ihr Schicksal kommt  im Interessenkalkül der Anderen nicht  vor. Deshalb hält das  Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in  Artikel 14 fest:  „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem  Wohle der  Allgemeinheit dienen.“ Dieser Grundsatz ist in Deutschland  die  verfassungsmäßige Basis für die Soziale Marktwirtschaft. Er  entspringt  einem Gesellschaftsverständnis, welches das Gemeinwohl nicht  gegen die  Individualinteressen ausspielt, sondern beide positiv  zueinander in  Beziehung setzt.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Wir Christen glauben, dass die Armen, ja  dass gerade die Armen uns  interessieren müssen. Denn wir sind  überzeugt: Auch sie sind nach dem  Bild Gottes geschaffen. Auch sie sind  unsere Brüder und Schwestern in  der einen Menschheitsfamilie. Und wir  wissen: Jesus Christus hat sich  den Armen in besonderer Weise zugewandt  und uns darauf hingewiesen, dass  wir ihm, unserem Herrn, in den  Leidenden, Ausgestoßenen und  Zu-kurz-Gekommenen begegnen. Die Kirche  spricht hier von der vorrangigen  Option für die Armen, die in ihrem  Glauben grundgelegt ist. Es braucht,  so scheint mir, solcher Art von  Motivation, um den Kampf gegen die  Armut und die Marginalisierung in  unseren Ländern und in der  Weltgesellschaft immer neu aufzunehmen und  nicht der Resignation zu  verfallen.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Was ist zu tun, um die Armut in der Welt  wirksam zu bekämpfen? Vor  allem bedarf es struktureller Veränderungen,  die auf verschiedenen  Ebenen ansetzen und, indem sie ineinander  greifen, ihre volle  Wirksamkeit entfalten:</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Was in Ihrem Land erforderlich ist, können  Sie, werte Damen und  Herren, weit besser beurteilen als ich. Generell  wird man sicher sagen  dürfen, dass die Gewährleistung von  Rechtsstaatlichkeit und  Rechtssicherheit für alle, die Überwindung von  Korruption und die  Verbesserung der wirtschaftlichen und  gesellschaftlichen  Teilhabemöglichkeiten, wesentliche Voraussetzungen  für die Überwindung  von Armut darstellen. Dazu gehört auch, dass  gesellschaftlicher Reichtum  so verteilt werden muss, dass alle – und  gerade auch die Ärmsten –  davon profitieren.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Auf der internationalen Ebene müssen Handel  und Finanzen in eine  tragfähige Ordnung eingebettet werden. Aus der  Erfahrung Europas wissen  wir: Marktwirtschaft ist kein naturwüchsiger  Zustand. Sie bedarf eines  politisch verantworteten Ordnungsrahmens, der  verhindert, dass die im  Markt wirkenden Kräfte über Kurz oder Lang die  Existenzgrundlagen der  Marktwirtschaft untergraben. Wie auf  nationaler, so muss auch auf  internationaler Ebene dieser  Ordnungsrahmen so ausgestaltet sein, dass  die wirtschaftlichen und  sozialen Belange der Armen wirkungsvoll  berücksichtigt werden und ihnen  faire Chancen der Beteiligung eröffnet  werden.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Erforderlich ist darüber hinaus aber auch  eine Strukturbildung von  unten, die die Armen in die Lage versetzt, das  Leben in die eigene Hand  zu nehmen und ihre Interessen eigenständig  selbst zu vertreten. Die  Förderung von Basisgesundheitsdiensten, von  Bildung und Ausbildung,  Kleinkreditprogramme und Gewerbeförderung, aber  auch der Aufbau von  wirtschaftlichen und politischen  Selbstorganisationen der Armen tragen  dazu bei, dass Marginalisierung  überwunden und gesellschaftliche  Integration ermöglicht wird. Auch als  Kirche – im Norden wie im Süden –  fühlen wir uns herausgefordert, auf  vielfältige Weise solche Prozesse zu  unterstützen und so einen Beitrag  zum Gemeinwohl, national wie  international, zu leisten.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Schließlich zeigt sich auch in dramatischer  Weise, dass eine  nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung  nicht gelingen kann,  wenn die Menschheit weiterhin Entwicklungspfade  wählt, die den Raubbau  an den natürlichen Lebensgrundlagen als  unvermeidliches Nebenprodukt  achselzuckend in Kauf nehmen. Vor allem  die klassischen  Industrienationen, neuerdings und in zunehmendem Maße  aber auch die  Schwellenländer, verbrauchen die nicht nachwachsenden  Rohstoffe in einem  menschheitsgeschichtlich atemberaubenden Tempo –  vielfach ohne zu  wissen, was in absehbarer Zeit an die Stelle dieser  Ressourcen treten  könnte. Das Artensterben, die Zerstörung ökologisch  wichtiger  Landschaften und steigende Emissionen sind Zeichen einer auf  Dauer nicht  tragfähigen Entwicklung. Dazu tritt der Klimawandel, der  vor allem jene  Weltgegenden bedroht, deren Bewohner am wenigsten zum  übermäßigen  Ausstoß von CO2 und anderen Klimagasen beigetragen haben.  Wenn die  Menschheit eine gute Zukunft haben will, muss sie sich in  anderer Weise  als bisher dieser ökologischen Herausforderungen stellen.  Man kann hier  von einer dreifachen Verantwortung sprechen: 1.) der  Verantwortung für  die natürliche Umwelt, die der Mensch zwar nutzen,  aber nicht  verbrauchen darf; 2.) der Verantwortung für die Nachwelt,  deren  Lebensbedingungen vom ökologischen Erbe vorangegangener  Generationen  entscheidend mitbestimmt werden; und schließlich 3.) der  Verantwortung  für die globale menschliche Mitwelt, die zunehmend die  ökologischen  Konsequenzen einer nicht nachhaltigen Wirtschaftsweise zu  spüren  bekommt.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass  allen voran die  wohlhabenden Länder einen entscheidenden Beitrag zur  Überwindung der  ökologischen Krise leisten. Die Sorge um die Umwelt und  die Sorge um die  Armen dürfen dabei nicht auseinanderfallen. Der  Schutz der Armen und  der Schutz unseres Planeten dürfen nicht als  Gegensatz, sondern müssen  als eine doppelte moralische Priorität der  internationalen Politik  begriffen werden. Die Bekämpfung der Armut muss  einhergehen mit den  Anstrengungen, den globalen Klimawandel  abzuschwächen und darüber hinaus  armen Ländern zu helfen, sich an die  negativen Folgen klimatischer  Veränderungen anzupassen.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Die katholische Kirche, Sie wissen es, ist  Weltkirche. Als Kirche  stellen wir uns deshalb auch überall auf der  Welt einer gemeinsamen  Verantwortung. Seien Sie gewiss: Wir mühen uns  und werden uns weiter  mühen, die Weisheit, die Erfahrungen und die  moralische Kraft, die uns  im Glauben zuwächst und über Kontinente  hinweg verbindet, in den Dienst  einer Entwicklung zu stellen, die jedem  Menschen und allen Menschen  zugute kommt. Wir wollen dabei helfen, Not  und Ausbeutung zu überwinden  und eine Weltgesellschaft aufzubauen, in  der die Würde aller Menschen  geachtet wird.</strong></p>
<h2>In der Favela von São Paulo</h2>
<p><strong>Eine Schnellstraße durchpflügt die Favelas von São Paulo.   Hochhausbauten am Horizont, so weit das Auge reicht, zwischendurch ein   wenig Grün, sonst Straßen, Brücken und Beton. Bevor wir am Sonntag die   Eucharistie in einer der Favelas feiern, bin ich dort schon einmal zu   Besuch. Der Erzbischof von São Paulo, Kardinal Odilo Scherer, nimmt mich   herzlich in Empfang, um uns herum spielen die Kinder. Kardinal Scherer   kennt einige von ihnen, segnet sie – ein kurzes Strahlen in den   Kinderaugen, weil sie spüren, dass ihnen hier für einen Moment   Aufmerksamkeit zuteil wird.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Die 16 Millionen-Einwohner-Metropole São   Paulo kennt viel Glanz und viel Elend. Am Sonntag wird hier die Formel-1   gefahren, Tausende leben in parallelen Welten in bitterster Armut. Als   wir von der Schnellstraße abbiegen, führt der Weg über holprige  Straßen,  die zu einer gefährlichen Piste werden, als es heftig zu  regnen  beginnt. Wild hat sich hier ein ganzer Stadtteil den Hügel  hochgebaut.  Müll liegt an den Straßenrändern und in dem kleinen Bach,  der durch die  Favela fließt. Wenig Elektrizität gibt es hier, aber viel   Aussichtslosigkeit. Die zahlreichen Favelas unterscheiden sich fast   nicht. Einige sind sicherer als die anderen. Dort herrschen   Drogenkartelle, an anderer Stelle mafiöse Strukturen. Hier seien wir   sicher – versichert man uns.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Wenn wir nicht zu den Ärmsten gehen, bleibt  unsere Botschaft vom  Evangelium leer – das verstehe ich heute Abend  noch besser. Grau sind  die Häuserfronten, unsicher die Blicke, die uns  begegnen. Ein  beklommenes Gefühl breitet sich in mir aus. Es ist  weniger Angst als  vielmehr die tiefe Betroffenheit über das Elend, das  mir hier begegnet.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Während unser Wagen die Hügelkuppe erreicht  hat, breitet sich unter  uns das Lichtermeer von São Paulo aus, im  Dunst des Abendhimmels.  Manchmal gibt es Situationen, in denen mir die  Worte fehlen. Eine solche  Situation spüre ich, während wir wieder  einmal im Rückwärtsgang fahren  und den Verkehr vor uns vorbeilassen.  Mein Blick fällt auf eine Mutter  mit ihren vier Kindern, die am  Straßenrand steht. Das Gebet aber hilft.  Ich bin mir sicher: Diese  Menschen schließe ich heute ganz bewusst mit  in mein Gebet ein.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Erzbischof Dr. Robert Zollitsch</strong></p>
<p>Hintergrund &#8211; das Elendsviertel neben dem Gottesdienst-Platz:</p>
<p><strong>Weihnachten im Slum &#8211; Christus in Brasilien</strong></p>
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<p><strong>Kobras, Ratten, Gewalt und viel Überlebensmut</strong></p>
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<p><strong>„Bei diesem Leben hier brauchen wir Hoffnung auf Gottes   Beistand“, sagt die tiefreligiöse Cleide de Souza Nascimento in ihrer   Elendskate – und wünscht sich nur eins:“Weihnachten darf es nicht   schütten – sonst sind wir geliefert.“ Direkt vor der Bretterhütte   schwillt bei starken Tropengewittern der barbarisch stinkende Kloakebach   an – ebenso übelriechendes Abwasser dringt dann von hinten in die Kate   herein und fließt wasserfallartig von der Eingangsluke, da, wo die   Dreißigjährige steht, den Grabenhang hinunter, trifft sich mit der   Kloake. „Abwasser läuft sogar aufs Bett – mein kleinster Sohn hat   chronische Asthma, für den ist das hier besonders schlecht.“ </strong><strong>  </strong></p>
<p><strong>Modrig-feucht ist es auch bei Sonne in der fensterlosen Kate –    vier alte, zerschlissene Matratzen für die sechs Bewohner, ein Herd   mit blauem Kochgasbehälter, das bißchen Kleidung baumelt an Wandhaken.   „Weihnachten gibts keine Geschenke, nichts, dafür reicht das Geld nicht,   ein bißchen Weihnachtsschmuck ist auch nicht drin. Heiligabend wärs  für  uns alle zu eng in der Kate – wir machens wie die Nachbarn, treffen  uns  oben auf der Gasse, da ist mehr Platz.“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Als noch unter Staatschef Lula die Regierung 2003 das   Anti-Hunger-Programm startet, kämpft und streitet Cleide solange mit der   Staatsbürokratie, bis sie die sogenannte „Bolsa Familia“ endlich für   ihre vier Kinder kriegt – 198 Real monatlich, macht umgerechnet rund 21   Euro pro Kind. Der Liter pasteurisierte Frischmilch kostet in Sao Paulo   umgerechnet einen Euro dreißig, auch andere Grundnahrungsmittel sind  in  Brasilien, dem Niedrigstlohnland, auffällig teurer als im  Hochlohnland  Deutschland. </strong></p>
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<p><strong>Was geben Sie so vor Weihnachten aus?</strong></p>
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<p><strong>Brasilien zählt längst nicht mehr zu den Billigpreisländern, merken selbst deutsche Touristen verärgert an der Copacabana. </strong></p>
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<p><strong>Cleide macht Gelegenheitsarbeit, Tagelöhnerei, wäscht bei   Mittelschichtsfamilien, putzt denen die Wohnung:“Mein Mann ist   behindert, taub – der macht manchmal den Einweiser auf Parkplätzen.“ So   werden es dann wenigstens 31 Euro pro Kopf, für  jeden der sechs   monatlich – der Fahrschein für den Bus raus aus der Favela kostet über   einen Euro.  42 Prozent aller Empfänger von Bolsa Familia seien nach wie   vor verelendet, melden die Landesmedien. Der Slum von Cleide zeigt es   anschaulich.</strong></p>
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<p><strong>Wird es in der Weihnachtszeit ein bißchen besser, gibts da   spendenfreudige Leute? „Gottseidank kriegen wir von der  Kirche stets   Pakete mit Grundnahrungsmitteln – da sind Reis, Bohnen, Zucker, Speiseöl   dabei – Kleidung wird auch verteilt!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Brasilien ist die siebtgrößte Wirtschaftsnation, Sao Paulo   die reichste Stadt ganz Lateinamerikas – läßt sich wenigstens mal ein   Sozialarbeiter in dieser Favela Cachoeirinha blicken, aus der am ersten   Advent vom ZDF der Adveniat-Gottesdienst übertragen wurde? Cleide   verneint:“Hier kommt nie mal einer von der Präfektur, vom Staat vorbei –   man muß unheimlich bei den Behörden hinterher sein, um Bolsa Familia  zu  kriegen. Wer von den vielen Halb-und Voll-Analphabeten hier das  nicht  weiß, geht leer aus. Sechs Monate haben sie mir die Bolsa Familia  unter  einem Vorwand gesperrt – das war für uns grauenhaft. So viele  haben  eigentlich ein Anrecht, kriegen aber keinen Centavo.“ Übertreibt  sie da  nicht ein bißchen?    </strong></p>
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<p><strong> Zahlreiche Katen kleben wie die von Cleide in dem   Kloakegraben, die Eingänge wirken wie dunkle Löcher – auch wegen der   Sicherheit, um nicht beklaut zu werden, gibts keine anderen Öffnungen,   in die Tageslicht fallen könnte. Starken Hautausschlag, viel Grind und   Bläschen am Mund bemerkt man bei vielen Slumbewohnern – Tuberkulose und   sogar Lepra finden beste Ausbreitungsbedingungen. Hier holt man sich   rasch Elendskrankheiten, sagen Slumpriester, weil das Immunsystem der   Bewohner  stark geschwächt ist.</strong></p>
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<p><strong>Cleide haust seit 14 Jahren in dieser Hütte – nur einen   Steinwurf entfernt hat Cleyton dos Santos, 22,  für seine Frau Erica und   die zwei kleinen Kinder eine Holzkate direkt an einen breiten   Abwasserbach gebaut. „Die Kinder bitten uns, Lichter, ein bißchen   Weihnachtsschmuck an die Wand zu hängen – aber das ist unmöglich, wir   haben tagtäglich so viel Dringenderes im Kopf! Jetzt, im Hochsommer,   regnets alle paar Tage heftig, tritt der Bach über die Ufer, trägt   stinkenden Schlamm in die Gasse, waten wir notgedrungen drin herum. Hier   gibt es massenweise Ratten, die Krankheiten übertragen, müssen wir   besonders wegen der Kinder aufpassen.“ Cleyton, entsetzlich mager, ist   arbeitslos – Erica kriegt als Reinemachfrau  maximal 550 Real im Monat –   das macht für alle vier umgerechnet höchstens 57 Euro pro Kopf –   Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsschmaus am Heiligabend? Fehlanzeige. „Wir   setzen uns zu den Hüttennachbarn auf die Gasse – jeder gibt was für   einen Teller mit Essen. Ich habe gehört, die Regierung erzählt draußen   in der Welt, daß es den Brasilianern jetzt viel besser geht und allen   geholfen wird. Das ist gelogen – man läßt uns hier im Slum total im   Stich!“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Rosilene, 33, Cleytons Nachbarin, wird just um Weihnachten   herum niederkommen – es ist das siebte Kind. „Weihnachten“, lacht sie   bitter-ironisch, „Gott im Himmel, was soll ich da schon machen? Ich   hocke in der Kate wie immer, hoffe auf die Hilfe der Nachbarn. Ich   kriege ja vom Staat garnichts, nur ein bißchen Geld von den Vätern   meiner Kinder. Wenns mal 200 Real im Monat werden, bin ich direkt   zufrieden…“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>200 Real – umgerechnet  rund 12 Euro monatlich für jedes der   sechs Kinder, für Rosilene – wie soll das gehen, bei den Preisen? „Mein   ältester Sohn kann schon ein bißchen arbeiten, der organisiert uns  immer  mal was zu essen, sorgt für ein bißchen Reis und Milch, das  Kochgas –  meine Nachbarn sind zwar wunderbar, aber die haben ja selber  nichts. Ich  schlage mich irgendwie durch – ja – ich lebe noch!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Pedro, der Gelegenheitsarbeiter, kam mit seiner Frau, den   fünf Kindern zu spät – weil nirgendwo noch eine Hütte hingepaßt hätte,   baut er sie mitten in den Abwässerbach – ausgerechnet am Eingang mündet   ein Kloakegraben hinein, vergrößert den Gestank noch mehr. „Letzte   Weihnachten haben wir die Kate eingeweiht – feiern jetzt einjähriges   Überleben. Das Abwasser steigt bei Gewitterregen nicht zu uns hoch –   aber Ratten, sogar weiße, und Kobras klettern nachts hinein – wir müssen   unheimlich auf der Hut sein. Denn das Dumme ist – Hauskatzen helfen   nicht, die hauen vor den Rattenhorden ab. Egal, wir haben uns dran   gewöhnt. Ich beklage mich nicht – grade vor Weihnachten gibts für mich   mehr Jobs, schaufle ich mal Erde weg, repariere, streiche, schleppe was.   Aber Heiligabend sind wir alle in der Kate, feiern Christi Geburt. Die   Leute im Slum beten sehr viel – bitten Gott um spirituelle Kraft, um   Hilfe in dieser Misere. Der Mann da neben Dir – den kenne ich – das ist   doch der Padre, der jetzt vor Weihnachten die Lebensmittelpakete und  das  Spielzeug verteilt!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Pedro meint Slumpfarrer Bernardo Daly, einen Iren, der mit   seiner Schar hochengagierter kirchlicher Menschenrechtsaktivisten trotz   bescheidenster Mittel weit schlimmeres Elend und krassesten Hunger   verhindert – und die Räumung des Slums, die Vertreibung der Favelados   durch die Polizei. Todesschwadronen, Drogenbanditen-und Polizeigewalt,   dazu immer wieder Hüttenbrände, bei denen Kleinkinder verkohlen  &#8211; Daly   muß als Seelsorger tagtäglich mit Situationen fertigwerden, Dinge   verkraften, die das Vorstellungsvermögen der meisten Deutschen   übersteigt.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Der Padre wirkt erstaunlich ruhig und besonnen – doch   manchmal macht er seiner Empörung Luft. Wie an der Kate von Elise, die   direkt am Kloakegraben haust. „Ich kriege 134 Real Bolsa Familia, weil   die ältere meiner beiden Töchter geistig behindert ist, ständig meine   Betreuung braucht – mehr Geld haben wir nicht im Monat.“ 134 Real – also   umgerechnet rund 18 Euro für jede der drei. Padre Daly ist   geschockt:“Das ist doch unmöglich. Wer so lebt, muß manchmal das   eigentlich Unmögliche tun, weil es keinen anderen Ausweg gibt…“ Der   Geistliche läßt offen, was er konkret meint – nicht nötig.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>„Jetzt, vor Weihnachten, kämpfe ich dafür, daß mehr   Nahrungsmittelspenden in den Slum gelangen – auch zu denen, die garnicht   wissen können, wo es Ausgabestellen gibt, also Alte, Behinderte,   Kranke“, sagt  Eliane Takeko, 46, engste Mitstreiterin von Padre Doty,   zudem Präsidentin der Bewohnerassoziation. “Ein bißchen  mehr Spielzeug   für die Kinder – das müßte doch drin sein, auch dafür streite ich mich   mit der Präfektur herum. Die Lage im Slum macht mich traurig und wütend    – Brasilien ist doch soooo reich – die Mittel sind da! Wir von der   katholischen Kirche akzeptieren nicht diese grauenhafte Logik, daß es   Arme, Verelendete nun mal gibt und immer geben wird. In den über 2600   Slums von São Paulo gibts viele sogenannte Kirchen, die nichts fürs   Soziale tun. Wir legen uns mit denen `oben` an.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Dieses Jahr ist der Slum noch voller, noch dichter bewohnt   als letzte Weihnachten, meint Eliane Takeko. „Manche Slums werden  von   der Polizei geräumt und zerstört, vor der Fußball-WM werden Obdachlose   aus der City vertrieben – die kommen notgedrungen zu uns an die   Peripherie. Deswegen wird es immer enger in den Hütten.“ Aber warum gibt   es dann keine Massenproteste der Slumbewohner? „Die Menschen haben   Angst“, sagt Padre Doty. „Nicht wenige hatten sich engagiert, haben   resigniert aufgegeben. Zudem ist das Bildungsniveau in Brasilien   entsetzlich niedrig – Leute ohne Bildung, Analphabeten wissen garnicht,   wie man das macht – sich organisieren, auf die Straße gehen,   Bürgerrechte durchsetzen. Die kennen ihre Rechte já garnicht.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Eliane Takeko stimmt zu: „Es liegt auch am Hunger – wer sich   nur schlecht ernährt, in solchen Katen haust, kann nicht richtig  denken,  ist schnell kaputt, noch dazu bei Tropenhitze. Und wer zu oft  den Mund  aufmacht, fliegt raus, kriegt nicht mal eine Tagelöhnerarbeit.   Auch ich  muß aufpassen.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Selbst in ihrer engen Kate gibts keinen Weihnachtsschmuck –   denn auch sie schlägt sich mit Gelegenheitsarbeit durch, wie die   Tochter. „Wir beide kommen auf höchstens 500 Real im Monat – das muß für   alle sechs in der Kate reichen. Mein Mann ist behindert, hatte einen   Unfall. Da heißt es, irrsinnig sparen.“  Maximal umgerechnet 200 Euro   monatlich, für sechs Leute – wie macht sie das?</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Körperlich und geistig Behinderte – auffällig, wie viele in   den Slums hausen. Laut Studien sind es 23, 91 Prozent der   brasilianischen Bevölkerung, gegenüber rund einem Prozent in   hochentwickelten Staaten wie Deutschland. Immer wieder geschieht, daß   geistig behinderte Mädchen und Frauen der Favelas vergewaltigt werden.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Über 30 Millionen Brasilianer leben laut Kirchenangaben noch   in extremer Armut. Nimmt man jedoch die offizielle  Regierungseinstufung,  zählen Eliane Takeko und ihre Familie nicht mehr  dazu, liegen oberhalb  der amtlich allen Ernstes auf umgerechnet etwa 29  Euro angesetzten  Pro-Kopf-Grenze, sind nur noch „arm“ &#8211;  Rosilene mit  den sechs Kindern  und Elise aber liegen darunter…</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Haben alle in gewisser Weise sogar „Glück“, Weihnachten im   Slum einer reichen Wirtschaftsmetropole wie Sao Paulo zu feiern? Denn   Brasiliens grauenhafteste Elendsviertel liegen nicht hier, sondern in   den kraß unterentwickelten Regionen des Nordens und Nordostens.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/12/paraisokate.jpg" alt="paraisokate.jpg" /></p>
<p><strong>“Krise bestens überstanden”: Eingang von Slumkate in Lateinamerikas reichster Stadt Sao Paulo.</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/01/bewohnerin-eines-der-uber-2000-slums-in-lateinamerikas-reichster-stadt-sao-paulo-gesichter-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/01/bewohnerin-eines-der-uber-2000-slums-in-lateinamerikas-reichster-stadt-sao-paulo-gesichter-brasiliens/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/crackpaarhelvetia.JPG" alt="crackpaarhelvetia.JPG" /></p>
<p><strong>Zwei Crack-Süchtige, laut brasilianischen Augenzeugen, vor   Bahnhofseingang, Dezember 2011, nahe der Kulturbehörde des Teilstaats   Sao Paulo.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/29/brasiliens-musik-und-tanzphanomen-baile-funk-in-europa-vom-kulturbetrieb-gelobt-gefordert-baile-funk-bringt-terror-und-tod-an-die-peripherie-zeitung-sao-paulos-zu-lynch-verbrechen-am-tag-d/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/29/brasiliens-musik-und-tanzphanomen-baile-funk-in-europa-vom-kulturbetrieb-gelobt-gefordert-baile-funk-bringt-terror-und-tod-an-die-peripherie-zeitung-sao-paulos-zu-lynch-verbrechen-am-tag-d/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-probleme-beim-bekampfen-der-aids-epidemie-aus-expertensicht/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-probleme-beim-bekampfen-der-aids-epidemie-aus-expertensicht/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/01/brasilien-flog-aus-landergruppe-die-aids-infizierte-am-besten-betreut-laut-landesmedien-nur-zwischen-60-und-79-der-hiv-patienten-werden-behandelt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/01/brasilien-flog-aus-landergruppe-die-aids-infizierte-am-besten-betreut-laut-landesmedien-nur-zwischen-60-und-79-der-hiv-patienten-werden-behandelt/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/</strong></a></p>
<p><strong>Katholik Schlingensief:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/23/den-leuten-zu-sagen-in-was-fur-einer-verlogenen-scheise-wir-alle-leben-schlingensief-in-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/23/den-leuten-zu-sagen-in-was-fur-einer-verlogenen-scheise-wir-alle-leben-schlingensief-in-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_deutsche_Kettens%C3%A4genmassaker"><strong>http://de.wikipedia.org/wiki/Das_deutsche_Kettens%C3%A4genmassaker</strong></a></p>
<p><strong>Schlingensief: </strong><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=OM8ZevwUf2A"> http://www.youtube.com/watch?v=OM8ZevwUf2A</a></strong></p>
<p><strong>Brasiliens Wirtschaftslage 2011:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/06/boomland-brasilien-stagnierende-wirtschaft-im-dritten-quartal-industrieproduktion-schrumpfte-um-09-prozent-gegenuber-zweitem-quartal/">   http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/06/boomland-brasilien-stagnierende-wirtschaft-im-dritten-quartal-industrieproduktion-schrumpfte-um-09-prozent-gegenuber-zweitem-quartal/</a></strong></p>
<h2>              <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boom-und-die-slumhutten/" rel="bookmark">Brasiliens   “Boom” und die Slumhütten. “Ratten, Unmassen von Fiebermücken, Kloake   bei jedem Gewitterregen in der Kate.” “Warum hat Sao Paulo noch 2627   Slums?”</a></h2>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c1.JPG" alt="c1.JPG" /></p>
<p><strong>Hausen  an stinkender Kloake, nahe dem Platz des  Adveniat-Gottesdienstes &#8211; in Lateinamerikas reichster  Stadt Sao Paulo.  “Ich lebe hier schon 14 Jahre so in dieser  Kate.”(Mutter von vier  Kindern) </strong></p>
<p><strong>Das Elend und der spanische Preis für Lula 2012:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/09/brasiliens-ex-staatschef-lula-erhalt-spanischen-preis-wegen-politik-im-dienste-eines-gerechten-wirtschaftswachstums-sowie-kampf-gegen-hunger/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/09/brasiliens-ex-staatschef-lula-erhalt-spanischen-preis-wegen-politik-im-dienste-eines-gerechten-wirtschaftswachstums-sowie-kampf-gegen-hunger/</strong></a></p>
<p><strong>Der Teilstaat Sao Paulo ist die führende Wirtschaftsregion   Lateinamerikas mit der entsprechenden Konzentration von Ober-und   Mittelschicht &#8211; man kann sich daher vorstellen, wie die Slums in den   stark unterentwickelten Regionen des Nordens und Nordostens der   siebtgrößten Wirtschaftsnation aussehen.</strong></p>
<p><a href="http://www.adveniat.de/blog/?p=960"><strong>http://www.adveniat.de/blog/?p=960</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-obdachlose-drei-ermordet-in-campinas-bei-sao-paulo-regelmasig-gewalttaten-sogar-verbrennung-von-strasenbewohnern/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-obdachlose-drei-ermordet-in-campinas-bei-sao-paulo-regelmasig-gewalttaten-sogar-verbrennung-von-strasenbewohnern/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c2.JPG" alt="c2.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/21/katholisches-hilfswerk-adveniat-in-brasilien-land-der-vielen-milliardare-und-millionare-wie-es-kommt-das-in-deutschland-muhselig-spenden-fur-bedurftige-und-sozialprojekte-gesammelt-werden-obwohl-d/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/21/katholisches-hilfswerk-adveniat-in-brasilien-land-der-vielen-milliardare-und-millionare-wie-es-kommt-das-in-deutschland-muhselig-spenden-fur-bedurftige-und-sozialprojekte-gesammelt-werden-obwohl-d/</strong></a></p>
<p><strong>“Die Wirtschaftskrise hat Brasilien kaum gespürt”(WAZ)</strong></p>
<p><strong>Der soziale Aufstieg von Lula:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c10.JPG" alt="c10.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boomwirtschaft-wachst-nicht-mehr-und-erholung-wird-dauern-folha-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boomwirtschaft-wachst-nicht-mehr-und-erholung-wird-dauern-folha-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/04/brasiliens-korruptionskrise-dilma-rousseffs-arbeitsminister-carlos-lupi-kippt-staatschefin-wartete-mit-entlassung-trotz-der-gravierenden-verfehlungen-des-ministers-ubermasig-lange-kritisieren-land/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/04/brasiliens-korruptionskrise-dilma-rousseffs-arbeitsminister-carlos-lupi-kippt-staatschefin-wartete-mit-entlassung-trotz-der-gravierenden-verfehlungen-des-ministers-ubermasig-lange-kritisieren-land/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c3.JPG" alt="c3.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/06/brasiliens-industriellenverband-fiesp-zu-wirtschaftsstagnation-warnungen-seit-jahresbeginn-bestatigt-schadliche-wirkung-der-hohen-zinsen-uberbewertete-landeswahrung-real/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/06/brasiliens-industriellenverband-fiesp-zu-wirtschaftsstagnation-warnungen-seit-jahresbeginn-bestatigt-schadliche-wirkung-der-hohen-zinsen-uberbewertete-landeswahrung-real/</strong></a></p>
<p><strong>“Wirtschaftsmacht der Zukunft”:</strong></p>
<p><a href="http://www.welt.de/dieweltbewegen/article13665169/Brasilien-ist-die-Wirtschaftsmacht-der-Zukunft.html"><strong>http://www.welt.de/dieweltbewegen/article13665169/Brasilien-ist-die-Wirtschaftsmacht-der-Zukunft.html</strong></a></p>
<p><strong>Spürbare Preissprünge bei  brasilianischen Lebensmitteln in den letzten Monaten.</strong><br />
<strong>Lateinamerikas teure Lebensmittel &#8211; Preissteigerungen um 40 Prozent in den letzten vier Jahren &#8211; Gefahr für Hungerbekämpfung:</strong> <a href="http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos--2"><strong>http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos–2</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c4.JPG" alt="c4.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/17/adveniat-in-brasilien-wie-lebt-es-sich-in-der-reichsten-stadt-lateinamerikas-der-siebtgrosten-wirtschaftsnation-nach-acht-jahren-lula-regierung-adveniat-gottesdienst-in-der-favela-cachoeirinha-von/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/17/adveniat-in-brasilien-wie-lebt-es-sich-in-der-reichsten-stadt-lateinamerikas-der-siebtgrosten-wirtschaftsnation-nach-acht-jahren-lula-regierung-adveniat-gottesdienst-in-der-favela-cachoeirinha-von/</strong></a></p>
<p><strong>Wie in deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften die  Situation interpretiert wird:</strong></p>
<h2>”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es     selbst.” Deutschsprachige Tourismuspropaganda.</h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c5.JPG" alt="c5.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-hohe-rate-von-behinderten-2391-prozent-der-bevolkerung-gegenuber-rund-1-prozent-in-hochentwickelten-landern-laut-studien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-hohe-rate-von-behinderten-2391-prozent-der-bevolkerung-gegenuber-rund-1-prozent-in-hochentwickelten-landern-laut-studien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c9.JPG" alt="c9.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c6.JPG" alt="c6.JPG" /></p>
<p><strong>“…das Land die globale Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 vergleichsweise unbeschadet überstanden hat.”  BDI 2011</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c8.JPG" alt="c8.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/sos-kinderdorfer-in-brasilien-unter-rousseff-lula-zahlreiche-hilfsprojekte-deutschlands-der-schweiz-und-osterreichs-in-boomland-global-player-rassismus-in-brasilien-mauricio-pestana-analysier/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/sos-kinderdorfer-in-brasilien-unter-rousseff-lula-zahlreiche-hilfsprojekte-deutschlands-der-schweiz-und-osterreichs-in-boomland-global-player-rassismus-in-brasilien-mauricio-pestana-analysier/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c7.JPG" alt="c7.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/08/brasiliens-favela-menschenrechtsaktivisten-eliana-takeko-kanashiro-de-araujo-prasidentin-der-associacao-futuro-melhor-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/08/brasiliens-favela-menschenrechtsaktivisten-eliana-takeko-kanashiro-de-araujo-prasidentin-der-associacao-futuro-melhor-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</strong></a></p>
<p><strong>Favelakinder Sao Paulos &#8211; Fotoserie:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/favelakinder-in-sao-paulo-gesichter-brasiliens/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/favelakinder-in-sao-paulo-gesichter-brasiliens/</a></strong><br />
<strong>Crack-Epidemie unter der Lula-Rousseff-Regierung:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/03/brasiliens-crack-epidemie-unter-der-rousseff-regierung-wie-crack-wirktverkehrsumleitung-wegen-offener-crack-szene-die-strasen-total-verstopft-in-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/03/brasiliens-crack-epidemie-unter-der-rousseff-regierung-wie-crack-wirktverkehrsumleitung-wegen-offener-crack-szene-die-strasen-total-verstopft-in-sao-paulo/</strong></a></p>
<h2>              <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/10/brasiliens-gefangenenseelsorge-der-deutsche-pastor-wolfgang-lauer/" rel="bookmark">Brasiliens Gefangenenseelsorge &#8211; der deutsche Pastor Wolfgang Lauer.</a></h2>
<p>Samstag, 10. Dezember 2011 von Klaus Hart   <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11804" title="Beitrag bearbeiten">**</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/caran6.JPG" alt="caran6.JPG" /></p>
<p><a href="http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html"><strong>http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/30/brasilien-weiter-land-mit-weltweit-hochster-mord-zahl-stellen-landesmedien-zum-jahresende-heraus-regierungsprojekt-fur-mord-reduzierung-gestoppt-hies-es/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/30/brasilien-weiter-land-mit-weltweit-hochster-mord-zahl-stellen-landesmedien-zum-jahresende-heraus-regierungsprojekt-fur-mord-reduzierung-gestoppt-hies-es/</strong></a></p>
<h2>Rio+20. Brasilien: “Nach wie vor hemmungslose  Aktionen der  Todesschwadronen, institutionalisierte Barbarei.” Lulas   Menschenrechtsminister  Paulo Vannuchi räumt gegen Ende der zweiten   Amtszeit erneut Fortbestehen der brasilianischen Todesschwadronen ein.   “Folter ohne Ende”(Soziologiezeitschrift “Sociologia”) Lulas   Menschenrechtsbilanz. Strategischer Partner der Berliner Regierung.   Peter Scholl-Latour. Folter und Todesschwadronen als   Fortschrittskriterium: “fortschrittliche Schwellenländer wie Brasilien”.   José Zapatero, EU-Ratspräsident, Gregor Gysi. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=3950" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/folter-ohne-ende/" rel="tag">“Folter ohne Ende”</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/amnesty/" rel="tag">Amnesty</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/blogger-yoani/" rel="tag">Blogger Yoani</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/folter/" rel="tag">Folter</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/gregor-gysi/" rel="tag">Gregor Gysi</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/jose-zapatero/" rel="tag">José Zapatero</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/lula/" rel="tag">Lula</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/menschenrechte/" rel="tag">Menschenrechte</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/paulo-vannuchi/" rel="tag">Paulo Vannuchi</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/peter-scholl-latour/" rel="tag">Peter Scholl-Latour</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/scheiterhaufen/" rel="tag">Scheiterhaufen</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/slum-diktatur/" rel="tag">Slum-Diktatur</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/todesschwadronen/" rel="tag">Todesschwadronen</a></p>
<p><strong>Vannuchi wies gegenüber der Presse speziell auf   Todesschwadronen im brasilianischen Nordosten, aus dem Staatschef Lula   stammt. Die Organisation Amerikanischer Staaten prüfe derzeit 98   Anklagen gegen Brasilien wegen Menschenrechtsverletzungen gravierender   Art. Bei Brasiliens Todesschwadronen bestehe eine promiskuitive Allianz   zwischen Vertretern des Staates(agentes publicos) und Vertretern   außerhalb des Staatsapparats.</strong></p>
<p><strong>In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.</strong></p>
<p><strong>“Brasilien ist eine <a href="http://www.brasilien-info.at/wirtschaft/index.html">Industriemacht</a>, die achtgrößte Wirtschaftsnation der Welt, modern und fortschrittlich.”</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html">http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html</a></strong></p>
<p><strong> </strong><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/03/todesschwadronen-in-rio-de-janeiro-polizeioffizier-bei-attentat-erschossen-der-an-ermittlungen-teilnahm-militarpolizisten-anzeigte/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/03/todesschwadronen-in-rio-de-janeiro-polizeioffizier-bei-attentat-erschossen-der-an-ermittlungen-teilnahm-militarpolizisten-anzeigte/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/03/todesschwadronenglobocapa.JPG" alt="todesschwadronenglobocapa.JPG" /></p>
<p><strong>Todesschwadronen 2011: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/09/todesschwadronen-in-brasilien-menschenrechtspolitik-unter-lula-rousseff-polizisten-kommandieren-ausrottungskommandos-im-ganzen-land-viel-lob-aus-europa-fur-brasilias-kurs/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/09/todesschwadronen-in-brasilien-menschenrechtspolitik-unter-lula-rousseff-polizisten-kommandieren-ausrottungskommandos-im-ganzen-land-viel-lob-aus-europa-fur-brasilias-kurs/</a></strong></p>
<p><strong>Auch aus europäischen Ländern erhält die sehr spezielle   Demokratie-Politik der Lula-Regierung sehr viel Lob. Beifall kommt auch   von alten und neuen Rechten. Im Gegensatz zu Amnesty International   London sind angesichts rasch zunehmender neoliberaler Herzenskälte für   die meisten europäischen Medien  gravierende Menschenrechtsverletzungen   in Brasilien, wie Scheiterhaufen sowie von Staatsangestellten   praktizierte Folter und Todesschwadronen, nicht der Rede und damit auch   nicht der Erwähnung wert.  Lulas Menschenrechtsbilanz zweier   Amtszeiten hat die politische Glaubwürdigkeit seiner Regierung in   europäischen Ländern offenbar sehr stark erhöht. </strong></p>
<p><strong>Menschenrechtsanwalt Bruno Alves de Souza Toledo:</strong> <strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/08/brasiliens-menschenrechtsanwalt-bruno-alves-de-souza-toledo-sein-energisches-auftreten-vor-dem-uno-menschenrechtsrat-in-genf-bewirkte-dort-proteste-gegen-einen-standigen-uno-sicherheitsratssitz-bras/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/08/brasiliens-menschenrechtsanwalt-bruno-alves-de-souza-toledo-sein-energisches-auftreten-vor-dem-uno-menschenrechtsrat-in-genf-bewirkte-dort-proteste-gegen-einen-standigen-uno-sicherheitsratssitz-bras/</a></strong></p>
<p><strong>Helio Bicudo: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/todesschwadronen-in-brasilien-unter-lula-katholischer-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-todesschwadronen-wuten-weiter/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/todesschwadronen-in-brasilien-unter-lula-katholischer-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-todesschwadronen-wuten-weiter/</a></strong></p>
<p><strong> </strong><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/brasiliens-gefangenenpriester-valdir-silveira-erhalt-von-lula-regierungs-menschenrechtspreis-wegen-kampf-gegen-folter-in-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/brasiliens-gefangenenpriester-valdir-silveira-erhalt-von-lula-regierungs-menschenrechtspreis-wegen-kampf-gegen-folter-in-brasilien/</a></strong></p>
<p><strong>Lula links oder rechts?</strong> <strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/21/lula-links-oder-rechts-selbst-einige-pt-mitglieder-beurteilen-seine-politik-als-eindeutig-rechts-als-fortsetzung-der-wirtschaftspolitik-von-fernando-henrique-cardoso-zugunsten-des-finanzkapitals/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/21/lula-links-oder-rechts-selbst-einige-pt-mitglieder-beurteilen-seine-politik-als-eindeutig-rechts-als-fortsetzung-der-wirtschaftspolitik-von-fernando-henrique-cardoso-zugunsten-des-finanzkapitals/</a></strong></p>
<p><strong> </strong><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/18/ermittlungen-gegen-weitere-todesschwadron-in-sao-paulo-bisher-offenbar-mindestens-elf-menschen-liquidiert/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/18/ermittlungen-gegen-weitere-todesschwadron-in-sao-paulo-bisher-offenbar-mindestens-elf-menschen-liquidiert/</a></strong></p>
<p><strong>Fotodokumentation und Slum-Dikatur:</strong> <strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</a></strong></p>
<p><strong>Gregor Gysi, Linkspartei, Deutschland: “Von allen linken   Präsidenten hat Lula, der als am wenigsten links eingeschätzt wird, die   größten Erfolge.” </strong></p>
<p><strong>“Lula Superstar”:</strong> <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569506.html">http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569506.html</a></p>
<p><strong>Peter Scholl-Latour:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/peter-scholl-latour-uber-brasilien-vielfaltige-harmonie-der-rassen-mauricio-pestana-uber-das-rassistischste-land-der-erde-jurandir-freire-costa-uber-ethisch-moralische-schizophrenie-m/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/peter-scholl-latour-uber-brasilien-vielfaltige-harmonie-der-rassen-mauricio-pestana-uber-das-rassistischste-land-der-erde-jurandir-freire-costa-uber-ethisch-moralische-schizophrenie-m/</a></p>
<p><strong><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/12/microondaspensionista.jpg" alt="microondaspensionista.jpg" /></strong></p>
<h2>”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es       selbst.” Deutschsprachige Tourismuspropaganda. Was in       Kommerz-Reiseführern fehlt…</h2>
<p><strong>Scheiterhaufen und Slum-Diktatur: </strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/16/scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-der-grausame-tod-einer-48-jahrigen-frau-in-der-microondas-laut-lokalzeitung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/16/scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-der-grausame-tod-einer-48-jahrigen-frau-in-der-microondas-laut-lokalzeitung/</a></p>
<p><strong>Die Aufdringlichkeit der Sinne</strong></p>
<p><strong>Vom machtgeschützten Verlust der gesellschaftlichen Sehkraft &#8211; Oskar Negt(2000)</strong></p>
<p><strong>“Der Verlust jener in sinnlicher Erfahrung begründeten    Urteilsfähigkeit der Menschen hat in unserem Jahrhundert für viele    Menschen tödliche Folgen gehabt. Das Wegsehen, die machtgeschützte    Sinnenblindheit, wenn Menschen verfolgt und getrieben, vergewaltigt und    öffentlich gequält werden &#8211; das gehört nicht der Vergangenheit an.”</strong></p>
<p><strong>José Zapatero, amtierender EU-Ratspräsident:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/jose-zapatero-spaniens-premierminister-lobt-lula-uber-alle-masen-der-mann-der-die-welt-uberrascht-esse-homem-honesto-integro-e-admiravel-von-amnesty-international-angeprangerte-folter/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/jose-zapatero-spaniens-premierminister-lobt-lula-uber-alle-masen-der-mann-der-die-welt-uberrascht-esse-homem-honesto-integro-e-admiravel-von-amnesty-international-angeprangerte-folter/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/03/zerstuckes.JPG" alt="zerstuckes.JPG" /></p>
<p><strong>Gefängnishorror unter Lula &#8211; UNO-Menschenrechtskommission in   Genf befaßt sich mit den Zuständen. Foto von brasilianischen   Menschenrechtsaktivisten.</strong></p>
<p><strong>Umgang mit Geschichte:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/13/deutschland-und-japan-wurden-nach-dem-zweiten-weltkrieg-jahrelang-dafur-bestraft-das-sie-der-angelsachsischen-welt-fuhrung-getrotzt-diese-herausgefordert-hatten-die-sicht-der-lula-regierung-zu/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/13/deutschland-und-japan-wurden-nach-dem-zweiten-weltkrieg-jahrelang-dafur-bestraft-das-sie-der-angelsachsischen-welt-fuhrung-getrotzt-diese-herausgefordert-hatten-die-sicht-der-lula-regierung-zu/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/23/laut-lula-zog-die-regierung-aus-der-diktatur-folterpraxis-dem-martyrium-der-verfolgten-die-richtigen-lehren-folha-de-sao-paulo-nennt-die-skandalos-folterer-wurden-nicht-bestraft-folter-ohne/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/23/laut-lula-zog-die-regierung-aus-der-diktatur-folterpraxis-dem-martyrium-der-verfolgten-die-richtigen-lehren-folha-de-sao-paulo-nennt-die-skandalos-folterer-wurden-nicht-bestraft-folter-ohne/</a></p>
<p><strong>Menschenrechtsminister Paulo Vannuchi zur Sklavenarbeit:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/22/a-censura-nunca-desiste-kampagne-gegen-zensur-von-pubaddict/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/22/a-censura-nunca-desiste-kampagne-gegen-zensur-von-pubaddict/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/23/die-zeit-interviewt-lula-der-pr-witz-aus-hamburg-was-alles-fehlt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/23/die-zeit-interviewt-lula-der-pr-witz-aus-hamburg-was-alles-fehlt/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/06/offizielle-statistiken-brasiliens-und-ihre-kritiker-beispiel-mordrate/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/06/offizielle-statistiken-brasiliens-und-ihre-kritiker-beispiel-mordrate/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/09/zeitungsfotofarbe1.jpg" alt="zeitungsfotofarbe1.jpg" /></p>
<p><strong>Zeitungsfoto &#8211; Rio-Bewohner betrachten Ermordete. Das   Desinteresse an den tatsächlichen Lebensbedingungen der Slumbewohner ist   enorm.</strong></p>
<p><strong>”Die Praxis der Folter ist als Form institutioneller Gewalt   im Alltag des Sicherheitsapparats weiter präsent und richtet sich   besonders gegen die Armen.(brasilianische Soziologie-Zeitschrift   “Sociologia” in ihrer neuesten Ausgabe) </strong></p>
<p><strong>“Folter ohne Ende”: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</a></strong></p>
<p><strong>Folter von Kindern: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/26/anzeigen-wegen-folter-von-heimkindern-unter-lula-die-organisation-amerikanischer-staaten-interveniert-morde-und-folterungen-verhindern-brasiliens-gefangnissystem-ahnelt-nazistischen-kzs/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/26/anzeigen-wegen-folter-von-heimkindern-unter-lula-die-organisation-amerikanischer-staaten-interveniert-morde-und-folterungen-verhindern-brasiliens-gefangnissystem-ahnelt-nazistischen-kzs/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/10/muttertote.jpg" alt="muttertote.jpg" /></p>
<p>Zeitungsfoto.</p>
<p><strong>Menschenrechtsminister Paulo Vannuchi zu außergerichtlichen Exekutionen und Blutbädern während der Lula-Regierung:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/10/taglich-ausergerichtliche-exekutionen-in-brasilien-menschenrechts-minister-paulo-vannuchi/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/10/taglich-ausergerichtliche-exekutionen-in-brasilien-menschenrechts-minister-paulo-vannuchi/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/todesschwadronen-in-brasilien-unter-lula-katholischer-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-todesschwadronen-wuten-weiter/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/todesschwadronen-in-brasilien-unter-lula-katholischer-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-todesschwadronen-wuten-weiter/</a></p>
<p><strong>Vannuchi zu täglichen Menschenrechtsverletzungen:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gravierende-menschenrechtsverletzungen-eindie-menschenrechtsverletzungen-sind-routine-alltaglich-und-allgemein-verbreitet-das-gefangnissystem-ist/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gravierende-menschenrechtsverletzungen-eindie-menschenrechtsverletzungen-sind-routine-alltaglich-und-allgemein-verbreitet-das-gefangnissystem-ist/</a></p>
<p><strong>Lula-Pressekonferenz vom Dezember 2009 in Berlin:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/03/pressekonferenz-mit-lula-in-berlin-keine-einzige-frage-zu-gravierenden-von-amnesty-international-kritisierten-menschenrechtsverletzungen-wie-folter-scheiterhaufen-todesschwadronen-sklavenarbeit/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/03/pressekonferenz-mit-lula-in-berlin-keine-einzige-frage-zu-gravierenden-von-amnesty-international-kritisierten-menschenrechtsverletzungen-wie-folter-scheiterhaufen-todesschwadronen-sklavenarbeit/</a></p>
<p><strong>Kopf unter Wasser:</strong> <a href="http://www.amnesty.de/journal/2009/juni/kolumne-kopf-unter-wasser">http://www.amnesty.de/journal/2009/juni/kolumne-kopf-unter-wasser</a></p>
<p><strong>“Krieg auf dem Morro dos Macacos”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/07/lula-steht-rechts-ich-habe-ihn-immer-fur-einen-rechten-gehalten-ele-e-da-direitafrancisco-de-oliveira-renommierter-brasilianischer-soziologe-in-caros-amigos/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/07/lula-steht-rechts-ich-habe-ihn-immer-fur-einen-rechten-gehalten-ele-e-da-direitafrancisco-de-oliveira-renommierter-brasilianischer-soziologe-in-caros-amigos/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/leider-sind-es-nicht-mehr-so-viele-die-die-ganze-wahrheit-wissen-wollen-man-biegt-sehr-schnell-ab-um-bei-seiner-meinung-bleiben-zu-konnen-und-bei-den-als-angenehm-empfundenen-losungen-ich-hab/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/leider-sind-es-nicht-mehr-so-viele-die-die-ganze-wahrheit-wissen-wollen-man-biegt-sehr-schnell-ab-um-bei-seiner-meinung-bleiben-zu-konnen-und-bei-den-als-angenehm-empfundenen-losungen-ich-hab/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/30/die-top100-website-beitrage-des-2halbjahrs-2009-regelmasige-website-nutzer-in-uber-90-landern-das-meist-genutzte-google-foto-der-website-gefangenenpriester-gunther-zgubic-aus-osterreich-koordinat/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/30/die-top100-website-beitrage-des-2halbjahrs-2009-regelmasige-website-nutzer-in-uber-90-landern-das-meist-genutzte-google-foto-der-website-gefangenenpriester-gunther-zgubic-aus-osterreich-koordinat/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/</a></p>
<p><strong>Menschenrechts-Samba &#8211; anklicken:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/12/o-iraque-e-aqui-der-irak-ist-hier-hit-von-jorge-aragao/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/12/o-iraque-e-aqui-der-irak-ist-hier-hit-von-jorge-aragao/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/lula-macht-laut-wertekriterien-des-weltwirtschaftsforums-in-davos-alles-richtig-hohe-ehrung-mit-preis-global-statesmanship-wirtschaftsethik-und-menschenrechtslage-weltsozialforum-2010/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/lula-macht-laut-wertekriterien-des-weltwirtschaftsforums-in-davos-alles-richtig-hohe-ehrung-mit-preis-global-statesmanship-wirtschaftsethik-und-menschenrechtslage-weltsozialforum-2010/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</a></p>
<p><strong>”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst. Deutschsprachige Tourismuspropaganda.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Massengräber</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>„Wenn die Toten da reingeschmissen werden,   sind das Szenen wie in diesen Holocaustfilmen“, beklagen sich Anwohner   von Massengräber-Friedhöfen der größten lateinamerikanischen  Demokratie.  In der Tat wird seit der Diktaturzeit vom Staat die Praxis  beibehalten,  nicht identifizierte, zu „Unbekannten“ erklärte Tote in  Massengräbern  zu verscharren.  Die Kirche protestiert seit Jahrzehnten  dagegen und  sieht darin ein gravierendes ethisch-moralisches Problem,  weil es in  einem Land der Todesschwadronen damit auch sehr leicht sei,  unerwünschte  Personen verschwinden zu lassen. In der Megacity Sao Paulo  mit ihren  mehr als 23 Millionen Einwohnern empört sich der weltweit  angesehene  Menschenrechtspriester Julio Lancelotti: „In Brasilien wird  monatlich  eine erschreckend hohe Zahl von Toten anonym in Massengräbern   verscharrt, verschwinden damit Menschen auf offiziellem Wege, werden  als  Existenz für immer ausgelöscht. Wir von der Kirche nehmen das nicht   hin, versuchen möglichst viele Tote zu identifizieren, um sie  dann  auf  würdige Weise christlich zu bestatten. Wir brauchten einen großen   Apparat, ein großes Büro, um alle Fälle aufklären zu können – dabei ist   dies eigentlich Aufgabe des Staates!“</strong><strong>Padre Lancelotti   erinnert daran, daß während der 21-jährigen Diktaturzeit in Sao Paulo   von den Machthabern 1971 eigens der Friedhof Dom Bosco geschaffen wurde,   um dort zahlreiche ermordete Regimegegner heimlich gemeinsam mit jenen   unbekannten Toten, den sogenannten „Indigentes“, in Massengräber zu   werfen. Wie die Menschenrechtskommission des Stadtparlaments jetzt   erfuhr, wurden seit damals allen Ernstes 231000 Tote als Namenlose   verscharrt – allein auf d i e s e m Friedhof. Heute  kommen Monat für   Monat dort zwischen 130 und 140 weitere Indigentes hinzu. Nach einem   Massaker an Obdachlosen Sao Paulos kann Priester Lancelotti zufällig auf   dem  Friedhof Dom Bosco beobachten, wie sich der Staat der Namenlosen   entledigt: “Als der Lastwagen kommt und geöffnet wird, sehe ich mit   Erschrecken, daß er bis obenhin voller Leichen ist. Alle sind nackt und   werden direkt ins Massengrab geworfen. Das wird zugeschüttet &#8211; und   fertig. Sollten wir später noch Angehörige ermitteln, wäre es unmöglich,   die Verstorbenen in der Masse der Leichen wiederzufinden. Was sage ich   als Geistlicher dann einer Mutter?“ </strong><strong>Lancelotti hält   einen Moment inne, reflektiert: „Heute hat das Konzentrationslager   keinen Zaun mehr, das KZ ist sozusagen weit verteilt – die Menschen sind   nach wie vor klar markiert, allerdings nicht auf der Kleidung, sondern   auf dem Gesicht, dem Körper. Und sie werden verbrannt, verscharrt, wie   die Gefangenen damals, und es gibt weiter Massengräber.“ </strong><strong>Was   in Sao Paulo geschieht, ist keineswegs ein Einzelfall. In der   nordostbrasilianischen Millionenstadt Fortaleza leiden die Anwohner des   Friedhofs „Bom Jardim“ seit Jahren bei den hohen Tropentemperaturen   unter grauenhaftem Leichengeruch. „Die Toten werden oft schon verwest   hergebracht, wie Tiere verscharrt, wir müssen zwangsläufig zusehen, es   ist grauenhaft“, klagt eine Frau. „Fast jeden Tag kommt der Leichen-LKW –   doch bei den heftigen Gewitterregen wird die dünne Erdschicht über den   Toten weggeschwemmt, sehen wir die Massengräber offen, wird der Geruch   im Stadtviertel so unerträglich, daß viele Kopfschmerzen kriegen,   niemand hier eine Mahlzeit zu sich nimmt.“ Der Nachbar schildert, wie   das vergiftete Regenwasser vom Friedhof durch die Straßen und Gassen des   Viertels läuft: „Das Wasser ist grünlich und stinkt, manchmal werden   sogar Leichenteile mitgeschwemmt – und weggeworfene Schutzhandschuhe der   Leichenverscharrer. Die Kinder spielen damit – haben sich an die   schrecklichen Vorgänge des Friedhofs gewöhnt.  Wir alle haben Angst, daß   hier Krankheiten, Seuchen ausbrechen.“</strong><strong>Selbst in Rio  de  Janeiro sind die Zustände ähnlich, werden zahllose Menschen von   Banditenkommandos der über 1000 Slums liquidiert und gewöhnlich bei   Hitze um die 35 bis 40 Grad erst nach Tagen in fortgeschrittenem   Verwesungszustand zum gerichtsmedizinischen Institut abtransportiert.   Wie aus den Statistiken hervorgeht, werden in den Großstädten monatlich   stets ähnlich viele Tote als „Namenlose“ in Massengräber geworfen wie  in  Sao Paulo, der reichsten Stadt ganz Lateinamerikas. </strong><strong>Priester   Julio Lancelotti und seine Mitarbeiter stellen immer wieder   Merkwürdigkeiten und verdächtige Tatbestände fest. „Werden Obdachlose   krank und gehen in bestimmte öffentliche Hospitäler, bringt man an ihrem   Körper eine Markierung an, die bedeutet, daß der Person nach dem Tode   zu Studienzwecken Organe entnommen werden. Die Männer registriert man   durchweg auf den Namen Joao, alle Frauen als Maria. Wir streiten heftig   mit diesen Hospitälern und wollen, daß die Obdachlosen auch nach dem   Tode mit den echten Namen geführt werden. Schließlich kennen wir diese   Menschen, haben über sie Dokumente. Man meint eben, solche Leute sind   von der Straße, besitzen also weder eine Würde noch Bürgerrechte. Wir   haben in der Kirche eine Gruppe, die den illegalen, kriminellen   Organhandel aufklären will, aber rundum nur auf Hindernisse stößt. Denn   wir fragen uns natürlich auch, ob jenen namenlos Verscharrten vorher   illegal Organe entnommen werden.“</strong><strong>Fast in ganz   Brasilien  und auch in Sao Paulo sind Todesschwadronen aktiv, zu denen   Polizeibeamte gehören, wie sogar das Menschenrechtsministerium in   Brasilia einräumt. Tagtäglich würden mißliebige Personen   außergerichtlich exekutiert, heißt es. Darunter sind auch Obdachlose,   von denen allein in Sao Paulos Zentrum weit über zehntausend auf der   Straße hausen. Wie Priester Julio Lancelotti betont, ist zudem die Zahl   der Verschwundenen auffällig hoch. </strong><strong>„Auf den Straßen  Sao  Paulos werden viele Leichen gefunden. Denn es ist sehr einfach, so   einen Namenlosen zu fabrizieren. Man nimmt ihm die Personaldokumente   weg, tötet ihn und wirft ihn irgendwo hin. Wir gehen deshalb jeden Monat   ins gerichtsmedizinische Institut, um möglichst viele Opfer zu   identifizieren. Die Polizei ist immer überrascht und fragt, warum uns   das interessiert. Das Identifizieren ist für uns eine furchtbare,   psychisch sehr belastende Sache, denn wir müssen monatlich stets   Hunderte von Getöteten anschauen, die in großen Leichenkühlschränken   liegen &#8211; alle schon obduziert und wieder zugenäht. Und man weiß eben   nicht, ob da Organe entnommen wurden.“</strong><strong>Solchen Verdacht   hegen nicht wenige Angehörige von Toten, die seltsamerweise als   „Namenlose“ im Massengrab endeten. In der nordostbrasilianischen   Küstenstadt Maceio geht letztes Jahr der 69-jährige Sebastiao Pereira   sogar mit einem Protestplakat voller Fotos seines ermordeten Sohnes auf   die Straße. Dem Vater hatte man im gerichtsmedizinischen Institut die   Identifizierung der Leiche verweigert – diese dann mysteriöserweise auf   einen Indigentes-Friedhof gebracht. Kaum zu fassen – ein   Friedhofsverwalter bringt es fertig, Sebastiao Ferreira später  mehrere   Leichenteile, darunter einen Kopf zu zeigen. „Mein Sohn wurde allein am   Kopf von vier MG-Schüssen getroffen – und dieser Kopf war doch intakt!   Ich setzte eine DNA-Analyse durch – der Kopf war von einem Mann, das   Bein von einem anderen, der Arm wiederum von einem anderen – doch nichts   stammte von meinem Sohn“, sagt er der Presse. </strong><strong>In Sao   Paulo hat Priester Lancelotti durchgesetzt, daß ein Mahnmal auf dem   Friedhof Dom Bosco an die ermordeten Regimegegner, aber auch an die mehr   als 200000 „Namenlosen“ erinnern wird.</strong><strong> Neuerdings   macht der Friedhof in Brasilien immer wieder Schlagzeilen, allerdings   nicht wegen der Massengräber von heute. Progressive Staatsanwälte   versuchen das Oberste Gericht in Brasilia zu überzeugen, den zur   Diktaturzeit für den Friedhof verantwortlichen Bürgermeister Paulo Maluf   und den damaligen Chef der Politischen Polizei, Romeu Tuma, wegen des   Verschwindenlassens von Oppositionellen vor Gericht zu stellen.   Erschwert wird dies jedoch durch den Politikerstatus der Beschuldigten:   Paulo Maluf ist Kongreßabgeordneter und Romeu Tuma sogar Kongreßsenator  –  beide gehören zum Regierungsbündnis von Staatspräsident Lula.</strong></p>
<p><strong><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/10/torturasemfimcapa.jpg" alt="torturasemfimcapa.jpg" /></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/</a></p>
<p><strong>Kindstötung bei Indianerstämmen:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/18/brasilien-kindsmord-am-amazonas-ard-weltspiegel-berichtet-erstmals-uber-infantizid-bei-brasilianischen-indianerstammen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/18/brasilien-kindsmord-am-amazonas-ard-weltspiegel-berichtet-erstmals-uber-infantizid-bei-brasilianischen-indianerstammen/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/09/wikileaks-lula-und-die-leere-antiamerikanische-rhetorik-engste-freundschaftliche-beziehungen-zum-weisen-haus-doch-bitte-um-verstandnis-fur-spruche-gegen-die-usa-in-wahlkampfzeiten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/09/wikileaks-lula-und-die-leere-antiamerikanische-rhetorik-engste-freundschaftliche-beziehungen-zum-weisen-haus-doch-bitte-um-verstandnis-fur-spruche-gegen-die-usa-in-wahlkampfzeiten/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/atherino2009.jpg" alt="atherino2009.jpg" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/19/httpwwwrechtsanwalt-brasiliende-anwalte-infur-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/19/httpwwwrechtsanwalt-brasiliende-anwalte-infur-brasilien/</a></p>
<p><strong>Brasilianische Protestsongs: </strong></p>
<p><strong>Paralamas do Sucesso:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sI4ZF2qEzpE">http://www.youtube.com/watch?v=sI4ZF2qEzpE</a></p>
<p><strong>Jorge Aragao:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4">http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4</a></p>
<p><strong>Bezerra da Silva:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=8i69t5BI3KI">http://www.youtube.com/watch?v=8i69t5BI3KI</a></p>
<p><strong>Legiao Urbana: </strong> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zy2-b8Ze90A&amp;feature=fvwrel">http://www.youtube.com/watch?v=zy2-b8Ze90A&amp;feature=fvwrel</a></p>
<p><strong>Rita Lee:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=XTPV8cJoqSU">http://www.youtube.com/watch?v=XTPV8cJoqSU</a></p>
<p><strong>Cazuza:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=NkNv2BflaSU">http://www.youtube.com/watch?v=NkNv2BflaSU</a></p>
<p><strong>Capital Inicial:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5xShbngQdaI">http://www.youtube.com/watch?v=5xShbngQdaI</a></p>
<p><strong>Titas:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0LXil87V6jQ">http://www.youtube.com/watch?v=0LXil87V6jQ</a></p>
<p><strong>Biquini Cavadao:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=lR4GeUpk-LE">http://www.youtube.com/watch?v=lR4GeUpk-LE</a></p>
<p><strong>Raul Seixas:</strong>  <a href="https://www.youtube.com/watch?v=S2cWf8lrQAQ">https://www.youtube.com/watch?v=S2cWf8lrQAQ</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/herzlich-willkommen-zum-letzten-fokus-amerika-ich-bin-sven-toniges-2532011/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/herzlich-willkommen-zum-letzten-fokus-amerika-ich-bin-sven-toniges-2532011/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/foltertododiapastoralglobo.JPG" alt="foltertododiapastoralglobo.JPG" /></p>
<p><strong>“Folter noch jeden Tag.”(2011)</strong></p>
<p><strong>Amnesty Journal 2009:</strong></p>
<p><strong>“KOPF UNTER WASSER</strong></p>
<p><strong>Gravierende Menschenrechtsverletzungen offiziell abzustreiten    oder zu  vertuschen, kommt heutzutage bei der internationalen    Gemeinschaft  schlecht an. Das weiß auch die brasilianische Regierung    und geht deshalb  seit langem einen anderen Weg: Mit erstaunlicher,    entwaffnender  Offenheit wird in- wie ausländischen Kritikern bestätigt,    dass sie  völlig im Recht seien. Man sehe die Dinge ganz genau so und    habe bereits  wirksame Schritte, etwa zur Abschaffung der Folter,    eingeleitet. Doch  auf die Worte folgen meist keine Taten.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Menschenrechtsaktivisten wie der    österreichische Pfarrer Günther  Zgubic, der die bischöfliche    Gefangenenseelsorge in Brasilien leitet,  vermissen seit Jahren    deutliche Worte von deutscher Seite. Schließlich  ist Lateinamerikas    größte Demokratie ein wichtiger strategischer Partner  von Deutschland,    und die Regierung in Berlin spricht gerne von den  “gemeinsamen   Werten”,  die beide Staaten verbinden würden. Mit dem    Menschenrechtsbeauftragten  der Bundesregierung, Günter Nooke, hat jetzt    zum ersten Mal endlich  ein hochrangiger deutscher Politiker in der    Hauptstadt Brasilia die  Probleme offen angesprochen.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Zgubic erinnert immer wieder an die    wohlklingenden Versprechungen,  die Präsident Luiz Inácio Lula da Silva    bei seinem Amtsantritt 2003  verkündet hat: “Er hat öffentlich  erklärt,   dass er Folter und andere  grausame, unmenschliche Praktiken  nicht  mehr  duldet.” Leere Worte aus  Brasilia, denn nach Informationen  von  Zgubic  existiert die Folter in  allen Varianten, um Geständnisse  zu  erzwingen:  “Es werden Elektroschocks  eingesetzt, man presst den  Kopf  unter Wasser.  Auf allen Polizeiwachen  Brasiliens werden  Häftlinge  gefoltert”, meint  Zgubic.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Nun sieht er sich überraschend durch Nooke    bestätigt. “Stehen  Menschenrechtsprobleme wie die unsägliche    Folterpraxis beim  Staatspräsidenten ganz oben auf der Prioritätenliste?    Wieso wird nicht  stärker kritisiert, dass die Regierung alle    internationalen  Verpflichtungen eingeht, ohne sie dann auch konsequent    umzusetzen? Wir  merken, dass sich Brasilien beim Thema Menschenrechte    von Europa  entfernt”, erklärte Nooke kürzlich. Brasilien dürfe im     Menschenrechtsbereich nicht abdriften.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Doch vielleicht ist dies längst passiert.    Paulo Vannuchi, Leiter des  Staatssekretariats für Menschenrechte in    Brasilia, hatte in der Zeitung  “Folha de São Paulo” betont, dass das    brasilianische Strafgesetz die  ­Todesstrafe zwar nicht vorsehe, dennoch    aber täglich außergerichtliche  Exekutionen stattfinden würden.    Gemeinsame Werte? Pedro Ferreira, Anwalt  bei der bischöflichen    Gefangenenseelsorge, findet es bedrohlich, dass  selbst nach offiziellen    Angaben derzeit über 126.000 Häftlinge trotz  verbüßter Strafe  illegal   weiter festgehalten werden.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Ehemalige Gegner der Diktatur (1964 bis    1985) weisen zudem auf die  fatalen Folgen der nicht bewältigten    Gewaltherrschaft hin. Nicht einmal  die Öffnung der Geheimarchive aus    der Zeit der Diktatur sei unter Lula  veranlasst worden, kritisiert    Bundesstaatsanwalt Marlon Weichert aus São  Paulo. Die Straflosigkeit    inspiriert seiner Meinung nach jene  Staatsfunktionäre, die heute im    Polizeiapparat und im Gefängnissystem  “Folter und Ausrottung”    betrieben. Mit leeren Worte kann man an diesen  ­Zuständen wohl kaum    etwas ändern.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong><em>Von Klaus Hart.<br />
Der Autor ist Journalist und lebt in São Paulo.</em></strong></p>
<h3>ai-Journal Dezember 1996</h3>
<h2>Die “Hölle auf Erden”</h2>
<p><strong>BRASILIEN</strong></p>
<p><strong>Die “Hölle auf Erden”</strong></p>
<p><strong>Revolten, Hungerstreiks und Aids bestimmen den Alltag in den   völlig  überfüllten brasilianischen Gefängnissen. Brasilien gilt zwar   als die  zehntgrößte Wirtschaftsnation, leistet sich aber Haftanstalten,   die man  eher in Ruanda oder Burundi vermuten würde. Eine im April   verkündete  Amnestie entspannte die Situation nicht.</strong></p>
<p><strong>Eine mittelalterlich anmutende Gefangenenzelle in Rios   Stadtteil  Realengo: Jeder der mehreren Dutzend Insassen hat laut Gesetz   Anspruch  auf mindestens acht Quadratmeter &#8211; hier ist es nicht mal ein   einziger.  Geschlafen wird deshalb in Schichten. Während ein Teil der   Gefangenen  auf feuchtem Boden liegt, schlafen die anderen in   Hängematten, die an  den Gitterstäben befestigt sind. In einer Zelle im   Stadtteil Bangu ein  ähnliches Bild: 35 fast nackte, schwitzende Männer   auf nur sechzehn  Quadratmetern bei beißendem Fäkaliengeruch und   nächtlichem Besuch von  Ratten. Die psychische Spannung ist fast mit   Händen greifbar. Neun von  zehn Gefangenen haben Furunkel, in der   heißesten Jahreszeit herrschen  bis zu 60 Grad. Dann fallen täglich etwa   20 Insassen ohnmächtig um,  werden von den Wärtern herausgezerrt und   durch andere ersetzt.</strong></p>
<p><strong>Um aus dieser Hölle herauszukommen und in eine weniger   überfüllte Zelle  verlegt zu werden, bestechen Häftlinge ihre Aufseher   mit bis zu  umgerechnet 5.000 Mark. Es gibt brasilianische Gefängnisse,   in denen die  Insassen das nötige Geld sammeln, um dann die  Begünstigten  auszulosen.  In Bangu kommen die notwendigen “Real” von  der Familie  oder  Verbrechersyndikaten &#8211; je unerträglicher die Hitze,  desto höher  die  Preise auf diesem Schwarzmarkt. Einmal am Tag gibt es  schlechtes  Essen;  die Lebensmittelpakete der Angehörigen werden  gewöhnlich nicht   ausgehändigt.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Folter ist üblich. Ein Anwalt beschreibt   einen Fall von 1996:  “Polizisten mit Kapuzen mißhandelten 116   Gefangene, unter anderem mit  Elektroschocks. Alle wiesen Blutergüsse   auf, wurden zudem zu sexuellen  Handlungen gezwungen.” Fast täglich   werden Fälle zu Tode gefolterter,  erschlagener Häftlinge bekannt &#8211; die   politisch Verantwortlichen bleiben  meist passiv. Nur wenige   Intellektuelle protestieren, die Gesellschaft  scheint sich an die   grauenvollen Zustände gewöhnt zu haben.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Pervertieren statt resozialisieren</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Menschenrechtsorganisationen wie amnesty   international oder “Human  Rights Watch” prangern die Zustände in den   brasilianischen Haftanstalten  an &#8211; und auch die Gefangenenseelsorge der   Katholischen Kirche läßt  nicht locker. Padre Geraldo Mauzeroll von  der  “Pastoral Carceraria” im  Teilstaat Sao Paulo gegenüber dem  ai-Journal:  “Wer ins Gefängnis kommt,  wird pervertiert, wird angesehen  und  behandelt wie ein Tier &#8211; niemand  ist an einer Besserung oder   Resozialisierung interessiert. Die  Gesellschaft rächt sich an ihnen,   läßt sie intellektuell, spirituell,  moralisch und kulturell und nicht   selten sogar physisch sterben.”  Mauzeroll hört in Polizeiwachen und   Gefängnissen sehr häufig den  Ausspruch: “Nur ein toter Häftling ist ein   guter Häftling!” Der Padre  geht seit 1973 in die “Presidios” &#8211; was er   täglich sieht, sind Bilder  wie aus Horrorfilmen: Tuberkulose  grassiert,  über die Gesichter  Todkranker laufen Ameisen. Häftlinge  verfaulen  buchstäblich in Zellen.  Die Gefängnisärzte sind selbst  kriminell, weil  sie Kranke bewußt </strong></p>
<p><strong>nicht behandeln, sondern sterben lassen. Sie werden aber nie   zur  Rechenschaft gezogen. Kriminell handeln auch Richter und   Staatsanwälte,  die über Folter und alle anderen   Menschenrechtsverletzungen detailliert  informiert sind, jedoch nicht   eingreifen.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Das Gefängnispersonal verkauft   Lebensmittel, die für Häftlinge bestimmt  sind und ermöglicht   Rauschgifthandel und -konsum hinter Gitterstäben.  Ein   Gefängnisdirektor: “Drogen müssen dort drin sein, damit die  Gefangenen   ruhig bleiben.”</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Erzwungenes Schweigen, Morddrohungen</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Ein dunkles Kapitel ist auch die sexuelle   Gewalt, von Aufsehern sogar  gefördert. Mauzeroll zum ai-Journal: “Wird   ein wegen Vergewaltigung  Verurteilter eingeliefert, stecken die Wärter   ihn in bestimmte  Massenzellen, damit er dort von 15 oder 20  Häftlingen  vergewaltigt wird.  Dies ist Gesetz in den Kerkern, und so  verbreitet  sich Aids sehr  schnell.” Nach amtlichen Angaben infizierten  sich  bereits mehr als 20  Prozent aller Inhaftierten mit dem HIV-Virus  &#8211; ein  Großteil der rund  150.000 brasilianischen Gefangenen hat  homosexuellen  Verkehr, gewöhnlich  ungeschützt. </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Vitor Carreiro teilte in Rio de Janeiro   jahrelang eine Zelle mit 47  Gefangenen. Er ist von Aids gezeichnet und   sagt: “Alle Welt weiß, daß  die Frau des Gefangenen der andere  Gefangene  ist.” Promiskuität ist der  Alltag: José Ferreira da Silva,   HIV-positiv, berichtet von vier festen  und acht gelegentlichen Partnern   &#8211; keiner benutzt Präservative. </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Padre Mauzeroll drückt sich im Gegensatz zu   vielen “politisch korrekten”  Landsleuten nicht um unbequeme und   unangenehme Wahrheiten. Er hat keine  Probleme, die von den Autoritäten   gerne versteckten und verdrängten  Probleme offen anzusprechen. “Wer   über die Zustände redet und  informiert, stirbt”, lautet eine andere   Regel. Berufskiller erledigen  das &#8211; Mauzeroll weiß, daß auch sein Leben   in Gefahr ist. Dennoch klagt  er offen die soziale Ordnung Brasiliens   an: “Diese ist schuld an der  Situation.” </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Gemäß einer neuen Studie der Vereinten   Nationen lebt heute fast die  Hälfte der 150 Millionen Brasilianer in   verhältnismäßig entwickelten  Gebieten. “Wenn in Sao Paulo und Rio de   Janeiro die Lage in den  Gefängnissen bereits so schlimm ist”, gibt   Padre Mauzeroll zu bedenken,  “wie muß sie dann erst in den stark   unterentwickelten Regionen des  Nordens und Nordostens sein?”</strong></p>
<p><strong> Amnestie nur Kosmetik</strong></p>
<p><strong>Die Rechtsanwältin Zoraide Fernandez weist darauf hin, daß   Häftlinge  nach verbüßter Strafe oft noch jahrelang gefangengehalten   werden. 1995  waren es allein in Rio mindestens 560.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Staatschef Fernando Henrique Cardoso verkündete im   April die,  wie es offiziell hieß, größte Amnestie in der Geschichte   des Landes:  Etwa zehn Prozent der Gefangenen sollten freikommen. Wie   die  Gefängnisbehörden inzwischen einräumten, werden beispielsweise im    Teilstaat Rio de Janeiro nur wenig mehr als ein Prozent amnestiert. Die    511 Gefängnisse bieten Platz für höchstens 60.000 Personen, sind aber    nach jüngsten offiziellen Angaben mit 148.760 Häftlingen belegt &#8211; das    sind 15 Prozent mehr als 1994. Notwendig, so hieß es, sei der Bau von    145 zusätzlichen Haftanstalten. Die Lage in der Metropole Sao Paulo  ist   den Angaben zufolge am dramatischsten. Eine Besserung ist nicht in    Sicht: Per Haftbefehl suchte man allein 1996 rund 275.000 Straftäter.</strong></p>
<p><strong>Rund 95 Prozent der Häftlinge sind Arme, 96 Prozent sind   männlich und  etwa drei Viertel Voll- und Halbanalphabeten. Der typische   Gefangene, so  eine Studie, ist dunkelhäutig und jünger als 25 Jahre.   Jeden Monat  kommt es laut Statistik zu mindestens drei großen   Häftlingsrevolten, die  meisten werden allerdings der Öffentlichkeit   verschwiegen. Eine  Ausnahme bildet lediglich der südliche, relativ   hochentwickelte  Teilstaat Rio Grande do Sul &#8211; nur dort soll es auch   keine irregulär  festgehaltenen Häftlinge geben.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Wärter und Spezialeinheiten gehen   gewöhnlich äußerst brutal gegen  meuternde Häftlinge vor: 1992 wurden im   berüchtigten Gefängnis  “Carandiru” von Sao Paulo mindestens 111   Insassen erschossen. Die  politisch Verantwortlichen und die direkt   Beteiligten blieben bisher  straffrei. In “Carandiru” ereignete sich   auch Ende Oktober wieder eine  Revolte: 670 Gefangene nahmen 27 Wärter   als Geiseln und forderten die  Verlegung in eine andere Haftanstalt.   Fünf Häftlinge versuchten  währenddessen in einem Müllwagen zu fliehen,   vier von ihnen wurden von  Militärpolizisten erschossen.<br />
Klaus Hart<br />
Der Autor ist freier Korrespondent in Rio de Janeiro</strong></p>
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<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1997/deu05/009?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fwords%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Kein Ende des Mordens in Sicht</a></strong>01.04.1997    | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Kein Ende des Mordens in Sicht   In  Brasilien sind auch zehn Jahre nach Ende der Diktatur   Todesschwadronen  aktiv. Die Opfer sind Kinder, Jugendliche, Arme,   Menschenrechtler oder  politische Gegner &#8211; die Gewalt nimmt zu. An einem   Februarnachmittag  geschieht in Rio de Janeiro wieder einmal das, was   …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1997/deu05/009?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fwords%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2001/deu05/247?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fwords%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Folter bleibt alltäglich</a></strong>01.11.2001    | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Folter bleibt alltäglich In    Brasilien hat die Regierung eine Kampagne gegen die Folter gestartet.    Menschenrechtler sind eher skeptisch, was den Erfolg betrifft. Denn auch    das Anti-Folter-Gesetz von 1997 hat bisher nicht die gewünschte   Wirkung  gehabt. Der Dreißig-Sekunden-TV-Spot ist gut gemacht, drasti …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2001/deu05/247?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fwords%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2000/deu05/033?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fwords%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Sicherheitskräfte treiben Menschenrechtler in Exil</a></strong>01.10.2000    | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Sicherheitskräfte treiben    Menschenrechtler ins Exil Der brasilianische Staatschef Cardoso ist    stolz auf seine Menschenrechtspolitik. Doch engagierte Menschenrechtler    und verfolgte Homosexuelle fliehen ins Ausland und  erhalten dort    politisches Asyl. Wer sich in Brasilien für die Rechte von Minderh …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2000/deu05/033?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fwords%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1998/deu05/046?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fwords%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Brasilien: Schießen mit “Wildwest-Zulage”</a></strong>01.02.1998    | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Schießen mit “Wildwest-Zulage”    Die Militärpolizei Brasiliens ist heute gewalttätiger als während der    Diktatur. Massaker an Häftlingen, Straßenkindern und Landlosen häufen    sich. Menschenrechtler protestieren gegen eine “Wildwest-Zulage”, die    Ermordungen belohnt und zum Töten Unschuldiger anreizt.   …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1998/deu05/046?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fwords%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong>1</strong><a href="http://www.amnesty.de/suche?page=1&amp;words=Klaus+Hart&amp;search_x=0&amp;search_y=0&amp;form_id=ai_search_form_block" title="Gehe zu Seite 2">2</a><a href="http://www.amnesty.de/suche?page=1&amp;words=Klaus+Hart&amp;search_x=0&amp;search_y=0&amp;form_id=ai_search_form_block" title="nächste Seite">nächste Seite</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2004/deu05/108?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Geld oder Gewehre: Mit Hilfe einer Kampagne versucht die Regierung Waffen abzukaufen</a></strong>01.09.2004    | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Brasilianisches Roulette In  kaum   einem anderen Land der Welt sterben so viele Einwohner durch    Schusswaffen wie in Brasilien. Jetzt versucht die Regierung, die    privaten Revolver und Gewehre einzusammeln. Was soll ich noch mit den    Schießeisen – in meinem Alter“, sagt die 89-jährige Zulmira de Oli …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2004/deu05/108?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1996/deu05/062?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Die “Hölle auf Erden”</a></strong>01.12.1996    | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Die “Hölle auf Erden” Revolten,    Hungerstreiks und Aids bestimmen den Alltag in den völlig überfüllten    brasilianischen Gefängnissen. Brasilien gilt zwar als die zehntgrößte    Wirtschaftsnation, leistet sich aber Haftanstalten, die man eher in    Ruanda oder Burundi vermuten würde. Eine im April verkünde …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1996/deu05/062?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2002/deu05/101?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Staat im Staate</a></strong>01.10.2002    | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN STAAT IM STAATE In Brasilien    haben sich einflussreiche Verbrechersyndikate entwickelt, die vor allem    in den Favelas, den Elendsvierteln der Großstädte das soziale Leben    kontrollieren. In den über achthundert Favelas von Rio de Janeiro häufen    sich Szenen wie diese: Mehrere Dutzend schwer bewaff …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2002/deu05/101?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1999/deu05/199?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Ungesühnte Gewaltexzesse</a></strong>01.09.1999    | Amnesty Journal Artikel | Brasilien Ungesühnte Gewaltexzesse In den    Armenvierteln der brasilianischen Großstädte gehört der Terror zum    Alltag. Bewaffnete Banden, Paramilitärs und die Polizei treiben hier ihr    Unwesen. Der Staat schaut zu. Rio de Janeiro, Ende Juli 1999: In    Sichtweite des Rathauses und einer Polizeikaserne, ganz in …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1999/deu05/199?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2000/deu05/177?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Nachrichten</a></strong>01.11.2000    | Amnesty Journal Artikel | NACHRICHTEN Brasilien Menschenrechtler    besorgt über Terror von rechts Der brasilianische Schriftsteller Joao    Silvèrio Trevisan, 56, Pionier und intellektueller Kopf der nationalen    Schwulenbewegung, hat die Regierung von Präsident Fernando Cardoso    aufgefordert, rigoros gegen rechtsextreme Gruppen vorzugehen,  …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/2000/deu05/177?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1999/deu05/110?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Nachrichten</a></strong>01.06.1999    | Amnesty Journal Artikel | Nachrichten Brasilien/Deutschland Keine    Schelte für Präsident Cardoso Menschenrechtler hatten sich vor dem    Deutschland-Besuch des brasilianischen Präsidenten Fernando Henrique    Cardoso gefragt, was diesmal wohl anders sein würde. Kam Cardoso zu    Bundeskanzler Kohl an den Rhein, schlugen ihm Freundlichkeiten und  …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1999/deu05/110?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1998/deu05/029?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Nachrichten</a></strong>01.06.1998    | Amnesty Journal Artikel | NACHRICHTEN Brasilien Ein Folterer macht    Karriere Ricardo Fayad ist heute Brigadegeneral &#8211; während der Diktatur    von 1964 bis 1985 hatte er sich als ausgebildeter Mediziner an    Folterungen politischer Gefangener beteiligt. In einer Kaserne in Rio de    Janeiro bestimmte er die Methoden: Celia Manes erhielt im …</p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/umleitung/1998/deu05/029?lang=de&amp;mimetype=text/html&amp;destination=suche%3Fpage%3D1%26words%3DKlaus%2BHart%26search_x%3D0%26search_y%3D0%26form_id%3Dai_search_form_block">Weiterlesen</a></p>
<p><strong>„Die Lula-Regierung war bei den Menschenrechten eine Enttäuschung“(2009)</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Tim Cahill, Brasilienexperte von Amnesty International, über    fortdauernde Folter, Todesschwadronen, paramilitärische Milizen und    Sklavenarbeit in Lateinamerikas größter Demokratie.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Paraisopolis heißt Paradies-Stadt – doch paradiesisch ist    hier garnichts. Der Slum zählt zu den über 2000 in der reichsten    südamerikanischen Megacity und grenzt an ein Viertel der Wohlhabenden –    nicht wenige davon blicken von ihren luxuriösen Penthouse-Appartements    direkt auf das unüberschaubare Gassenlabyrinth, wo auf engstem Raum  in   Holz-und Backsteinkaten rund 100000 Menschen in Moder, Abwässer-und    Müllgestank hausen. Dabei gibt es an der fernen Peripherie weit    grauenhaftere Slums. Auch für die Kirche ist an Scheinheiligkeit nicht    zu überbieten, daß der von bewaffneten Gangstern gemanagte Drogenhandel    in Paraisopolis nur dank der reichen Großkunden von nebenan so  lukrativ   funktioniert. Der junge schwarze Slumpriester Luciano Borges  Basilio   nimmt kein Blatt vor den Mund:“Das organisierte Verbrechen ist  besser   organisiert als die Polizei – oft sogar viel besser, während  die Polizei   desorganisiert ist.“ In Brasilien werden täglich mehrere  Beamte   ermordet. „Ein Polizeioffizier erhielt 2009 hier in  Paraisopolis einen   Bauchschuß – die Beamten haben ja auch Familie und  sind unter Streß und   Hochspannung, wenn sie in einen Slum  hineinmüssen. Aber Willkür   rechtfertigt das nicht.“  Anstatt jener  kleinen Minderheit von   Kriminellen das Handwerk zu legen, verletzt die  Polizei bei Razzien   permanent Grundrechte der völlig unschuldigen  Bewohnermehrheit, was   weder die Kirche noch Amnesty International  hinnimmt. Tim Cahill ist   wiederholt vor Ort, spricht mit Zeugen. Sie  berichten von Folterungen,   ungerechtfertigtem Schußwaffengebrauch: Bei  der Verfolgung von   Gangstern, die in das Gassengewirr und  Menschengewimmel des Slums   flüchten, wird ein neunmonatiges Baby in  den Arm geschossen, eine   Sechzehnjährige an den Brüsten verwundet. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Journal: Bewohner berichten, daß Elektroschocks zu den    gängigsten polizeilichen Foltermethoden in Paraisopolis gehören. Die    Beamten behandeln uns wie Tiere, lautet ein Vorwurf. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> Cahill: Die brasilianische Regierung hat zwar die    Anti-Folter-Konvention unterzeichnet, doch wie wir hier vor Ort sehen,    fehlt jeglicher politischer Wille, Folterer zu bestrafen. Bei    Folter-Anzeigen wird gewöhnlich garnicht ermittelt. Die Polizei ist    landesweit zunehmend in kriminelle Aktivitäten verwickelt, bildet    Todesschwadronen und paramilitärische Milizen. Und ein beträchtlicher    Teil der Brasilianer, vor allem jene in den Slums, wird wie    Wegwerf-Bevölkerung behandelt. Paraisopolis ist dafür ein Beispiel. Es    fehlt die Verantwortung des Staates für diese Menschen. Öffentliche    Sicherheit muß für alle Brasilianer garantiert werden – die armen    Schichten darf man nicht einfach davon ausschließen.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Journal: „Öffentliche Sicherheit“ ist in Brasilien vor allem    Aufgabe der Militärpolizei – Relikt der Militärdiktatur. Weil    Diktaturverbrecher, Folterer von einst nicht bestraft werden, fördert    dies heutige Polizeigewalt und ermuntert die Folterer zum Weitermachen,    argumentieren selbst frühere politische Gefangene.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Cahill: Das ist in der Tat ein zentraler Punkt –    Straffreiheit in Bezug auf Vergangenes stärkt die heutige Politik der    Straflosigkeit. Das wird weithin akzeptiert. Ich war in vielen    Polizeiwachen und Gefängnissen Brasiliens, habe hohe Amtsträger des    Sicherheitsapparats getroffen. Da fand ich immer Leute mit ganz direkter    Beziehung zu den Diktaturverbrechen. Das Ausmaß der Gewalt, die    alltäglichen Menschenrechtsverletzungen im heutigen Brasilien sind Erbe    der Diktaturvergangenheit. Amnesty macht Druck auf Brasilia, auf    Staatschef Lula, die Diktaturverbrechen zu bestrafen und die    Geheimarchive des Militärregimes endlich zu öffnen. Brasilien ist bei    der Vergangenheitsbewältigung deutlich hinter den anderen    lateinamerikanischen Staaten zurück. Das ist gravierend. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Journal: Die Lula-Regierung hatte der UNO, den    Menschenrechtsorganisationen 2003, zu Beginn der ersten Amtszeit    versprochen, die eigenen Gesetze und internationalen Abkommen    einzuhalten. Doch nach wie vor werden in Brasilien sogar Menschen auf    Scheiterhaufen lebendig verbrannt.  Hielt Brasilia denn Wort?</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Cahill: Die Lula-Regierung war eine Enttäuschung. Es gab    große Versprechen, Pläne und Projekte, sogar einen konstruktiven Diskurs    – doch die Probleme sind tief verwurzelt geblieben. Es wird weiter    gefoltert und exekutiert, die Lage in den Gefängnissen ist nach wie vor    grauenhaft, und es gibt sogar weiterhin Todesschwadronen und    Sklavenarbeit. Es fehlt der Regierung ganz klar politischer Wille. Echte    Reformen werden durch wirtschaftliche und politische Interessen    verhindert. Die paramilitärischen Milizen haben Macht, üben    wirtschaftliche Kontrolle aus – daraus wird politische Macht, eine reale    Bedrohung im heutigen Brasilien.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Journal: In der Olympia-Stadt Rio de Janeiro hat der Staat    mehrere Hangslums besetzt, gemäß überschwenglichen europäischen    Presseberichten die Verbrecherkommandos vertrieben und die Lage der    Bewohner deutlich verbessert. Sind das nicht gute Beispiele, die auf    positive Änderungen hindeuten?</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Cahill: Es handelt sich bei diesen Slums lediglich um Inseln,    während im großen Rest der Stadt sich an der staatlichen Politik, an    Diskriminierung und Polizeigewalt kein Deut ändert.  Für uns heißt  dies,   vor Ort noch intensiver zu recherchieren und   Menschenrechtsverletzungen  permanent anzuprangern. Die Situation   Brasiliens ist sehr komplex. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Journal: Hochrangige Staatsvertreter geißeln die Lage    gelegentlich drastisch, was auf manchen entwaffnend wirkt.  Laut Gilmar    Mendes, Präsident des Obersten Gerichts, ähnelt Brasiliens    Gefängnissystem nazistischen Konzentrationslagern. Und Paulo Vannuchi,    Brasiliens Menschenrechtsminister, räumt ein, daß tagtäglich    außergerichtliche Exekutionen  und Blutbäder von Polizisten sowie    Todesschwadronen verübt würden. Gravierende Menschenrechtsverletzungen    seien Routine, alltäglich und allgemein verbreitet.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Tim Cahill: Dies zählt zu den unglaublichen Dingen in    Brasilien – Teile der Autoritäten erkennen diese Tatsachen offen und    klar an – aber tun so, als seien sie dafür nicht verantwortlich. Denn    das Gefängnissystem wird eben einfach nicht reformiert, trotz der    häufigen Versprechen. Das große Problem Brasiliens ist heute, daß der    offizielle Diskurs nichts mit der politischen Praxis zu tun hat. Wenn    die Regierung in Brasilia weltweit mehr Anerkennung und Respekt will,     muß sie sich für die Menschenrechte der eigenen Bevölkerung einsetzen,    besonders der Unterprivilegierten. Was falsch läuft, haben wir bei    unseren Recherchen in der Sao-Paulo-Favela Paraisopolis, bei den    Gesprächen mit Tatzeugen deutlich ermittelt: Der Staat marginalisiert    diese Menschen – und das seit Jahrzehnten. Innerhalb des Staatsapparats    herrscht Einverständnis, die Polizeistrukturen nicht zu kontrollieren.    Angesichts extremer Kriminalität läßt man den Sicherheitskräften die    Freiheit, Menschenrechte einfach zu verletzen. Wichtig ist, beide  Seiten   zu sehen. </strong></p>
<p><strong>“Cities of Terror” &#8211; WOXX:</strong><br />
<a href="http://archiv.woxx.lu/0700-0799/700-709/703/703p5.pdf"><strong> http://archiv.woxx.lu/0700-0799/700-709/703/703p5.pdf</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.ila-web.de/brasilientexte/inhalt.htm"><strong>http://www.ila-web.de/brasilientexte/inhalt.htm</strong></a></strong></p>
<h2>EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung startet in   Hamburg. “Wir teilen   die Werte der individuellen Freiheit, der   Herrschaft des Rechts und   der Menschenrechte.” Bundesaußenminister   Westerwelle. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11470" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/eu-lateinamerik-karibik-stiftung-hamburg/" rel="tag"> </a></p>
<p><a href="http://www.welt.de/regionales/hamburg/article13703820/EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung-nimmt-Arbeit-auf.html"><strong>http://www.welt.de/regionales/hamburg/article13703820/EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung-nimmt-Arbeit-auf.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.brasil.diplo.de/Vertretung/brasilien/pt/01__Willkommen/Noticias_202010/Rede_20Westerwelle_20EULAK_20Stiftung.html"><strong>http://www.brasil.diplo.de/Vertretung/brasilien/pt/01__Willkommen/Noticias_202010/Rede_20Westerwelle_20EULAK_20Stiftung.</strong></a></p>
<p><strong>Hintergrund von 1997 &#8211; veröffentlichte Texte in Lateinamerika-Nachrichten &#8211; hat sich seitdem an der Lage viel verändert?</strong></p>
<h1>Im Dienst des organisierten Verbrechens</h1>
<h2>Rios Straßenkinder &#8211; neue Dimension eines alten Problems</h2>
<p>Immer  mehr Straßenkinder Brasiliens werden von der organisierten     Kriminalität  rekrutiert und landen damit in den Kreisläufen der     täglichen Barbarei  und Gewalt. Das „Missionsobjekt“ Straßenkind hat     hierdurch neue  Dimensionen erfahren, die bislang allerdings von den      Straßenkinderprojekten im Ausland kaum zur Kenntnis genommen wurden.      Unser Autor Klaus Hart aus Rio de Janeiro schildert die wenig      erfreuliche Entwicklug des Problems.</p>
<p>Bis zum entsetzlichen  Candelaria-Massaker von 1993 (vgl. LN Nr.     231/232) gehörten die Meninos  de Rua zum normalen Erscheinungsbild der     Sieben-Millionen-Stadt Rio de  Janeiro. Ob in Copacabana, Ipanema  oder    in der City &#8211; immer zogen sie in  Gruppen herum, bettelten,  stahlen.   Und  schlimmer noch: Eine sichtbare  Minderheit unter den   Straßenkindern   überfiel, terrorisierte regelrecht  bevorzugt   schwangere Frauen und  alte  Leute.<br />
Im Stadtzentrum bin auch ich mehrfach von Straßenkindern verfolgt      worden, flüchtete mich in Restaurants oder in von bewaffneten Pförtnern      bewachte Hauseingänge. Wenn die Gruppen mich dennoch erwischten,   waren    eben Geld und teures Arbeitsgerät wie Sony-Recorder oder Kamera   weg.    Eine Bande ritzte mir vorm Wegrennen in Richtung Polizeikabine   einmal    Arm und Hand blutig. Aber das ist alles harmlos im Vergleich   zu den    Erlebnissen vieler Einheimischer. Eine brasilianische  Bekannte  fuhr mit    dem Wagen die famose Avenida Atlantica entlang,  ihr  Kleinkind auf dem    Rücksitz. An der Ampel wird das Auto von   Straßenkindern umringt, eines    schneidet ihrer Tochter die Kehle   durch, sie verblutet. Einem    Nordamerikaner, zum Arbeiten in Rio,   schlägt eine Gruppe eine    abgeschlagene Flasche ins Gesicht, einfach   so, ohne Raubabsicht.<br />
Derzeit muß man in Rios Kernbereichen Meninos de Rua allerdings fast mit      der Lupe suchen. Statt der Tausenden von Anfang der 90er Jahre      verlieren sich im Straßengewühl bestenfalls einige hundert. Will ich zur      nächsten Metrostation, kommen mir gelegentlich ausgeraubte      traumatisierte Frauen entgegen: „Gehen Sie nicht weiter, an der Ecke      lauern drei Meninos mit Messern!“ Also laufe ich zurück, nehme am Stand      ein Taxi, fahre an den Kids vorbei, höre vom Motorista: „Die da   werden    nicht alt, hinter denen sind schon die Kollegen her.“   Diskutieren    sinnlos. Grundtenor an den Stehbars: Sofort umlegen,   bevor die Blödsinn    machen.<br />
Straßenkinder-Experten wie Roberto Santos, Leiter der angesehenen      Stiftung Sâo Martinho, bestätigen, daß die Gesellschaft, besonders die      Mittel- und Oberschicht, auf Repression setzt und Gewalt gegen die      Minderjährigen wie nie zuvor befürwortet. Gemäß einer neuen seriösen      Umfrage sind rund 52 Prozent der BewohnerInnen von Rio generell für      Lynchjustiz. Den Intellektuellen, ebenso wie den in-und ausländischen      NGOs, gelang es nicht, einen Meinungsumschwung herbeizuführen &#8211; die      brasilianische Gesellschaft ist neoliberaler, individualistischer  und     deutlich egoistischer geworden. Das früher bestehende Mitgefühl  etwa  der    Mittelschicht mit den Armen hat spürbar abgenommem. Weiter  gilt,  was    der inzwischen verstorbene Betinho konstatierte: Das  Beseitigen  von  als   störend empfundenen Minderjährigen wird von einem  Großteil  der    BrasilianerInnen hingenommen, toleriert, und im Sinne  einer  geistigen    Komplizenschaft mit den Mördern sogar befürwortet.</p>
<p>Anti-NGO-Kampagne</p>
<p>Inzwischen hat sich das Problemfeld verändert. Heute über gute oder      schlechte Straßenkinderprojekte, über die Unterschlagung von      Spendengeldern und über Kinderelend als Bereicherungsquelle für      unehrliche NGOs zu debattieren, wäre müßig. Regierungsunabhängige      Organisationen, die sich direkt den Straßenkindern widmen, gibt es kaum      noch. Die meisten sind schlichtweg eingegangen, seit das Ausland  weit     weniger Spenden überweist und die Regierung nach einer  geschickt     betriebenen Anti-NGO-Kampagne Gelder stoppte. Cristina  Leonardo, die     couragierte Leiterin des Centro Brasileiro de Defesa  dos Direitos da     Crianca e do Adolescente (Brasilianisches Zentrum  für die Verteidigung     der Rechte von Kindern und Jugendlichen) und  Verteidigerin von Opfern     und Überlebenden des Candelaria-Massakers,  wie auch Roberto Santos     bestreiten vehement, daß die Regierung etwa  durch gute  Präventivprojekte    die Zahl der Straßenkinder gesenkt  habe. Unter  Präsident Fernando    Henrique Cardoso sei die Situation  gerade im  Sozialbereich, ob Bildung    oder Gesundheit, so schlecht wie  noch nie.  Ausländische    Unterstützergruppen, so ist immer wieder zu  hören,  hätten eine völlig    falsche, oft sozialromantische Sicht der  Dinge.  Größtenteils werde    übersehen, was sich bereits vor dem   Candelaria-Massaker 1993 deutlich    abzeichnete: Das organisierte   Verbrechen offeriert den Kindern und    Jugendlichen vergleichsweise   gutbezahlte Jobs, bei keineswegs    geringerem, sondern weit höherem   Lebensrisiko, doch für umgerechnet bis    zu tausend Mark die Woche. In   sämtlichen Slums von Rio de Janeiro,  auch   dies ist inzwischen ein   Gemeinplatz, funktionieren selbst die vom    Ausland finanzierten   Hilfsprojekte nur, wenn das organisierte  Verbrechen   seine Zustimmung   gibt. In Europa denken immer noch viele,  Kinder und   Jugendliche der   Unterschicht würden mehrheitlich von der  Militärpolizei   erschossen.   Seriöse Untersuchungen stellten jedoch  bereits 1993  richtig,  daß der   große „Exterminador“ eben das  organisierte Verbrechen  ist.  Keiner   weiß das besser als die mit  Cristina Leonardo kooperierende     Künstlerin Yvonne Bezerra de Mello.  Kinder, die nicht richtig    mitziehen,  etwa drogensüchtig werden und  statt Profiten Verluste    bringen, werden  kurzerhand eliminiert. Die  Leichen, so Yvonne Bezerra    de Mello,  verschwinden meistens. Die großen  Bosse, sagt sie, wohnen    natürlich  nicht im Slum, sondern in den  Nobelvierteln Rios. In  diesen   Vierteln der  Geld- und Politikerelite  werden derzeit Drogen   verbraucht  wie nie zuvor  &#8211; daher die enorme  Nachfrage, die den   Straßenkindern Jobs  verschafft.<br />
Das beste Beispiel für die jüngeren Entwicklungen sind die      Candelaria-Überlebenden: Der Trafico, wie die auf Drogen-und      Waffenhandel, Entführungen und Rauberüberfälle spezialisierten      Gangsterkommandos genannt werden, hat sie adoptiert. Die Leute vom      organisierten Verbrechen, so Roberto Santos, zeigten sich in der Tat      weitaus besser organisiert und professioneller als der Staat und die      NGOs. Kinder und Jugendliche brauchen die rund 800 Slums von Rio nicht      mehr zu verlassen. Die Kleinsten verdienen als Fogueteiro    (Leuchtrakete)   über fünfzig Mark pro Tag. Sie warnen die    schwerbewaffneten Gangster   mittels Feuerwerksraketen vor herannahenden    gegnerischen   Verbrechermilizen oder der Polizei. Fünfjährige    transportieren als   sogenannte Aviôes, Flugzeuge, Drogen in der Stadt,    und bringen sie auch   zu den privaten Bestellern der Mittel-und    Oberschicht. Sieben- oder   Achtjährige haben für gewöhnlich schon    Pistole oder Revolver im   Hosenbund. Als Soldados schließlich gehören    sie zum martialischsten Teil   der nach militärischem Vorbild streng    hierarchisch gegliederten   wichtigsten Syndikate Comando Vermelho    (Rotes Kommando) und Terceiro   Comando (Drittes Komando). Soldados    kontrollieren die Ein- und Ausgänge   der Steilhangslums. Sie schießen    auf Verdächtige, nehmen an Gefechten   und Massakern teil, führen    Mordbefehle aus und sind bei Entführungen und   Banküberfällen dabei.</p>
<p>Kultur feudalistisch-machistischer Werte</p>
<p>Mit Reinaldo Guarany, militanter Diktaturgegner und einer der     Entführer  des deutschen Botschafters Ehrenfried von Holleben im Jahre     1970, fahre  ich eine enge steile Straße des malerisch wirkenden     Bergstadtteils Santa  Teresa hinunter. An der ersten Biegung richtet am     Favela-Eingang ein  nur mit Shorts und Sandalen bekleideter     Zwölfjähriger seine verchromte  MP auf uns. Er bräuchte nur einmal     durchzuziehen, und alle im Wagen  wären tot. Das passiert auch     gelegentlich &#8211; im Drogenrausch sehen die  Soldados in jedem einen     Gegner, erschießen sogar die eigene Freundin  oder Frau. Guaranys     Kommentar: „Noch vor zwei Jahren habe ich hier viele  von den Jungs, die     mir heute mit MPs begegnen, Murmeln spielen sehen &#8211;  sie wurden zu     Soldaten des organisierten Verbrechens, prahlen damit  herum und  rühmen    die Banditen als ihre Helden.“<br />
Guarany sieht es nicht anders als Anwältin Cristina Leonardo: „Daß heute      die große Mehrheit der Meninos de Rua beim Trafico ist, bedeutet,   daß    Staat und Regierung sie im Stich ließen und die Sozialprogramme      einschränkten. Wenn ein Junge mit acht Jahren schon mit einer      nordamerikanischen Heeres-MP umzugehen weiß, wird es kompliziert.      Darüber spricht niemand, aber genau das müßte das Hauptthema sein!“ Die      Drogenprobleme und das Ausmaß des organisierten Verbrechens      herunterzuspielen, ist für sie „scheinheilig“.<br />
Alba Zaluar, Brasiliens führende Gewaltexpertin, sieht inzwischen in den      Slums eine neue tyrannische Kultur feudalistisch-machistischer  Werte     fest installiert &#8211; hingenommen von den Autoritäten des  Staates. Denn   die   Herrschaft des organisierten Verbrechens über Rios  Slums   verhindert  auf  perfide Weise, daß deren BewohnerInnen  politisch für   ihre Rechte   kämpfen. Immer wieder werden engagierte    BürgerrechtlerInnen, die   Selbsthilfegruppen in den Slums leiten und    sich dem Normendiktat der   Gangster nicht beugen wollen, zur    Einschüchterung aller ermordet. Auch   von ehemaligen, vom Trafico    rekrutierten Straßenkinder.<br />
So wollte im September eine 83-jährige Frau nicht mehr akzeptieren, daß      Gangsterkommandos bei Gefahr stets ihr winziges Slum-Grundstück      passierten. Sie diskutierte mit den Banditen. Eines Nachts wurde sie      deshalb von einer Gruppe grausam ermordet. Ein brasilianischer  Bekannter     wohnt unglücklicherweise nur wenige Schritte von einem      Kommando-Treffpunkt entfernt. Er muß mitansehen, wie dort Kinder,      Jugendliche und Erwachsene gefoltert, gekreuzigt, mit Schüssen      durchsiebt werden. Mehrfach feuerten Jugendliche unter Drogeneinfluß in      seine Haustür, und hätten die zwei kleinen Söhne treffen können. Die      Kids tragen übrigens bevorzugt deutsche G-3 &#8211; und schweizerische      Sig-Sauer-Sturmgewehre. Weil diese eine besonders große Reichweite      haben, werden immer mehr Stadtbewohner durch verirrte Kugeln getötet      oder verwundet.<br />
In Rio ist die Gewöhnung an diese tägliche Barbarei die Regel &#8211; in      Deutschland dagegen, so scheint es, haben nur wenige die Entwicklungen      der letzten Jahre und deren politische Dimension zur Kenntnis   genommen.    Andere wollen sie nicht wahrnehmen. Sie müßten sich sonst   von ihren    liebgewordenen Brasilien-Klischees trennen.</p>
<h1>Vier zu drei gegen José Rainha</h1>
<h2>26 Jahre wegen “Beihilfe zum Doppelmord” &#8211; Brasiliens Justiz in Hochform</h2>
<p>In  einem 17stündigen Prozeß wurde der Führer der brasilianischen      Landlosenbewe­gung MST José Rainha zu 26 Jahren und sechs Mona­ten Haft      wegen angeblicher Beteiligung an einem Doppelmord ver­urteilt. Mit    vier   zu drei Stimmen befand die Jury den 36jährigen für schuldig,    obwohl  der  zur Tatzeit 1000 Kilometer vom Tatort entfernt war.</p>
<p>Lange vor dem  Prozeß gegen den populärsten, cha­ris­­ma­tischsten     Land­lo­senführer  kün­digte amnesty inter­national an, daß es im     Ver­fahren nicht mit  rechten Dingen zuge­hen wird. Aber die bösen     Erwartun­gen wurden noch  übertroffen. Der 36jährige José Rainha     er­hielt im Juni 26 Jahre und  sechs Mo­nate Haft wegen angeblicher     Be­tei­li­gung an einem  Doppel­mord, der 1989 im Bundesstaat Es­pírito     Santo began­gen wurde.  Amnesty in­ternational prote­stierte   um­ge­hend   und erklärte Rainha für  un­schul­dig: Das Ur­teil erinnere   an   Dik­taturzeiten. Bleibe es auch  beim zweiten Verfahren im   Sep­tem­ber   bei die­sem Strafmaß, wer­de er  zum po­litischen   Ge­fan­ge­nen erklärt   und ai rund um den Erd­ball für  seine   Freilassung mo­bilisie­ren.  Nicht  einmal die juristi­schen    Mindest­regeln seien im Prozeß  einge­halten  worden, kri­tisierte ai:    Weder durch Be­wei­se noch durch   Zeu­gen­aus­sa­gen konnte bestätigt    werden, daß Rainha am Tat­ort  war.  Im Ge­gen­teil gibt es  Nach­weise,   daß er sich tausend Kilometer   entfernt auf­gehalten hat.  Mit dem   Ge­richts­verfahren sollte viel  mehr  die  Land­lo­senbewe­gung MST   ein­ge­schüchtert werden, die zur    zweit­wichtigsten Stimme der   Op­posi­tion geworden ist.<br />
Auch die katholi­sche Kirche Bra­sili­ens, in der Rainha seine      po­litische Laufbahn begann, steht weiterhin zu ihm und unter­strich,      daß den 922 Morden an Bau­erngewerkschaftlerInnen, kirch­li­chen      Mit­arbeiterInnen, Landlo­sen, Kleinbau­ern und Klein­bäue­rinnen von      1990 bis 1995 nur 47 Ge­richtsverfahren und nur fünf verurteilte Täter      ge­gen­über­stehen, von denen zwei aus dem Ge­fängnis flohen.</p>
<p>Im Visier: Das MST</p>
<p>Daß Rainha noch lebt, grenzt fast an ein Wunder: Seit 1987 verfolgt     ihn  die berüchtigte To­des­schwadron Escuderie Le Cocq seines     Heimatstaa­tes  Espí­rito Santo, in dem er als Land­arbei­tersohn     aufwuchs. Rainha  ent­ging Hinterhal­ten, überlebte Mord­anschläge und     konnte nur ein­mal  durch Schüsse verwun­det wer­den. Zwei seiner  engen    Freun­de, Pfarrer  Gabriel Maire und Gewerk­schaftsführer Edson   Ra­mos,   dage­gen star­ben  1988 im Ku­gelha­gel der Pistole­ros.<br />
Ein Jahr später kam es zu ei­nem Schußwechsel zwi­schen  ei­nem      Groß­grundbesitzer, sei­nem ihn begleitenden Militärpolizi­sten und      einer Gruppe von Land­lo­sen. “In Wahrheit vertei­digten sich die Sem      Terra, die Landlo­sen, gegen jenen Fa­zendero, der ein Blutbad      anrich­ten wollte.” meint Anwalt Os­mar Barcellos. Zeu­gen wollen Rainha      bei der Schießerei gese­hen ha­ben, be­schreiben ihn als ziemlich     dick,  mit rundem Ge­sicht und ka­sta­ni­en­farbigen Haa­ren. Rainha  ist     je­doch geradezu dürre, hat ein längli­ches Gesicht und schwarze     Haare.  Und vor allem wurde er zur Tatzeit nicht nur von zwei      Lo­kalparlamentariern, sondern auch einem Obersten der      Mi­li­tär­po­li­zei des nordöstlichen Bun­des­staates Ceará gesehen.      Beim Prozeß wurden aber weder Zeu­gen der Anklage noch der      Ver­tei­digung angehört. Die laut Nach­rich­tenmagazin Veja      gra­vierendste Verur­teilung einer brasi­lianischen      Führungspersön­lich­keit seit der Rückkehr zur Demo­kratie wird deshalb      von zahl­reichen Ju­risten und Krimi­nalisten des Landes als     schlech­ter  Witz bezeichnet, die Strafe als “absurd”. Auch das     Pastoral­büro für  Landange­legenheiten der Bi­schofskonferenz     kritisierte, daß mit dem  Schauprozeß nicht Rainha, son­dern die     ge­samte Landlosenbewegung  ge­troffen wer­den sollte. In vielen Medien     da­gegen wurde das Urteil  einsei­tig darge­stellt und sogar begrüßt:     das MST also doch die Bande  von Mör­dern, ge­walttätigen Ge­sellen   und   Gesetzesbre­chern, wie die  mäch­ti­gen Großgrundbe­sitzer im­mer     be­haupten?<br />
Kä­me Rainha tatsächlich hin­ter Gitter, wäre das für das MST ein herber      Verlust. Niemand sonst hat in Brasi­lien so viele Be­setzungen      brachliegender La­ti­fundien mit durchgeführt, hat so große Erfahrungen      und kennt Bra­silien und die Landlosen­basis so gut. An die zwanzig      Prozesse wurden gegen Rainha geführt, etwa 50 Untersuchungsverfahren      ge­gen ihn ein­geleitet &#8211; ohne Er­folg. Hinter Gittern saß er  bereits     mehrfach, interna­tionale Proteste führ­ten jedoch stets zu  seiner     Frei­lassung.<br />
Ist Rainha nur eine Art MST-Pro­fi-Funktionär? Er be­sitzt vier Hektar      im Hinterland des Bun­des­staates Sâo Paulo, pflanzt Pap­rika, Mais,      Tomaten und Me­lo­nen, und gehört zu einer Asso­cia­çao comuni­taria   mit    16 Fa­mi­li­en. Von der bra­silianischen Zeit­schrift Imprensa   nach    seiner Schul­bildung gefragt, antwortete er: “Ich war nie in  der   Schule.   Le­sen und Schreiben habe ich mir mit fünfzehn zuhause    beige­bracht.   Wir waren eben ver­dammt arm, meine Brü­der    ar­bei­te­ten auf dem Feld,   um zu Über­le­ben. … Ich lese gerne. Von    Frei Betto kenne ich fast   alle Bücher &#8211; der ist mein Freund.”</p>
<h1>PC Farias: Tangotänzer und Mafioso</h1>
<h2>Brasiliens Justiz muß Mord an “Grauer Eminenz” wieder aufrollen</h2>
<p>Unter  dem Druck von Gerichtsmedizinern, Kriminalisten und der     Öffentlichkeit  sieht sich Brasiliens Justiz gezwungen, den Mord an     Paulo Cesar Farias,  Symbolfigur für Korruption in Politik und     Wirtschaft, erneut zu  untersuchen. Die bislang verbreitete offi­zielle     Tatversion ist nicht  mehr haltbar.</p>
<p>Mit der finanziel­len Unter­stützung des  Multimillionärs Paulo Cesar     Farias­, im Volks­mund PC,  gewann Collor de  Mello 1989 die     Präsident­schaftswahlen. Aber auch nach der Wahl  ver­sorgte PC seinen     Präsidenten, der 1992 wegen Korrup­tion und  Machtmiß­brauch seines     Am­tes enthoben wurde, mit reich­lich Geld (siehe  LN 222). “Wegen     Mangels an Be­weisen” 1994 in ei­nem offen­sicht­lich  politisch     motivier­ten Kor­ruptionspro­zeß frei­ge­spro­chen, lebt  Collor heute     in Miami. PC be­kam sieben Jah­re, die er größtenteils  höchst     kom­fortabel im of­fe­nen Straf­vollzug von Ma­ceio / Alagoas   absaß.     Damit könnte die Geschichte ein Ende haben.</p>
<p>PCs Comeback</p>
<p>Als ihn 1996 in seiner Wo­chenendvilla im Nord­oststaat Ala­goas der      tödli­che Schuß traf, hatte PC Farias gerade sein poli­tisches      Co­meback, die Gründung einer Tageszeitung angekündigt. Der zu­ständige      Po­lizeichef gab noch am selben Tag bekannt, der fünfzigjährige      kahl­köpfig-char­man­te Tangotän­zer sei wegen Be­ziehungspro­ble­men      von seiner Freundin Suzana Mar­colino er­schossen wor­den, die      anschlie­ßend an seiner Seite Selbst­mord be­gangen habe. &#8211; Spott und      Iro­nie war der Tenor von Brasiliens Leitar­tikeln. Als Tat­motiv  wurde     allgemein Quei­ma de Archivo, die Vernichtung von Archiven    angenom­men,   da PC exzellenter Kenner der brasi­lianischen    Kor­ruptionsme­chanismen   war und streng­gehütete Geheim­nisse der    jünge­ren Politik mit ins  Grab  nahm. Zur allgemei­nen Ver­blüf­fung    be­stätigte zwei Mo­nate  später der  bis dahin landes­weit    hoch­ange­sehene Gerichts­me­di­zi­ner  Badan  Palhares nach vor Ort    an­gestell­ten Untersu­chungen die  Ver­sion des  Polizei­chefs. Für die    Re­gie­rung schien der Fall damit  er­le­digt.<br />
Von Anfang an hatte der ala­goanische Gerichtsmedi­ziner und      Militärpolizei­oberst George San­guinette mit einem hohen Maß an      Zivil­courage öffentlich auf Un­gereimtheiten bei dem Mord      hin­ge­wiesen. Seine ermit­telnden Kol­legen würden von “oben”      ge­wal­tig unter Druck ge­setzt, bei dem Verbrechen han­dele es sich um      einen Doppel­mord. Sangui­nette erhielt da­raufhin Mord­droh­ungen   und    wurde we­gen seiner Aufmüpfig­eit zeit­weise unter Haus­arrest     gestellt.  Der Oberst ließ sich nicht ein­schüch­tern, wies  über­zeugend    grobe  Er­mitt­lungs­fehler nach, und ver­öf­fent­lichte  darüber  sogar   ein  Buch. Die Untersu­chungen wur­den schließlich    wiederaufge­nom­men.  Die  jüng­ste defini­tive Ex­per­tise vom Mai    macht die bis­he­rige   offizielle Version zu Ma­ku­la­tur. Suzana    Marco­lino konn­te nicht auf   PC geschossen und sich danach in der    beschrie­be­nen Weise umge­bracht   haben — ge­mäß der zu­ständigen    Staats­an­wäl­tin weisen die Indi­zien   nun­mehr auf Dop­pelmord hin.    Als PC und dessen Freundin be­reits tot   waren, wur­den nach­weis­lich    Te­lefongesprä­che mit der   Wo­chen­endvilla ge­führt. Die Lei­chen    “entdeckte” man aber erst rund   vier Stunden später.</p>
<p>Zivilcourage eines Gerichtsmediziners</p>
<p>Laut Sanguinetti steht die Ma­fia von Alagoas hinter der Tat.      Mitt­lerweile wurden auch Ver­bin­dungen PCs zur italienischen Mafia      nachgewiesen. Ein Partner soll in Geldwäsche, Drogen und Waf­fenhandel      verwickelt sein. Zwei Kinder von PC stu­dierten auf einem      Privatgymnasium der Schweiz, wo die ita­lienische Po­li­zei vier Konten      des Er­mordeten aus­machen konnte. Auf diesen und sechs weiteren    Konten   in den USA, den Niederlanden und Uruguay hatte PC über sechs    Millionen   Dollar de­poniert: Ein Bruch­teil seines Vermögens.<br />
PC Farias eigener Einschät­zung nach säßen bei strenge­ren Ge­setzen      gegen Korruption im Wahl­prozeß &#8211; wie zum Beispiel in Italien &#8211; die      Politiker, die Bau­un­ternehmer und Bankiers des Landes allesamt hinter      Git­tern. Und er muß es wohl am be­sten wis­sen.</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Würden Sie Ihr Kind “Hitler” nennen?</p>
<p>Antonio Callade, der auch in Deutschland und Österreich viel­verlegte      brasi­lianische Roman­cier, stau­nte nicht schlecht, als er bei der      Pre­miere eines seiner Stücke im Teatro Ziembinski von Rio de  Janeiro     auf den Mosaik­fußboden schaute: auf über zehn Metern Länge  ein     Ha­kenkreuz nach dem an­deren kunstvoll aufge­reiht, saubere      Handwerksarbeit aus den 30er und 40er Jahren. Seit das alte Haus 1985      von ei­nem Schauspieler er­worben und in ein Theater umgewan­delt   worden    war, hatte nie­mand An­stoß an der auch vom angrenzenden    öffentli­chen   Platz deutlich erkennba­ren Haken­kreuz­or­na­men­tik    genommen.<br />
Obwohl in den brasiliani­schen Zeitungen häufig über      Hakenkreuz­schmierereien in Deutschland und anderen eu­ropäischen      Län­dern sowie über die entsprechen­den Proteste jü­discher      Organisa­tionen be­richtet wird, verkau­fen Straßenhändler in Rio oder      Sâo Paulo sogar nach­produzierte Me­tall-Erinne­rungsplaketten an den      “Gautag der Bayrischen Ost­mark, Pfingsten 1933 in Regens­burg”,   darauf    das Ha­kenkreuz unter’m Reichsad­ler. Bis heute tragen nicht   wenige    Brasilianer den Vor­namen Hitler &#8211; die Eltern wa­ren eben   Bewunderer  des   Naziführers. Richter Hitler Canta­lice läßt einen      Parlaments­abgeordneten we­gen Autoraubs verhaften &#8211; und als die      Insassen einer total überfüllten Haftanstalt re­voltieren, behält      Polizei­chef Hitler Mussolini Pacheco kühlen Kopf, führt persönlich die      Verhand­lungen über Geiselfreilassun­gen. Weiße Hitler sitzen in      Universitätshörsälen, schwarze Hitler hausen in Slums der      Sklavennachfah­ren. “Hitler” steht auch auf Straßenschildern: In der      Stadt Barra do Bugres befindet sich das Hospital in der “Avenida Hitler      Sansâo”. Auch der Vor­nahme “Rommel” ist sehr häufig.<br />
Viele Juden flüchteten vor der drohenden Verfolgung und Ermordung auch      nach Brasilien &#8211; die den Deutschen aus der Nazizeit bekannte üble      Verunglimpfung der jü­dischen Minderheit ist jedoch bis heute selbst in      Wörterbü­chern und Lexika beibehalten worden &#8211; trotz  entsprechen­der     Proteste. Ver­gangenes Jahr hat erstmals auch die  jü­dische     Weltorganisation B’NAT B’RITH scharf ver­urteilt, daß  sogar im     wichtig­sten brasilianischen Nach­schlagwerk Aureliano der  Jude als     “schlechter Mensch, Geizhals, Habgieriger, Wu­cherer”  definiert bzw.     charakteri­siert wird.</p>
<h1>Megaescândalo</h1>
<h2>Gesprächsmitschnitte weisen auf massiven Stimmenkauf im Kongreß hin, Nutznießer: Staatschef Cardoso</h2>
<p>Der  Präsident will wiedergewählt werden. Die entsprechende      Verfassungsänderung kam Ende Januar nur mittels Stimmenkauf und andere      Machenschaften durchs Par­lament &#8211; sagten damals Kirche, Opposition   und    Medien. Doch niemand konnte es be­weisen. Jetzt liegen      Gesprächsmitschnitte vor, denen zufolge Cardosos rechte Hand,      Kommuni­kationsminister Sergio Motta, den Stimmenkauf veranlaßte. Eine      un­bekannte Zahl von Abgeordneten erhielt demnach jeweils umgerechnet    an   die 300.000 DM in bar. Cardoso war noch nie so in der  Bredouille.</p>
<p>Was  Brasiliens größte Quali­tätszeitung, die Folha de Sâo Paulo,     Mitte Mai  abdruckte, schlug ein wie eine Bombe: Zwei zur Rechtspartei     PFL der  Re­gierungsallianz zählende Kon­greß­abgeordnete er­läutern     klar und  unzwei­deutig eine groß­an­ge­leg­te Stimmenkaufopera­tion.     Car­dosos  In­tim­freund Sergio Motta von der So­zi­aldemokrati­schen     Partei (PSDB)  habe veranlaßt, daß über die PFL-Gou­ver­neu­re der     Teil­staaten Acre  und Ama­zonas um­gerechnet rund 300.000 DM in bar &#8211;     oder sogar noch viel  mehr &#8211; an Parlamentarier aus­gezahlt wurde,  damit    sie Ende Januar für  die Wie­derwahl-Novelle vo­tie­rten. Der    Abstimmung  war von der  Mitte-Rechts-Regierung al­ler­größte  Be­deutung    bei­ge­mes­sen wor­den.<br />
Überraschend hatte eine große Zahl von Abgeord­neten, die die      Ver­fas­sungsänderung stets öf­fent­lich ablehnten, dann doch der      No­velle zuge­stimmt. In den ab­ge­druckten Gesprächsmitschnit­ten      wer­den fünf bestochene De­pu­tados aus Acre nament­lich genannt, doch      weit mehr sollen Sum­men zwischen 200.000 und 300.000 Reais  er­hal­ten     haben. Diese bezeichen die Darstel­lungen als falsch und  absurd. Die     PFL, stärkster Partner Cardosos, schloß indessen sofort  jene zwei     Acre-Abgeordneten aus der Par­tei aus, die den Stimmenkauf  erläuterten     und selber Geld er­hielten. Mit anderen Worten: Beide  werden als     geständig ange­sehen, die Mitschnitte somit als  authentisch be­trachtet.     Wa­rum nur diese beiden und nicht die  an­deren Deputados &#8211; die zwei     Gouverneure und der Mi­nis­ter?, fragt  sich alle Welt. Die in     Folha-Kommentaren gege­be­ne Antwort:  Entläßt Cardoso Mi­ni­ster Motta,     wie sogar die PFL-Spit­ze  empfiehlt, gesteht er auch seine eigene    Schuld  ein &#8211; und dann ist  alles möglich. Erinnert sei hier an das     Col­lor-Im­peach­ment von  1992.</p>
<p>Kurse der Stimmenbörse</p>
<p>Motta, der mit Cardoso eine Großfarm betreibt, ist in einer heiklen      Situation. Vorwürfe, daß er als Hauptorganisator des Stimmenkaufs      fungiert, er­hob sogar Paulo Maluf, Führer der nicht zur Re­gierung      gehörenden Rechtspartei PPD. Deren Kon­greßabgeordneter Jair Bolsonari      beschrieb, wie es am Tage der Abstimmung im Januar in den      Kon­greßkorridoren zuging: Wie bei Geschäftsverhandlungen auf ei­ner      Stimmenbörse. Am Mor­gen wurde ein Votum noch für 200.000 Reais      ge­handelt, weil die Regierung nicht sicher war, ob die      Verfassungsänderung pas­sieren würde. Einige Parla­men­ta­rier      verlangten sogar 300.000 Re­ais. Kurz vor der Ab­stimmung glaub­te die      Regierung an ihren Sieg und ging deshalb mit dem Kurs herunter,  zahlte     nur noch 50.000 Reais. “Ich weiß nicht, wer Stimmen an-      bezie­hungs­wei­se ver­kaufte, doch den Kauf und Verkauf gab es      tatsächlich.”<br />
Die Cardoso-Regierung hat seit dem Amtsantritt eine Reihe von      parlamenta­rischen Untersu­chungs­ausschüssen verhin­dert, die ihr      hätten gefährlich wer­den kön­nen. Zwar bekam die Oppo­si­tion die      nötigen Unter­schriften der Abgeordneten zusammen, oh­ne die ein      Ausschuß nicht ge­bil­det werden kann. PFL und PSDB entsandten je­doch      nicht die vor­geschriebenen Repräsen­tanten &#8211; und damit war die      Untersuchung ganz “demokra­tisch” blockiert.<br />
Nach dem Abdruck der Ge­sprächs­mitschnitte hatte die Op­po­si­tion die      Unterschrif­tenliste rasch komplett &#8211; auf Anwei­sung Cardosos mußten      indessen PFL- und PSDB-Abgeordnete ihre Unterschriften  zurückziehen.  Es    wurde öffentlich spekuliert, wieviel Reais sich die  Regierung die     Rückzieher wohl habe kosten las­sen &#8211; wieder 200.000  pro Kopf?<br />
Brasiliens Bischofskon­ferenz CNBB hat den Me­ga­es­cândalo nicht      kommentiert, sie verwies nur auf ein jüngst veröffent­lich­tes      CNBB-Dokument, in dem die Re­gie­rung der ak­tiven Kor­rup­tion      beschul­digt wird. Im Bezug auf die Wiederwahlno­velle heißt es, die      Regierung be­sorge sich bei für sie interessan­ten Vor­lagen die  nötigen     Stim­men ohne Skrupel. Cardosos Allianzpartner PFL, der den      Vizepräsidenten stellt, ist gemäß Un­ter­suchungen und  Zeugenaus­sa­gen     bereits seit langem in Wahlstimmenkauf ver­wickelt.  Im archai­schen     Nord­osten, so Anwälte ge­gen­über den  La­tein­a­me­rika Nach­richten,     sei all­ge­mein be­kannt, daß der  deutsch­stäm­mige PFL-Chef Jor­ge     Born­hau­sen mit prall­ge­füll­tem  Geld­koffer he­rum­rei­se,  Politiker    besteche und den Stim­menkauf  organi­sie­re. Born­hau­sen  ist   Mitgründer  der einstigen  Militärdiktatur-Par­tei Arena. Cardosos  Vize   Marco  Ma­ciel gehörte  ebenfalls zur Are­na und zählte zu den    ak­tiv­sten  Unter­stüt­zern  der Folter­ge­ne­räle.</p>
<p>Alte Kameraden</p>
<p>Die PFL stand an der Seite Präsident Fernando Collor de Mellos, der 1992 wegen Korrup­tion und Machtmißbrauch abge­setzt wurde.<br />
Jener Senhor X, von dem die Fol­ha de Sâo Paulo die Mit­schnitte      erhielt, hat in­zwischen be­tont, weitere Tonbänder zu be­sitzen, auf      denen noch mehr Per­so­nen belastet werden.<br />
Zwei Mitglieder der PSDB-Spitze erklärten interessanter­weise vor der      Veröf­fentlichung der Mitschnitte gegen­über dem Nachrich­tenmagazin      Veja, sie sei­en überzeugt davon, daß der PFL-Gou­verneur von  Amazo­nas     mit der Ab­sicht des Stimmen­kaufs nach Brasi­lia gekommen  sei. Mit     Kof­fern voll Geld sei der Gou­ver­neur in den  Wiederwahl-Pro­zeß     hi­neingegangen. Warum stell­te die  Cardoso-Regierung ihn nicht zur     Rede, fragt die Veja.<br />
Gemäß einer neuen Mei­nungs­umfrage führt die Popula­ri­täts­kurve des      Staatschefs nach lan­ger Stabilität erstmals deut­lich nach unten.      Brasiliens Bör­sen reagierten auf die Ver­öff­ent­li­chung der ersten,      brisanten Mit­schnit­te in der Folha am 13. Mai so­fort mit   Kursabfall.    Die Echt­heit der Mitschnitte wurde am 20. Mai bestätigt.   Je­ne zwei    Ab­ge­ordnete, die den Wortlaut des Ab­drucks  bestritten,  ste­hen bös’    da. Ganz zu schwei­gen von den an­deren  Ver­wickelten.</p>
<h1>Lebendige Fackeln</h1>
<h2>Immer häufiger werden Wohnungslose im Schlaf angezündet</h2>
<p>Sie  hatten angenommen es sei nur ein Bettler, verteidigten sich die     fünf  jungen Tä­ter, die in Brasilia das schlafende Oberhaupt der      Pataxó-Indianer Galdino Jesus dos Santos an­zün­deten. Der Fall erregte      gerade deshalb Aufmerksamkeit, weil es sich um einen In­digena     handelte,  reiht sich jedoch ein in die zunehmende Gewalt gegen     Woh­nungs­lo­se.  Die Täter kommen meist aus der Mittel- und     Oberschicht.</p>
<p>Die  Avenida Rio Branco, ein­stige Prachtstraße Rio de Janei­ros,     bietet  nachts ein deprimie­rendes Bild. Weil seit 1995 in­folge von      neoliberalen Regie­rungsprogrammen die Arbeitslo­sigkeit steil an­stieg      und Sozialein­richtungen schlossen, lie­gen so viele Obdachlose,      Bettler, psy­chisch Kranke und Stra­ßenkinder wie selten zuvor      aufgereiht ne­beneinander auf dem Bürger­steig; nicht wenige nutzen als      Unterlage oder zum Zudecken ledig­lich Zeitungs­pa­pier oder Pappe.      Neuerdings hat ein Großteil von ihnen Angst, Op­fer jener   Brandattacken    zu werden, die sich auch in Sâo Pau­lo und selbst in   der Haupt­stadt    Brasilia häu­fen: Nur Schrit­te von der Ave­nida Rio   Branco ent­fernt,    über­goß vormittags eine gut­geklei­dete Frau  einen  sit­zen­den  Bettler   mit reich­lich Al­ko­hol, warf zy­nisch  lachend  ein  bren­nendes   Streichholz auf ihn. Und ver­schwand im   Men­schen­ge­wühl,  während der   Mann die Flammen zu er­sticken suchte.   Dreißig Pro­zent  der Haut   ver­brann­ten, derzeit liegt er in ei­nem   öffentlichen  Hospital der   Sie­ben-Millionen-Stadt, das pro Mo­nat   mindestens zwei  woh­nungs­lose   Brandopfer behandelt. Oft kommt   in­dessen jede Hilfe zu  spät, wie die   fast täglich veröf­fentlichten   Fotos von ver­kohlten  Leichen bewei­sen.<br />
Ivan Bertanha, Leiter einer Hospi­talabteilung für Verbren­nungen in Sâo      Paulo, betont, daß die Eingelieferten fast nie ge­richtsverwertbare      Angaben lie­fern können: “Sie sagen, daß sie in Flammen stehend      aufge­wacht sind und keine Verdächtigen ge­sehen haben.”      Pataxó-Häupt­ling Jesus dos Santos verbrannte in Brasilia lebendig,      nachdem nicht weniger als zwei Liter Alkohol über ihn ausge­gossen      worden waren. Die in­zwischen gefaßten fünf Täter aus Elitefamilien      ver­teidigten mit dem Argu­ment, sie hätten ihn “nur” für einen Bettler      gehalten. Für regierungskriti­sche Men­schenrechtler und  So­ziolo­gen     spricht dieser Satz Bände. Her­bert de Souza Betinho,  Füh­rer der     natio­nalen Kampagne ge­gen Hunger und für  Bürger­rechte, nennt das     Handeln der jungen Männer einen Hinweis  “auf den Grad der Degenerierung     in be­stimmten höheren Schich­ten  der brasilianischen Gesellschaft.”     Helio Bi­cudo, enger Mitarbeiter  des Kardinals von Sâo Paulo und     Kongreßabgeordneter der  Ar­bei­ter­partei PT, konstatiert, die     bra­si­lianische Gesellschaft  ent­wür­dige die Armen und bana­li­sie­re     das Leben. Der angesehene  So­zi­al­wissenschaft­ler und The­ra­peut     Ju­randir Freire Costa  bringt so­gar die Globali­sierung mit ins  Spiel:    Junge Männer, wie  jene fünf von Bra­silia, kennen die rei­che  “Erste    Welt” sehr gut  und glau­ben, eher per Zufall in Bra­si­li­en  zu le­ben.    Widerwillig  sind sie dort mit einer Mehrheit von  “Häß­lichen, Armen,    Zahn­losen  und Nicht-Weißen” konfrontiert,  ana­ly­siert Co­sta weiter.    Eine  Art von Umgang mit dieser Realität  sei, sie nicht wahrzuneh­men,     eine andere, diese so­gar physisch zu  eliminieren. “Wir reden viel   über   die Modernisierung Brasili­ens,  doch wenig über die Befrie­dung   der   Gesell­schaft”, sagt Os­car  Vieira, Generalsekretär des     UN-Lateinamerika-Instituts und weist auf  die Straffreiheit hin, von der     besonders die High So­ciety  profitiert. Gemäß neuesten UNO-An­gaben     werden in Brasi­lien mehr  Menschen durch Feu­er­waffen getötet als  in    jedem an­deren nicht  durch Krieg gezeich­neten Land. In Sâo Paulo  kann    die Po­lizei  bestenfalls in zwan­zig Prozent der Fälle die  Täter    iden­tifizieren,  was nicht bedeu­tet, daß diese auch verhaftet  werden.</p>
<p>Der neue Sport der Besserbetuchten</p>
<p>Inzwischen wurden sehr un­vollständige Angaben über die Anzahl      wohnungsloser Brand­op­fer veröffentlicht. Allein in der Haupt­stadt      Brasilia sind seit 1988 minde­stens 29 Bettler an­ge­zün­det wor­den.  In     Sâo Paulo und Rio sind mehrere Woh­nungs­lose pro Mo­nat  betroffen.     Brand­attacken sind jedoch nicht alles: So gehört es in  den  ge­nannten    drei Städten zum ma­ka­bren Sport Besserbe­tuchter,  etwa  nach der  Disco   vom Wagen aus auf schlafende Woh­nungslose zu   schießen. Auch ein    Polizeiof­fi­zier Rios pflegte, gerichtlichen   Zeu­gen­aus­sagen von  1994   zu­fol­ge, seine Waffen nachts an   Bett­lern zu te­sten.<br />
Schließlich wurden 1990 in der Stadt Matupá drei arbeitslose      Landarbeiter, die ver­sucht hat­ten, eine Fazenda zu über­fallen, in      Anwesenheit von Po­li­zisten und einem Politiker auf offener Straße      lebendig ver­brannt: das von einem Amateur gedrehte Vi­deo der Untat      über­gab die katho­lische Kirche inter­nationalen      Men­schen­rechtsorga­ni­sa­tionen. 22 Personen wurden zwar ange­klagt &#8211;      zu einer Bestra­fung ist es aber bis heute nicht gekommen.<br />
Wegen des spektakulären Brand­an­schlags auf Galdino Je­sus dos Santos      interessiert sich die brasilianische Öf­fentlichkeit auf einmal für   das    Leben der Pa­ta­xó. Nach Angaben der Kir­che wur­den in den   letzten    Jah­ren in Südbahia 24 Pataxó-Indios von Pis­toleros der      Großgrundbe­sit­zer oder diesen selbst erschos­sen, 47 über­lebten      Mordver­su­che, 48 In­dios starben wegen un­ter­lassener Hil­feleistung.<br />
Ein Großteil Südbahias war ursprünglich Pataxó-Land. Doch vor und      wäh­rend der Militärdik­tatur legten Latifundistas im Stam­mesgebiet      Ka­kao­farmen an, von denen auch große interna­ti­o­na­le      Schokola­denmarken ihren Roh­stoff bezie­hen. Vor Gericht streiten die      Pa­taxó seit 15 Jahren um die Rück­gabe von etwa 36.000 Hektar &#8211; 788      Hektar waren ihnen zwar von der Justiz zugespro­chen, de facto aber   nie    übergeben worden. Der Stamm nutzt jetzt die Gunst der Stunde:  Zur     Beerdi­gung von Häuptling Je­sus dos Santos kamen TV-Teams,  Presse  und    so­gar der Chef der staatli­chen Indianer­schutz­behörde  FUNAI,  Julio    Gei­ger. Nach der Beisetzung durf­ten weder er noch die   Jour­na­listen    das Reservat verlassen, viel­mehr wurden sie   gezwun­gen, die Pataxó  beim   Be­setzen von vier benach­bar­ten   Kakaofarmen zu be­glei­ten.  Umringt   von Indios mit Fe­der-Kokarden,   Wurfspies­sen, Pfeil und  Bogen, mußte   Gei­ger grimmigen Blickes als   erster das aufge­brochene  Farm­tor jenes   Groß­grundbesitzers   durch­schrei­ten, der die Pataxó am  meisten   ter­ro­risiert &#8211; während   diese auf­paß­ten, daß die Szene für  die   TV-Abendnachrichten auch   or­dent­lich gefilmt wurde. Erst  nach­dem das   Gebiet ohne Ge­walt und   Zwi­schen­fälle be­setzt wor­den  war, ließen sie   den FU­NAI-Chef  und  den Me­dien­troß von dannen  zie­hen.</p>
<h1>Terror, Lügen und Videoaufnahmen</h1>
<h2>Kontroverse um Polizeiübergriffe in Sâo Paulo</h2>
<p>Die  Aufnahmen gehen um die Welt: Polizisten errichten eine     Straßensperre  und ter­rorisieren vorbeikommende PassantInnen. Niemand     wehrt sich: aus  Angst, er­schossen zu werden. Der Präsident ist     international entrüstet  und die heimischen Intellektuellen schweigen.</p>
<p>Zehn  Militärpolizisten Sâo Paulos machen sich einen sadi­stischen     Spaß  daraus, in einem Slum alle paar Tage eine Stras­sensperre zu     errichten  und zu­fällig vorbeikommende Bewoh­nerInnen auf brutalste Art     zu  foltern, mit Hartholzstücken blu­tig zu schlagen und  auszurauben.    Ein  völlig unschuldiger Mann wird vor aller Augen  erschossen, ein    anderer  schwer verwundet.<br />
Wer in brasilianischen Elendsvierteln lebt oder dort So­zial- und      Menschen­rechts­arbeit betreibt, weiß, daß Derartiges seit      Diktaturzeiten ab­solut nor­mal und alltäglich ist. Der jüng­ste Fall      von Polizeiter­ror erregt indessen enormes Auf­sehen, weil jemand gut      versteckt tagelang al­les filmt, das Video schließlich nicht nur im      brasilia­nischen, son­dern auch im nord­ame­ri­ka­ni­schen,   europäischen    und asiati­schen Fernsehen ge­zeigt wird.<br />
Sâo Paulos Kardinal Evaristo Arns und seine Bischöfe und Pa­dres      protestieren vehement, stel­len nicht an­ders als amnesty in­ternational      (ai) und Human Rights Watch klar, daß die Greu­eltaten nicht      überra­schen. In ganz Brasilien würden die Men­schenrechte von der      Mi­litär­po­li­zei gravierend verletzt, Opfer seien stets Angehörige der      unter­privilegierten Schichten, An­zeigen fruchteten gewöhnlich     nichts.<br />
Der neue Fall zeigt dies ex­emplarisch. Zwei der zehn Militärpolizisten      gelten als Mit­glieder einer Todesschwa­dron, die in jüngster Zeit      minde­stens dreizehn Menschen ermor­det hat. Fünf Beamte standen      be­reits we­gen acht Morden sowie Mord­ver­suchen und schwerer      Körper­verletzung unter Anklage, die Verfahren wurden, wie fast durchweg      üblich, eingestellt. Ganz offenkundig unter dem Druck der Medien  und     der Ent­rüstung im Ausland wurden in­zwischen alle zehn   Tatbeteiligten    verhaftet &#8211; die Mitte-Rechts-Re­gierung instruierte in   Windeseile  auch   die Botschaften in Bonn, Bern und Wien, wie zu   reagieren ist.</p>
<p>Scheinheiligkeit und fragwürdige Aufregung</p>
<p>Ricardo Ballestreri, Präsident der brasilianischen ai-Sektion, mag      ebensowenig wie die Kirche in den jetzt von den Medien ge­schürten  Chor     der Entrüstung einstimmen, wirft der Gesell­schaft  Scheinheiligkeit    vor.  Bei jenen, die sich über Polizeibru­talität  aufregen, handelt es    sich  ihm zufolge um dieselben, die mehr Gewalt  bei der    Verbre­chensbekämpfung  und auch die Todesstrafe verlangen.  ai hatte wie    die Erzdiözese Sâo  Paulos bereits vielfach  angeprangert, daß die   “High  Society” und auch  die Mittelschicht in  Lateinameri­kas erstem    Wirtschaftsstandort  Greueltaten gegen  Slumbewoh­nerInnen schlichtweg    ignorier­ten. In  Brasilien, so ai auf  An­frage, gebe es ein Kontingent    von Personen,  deren Folterung  absurderweise als sozial  gerecht­fertigt   angesehen  werde. Unter der  Folter hatten erst  kürzlich neun Männer  der   Unterschicht gestanden,  ein Nobellokal  über­fallen und dabei zwei  Gäste   er­schossen zu  haben.  Glücklicher­weise fand man eher durch  Zu­fall  die  wahren  Täter mit  der Beute, die Neun bleiben dennoch für  ihr Leben    gezeichnet.</p>
<p>“Beifall” für Todesschwadrone</p>
<p>Cecilia Coimbra, couragierte Präsidentin der brasilianischen      Menschenrechtsorganisation “Nie mehr Folter”, erinnert jetzt daran, daß      die sich in Sâo Paulo häufenden chacinas, Blut­bäder, sowie andere      Aktionen der To­desschwadronen von sehr vie­len BrasilianerInnen mit      “Beifall” aufgenommen werden. Nach der Ausstrahlung des  Amateurvideos     sei zu hoffen, daß es nie mehr zu derartigem Applaus  komme. Ju­randir     Freire Cos­ta, Therapeut und Direktor des Instituts  für  So­zialmedizin    an der Universität von Rio, teilt diesen  Optimismus  nicht. Die Mittel-    und Ober­schicht, so Costa, spreche   Slum­bewohne­rInnen den    Gleich­heits­grundsatz ab, definiere sie   quasi als “Nicht-Menschen” und    rea­giere daher mit extremer   Indiffe­renz und Akzeptanz auf jede Art   von  Ge­walt gegen diesen Teil   der Bevölkerung.<br />
Befreiungstheologe Frei Bet­to, enger Mitarbeiter von Kardi­nal Arns,      teilt den Stand­punkt von Costa, zählt den Sozi­alwissenschaftler      außerdem zu den ganz wenigen Mitgliedern der geistig-künstlerischen      Elite Brasiliens, die auf Massaker an Landlosen, Polizeiterror gegen      Arme und von Todesschwadro­nen begangene Morde nicht mit Schweigen      reagieren. Im Ge­spräch sagt Frei Betto, Hunderte von führenden      Intellektuellen Frankreichs oder Italiens prote­stierten in Manifesten      an die Mitte-Rechts-Regierung von Prä­sident Fernando Henrique   Car­doso    gegen all diese Greuel­taten und verlangten energische   Maß­nahmen.   Deren  brasiliani­sche KollegInnen duldeten in­dessen, von   wenigen   Ausnahmen  abge­sehen, die gravierende Ver­letzung der   Menschenrechte in   der  größten Demokratie Latein­amerikas, seien daher   mitschul­dig.<br />
Das Schweigen, so Frei Betto, sei Resultat der Unterstützung jener      Intellektu­ellen für die Cardoso-Regierung und deren neoliberale      Politik. Viele aus der geistigen Elite, die besonders hohes Prestige in      der öffent­lichen Meinung genössen, wür­den von Brasilia mit Posten,      Po­sitionen und Geldern begün­stigt. Oder klarer ausgedrückt:      kor­rum­piert. Der Theologe erin­nerte auch daran, daß viele      In­tel­lek­tuelle, aber auch in Deutschland sehr bekannte      Schrift­steller wie Jorge Amado oder Sänger wie Gil­berto Gil, Caetano      Veloso, Elba Ramalho und Joâo Bosco, Filme­macher wie Héctor  Ba­ben­co     sich 1994 in einem Manifest für die Wahl Cardosos  aus­ge­spro­chen     hatten. Positive Aus­nah­me: Chico Buar­que. “Daß  all diese Perso­nen     sich heute passiv ver­halten”, so Frei Betto  weiter, “wird von den     In­tel­lektuellen Eu­ropas na­türlich  be­merkt. Wa­rum prote­stieren     wir, fragt man dort, doch die  Kollegen in Bra­si­lien nicht &#8211; wie steht     es daher um deren  Se­riosität?” Sie sei nicht vorhan­den, fügt der     Theologe hinzu.<br />
Der schwarze Intellektuelle Milton Santos: “Brasiliens      Gei­steswissenschaftler kapitulieren vor der Situation ihres Landes,      nähern sich dem Establishment an.”<br />
Frei Betto wurde während der Diktatur im berüchtigten      Caran­diru-Gefängnis Sâo Paulos ein­gekerkert und gefoltert. 1992 wurde      er vom Gouverneur des Bundesstaats vor Gericht ge­stellt, weil er      Gewalttaten der Militärpolizei öffentlich ange­prangert hatte. Im  selben     Jahr er­schossen Spezialeinheiten jener policia militar in  Carandiru     min­destens 111 Häft­linge.<br />
Zum Lärm um das Amateur­video meint Frei Betto, das bra­silianische      Medienecho werde wie in vorangegangenen Fällen rasch verhallen.<br />
Für Präsident Cardoso kommt der Vorfall dop­pelt ungelegen. Denn Sâo      Paulo mit seinen weit über eintausend deutschen Fir­menfilialen wird  von     einem Gou­ver­neur und en­gem Vertrauten aus des Staats­chefs      Sozial­demo­kra­tischer Par­tei PSDB regiert. Glei­ches trifft auf den      politisch Haupt­verant­wortlichen des Land­losenmassa­kers von 1996  im     Amazonas­bundesstaat Pará zu &#8211; und auch auf den Gou­ver­neur Rio  de     Janeiros, wo ein Blut­bad an Minderjährigen dem an­deren folgt.</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Männer des Gesetzes</p>
<p>Vorsicht, Leute aus Sâo Paulo, Osasco und ABC,<br />
Die Polizei von Sâo Paulo ist zum Beschützen da.<br />
Ist ein Polizist ein Verbrecher?<br />
Es gilt das Gesetz des Hundes.<br />
Die Polizei tötet das Volk,<br />
Aber ins Gefängnis kommt sie nicht.</p>
<p>Immer mehr Leute, deren Wege sich verlieren<br />
Aber sagen können wir nichts,<br />
Denn wir sind nicht auf der Seite des Gesetzes.<br />
Oh mein Gott, wann werden sie bemerken,<br />
Daß Sicherheit zu geben nicht bedeutet<br />
Angst einzujagen?</p>
<p>Song von Thaíde und DJ HUM</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Männer des Gesetzes</p>
<p>Vorsicht, Leute aus Sâo Paulo, Osasco und ABC,<br />
Die Polizei von Sâo Paulo ist zum Beschützen da.<br />
Ist ein Polizist ein Verbrecher?<br />
Es gilt das Gesetz des Hundes.<br />
Die Polizei tötet das Volk,<br />
Aber ins Gefängnis kommt sie nicht.</p>
<p>Immer mehr Leute, deren Wege sich verlieren<br />
Aber sagen können wir nichts,<br />
Denn wir sind nicht auf der Seite des Gesetzes.<br />
Oh mein Gott, wann werden sie bemerken,<br />
Daß Sicherheit zu geben nicht bedeutet<br />
Angst einzujagen?</p>
<p>Song von Thaíde und DJ HUM</p>
<h1>Die Abwertung des Lebens</h1>
<h2>Die Regierung stoppt die Inflation &#8211; die Spirale der Gewalt dreht sich weiter</h2>
<p>In  der größten Demokratie Lateinamerikas gehören die berüchtigten      “Esquadrôes da Morte” auch über zehn Jahre nach Diktaturende zum   Alltag.    Sie ermorden Kin­der, Jugendliche, Menschenrechtsaktivisten   und    politische Gegner. Unter der Mitte-Rechts-Regierung von   Staatschef    Fernando Henrique Cardoso hat laut ai die Ge­walt stark   zugenommen.</p>
<p>An  einem Februarnachmittag geschieht in Rio de Janeiros Slumgürtel     Baixada  Fluminense erneut, was viele in der Ersten Welt für     unvorstellbar,  unmög­lich halten: Sechs aufgeweckte Jugendliche     zwischen fünfzehn und  siebzehn springen auf einen Linienbus auf und     machen sich zweier  “Vergehen” schuldig: Um nicht bezahlen zu müssen,     pas­sieren sie nicht  das Drehkreuz des Buskassierers sondern blei­ben,     wie es täglich  unzählige Schüler und Arbeitslose tun, auf den     hintersten Bänken,  lärmen, trom­meln Disco-Rhythmen. Dem Kassierer wird     es zu bunt. Er  fordert zwei bewaffnete Si­cherheitsleute der     Busgesell­schaft auf, die  Jungen zum Schweigen zu bringen. Der Fah­rer     hält an, die sechs werden  mit vor­gehaltener Pistole zum Aus­steigen     gezwungen, müssen sich in  einer Reihe auf die Erde knien. Dann  werden    sie kaltblü­tig mit  Kopfschüssen außerge­richt­lich  exekutiert, wie  es   ai und andere  Menschenrechtsor­ga­ni­sa­tio­nen  stets in    Untersu­chungs­be­rich­ten  nennen. Die Mörder un­ter­ziehen  sich, wie    üblich, nicht der Mühe, die  To­ten zu verstecken oder zu  ver­scharren.    Ein Jugendlicher über­lebte  die Schüsse noch eine  halbe Stunde,  hätte   gerettet wer­den können. Doch  niemand der vielen   herbeigelaufenen   Neugie­rigen rührte aus Angst vor  Rache eine Hand:   Die Killer hatten es   verboten, keiner der Gruppe sollte   davonkommen.</p>
<p>Schlag für Rios Olympia-Bewerbung</p>
<p>Bereits in den 80er Jahren war die Baixeda Fluminense von den     Vereinten  Nationen als gefähr­lichste Stadtzone der Welt einge­stuft     worden &#8211; bis  heute werden hier Morde selten aufgeklärt. Gemäß einer     neuen  Untersu­chung sahen über dreißig Prozent der minderjährigen      Slumbewoh­ner schon einen Mord.<br />
Auch diese Bluttat wäre ge­mäß jüngster Praxis von Öf­fent­lichkeit und      Medien über­gangen worden, wenn nicht das Inter­na­tionale  Olympische     Ko­mitee gerade über die Kandidatur der  Sieben-Millionen-Metropole  am    Zucker­hut für die Spiele 2004  entscheiden würde. In weltweit     verbreiteten Imagekampagnen hatten  Brasiliens Autoritäten für Rio     getrommelt und stets ar­gu­men­tiert,  daß sich Gewalttaten doch     schließlich heute in allen großen Städten  ereigneten. Die Ner­vo­sität     der Politiker war nach dem Massaker  groß. Anders als bei   vorangegangenen   Ver­bre­chen dieser Art mußten  Rios beste   Kriminalisten Tag und Nacht   nach den Tätern fahnden.  Zeu­gen hatten   sie laut Presse­angaben   zweifelsfrei erkannt. Einer  ge­hört zu Rios   Munizipal­garde und wird   gemäß der en­gagier­ten  Staatsanwältin und   Killer­kommando-Expertin   Tania Sal­les Moreira  stets dann als   Mittä­ter genannt, wenn es in   Bussen zu “Exekutionen”  ge­kommen sei.   Der andere leitet eine der   zahl­reichen regionalen  Todesschwa­dronen.</p>
<p>Morddrohungen gegen holländischen Men­schenrechtsaktivisten</p>
<p>Immer mehr brasilianische Pfarrer, Bischöfe, Sozialarbeiter, Künstler      und Menschenrechts­aktivisten, die gegen das Wüten der    Killerkommandos   protestie­ren, wer­den durch Mord­drohungen unter    Druck ge­setzt,  müssen  aus Sicherheits­gründen ihren Aktionsradius    stark einschränken.  Dies  gilt auch für das neueste Blutbad. Zwei der    Ermordeten stammten  aus  Slums, in denen das auch mit Geldern der    deutschen Bundes­regierung   arbeitende Sozialin­stitut IBISS seit    Jahren Projekte realisiert. Der   holländische Di­rektor Nanko van    Buuren hatte als Arzt im zuständigen   ge­richtsmedizinischen Institut    die beiden ihm bekannten Jugendli­chen   identifiziert &#8211; an der    Aus­gangspforte wurde er derweil von zwei   Bewaffneten erwartet. Sie    zeigten sich über alle Details der   IBISS-Projekte gut infor­miert und    drohten, den 48-jähri­gen   umzubringen, falls er sich in die    Ermittlungen einmische und juristisch   gegen jene Busgesell­schaft    vorgehe, zu deren Sicher­heitspersonal die   Todesschützen nach    bisherigen Ermittlungen ge­hören. Van Buuren hatte   1996    Bundespräsident Herzog wäh­rend dessen Rio-Aufenthalts mit den      IBISS-Projekten vertraut ge­macht, hält zu ihm ständig Kon­takt. “In      Europa”, so der Ex­perte, “schenkt man wahrheits­gemäßen Berichten über      die Re­alitäten Rios gewöhnlich keine Be­ach­tung. Das Ausmaß der      Greuel­taten gegen Arme und Ver­elendete wird für unwahr­schein­lich      gehalten.”</p>
<p>Politiker verwickelt</p>
<p>Duque de Caxias, Satelliten­stadt Rios in der Baixada Flumi­nense,     ist  seit langem wegen der Todesschwadronen berüchtigt. Gegen     Bürgermeister  Zito dos Santos läuft ein Prozeß, weil er den Mord an     einem seiner  politi­schen Gegner befohlen haben soll. Mehrere seiner     Kritiker, aber  auch Menschenrechtler be­schul­digen ihn, in     Killerkom­mando-Aktivitäten  verwickelt zu sein. Zito dos Santos gehört     zur Sozial­demokratischen  Partei von Staats­chef Fernando Henrique     Cardoso, dem Rios Pfarrer Caio  Fabio vorwirft, zwar die mone­täre     Inflation, nicht aber die Ab­wertung  des Lebens gestoppt zu haben.     Todesschwadronen sind in ganz Amazonien  und in Millio­nenstädten wie     Manaus, Sâo Paulo, Salvador de Bahia,  Re­cife, Fortaleza und Natal     aktiv. In letzterer Pro­vinz­haupt­stadt  hatte der an­ge­sehene     Men­schen­recht­ler und Anwalt Fran­cis­co  Negueira gegen die     größ­ten­teils aus Po­li­zi­sten be­ste­hen­den  Kom­mandos er­mittelt:     Ver­gan­genen Ok­tober wur­de er auf of­fener  Straße durch  MPi-Salven    er­mor­det. Da­rauf­hin forderte die   Men­schen­rechts­kommission der    Or­ga­ni­sa­tion Amerikanischer  Staa­ten  (OAS) Brasilia auf,  wei­te­ren   zehn von Kommandos in Na­tal  Ver­folgten  Personenschutz zu  ge­währen.</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Was ist das für ein Land?</p>
<p>In den Favelas, im Senat<br />
Überall Dreck.<br />
Die Verfassung achtet niemand,<br />
Aber alle glauben an die Zukunft der Nation.<br />
Was ist das für ein Land?</p>
<p>In Amazonas, in Arraguaia, in der Baixada Fluminense,<br />
Mato Grosso, den Geraes und im Nordosten alles ruhig.<br />
Im Tod finde ich Frieden, aber das Blut fließt weiter,<br />
Befleckt die Papiere, die wahren Dokumente,<br />
Auf denen der Patron sich ausruht.<br />
Was ist das für ein Land?</p>
<p>Song von Renato Russo (Legiâo Urbana)</p>
<p>Schweine in Uniform</p>
<p>Die Männer des Gesetzes sind alle Verbrecher<br />
Sie töten unschuldige Leute und machen in Ruhe weiter.<br />
Unausgebildet, inkompetent handeln sie wider die Vernunft,<br />
Anstatt für Sicherheit zu sorgen<br />
Verängstigen sie die Bevölkerung.</p>
<p>Sie sind darauf trainiert, eine reiche Minderheit zu beschützen<br />
Vor der armen Mehrheit, die mit ihrem Leben bezahlt.<br />
Und wenn Du ein Arbeiter bist,<br />
Dann hast Du die idealen Voraussetzungen,<br />
Um in das Netz zu stürzen<br />
Der offiziellen Todesschwadronen,<br />
Schweine in Uniform.</p>
<p>Sie halten sich für Männer<br />
Aber in Wirklichkeit ehren sie<br />
Nicht einmal ihren Namen.<br />
Bulle, mit Verlaub,<br />
Ich werde die Dinge beim Namen nennen:<br />
“Mit der Pistole in der Hand bist Du ein grimmiges Tier, ohne sie      schwänzelst Du rum und Deine Stimme kiekst wie im Stimmbruch.”</p>
<p>Song von Marcelo D2 und Rafael (Planet Hemp)</p>
<p>Brasilianische Rapper- und Hip-Hop-Gruppen verarbeiten die brutale Realität in ihren Songs.<br />
Übersetzung: Alina González / Elisabeth Schumann</p>
<h1>Die USA und die brasilianischen Folterer</h1>
<h2>Dokumente beweisen CIA-Beteiligung an alltäglicher Repression</h2>
<p>Von  1964 bis 1985 unterdrückte Brasiliens Militärregime     Andersdenkende und  mi­li­tan­te Oppositionelle auf grausamste Weise:     Todesschwadronen  ermordeten unzäh­lige Gegner der Diktatur, politische     Gefangene wurden  Haien lebendig zum Fraß vor­geworfen oder aus     Helikoptern gestoßen, in  Stücke gehackt, verscharrt an Strän­den Rio de     Janeiros &#8211; Brutalität war  alltäglich. Daß der US-Geheimdienst CIA   den   Re­pressionsapparat der  Generäle auf vielfältige Weise   unterstützte,   wußten  Men­schen­rechtsgruppen aus dem In- und Ausland   schon damals.   Jetzt  sorgen Doku­men­te über die damaligen   CIA-Aktivitäten in   Brasilien für  Schlagzeilen.</p>
<p>Wie die angesehene Zeitung O Estado de Sâo Paulo  berichtet, kon­nte     die nordamerikanische So­ziologin Martha Huggins  bis­lang     geheimgehaltene Kongreß­do­kumente einsehen, die die  Kom­plizenschaft     des CIA mit dem Unterdrückungsapparat von da­mals  bestätigen. Das   Fazit   der 53-jährigen Wissenschaftlerin: “Die Teilnahme  der CIA am   All­tag   der politischen Repression ist be­wiesen &#8211; die  Dokumente   sprech­en   sogar von gemeinsa­men Operationen &#8211; die  ameri­ka­ni­sche   Demokratie   partizi­pierte an der Schaffung eines    un­ter­drüc­kerischen Staates.”<br />
Besonders gravierend ist für Mar­tha Huggins, daß die CIA      Spe­zialkommandos für die bra­silianische Polizei ausbildete. In Rio de      Janeiro wurde eine “E­li­te” von vierzig Beamten zum Grund­stock der      berüchtigten To­des­schwadrone: “CIA-Agenten nah­men an Operationen   in    den Slums teil, aber auch an der po­li­ti­schen Unterdrückung &#8211;   und    be­rich­teten alles, was sie sahen, nach Washington.” Bis heute   sei in    den USA wenig bekannt, daß die CIA bei der Ausbildung von   Po­li­zisten    in anderen Ländern mit­macht: “Unsere Demokratie   be­nutzte die    Polizeibeamten, um in anderen Ländern eine   ide­ologische Kontrolle    aus­zuüben.”</p>
<p>CIA läßt Dokumente verschwinden</p>
<p>Ein anderes interessantes De­tail der Recherchen von Martha Hug­gins:      Die CIA half beim Auf­bau des Diktaturgeheim­dien­stes SNI mit,      “lieferte sogar eine Li­ste mit den Namen ge­eigneter,      ver­trauenswürdiger Mitarbeiter.” Auf einer anderen Liste waren al­le      Personen ver­zeichnet, die ge­mäß CIA-Ein­schätzung nach dem      Militär­putsch von 1964 ver­haftet wer­den sollten.<br />
Ärgerlich für die Soziologin, die bereits drei Bücher über Bra­si­lien      veröffentlichte, ist, daß laut Gesetz zwar jeder US-Bür­ger  offizielle     Dokumente über Re­gierungsaktivitäten einsehen darf, wenn  diese  länger    als 25 Jah­re zurückliegen &#8211; jene Seiten je­doch der   Kongreßpapiere  mit   CIA-Berichten über Folterungen der politischen   Polizei Brasiliens  sind   unleserlich gemacht; manch­mal fehlen sogar   ganze Blätter.<br />
In mühseliger Kleinstarbeit ge­lang es der Expertin, 26 Folte­rer von      politischen Gefangenen aus­findig zu machen und unter Wah­rung der      Anonymität zu in­ter­viewen. Einer davon, Militär­po­lizist, mochte      nicht, wie seine Kol­legen, bei einem Einsatz ge­fan­gengenommene      “Subversive” mit Schlägen traktieren und die Frau­en vergewaltigen. “Ich      for­derte, daß es doch besser sei, alle zu töten, anstatt sie zu      foltern”, sagte der Militärpolizist zu Mar­tha Huggins und berichtete      auch über den Abschluß der Ope­ration: Alle Gefangenen wurden hoch  über     der Wildnis lebendig aus einem Helikopter gestoßen.</p>
<p>Folterer heute in führenden Positionen</p>
<p>Helio Bicudo, während der Dik­tatur Präsident einer kirchli­chen      Kommission für Gerechtig­keit und Frieden, hat die Aussa­gen der      Soziologin bestätigt. Bi­cudo untersuchte damals die CIA-Aktivitäten      ebenso wie das Wü­ten der Todesschwadronen. Po­lizisten und      Armeeoffiziere Bra­siliens seien in den USA aus­ge­bildet worden &#8211;      manche, die da­mals zum Repressionsapparat ge­hörten, machten und machen      Kar­riere. Romeu Tuma, nach der Dik­tatur Chef der Bundespolizei,   ist    heute Kongreßsenator der star­ken Rechtspartei PPB.   Regi­meaktivist    Marco Maciel wurde gar Vize des jetzigen   Staatsprä­si­den­ten Fernando    Henrique Car­do­so &#8211; für Bicude auch   Beleg da­für, daß von echter    Vergan­gen­heitsbewältigung keine Rede   sein kann: “Hier in Brasilien    ha­ben die Leute ein kurzes   Ge­dächtnis.”<br />
Wie die Jahresberichte von am­nesty international und Hu­man Rights      Watch zeigen, gehö­ren Folter und Todesschwadro­nen auch zwölf Jahre      nach dem of­fiziellen Ende der Diktatur wei­terhin zum Alltag      Brasiliens, es “verschwinden” sogar mehr Men­schen als damals nach der      po­lizeilichen Festnahme. Die ka­tholische Kirche beklagt, daß im­mer      mehr nichtidentifizierte Ge­waltopfer beerdigt werden, ein  Groß­teil   auf   den überall im Lan­de anzutreffenden “geheimen  Fried­höfen”.</p>
<h1>Die Kirche gegen den Strich</h1>
<h2>“Helfen statt verurteilen” beim Umgang mit Kinderprostitution in Nordostbrasilien</h2>
<p>Durch  die neoliberale Wirtschaftspolitik der jetzigen     Mitte-Rechts-Regierung  ist in ganz Brasilien die Arbeitslosigkeit     deutlich angestiegen; im  Hinterland von Maranhao wurde deshalb laut     Experteneinschätzung die  Prostitution von Kindern und Jugendlichen     erschreckenderweise zur  wichtigsten und manchmal einzigen     Einkommensquelle armer Familien. Nicht  zuletzt die Kirche hat sich dem     Problem angenommen.</p>
<p>Zu Dutzenden  stehen zwölf- und dreizehnjährige Mädchen bereits in     der  Nachmittagsschwüle an der Brücke über dem von Hütten gesäumten Rio      Mearim und bieten sich den Passanten für nur fünf Realen an,- das   sind    nicht einmal acht Mark. Andere warten in den von madames oder    früheren   Amazonas-Goldgräbern geführten Billigbordellen der neuen Rua    do Campo   auf Kunden. Doch auch dort sind sie keineswegs geschützt  vor   der   Brutalität, die das Milieu prägt: Messerstechereien,   Schußwechsel  mit   tödlichem Ausgang sind keine Seltenheit, wobei   häufig Drogenkonsum  die   Hemmschwelle herabsetzt. Ausländische   Sextouristen spielen hier  nur eine   geringe Rolle, da das im Nordosten   Brasiliens gelegene  Pedreiras zu   weit von Touristengebieten  entfernt  liegt. Geradezu  gierig auf möglichst   junge Mädchen sind  sexbesessene  Machos aller  sozialen Schichten aus  der  Stadt selbst:  Nachbarn,  Familienväter der  Rua do Campo, Polizisten,   Politiker.  “Viele Mädchen  prostituieren  sich, weil die eigenen Eltern   sie dazu  anregen oder  zwingen”, sagt die  52jährige Franziskanerin Maria    Oliveira von der  lokalen  Frauenpastorale gegenüber. Sie verweist auf   die  Gründe der  Misere: Von  den rund 50 000 BewohnerInnen hat nicht   einmal  ein  Viertel Arbeit,  von denen wiederum verdienen 40 Prozent   höchstens  den  Mindestlohn von  umgerechnet 160 Mark.</p>
<p>Versteigerung von Jungfrauen</p>
<p>Pedreiras hat auch deshalb traurige Berühmtheit erlangt, weil dort in      Bordellen makabere Auktionen abgehalten werden, wo   Großgrundbesitzer,    Politiker und Unternehmer Jungfrauen zwischen neun   und vierzehn  Jahren   ersteigern, für eine einzige Nacht in einem   besseren  Stundenhotel.   Anschließend werden die Mädchen gewöhnlich   gezwungen,  als Prostituierte   zu arbeiten; manche enden in den   Goldgräbercamps  Amazoniens.<br />
Die Kirchengemeinde von Pedreiras fand sich mit der Situation nie ab.      Pfarrer Luiz Mario Luís gründete bereits 1963 ein      Rehabilitationszentrum, in dem Prostituierte lesen und schreiben sowie      einen Beruf erlernen konnten.<br />
Da die Zahl der Lernwilligen rasch zunahm, mußte das Zentrum vergrößert      werden, und die Bezirksverwaltung stieg als finanzielle Trägerin mit      ein. Schulunterricht erhalten inzwischen auch die Kinder der  Frauen,     derzeit sind es über 160 Mädchen und Jungen. Mehrere Dutzend   jugendliche    oder erwachsene Prostituierte sitzen auf den Bänken des   Zentrums, das    eher einer einfachen Lagerhalle ähnelt, und lernen   Nähen sowie andere    Handarbeiten. Inzwischen haben sie zum Teil   Kolleginnen als  Lehrkräfte.   Die Direktorin und Mitbegründerin   Benedita Leite versucht,  sie davon   abzubringen, weiter auf den Strich   zu gehen, jedoch ohne  Erfolg. Denn   wie in tausenden anderen Städten   und Gemeinden der  zehntgrößten   Wirtschaftsnation der Welt erhalten   LehrerInnen und  andere öffentliche   Bedienstete auch in Pedreiras   nicht einmal den  gesetzlich   vorgeschriebenen Mindestlohn von   umgerechnet etwa 160 Mark.  Schlimmer   noch: Die Bezirksverwaltung, der   wichtigste lokale  Arbeitgeber, zahlt   das Hungersalär um bis zu elf   Monate verspätet aus.  “Ich gebe gerne   Unterricht”, sagt eine   Prostituierte, “doch das  letzte Mal habe ich im   August Geld   gekriegt”. Viel ist es ohnehin  nicht, nur an die neunzig   Mark. Und   Brasilien hat derzeit ein  ähnliches Preisniveau wie Europa.</p>
<p>Erfolge &#8211; Rückschläge</p>
<p>Daß krasse Armut brutalisieren, verrohen und abstumpfen kann und die      Betroffenen häufig dazu bringt, sich aufzugeben, beobachten Benedite      Leite und die Franziskanerin Maria Oliveira täglich. In den      Bretterhütten am Rio Mearim dominiert in den vielköpfigen Familien      Promiskuität; Die Mädchen lernen nur die Gesetze ihres Milieus kennen      und sehen die Prostitution als einzige &#8211; und attraktive &#8211; Möglichkeit,      im Leben voranzukommen. Ihnen Unterricht zu geben, ist extrem    schwierig,   denn die Mädchen sind nicht daran gewöhnt, sich zu    konzentrieren und   lange Zeit zuzuhören. “Wir dürfen sie nicht    verurteilen, sie uns zu   Feinden machen” betont Maria Oliveira,    “sondern müssen immer wieder auf   sie zugehen, ihnen helfen, den Raum    der Kirche als Alternative   anbieten.” Erfolge beim Schwimmen gegen  den   Strom gibt es. In der Straße   am Fluß treffen sich Kinder und    Erwachsene im neuen Gemeindesaal zu   kirchlichen Aktivitäten, eine    Jugendgruppe stabilisiert sich. Maria   Oliveira lehrt Katechismus,    feiert Weihnachten und Ostern in den   Familien, bringt diesen die    Brüderlichkeitskampagne der   Bischofskonferenz nahe, und hält Kontakt    zu denjenigen Frauen, die mit   ihrer Hilfe aus dem Bordell in einen    Beruf wechselten.<br />
Doch die madames besorgen sich immer wieder Mädchennachschub. Dabei      rekrutieren sie jetzt schon im Hinterland, ködern mit der Aussicht auf      “ehrliche Arbeit” und locken damit Jugendliche in den    Schuldenkreislauf.   Versucht Maria Oliveira, solche Minderjährigen zur    Rückkehr zu  bewegen,  hört sie immer wieder ein Argument: “Ich kann    nicht weg, weil  ich von  der madame neue, schicke Kleider angenommen    habe, die ich erst   abbezahlen muß!” Die Franziskanerin stellt deshalb    eine   Bordellbesitzerin zur Rede und bekommt wie stets eine    drastisch-grobe   Antwort: “Meine Schuld ist das nicht. Diese Hündinnen    kommen doch   angelaufen und bitten mich um Arbeit!” Weil die madames    den   Neuankömmlingen weder den Besuch des Zentrums noch der Kirche    gewähren,   geht die Franziskanerin selbst zu ihnen an den Brückenstrich    und setzt   sich notfalls an die Bordelltischchen: “Einmal spreche  ich   mit den   Mädchen über Gott, ein anderes Mal über   Geschlechtskrankheiten  und Aids.   An der Brücke kommen viele schon auf   mich zugerannt und  umarmen mich!”<br />
Kinderprostitution ist typisch für Brasiliens Norden und Nordosten.      UNICEF, Kirche und NGOs haben in Maranhao bereits eine Kampagne gegen      die praktisch straffreie sexuelle Ausbeutung Minderjähriger gestartet,      denn laut Menschenrechtsaktivistin Sandra Torres gehört es bereits   zur    Gesellschaftskultur, abnorme Situationen als normal zu  betrachten  und    hinzunehmen.<br />
Während in Pedreiras Kinder aus Hunger und Not ihren Körper verkaufen,      zeichnet der Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso im nur 277      Kilometer entfernt Sao Luis, der Hauptstadt Maranhaos, vor Mikrophonen      ein positives Bild der Lage im Lande. Der Soziologe weist auch die      Kritik der Bischöfe an seiner neoliberalen Politik zurück, erwähnt  weder     Kindersklaverei noch Kinderprostitution oder     Jungfrauenversteigerungen.  Neben Cardoso steht der jetzige     Kongreßpräsident und Ex-Staatschef José  Sarney &#8211; seit Diktaturzeiten     reichster und mächtigster Mann in  Maranhao. Daß hier alles beim alten     bleibt, liegt nach Aussagen von  Menschenrechtlern vor allem an ihm  und    seinen politischen Freunden.</p>
<h1>“Ich könnte jederzeit fliehen”</h1>
<h2>Volmer do Nacimentos Alltag zwischen Gefängniszelle und Tropenlandschaft</h2>
<p>Der  47-jährige Schwarze Volmer do Nacimento wagte als einer der     ersten  Brasilia­ner, auf Straßenkinder spezialisierte Todesschwa­dronen     und  deren Drahtzieher öf­fentlich anzuzeigen. 1993 wurde er wegen      vorgetäuschter Entführung und “Ver­leumdung von Rich­tern” zu vier      Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, die er im halboffenen      Strafvollzug verbringt (siehe LN 261). Die brasilia­nische      Men­schen­rechtsorganisation Projeto Legal in Rio de Janeiro kämpft für      seine Freilas­sung.</p>
<p>Am schlimmsten sind die Sonn- und Feiertage.  Dann muß Volmer den     ganzen Tag in einer engen Gefängniszelle  verbrin­gen, im fünf     Autostunden nörd­lich von Rio gelegenen  Provinz­städtchen Natividada.     Seine Frau und seine Kinder sitzen  der­weil traurig nur rund 300  Meter    von Nacimento entfernt. Der  Bürger­rechtler liest dann  stapel­weise    Bücher und Zeitungen, schmie­det  Pläne für die Zeit  nach der Haft,  und   erinnert sich auch an die  Gespräche mit dem  Präsi­denten des    Europaparla­ments. Wütend macht  Nacimento, daß er  die nach wie vor aus    Straß­burg her­einflatternden  Einladun­gen  nicht annehmen darf. “Ich    bin ein Gefangener, weil ich es  selbst  will, denn mit meinem Wagen    könnte ich fast jederzeit fliehen &#8211;  und  nie­mand würde mich finden.”    Der lang­jährige Koordinator der   nationalen Stra­ßenkinderbewegung tut    es nicht. Schließlich trägt   Nacimento die Ver­antwortung für mehrere    von ihm selbst gegründete   Projekte, die er selbst leitet. Zu einem  der   wichtig­sten, einer auch   mit deut­schen Geldern finanzierten    Land­wirtschaftsschule für   Ju­gend­li­che, eilt er an Arbeitsta­gen    je­den Morgen. Der gelernte   Buch­hal­ter, dessen sozialpoliti­sches    Engagement in  Basisge­meinden  und Pastoralen der ka­tholischen Kirche    begann,  emp­fängt die bislang  neunzig Schü­ler­Innen, berät sich mit     Agro­nom­In­nen,  Zootechniker­In­nen und Lehrer­Innen, verteilt     Auf­trä­ge: “Die El­tern  der mei­sten Ju­gend­lichen hier sind     ver­elen­dete Wanderar­beiter der  Re­gion, mit ihnen zie­hen sie herum,     schuften auf Plan­tagen der  Groß­grund­be­sit­zer, ge­hen so gut  wie    nie in die Schule, flüchten aus  Perspektiv­losigkkeit in die  Slums  von   Rio. Die Schule wurde gegründet,  da­mit die Kin­der hier  bleiben,  die   Landflucht gestoppt wird.”</p>
<p>Die Landflucht stoppen</p>
<p>Jeder Schüler be­kommt mo­natlich umgerechnet rund neun­zig Mark und      damit weit mehr als für Plantagenarbeit. Das Geld stammt von zwei      holländischen Un­ternehmern. Der deutsche Child­ren Mission Fund in      Über­lingen zahlt die Löhne der Leh­rer­Innen und beteiligte sich am  Bau     des Schulhauses am Rande von Nativi­dade in tropischer Idyl­le.  Es   ist   nur halbfertig, ein Pro­viso­rium &#8211; in Deutschland würde  niemand   darin   lernen und lehren wollen. Und auch die vom deut­schen  Konsulat   in Rio   fi­nan­zier­ten Ausrüstungen für ein La­bo­ratorium  zur   einfachen   Heil­mit­telherstellung können nicht in­stalliert,  rund 300     Kurs­an­wär­ter nicht aufgenommen werden. Die Schuld trägt  laut  Volmer    do Na­cimento die Mitte-Rechts-Re­gierung von  Staatsprä­sident     Fer­nan­do Henrique Cardoso und des­sen Freund aus  der     Sozialde­mo­kratischen Partei PSDP, Rio-Gou­verneur Marcello  Alencar.     Wäh­rend eines Belgienbesu­ches 1995 traf Cardoso  überraschen­der­weise     auf eine Gruppe von Men­schen­rechtlerInnen,  die ein Poster von     Nacimento tru­gen und dessen Freilassung  forder­ten. Wie stets in     solchen eigent­lich brenzligen Fällen  stimmte Car­doso taktisch     geschickt mit den KritikerIn­nen überein:  “Ihr habt recht &#8211; wir werden     damit auf­hören.” Das Ver­sprechen  blieb fol­genlos und auch die zum     Jah­resbeginn 1996 vertraglich  zu­gesicherten rund 90.000 DM von     Co­munidade Solidaria, dem von der  Präsi­dentengattin gelei­teten     Wohl­fahrtsprogramm, tra­fen bisher  nicht ein. Ebensowe­nig, trotz     mehrfacher Mahnung, die etwa 100.000  DM des Rio-Gouver­neurs. “Wir     werden im­mer nur mit Ausflüchten  abge­speist”, kom­mentiert Nacimento,     “aber viele andere NGOs  be­kom­men ver­sprochene Mittel eben­falls    nicht  &#8211; wofür ist die  Comu­nidade Solidaria dann ei­gentlich da? Wir    können  nicht im­mer  nur mit Geld aus dem Ausland ar­beiten &#8211; wo bleibt    da die  eigene  Ver­antwortung Brasi­liens?” Den briti­schen Konsul in    Rio, der  dem  Schulprojekt einen Traktor spen­dierte, verblüfft    ebenfalls, daß die   Regierung nichts über­weist. Dagegen wird laut    Pres­seangaben ein   existie­render “Sozialer Dringlichkeits­fonds” fast    täglich vom   Mitte-Rechts-Kabi­nett angezapft, um Diplo­matenempfänge,    Bankette  oder  üp­pige Geschenke für aus­ländische Gäste zu   finanzieren.<br />
Die achtzehnmona­tigen Kurse der Escola Fasenda laufen den­noch wei­ter.      “Fast alle, die mit amtlichem Zerti­fikat abschließen werden, haben      be­reits eine Ar­beitsstelle sicher,” freut sich Naci­mento, “nach   der    Präfektur sind wir hier der zweitgrößte Ar­beitgeber!” Abends  muß  der    nicht nur in Europa bekannteste Häftling Brasiliens wieder  in  die  Zelle.   Der Polizeichef von Nati­vidade bekam bereits aus  aller  Welt  über   tausend Protest- und Soli­daritätsbriefe, mindestens   ebenso­viele    landeten beim Gou­verneur von Rio und im   Justiz­ministerium.<br />
Nacimento leidet indessen sichtlich unter der Situation, wollte 1996      durch einen Hunger­streik die Wiederaufnahme sei­nes Verfahrens und      Ermittlungen ge­gen Todesschwadronen und de­ren Hinter­männer erreichen  &#8211;     was nicht gelang. Eine der wich­tigsten moralischen vor al­lem  aber     juristi­schen Stützen ist die Men­schenrechts­organisation  Projeto   Lagal   in Rio de Janeiro. Sie er­reichte bisher, daß  Naci­mento seine   Haft   nicht unter ständiger Lebens­gefahr in einer  völ­lig überfüllten   Zelle   Rios, sondern im halboffenen Vollzug in  Natividade ver­bringt.   Für   An­walt Carlos Nicodemos, Lei­ter des  ebenfalls vom deutschen   Child­ren   Mission Fund unter­stütz­ten  Projeto Legal, ist der Pro­zeß   gegen   Nacimento kaf­ka­esk: “In  Untersuchungsbe­richten des   Bun­desparlaments   und selbst der  Abgeordneten­kammer des   Bun­desstaates Rio über die   Er­mor­dung von  Kindern und   Ju­gend­lichen, ebenso in der Presse,   wer­den die­selben  Richter   we­gen ihrer Verwick­lung in Ak­tivitäten von    Todesschwadro­nen   auf­ge­führt, die auch Volmer do Naci­men­to   nannte.”<br />
Anwalt Nicodemos eilt min­destens ein­mal im Monat mit dem Wagen nach      Na­tividade, spricht seinem Mandanten Mut zu. Dessen Geburtstag im      ver­gan­genen November fiel ausge­rechnet auf einen Sonntag. Daß er ihn      dank Ni­codemos nicht durch­weg in der Zelle verbringen mußte,   sondern    mit seiner schwangeren Frau und den Kin­der zusammensein   konnte, war    wie­der ein kleiner Sieg.</p>
<p>Letzte Meldung: Seit Anfang Ja­nuar hat Volmer rund um die Uhr     Freigang,  d.h. er muß sich jetzt lediglich re­gelmäßig bei der Polizei     mel­den.  Und die schlech­te Nach­richt: Nach heftigen Re­gen­fällen     ver­sank das  Gelände der Land­wirt­schaftsschule unter ei­ner  vier­zig    Zentimeter  dicken Schlamm­schicht. Die Gebäude ste­hen zwar  noch,  aber   die Ernte  ist völlig zerstört.</p>
<h1>Fünf-Sterne-Rassismus</h1>
<h2>Schwarze fahren keine Importautos</h2>
<p>Der  Ehemann ist weiß, die Ehefrau ist schwarz. Am Hoteleingang     verwehrt ein  Wächter der Ehefrau den Zutritt: Prostituierte dür­fen     nicht mit aufs  Zimmer. Wer glaubt, dieser Vorfall wäre die Ausnahme,     irrt. Unter der  Oberfläche scheinbarer In­tegration zeigt sich das  Bild    einer verdeckten  Apartheid.</p>
<p>Die Schwarzen müs­sen wis­sen wo ihr Platz ist, lautet  eine uralte,     immer noch hochaktuelle Redewendung in Bra­silien.  Ge­meint ist   damit:   Sklavennachfah­ren haben nichts in der Mittel- und    Ober­schicht,  deren  Krei­sen und Ambiente zu suchen. Sie werden    entsprechend  stigmati­siert  und behandelt. Wie dies in der Praxis    funk­tioniert,  bekam jetzt der  Züricher Fritz Müller, Fach­direktor   der   Cre­dite-Suisse-Bank, in Rio  de Janeiro zu spü­ren. Als er mit   seiner   schwarzen, aus Rio stammenden  Ehefrau Adriana nach einem     Restaurant­be­such ins First-Class-Hotel  In­tercontinental     zu­rückkehrte, wur­de Adriana von einem mus­ku­lö­sen  Wachmann grob     ge­stoppt: Eine Garota de Programa, so hei­ßen  Prostitu­ierte im     Rio-Slang, dür­fe nicht mit aufs Zim­mer. Direktor  Müller ließ sich von     seiner Frau über­setzen worum es ging und schlug  gehö­rigen Krach,     stellte den Wach­mann zur Re­de, verlangte von der  Ho­tel­lei­tung   eine   formelle Entschul­di­gung. Denn ohne  ent­sprechende Vor­schrift   hätte   der Wächter kaum so gehandelt.</p>
<p>Rassismus &#8211; Machismus</p>
<p>Die Zeitung O Globo be­schrieb den Fall unter der tref­fenden      Überschrift “Fünf-Sterne-Ras­sismus”. Kaum ein mit einer dunkel­häutigen      Brasilia­nerin be­freundeter oder verheirateter Eu­ropäer, der in    Rio,   Sâo Paulo, Sal­vador de Bahia oder Fortaleza nicht ähnliche     Erfahrungen  ge­macht hat. Wer brasilianisches Portugiesisch nicht     versteht, be­kommt  kaum mit, daß der Gang über die Strandpromenade für     sei­ne Partnerin  ge­legentlich ei­nem Spießrutenlauf gleicht. Wei­ße      Mit­telschichtsmachos der übel­sten Sorte, in Brasilien alles  andere   als   dünn ge­sät, lassen eine Bösartigkeit oder Obszöni­tät  nach der    anderen  fallen, ge­hen davon aus, daß der tumbe Gringo  sicher nichts    ver­steht  und wohl im­mer noch glaubt, was die  mei­sten Reiseführer    kolportie­ren:  Brasilien, ein wun­dervoller  Schmelz­tiegel der Rassen,    ein Beispiel  gelun­gener Integration  ver­schiedener Hautfarben, von    Dis­kriminierung  keine Spur.<br />
Wer aber die Oberfläche, die schil­lernde Er­scheinungsebene ver­läßt,      stößt auf Brasiliens hocheffi­ziente verdeckte Apart­heid. Die ist  von     den schwachen, wenig respektierten Schwarzen­or­ganisationen  weit     schwerer zu packen und zu attackieren als die aus Süd­afrika  bekannte     of­fene Ras­sentren­nung. Schwarze, Mu­latt­Innen gehören  in die  Slums,    in die Unterschicht, in die drek­kig­sten,   schlechtbezahltesten    Be­ru­fe. Schwarze Frauen sind ge­mäß diesem   Denk- und    Ver­hal­tens­muster Hausdienerinnen, Rei­ne­machefrauen,   bestenfalls    Su­per­marktkassiererinnen. Oder aber: Schwarze Frauen   sind bis zum    Beweis des Gegen­teils Pro­sti­tuierte, Touristenhuren,   die man    entsprechend behandeln kann.<br />
Untersuchungen belegen, daß in­for­melle Mechanismen ge­wöhn­lich den      Auf­stieg Dunkel­häutiger in gutbezahlte qualifi­zierte      Mittel­schichtsberufe ver­hin­dern. Privatban­ken bilden da keine      Ausnahme. Bei meh­reren spricht das gängige System der zwei      Kundenschlangen Bände. Wer besser verdient und umge­rech­net mindestens      einige tau­send Mark auf seinem Konto hat, steht in der kürzeren   Fila,    wird bevorzugt behandelt und ist ge­wöhnlich weiß. Wer zu den      Schlecht­bezahlten gehört, aber glück­lich ist, dennoch ein Konto      besitzen zu dürfen, muß in der längeren Schlange gelegentlich Stunden      warten, schaut nei­disch, frustriert oder mit Groll auf die   Be­vorzugten    mit dem dickeren Geld­beutel. Welche Hautfarbe in der   langen Fila    domi­niert, läßt sich in Rio gut beobachten.<br />
Wer mit dunkler Haut den­noch den sozialen Aufstieg schafft, hat im      Alltag fast pau­sen­los Ärger. In Sâo Paulo wird eine er­folgreiche      schwarze Schau­spielerin von weißen Ma­dames im­mer wieder auf der      Straße gefragt, ob sie nicht als Haus­dienerin anfangen wolle, sie sehe      so gut und gesund aus. Der schwarze Sänger und Komponist Dicró wird   in    Rio de Janeiro von Si­cherheitsleuten zu seiner eige­nen Show   nicht  auf   die Bühne ge­lassen. Ironisch erklärt er: “Mehr­mals haben   sie  mich  auch  schon ge­schnappt, als ich meinen eigenen Wa­gen  klauen   wollte.”  Wie  überführte Au­todiebe wer­den ebenfalls immer  wieder    gut­ver­dienende  schwarze Fußball­spieler traktiert, die  teure    Im­portwagen fahren.  Oleude Ri­beiro vom Verein Portuguesa von  Sâo    Paulo wurde mit Blau­licht  in seinem Ford-Jeep ge­stoppt und  mit dem    Revolver am Kopf gründlich  durchsucht: “Mein tiefentsetzter  kleiner    Sohn woll­te danach wissen, ob  diese Männer Ban­diten waren.     Schwie­rig, ihm zu erklären, daß alles nur  geschah, weil wir  Schwarze    sind.”<br />
Der auch in Eu­ropa bekannte schwarze brasiliani­sche Musiker Djavan      erläutert: “Wenn du be­rühmt wirst, ver­lierst du sozusa­gen deine      Hautfarbe. Das heißt nicht, daß dich die Leute auf einmal mögen. Sie      beginnen nur, dich zuzulas­sen.”</p>
<h1>Weniger als ein Quadratmeter</h1>
<h2>Brasiliens Gefängnisse offenbaren Bilder wie aus einem Gruselfilm</h2>
<p>Unter  der Regierung von Präsident Cardoso verschlechtert sich die     Lage in den  total überfüllten Gefängnissen weiter. “Niemand ist an     einer  Resozialisierung der Häft­linge interessiert,” so Padre Mauzeroll     von  der Gefangenenseelsorge der katholi­schen Kirche.</p>
<p>Eine  mittelalter­lich anmu­ten­de Ge­fängniszelle in Rios Stadt­teil      Realengo. Gesetzlich hat je­der der mehreren Dut­zend In­sas­sen      Anspruch auf min­de­stens acht Quadrat­meter, hier da­gegen hat er  nicht     einmal ei­nen ein­zi­gen. Ge­schlafen wird des­halb in  Schichten.     Während ein Teil auf dem feuchten Beton liegt, hängt der  andere in     Stoff­schlau­fen da­rü­ber, die an den Git­ter­stäben  be­fe­stigt sind.     In ei­ner Zelle im Stadt­teil Bangu bie­tet sich  ein ähn­liches Bild:    35  fast nackte, schwit­zende Männer auf nur  sech­zehn Quadratmetern,     bei­ßen­der Fäkalienge­ruch, nachts  Rat­ten, die psychische  Span­nung    fast mit Händen greif­bar. Neun  von zehn haben Krätze und  Fu­run­kel.  In   der heißesten Jahres­zeit  herr­schen bis zu sech­zig  Grad in den    Zellen, täglich fallen dann  an die zwanzig In­sas­sen  ohn­mächtig um,    werden von den Wärtern  herausge­zerrt und durch  an­dere ersetzt. Um aus    die­ser Höl­le  herauszukommen, in eine  we­niger über­füllte Zelle    verlegt zu  werden, beste­chen Häftlinge  ih­re Aufseher mit um­gerechnet    bis zu  5.000 DM. Es gibt auch  Ge­fängnisse, in denen die In­sas­sen  das    nötige Geld  zu­sam­men­le­gen und dann den Be­günstigten wie in  einer    Lotterie  per Los be­stimmen. In Bangu kom­men die not­wendigen  Reais   von  der  Fa­mi­lie oder von Verbre­cher­syn­di­ka­ten. Je größer,  je     un­er­träg­li­cher die Hitze, umso hö­her stei­gen die Preise auf      die­sem Schwarz­markt. Nur einmal am Tag gibt es Essen von      haar­sträu­ben­der Qualität, Lebens­mittel­pa­ke­te der Angehörigen      werden ge­wöhn­lich nicht ausge­händigt. Fol­terungen sind die Regel,      nicht nur in Rios Gefäng­nissen. Ein An­walt be­schreibt einen Fall  aus     dem Jahr 1996: “Polizisten mit Ka­puzen miß­handelten 116   Ge­fan­gene    mit Elektroschocks, alle wie­sen Blutergüsse auf und   wur­den    dar­überhinaus zu sexu­ellen Hand­lungen gezwungen.”<br />
Fast täglich wer­den Fälle tot­ge­folterter, er­schlagener Häft­linge      bekannt. Doch die politisch Ver­ant­wortlichen rühren sich kaum, nur      we­nige Intellektuelle pro­testieren und die Gesellschaft scheint  sich     an die grauen­vollen Zustände ge­wöhnt zu haben.<br />
Nach dem letzten offiziellen Zen­sus bieten die 511 Gefäng­nis­se      Brasili­ens Platz für höch­stens 60.000 Per­sonen. Mit über 148.000      Gefangenen sind sie da­mit mehr als doppelt be­legt. Not­wen­dig, so      heißt es, seien 145 neue Gefängnisse. Rund 95 Pro­zent der Häft­linge      sind Arme, 96 Pro­zent Männer, etwa drei Vier­tel Voll- und      Halbanal­phabeten. Der typi­sche Gefangene, so eine Stu­die, ist      dunkelhäutig und jün­ger als 25 Jahre. Jeden Monat kommt es laut      Statistik zu min­de­stens drei großen Häftlingsre­vol­ten; die meisten      von ihnen wer­den aller­dings der Öf­fent­lich­keit ver­heimlicht.</p>
<p>Pervertieren statt resozialisieren</p>
<p>Amnesty international und Human Rights Watch/­Ame­ri­cas prangern die      Zu­stände in den bra­silianischen Haftan­stalten als “pu­ren  Horror”    an.  Aber auch die Gefange­nenseelsorge der katho­li­schen  Kirche  läßt   nicht  locker. Padre Geraldo Mau­zeroll von der Pa­storal   Carçeraria im    Bundes­staat Sâo Paulo: “Wer ins Ge­fängnis kommt,  wird  pervertiert,    wird angesehen und be­handelt wie ein Tier.  Niemand ist  an ei­ner    Besserung oder Resozialisie­rung der Insassen   interessiert. Die    Gesellschaft rächt sich an ihnen. Sie läßt sie   intellektu­ell, seelisch,    mora­lisch, kulturell und nicht selten   sogar physisch ster­ben.”  Padre   Mauzeroll hört auf Polizeiwachen und   in Gefängnis­sen sehr  häufig den   Spruch: “Nur ein toter Häftling ist   ein guter Häftling!”  Der Padre geht   seit 1973 in die Gefäng­nisse  und  leitete die letzten  sechs Jahren die   Seel­sorge. Was er täg­lich  zu  sehen be­kommt,  scheint kom­mer­ziellen   Horror­filmen ent­lehnt:   Häftlinge verfaulen  buch­stäb­lich in ih­ren   Zellen. Die   Ge­fängnisärzte sind selbst  Krimi­nelle, weil sie Kranke   be­wußt   nicht behan­deln, sie sterben  las­sen, dafür aber nie zur     Rechen­schaft gezogen werden.  Tuber­ku­lo­se grassiert, über die     Ge­sichter Tod­kran­ker laufen  Amei­sen. Kri­mi­nell handeln auch     Richter und Staats­anwälte, die  sehr wohl über Folter und alle an­deren     Men­schenrechtsverlet­zungen  de­tail­liert informiert sind und   den­noch   nicht ein­greifen.<br />
Gefängnisleitungen und Wär­ter ermögli­chen den Dro­gen­han­del und      -kon­sum hinter den Git­ter­stäben. Ein Direktor zu Padre Mauzeroll:      “Drogen müs­sen dort drin sein, damit die Ge­fangenen ruhig bleiben.”<br />
Ein besonders fin­steres Kapi­tel ist darüber hinaus die sexuelle      Ge­walt, die von perversen Auf­se­hern sogar ge­fördert wird. Padre      Mauzeroll: “Wird ein we­gen Vergewalti­gung Verurteilter ein­geliefert,      stecken ihn die Wär­ter extra in be­stimmte Mas­sen­zel­len, damit  er     dort von fünf­zehn, zwan­zig Häftlingen ver­ge­wal­tigt wird. Das   ist    Gesetz in den Kerkern, und so verbreitet sich Aids sehr  schnell.”   Selbst   nach amtlichen An­gaben haben sich bereits über  zwanzig   Pro­zent der   Insas­sen mit dem Aids-Vi­rus infiziert. Ein  Großteil der   rund 150.000   brasiliani­schen Ge­fan­genen hat  homosexuellen   Ver­kehr, gewöhnlich   unge­schützt, Pro­miskuität ist  normal.<br />
Vitor Carreiro teilte in Rio eine Zelle jahrelang mit 47 ande­ren      Häftlin­gen, hat jetzt sichtbar Aids und sagt es deutlich: “Alle Welt      weiß, daß die Frau des Ge­fan­genen der andere Gefangene ist.” José      Ferreira da Silva, eben­falls HIV-posi­tiv, berichtet von vier festen      und acht gelegentli­chen Partnern. Keiner hatte Prä­servative  benutzen     wollen.<br />
“Wenn die Lage in den Ge­fängnissen in Sâo Paulo und Rio de Janeiro      bereits so schlimm ist”, gibt Padre Mauzeroll zu be­denken, “wie muß sie      dann erst in den stark unterent­wickelten Gebieten des Nordens und      Nord­ostens sein?” Padre Mauzeroll drückt sich im Ge­gensatz zu so      vie­len Landsleuten um solche un­beque­men Wahrheiten nicht. Er hat      keine Probleme damit, die von den Autoritäten gerne ver­steckten und      verdrängten Pro­ble­me offen an­zusprechen. “Doch wer über die  Zu­stände     re­det und in­formiert, stirbt”, lautet eine an­dere Regel  &#8211;     Pistoleiros, Be­rufs­kil­ler, erle­digen dies. Padre Mau­zeroll  weiß,     daß auch sein Leben in Gefahr ist. Den­noch klagt er offen die  soziale     Ord­nung Brasi­liens an: “Sie ist schuld an der  grauenhaften     Si­tu­a­tion!”<br />
Wärter und Spe­zialeinheiten ge­hen gewöhnlich äußerst brutal gegen      meu­ternde Häftlinge vor. 1992 wurden im Gefängnis Ca­ran­diru von Sâo      Paulo minde­stens 111 In­sassen von Militär­polizisten massa­kriert.      Politisch Ver­antwortliche und di­rekt Be­tei­ligte blieben bisher      straffrei. Die letzte Revolte in Carandiru er­eignete sich Ende  Oktober.     670 Ge­fangene nahmen dort 27 Wär­ter als Gei­seln und  forderten die     Ver­legung in eine andere Haftan­stalt. Fünf  Gefan­gene versuchten  mit    einem Müll­fahrzeug zu flie­hen, vier von  ih­nen wurden von     Mi­litärpolizisten er­schossen.<br />
Die Rechtanwältin Zoraide Fer­nandez weist noch auf eine be­sondere      Absurdi­tät hin. Tau­sende von Häftlingen wer­den nach verbüßter Strafe      oft noch jahrelang festge­halten, allein in Rio waren es 1995      min­destens 560. Hinzu kommen jene, die unrechtmäßig in die Zellen von      Po­lizei­wachen gepfercht und dort mitunter regelrecht verges­sen      werden.</p>
<h1>Menschenrechte ja &#8211; aber nicht für Schwule</h1>
<h2>Todesschwadronen jagen Homosexuelle &#8211; 1300 Morde seit 1980</h2>
<p>Staatspräsident  Cardoso präsentierte in Brasilia mit großem Pomp     einen “Nationalen Plan  für Menschenrechte” &#8211; doch die Show stahl ihm     Luiz Mott,  intel­lektueller Führer der brasilianischen     Schwulenbewegung. Weil die  Homosexuellen in dem Dokument nicht einmal     erwähnt werden, entrollte  Mott ein Transparent “Gays querem Justiça”-     (Schwule wollen  Gerechtigkeit) und nannte Fakten zur  sy­stematischen    Verfolgung der  Homosexuellen in Brasilien.</p>
<p>Laercio, 22, und Mariquinhos, 30,  wohnten in Rios armseliger     Nordzone in einem simplen Häuschen, waren  beliebt und gal­ten als     hilfsbereit, fröhlich. In einer Novembernacht  werden sie von einem der     berüchtigten “Kom­mandos zur Jagd auf Gays”  überwältigt &#8211; fünf     Kapuzenmän­ner stoßen die beiden bis zur na­hen  Bahnlinie, dann krachen     Pi­stolenschüsse. Anwohner finden Laercio und  Mariquinhos in ih­rem     Blut, stellen erschüttert Ker­zen auf.<br />
Luiz Mott erläutert: “In Bra­silien sind mindestens vierzehn      Todesschwadronen hinter Ho­mosexuellen her. Seit 1980 wur­den über 1300      Schwule ermor­det, 1996 waren es bisher 85, aber unsere Statistik  ist     sehr un­vollständig.” Das stimmt, denn von den Serienmorden der    letz­ten   Wochen in Rio wußte Mott zu diesem Zeitpunkt noch nichts.    Hinzu kommt,   daß Angehörige wegen der bestehenden Vorur­teile gegen    die Schwulen   oftmals die Natur des Verbrechens ver­schweigen.<br />
Universitätsprofessor Mott, 50 Jahre alt, Präsident der Grupo Gay do      Bahia (GGB) und Se­kretär für Menschenrechte der Bra­silianischen      Vereinigung für Gays, Lesben und Transvestiten (ABGLT), lehrt in der      nordost­brasilianischen Küstenmetropole Sal­vador da Bahia &#8211; auch dort      werden Schwule diskriminiert, ver­folgt und ermordet. Mott spricht  von     “Opfern des Ma­chismus”, die Täter gingen ge­wöhnlich straffrei  aus.   So   seien bei über vierzig Prozent der Schwulenmorde die Täter    er­mittelt   worden, nur zehn Prozent kamen jedoch letztlich vor    Ge­richt und wurden   dann fast im­mer freigesprochen.</p>
<p>Archiv über Homosexualität</p>
<p>Ein schönes Kolonialhaus in Salvador da Bahia beherbergt im ersten     Stock  den kleinen Sitz der Grupo Gay do Brasil mit dem immerhin  größten     lateinameri­kanischen Archiv über Homose­xualität. Die GGB  ist die     älteste und aktivste Homosexuellenver­einigung in  Lateinamerika. Nach     dem Klingeln schaut der Leiter zunächst prüfend  auf den Besu­cher und     wirft danach den Schlüssel hinunter. Oben kann  man sich eine  Ausstellung    über homosexuelle Männer und Frauen  ansehen, von Platon,  Leonardo da    Vinci, Shakespeare, Cleopatra und  James Dean bis hin zu  der berühmten    Sängerin der Musica Popular  Brasileiro, Maria Bethânia.  Man wird    höf­lich zu den zwei  wöchentlichen Versammlungen  eingeladen, an denen    auch Bi- und  Heterosexu­elle teilnehmen. Vor dem  Ab­stieg über die    steile  Holztreppe teilt der GGB-Leiter  Präserva­tive, “Camisinhas”, aus &#8211;     schließlich ist die Gruppe  beson­ders aktives Mitglied in der vom     Gesundheitsministerium  geführ­ten Nationalen Kommission zur     AIDS-Bekämpfung.<br />
In der Stadt selbst machen die Homosexuellen drastisch auf sich, ihre      Freuden und Probleme aufmerksam. “Liebe mit Vor­sicht &#8211; suche Deine      amantes bes­ser aus”, steht groß auf Schauta­feln, und “Laß Dich nicht      von AIDS ins Jenseits befördern, aber laß Dich auch nicht  ermor­den!”     Die Warnung ist nicht un­begründet, druckte doch gar  eine große  lokale    Zeitung regelmäßig folgende Anzeige: “Halte  Salva­dor sauber &#8211;  töte    jeden Tag einen Homo!”</p>
<p>Erscheinungsebene &#8211; Wirklichkeit</p>
<p>Brasiliens Schwulenszene prä­sentiert sich anders als zum Beispiel     jene  in San Francisco oder gar in Deutschland. Gays fallen viel mehr     auf,  haben ihre Kneipen, Discos, Strände, Zeit­schriften. Der Terror     gegen  Schwule existiert indessen wei­ter, scheint sogar stark     zuzuneh­men.   Motts Grupo Gay do Bahia hat deshalb ein     “Über­le­benshandbuch”  publi­ziert, das zahl­reiche praktische Tips zur     Selbstverteidigung  gibt. Mott hat das Handbuch in Brasi­lia, Belo     Horizonte, Curitiba und  Recife vorgestellt. In jeder Stadt gab er die     Namen der dort in den  letzten Jahren ermordeten Schwulen be­kannt.  Die    meisten Verbrechen  ereigneten sich aber in Rio de Janeiro, Sâo  Paulo    und Salvador da Bahia.</p>
<p>Umfragen und Machismus</p>
<p>Daß Schwule diskriminiert werden, zeigen neue repräsenta­tive     Umfragen:  So würden 36 Pro­zent der BrasilianerInnen ei­nem     Homosexuellen selbst  dann nicht eine Arbeit geben, wenn er der     bestqualifizierte Bewerber  wäre. JedeR Fünfte würde sich von einem     homosexuellen Kol­legen bewußt  fernhalten, 56 Pro­zent würden zumindest     ihr Ver­halten ändern. 79  Prozent, im Nordosten sogar 87 Prozent,     ak­zeptierten auf gar keinen  Fall, daß ihr Sohn mit einem     Ho­mosexuellen ausginge. Und 62 Prozent  meinen, daß Eltern die Änderung     der homosexuellen Orientierung ihrer  Söhne er­zwingen müßten.</p>
<p>Politisches Asyl für Schwule</p>
<p>Gay-Menschenrechtsgruppen in San Francisco prangern seit Jahren die      Zustände in Brasilen an. 1993 gewährten die USA erstmals einem      brasilianischen Schwulen politisches Asyl. Der Begünstigte heißt Marcelo      Teno­rio, Luiz Mott trat in dem Asyl­verfahren als Zeuge auf und    wurde   dafür zuhause in den Me­dien niedergemacht. Das Asyl, hieß es,    basiere   auf einer Lüge über Brasilien; Schwule würden nicht    systematisch   getötet. In den letzten Wochen erhielten zwei weitere    Homosexuelle   Asylsta­tus, wollen aber anonym blei­ben, aus Angst, daß      Familienan­ge­hö­ri­ge in Brasilien Repressa­lien er­lei­den  könnten.     Eine un­bekannte Zahl brasilianischer Homo­sexu­el­ler lebt  illegal  in    den USA. Mög­licherweise werden jetzt wei­tere einen  Asylantrag   stellen.</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Staatstrauer für Ex-Diktator</p>
<p>Nach dem Tod des Ex-Generalpräsidenten Ernesto Geisel im Sep­tember     1996  ordnete Fernando Henrique Cardoso per Dekret acht Tage     Staatstrauer an.  Geisel war von 1974 bis 1979 der dritte     Generalpräsident der  brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985).     Geisel war bereits zur  Amtseinführung von Cardoso gela­den worden. 1995     traf sich der Präsident  mit dem EX-Diktator und wollte dies     ausdrücklich als “Würdigung”  verstanden wissen.<br />
Die Homenagem weckte in der Tat Aufmerksamkeit. Denn bei Gei­sel und      seinem ebenfalls im Regimeapparat dienenden Bruder Or­lando handelte es      sich um Vertreter der “harten Linie”, die kei­nes­wegs nur  militante     Diktaturgegner rücksichtslos verfolgen, fol­tern und  ermorden ließen.     Dies hat gerade ein wichtiger Zeit­zeuge bestätigt:  Reserveoberst   Jarbas   Passarinho, Mitautor der berüchtigten  Ausnahmegesetze von 1968   und   Minister unter drei Dik­taturgenerälen,  sagte im brasilianischen     Fersehen, daß ein Groß­teil der  Greueltaten an Linken in Geisels     Regierungszeit be­gangen worden  seien. Die Medien pflegten dagegen stets     dessen Amts­vorgänger  Emilio Garrastazzu Medici die Verantwortung  für    die größten  Schlechtigkeiten des Militärregimes aufzubürden.</p>
<p><strong>Hintergrund von 2001:</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>„Unerklärter Bürgerkrieg“ in Brasilien<br />
Über 40000 Morde jährlich/Zunahme von Attentaten </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Im Kontext der jüngsten internationalen Konflikte weisen   brasillianische Experten immer nachdrücklicher darauf hin, welche hohen   Menschenopfer der sogenannte „unerklärte Bürgerkrieg“ in Brasilien   kostet. Wie die Universitätsprofessor und Politik-Berater Gaudencio   Torquato jetzt  in einer Analyse mit dem Titel „Wir und Afghanistan“   betonte, werden aus politischen und kriminellen Motiven selbst laut den   geschönten offiziellen Angaben jährlich rund 40000 Menschen ermordet. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>     Hätte  Deutschland, mit einer etwa halb so großen   Bevölkerung, diese Rate, wären es pro Jahr etwa 20000 Getötete.   Tatsächlich waren es im Jahr 2000 laut BKA-Angaben nur 1015. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Torquato zählte zu den Gründen der hohen Opferzahlen, daß die   zehntgrößte Wirtschaftsnation anders als Afghanistan zwar sämtliche   Hochtechnologie der letzten Generation nutze, die soziale Polarisierung   zwischen den Privilegierten und den armen Schichten sich jedoch weiter   verschärft habe. Die hohe Gewaltrate habe dazu geführt, daß   nachbarschaftliches Zusammenleben immer weniger gepflegt werde, die   brasilianische Gesellschaft sich von der menschlichen Solidarität   verabschiede. Gängige Reaktion angesichts der täglichen Morde sei leider   nur:“Gut, daß es mir nicht passiert ist.“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Derartige Verfallsprozesse resultieren laut Torquato aus   einer „politisch-institutionellen Kultur“, die sich mit den alltäglichen   Skandalen um hohe Volksvertreter und den Fällen von   Regierungskorruption weiter degradiere. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Brasilianischer Menschenrechtsaktivist<br />
“Generation eiskalter Killer“ wächst heran </strong></p>
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<p><strong>Brasilien züchtet nach den Worten des angesehenen   Menschenrechtsaktivisten Eduardo Capobianco „eine Generation eiskalter   Killer“heran.“Sie töten einen Menschen mit der selben Leichtigkeit, mit   der sie eine Coca-Cola trinken“, sagte er im Dezember während der   Auszeichnung mit einem Bürgerrechtler-Preis in Sao Paulo. Capobianco,   Präsident von zwei regierungsunabhängigen Institutionen, die das   organisierte Verbrechen sowie die tiefverwurzelte Korruption in Politik   und Wirtschaft bekämpfen, hatte erst Anfang Dezember in der City der   17-Millionen-Stadt ein Attentat überlebt. „Brasilien hat gravierende   soziale Ungleichheiten und eine kapitalistische Kultur, die auf dem   Konsum basiert, Städte des Konsumismus wie Sao Paulo. Das stimuliert   letztlich Gewalt – Armut allein ist dafür nicht verantwortlich zu   machen.“ In entwickelten Ländern wie Japan entfalle statistisch pro Jahr   ein Mord auf hunderttausend Einwohner – in einer Stadt wie Sao Paulo   seien es dagegen gemäß offiziellen Zahlen immerhin fünfzig. Indessen   gebe es bereits leichte Fortschritte bei der Verbrechensbekämpfung, die   Arbeit seiner beiden Institutionen mißfalle der Gegenseite sehr und  habe  das Attentat bewirkt. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Capobianco überlebte den Anschlag nur, weil er eine Mappe mit   Büchern vor die Herzgegend hielt, Kugeln darin steckenblieben bzw. nur   seine Beine trafen. Weder die Polizei noch er selbst haben einen  Hinweis  auf die Täter und deren Hintermänner. </strong></p>
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<p><strong>In den letzten drei Monaten kam es in Brasilien zu einer   Attentatsserie, bei der mehrere Gewerkschaftsführer, ein progressiver   Großstadtbürgermeister sowie Umweltaktivisten getötet wurden,   Bombenanschläge forderten glücklicherweise keine Opfer. Eine bislang   unbekannte rechtsextreme Organisation schickte Morddrohungen an 37   Bürgermeister der linkssozialdemokratischen Arbeiterpartei PT im   Industrie- Teilstaat Sao Paulo, dessen Bruttosozialprodukt das von ganz    Argentinien übertrifft. </strong></p>
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<p><strong>Systematische Folterungen weiter alltäglich – trotz Anti-Folter-Gesetz<br />
Menschenrechtler skeptisch über  offizielle PR-Kampagne </strong></p>
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<p><strong>Der Dreißig-Sekunden-TV-Spot ist gut gemacht,   drastisch-realistisch: Ein Mann, halbnackt, blutend, gefesselt, wird von   einem Sadisten gequält, mit dem Kopf immer wieder in einen Wassertank   getaucht, soll Informationen preisgeben, ein Geständnis ablegen. Ein   Dritter sieht die Szene, rennt zum Telefon, wählt die neue Gratis-Nummer   von „SOS Tortura“, erstattet anonym Anzeige. Jeder sollte ab sofort   genauso handeln, lautet der Appell an die Fernsehzuschauer – „denn   Folter ist ein Verbrechen!“ Daß Brasiliens Staatspräsident Fernando   Henrique Cardoso, Ehrendoktor der FU Berlin, jetzt auch in Rundfunk und   Presse eine solche Medienkampagne starten ließ, einmalig in der   Geschichte Brasilien, könnte die Menschenrechtler des In-und Auslands   optimistisch stimmen. Doch Skepsis überwiegt. Befürchtet wird, daß   Brasilia damit lediglich  auf Imageverbesserung bei den Vereinten   Nationen zielt. Deren Experte für Folterfälle, Nigel Rodley, hatte   letztes Jahr nach einer Reise durch mehrere Teilstaaten die Zustände als   erschreckend und eigentlich unbeschreiblich angeprangert. Nicht anders   sieht es Amnesty International, stellte deshalb  in der   17-Millionen-Stadt São Paulo, Lateinamerikas führendem   Wirtschaftszentrum, im Oktober kurz vor Kampagnebeginn der   brasilianischen Öffentlichkeit den neuesten Bericht über Folter und   Mißhandlungen vor. Tatverdächtige, Festgenommene, Untersuchungshäftlinge   und Strafgefangene systematisch Torturen zu unterwerfen, auch von   völlig Unschuldigen Geständnisse unter Folter zu erpressen, gehört   danach weiterhin zur  Alltagsroutine im Apparat der Militär-und   Zivilpolizei. Laut Patrick Kopischke, Brasilien-Experte von Amnesty   International, hat der starke politische Druck, die überbordende   Kriminalität zu bekämpfen, dazu geführt, daß Folter andere   Ermittlungsmethoden ersetzt. Allein in São Paulo, wo über eintausend   deutsche Unternehmen, von VW bis Daimler-Benz, ansässig sind, werden   laut offiziellen Angaben monatlich über 440 Menschen ermordet. Zum   üblichen Nachrichtenangebot der  Radio-und TV-Stationen gehören die   unaufhörlichen Gefangenenrevolten in den mit fast 100000 Insassen völlig   überfüllten Polizeiwachen, Haftanstalten und provisorischen   Gefängnissen der Metropole. Pro Monat werden rund eintausend weitere   mutmaßliche oder tatsächliche Straftäter in teils fensterlose Zellen   gepreßt, wo bereits bis zu 168 Männer auf einem Raum zusammenhocken   müssen, der eigentlich nur für höchstens dreißig gedacht war. Wegen der   schlechten Luft, der unhygienischen Zustände, des ständigen   Fäkaliengeruchs und des damit verbundenen psychischen Drucks sind   Aufstände die logische Folge – niedergeschlagen werden sie mit äußerster   Brutalität, gibt es fast immer Tote. „Man greift auf Folter und   Mißhandlungen zurück, um ein katastrophales Gefängnissystem unter   Kontrolle zu halten“, betont deshalb Kopischke, grundlegende Reformen   seien nötig, nicht nur kosmetische Verschönerungen. Aktivisten von   Amnesty und anderen Menschenrechtsgruppen Brasiliens empört zudem    besonders, daß das auf ihren Druck hin erlassene Anti-Folter-Gesetz von   1997 an den Zuständen kaum etwas änderte, Täter gewöhnlich straffrei   ausgehen, selbst aus der Diktaturzeit berüchtigte Folterer weiter im   Dienst sind. Gemäß neuen UNO-Angaben verzeichnet der Teilstaat Minas   Gerais die meisten bekanntgewordenen Folterfälle, ist die   Polizeibrutalität traditionell besonders hoch. Dies gilt als Erbe des   Militärregimes(1964-1985), als Fachleute der CIA gemäß Angaben von   Zeitzeugen  den Militär-und Zivilpolizisten in Kursen auch   Foltertechniken beibrachten. „Heute noch sind es die gleichen“, so der   renommierte Menschenrechtsanwalt Antonio Aurelio, „vor allem   Elektroschocks, Aufhängen kopfunter an einer Stange, Eintauchen in   Wassertanks, Schläge auf beide Ohren, Erstickungsanfälle mittels über   den Kopf gestülpten Plastiksäcken“. Im Juni letzten Jahres wurden in   einer Polizeiwache São Paulos etwa zweihundert Gefangene, einer nach dem   anderen, völlig unbekleidet,  mit Elektroschocks gepeinigt. Bei   weiteren Mißhandlungen starb ein Insasse, dreißig weitere erlitten teils   schwere Verletzungen. Die beteiligten Polizeikommissare sind weiterhin   im Dienst.  Beim Interview  mit dem Polizeichef einer   nordostbrasilianischen Stadt fand dieser nichts dabei, den an den   landesüblichen Elektroschock-Apparaturen verwendeten Regler sichtbar    auf seinem Schreibtisch liegen zu lassen.</strong></p>
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<p><strong>Über 40000 brasilianische Kinder arbeiten auf stinkenden Müllbergen<br />
Unicef und NGO entwickeln Alternativprojekte </strong></p>
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<p><strong> Im Kriechgang, fast mit Vollgas, arbeitet sich der Müll-LKW   in Serpentinen fast bis zur Haldenspitze vor, kippt dort, an der   Peripherie der 17-Millionen-Stadt São Paulo, bei 35, 40  Grad   Tropenhitze stinkende Abfälle aller Art ab. Auf diesen Moment haben   Schwärme von Schmeißfliegen, aber auch Dutzende von Kindern und   Jugendlichen nur gewartet. Mit Säcken über der Schulter stürzen sie sich   auf  die Ladung, sinken bis zu den Knien ein, wühlen neben schwarzen   Aasgeiern nach Essensresten, Glas-und Plastikflaschen, Papier und   Getränkebüchsen aus Aluminium. Alles wird getrennt, sortiert, ein Stück   entfernt bei  anderen Familienmitgliedern angehäuft, Alu-Büchsen tritt   man mit dem Fuß platt. Metallfirmen oder Papier-und Textilfabriken   nehmen alles für lächerlich geringe Preise ab – jedes dreckverschmierte,   oft von Hautkrankheiten gezeichnete Müll-Kind kommt pro Tag höchstens   auf umgerechnet vier, fünf Mark – überlebenswichtig für die Familien an   der Slum-Peripherie von Lateinamerikas reichster Stadt und   Wirtschaftslokomotive, aber auch von Rio de Janeiro, Salvador da Bahia   oder Recife. In ganz Brasilien sind es über vierzigtausend „Crianças do   Lixo“, Müll-Kinder – die nie zur Schule gehen, oder es aufgaben, weil   man sie lächerlich machte, diskriminierte. Vor ein, zwei Jahren waren es   indessen noch über dreizehntausend mehr – bevor das UN-Kinderhilfswerk   Unicef  und die regierungsunabhängige Organisation „Agua e  Vida“(Wasser  und Leben) Projekte starteten, Druck auf den Staat, lokale  Behörden  ausübten, um diese schändliche Form der Kinderarbeit zu  bekämpfen. </strong></p>
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<p><strong>Hautkrankheiten, Cholera </strong></p>
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<p><strong>Daß Minderjährige in einem Land, das zu den zehn größten   Wirtschaftsnationen gehört, den ganzen Tag im Müll waten müssen, anstatt   zu spielen und zu lernen, nennt Afonso Lima, Unicef-Mitarbeiter in São   Paulo, einfach entsetzlich, unmenschlich. Die Regierung hat zudem   internationale Konventionen, darunter gegen Kinderarbeit unterzeichnet,   die derartiges eigentlich verbieten. „Weil die meisten Kliniken  ihre   sämtlichen Abfälle unsortiert und unbehandelt ebenfalls auf die Halde   kippen, können sich die Kinder sogar gefährliche Krankheiten holen,   finden Spritzennadeln, Chemikalien aller Art.“ Für seine Kollegin Paula   Claycomb aus den USA fehlt es auch an politischem Willen. „Die   brasilianische Gesellschaft muß endlich verstehen, daß stinkende   Abfallhalden nicht der richtige Ort für Kinder sind.“ Dabei wurde   bereits eine Menge erreicht: Unicef und die NGO „Agua e Vida“ brachten   in geduldiger Überzeugungsarbeit Gouverneure und viele Gemeinden dazu,   Mittel für die Gründung von Müll-Recycling-Kooperativen freizugeben,   sogar Gebäude bereitzustellen. Der Vorteil: Wiederverwertbares wird   bereits an Wohngebäuden, Supermärkten, Bürohäusern aussortiert – und   nicht erst,  mit organischen Abfällen verschmutzt, auf der Halde.   Resultat: Das Familieneinkommen steigt, die Kinder brauchen nicht mehr   mitzuarbeiten, gehen stattdessen zur Schule. Eine geringe staatliche   Hilfe von  monatlich umgerechnet über zehn Mark pro Kind wird auch an   viele andere verelendete Familien nur gezahlt, wenn sie ihre Kinder   kontinuierlich in die Schule schicken. „Und das funktioniert“,   bekräftigt die NGO-Koordinatorin Teia Magalhaes in São Paulo. „Nur ist   es leider oft so: Wir holen eine Familie aus dem Müll, doch andere   treten sofort an deren Stelle – Folge der Misere in Brasilien.“ Da die   Cholera im Lande längst nicht ausgerottet ist, man sich gerade auf den   riesigen Abfallbergen leicht anstecken kann, verbreitet Teia Magalhaes   auch ein entsprechendes Aufklärungs-Video, organisiert zusammen mit   Präfekturen Musik-und Tanzkurse, um frühere „Crianças do Lixo“ in der   Schule zu halten, an Kultur heranzuführen. </strong></p>
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<p><strong>Banker und Müllsammler </strong></p>
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<p><strong>Auch über  Lateinamerikas Wallstreet, die Banken-Avenida   Paulista, zerren täglich ungezählte schwitzende, zerlumpte Catadores do   Lixo, Müllsammler, ihre hölzernen Karren, hochbeladen mit Verpackungen   und anderem Material. Eigentlich sollten  die Catadores allen Respekt   verdienen: Nur ihnen ist es zu verdanken, daß immerhin achtzig Prozent   der Aluminium-Getränkebüchsen, siebzig Prozent der Pappe und  dreißig   Prozent der Flaschen recycelt werden. Nur hier und da trifft man bereits   auf jene Hausmüll-Container wie in Deutschland – ausgerechnet in einem   Drittweltland wie Brasilien ist Ressourcenverschwendung weiterhin die   Regel. Was vergeudet wird, ob Nahrungsmittel, Strom oder Wasser, hat   laut neuesten Studien immerhin einen Wert von jährlich umgerechnet über   einhundert Milliarden Mark. Besonders provozierend in einem Land mit   ernsten Hungerproblemen: Was São Paulos Supermärkte an Lebensmitteln   wegwerfen, reichte wertmäßig bequem aus, um monatlich 600000   Slum-Familien mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. </strong></p>
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<p><strong>Padre Julio Lancelotti kämpft gegen Folter an Kindern und Jugendlichen<br />
Hohes Lebensrisiko, Morddrohungen, tätliche Angriffe<br />
Auch von Unicef wegen Engagements für Kinderrechte ausgezeichnet </strong></p>
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<p><strong>„Erstmals konnten wir jetzt achtzehn Aufseher, sogar drei   Direktoren, wegen Folter vor Gericht bringen“, sagt Padre Julio   Lancelotti im Büro des von ihm geleiteten „Zentrums zur Verteidigung von   Kindern und Jugendlichen“ der Millionenstadt São Paulo. Aber Freude,   Zufriedenheit über diesen kleinen Sieg ist ihm nicht anzumerken. Denn   auf einen Schlag hat er damit noch mehr erbitterte Feinde unter den   Mitarbeitern der gefängnisähnlichen Anstalten für straffällig gewordene   Minderjährige(Febem). Von den letzten Attacken hat er sich noch nicht   erholt: Als in einer Febem-Einheit wiederum Jugendliche gegen   Mißhandlungen, Überfüllung rebellierten, fuhr er sofort hin – eine   Gruppe von Febem-Angestellten schlug ihm Zähne aus, trat auf ihn ein,   zerbrach die Brille. Militärpolizisten schauten bewußt eine ganze Weile   zu, griffen erst spät ein. „Sogar  das Kreuz, das ich um den Hals trug,   ein Geschenk aus Osnabrück, wurde mir abgerissen – hier ist die   Situation eben längst außer Kontrolle.“ Lancelotti, der auch ein Heim   für Aids-infizierte Kinder führt,  erhält regelmäßig Morddrohungen &#8211;   andere Pfarrer São Paulos haben ihr Engagement für Menschenrechte   bereits mit dem Leben bezahlt – in Brasilien kommt es täglich zu   politischen Morden, Attentaten.  Theoretisch können er und seine Anwälte   sich auf das Anti-Folter-Gesetz, das Statut zum Schutze der   Heranwachsenden berufen. „In Brasilien dominiert aber leider   Straflosigkeit, Folterer bleiben gewöhnlich ungeschoren, werden nicht   einmal entlassen, sind durch die Autoritäten geschützt.“ </strong></p>
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<p><strong>„Kultur der Folter“ </strong></p>
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<p><strong>Daß die Gesetze nicht funktionieren, erklärt Lancelotti mit   für manchen Europäer sicher  überraschenden Gründen:“In diesem Land   existiert die Sklavenhalterkultur, auch eine Kultur der Folter weiter –   ein Großteil der Brasilianer befürwortet Torturen, die Todesstrafe, die   Herabsenkung des Strafmündigkeitsalters auf sechzehn, teils sogar   vierzehn Jahre.“ Im Teilstaate São Paulo, dem reichsten ganz Brasiliens,   mit weit über eintausend deutschen Unternehmen, sind in den   Febem-Anstalten derzeit mehr als viertausend Heranwachsende   konzentriert, täglich kommen etwa dreißig hinzu. Wo eigentlich gemäß den   Vorschriften nur Platz für sechzig Minderjährige ist, werden in Zellen   bis zu vierhundert zusammengepfercht, sind gewöhnlich völlig sich  selbst  überlassen. „Als letztes Jahr der UNO-Sonderberichterstatter für   Folter, Nigel Rodley, hier war, erklärte man ihm allen Ernstes,   Jugendliche hätten sich Verletzungen selber beigebracht, im Streit   miteinander.“ Der Padre, die eng mit ihm kooperierende Anwältin   Francisca de Assis Soares, wissen von solchen Fällen, auch von sexueller   Gewalt unter den Jugendlichen. Doch das sind Ausnahmen. Die Struktur   dieser Anstalten ziele auf  Unterdrückung, Entwürdigung, Verrohung –   „über viele besonders sadistische Folterungen“, so Lancelotti“,  reden   wir öffentlich gar nicht mehr, weil es uns ja doch keiner glaubt.“ In   einer Febem-Anstalt hatte man allen Ernstes Skinheads angestellt,  wegen   ihrer Aggressivität von den Minderjährigen  nur „Pitbulls“ genannt. </strong></p>
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<p><strong>Sadismus der Aufseher     </strong></p>
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<p><strong> Bekommen Lancelotti und sein Team Wind von Mißhandlungen,   fahren alle sofort los, um gerichtsverwertbare Beweise zu sammeln,   Torturen zu unterbrechen. „In einer Anstalt trafen wir auf über vierzig   gefolterte Jugendliche – mit schweren Verletzungen, gebrochenen Armen   und Beinen!“ Rebellieren Insassen einer Febem-Einheit, toben sich bei   der Niederschlagung Aufseher, herbeigerufene Polizisten sadistisch   aus.“Jugendliche mußten tagelang nackt hintereinander aufgereiht und   aneinandergepreßt auf dem Boden hocken, das Geschlechtsteil am Gesäß des   Vordermanns, durften nur in Plastikflaschen urinieren, die man dann   über ihnen ausschüttete. Scharfe Hunde wurden rudelweise zwischen die   Insassen gehetzt – wer deshalb aufstand, erhielt sofort Schläge. Und   selbst das – Wärter zwingen Jugendliche, auf andere Insassen zu   urinieren. Alles Folterpraktiken, tief entwürdigend!“ </strong></p>
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<p><strong>Aber könnte die Mitte-Rechts-Regierung unter  Staatspräsident   Fernando Henrique Cardoso, Bewohner São Paulos, Ehrendoktor der Freien   Universität Berlin, diese Zustände nicht ändern? „Brasilien ist nur  eine  formale Demokratie“, analysiert Lancelotti, „die Politiker in  Brasilia  leben wie auf einem anderen Planeten, fern der Realität,  wollen von  diesen Dingen nichts wissen – Zugang zu Präsident Cardoso  haben wir  nicht.“ Bestenfalls mit Galgenhumor registriert der Padre,  welches  Prestige Cardoso gerade in Europa, auch in  Deutschland  genießt:“Der  Präsident führt sich wie ein Prinz auf, erhält überall  Doktortitel. Aber  wenn man in europäischen Zeitungen oder in der Genfer   UN-Menschenrechtskommission über diese Zustände hier spricht – das mag   er, seine Regierung, garnicht.“ </strong></p>
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<p><strong>Lancelotti räumt ein, daß ihn die Menschenrechtsarbeit   zugunsten der Minderjährigen Brasiliens streßt, psychisch ermüdet. „Der   Haß auf uns ist groß, wir werden verfolgt, lächerlich gemacht, sind nur   wenige – und die Folter nimmt zu!“ Mit seiner Wochenkolumne in einer   Tageszeitung São Paulos erreicht er wenigstens einen Teil der   Öffentlichkeit. Und ein bißchen Mut macht, daß ihn das   UN-Kinderhilfswerk Unicef im neuesten Jahresbericht ausdrücklich als   Anwalt der Heranwachsenden Brasiliens hervorhebt.</strong></p>
<p>Manche Medien berichten über Brasiliens gravierende Menschenrechtslage &#8211; andere nicht.</p>
<h2>“Die Zensur gibt nie auf.” “The censorship never gives up.” Zensur heute &#8211; auch dank Google relativ leicht zu entdecken. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11489" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/zensur-heute/" rel="tag"> </a></p>
<p>The best of non-profit advertising and marketing for social causes</p>
<p><img src="http://osocio.org/images/zwpx.gif" /></p>
<h1><a href="http://osocio.org/message/the_censorship_never_gives_up/">The censorship never gives up</a></h1>
<p>Posted by <a href="http://osocio.org/index.php?ACT=19&amp;result_path=search/results&amp;mbr=2" title="Show all entries from Marc">Marc</a> | 12-05-2008 23:21 | Category: <a href="http://osocio.org/category/human_rights/" title="Show all entries in the category Human rights">Human rights</a>, <a href="http://osocio.org/category/media/" title="Show all entries in the category Media">Media</a></p>
<p><a href="http://osocio.org/images/uploads/censura2_thumb.jpg"><img src="http://osocio.org/images/uploads/censura2_thumb.jpg" alt="image" height="646" width="468" /></a></p>
<p>Two ads from Associação Brasileira de imprensa, the Brazilian press organisation.<br />
Copy: “A censura nunca desiste. Ela sempre volta disfarçada. 3 de Maio Dia Mundial da Liberdade de Imprensa.”<br />
“The censorship never gives up. It always return disguised. 3th of May, world day for the freedom of press.”</p>
<p>I have seen more censorship ads from Brazil in the past. What going on? Is censorship a big problem in Brazil?</p>
<p><a href="http://osocio.org/images/uploads/censura1_thumb.jpg"><img src="http://osocio.org/images/uploads/censura1_thumb.jpg" alt="image" height="646" width="468" /></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/09/mentetododiasp.jpg" alt="mentetododiasp.jpg" /><br />
<strong>”Leider sind es nicht mehr so viele, die die ganze Wahrheit     wissen wollen. Man biegt sehr schnell ab, um bei seiner Meinung bleiben     zu können &#8211; und bei den als angenehm empfundenen Lösungen. Ich habe     mir angewöhnt, Leute danach zu beurteilen: Wieviel Wahrheit erträgt     jemand?” Deutscher Menschenrechtsbeauftragter Günter Nooke im     Website-Interview 2009.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-ankli</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/07/eu-lateinamerika-karibik-stiftung-startet-in-hamburg/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/07/eu-lateinamerika-karibik-stiftung-startet-in-hamburg/</strong></a></p>
<h2>              <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/10/brasiliens-gefangenenseelsorge-der-deutsche-pastor-wolfgang-lauer/" rel="bookmark">Brasiliens Gefangenenseelsorge &#8211; der deutsche Pastor Wolfgang Lauer.</a></h2>
<p>Samstag, 10. Dezember 2011 von Klaus Hart   <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11804" title="Beitrag bearbeiten">**</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/caran6.JPG" alt="caran6.JPG" /></p>
<p><a href="http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html"><strong>http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgs</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/20/afro-missa-im-franziskanerkloster-von-sao-paulo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/20/afro-missa-im-franziskanerkloster-von-sao-paulo/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/06/missaafrokopf2.jpg" alt="missaafrokopf2.jpg" /></p>
<p><strong>Sklavenarbeit in der Demokratie unter Lula-Rousseff:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/brasiliens-spezialdemokratiefirmen-behandeln-arbeiter-wie-sklaven-frankfurter-rundschau-deutsch-brasilianisches-jahr-20132014-gemeinsame-werte-politik-von-lula-rousseff/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/brasiliens-spezialdemokratiefirmen-behandeln-arbeiter-wie-sklaven-frankfurter-rundschau-deutsch-brasilianisches-jahr-20132014-gemeinsame-werte-politik-von-lula-rousseff/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/</strong></a></p>
<p><strong>“Stolz, ein Brasilianer zu sein”: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/25/stolz-ein-brasilianer-zu-sein-aufschrift-auf-der-arbeitskleidung-der-strasenkehrer-in-der-megacity-sao-paulo-anregung-fur-deutsche-stadtreinigungen/">     http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/25/stolz-ein-brasilianer-zu-sein-aufschrift-auf-der-arbeitskleidung-der-strasenkehrer-in-der-megacity-sao-paulo-anregung-fur-deutsche-stadtreinigungen/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/stolzgari.JPG" alt="stolzgari.JPG" /></p>
<p>Ausriß.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/pressefreiheit-in-brasilien-von-58-auf-99-platz-zuruckgefallen-auf-welt-ranking-von-reporter-ohne-grenzen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/pressefreiheit-in-brasilien-von-58-auf-99-platz-zuruckgefallen-auf-welt-ranking-von-reporter-ohne-grenzen/</strong></a></p>
<h1>Leonardo Boffs Ungereimtheiten</h1>
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<p>In Ländern wie Deutschland betreibt eine bestimmte Gutmenschen-Szene   um den einst interessanten brasilianischen Befreiungstheologen einen   regelrechten Kult. Sie bewahrt ihn vor öffentlicher Kritik, die als   politisch unkorrekt gälte. Im Tropenland dagegen wird Boff seit den   neunziger Jahren zunehmend heftig kritisiert. Selbst frühere Anhänger   werfen ihm Fehleinschätzungen über die katholische Kirche,   intellektuelle Unehrlichkeit und Opportunismus vor. Boff sei eitel auf   Medienpräsenz aus – was mit Verbalattacken auf Papst und Vatikan   natürlich am leichtesten gelinge.<br />
In der Tat wirkt Boffs Eindreschen auf den Papst infantil und   lächerlich. Nationale Religionsexperten bescheinigen ihm eine   unbestreitbare Rolle in der Reflexionsgeschichte Brasiliens, nennen ihn   sehr intelligent und intuitiv. Boff spüre sehr gut bestimmte   gesellschaftliche Probleme und Tendenzen, sei ein brillanter Professor.   Doch seine Äußerungen müssten kritisch analysiert werden – andernfalls   akzeptiere man häufig Dinge, die nicht der Wahrheit entsprächen.<br />
In Deutschland sind evangelikale Wunderheiler-Sekten unbeliebt – Boff   begrüßte indessen bereits im Jahr 2000 öffentlich die Expansion der   Evangelikalen vorbehaltlos als Bereicherung. In Brasilien fasste man   sich an den Kopf. Denn die evangelikalen Sektenkirchen propagieren   massiv die „Theologie der Prosperität“, wonach materieller Wohlstand   eine Gabe Gottes sei und durch die Macht des Glaubens erreicht werden   könne. An Misere, persönlichem Misserfolg sei der Teufel schuld, den man   auf speziellen Tempelsitzungen austreibe – wobei natürlich jeder   Gläubige soviel Geld wie möglich an die Kirche spenden müsse. Mit dieser   Theologie, analysieren Sozialwissenschaftler, verbreiten die   Evangelikalen Illusionen, beuten die Leute aus, schaffen Leiden. Und   fördern sogar Rassismus und Diskriminierung, da die schwarze Bevölkerung   nunmehr nur deshalb arm sei, weil sie sündige. Gemäß aus Afrika   ererbten Schlechtigkeiten werde sie als eine verfluchte Rasse angesehen,   die sich von allen Vorfahren und Wurzeln lösen müsse.<br />
Wenn Boff diese wie Wirtschaftsunternehmen funktionierenden Kirchen als   Bereicherung auffasse, müsse man seine Bewertungen relativieren, zeige   sich zunehmende Oberflächlichkeit. Im akademischen Umfeld, bei den   Studenten sei Boffs frühere Attraktivität weg.<br />
Boff müsste wissen, dass evangelikale Kirchen im Christlich-Ethischen   mancherlei Sonderwege fahren. So wurde ein Bischof der politisch   einflussreichen „Universalkirche vom Reich Gottes“, der Brasiliens   zweitgrößter TV-Sender gehört, wegen Mordes eingesperrt. In Salvador da   Bahia hatte er laut Polizei im Tempel gemeinsam mit zwei Pastoren einen   14-jährigen Jungen sexuell missbraucht und danach lebendig verbrannt.<br />
Manche mögen Boff zustimmen, wenn er die Evangelikalen-Ausbreitung   begrüßt, weil ihm „jede Art von Vielfalt“ so gefällt. Denn nun ist in   rappelvollen „Gotteshäusern“ endlich mal echt was los, ziehen Ex-Killer   und Ex-Frauenaufreißer wie Pastor Salles vom Leder:„Ich war reich,  hatte  Villen und tausende Frauen – in Rio hörten tausende  schwerbewaffnete  Banditen auf mein Kommando. Ich war Bankräuber,  Berufskiller, Monster,  Psychopath – so viele Opfer flehten vergeblich  um Barmherzigkeit! Wie  von den Dämonen gefordert, habe ich mit meiner  Frau unseren sechs Monate  alten Sohn getötet, in der Pfanne gebraten,  sein Fleisch gegessen – ich  war schon in der Hölle!“<br />
Frei Betto, wichtigster Befreiungstheologe Brasiliens, hochangesehen bei   Kardinälen, Bischöfen und Padres der Kirche des Riesenlandes,   analysiert solche evangelikalen Sekten tiefgründig, fühlt sich durch   ihre nervende Präsenz im Alltag nicht eben bereichert. Leonardo Boff   indessen wirft kurioserweise dieser Kirche „feudale Mentalität“,   „totalitäre Ideologie“ und „mittelalterliche Strukturen“ vor, gar die   Ablehnung von Kritik und Alternativen.  Damit hat er schlichtweg die   Dynamik, Entwicklung und Komplexität der katholischen Kirche nicht   begriffen. Als anschauliches Beispiel gilt, dass Rom zwar Kondome   kritisiert, deren massive Verteilung in der pastoralen Aids-Prävention   indessen zulässt – und fördert, gemäß katholischer Moraltheologie.<br />
Der Soziologe Claudio Monteiro leitet in Sao Paulo die bischöfliche   Aids-Pastoral – direkt neben seiner Bürotür kann sich jedermann aus   einem stets gut gefüllten Plastikbehälter gratis und überreichlich  mit   Kondomen eindecken. Monteiro lacht über Boffs Vorwurf, dass die   katholische Kirche in der Kondomfrage lebensfeindlich, verantwortungslos   und intolerant handele. „Leonardo Boff gehörte zum Franziskanerorden,   der in Brasilien eines der ersten Aids-Präventionsprojekte startete und   natürlich Kondome verteilt – seit über 16 Jahren. Unsere nationale   Aids-Pastoral, von einem Bischof geführt, verfährt genauso. Völlig   unmöglich, daß Boff davon nicht weiß. Wenn er die Ausbreitung der   Evangelikalen, die Expansion des religiösen Fundamentalismus positiv   bewertet, ist dies fragwürdig und anfechtbar.“<br />
Boff greift immer wieder auch in die Politik ein. Im letzten   Präsidentschaftswahlkampf unterstützte er zuerst die evangelikale   Predigerin Marina Silva. Die Ex-Umweltministerin zählte zur   Revolutionären Kommunistischen Partei Brasiliens, wuchs im   befreiungstheologischen Spektrum der Katholiken auf und ging dann zur   „Assembleia de Deus“. Richtig, die von Pastor Salles, dem Ex-Killer und   Ex-Frauenaufreißer, die zudem laut Eigendarstellung Homos zu Heteros   umdreht und Strich-Transvestiten zu Geistlichen macht.<br />
Zuletzt wechselte Marina Silva von Lulas Arbeiterpartei zu den   brasilianischen Grünen. Die verkaufen sie als lupenreine   Umweltschützerin – obwohl zahlreiche verhinderbare Umweltverbrechen in   ihre Amtszeit fallen. Amazonas- und Savannenwälder werden vernichtet,   Brasilien avanciert zum weltgrößten Agrargiftverbraucher, das Geschäft   mit Gen-Pflanzen boomt. Umweltschützer laufen Sturm gegen das   gigantische Umleitungsprojekt am Rio Sao Francisco – Marina Silva   verteidigt es als „ökologisch nachhaltig, wirtschaftlich machbar und   sozial gerecht“. Was sie von massenhafter Folter durch Staatsangestellte   oder von den landesweit operierenden Todesschwadronen hält, erfährt  man  bis heute nicht.<br />
2002 nahm Leonardo Boff begeistert an der Wahlkampfkarawane von Lula   teil, verglich ihn mit Mahatma Gandhi, lobte sogar dessen Vize, den   Milliardär und Diktaturaktivisten José Alencar. Angesichts der   Korruptionsskandale schwenkte er später um, verurteilte Lulas Politik   als niederträchtig neoliberal.<br />
2010 aber, als Marina Silva die Stichwahl nicht erreichte, wechselte   Boff flugs zu Lulas Wunschkandidatin und bisheriger Chefministerin Dilma   Roussef – und wieder zu Lob über den grünen Klee: „Lula machte die   größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution   für die Bildung, ethische Politik.“ Die gravierenden   Menschenrechtsverletzungen, den strikt antiökologischen Kurs von   Lula-Rousseff kritisiert er nicht, die von ihm so heftig gescholtene,   stark systemkritische katholische Kirche Brasiliens tut das umso   kräftiger: Fehlende soziale Besorgnis bei Lula und Rousseff trotz   Hunger, Misere und rasch wachsenden Slums, Zementierung der grauenhaft   ungerechten Einkommensverteilung, Begünstigen der ohnehin   Privilegierten. Boff faselt von sozialer Ökologie-Revolution, dabei ist   längst klar, dass Dilma Rousseff das umweltvernichtende   Mega-Wasserkraftwerk „Belo Monte“ in Amazonien unbedingt realisieren   will. Nach ihrem Wahlsieg erneut ein Schwenk: Boff geißelt das   Belo-Monte-Projekt.<br />
Mancher hat vielleicht den desillusionierenden ARD-Weltspiegel-Beitrag   „Brasilien: Kindsmord am Amazonas“ über das Töten von Kindern bei   Indianerstämmen gesehen – rund 600 Babies werden danach jährlich allein   in Amazonien umgebracht. Viele Indianer sitzen wegen Sex mit Kindern im   Gefängnis, auch Indios sind als Naturzerstörer bekannt. Yanomami  pflegen  gar das Verprügeln der eigenen Ehefrau mit Freunden, bei   Fremdgeh-Verdacht – von Schamanen als Hexen beschuldigte Indiofrauen   wurden ermordet – das Blättchen hatte über diese Praktiken berichtet.   Boff indessen ignoriert diese Fakten: „Und ich habe sie immer bewundert,   sie sind unsere großen Meister im Hinblick auf die Haltung gegenüber   der Natur. Die sind technologisch gesehen rückständig, aber   zivilisatorisch, sie sind vorwärts, sie sind reicher als wir. Wenn wir   lernen wollen, was wir für eine Beziehung mit der Natur eingehen sollen,   die Beziehung zwischen dem Alter und den Kindern, den Erwachsenen und   alten Leuten, die Beziehung zwischen Arbeit und Freizeit, die Beziehung   zwischen Leben und Tod, dann müssen wir die Indianer hören. Die haben   eine große Weisheit und vieles haben sie uns zu sagen.“ Kommentar   überflüssig.</p>
<p><strong>Deutsche Missionarin Marianne Diemer:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/03/elend-in-brasilien-unter-lula-rousseff-die-deutsche-missionarin-marianne-diener/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/03/elend-in-brasilien-unter-lula-rousseff-die-deutsche-missionarin-marianne-diener/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Wohnungsnot unter  Lula-Rousseff.(Wo bitte gehts hier zum  Boom?) Brutale Vertreibung von  Hausbesetzern landesweit &#8211; auch in Sao  Paulo. Kampieren auf der Straße  in Abgasgestank und Autokrach bei  Tropenhitze. FLM &#8211; Frente de Luta por  Moradia”. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12295" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: , , <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/menschenrechtspriester-julio-lancelotti/" rel="tag">Menschenrechtspriester Julio Lancelotti</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/wohnungsnot-in-brasilien-unter-lula-rousseff/" rel="tag">Wohnungsnot in Brasilien unter Lula-Rousseff</a></p>
<p><strong>Die Existenz von weit über 2600 Slums, das Heer der   Obdachlosen in Lateinamerikas reichster Stadt Sao Paulo weisen auf den   bemerkenswerten Umgang der Regierung mit dem Problem der Wohnungsnot in   der achtgrößten Wirtschaftsnation hin. Unweit jenes Elite-Hospitals, in   dem Lula derzeit wegen Krebs behandelt wird, kampieren jetzt  vertriebene  Hausbesetzer auf offener Straße, bei Hitze über 35 Grad,  ohne jegliche  staatliche Unterstützung. Wie der Sprecher der   Vertriebenen im  Website-Interview erläuterte, ließen sich bisher  beispielsweise  Vertreter von Lulas Arbeiterpartei PT oder anderer  Parteien nicht  blicken &#8211; Unterstützung komme lediglich von dem  katholischen  Menschenrechtspriester Julio Lancelotti. Militärpolizei  sei nach der  Räumung mit Tränengas gegen die kampierenden Hausbesetzer  vorgegangen.  Allein in der City von Sao Paulo gebe es zahlreiche seit  Jahren  leerstehende Gebäude mit Wohnungen für weit über 10000 Menschen.  Der  Sprecher erinnerte daran, daß seine Bewegung der Wohnungslosen vor   Jahren auch von “Brot für die Welt” unterstützt worden sei. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/03/brasiliens-carandiru-massaker-an-haftlingen-in-sao-paulo-okumenischer-gedenkgottesdienst-der-katholischen-gefangenenseelsorge-die-massaker-und-blutbader-gehen-weiter/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/03/brasiliens-carandiru-massaker-an-haftlingen-in-sao-paulo-okumenischer-gedenkgottesdienst-der-katholischen-gefangenenseelsorge-die-massaker-und-blutbader-gehen-weiter/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumung1.JPG" alt="raumung1.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/05/brasiliens-stadtpolitik-unter-lula-rousseff-wieder-hutten-elendsviertel-sao-paulos-durch-feuer-zerstort-mindestens-zwei-slumbewohner-verbrannt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/05/brasiliens-stadtpolitik-unter-lula-rousseff-wieder-hutten-elendsviertel-sao-paulos-durch-feuer-zerstort-mindestens-zwei-slumbewohner-verbrannt/</strong></a></p>
<p><a href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Frente_de_Luta_por_Moradia"><strong>http://pt.wikipedia.org/wiki/Frente_de_Luta_por_Moradia</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumung2.JPG" alt="raumung2.JPG" /></p>
<p><strong>Attacke auf die kampierenden Wohnungslosen: </strong> <a href="http://www.portalflm.com.br/noticias/inspetor-queiros-da-gcm-prometeu-violencia-e-cumpriu-mas-a-ocupacao-continua-feridos-foram-levados-para-santa-casa/2035"><strong>http://www.portalflm.com.br/noticias/inspetor-queiros-da-gcm-prometeu-violencia-e-cumpriu-mas-a-ocupacao-continua-feridos-foram-levados-para-santa-casa/2035</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/03/elend-in-brasilien-unter-lula-rousseff-die-deutsche-missionarin-marianne-diener/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/03/elend-in-brasilien-unter-lula-rousseff-die-deutsche-missionarin-marianne-diener/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumung3.JPG" alt="raumung3.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.portalflm.com.br/categoria/noticias"><strong>http://www.portalflm.com.br/categoria/noticias</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/02/brasilien-der-kranke-sich-krummende-hustende-barfusige-schwarze-und-die-indifferenz-city-sao-paulos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/02/brasilien-der-kranke-sich-krummende-hustende-barfusige-schwarze-und-die-indifferenz-city-sao-paulos/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumung4.JPG" alt="raumung4.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumung5.JPG" alt="raumung5.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/28/zdf-adveniat-in-sao-paulo-welcher-slum-aus-sicherheitsgrunden-fur-den-gottesdienst-nicht-infragekam-favela-do-moinho-wo-bitte-gehts-hier-zum-boom/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/28/zdf-adveniat-in-sao-paulo-welcher-slum-aus-sicherheitsgrunden-fur-den-gottesdienst-nicht-infragekam-favela-do-moinho-wo-bitte-gehts-hier-zum-boom/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumung6.JPG" alt="raumung6.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/16/brasiliens-crack-kinder-unter-lula-rousseff-trotz-offiziellem-kinderstatut-zahlreiche-kinder-landesweit-als-kunden-der-crack-wachstumsbrance/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/16/brasiliens-crack-kinder-unter-lula-rousseff-trotz-offiziellem-kinderstatut-zahlreiche-kinder-landesweit-als-kunden-der-crack-wachstumsbrance/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumung7.JPG" alt="raumung7.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/17/obdachlose-in-sao-paulo-wahrend-des-wulff-besuchs-lebendig-verbrannt-brasiliens-wichtigster-befreiungstheologe-im-website-interview-ein-land-der-kontraste/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/17/obdachlose-in-sao-paulo-wahrend-des-wulff-besuchs-lebendig-verbrannt-brasiliens-wichtigster-befreiungstheologe-im-website-interview-ein-land-der-kontraste/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumung8.JPG" alt="raumung8.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/04/parabens-dom-paulo-evaristo-arns5-ehrung-im-stadtparlament-erinnerung-an-des-kardinals-leitspruchcoragem-viva-dom-paulo/"><strong> http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/04/parabens-dom-paulo-evaristo-arns5-ehrung-im-stadtparlament-erinnerung-an-des-kardinals-leitspruchcoragem-viva-dom-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/lance1.JPG" alt="lance1.JPG" /></p>
<p><strong>Menschenrechtspriester Julio Lancelotti:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/26/julio-lancelotti-brasiliens-ausergewohnlicher-hochst-unbequemer-menschenrechtspriester-ziel-von-morddrohungen-prozessen-verleumdungen-psycho-terror-medienkampagnen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/26/julio-lancelotti-brasiliens-ausergewohnlicher-hochst-unbequemer-menschenrechtspriester-ziel-von-morddrohungen-prozessen-verleumdungen-psycho-terror-medienkampagnen/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/raumunghausleer.JPG" alt="raumunghausleer.JPG" /></p>
<p><strong>Eines der zahlreichen, seit Jahren leerstehenden City-Gebäude Sao Paulos &#8211; angesichts von gravierender Wohnungsnot.</strong></p>
<h2>Brasilien, Sklavennachfahrin 2012, vor in-und ausländischen Großbanken der Avenida Paulista in Sao Paulo. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12479" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sao-paulo/" rel="tag">Sao Paulo</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sklavennachfahrin/" rel="tag">Sklavennachfahrin</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/karrenschwarzepaulista.JPG" alt="karrenschwarzepaulista.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/31/brasiliens-katholische-kirche-definiert-die-unter-lula-rousseff-fortdauernde-sklavenarbeit-als-barbarisches-verbrechen-sklavenarbeit-als-interessanter-kostenfaktor-im-internationalen-wettbewerb/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/31/brasiliens-katholische-kirche-definiert-die-unter-lula-rousseff-fortdauernde-sklavenarbeit-als-barbarisches-verbrechen-sklavenarbeit-als-interessanter-kostenfaktor-im-internationalen-wettbewerb/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/02/brasilien-der-kranke-sich-krummende-hustende-barfusige-schwarze-und-die-indifferenz-city-sao-paulos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/02/brasilien-der-kranke-sich-krummende-hustende-barfusige-schwarze-und-die-indifferenz-city-sao-paulos/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/karrenschwarzepaulista2.JPG" alt="karrenschwarzepaulista2.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/morde-an-schwarzen-in-brasilien-starke-zunahme-unter-der-lula-regierung-von-drei-ermordeten-sind-zwei-schwarz-wikileaks-und-rassismus-in-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/morde-an-schwarzen-in-brasilien-starke-zunahme-unter-der-lula-regierung-von-drei-ermordeten-sind-zwei-schwarz-wikileaks-und-rassismus-in-brasilien/</strong></a></p>
<h2>Slum-Mädchen in Sao Paulo. Gesichter Brasiliens. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12501" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/slummadchen-in-sao-paulo/" rel="tag">Slummädchen in Sao Paulo</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/cachomadchen1.JPG" alt="cachomadchen1.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/29/empfang-in-sao-paulo-gesichter-brasiliens/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/29/empfang-in-sao-paulo-gesichter-brasiliens/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/cachomadchen2.JPG" alt="cachomadchen2.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/cachomadchen3.JPG" alt="cachomadchen3.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/21/katholisches-hilfswerk-adveniat-in-brasilien-land-der-vielen-milliardare-und-millionare-wie-es-kommt-das-in-deutschland-muhselig-spenden-fur-bedurftige-und-sozialprojekte-gesammelt-werden-obwohl-d/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/21/katholisches-hilfswerk-adveniat-in-brasilien-land-der-vielen-milliardare-und-millionare-wie-es-kommt-das-in-deutschland-muhselig-spenden-fur-bedurftige-und-sozialprojekte-gesammelt-werden-obwohl-d/</strong></a></p>
<p><strong>Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe Frei Betto über die Präsenz hochbewaffneter Banditen in Slums von Sao Paulo:</strong></p>
<p><strong>“Ao percorrer a favela, por becos e vielas, avistei a  barreira humana formada  pelo pessoal do narcotráfico, que em plena  tarde de uma sexta-feira exibia  armas.” (2012)</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/rousseffmerkelcebit2012.JPG" alt="rousseffmerkelcebit2012.JPG" />Ausriß.</p>
<p>Hintergrund:</p>
<p>Banditendiktatur über Brasiliens Slumbewohner nützt Regierung und Eliten, verhindert Kampf für Menschenrechte</p>
<p>Historiker bestätigt Kirchenposition</p>
<p>Unten, an den Stränden der schicken Viertel Ipanema und Copacabana,  tummeln sich die ausländischen Touristen, wohnen in feinen Hotels – oben  an den Steilhängen kleben die Elendsviertel, Favelas der  Zuckerhutmetropole, hausen über anderthalb Millionen Menschen  dichtgedrängt wie Ameisen. Viele Besucher fragen sich angesichts  extremer Sozialkontraste, warum die Favelados eigentlich nicht von den  Hügeln in die Mittel-und Oberschichtsviertel heruntersteigen,  protestieren und rebellieren,  ihre Menschenrechte einfordern.  Schließlich ist Brasilien die dreizehnte Wirtschaftsnation der Erde,  dazu größte Demokratie Lateinamerikas. Etwa fünfzig Millionen Menschen  unterhalb der Armutsgrenze, die hohen Einkommen mehr als das  dreißigfache über den niedrigen. „Warum gibt es einfach keine soziale  Explosion?“, fragt auch der angesehene Historiker Josè Murilo de  Carvalho, „warum organisieren sich die Massen der Slums nicht nach dem  Vorbild der Landlosenbewegung?“  Er weist auf die Banditendiktatur über  die Slumbewohner, hat eine brisante Erklärung parat:“Die Herrschaft des  organisierten Verbrechens blockiert die Politisierung der Favelados,  hält sie ruhig, verhindert eine Rebellion. Die hochbewaffneten  Gangsterkommandos dienen somit der Aufrechterhaltung politischer  Stabilität – und das ist den Autoritäten sehr recht, ist gut für sie.  Natürlich würde man das nie eingestehen.“ Professor Carvalho, 65,  von  der Bundesuniversität in Rio de Janeiro, wirft auch der Regierung von  Staatschef Luis Inacio da Silva, dem ehemaligen Gewerkschaftsführer,  vor, am grauenhaften Status Quo der Favelas nichts ändern zu wollen.  „Zum strategischen Kalkül Brasilias gehört, daß es wegen der so  hilfreichen Verbrechersyndikate keine sozialen Unruhen geben wird – und  das ist natürlich reiner Zynismus. Wir haben so viele Gewalttote wie in  Bürgerkriegen. Die Slumbewohner besitzen nicht einmal die elementarsten  Bürgerrechte, können sich nicht frei bewegen, haben nicht einmal das  Recht auf das eigene Leben, von den sozialen Rechten ganz zu schweigen.“  Historiker Carvalho erregte mit seiner Analyse jetzt auf einer   nationalen Wissenschaftlertagung großes Aufsehen.</p>
<p>Doch auch Rios deutschstämmiger Kardinal und Erzbischof Eusebio  Scheid prangert seit Jahren den Banditenterror gegen die Favelados, die  Ausgangssperren, das neofeudale Normendiktat an, die Verantwortung der  Eliten. „Wenn in der Favela einer den Mund aufmacht“ so Scheid, „werden  ihm von den Gangstern die Ohren abgeschnitten, wird er völlig  verstümmelt. Die Verbrechersyndikate sind eine Parallelmacht, ein Staat  im Staate, gestützt auf die Feuerkraft ihres großen Waffenarsenals.“  Zu  den drakonischen Strafen gehört auch Handabhacken, lebendig Verbrennen.  Viele Slumpfarrer und selbst der Dominikaner Frei Betto, heute  Staatschef Lulas Sonderberater für Hungerfragen, argumentieren genauso.  „Die Deutschen haben offenbar keine Vorstellung von der gravierenden  Situation hier.“</p>
<p>Die von den deutschen Kirchen stark unterstützte Landlosenbewegung  MST, so Historiker Carvalho, vertritt zwar nur die Minderheit der  Brasilianer des Hinterlands, ist aber politisch sehr erfolgreich,  hervorragend organisiert und effizient, zwingt die Regierung, den Boden  gerechter zu verteilen. Doch über achtzig Prozent der mehr als 175  Millionen Brasilianer, das Gros der sozial Ausgeschlossenen, leben in  großen Städten. Dort, so der Historiker, hätte eine Bewegung der  Slumbewohner, der Arbeitslosen, die beispielsweise leerstehende Gebäude  und Wohnungen besetzen, natürlich ganz andere Wirkungen. „Nicht zufällig  sind in den Großstädten enorme Truppenkontingente konzentriert, falls  die Lage doch einmal außer Kontrolle gerät. Jetzt organisiert der MST  wieder viele Bodenbesetzungen – derartige Aktionen in den Städten, mit  Millionen von Favelados, wären  ein Schlag gegen die Stabilität des  Systems. Man müßte Truppen einsetzen, um die Ruhe wiederherzustellen.“   Für Kardinal Scheid und Historiker Carvalho ist keine Lösung der  Favelaprobleme in Sicht. Mit ironischem Galgenhumor fragt der  Wissenschaftler:“Warum wohl werden aber weder Brasiliens Grenzen noch  die Drogenmafia in der Bucht von Rio streng überwacht, greifen die  Streitkräfte nicht ein, um den Gangstersyndikaten das Rückgrat zu  brechen?“</p>
<p><strong>Im mitteleuropäischen Mainstream wird auffälligerweise beim   Thema Brasilien die gravierende Menschenrechtslage &#8211; ob alltägliche   Folter, Todesschwadronen, Scheiterhaufen, Slum-Diktatur, Verfolgung von   Menschenrechtsaktivisten, Morde an Systemkritikern oder Sklavenarbeit,   durchweg u.a. von der Kirche und Amnesty International mit Fakten  belegt  &#8211; fast ausnahmslos gezielt ausgeklammert &#8211;  was Bände spricht,   zahlreiche interessante Rückschlüsse zuläßt.</strong></p>
<p>Banditen-Okay für Brasiliens Kulturminister Gilberto Gil</p>
<p>„In Deutschland würde deshalb die Regierung gestürzt“</p>
<p>Völlig ohne Begleitschutz, nicht einmal Body-Guards, fahren  Kulturminister Gilberto Gil und Arbeitsminister Ricardo Berzoini  scheinbar tollkühn und todesmutig mit der schwarzen Regierungslimousine  in Rios riesigen Slum „Complexo da Marè“ ein. Denn der wird von  berüchtigten, mit Mpis und Granaten bewaffneten Banditenmilizen  beherrscht, die beide Minister rasch in ihre Gewalt bringen könnten.    Doch die Gangsterkommandos lassen den ganzen Troß völlig in Ruhe &#8211;  Gil  und Berzoini belustigen sich bei Breakdance und Rap, stellen  Qualifizierungsprogramme für Jugendliche vor. Laut Landespresse hatte  man zuvor die lokalen Verbrecherbosse um eine Besuchserlaubnis gebeten  und diese auch bekommen. Zum Banditen-Okay gehörte natürlich, auf  Polizeischutz zu verzichten. „Ein Skandal erster Ordnung“, erregt sich  Anfang Januar Paulo Sergio Pinheiro, Experte für Gewaltfragen an der  Universität von Sao Paulo. „Geschähe derartiges in Deutschland,  Frankreich oder Großbritannien, würde das im Parlament heiß debattiert,  würde die Regierung gestürzt!“ Doch in Brasilien passiere gar nichts,  als wären Ministervisiten mit Banditenerlaubnis das Normalste von der  Welt. Für Pinheiro und zahlreiche andere Sozialwissenschaftler wurde  damit die neofeudale Diktatur der Banditenmilizen über ihren  Parallelstaat der Armenviertel sozusagen offiziell anerkannt. „Die  Gangsterkommandos verbreiten in ihrem Territorium des Terrors Angst,  foltern und morden, beherrschen das gesamte Leben der Slumbewohner –  alles toleriert vom Staat, von den Autoritäten.“ Durch Gil und Berzoini  sei bestätigt worden, daß der brasilianische Staat große Teile seines  Territoriums nicht mehr kontrolliere. Im „Complexo da Marè“, unweit des  internationalen Flughafens, hausen immerhin mehr als 135000 Menschen.  Vor der Ministervisite sagten Bewohner:“Wir sind Geiseln der Banditen,  die im Gassenlabyrinth mit ihren chromblitzenden Maschinenpistolen  patrouillieren, sich fast jede Nacht Gefechte mit rivalisierenden  Kommandos liefern. Es ist die Hölle!“ Viele Hütten und Katen haben  Einschüsse, immer wieder werden Unbeteiligte, sogar Kinder, durch  verirrte Kugeln getötet.</p>
<p>Rio de Janeiros deutschstämmiger Kardinal und Erzbischof Eusebio  Scheid, die gesamte Bischofskonferenz prangern ebenso wie die nationale  Slum-Seelsorge seit Jahren die gravierenden Menschenrechtsverletzungen  in den Elendsvierteln Brasiliens an, fordern energische Maßnahmen. Wenn  Staatsminister mit Verbrechersyndikaten verhandeln, diese als  Parallelmacht akzeptieren und legitimieren, gilt dies auch für   Menschenrechtler als bedrückendes Signal an die Slumbewohner, daß man  sie im Stich läßt, der Banditenwillkür ausliefert. „Ein Eingeständnis  der Schwäche, der Niederlage durch die Regierung, ein schwerwiegender  politischer Fehler – doch kein Einzelfall“, betont Historiker Josè  Murilo de Carvalho, Mitglied der nationalen Dichterakademie. „Die  lokalen und regionalen Autoritäten schließen mit den Gangsterbossen  häufig Abkommen – das zeigt die Probleme unserer Demokratie, ich bin  tief pessimistisch, sehe keinerlei Lösung.“</p>
<p>Heiligabend und zum Jahreswechsel feuerten die Banditenmilizen der  über sechshundert Rio-Slums wie üblich aus zehntausenden  Maschinenpistolen stundenlang Salut zur Machtdemonstration.  Kulturminister Gilberto Gil konnte es von seinem luxuriösen  Strandappartement aus hören. In Deutschland, Österreich und der Schweiz  ist er auch als Star der Weltmusik sehr bekannt – singt in einem seiner  größten Hits:“In den Hütten der Stadt hat niemand mehr Illusionen über  die Macht der Autoritäten, Maßnahmen zu ergreifen, sich den Haien  entgegenzustellen – so viele stupide, scheinheilige Leute…“  Nach  Minister Gils Slumvisite wirkt der Text auf manche wie böse Ironie.</p>
<p>Des Kulturministers Tochter, die bekannte Schauspielerin und Sängerin  Preta Gil, spricht indessen anders als der Vater die Zustände offen  an:“Die Polizei ist korrumpiert, die Regierung ist korrumpiert, nicht  nur die Slums werden von der gutorganisierten Drogenmafia beherrscht.  Alle sind doch verwickelt! Das ändert sich nie mehr, ist zu tief  verwurzelt.“</p>
<p>Brasiliens Medien stellen Rolle der Deutschen in der Landeskirche heraus</p>
<p>„Deutsche gewinnen an Kraft in der brasilianischen Kirche“(titelt größte nationale Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo)</p>
<p>Angesichts der Ernennung von Odilo Scherer zum Erzbischof der Diözese  Sao Paulo im März haben Brasiliens Qualitätsmedien in ausführlichen  Analysen auf die wachsende Bedeutung von Deutschstämmigen in der Kirche  des größten katholischen Landes verwiesen. Danach wird mit Scherer, der  zudem Generalsekretär der Bischofskonferenz(CNBB) ist, zum drittenmal  hintereinander das Amt des Erzbischofs der Megametropole von einem  Geistlichen bekleidet, der in einer deutschen Familie von Südbrasilien  aufwuchs. Diese von Deutschstämmigen geprägte Region ist die mit großem  Abstand am meisten entwickelte des Riesenlandes von der 24-fachen Größe  Deutschlands. Vor Scherer, 57, wirkten dort Claudio Hummes und Evaristo  Arns. Bei Lateinamerikas Wirtschaftslokomotive Sao Paulo, so heißt es,  handele es sich immerhin um die größte und wichtigste Erzdiözese  Brasiliens sowie die drittgrößte der Erde. Durch die Ernennung Scherers  habe sich bestätigt, daß keine andere Einwanderergruppe so viele  Vertreter in hohe Ämter der Kirche entsende wie die deutsche. Von den  acht lebenden brasilianischen Kardinälen seien immerhin vier  deutschstämmig: Evaristo Arns, Aloisio Lorscheiter, Claudio Hummes und  Eusebio Scheid. Nur zwei Kardinäle Brasiliens seien italienischer  Abstammung, obwohl weit mehr Italiener als Deutsche in das Tropenland  auswanderten. Von den 41 Erzdiözesen werden sechs von Deutschstämmigen  geleitet – mit Sao Paulo, Rio de Janeiro und Porto Alegre indessen die  wichtigsten.</p>
<p>Die Qualitätsmedien sehen sehr viel Affinität zwischen dem deutschen  Papst und dem deutschstämmigen Scherer. Benedikt XVI. wolle eine  kämpferische, entscheidungsfreudige Kirche, die ihre Prinzipien klar und  deutlich vertrete, in der Gesellschaft Einfluß habe. Diesem Profil  entspreche Scherer viel mehr als sein Amtsvorgänger Hummes. Häufig  zitiert wird daher der renommierte Theologieprofessor Fernando Altemeyer  von der Katholischen Universität Sao Paulos, dem zufolge Hummes in  seinem Auftreten eher schüchtern und scheu gewesen sei – Scherer dagegen  den Ruf des konsequenten, durchsetzungsfreudigen Administrators habe.  Nicht erst in seiner Funktion als CNBB-Generalsekretär war Scherer  dagegen meist sofort zu Stellungnahmen und langen Interviews bereit.  Während sich Hummes stets als Freund des jetzigen Staatschefs Luis  Inacio Lula da Silva bezeichnete und dessen zahlreiche Skandale und  Verfehlungen selten und dazu vorsichtig ansprach, äußerte der sehr  dynamisch wirkende Scherer gegenüber den In-und Auslandsmedien stets  deutliche, ausführliche und wohlfundierte, an den Fakten orientierte  Regierungskritik. Wenn Benedikt XVI. , so die Analysen der  Qualitätsmedien weiter, einen solchen Erzbischof für Sao Paulo ernenne,  sei dies eine Form, auf das ganze Land Einfluß auszuüben. „Und auf den  ganzen lateinamerikanischen Kontinent.“ Mit fast sechs Millionen  Katholiken sei die Erzdiözese größer als manche Länder. Welche Probleme  man in Sao Paulo aufgreife, welche Lösungen man dort durchsetze,  beeinflusse in der Tat das ganze Land.  Wie der Papst, sei auch Scherer  der Auffassung, daß die moderne Welt keineswegs Antworten auf drängende  aktuelle Fragen biete. „Die Kirche darf nicht der Logik des Marktes  folgen“, wird Scherer ebenso zitiert wie mit seiner permanenten  Forderung an die brasilianischen Katholiken, sich politisch zu  engagieren. Unter Berufung auf Vatikanexperten heißt es ferner, Scherer  habe bei seiner Ernennung zum Erzbischof bezeichnenderweise Etappen  überspringen können und werde in spätestens zwei Jahren, also mit 59,  schon Kardinal sein.</p>
<h2>“Boomland” Brasiliens Sozial-und  Menschenrechtsprobleme unter der  Rousseff-Regierung: Wo die alte Frau  jetzt haust, nachdem im Dezember  ihre Slumkate der “Favela do Moinho” in  der City von Sao Paulo  abbrannte. Brasiliens Hungerproblem. Prinz Harry  in Sao Paulo. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12592" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: , <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/favela-do-moinho/" rel="tag">Favela do Moinho</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/prinz-harry-in-sao-paulo-und-rio/" rel="tag">Prinz Harry in Sao Paulo und Rio</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sao-paulo/" rel="tag">Sao Paulo</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/moinhofraustrase1.JPG" alt="moinhofraustrase1.JPG" /></p>
<p><strong>Könnten Sie so hausen &#8211; bei jedem Wetter, in den Tropen?   Verschlag mit Matratze an einer Mauer &#8211; bei heftigen Tropenregen läuft   alles voll, auch bei den Nachbarn. Direkt hinter der Mauer donnern   Güterzüge vorbei. Theoretisch existieren auch in dem als   “Wirtschaftswunderland” gepriesenen Brasilien für solche Fälle die   Sozialbehörden und andere Dienste…Sao Paulo ist Lateinamerikas reichste   Stadt.</strong></p>
<p><strong>Angesichts der realen Situation des Tropenlandes nimmt die   Kritik der Politikexperten an der Regierung von Dilma Rousseff auch   unter Hinweis auf das im Vergleich mit Nachbarländern sowie anderen   BRIC-Staaten schwache Bruttoinlandsprodukt 2011(offiziell 2,7 %   Wachstum, Deutschland 3 %) deutlich zu. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/wirtschaftliche-falschprognosen-fur-2011-alles-lacht-uber-die-analytiker-und-ihre-hochbezahlten-verstarker-in-den-wirtschaftsmedien/"><strong> http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/wirtschaftliche-falschprognosen-fur-2011-alles-lacht-uber-die-analytiker-und-ihre-hochbezahlten-verstarker-in-den-wirtschaftsmedien/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/</strong></a></p>
<p><strong>“die tiefe Unkenntnis der Gringos über uns”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/arnaldo-jabor-popularster-kommentator-brasiliens-analysiert-lula-die-tiefe-unkenntnis-der-gringos-uber-uns-warum-lula-die-auslandsmedien-lobt-uber-brasiliens-medien-verargert-ist/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/arnaldo-jabor-popularster-kommentator-brasiliens-analysiert-lula-die-tiefe-unkenntnis-der-gringos-uber-uns-warum-lula-die-auslandsmedien-lobt-uber-brasiliens-medien-verargert-ist/</strong></a></p>
<p><strong>Kein einziger Sektor der Regierung funktioniere gut &#8211; im   Führungsstil dominierten Improvisation und fehlende Planung. Der   Politiker der Arbeiterpartei Lulas, Luiz Sergio de Oliveira, sei   innerhalb von nur acht Monaten von zwei verschiedenen, von ihm   bekleideten Ministerposten, entfernt worden.</strong></p>
<p><strong>“Die Wirtschaftskrise hat Brasilien kaum gespürt.”(WAZ) <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/15/staatschef-lula-erklart-rezession-und-krise-in-brasilien-fur-beendet-offizielle-daten-als-begrundung-grund-zum-feiern/">       http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/15/staatschef-lula-erklart-rezession-und-krise-in-brasilien-fur-beendet-offizielle-daten-als-begrundung-grund-zum-feiern/</a></strong></p>
<p><strong>“…das Land die globale Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 vergleichsweise unbeschadet überstanden hat.”  BDI 2011</strong></p>
<p><strong>Laut der Getulio-Vargas-Stiftung vom Oktober 2009 hatte die    Krise indessen von den sechs wichtigsten Wirtschaftszentren Brasiliens    die Megacity Sao Paulo am stärksten getroffen &#8211; das Elend habe  deutlich   zugenommen, hieß es gemäß Landesmedien. </strong></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/"><strong>http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><strong>Propaganda und Realität:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/moinhofraustrase2.JPG" alt="moinhofraustrase2.JPG" /></p>
<p><strong>“Hilfe kriegen wir nur von der Kirche.”<br />
</strong></p>
<p><strong>Lage in den Slums:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/">       http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/moinhofraustrase3.JPG" alt="moinhofraustrase3.JPG" /></p>
<p><strong>Die Frau und ihr Nachbar, vor dessen Verschlag. Prinz Harry ist am selben Tag in Sao Paulo: <a href="http://g1.globo.com/sp/campinas-regiao/noticia/2012/03/principe-harry-vence-jogo-de-polo-e-ganha-beijo-de-modelo-em-monte-mor.html">http://g1.globo.com/sp/campinas-regiao/noticia/2012/03/principe-harry-vence-jogo-de-polo-e-ganha-beijo-de-modelo-em-monte-mor.html</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/11/prinz-harry-in-rio-de-janeiro-kurioser-medien-und-propagandazirkus-vor-allem-wegen-besuch-in-slumregion-complexo-do-alemao-wegen-bewaffneten-banditenkommandos-wurden-sogar-panzer-zur-harry-visit/"><strong> http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/11/prinz-harry-in-rio-de-janeiro-kurioser-medien-und-propagandazirkus-vor-allem-wegen-besuch-in-slumregion-complexo-do-alemao-wegen-bewaffneten-banditenkommandos-wurden-sogar-panzer-zur-harry-visit/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/11/brasiliens-heer-der-obdachlosen-und-die-angst-vor-ermordung-sozial-und-menschenrechtsprobleme-brasilien-nur-auf-platz-84-des-uno-index-fur-menschliche-entwicklung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/11/brasiliens-heer-der-obdachlosen-und-die-angst-vor-ermordung-sozial-und-menschenrechtsprobleme-brasilien-nur-auf-platz-84-des-uno-index-fur-menschliche-entwicklung/</strong></a></p>
<p><strong>Hungerproblem: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/moinhofraustrase4.JPG" alt="moinhofraustrase4.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/</strong></a></p>
<p><strong>Morde an Journalisten Brasiliens:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/06/morde-an-journalisten-in-brasilien-unter-der-rousseff-regierung-brasilianische-menschenrechtsorganisation-conectas-vor-dem-uno-menschenrechtsrat-in-genf-2012/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/06/morde-an-journalisten-in-brasilien-unter-der-rousseff-regierung-brasilianische-menschenrechtsorganisation-conectas-vor-dem-uno-menschenrechtsrat-in-genf-2012/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Heer der Obdachlosen und die Angst  vor Ermordung.  Sozial-und Menschenrechtsprobleme &#8211; Brasilien nur auf  Platz 84 des  UNO-Index für menschliche Entwicklung. Über 2600 Slums in  der reichsten  lateinamerikanischen Stadt Sao Paulo…Brasiliens  Hungerproblem. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12588" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/obdachlose-in-brasilien/" rel="tag">Obdachlose in Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sozial-und-menschenrechtsprobleme-in-brasilien/" rel="tag">Sozial-und Menschenrechtsprobleme in Brasilien</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/obdeinkaufswagen12.JPG" alt="obdeinkaufswagen12.JPG" /></p>
<p><strong>Leben mit dem Einkaufswagen 2012 &#8211; einziger “Besitz”.  Wegen   Minimalernährung, schlechtem Gesundheitszustand brechen viele  Obdachlose  in Städten &#8211; wie hier in Sao Paulo &#8211; regelrecht erschöpft  zusammen,  schlafen direkt an sehr lauten Straßen.</strong></p>
<p><strong>“Die Wirtschaftskrise hat Brasilien kaum gespürt.”(WAZ) <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/15/staatschef-lula-erklart-rezession-und-krise-in-brasilien-fur-beendet-offizielle-daten-als-begrundung-grund-zum-feiern/">       http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/15/staatschef-lula-erklart-rezession-und-krise-in-brasilien-fur-beendet-offizielle-daten-als-begrundung-grund-zum-feiern/</a></strong></p>
<p><strong>“…das Land die globale Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 vergleichsweise unbeschadet überstanden hat.”  BDI 2011</strong></p>
<p><strong>Laut der Getulio-Vargas-Stiftung vom Oktober 2009 hatte die    Krise indessen von den sechs wichtigsten Wirtschaftszentren Brasiliens    die Megacity Sao Paulo am stärksten getroffen &#8211; das Elend habe  deutlich   zugenommen, hieß es gemäß Landesmedien. </strong></p>
<p><strong>“die tiefe Unkenntnis der Gringos über uns”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/arnaldo-jabor-popularster-kommentator-brasiliens-analysiert-lula-die-tiefe-unkenntnis-der-gringos-uber-uns-warum-lula-die-auslandsmedien-lobt-uber-brasiliens-medien-verargert-ist/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/arnaldo-jabor-popularster-kommentator-brasiliens-analysiert-lula-die-tiefe-unkenntnis-der-gringos-uber-uns-warum-lula-die-auslandsmedien-lobt-uber-brasiliens-medien-verargert-ist/</strong></a></p>
<p><strong>Was Prinz Harry in Sao Paulo und Rio nicht zu sehen bekommt:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/11/prinz-harry-in-rio-de-janeiro-kurioser-medien-und-propagandazirkus-vor-allem-wegen-besuch-in-slumregion-complexo-do-alemao-wegen-bewaffneten-banditenkommandos-wurden-sogar-panzer-zur-harry-visit/">     http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/11/prinz-harry-in-rio-de-janeiro-kurioser-medien-und-propagandazirkus-vor-allem-wegen-besuch-in-slumregion-complexo-do-alemao-wegen-bewaffneten-banditenkommandos-wurden-sogar-panzer-zur-harry-visit/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/obdminhocao12.JPG" alt="obdminhocao12.JPG" /></p>
<p><strong>Obdachlose Frauen und Männer 2012  direkt unter einer   Hochstraße der City Sao Paulos,  an einer Straßenkreuzung voller   giftiger Abgase &#8211; solche Stellen werden oft als Schlafplätze bevorzugt,   weil es im Falle von Mordanschlägen und anderen Gewalttaten mit großer   Sicherheit Zeugen gäbe, die möglicherweise die Polizei benachrichtigen   könnten. </strong></p>
<p><strong>Angesichts der realen Situation des Tropenlandes nimmt die   Kritik der  Politikexperten an der Regierung von Dilma Rousseff auch   unter Hinweis  auf das im Vergleich mit Nachbarländern sowie anderen   BRIC-Staaten  schwache Bruttoinlandsprodukt 2011(offiziell 2,7 %   Wachstum, Deutschland  3 %) deutlich zu. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/wirtschaftliche-falschprognosen-fur-2011-alles-lacht-uber-die-analytiker-und-ihre-hochbezahlten-verstarker-in-den-wirtschaftsmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/wirtschaftliche-falschprognosen-fur-2011-alles-lacht-uber-die-analytiker-und-ihre-hochbezahlten-verstarker-in-den-wirtschaftsmedien/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/das-tropische-norwegen-von-lula-brasiliens-landesmedien-machen-sich-uber-lulas-groteske-einschatzungen-in-financial-times-lustig-lula-spricht-uber-brasilien-75-platz-auf-dem-uno-index-f/</strong></a></p>
<p><strong>Kein einziger Sektor der Regierung funktioniere gut &#8211;  im   Führungsstil dominierten Improvisation und fehlende Planung. Der    Politiker der Arbeiterpartei Lulas, Luiz Sergio de Oliveira, sei    innerhalb von nur acht Monaten gar von zwei verschiedenen, von ihm    bekleideten Ministerposten, entfernt worden.</strong></p>
<p><strong>Hungerproblem: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/obdminhocao121.JPG" alt="obdminhocao121.JPG" /></p>
<p><strong>Foto von 2012. Durch das ständige Einatmen von Autoabgasen   wird das Immunsystem der Frauen und Männer noch rascher geschwächt &#8211; die   Folgen sind gerade den zuständigen Autoritäten bestens bekannt,   entsprechende medizinische Studien liegen vor.</strong></p>
<p><strong>Morde an Journalisten Brasiliens:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/06/morde-an-journalisten-in-brasilien-unter-der-rousseff-regierung-brasilianische-menschenrechtsorganisation-conectas-vor-dem-uno-menschenrechtsrat-in-genf-2012/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/06/morde-an-journalisten-in-brasilien-unter-der-rousseff-regierung-brasilianische-menschenrechtsorganisation-conectas-vor-dem-uno-menschenrechtsrat-in-genf-2012/</strong></a></p>
<p><strong>Lage in den Slums:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/">     http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Morde an Obdachlosen &#8211; wieder zwei  im Schlaf erschossen   in Brasilia. Gravierende Menschenrechtslage des  Tropenlandes. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12585" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><a href="http://g1.globo.com/distrito-federal/noticia/2012/03/moradores-de-rua-sao-mortos-tiros-no-distrito-federal.html"><strong>http://g1.globo.com/distrito-federal/noticia/2012/03/moradores-de-rua-sao-mortos-tiros-no-distrito-federal.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/"><strong>http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Obdachlose &#8211; erneut einer an  Brandwunden gestorben &#8211; in    Hauptstadt Brasilia. Zweites Opfer mit  lebensgefährlichen  Brandwunden,   Täter offenbar Jugendliche. Wie  Brasilien unter Lulas  Chefministerin   Dilma Rousseff funktioniert. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12466" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><a href="http://g1.globo.com/distrito-federal/noticia/2012/02/morre-um-dos-moradores-de-rua-que-teve-corpo-queimado-em-brasilia.html"><strong>http://g1.globo.com/distrito-federal/noticia/2012/02/morre-um-dos-moradores-de-rua-que-teve-corpo-queimado-em-brasilia.html</strong></a></p>
<p><strong>1997 war in Brasilia der Indianerhäuptling Galdino von fünf jungen Männern der Mittelschicht verbrannt worden.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/27/brasiliens-staatschefin-dilma-rousseff-und-ihr-erstes-amtsjahr-viel-kritik-an-regierungsstil-und-deren-resultaten-von-brasilianischen-politik-und-wirtschaftsexperten-viel-lob-aus-mitteleuropa/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/27/brasiliens-staatschefin-dilma-rousseff-und-ihr-erstes-amtsjahr-viel-kritik-an-regierungsstil-und-deren-resultaten-von-brasilianischen-politik-und-wirtschaftsexperten-viel-lob-aus-mitteleuropa/</strong></a></p>
<p><strong>Christian Wulff &#8211; und die während seines Brasilienbesuchs 2011 verbrannten Obdachlosen:</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html">http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/wulfflancelotti1.JPG" alt="wulfflancelotti1.JPG" /></p>
<p><strong>Wulff und Menschenrechtspriester Julio Lancelotti.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/brasiliens-systematische-morde-an-obdachlosen-prasidentin-rousseff-raumt-erstmals-sauberungsaktionen-limpeza-humana-gegen-strasenbewohner-ein/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/brasiliens-systematische-morde-an-obdachlosen-prasidentin-rousseff-raumt-erstmals-sauberungsaktionen-limpeza-humana-gegen-strasenbewohner-ein/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/wu1.JPG" alt="wu1.JPG" /></p>
<p><strong>Deutscher Bundespräsident Christian Wulff und die Obdachlosen Brasiliens:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/05/erneut-obdachloser-sao-paulos-verbrannt-polizei-ermittelt-wegen-verbrechenshintergrund-deutscher-bundesprasident-wulff-besucht-obdachlosengemeinde-der-megacity/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/05/erneut-obdachloser-sao-paulos-verbrannt-polizei-ermittelt-wegen-verbrechenshintergrund-deutscher-bundesprasident-wulff-besucht-obdachlosengemeinde-der-megacity/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/obdachloserverbranntbras.JPG" alt="obdachloserverbranntbras.JPG" /></p>
<p><strong>Überreste des Mannes und des Müllkarrens, Zeitungsausriß.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/</strong></a></p>
<p><strong>Obdachlosenverbrennung: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/</strong></a></p>
<p><strong>Hintergrund:</strong></p>
<p><strong>Brasilien: Die Milliardäre und die Hungernden(2011)</strong></p>
<p><strong>Kirche empört über starke Zunahme der Superreichen angesichts von Massenelend</strong></p>
<p><strong>Die Zahl der Milliardäre des Tropenlands ist laut neuester  Forbes-Statistik  auf 30 angestiegen – 2010 waren es noch 18. Platz acht  der Weltrangliste belegt Unternehmer Eike Batista aus Rio, mit 30  Milliarden US-Dollar. Der Reichtum der brasilianischen Milliardäre sei  dreimal so groß wie das Bruttosozialprodukt des entwickelten  Nachbarlands Uruguay. Bankiers und Börsianer feiern den Zuwachs bei  Brasiliens Superreichen als Beweis wirtschaftlichen Aufwärtstrends – die  Kirche des größten katholischen Landes äußert dagegen Empörung, weist  auf Hunger, Misere und rasch wachsende Elendsviertel. „Die  Milliardärsstatistik zeigt, daß sich unter der Regierung von Präsident  Lula an der grauenhaft ungerechten Einkommensverteilung, dem Begünstigen  der ohnehin Privilegierten nichts geändert hat“, sagt Frei José  Francisco, Leiter des Franziskaner-Sozialwerks von Sao Paulo. „Die neue  Präsidentin Dilma Rousseff fährt diesen Kurs weiter, tut nichts gegen  Einkommenskonzentration in den Händen weniger – trotz soviel Hunger und  Massenelend. Nur bei sozialer Ungleichheit ist Brasilien Weltspitze.“  Der Franziskaner hat Riesenprobleme, Spender und Förderer für die  zahlreichen Sozialprojekte der Megacity zu finden, ob für Straßenkinder  oder obdachlose Familien. „Mit einem Quentchen des Gelds der Milliardäre  könnte ich einen Großteil meiner Finanzierungsnöte beheben, müßte nicht  sogar deutsche Hilfswerke wie Misereor und Adveniat um Mittel bitten.  Denn Brasiliens Reiche geben nur, wenn es ihnen Profit, Status und  Steuererleichterungen bringt. Wer aber wie wir mit echter Sozialarbeit  jene Strukturen in Frage stellt, die Elend und Hunger schaffen, kriegt  keinen Centavo.“ </strong></p>
<p><strong>Hedwig Knist aus der Diözese Mainz leitet in Lateinamerikas  reichster Stadt Sao Paulo die Obdachlosengemeinde und ist über die  Milliardärsstatistik ebenfalls aufgebracht, kennt die unpatriotische  Knickrigkeit der brasilianischen Superreichen nur zu gut. „Gäben die was  ab, müßte ich derzeit nicht das deutsche Generalkonsulat um Gelder für  ein Projekt anbetteln, das ausschließlich Brasilianern zugute kommt,   könnte ich dem Heer der Straßenbewohner viel besser helfen. Das  Anti-Hunger-Programm der Regierung holt die Menschen nicht aus dem  Elend, Brasiliens Sozialkontraste werden nicht geringer – die Reichen  indessen immer reicher. Die Milliardärsstatistik beweist es  drastisch-provozierend.“ </strong></p>
<p><strong>Priester Aecio Cordeiro da Silva betreut in Sao Paulo 13 der  über 2000 Slums und erinnert daran, daß Brasiliens Parlamentsmitglieder  ein Durchschnittsvermögen von umgerechnet einer Million Euro besitzen  und sich erst kürzlich eine 60-prozentige Diätenerhöhung genehmigten.  „Dennoch votierten sie jetzt für eine Mindestlohn-Anhebung auf rund 248  Euro brutto, deutlich unterhalb der Teuerungsrate – sowas ist doch  skandalös, wie die Milliardärsstatistik! Es gibt weiter Hunger – das  Gesundheitswesen ist so grauenhaft, daß Menschen in den Warteschlangen  der Hospitäler sterben. Gerade ersuche ich einen Italiener um Geld für  ein Projekt, das Jugendliche vor dem Abrutschen in die  Drogenkriminalität bewahren soll – denn wir können nicht mal die  Stromrechnung aufbringen.“</strong></p>
<p><strong>Hintergrundtext von 2003:</strong><br />
<strong>„Guerra urbana” in der Megametropole Sao Paulo(2003) <font size="3"> </font>   <font size="3">Lulas PT-Bürgermeisterin Marta Suplicy überläßt<br />
Slumbewohner dem Terror der Banditenmilizen<br />
Afghanin aus Deutschland: „Das ist hier wie Bürgerkrieg” </font></strong></p>
<p><strong><font size="3">Maryam Alekozai, zwanzig, größtenteils in   Aachen aufgewachsen, wollte ihr soziales Jahr eigentlich in der Heimat,   in Afghanistan machen &#8211;  doch dann kam der Konflikt dazwischen,   entschied sie sich für ein Slumprojekt in Sao Paulo, betreut voller   Idealismus Slumkinder, gerät immer wieder in Lebensgefahr: „Es herrscht   hier eine Art Bürgerkrieg &#8211;  gar nicht mal so anders wie damals in   Afghanistan, als ich klein war. Tagsüber, nachts fallen Schüsse, immer   wieder wird jemand umgebracht, Kinder verlieren ihre Väter. Von den   Müttern, deren Kinder ich betreue, sind nicht wenige deshalb   alleinstehend. Das ist hier einer der gewalttätigsten Gebiete ganz Sao   Paulos.” Seit über zwei Jahren regiert  Präfektin Marta Suplicy aus   Staatschef Lulas Arbeiterpartei PT die Megametropole, hätte die   Machtmittel, um die neofeudalen Strukturen in den Slums, den Favelas, zu   brechen. Könnte zumindest Druck auf den für die öffentliche Sicherheit   des gesamten Teilstaates Sao Paulo zuständigen Gouverneur ausüben.   Doch  es  ändert sich nichts, die extrem krassen  Menschenrechtsverletzungen  sind nicht einmal Hauptthema der PT-Führung  &#8211;  wie während der Amtszeit  von PT-Gouverneurin Benedita da Silva in  Rio de Janeiro:  Neofeudale  Banditenmilizen sind weiterhin  unumschränkte Herrscher,  terrorisieren  die Bewohner, verhängen  Ausgangssperren &#8211;  manche minderjährigen  Kindersoldaten, bekannt und   gefürchtet,  killten bereits bis zu vierzig  Menschen. Angst dominiert,  jedermann spricht nur von „Guerra”. Auch  unter Präfektin Marta Suplicy  werden Kinder, Jugendliche von den  Drogenkartellen, ihren Milizen  rekrutiert, erleben nur zu oft das  Erwachsenenalter nicht, sterben bei  Gefechten mit rivalisierenden  Banden, Schießereien mit der Polizei. Wer  nicht mitmachen will, kriegt  die Kugel.  José  Grigorio de Jesus, 66,  Präsident einer  Bewohnerinitiative des Slums Capao Redondo, schildert,  wie es seinem   Sohn erging:”Er wollte endlich aussteigen, hatte schon  eine feste  Arbeitsstelle &#8211;  doch am ersten Arbeitstag haben sie ihn  erschossen.”  Jedermann muß sich an das „Lei do Silencio”, das Gesetz  des Schweigens,  halten &#8211;  zu niemandem ein Wort über Vorgänge im Slum.  „Wer als  Informant der Polizei gilt, stirbt.”</font></strong></p>
<p><strong><font size="3">„Genozid im Gange” &#8211;  Ausgangssperre an der „Copacabana”</font></strong></p>
<p><strong><font size="3">Monatlich werden an der Slumperipherie Sao   Paulos über achthundert Menschen umgebracht &#8211;  fast so viele wie in   Deutschland im ganzen Jahr, weit mehr als in den aktuellen   Konfliktgebieten der Erde. „Die Statistiken zeigen, daß hier ein Genozid   im Gange ist”, betont Padre Jaime Crowe in Jardim Angela, einem der   gewaltgeprägtesten  Favelas. </font><font size="3">Der dichtbevölkerte   Slum „Copacabana”, unweit von Maryam Alekozais Arbeitsplatz, wirkt   häufig sogar mitten am Tage wie eine Geisterstadt. Katen, Barracken   verriegelt,  kein Mensch, nicht mal spielende Kinder  auf der Straße, im   Gassenlabyrinth &#8211;  sämtliche Kramläden geschlossen, eigenartige  Stille.  „Toque de recolher”, Ausgangssperre, lautet die Erklärung,  erneut  verhängt von den Milizen des global vernetzten organisierten   Verbrechens. Einige Jungen lassen aber Drachen steigen &#8211;  wie paßt das   zusammen? Sie tuns im Auftrage der hiesigen Warlords &#8211;  mit den Drachen   werden Signale gegeben, falls Gefahr im Verzuge ist, sich  hochbewaffnete  gegnerische Milizen nähern. Auch in „Copacabana” stellt  man sich besser  mit den „Soldados” gut, heuchelt Unterwürfigkeit und  Sympathie, bietet  ihnen Getränke, Selbstgebrutzeltes an. Wer will schon  zerstückelt, gar  lebendig verbrannt enden? Täglich liegen irgendwo  Leichen, abgetrennte  Körperteile.</font><font size="3"> Mittel-und  Oberschicht blenden diese  Realität zynisch aus. Ein grotesker  Kriminalfall vom Februar 2003 zeigt  es exemplarisch: In Sao Paulo  zerstückelt ein angesehener Chirurg seine  Geliebte, Frau des  Hausmeisters, fein säuberlich mit Seziermessern, wird  indessen ertappt,  der Fall macht Schlagzeilen, ist auch in den seriösen  TV-Nachrichten.  Just jene Fotografien aus der Gerichtsmedizin, die die   aneinandergereihten Körperteile der Ermordeten in GroßaufnahmeÂ  zeigen   &#8211;  auch Brüste, Arme, Vagina, alles &#8211;  stellt jemand ins Internet, halb   Brasilien schaut sie derzeit immer wieder an. Professorinnen,   Anwältinnen, Schickeria-Damen sind entsetzt, sahen sowas noch nie,   können deshalb nachts nicht schlafen, reden von nichts anderem. Daß die   in den Slums tagtäglich weit Schlimmeres sehen müssen, sogar  miterleben,  wie Menschen lebendig verbrannt werden, aufgedunsene  unbekleidete  Leichen von Männern, Frauen, Mädchen, oftÂ  mit  abgeschlagenemÂ  Kopf,  bei vierzig Grad auf Geheiß der Banditen  tagelang zur Abschreckung  mitten im Gassengewirr liegen, macht in  Brasilien nie Schlagzeilen, ist  für die „oben” kein Thema.  </font><font size="3">Maryam  Alekozai  blieben solche grauenhaften Szenen erspart &#8211;  nicht aber die   Schießereien. „Ich habe den Eindruck, das alles ist bereits Teil des   Lebens der Kinder hier”, sagt Maryam Alekozai, „ganz normal für sie, daß   jemand erschossen wird &#8211;  die wachsen damit auf. Der Unterschied   zwischen einem fünfjährigen Mädchen hier und in Deutschland ist so   unglaublich groß! In den Augen der brasilianischen Kinder sehe ich Haß,   ganz tiefen Haß &#8211;  und Wut! Man blickt nicht in Kinderaugen, sondern   eigentlich in Augen von Erwachsenen, die voller Aggressionen sind. Die   Gewalt, die Ungerechtigkeit, die in diesem Land herrscht, spiegelt sich   in den Augen der Kinder &#8211;  unübersehbar.” Doch gleichzeitig weist sie   auf einen scheinbaren Widerspruch:”Ein Bewußtsein über soziale   Ungleichheiten existiert hier nicht &#8211;  weder bei den Armen noch bei den   Reichen. Aufklärung, kritisches Denken, das einem in Deutschland   beigebracht wird, fehlt hier.” Doch auch in den Slums täuscht die   Erscheinungsebene, der oberflächliche Eindruck nur zu oft. „Viele sagen   &#8211;  ihr kommt aus Deutschland, seht uns fröhlich und gut drauf, könnt   euch aber nicht vorstellen, wie es uns wirklich geht, wie es zuhause   hinter unseren vier Wänden aussieht.” </font></strong></p>
<p><strong><font size="3">Eine Frau kommentiert:”Brasilianer sind in der   Lage, über ihr eigenes Unglück zu lachen, darüber  groteske Witze zu   reißen; schwarzer Humor, schwärzer gehts nicht &#8211;  eine Art Ventil, um   damit fertigzuwerden &#8211;  wahrscheinlich ist das in Europa anders.”</font></strong></p>
<p><strong><font size="3">Sozialprojekte senken Gewaltrate nicht</font></strong></p>
<p><strong><font size="3">Jahrzehntelang hielt sich bei Gutmenschen   Brasiliens und Drittweltbewegten Europas die These, man müßte die Slums,   nur mit einem Netz von Sozialprojekten überziehen, um die entsetzlich   hohe Mordrate drastisch zu senken, die Herrschaft des hochgerüsteten   organisierten Verbrechens, der brasilianischen Warlords zu schwächen.   Kinder und Jugendliche würden sich dann nicht länger von den Milizen   anwerben lassen, den Drogen entsagen, einer glücklicheren Zukunft   entgegengehen. Auch europäische Hilfsorganisationen starteten deshalb   solche Projekte, investierten hohe Spendersummen. Indessen &#8211;  selbst   laut Unesco-Angaben wurden weder die Gewaltrate noch der Banditenterror   gegen die Bewohner gebremst. Nur zuviele Sozialprojekte werden von den   Banditenmilizen kontrolliert &#8211;  was Spender in Europa nicht erfahren   sollen.</font><font size="3">Auch Staatschef Lula und dessen zuständige   Minister sprechen  beschönigend von einem Sicherheitsproblem, um das   sich die Polizei zu kümmern habe. Doch die erwarteten Sofortmaßnahmen   bleiben aus.  Menschenrechtsexperten und selbst der schweizerische   UNO-Sonderberichterstatter Jean Ziegler weisen auf unumstößliche   Tatsachen:”Für die Vereinten Nationen sind 15000 Gewalt-Tote jährlich in   einem Land ein Hinweis auf Krieg &#8211;  doch in Brasilien werden sogar   gemäß offiziellen Statistiken rund vierzigtausend umgebracht!”   Tatsächlich sind es weit mehr, getötet aus politischen oder kriminellen   Motiven, oft vermischt &#8211;  doch auch in Deutschland verbinden viele mit   dem Tropenstaat sozialromantische Vorstellungen, verdrängen gewöhnlich,   daß gerade in Millionenstädten wie Rio de Janeiro nur unweit der   Touristenstrände tagtäglich heftige Gefechte im Gange sind &#8211;    ausgetragen auch mit NATO-Waffen, darunter Granatwerfern. </font></strong></p>
<p><strong><font size="3">In Deutschland werden jährlich laut BKA rund   eintausend Menschen umgebracht, bei einer Gewaltrate wie in Brasilien   wären es indessen weit über zwanzigtausend. </font></strong></p>
<p><strong><font size="3">Zudem befänden sich dann mehr als zehn   Millionen illegaler Waffen fast jeden Kalibers in Privat-bzw.   Gangsterhand. Jeder kann erahnen, wie Deutschland dann aussähe.</font><font size="3">   Die größte brasilianische Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo” macht   2003 folgende Rechnung auf:”In den letzten zwanzig Jahren wurden 1,9   Millionen Brasilianer getötet &#8211;  1,5 Millionen davon waren junge   Menschen. Hätte Brasilien in diesen Jahren an einem Krieg teilgenommen,   wären garantiert nicht so viele Opfer zu beklagen.”</font><font size="3">Bereits   1992 hatte der PT- Abgeordnete Carlos Minc betont:”In Rio de Janeiro   sind Straftäter und Autoritäten Komplizen &#8211;  das organisierte   Verbrechen, das Drogenkartell herrscht in den Slums, pflegt enge   Beziehungen zur Geschäftswelt, zur Stadtregierung, zu Polizei und   Justiz, die daher Straffreiheit walten lassen, die Gesetze nicht   anwenden, die Menschenrechte der Rio-Bewohner mißachten.” Mincs Analyse   wurde unlängst  von einer parlamentarischen Untersuchungskommission für   große Teile Brasiliens, zahlreiche andere Millionenstädte  bestätigt. </font><font size="3">Heute   sehen Soziologen und Menschenrechtler viele Parallelen zur Lage in   Kolumbien, in Afrika. Fernando Olinto, der als Mitarbeiter von „Ärzte   ohne Grenzen” bereits in Ruanda und Bosnien im Einsatz war, konstatiert,   daß in Brasilien ebenso wie in Afrika bewaffnete Jugendliche,   Kindersoldaten Terror ausüben, sich die Bilder gleichen. Rio de Janeiros   Stadtautobahnen zum internationalen Flughafen müssen regelmäßig wegen   Banditengefechten, bewaffneten Raubüberfällen auf LKW, Busse, PKW   gesperrt werden. Es reicht, sich ein solches Szenario für touristische   Städte Deutschlands vorzustellen &#8211;  und die entsprechenden Wirkungen auf   die Fremdenverkehrsbranche. Um so erstaunlicher, daß von Brasiliens   Autoritäten die enormen Einnahme- und Arbeitsplatzverluste etwa im   Tourismus hingenommen werden &#8211;  während die global vernetzten   neofeudalen Verbrechermilizen ihre Profite ständig steigern. Immerhin   werden alleine in Rio de Janeiro laut Polizeiangaben von Comando   Vermelho(Rotes Kommando) und Terceiro Comando(Drittes Kommando), den   beiden wichtigsten Gangsterkartellen Brasiliens, monatlich sechs Tonnen   Kokain verkauft &#8211;  in Lateinamerikas Wirtschaftsmetropole Sao Paulo,  mit  über tausend deutschen Firmen, etwa ebensoviel. Gleich nach den USA  ist  Brasilien zweitgrößter Kokainverbraucher. </font><font size="3">Die   rivalisierenden Milizen sind zudem auf illegalen Waffenhandel,   Serienentführungen, Frachtraub und Banküberfälle spezialisiert. Selbst   zur Machtdemonstration feuern sie täglich Mpi-Salven ab &#8211;  erhöhen damit   den psychischen Druck besonders auf die Slumbewohner. </font><font size="3">   Würde, wie viele erwarteten,  Staatschef Lula sofort nach seinem   Amtsantritt die Armee einsetzen, um  den Stadtkrieg zu stoppen,   Millionen von Slumbewohnern zu ihren Basis-Menschenrechten zu verhelfen?   Immerhin hatte dies der neue Staatssekretär für öffentliche  Sicherheit,  Josias Quintal, gleich im Januar öffentlich vorgeschlagen.  Doch die  Lula-Regierung lehnte ab &#8211;  ein Einsatz der Streitkräfte komme  nicht in  Frage. Auch Sozialexperten ist deshalb ein Rätsel, wie  Staatschef Lula  sein groß angekündigtes Anti-Hunger-Programm und andere  Maßnahmen zur  Elendsbekämpfung durchsetzen will. Schließlich lassen  die  Verbrechersyndikate bislang staatliche Präsenz in den riesigen  Slums  kaum zu, verbieten häufig sogar kirchlichen Sozialwerken und   Nicht-Regierungs-Organisationen den Zutritt. </font><font size="3">Nach   wie vor ist  in Brasilien, ebenso wie in Argentinien, das  Schicksal  der  zur Diktaturzeit  „Verschwundenen” ein heißdiskutiertes Thema &#8211;   jene  Ungezählten, die man im  „Guerra urbana” tötete, auf geheimen  Friedhöfen  verscharrte,  oder gar verbrannte, wird dagegen so gut wie  völlig   ignoriert.</font></strong></p>
<h2>Brasiliens (Lateinamerikas?)genialster  Karikaturist Angeli, von der  größten Qualitätszeitung “Folha de Sao  Paulo”, mit einer aktuellen  Zeichnung zur “Vergangenheitsbewältigung” &#8211;  aus der Serie  “Bananenrepublik”. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12608" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/angeli/" rel="tag">Angeli</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-vergangenheitsbewaltigung/" rel="tag">Brasiliens Vergangenheitsbewältigung.</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/folha-de-sao-paulo/" rel="tag">Folha de Sao Paulo</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/angelibananenrepublikdiktatur.JPG" alt="angelibananenrepublikdiktatur.JPG" /></p>
<p><strong>Ausriß März 2012.</strong></p>
<p><strong>“Boaventura hat Sehnsucht nach der Diktatur. Felinto betont,   daß die Folter nötig war. Olinto meint, daß Einkerkerungen und Tötungen   gerechtfertigt waren. Frota sagte, daß man in dieser Zeit gut lebte.”</strong></p>
<p><strong>Übereinstimmungen mit Einschätzungen von damals und heute in Brasilien lebenden Mitteleuropäern sind sicher reiner Zufall.  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/19/gestapo-folter-unter-brasiliens-diktator-getulio-vargas-trager-des-bundesverdienstkreuzes-der-fall-des-deutschen-harry-berger/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/19/gestapo-folter-unter-brasiliens-diktator-getulio-vargas-trager-des-bundesverdienstkreuzes-der-fall-des-deutschen-harry-berger/</a></strong><strong><br />
</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html">http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/09/diktaturopfercpi.JPG" alt="diktaturopfercpi.JPG" /></p>
<p><strong>Diktaturopfer &#8211; getötete Regimegegnerin, Foto von kirchlichen Menschenrechtsaktivisten.</strong></p>
<p><strong>Die 21 Jahre währende Diktatur begann mit dem Militärputsch   von 1964 &#8211; 1969  schloß  Bonn mit dem Militärregime laut Jahreschronik   ein  Kulturabkommen.  </strong></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/"><strong>http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><strong>Pressefreiheit in Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/brasiliens-medien-berichten-in-groser-aufmachung-uber-den-absturz-auf-dem-pressefreiheit-ranking-von-reporter-ohne-grenzen-warum-brasilien-aus-mitteleuropa-soviel-lob-erhalt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/brasiliens-medien-berichten-in-groser-aufmachung-uber-den-absturz-auf-dem-pressefreiheit-ranking-von-reporter-ohne-grenzen-warum-brasilien-aus-mitteleuropa-soviel-lob-erhalt/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/14/brasiliens-atomkraft-ausbau-mit-deutscher-hilfe-mit-der-ublichen-immer-groseren-verspatung-kommen-manche-uralt-fakten-irgendwann-doch-noch-sogar-in-der-deutschen-provinz-an-rio20-und-die-spesenrit/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/14/brasiliens-atomkraft-ausbau-mit-deutscher-hilfe-mit-der-ublichen-immer-groseren-verspatung-kommen-manche-uralt-fakten-irgendwann-doch-noch-sogar-in-der-deutschen-provinz-an-rio20-und-die-spesenrit/</strong></a></p>
<h2>              <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/24/brasilien-korruption-in-lulas-letztem-amtsjahr-2010-85-milliarden-real-abgezweigt-laut-nachrichtenmagazin-veja-zehn-grunde-um-sich-zu-emporen/" rel="bookmark">Brasilien   &#8211; Staats-Korruption in Lulas letztem Amtsjahr 2010 &#8211; 85 Milliarden  Real  abgezweigt, laut Nachrichtenmagazin “Veja”. “Zehn Gründe, um sich  zu  empören”.</a></h2>
<p>Montag, 24. Oktober 2011 von Klaus Hart   <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11322" title="Beitrag bearbeiten">**</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/korruptionveja85milliarden.JPG" alt="korruptionveja85milliarden.JPG" /></p>
<p><strong>Laut “Veja” hätte das abgezweigte Geld u.a. ausgereicht, das   Elend in Brasilien auszutilgen. Lula selbst ist laut Medienangaben   unterdessen zum Dollar-Millionär aufgestiegen &#8211; hat wegen seiner   Politik, vor dem Hintergrund der Korruptionsfakten, der sozialen Kosten,   aus Mitteleuropa enormes Lob erhalten, dazu Doktorhüte und Preise. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/08/brasilien-aufschrei-der-ausgeschlossenen-2011-proteste-in-sao-paulo-grito-dos-excluidos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/08/brasilien-aufschrei-der-ausgeschlossenen-2011-proteste-in-sao-paulo-grito-dos-excluidos/</strong></a></p>
<p><strong>Laut Befreiungstheologe Frei Betto, Ex-Lula-Berater beim     Anti-Hungerprogramm,  liegt die Zahl der in   extremer Armut, also in     Hunger und Misere, lebenden Brasilianer, nicht   wie offiziell     angegeben, heute bei 16 Millionen, sondern ist doppelt so hoch. </strong><strong>Nach    derzeit geltendem mitteleuropäischen Werteverständnis hat damit die    internationale Wirtschafts-und Finanzkrise, wie die    Lula-Rousseff-Regierung verbreiten ließ, auf Brasilien nur geringe    Auswirkungen gehabt. </strong></p>
<p><strong>Brasiliens investigative Journalisten wiesen indessen auf    Rekordentlassungen, den Stopp vieler  Industrieprojekte, auf    Exportprobleme und Deindustrialisierung,  geschönte offizielle    Statistiken.  </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/slumkloakesp1.JPG" alt="slumkloakesp1.JPG" /></p>
<p><strong>“Krise &#8211; was denn für eine Krise?” &#8211; Kloake-Slum in Sao Paulo.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/15/brasiliens-slum-sondergerichte-der-banditenkommandos-existieren-weiter-todesurteile-folter-verstummelungen-laut-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/15/brasiliens-slum-sondergerichte-der-banditenkommandos-existieren-weiter-todesurteile-folter-verstummelungen-laut-landesmedien/</strong></a></p>
<h2>Brasilien, Sao Paulo, Avenida Tiradentes: Geld “verdienen” bei Rot. Nur sehr wenige geben ihm was. Fotoserie Sao Paulo. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12621" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-arme/" rel="tag">Brasiliens Arme</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-unterbeschaftigung/" rel="tag">Brasiliens Unterbeschäftigung</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/rot1.JPG" alt="rot1.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/rot2.JPG" alt="rot2.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/18/sao-paulo-fotoserie-uber-brasiliens-megacity/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/18/sao-paulo-fotoserie-uber-brasiliens-megacity/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/rot3.JPG" alt="rot3.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/15/brasiliens-obdachlose-wieder-ganze-schlafende-gruppe-nachts-von-unbekannten-angezundet-56-jahrige-in-lebensgefahr/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/15/brasiliens-obdachlose-wieder-ganze-schlafende-gruppe-nachts-von-unbekannten-angezundet-56-jahrige-in-lebensgefahr/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/rot4.JPG" alt="rot4.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/brasiliens-neue-prasidentin-dilma-rousseff-raumt-erstmals-moglichen-bruch-des-wahlversprechens-ein-das-elend-im-lande-auszutilgen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/brasiliens-neue-prasidentin-dilma-rousseff-raumt-erstmals-moglichen-bruch-des-wahlversprechens-ein-das-elend-im-lande-auszutilgen/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/rot5.JPG" alt="rot5.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/rot6.JPG" alt="rot6.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/15/brasilias-u-boot-geschaft-mit-paris-so-teuer-wie-zwei-jahre-anti-hunger-programmbolsa-familia-meldet-o-globo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/15/brasilias-u-boot-geschaft-mit-paris-so-teuer-wie-zwei-jahre-anti-hunger-programmbolsa-familia-meldet-o-globo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/03/lulamantegachico.JPG" alt="lulamantegachico.JPG" /></p>
<p>Ausriß O Globo.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Slum-Sondergerichte der  Banditenkommandos existieren  auch unter der Rousseff-Regierung weiter &#8211;  Todesurteile, Folter,  Verstümmelungen, laut Landesmedien. Brasiliens  Wachstumsbranche Crack  und das organisierte Verbrechen. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12613" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-sondergerichte-des-organisierten-verbrechens/" rel="tag">Brasiliens Sondergerichte des organisierten Verbrechens</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/folter/" rel="tag">Folter</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/15/brasiliens-slum-sondergerichte-der-banditen-diktatur-in-zeiten-neoliberaler-herzenskalte-video-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/15/brasiliens-slum-sondergerichte-der-banditen-diktatur-in-zeiten-neoliberaler-herzenskalte-video-anklicken/</strong></a></p>
<p><strong>In Rio de Janeiros Slum-Region “Complexo da Maré” ist die   Polizei bei einem Einsatz den Angaben zufolge zufällig auf ein   Sondergericht gestoßen, das bereits einen Mann gefoltert und erschossen   hatte, während ein weiterer zur Exekution vorgesehen war und gerade   sadistische Folterungen erlitt. Die Banditen des Sondergerichts hatten   ihm bereits einen Teil des Fußes abgetrennt, er schwebt in Lebensgefahr.   Sondergerichte dieser Art sorgen in den brasilianischen Slums unter   Millionen von Menschen für ein Klima von Angst und Terror &#8211; in in   neoliberalen Ländern Europas stoßen derartige Fakten seit Jahren fast   durchweg lediglich auf Desinteresse und extreme Herzenskälte. </strong></p>
<p><strong>“As <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/15/brasiliens-slum-sondergerichte-der-banditenkommandos-existieren-weiter-todesurteile-folter-verstummelungen-laut-landesmedien/" rel="nofollow">cenas</a>   de terror eram feitas próximo ao corpo de um outro homem  com sinais  de  espancamentos. O homem torturado de 34 anos, foi levado para o    Hospital Souza Aguiar, no Centro, com ferimentos feitos com machado, um   tiro na  barriga, outro na perna direita, e o braço quebrado.” (O Dia)</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/09/microondaspensionista.jpg" alt="microondaspensionista.jpg" /></p>
<p><strong>Opfer der Banditen-Diktatur in Rio, Ausriß. In Lula-Amtszeit lebendig verbrannt &#8211; laut Presseberichte. </strong><strong>“julgada,   queimada e morta”. Den Angaben zufolge wurde die Frau von  einem   Banditen-Sondergericht vor der grausamen Hinrichtung auch  sadistisch   gefoltert, wie entsprechende Wunden am Körper zeigten. Die  Frau befand   sich mit ihren fünf kleinen Enkeln in der Kate, als sie von  den   Banditen herausgezerrt und zur “microondas”-Stelle gestoßen wurde.  Der   Fall erregte bei sogenannten Dritt-Welt-NGO keinerlei  Aufmerksamkeit &#8211;   die Fortexistenz der Slum-Sondergerichte war natürlich auch auf den   Weltsozialforen in Brasilien nie ein Thema. Entsprechende brasilianische   Presseberichte waren keineswegs selten, erschienen teilweise als   Aufmacher mit Schlagzeilen in Qualitätsmedien &#8211; just während der   Lula-Rousseff-Amtszeit:”O Tribunal do trafico em acao.”</strong><strong>   Auch der gefolterte und lebendig verbrannte TV-Reporter Tim Lopes  wurde  Opfer eines Slum-Sondergerichts. In Sao Paulo berichteten die  Medien  u.a. 2010 über derartige  Sondergerichte in der Megacity, die  Menschen  lebendig verbrennen. Ein  Foto zeigt Polizisten mit Überresten  einer  Leiche &#8211; die Bildunterschrift  lautet:”Leiche des Opfers eines  Tribunals  des Verbrechens wird  abtransportiert.” </strong></p>
<p><strong><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1651902/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1651902/</strong></a></p>
<p><strong>Der katholische Favela-Priester Luis Antonio Pereira Silva in  Rio de  Janeiro im Website-Interview:”Die Polizei kommt in die Favelas  und ist  morgen wieder weg &#8211; doch die Banditenkommandos bleiben.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/21/brasiliens-diktatur-verbrechen-wie-unter-lula-und-seiner-chefministerin-dilma-rousseff-die-aufklarung-behindert-wurde-diktaturverbrecher-einen-wichtigen-aufschub-erhielten/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/21/brasiliens-diktatur-verbrechen-wie-unter-lula-und-seiner-chefministerin-dilma-rousseff-die-aufklarung-behindert-wurde-diktaturverbrecher-einen-wichtigen-aufschub-erhielten/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Privilegiertenghettos als Gesellschaftsmodell &#8211; jetzt auch in Deutschland. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=174" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: , <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilianisierung/" rel="tag">Brasilianisierung</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/eliten/" rel="tag">Eliten</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/frei-betto/" rel="tag">Frei Betto</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/menschenrechte/" rel="tag">Menschenrechte</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sao-paulo/" rel="tag">Sao Paulo</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/ulrich-peltzer/" rel="tag">Ulrich Peltzer</a></p>
<p><strong>“Die Flucht der Elite. Sie schicken ihre Kinder  in  Privatschulen, ziehen in bewachte Viertel und verlassen das   Sozialsystem.Die deutschen Eliten fangen an, sich aus der   Solidargemeinschaft zu verabschieden.” Der Spiegel über   ”Brazilianization, vor der in den USA längst gewarnt wird.</strong></p>
<p><strong>“Koloniales Denken und Handeln”</strong></p>
<p><strong>Schriftsteller Ulrich PeltzerÂ kritisiert in Sao Paulo   Â Gated Comunities: “Das ist ein Umbau, der zur Zeit in Europa auch   stattfindet.”</strong></p>
<p>Übermannshohe Mauern, obendrauf zusätzlich  Hochspannungs-Drahtverhaue,  Überwachungskameras, mißtrauisch  dreinblickende Privatpolizei mit  Walky-Talkies am pompösen Tor &#8211;  dahinter Villen oder luxuriöse  Penthouse-Blocks, viel Grün,  Swimmingpools, Tennisplätze: Brasiliens  Betuchte schotten sich immer  perfekter gegen Misere und ausufernde  Kriminalität in einem Land mit  jährlich über 50000 MordenÂ Â ab &#8211;  angesichts forcierter neoliberaler  Spaltung der Gesellschaft, deutlicher  Förderung von Gewaltkriminalität  selbst in früher nahezu  kriminalitätsfreien RegionenÂ sowie der  Einführung von stark machistisch  geprägten GewaltformenÂ Â macht Â das  BeispielÂ inzwischen auch in  Deutschland Schule. Der Spiegel 2008:”Die  Elite ist dabei, sich vom Rest  der Gesellschaft abzukoppeln. Es sind  Symptome einer  Zweiklassengesellschaft zu beobachten, die bis vor  wenigen Jahren eher  in Schwellenländern vorkamen.” Der “Tagesspiegel”,  Berlin: “Zu  bestimmten Tageszeiten und in bestimmten Gegenden Berlins  ist die  Gefahr, als Einzelner Opfer einer Gewalttat zu werden, ein  nicht mehr zu  vernachlässigendes Risiko.”</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/17/lynchland-brasilien-meiste-opfer-lebendig-verbrannt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/17/lynchland-brasilien-meiste-opfer-lebendig-verbrannt/</a></p>
<p>Fährt derÂ Befreiungstheologe und DominikanerÂ Frei Betto durch die   besseren Viertel derÂ Megacity Â Sao Paulo, kommt er immer wieder an   solchen “Condominios fechados”, geschlossenen Wohnanlagen, vorbei, nennt   sie ironisch “Luxusgefängnisse”. Über dreihundert gibt es bereits im   größten deutschen Wirtschaftsstandort außerhalb Deutschlands, die   Nachfrage ist enorm, auf den Wartelisten stehen auch deutsche Manager.   Kein Tag ohne ganzseitige Farbanzeigen in den großen Blättern:”Komm und   lebe in Freiheit, Sicherheit, Grün!” &#8211; ob im neuen “Swiss Park”, im   “Liberty Village”, der “Ville Versailles”.</p>
<p>Familienfreundlichkeit ist ein wichtiges Werbeargument:”Hier werden   Deine Kinder wie VIPs behandelt!”. Zehn Megaprojekte, jedes mit   durchschnittlich 1300 Villen-Geländen, sind brasilienweit im Bau. Vor   sechs Jahren lebte nur rund eine halbe Million in solchen   Privilegiertenghettos, heute etwa dreimal soviel. Nimmt man die   abgesperrten Villen-Privatstraßen der besseren Viertel hinzu kommt man   brasilienweit sogar auf über sechs Millionen. Pionier-„Ghetto” Sao   Paulos war Alphaville, gegründet vor fast dreißig Jahren “ heute eine   Stadt in der Stadt mit rund vierzigtausend Bewohnern, einziges   Condominio Brasiliens in dieser Größenordnung. Zwischen Lateinamerikas   Wallstreet, der Avenida Paulista in Sao Paulos City, und Alphaville   pendeln ständig komfortable Sonderbusse.<br />
Alles nicht nur für den in Deutschland durch Bücher, soziologische   Vorträge bekannten Frei Betto ein Absurdum:”Die Stadt sollte Ort des   Zusammentreffens, Austauschs, der Solidarität sein “ wurde stattdessen   zur Geisel der Banditengewalt “ mit Condominios provozierender Opulenz,   eingekesselt von Misere. Wir sind Fußball-Weltmeister “ aber   unglücklichweise auch Weltmeister in sozialer Ungleichheit.”   Vierundsechzig Prozent des Volkseinkommens, so der frühere enge Berater   von Staatschef Luis Inacio Lula da Silva, seien in der Hand von nur  zehn  Prozent der Brasilianer, also von nur siebzehn Millionen. Ein   Bauarbeiter, der solche”Luxusgefängnisse” miterrichtet, verdient nur   umgerechnet zwischen siebzig Cents und zwei Euro die Stunde, wohnt   deshalb an der ausgedehnten Slumperipherie. „Anstatt die Ursachen von   Misere, Armut und Massenarbeitslosigkeit zu beseitigen, flieht   Lateinamerikas Elite vor den Folgen eigener Politik, zieht es vor, den   eigenen Reichtum herauszustellen, baut deshalb diese Condominios   fechados, Inseln der Phantasie “ voller Angst vor denen auf der Straße,   vor dem öffentlichen Raum.” Denn dort schlägt dieser Elite nur zu oft   blanker Haß der in Jahrhunderten durch Elend Brutalisierten entgegen,   wie Brasiliens größte Qualitätszeitung, die „Folha de Sao Paulo,   kommentiert.<br />
Die Gewaltbereitschaft vor allem der perspektivlosen Unterschichtsjugend   ist so groß, daß etwa in Sao Paulo selbst Großdiskotheken und   Samba-Ballhäuser nachts vorsorglich von schwerbewaffneter Militärpolizei   und Munizipalgarde umstellt werden. Bis auf weiteres in Deutschland   noch unvorstellbar &#8211; Â Brasilien gilt weiterhin nur zu vielen Deutschen   als Traumland, Kenntnisse über andere Länder werden auch dank  “politisch  korrekter”Â Informationssteuerung immer geringer.</p>
<p>“Das sind wahre Inseln des Reichtums in einer Metropole voller   Armuts-und Gewaltprobleme”, sagt die Stadtsoziologin Eva Turin über die   Condominios fechados. “Auf diesen Inseln wohnt die Elite des Landes,  die  ja hier in Sao Paulo konzentriert ist. Diesen Leute geht es nicht  nur  um mehr Sicherheit, für sie ist es eine Frage des Status, in einer   geschlossenen Wohnanlage zu leben, die von einer brutalen Privatpolizei   bewacht wird. Ja, es ist nicht zu übersehen &#8211; Sao Paulo ist auch eine   geteilte Stadt. Zwischen den Slums, mitten in der Misere wirken diese   Wohnanlagen wie Festungen. Hier wird augenfällig, wie sich der Staat aus   der sozialen Problematik zurückzieht und wie er eine Stadtpolitik   betreibt, die die gesellschaftlichen Spannungen weiter verschärft.   Gleichzeitig erkennen wir, welche Visionen unsere Eliten pflegen.Â  Sie   suchen extrem individualistische Lösungen nur für sich &#8211; und lassen den   Rest des Landes völligÂ  außer Acht, also 98 Prozent der  brasilianischen  Bevölkerung. Kein Zweifel, das ist koloniales Denken  und Handeln.”</p>
<p>Sollten in Deutschland Kriminalität und Gewalt weiter gefördert   werden, dürften nach dem Vorbild der USA &#8211; und Brasiliens &#8211; Â bald   ebensolche Condominios sowie immer mehr No-Go-Areas entstehen. Mit einer   strengen Einlaßkontrolle an den Privilegiertenghettos, die der an   deutschen Militärobjekten ähnelt: Bewaffnete Wächter, die von der Straße   aus hinter ihren schwarzen Spezialfenstern nicht zu erkennen sind,   mustern die Ankommenden. Dann wird für die jeweiligen Personen bzw. für   deren Wagen der erste Metallgitterzaun geöffnet, der sich sofort wieder   hinterÂ ihnen schließt. Daraufhin muß man sich bei den mißtrauischen   Wächtern ausweisen, die sofort bei dem jeweiligen Appartement, der   jeweiligen Villa telefonisch anfragen, ob man tatsächlich erwartet wird.   Erst dann öffnet sich der zweite Metallgitterzaun, darf man passieren.<br />
Man muß sich nur einige Basisfakten vor Augen führen: In Südamerikas   reichster Stadt genießen gemäß einer neueren Präfekturstudie gerade 3,46   Prozent der Bevölkerung einen europäischen Sozialstandard und nur zehn   Prozent den durchschnittlich asiatischen “ doch über die Hälfte lebt  wie  in Afrika, fast ein Drittel wie in Indien. Etwa alle acht Tage  entsteht  ein neuer Slum, obwohl allein in der City ganze Wohnblocks,  mit über  vierzigtausend meist gutausgestatteten Appartements, teils  seit sieben  Jahren leerstehen. Besetzer werden gnadenlos von der  Polizei  herausgeprügelt.<br />
Die größtenteils in Aachen aufgewachsene Afghanin Maryam Alekozai machte   in einem Slum Sao Paulos, der jährlich über fünfhundert Mordtote  zählt,  ihr soziales Jahr, zeigte sich über die Sozialkontraste   schockiert:”Tagsüber, nachts fallen Schüsse, immer wieder verlieren   Kinder ihre Väter. Das ist hier gar nicht so anders wie damals in   Afghanistan, als ich klein war. Der Unterschied zwischen einem   fünfjährigen Mädchen hier und in Deutschland ist so groß! In den Augen   der brasilianischen Kinder sehe ich Haß, ganz tiefen Haß “ und Wut. Man   blickt nicht in Kinderaugen, sondern eigentlich in Augen von   Erwachsenen, die voller Aggressionen sind. Gewalt und Ungerechtigkeit,   die in diesem Land herrschen, spiegeln sich in deren Augen “   unübersehbar!” In Sichtweite glitzernder Hightech-Geschäftshäuser und   Condominios sind neofeudale Banditenmilizen, die Maschinenpistolen der   NATO-Armeen tragen, unumschränkte Herrscher, terrorisieren Bewohner,   verhängen Ausgangssperren “ manche minderjährige Kindersoldaten Sao   Paulos killten bereits bis zu vierzig Menschen. Immer wieder werden auch   in Rio de Janeiro Slumbewohner, die sich dem Normendiktat widersetzen,   zur Abschreckung lebendig verbrannt. Hätte Deutschland eine Gewaltrate   wie Brasilien, würden dort jährlich nicht über tausend, sondern weit   über zwanzigtausend Menschen umgebracht, befänden sich mehr als zehn   Millionen illegaler Waffen fast jeden Kalibers in Privat-bzw.   Gangsterhand.<br />
–granatensichere Bunker im Penthouse “<br />
Der neueste Hit “ Spezialbunker in der Villa, im Luxusappartement, sogar   granatensicher. Falls doch einmal hochspezialisierte Einbrecherbanden,   Geiselnehmer die „erste Verteidigungslinie” des Condominio fechado   durchbrechen sollten, was immer wieder passiert, hätte man hier noch   eine Rückzugsmöglichkeit. Kostenpunkt “ ab umgerechnet 150000 Euro   aufwärts. Damit es möglichst nicht soweit kommt, haben manche   Condominios mehr als 180 Überwachungskameras in Korridoren,   Treppenhäusern, Liften, Garagen, Sportanlagen, am Schwimmbad “ Big   Brother is watching you. Das Verrückteste &#8211; neuerdings haben vielerorts   auch die Bewohner per Internet Zugang zum Monitor der Sicherheitsleute,   können damit beobachten, was Nachbarn, Gäste gerade im Aufzug oder   anderswo tun und treiben.<br />
Lateinamerikas Betuchten geht es materiell prächtig “ wie das   Handelsblatt Anfang 2008 meldet, wächst die Zahl der MillionäreÂ in   Brasilien täglich um 164 Personen.Â Â Auch die meisten Milliardäre des   Tropenlandes leben in Sao Paulo, haben allerdings wie die anderen   Begüterten an den traditionellen Elitedistrikten nicht mehr viel Freude.   Entführungen gleich in Serie schlagen aufs Gemüt; auch fast alle   ausländischen Manager, darunter die deutschen, fahren nur in gepanzerten   Limousinen. Und nur in Indien gibt es mehr Arbeitslose als in   Brasilien, Misere und Kriminalität nehmen unaufhörlich zu; pro Jahr   werden selbst nach den geschönten offiziellen Daten in der   immerhinÂ zehntrößten Wirtschaftsnation über 50000 Â Menschen ermordet.   Daher dauert die Flucht in die Condominios Â an, freuen sich Baufirmen   und Architektenbüros über ein regelrechtes „Boom-Fieber”.<br />
Aber nehmen wir den Jugendlichen Alvaro, aus guter Anwaltsfamilie, der   in Rio de Janeiros Strandviertel Barra da Tijuca realitätsfremd fast   ständig hinter Gittern lebt “ in einem weitläufigen   Bilderbuch-Kondominium der Mittel-und Oberschicht mit allem Drum und   Dran. Swimmingpools, Spiel-und Tennisplätze, Golfwiesen und etwas Park,   ferner eine Bäckerei, eine Apotheke, ein Fitneß-Center und vor allem   Sicherheit im Übermaß. Denn der ganze CondomÃ­nio ist von hohen   Gitterstäben umgeben und wird von einer bewaffneten Spezialgarde   überwacht “ ein Berufsstand, dreimal so kopfstark wie die   brasilianischen Streitkräfte. Auch Alvaros Familie hat natürlich mehrere   Hausangestellte “ am stabilen Portal mit den TV-Kameras werden sie wie   andere Ortsfremde gefilzt, die Gutbetuchten der immerhin achtgrößten   Wirtschaftsnation lassen sich ihre Sicherheit jährlich nicht weniger als   28 Milliarden Dollar kosten.<br />
Ein Fahrer bringt den jungen Alvaro morgens zur Privatschule,   nachmittags zurück. Für ihn besteht kaum noch die Notwendigkeit, den   CondomÃ­nio, gelegentlich „goldener Käfig” genannt, zu verlassen, andere   Viertel oder gar den nahen Atlantikstrand zu frequentieren. In Barra  da  Tijuca, einer Miami-Kopie für Neureiche und Aufsteiger, zählt Alvaro  zu  jenen Kids, die von Rest-Rio weit weniger kennen als der   oberflächlichste Copacabana-Tourist. Das berühmte Opernhaus, Klöster und   Kirchen der Altstadt haben sie bestenfalls auf Prospektfotos gesehen.   Besorgte bildungsbeflissene Eltern organisieren deshalb regelmäßig   Bustouren, die den Sightseeing-Trips für Ausländer aufs Haar gleichen “   auch Alvaro mußte einmal mit. Sein bester Freund Patrick wohnt im  selben  Condominio, der Vater, ein Unternehmer, bedauert: ”Mit meinen   Geschwistern habe ich früher noch vor dem Elternhaus auf der Straße   Fußball gespielt, sind wir mit dem Rad einfach so rumgefahren “ für   meine Kinder wäre das alles heute dort völlig unmöglich, wegen der   Kidnapper und Straßenräuber viel zu gefährlich. Nur hier, im Condominio,   brauche ich mir um sie keinerlei Sorgen zu machen.”<br />
Schon absurd “ in Barra da Tijuca werden die neuesten Wohnanlagen mit   immer größeren Freizeitparks, Pools, Spaßbädern bestückt “ als läge   einer der schönsten, saubersten Strände der Welt nicht wenige Fußminuten   entfernt. „Das ist der neueste Trend beim Condominio-Bau”, erläutert   ein Chefarchitekt, „keineswegs zusätzlicher Luxus, sondern eine   Notwendigkeit.” Denn die Zehn-Millionen-Stadt Rio sei nun einmal nicht   sicher. Für Sao Paulo und die anderen Millionenstädte gilt das gleiche “   und solange die Prominentenghettos noch nicht über Privatschulen   verfügen, wird für Alvaros Altersgenossen an den College-Toren täglich   ein Sicherheits-Zirkus veranstaltet, der Mitteleuropäern den Mund   offenstehen läßt: Damit nach Schulschluß alle Privilegiertenkids   wohlbehütet wieder zu ihren Condominios und Villen gelangen, sperrt die   Verkehrspolizei Rios und Sao Paulos sogar Straßen ab, damit die   Panzerlimousinen zügig davonbrausen können.</p>
<p><strong>Auffällig “flexible”Eliten-Ethik</strong><br />
Hat diese sogenannte Condominio-Generation ein bestimmtes Profil?   Soziologen, Anthropologen haben sich der Frage bereits ausführlich   gewidmet, Fallstudien angefertigt. Denn so nobel, kultiviert, geordnet,   zvilisiert, wie manche denken, geht es in den Elite-Enklaven keineswegs   zu “ vieles erinnert vielmehr an Gepflogenheiten aus der Kolonialzeit.   In einem Luxus-Condominio bei Sao Paulo bespielsweise wurden sogar  schon  Elf-und Zwölfjährige beim Haschischrauchen angetroffen, den  Eltern  offenbar egal. Gar nicht wenige erlauben zudem ihren Kindern, im   Condominio mit dem schweren Wagen der Familie heraumzubrausen, dort   sogar Rennen zu veranstalten. Natürlich versuchten die Wachleute   einzugreifen, das Treiben unter Hinweis auf die Condominio-Ordnung zu   beenden. Doch da griffen sofort die betuchten Eltern ein, verteidigten   ihre Kids, verbaten sich solche Verbote. Und die schlechtbezahlten   Wachleute ignorierten künftig alles, aus Angst, die Stelle zu verlieren.   Gewöhnlich haben weder Militär-noch Zivilpolizei Zutritt zu den   Condominios. Als ein besorgter Vater den ausufernden Konsum auch harter   Drogen beenden wollte, deshalb eine Gruppe von Polizeibeamten   hineinließ, wurde er von einer Elternkommission beinahe gelyncht: „Im   Condominio bestimmen nur wir.” Sogar Diebstähle werden in Brasiliens   Reichenghettos vertuscht. Auch andere Straftaten, die außerhalb der   Condominio-Mauern natürlich ein Fall für Justiz und Polizei wären,   werden vergeben.</p>
<p>In Rio de Janeiro stieß die Polizei 2008 zufällig auf ein großes   Wasserrohr, das gleich zwei Nobel-Condominios illegal seit 1992 mit   Trinkwasser versorgte. Das Rohr war heimlich an eine Hauptleitung der   städtischen Wasserbetriebe angeschlossen worden. Über all die Jahre   hatten die weit über eintausend betuchten Bewohner der Condominios   keinen Centavo Wassergeld bezahlt &#8211; und den Wasserraub gedeckt. Andere   Condominios in Brasilien verfuhren genauso, üblich ist auch Stromraub.</p>
<p>Deshalb betont die angesehene Psychoanalytikerin Maria Rita Kehl, daß   die schlimmsten Beispiele von Verantwortungslosigkeit und fehlender   Bildung stets die nationale Elite liefere, seit jeher daran gewöhnt, mit   einer Serie illegaler Praktiken verschiedenster Schwere zu leben.   „Väter bieten dem Verkehrspolizisten ein Bestechungsgeld an, damit er   von einer Bestrafung läßt, fordern in der Privatschule die Entlassung   jenes Lehrers, der aus objektiven Gründen den Sohn nicht versetzte.” Den   Kindern werde von klein an gezeigt, daß sich mit Geld aber wirklich   alles kaufen, erkaufen lasse. Und daß selbst aus Luxuskarossen immer   wieder Flaschen, Büchsen, anderer Müll auf die Straße geworfen werden,   beobachtet jeder einmal in Brasilien “ dieser Teil der Stadt, so Maria   Rita Kehl, sei schließlich nicht ihrer, sondern jener „der anderen”.   Zynismus und illegale Praktiken der Elite korrumpierten, bildeten für   das Verbrechen sehr effizient einen beträchtlichen Teil der jungen   Generation heran, schlußfolgert die Therapeutin. Elitekids, jene   zukünftigen neoliberalen Entscheidungsträger der Mittel-und Oberschicht,   werden in repräsentativen Studien als antisozial,   superindividualistisch, apolitisch sowie zu Autoritarismus und Gewalt   neigend beschrieben. Fast 98 Prozent nennen als allerersten Lebensinhalt   einen guten Posten und ein hohes Gehalt, um absolut desinteressiert am   Zustand und der Zukunft des Landes ein sorgenfreies Leben führen zu   können. Ein Gefühl von Verantwortlichkeit für die soziale Misere, die   kraß ungerechte Einkommensverteilung existiere nicht. Auffällig zudem,   daß unter diesem Jugend-Segment der Einfluß der nordamerikanischen   Kultur am stärksten sei.<br />
Aber ist es wirklich nur das immer wieder herausgestellte   Sicherheitsargument, das Betuchte in die Condominio-Ghettos zieht? Die   Soziologin Ana Roberts verneint dies nach ausgedehnten Untersuchungen.   Am meisten habe sie überrascht, daß es den Bewohnern sehr wesentlich um   Status gehe. Wer im Condominio lebe, betone damit vor aller Welt, „ich   bin anders”, gehöre zu den Privilegierten. Ebenso werde immer die   „bessere Bildung und Erziehung der Kinder” als Wohnargument betont. Auch   da sind laut Ana Roberts große Zweifel angebracht, weil innerhalb des   Condominios nur zu oft den Heranwachsenden kaum Grenzen gesetzt würden.   Sie nannte den Fall einer Mutter, die ihr Kind zwar seit sage und   schreibe drei Tagen überhaupt nicht gesehen habe, dennoch völlig   unbesorgt sei “ in der Gewißheit, daß es irgendwo im Condominio stecke.<br />
–USA fürchten „Brazilianization”–<br />
Michel Lind, Buchautor, neokonservativer Herausgeber der US-Zeitschrift   „The New Republic”, hat diese seit Jahrzehnten existierenden   Sozialstrukturen nicht nur in Rio, sondern auch in Sáo Paulo ausgiebig   studiert, im Buch „The Next American Nation” eine ernste Warnung an   seine Landsleute gerichtet:” Wir befinden uns in einem   besorgniserregenden Prozeß der Brasilianisierung, hin zu einem   tyrannischen System immer ungleicherer sozialer Klassen.” Für Lind   bedeutet Brazilianization, ”daß sich die dominierende weiße   amerikanische Klasse innerhalb der eigenen Nation noch weiter in eine   Art Barrikadennation zurückzieht “ in eine Welt abgeschirmter Viertel   mit Privatschulen, Privatpolizei, privater Gesundheitsbetreuung und   selbst Privatstraßen.” Nicht anders als eine lateinamerikanische   Oligarchie könnten die reichen und mit wohlfeilen Kontakten   ausgestatteten Mitglieder der herrschenden Oberschicht prosperieren &#8211;   draußen das dekadente Amerika mit Ungleichheit und Kriminalitätsraten   ähnlich Brasilien, all die Miserablen, Bettler, Straßenkinder. Und   ebenso wie in Brasilien sei dann die Mehrheit der Schwarzen und   Mischlinge in der Unterschicht anzutreffen “ und zwar für immer.</p>
<p>Längst werden in europäischen Ländern ähnliche gesellschaftliche   Konzepte verfolgt. “Der Spiegel” im Text “Flucht der Elite” von   2008:”Die wachsende Spaltung zwischen Arm und Reich zeigt sich vor allem   in der Verteilung der Vermögen. Die wohlhabendsten 10 Prozent der   Haushalte besitzen fast 60 Prozent des gesamten Reichtums…Georg Glasze   ist ein weitgereister Mann, seinem Forschungsgebiet sei Dank. Der   Wissenschaftler des Geografischen Instituts der Universität Mainz   untersucht gated Comunities, bewachte Wohnanlagen. Es handelt sich um   ein Thema mit großer Zukunft, wie er heute weiß. Glasze kennt   Alphaville, ein Luxusghetto nahe Sao Paulo für mehr als 50000 Menschen,   das über eigenen Schulen und eine eigene Wacharmee   verfügt…Beispielsweise im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Das   beliebte Altbauviertel ist seit neuestem um eine Attraktion reicher. 18   Jahre nach dem Mauerfall gibt es wieder eine mit Schlagbaum  abgeriegelte  Straße. Hinein darf nur, wer hier wohnt oder als Besucher  angemeldet  ist. Ein Wachmann registriert, wer draußen am Eisenzaun   vorbeikommt…Gated Comunities sind noch ein Nischenmarkt in Deutschland,   sagt Glasze, aber ein wachsender. In fast allen GroßstädtenÂ  entstehen   solche Wohneinheiten für Gutsituierte.” Nach dem Sieg im Kalten Krieg,   dem Wegfall der Systemkonkurrenz, sind die einst aus taktischen  Gründen  gepflegten sozialen Rücksichten nicht mehr nötig. Der  Spiegel:”Früher,  sagt Birger Priddat, Präsident der privaten  Universität Witten/Herdecke,  hat sich die Elite für die Gesellschaft  verantwortlich gefühlt. Doch  damit sei es weitgehend vorbei. Nun  konzentriere man sich auf das eigene  Wohl.”<br />
Victor Bulmer-Thomas, Direktor des Zentrums für lateinamerikanische   Studien an der Londoner Universität, urteilt: ”Ebenso wie die alte   französische Aristokratie, fühlen sich die Eliten Lateinamerikas nur   dann erst richtig reich, wenn sie von Armen umgeben sind.” Senator   Cristovam Buarque geht sogar soweit, die Eliteangehörigen nicht zu den   Staatsbürgern zu zählen:”Die Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, ob   in Einkommen, Bildung, Wohnniveau, Transport, Freizeitverhalten,   Ernährung und Umgangsformen, ist so gewaltig, daß die Elite im Grunde   nicht mit am gleichen Tisch sitzt, nicht über die gleichen Themen   spricht, nicht jenes Gefühl hat, zum selben Volk zu gehören…Im Brasilien   des 21. Jahrhunderts sieht sich die Elite so entfernt vom Volke wie im   19.Jahrhundert.”<br />
Kirchliche Soziologen wie Eva Turin aus Sao Paulo machen bei vielen   betuchten Deutschen der Megametropole ähnliche Haltungen aus:”Sie   benehmen sich wie die Elite der Elite, noch über den reichsten   Brasilianern, mischen sich nicht mit uns, solidarisieren sich nicht.”   Teile von Deutschlands Eliten pflegen eine große Vorliebe für Brasilien.   Man ist dem Tropenlande tief dankbar, daß es nach dem Ende des Regimes   von Adolf Hitler so vielen seiner schwerbelasteten Getreuen, darunter   Kriegsverbrechern wie Josef Mengele,Â Unterschlupf, gar neue   Aufstiegschancen, politische Mitwirkung während der Militärdiktatur von   1964 bis 1985 ermöglichte.<br />
–„Sklavenhaltermentalität””<br />
Brasiliens katholische Kirche hat die Abschottungs-und   Ausgrenzungspolitik der Geld-und Politikerelite stets hart kritisiert “   deutliche Worte kamen vor allem von dem deutschstämmigen Kardinal   Aloisio Lorscheider und natürlich Kardinal Evaristo Arns in Sao Paulo,   der die „Sklavenhaltermentalität” immer noch tief verwurzelt sieht.   Schwarze, Mulatten sind in Brasilien die typischen Slumbewohner und   werden mittels eines verdeckten Systems der Apartheid am sozialen   Aufstieg gehindert. Der zu PR-Zwecken noch von jeder brasilianischen   Regierung um die Welt geschickte Multimillionär, Ex-Fußballspieler und   Ex-Sportminister PelÃ¨ ist jene Ausnahme, die die Regel bestätigt.<br />
Die Brasilianisierungsdebatte wurde auch durch Roberto da Matta, einen   der bekanntesten, derzeit in den USA lehrenden brasilianischen   Anthropologen bereichert. Michel Lind habe die Dinge korrekt   charakterisiert, die hierarchische Gesellschaftsstruktur genau   beschrieben:”Die Elite hat immer Paris, London und New York viel mehr   geliebt; im Grunde genommen heißt, zur Brasiliens Elite zu gehören,   Ausländer im eigenen Land zu sein.” Als schwerwiegendes Problem sieht Da   Matta, daß die Oberschicht Brasilien nicht mag, „und was man nicht  gern  hat, kann man nicht kultivieren, pflegen.”<br />
Seine Kollegin Teresa Caldeira hat über Condominios fechados sogar ein   vielbeachtetetes Buch, „Stadt der Mauern”, geschrieben. Sie nennt es   verhängnisvoll, daß sich die Elite einmauere, aus dem öffentlichen Raum   der Städte zurückziehe, anstatt diesen zu verbessern.”Die Begüterten   bewegen sich in gepanzerten Limousinen oder Helikoptern, mit   Leibwächtern fort, kaufen in gutbewachten Shopping Centers ein, arbeiten   in abgeschirmten Bürokomplexen, wohnen in den Condominios fechados.”<br />
Der Vorgänger von Staatschef Luis Inacio Lula da Silva, der heutige   UNO-Berater und FU-Berlin-Ehrendoktor Fernando Henrique Cardoso, war   gerne in den Condominios, mied die Slums, verdrängte die dortigen   Zustände, den Banditenterror. Für Marcelo Rubens Paiva, Kolumnist der   auflagenstärksten Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo”, und   Bestseller-Autor, ein besonders kurioser Sachverhalt: Der neoliberale   Interessenvertreter der Oligarchien, Eliten war in den 50ern   eingeschriebenes KP-Mitglied, ist gleichzeitig Großgrundbesitzer und   Soziologe, der sich immer noch gelegentlich rühmt, einst als Dozent in   Frankreich auch Daniel Cohn-Bendit unterrichtet zu haben. Für Paiva   führte Cardoso eine Mitte-Rechts-Regierung aus Intellektuellen und   Akademikern “ auf dem Throne sitzend, schauten sie auf Brasilien aus der   Distanz, seien der Ersten Welt indessen nahe. Vanilda Paiva,   Schriftstellerin und Soziologie-Doktorin der Uni Frankfurt,   schlußfolgert nicht zufällig, daß sich in der neoliberalen   brasilianischen Gesellschaft heute „Ultraarchaisches mit Ultramodernem   mischt.”<br />
Unterdessen haben Sozialforscher und Demographen nachgezählt “ über vier   Millionen Nordamerikaner wohnen bereits in Condominios fechados a la   Rio de Janeiro und Sao Paulo. In den USA werden die größten Fortschritte   aus Kalifornien gemeldet “ Brasilianization-Experte Dale Maharidge   zeichnet es im Buch „The Coming White Minority” ausführlich nach: Weiße   konzentrieren sich zunehmend in städtischen „Inseln” “ eingekreist von   Minoritäten in regelrechten Enklaven und Ethno-Ghettos. Stabile   Gitterstäbe vor sämtlichen Fenstern parterre und im ersten Stock “ auch   das wird in vielen nordamerikanischen Städten zunehmend normaler.   Condominios fechados trifft man zunehmend häufiger in Johannesburg und   Lagos &#8211; doch auch in anderen afrikanischen Millionenstädten schreitet   diese Art der Ghettoisierung munter fort.</p>
<p><strong>Der deutsche Schriftsteller Ulrich Peltzer, scharfer   Beobachter der neoliberalen Sozialkontraste Brasiliens, reflektiert   gegenüber dieser Website über Brasiliens Privilegiertenghettos, die   geschlossenen Wohnanlagen mit Privatpolizei, stellt in Sao Paulo 2008   Â entsprechende Recherchen an:”Das ist ein Umbau, der zur Zeit in Europa   auch stattfindet, daß es immer mehr solcher Gated Comunities gibt,   Häuser mit Doorleuten. Städtische Räume, die plötzlich keine   öffentlichen Räume mehr sind, sondern privatisiert werden &#8211;  daß sich   sowas wie ne Security-Industrie herausbildet, die in Brasilien ja   tatsächlich schon Industriestatus zu haben scheint, also ein   grundsätzlicher postfordistischer Umbau von Gesellschaft, der   möglicherweise bei den Gated Comunities, den privaten   Sicherheitsdiensten in disfunktional werdenden Städten anfängt “ und bei   den privaten Söldnern im Irak aufhört.”</strong></p>
<h3>Condominio-Eingang in Sao Paulo</h3>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2008/03/condominioklein.jpg" alt="condominioklein.jpg" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/08/lateinamerikas-katholische-nachrichtenagentur-adital-der-individualistische-und-wenig-solidarische-charakter-des-brasilianers/#more-288">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/08/lateinamerikas-katholische-nachrichtenagentur-adital-der-individualistische-und-wenig-solidarische-charakter-des-brasilianers/#more-288</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/09/condominiocantareira.jpg" alt="condominiocantareira.jpg" /></p>
<p><strong>Doppelte Metall-Eingangstore für Menschen und Autos.</strong></p>
<h2>Brasiliens Padre Marcelo Rossi, sein Hit seit 2011: “O meu lugar é no céu.” (Agape musical) <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12794" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=h8KBxfOrPrw"><strong>http://www.youtube.com/watch?v=h8KBxfOrPrw</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/rossitempel12.JPG" alt="rossitempel12.JPG" /></p>
<p>Rossi-Tempelbau 2012 in Sao Paulo.</p>
<h2>Brasiliens Musikbranche feiert erneut  katholischen Padre Marcelo   Rossi aus Sao Paulo als Zugpferd: Neue CD  “Ágape Musical” lag 2011 mit   1,4 Millionen Tonträgern an der Spitze der  Verkaufshitparade, Paula   Fernandes nur Platz zwei. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12665" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/padre-marcelo-rossi/" rel="tag"> </a></p>
<p><strong><font face="Arial" size="2">Unter den ersten Zehn  der   Verkaufshitparade von 2011 liegen auf den Plätzen 5, 6 und 7  ebenfalls   katholische Priester &#8211; Hinweis auf die besondere  soziokulturelle und   musikalische Realität des Tropenlands. Das Fördern  und Verstärken   verschiedenster Klischees fern der Fakten über das  “Samba-Land” &#8211; siehe   die Karnevalsberichterstattung &#8211; erweist sich seit   Jahrzehnten als   sehr lukrativ.  </font></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<h2>              <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/26/brasiliens-unangefochtener-bestsellerautor-der-katholische-priester-marcelo-rossi-und-agape-bisher-75-millionen-verkaufte-exemplare-wie-stark-sich-die-brasilianische-katholische-kirche130-mi/" rel="bookmark">Brasiliens     unangefochtener Bestsellerautor, der katholische Priester Marcelo    Rossi  und “Ágape” &#8211; seit 2010 bisher 7,5 Millionen verkaufte Exemplare.    Wie  stark sich die brasilianische katholische Kirche(130 Mio   Gläubige)  von  der in Deutschland(24,6 Mio Gläubige) unterscheidet.</a></h2>
<p>Sonntag, 26. Februar 2012 von Klaus Hart   <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12468" title="Beitrag bearbeiten">**</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/padremarceloagapevejacapa.JPG" alt="padremarceloagapevejacapa.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/16/gottesdienst-mit-padre-marcelo-rossi-2008-die-live-cds-paz-sim-violencia-nao1-und-2-der-missa-sind-die-meistverkauften-tontrager-dieses-jahres-in-brasilien-weit-vor-samba-und-pop/#more-1413"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/16/gottesdienst-mit-padre-marcelo-rossi-2008-die-live-cds-paz-sim-violencia-nao1-und-2-der-missa-sind-die-meistverkauften-tontrager-dieses-jahres-in-brasilien-weit-vor-samba-und-pop/#more-1413</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/29/brasiliens-kuriose-innenpolitik-nachrichtenmagazin-veja-zur-ernennung-des-singenden-sektenbischofs-zum-fischereiminister/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/29/brasiliens-kuriose-innenpolitik-nachrichtenmagazin-veja-zur-ernennung-des-singenden-sektenbischofs-zum-fischereiminister/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Weltkulturerbe-Stadt Ouro Preto zu  Ostern(Pascoa) 2012 &#8211;  Leiden und Sterben des Jesus von Nazareth(Paixao  de Cristo),  interpretiert von der katholischen Jugendpastoral.  Beklemmende aktuelle  Bezüge. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12847" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: , <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/ouro-preto-brasilien/" rel="tag">Ouro Preto &#8211; Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/pastoral-da-juventude-de-ouro-preto/" rel="tag">Pastoral da Juventude de Ouro Preto</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/ourojesus1.JPG" alt="ourojesus1.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/02/ostern-in-ouro-preto-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/02/ostern-in-ouro-preto-brasilien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/ourojesus2.JPG" alt="ourojesus2.JPG" /></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/ourojesus3.JPG" alt="ourojesus3.JPG" /></p>
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<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/ourojesus6.JPG" alt="ourojesus6.JPG" /></p>
<p><strong>Faszinierende Generalprobe &#8211; fesselnde, berührende Aufführung.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/ourojesus7.JPG" alt="ourojesus7.JPG" /></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/ourojesus8.JPG" alt="ourojesus8.JPG" /></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/04/ourojesus9.JPG" alt="ourojesus9.JPG" /></p>
<p><strong>Pastoral da Juventude da Diocese Mariana:</strong></p>
<p><strong>Somos jovens com vontade de mudança. Nosso objetivo é   evangelizar a juventude da Arquidiocese de Mariana com vistas à formação   de lideranças alicerçadas em valores cristãos, éticos, morais e   sociais, comprometidas com a luta em favor da vida. e com a construção   de uma sociedade mais justa e solidária.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Buscamos um mundo repleto de oportunidades  para que o  jovem não seja apenas um mero expectador no mundo, mas sim  agente de  sua própria história e da mudança social. Procuramos promover  a  articulação entre os diversos grupos de jovens, assim como  fortalecer a  comunicação entre os jovens da Arquidiocese de Mariana.  </strong></p>
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		<item>
		<title>Bye-bye Brasil: Ausländer verlassen zunehmend Sao Paulo und Rio de Janeiro, laut offizieller Statistik.  Auswanderungsland Brasilien. Rios Imagekampagnen. Rapper Criolo: &#8220; A situacao do Brasil nao melhorou.&#8220;</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/bye-bye-brasil-auslander-verlassen-sao-paulo-und-rio-de-janeiro-laut-offizieller-statistik-auswanderungsland-brasilien/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/bye-bye-brasil-auslander-verlassen-sao-paulo-und-rio-de-janeiro-laut-offizieller-statistik-auswanderungsland-brasilien/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 21:29:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderungsland Brasilien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/bye-bye-brasil-auslander-verlassen-sao-paulo-und-rio-de-janeiro-laut-offizieller-statistik-auswanderungsland-brasilien/</guid>
		<description><![CDATA[Wie es hieß, ging in Sao Paulo seit 1991 die Zahl der Ausländer von 337400 auf 206600 zurück(minus 63,3 Prozent), in Rio de Janeiro lag der Rückgang sogar bei 79,50 Prozent. Laut Regierungs-und Mainstream-Propaganda handelt es sich indessen gerade bei Rio de Janeiro um eine wunderbare, gerade für Ausländer hochattraktive Stadt.  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/29575-pas-deutsche-leben-in-brasilien-89000-brasilianer-laut-schatzungen-des-brasilianischen-ausenministeriums-in-deutschland-melden-landesmedien/ Auf ganz Brasilien [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie es hieß, ging in Sao Paulo seit 1991 die Zahl der Ausländer von 337400 auf 206600 zurück(minus 63,3 Prozent), in Rio de Janeiro lag der Rückgang sogar bei 79,50 Prozent. Laut Regierungs-und Mainstream-Propaganda handelt es sich indessen gerade bei Rio de Janeiro um eine wunderbare, gerade für Ausländer hochattraktive Stadt.  </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/29575-pas-deutsche-leben-in-brasilien-89000-brasilianer-laut-schatzungen-des-brasilianischen-ausenministeriums-in-deutschland-melden-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/29575-pas-deutsche-leben-in-brasilien-89000-brasilianer-laut-schatzungen-des-brasilianischen-ausenministeriums-in-deutschland-melden-landesmedien/</strong></a></p>
<p><strong>Auf ganz Brasilien berechnet, lag der Rückgang insgesamt bei 40 Prozent.</strong></p>
<p><strong>Rio-Imagekampagnen:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/07/brasiliens-imagekampagnenfavela-mangueira-ist-viel-besser-als-new-york-rios-burgermeister-eduardo-paes-in-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/07/brasiliens-imagekampagnenfavela-mangueira-ist-viel-besser-als-new-york-rios-burgermeister-eduardo-paes-in-landesmedien/</strong></a></p>
<h2>              <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/04/rio-de-janeiro-glucklichste-stadt-der-welt-laut-forbes-weltumfrage-setzt-sidney-auf-2-platz-gefolgt-von-barcelona-und-amsterdam/" rel="bookmark">Rio  de Janeiro glücklichste Stadt der Welt &#8211; laut “Forbes”. Weltumfrage  setzt Sydney auf 2. Platz, gefolgt von Barcelona und Amsterdam. “The  Worlds´s Happiest Cities”.</a></h2>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/11/microondasrio12.jpg" alt="microondasrio12.jpg" /></p>
<p><strong>Ausriß, Rio-Lokalzeitung, Scheiterhaufen-Opfer, 7.11.2012.   </strong><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/16/koln-schliest-stadtepartnerschaft-mit-rio-de-janeiro-oberburgermeister-jurgen-roters-reiste-zum-zuckerhut/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/16/koln-schliest-stadtepartnerschaft-mit-rio-de-janeiro-oberburgermeister-jurgen-roters-reiste-zum-zuckerhut/</a></p>
<p><strong>“Brasilien wird mit gutem Humor,  gutem Leben sowie  mit Karneval  assoziiert”, schreibt Forbes. Der Karneval sei dabei sehr  wichtig &#8211; es sei jenes klassische Bild,  das die Leute von Rio hätten,  ein Image der Glückseligkeit, heißt es weiter. Rio sei ein Ort, wo  jedermann gerne hinmöchte. Rios Bürgermeister Eduardo Paes sagte  dazu:”Die Welt entdeckt, was wir längst wissen: Rio ist der beste Platz  zum Leben und Arbeiten.”</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/11/polizeiato8.jpg" alt="polizeiato8.jpg" /></p>
<p><strong>“Während die Regierenden untätig bleiben, mordet PCC weiter Polizeibeamte” &#8211; Spruchband. (PCC &#8211; Brasiliens führende, mächtigste Verbrecherorganisation)</strong></p>
<p><strong>“PCC tötet Polizeibeamte rasch &#8211; die Regierung nach und nach.”</strong></p>
<p><strong>Ökumenische Gedenkveranstaltung für bei Attentaten getötete Polizeibeamte Sao Paulos: </strong><a href="http://http//www.hart-brasilientexte.de/2012/11/15/brasilien-eine-schwache-regierung-in-geheimem-einverstandnis-mit-dem-organisierten-verbrechen-okumenische-protestveranstaltung-zum-gedenken-an-die-rund-100-bisher-in-sao-paulo-bei-attentaten-d/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/15/brasilien-eine-schwache-regierung-in-geheimem-einverstandnis-mit-dem-organisierten-verbrechen-okumenische-protestveranstaltung-zum-gedenken-an-die-rund-100-bisher-in-sao-paulo-bei-attentaten-d/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/12/rio-de-janeiros-burgermeister-beklagt-das-bewohner-die-stadt-zu-sehr-verdrecken-porcas-porcaria-sujeira/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/12/rio-de-janeiros-burgermeister-beklagt-das-bewohner-die-stadt-zu-sehr-verdrecken-porcas-porcaria-sujeira/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/24/schweine-rio-de-janeiros-burgermeister-eduardo-paes-uber-die-strand-verdrecker-stadt-mentalitat-paes-reclama-que-morador-do-rio-suja-demais-a-cidadeo-globo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/24/schweine-rio-de-janeiros-burgermeister-eduardo-paes-uber-die-strand-verdrecker-stadt-mentalitat-paes-reclama-que-morador-do-rio-suja-demais-a-cidadeo-globo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/04/rio-las-dich-umarmen-gilberto-gil/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/04/rio-las-dich-umarmen-gilberto-gil/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/thyssenkrupp-in-rio-de-janeirokarriere-killer-milliardengrab-handelsblatt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/thyssenkrupp-in-rio-de-janeirokarriere-killer-milliardengrab-handelsblatt/</strong></a></p>
<h2>Brasiliens Mordrate: Über 35000 erschossen  2010 laut vorläufigen offiziellen Angaben. 814 Morde 2010 in  Deutschland, laut Bundeskriminalamt. Todesschwadronen, Folter, deutscher  Gefangenenpastor Wolfgang Lauer. ThyssenKrupp in Rio de Janeiro. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11861" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><span id="more-11888"></span><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/pastor-wolfgang-lauer/" rel="tag"> </a></p>
<p><strong> Kardinal Raymundo Damasceno Assis, Präsident der  brasilianischen Bischofskonferenz CNBB, zitierte zu Weihnachten 2011  offizielle Angaben, denen zufolge die die Gesamtzahl der Morde 2010 bei  fast 50000 gelegen habe. Assis wies auf die vielfältigen Ursachen und  kritisierte entsprechende Versäumnisse der Regierungspolitik:”Pazé dom e  obra a ser construida.”</strong></p>
<p><strong>Laut Landesmedien hat die Gewaltzunahme in Brasilien in den  letzten 30 Jahren zu rund 1,1 Millionen  Toten geführt.  Dies sei weit  mehr als im 53 Jahre währenden Streit zwischen Israel und den  Palästinensern, mit rund 125000 getöteten Zivilisten &#8211;  im  24 Jahre  währenden Guatemala-Bürgerkrieg mit etwa 400000 Toten &#8211; in neun Jahren  Irakkrieg mit etwa 110000 Toten. in 67 brasilianischen Städten liege die  Mordrate über Irakkrieg-Niveau, hieß es.  </strong></p>
<p><strong>Gemäß den brasilianischen Expertenanalysen dürfte die  “Barbarei” weiter zunehmen, falls die Regierung nicht effizient  eingreife. Das Land erleide zumindest seit dem Beginn der 80er Jahre  eine ernste Krise der öffentlichen Sicherheit. </strong></p>
<p><strong>Angesichts der Gewaltresultate erhält die brasilianische  Regierung aus Europa sehr viel Lob für ihren Kurs. Brasiliens  Schriftsteller Joao Ubaldo Ribeiro schrieb 2011 in Bezug auf die  Gewaltsituation in einer seiner Pressekolumnen, daß er über  Verbrechens-Auswüchse, aber auch absurde Fälle von Straflosigkeit seinen  ausländischen Freunden nichts erzähle, weil sie derartiges nicht  glaubten.  </strong></p>
<p><strong>Der von Deutschstämmigen geprägte südbrasilianische Teilstaat  Santa Catarina hat gemäß den Medienangaben die geringste Mordrate im  Land</strong>. <strong>DieStadt Simoes Filho in dem von einem Gouverneur  aus Lulas Arbeiterpartei regierten Teilstaat Bahia hat Brasiliens  höchste Mordrate.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/25/92-prozent-der-morde-in-rio-de-janeiro-bleiben-straffrei-laut-neuer-studie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/25/92-prozent-der-morde-in-rio-de-janeiro-bleiben-straffrei-laut-neuer-studie/</strong></a></p>
<p><strong>Brasilien hat rund 190 Millionen Bewohner.  </strong><strong>Im Jahr 2010 gab es in Deutschland, mit rund 82 Millionen Bewohnern,  814 Mordopfer, laut Bundeskriminalamt.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/03/brasiliens-nutzlose-offizielle-statistiken-landesmedien-kritisieren-geheimhaltung-von-verbrechensdaten-fehlen-vertrauenswurdiger-informationen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/03/brasiliens-nutzlose-offizielle-statistiken-landesmedien-kritisieren-geheimhaltung-von-verbrechensdaten-fehlen-vertrauenswurdiger-informationen/</strong></a></p>
<p><strong>In Brasilien wird ein beträchtlicher Teil der Morde mit Messern verübt &#8211; a</strong><strong>ngesichts der Gewaltsituation ist das Medieninteresse entsprechend groß &#8211; Fotoserie:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</strong></a></p>
<p><strong>2010 war das Jahr des Präsidentschaftswahlkampfes von Dilma  Rousseff &#8211; die Gewaltproblematik spielte indessen nur eine sehr  untergeordnete Rolle &#8211; wie in vorangegangenen Wahlkämpfen.</strong></p>
<p><strong>Folter:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/brasiliens-ungesuhntes-carandiru-massaker-von-1992-angeklagter-polizeioffizier-wird-chef-der-gefurchteten-polizei-sondereinheit-rota/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/brasiliens-ungesuhntes-carandiru-massaker-von-1992-angeklagter-polizeioffizier-wird-chef-der-gefurchteten-polizei-sondereinheit-rota/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/09/zeitungsfotomatancatrio.jpg" alt="zeitungsfotomatancatrio.jpg" /></p>
<p>Zeitungsausriß.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/14/steinigen-im-iran-unter-ahmadinedschad-und-in-brasilien-unter-lula-lula-konnte-sich-uber-die-tatsache-beunruhigen-das-brasilien-zu-den-landern-gehort-in-denen-am-meisten-gelyncht-wird-jose/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/14/steinigen-im-iran-unter-ahmadinedschad-und-in-brasilien-unter-lula-lula-konnte-sich-uber-die-tatsache-beunruhigen-das-brasilien-zu-den-landern-gehort-in-denen-am-meisten-gelyncht-wird-jose/</strong></a></p>
<p><strong>Angesichts dieser Situation ist das Lob aus neoliberalen Staaten wie Deutschland entsprechend stark.</strong></p>
<h2>”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es        selbst.” Deutschsprachige Tourismuspropaganda. Was in        Kommerz-Reiseführern fehlt…</h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/07/eu-lateinamerika-karibik-stiftung-startet-in-hamburg/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/07/eu-lateinamerika-karibik-stiftung-startet-in-hamburg/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/20/feel-brazil-go-bayao-deutsche-getrankefirma-veltins-wirbt-mit-brasilianischem-lebensstil-trotz-der-menschenrechts-und-sozialdaten-brasiliens/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/20/feel-brazil-go-bayao-deutsche-getrankefirma-veltins-wirbt-mit-brasilianischem-lebensstil-trotz-der-menschenrechts-und-sozialdaten-brasiliens/</strong></a></p>
<p><strong>ThyssenKrupp in Rio de Janeiro: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/12/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-rede-von-ekkehard-schulz-inzwischen-auch-aus-dem-aufsichtsrat-befordert-bei-der-einweihung-des-stahlwerks-im-mangrovensumpf/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/12/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-rede-von-ekkehard-schulz-inzwischen-auch-aus-dem-aufsichtsrat-befordert-bei-der-einweihung-des-stahlwerks-im-mangrovensumpf/</strong></a></p>
<p><strong>Gefangenenseelsorge, Pastor Wolfgang Lauer:</strong> <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/04/brasilien-drei-finnen-zwei-frauen-ein-mann-im-nordostteilstaat-paraiba-erschossen/#more-11743"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/04/brasilien-drei-finnen-zwei-frauen-ein-mann-im-nordostteilstaat-paraiba-erschossen/#more-11743</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boom-und-die-slumhutten/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boom-und-die-slumhutten/</strong></a></p>
<h2>Jesus Christus in Mariana, Minas Gerais(Brasilien). <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=9507" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/marianachristus3.JPG" alt="marianachristus3.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/26/osterprozession-2011-in-ouro-preto-gesichter-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/26/osterprozession-2011-in-ouro-preto-gesichter-brasiliens/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/marianachristus5.JPG" alt="marianachristus5.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/31/ostern-christus-in-mariana-ouro-preto/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/31/ostern-christus-in-mariana-ouro-preto/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/marianachristus7.JPG" alt="marianachristus7.JPG" /></p>
<p><strong>Bischof Cristiano Krapf, Jequie, Bahia:</strong></p>
<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=587" title="Permanent Link to Dia da Cidade">Dia da Cidade</a></p>
<p>outubro 26th, 2011</p>
<p>Mais Perguntas e Palpites do MC que vive no presente e pensa no futuro</p>
<p>Economia e política, dinheiro e juros, para muitos nada têm a ver com  religião. Para o MC, tais assuntos não são coisas alheias à fé, nem  fora dos mandamentos de Deus.</p>
<p>No livro do êxodo temos uma proibição que parece sem sentido para o  mundo atual dominado pelo dinheiro do capitalismo.  Até na China.</p>
<p>O texto fala da proibição de juros como ensinamento de Deus. Se  emprestares dinheiro a alguém do meu povo que precisa, não sejas  usurário que cobra juros. Ezequiel diz coisa parecida: O homem justo não  empresta com usura, não cobra juros.</p>
<p>Alguém dirá que tais textos são coisa do Antigo Testamento,  proibições que foram abolidas pelo Evangelho de Jesus que nem tomava  posição na querela sobre os impostos que o povo judeu devia pagar ao  império de Roma.</p>
<p>No entanto, a Igreja também proibia juros durante 15 séculos, e os  primeiros protestantes também, por mais tempo nas igrejas reformadas de  Calvino. Com isso, o negócio dos juros e dos bancos ficou para judeus,  que só não cobravam juros dos seus irmãos. Ficavam ricos e despertavam a  inveja dos outros, até o extremo do nazismo que perseguia os judeus  para ficar com o dinheiro deles.</p>
<p>Jesus deixou claro outro princípio: Não podeis servir a dois  senhores, a Deus e ao dinheiro. É preciso escolher, colocar o Senhor em  primeiro lugar, e amar aos outros mais que ao dinheiro. Acontece que o  mundo mudou, e o capitalismo chegou.</p>
<p>O dinheiro vai ocupando cada vez mais o centro dos interesses da  sociedade e das pessoas, da política e até da religião, se não tivermos  cuidado.</p>
<p>Do capitalismo temos o pior no Brasil: Dinheiro dá poder. O poder dá  dinheiro.  O dinheiro produz dinheiro para quem tem dinheiro, por meio  dos juros mais altos do mundo, em vez de produzir serviços melhores para  todos e criar mais empregos por meio de investimentos produtivos.</p>
<p>Juros exagerados paralisam o desenvolvimento do país e fazem crescer a  dívida pública interna. Até Governos “da esquerda” continuam colocando  em primeiro lugar os interesses do capital financeiro.</p>
<p>A combinação dos maiores juros do mundo com a valorização do Real fez  do Brasil o lugar mais atraente para o capital financeiro mundial. Em  poucos anos, investidores estrangeiros tiveram lucros acima de cem por  cento para seus dólares. Adivinhe quem os pagou. Alguém sabe qual é o  tamanho do pedaço do Brasil alienado aos estrangeiros no tempo do Real?  (terras, escolas, hotéis, empresas, bancos, ações)</p>
<p>Teorias econômicas seguem os ventos dos acontecimentos que pretendem  explicar. A mais complicada dessas teorias apareceu agora, com o nome de  SAMBA. Ganhou até um prêmio Nobel. Parece mesmo um samba de doido,  feita para não ser entendida por ninguém que não seja do ramo. Muitos  economistas, porém, continuam adeptos de teorias variadas. Por isso, o  MC prefere fazer a sua também.</p>
<p>A realidade não é tão complicada como eles dizem. Não é tão difícil  entender que juros favorecem a quem os recebe, e prejudicam a quem deve  pagar. Quanto aos juros sobre a dívida pública interna, quem paga é o  Governo que deixa de investir em infraestrutura e serviços públicos, e  transfere aos ricos vinte bilhões por mês. Pelo programa Bolsa Família  transfere aos pobres vinte bilhões por ano.</p>
<p>Os donos do capital recebem muito mais ainda em juros sobre compras  fiadas e empréstimos, coisas que a propaganda do dinheiro recomenda ao  povo fazer.</p>
<p>Para o MC, observador atento da economia brasileira, já ultrapassada  até pela China “comunista”, o Banco Central deve dar continuidade à  redução dos juros iniciada em Agosto. Espera que não se deixe intimidar  por argumentos contrários fabricados por economistas a serviço do  capital financeiro com o pretexto de combater a inflação. Numa  democracia, o comando da política econômica deve ser do Governo, e não  de economistas de bancos que são parte interessada nos juros.</p>
<p>A necessidade de controlar a inflação serve de pretexto para manter  os juros nas alturas. Se a inflação é causada pelo desequilíbrio entre  procura e oferta, existem dois caminhos para segurar a inflação: o  caminho do freio que passa pela diminuição do consumo, e o caminho do  desenvolvimento que passa pelo aumento da produção.</p>
<p>O freio é mais eficiente no começo, mas atrapalha o crescimento e faz  a inflação voltar depois com força maior. O caminho de aceleração do  crescimento é menos eficiente num primeiro momento, mas conduz a um  desenvolvimento maior, com a inflação recuando depois.</p>
<p>Oferecendo dinheiro e outros favores, o Governo contribui para  melhorar um pouco a situação dos mais pobres.       De quebra, ganha  milhões de votos e faz a inflação subir, fazendo aumentar o consumo sem  aumentar a produção.   Dar dinheiro a quem não trabalha é tirar dinheiro  de quem trabalha. È urgente passar a substituir medidas paternalistas  de esmolas por medidas que criem empregos produtivos e ofereçam aos  pobres a possibilidade de melhorar de vida com seu próprio esforço.</p>
<p>Nossos economistas apresentam a inflação como bicho papão que procura  devorar os recursos dos pobres. Na realidade, o prejuízo maior da  desvalorização do dinheiro é dos donos do dinheiro. Para garantir seus  lucros procuram manter os juros sempre distantes da inflação. Até agora  conseguiram juros reais acima de 6% ao mês, ainda os maiores do mundo.</p>
<p>Os donos do dinheiro tiveram prejuízo com a desvalorização do real.  Por isso querem segurar o valor ainda irreal do Real com o velho  pretexto de segurar a inflação, mesmo sabendo que a desvalorização do  Real fortalece a economia brasileira. O dólar mais caro faz subir alguns  preços, especialmente de produtos importados e viagens ao exterior, mas  é muito melhor que medidas protecionistas contra importações.</p>
<p>Para o MC, a inflação não é o pior inimigo da economia do povo. O  primeiro passo elementar para penetrar nos segredos da ciência econômica  é entender que o dinheiro é mercadoria sujeita às mesmas leis de  mercado de outras mercadorias.</p>
<p>A depender do ponto de vista, a inflação pode ser vista como  diminuição do valor do Real em relação às outras mercadorias e outras  moedas, ou como valorização das outras mercadorias em relação ao Real.  Toda inflação tem aspectos positivos.</p>
<p>Num primeiro momento, o aumento de preço de qualquer produto faz  subir a inflação geral. Mas o aumento de preços de certas coisas é bom  para o país. Um dólar mais caro “prejudica” apenas os mais ricos e os  faz exportar menos dinheiro com importações de artigos de luxo e viagens  ao exterior.</p>
<p>O preço maior de alguns produtos exportados (minérios, óleo de soja,  açúcar, café, etc.) não pesa muito no bolso do povo e é importante para a  economia do país. Preços altos de outros produtos pesam mais, mas podem  tornar-se muito importantes para a preservação da natureza e dos  recursos naturais: Combustíveis e carros, energia elétrica e artigos  desnecessários para uma vida digna. Mesmo sem levar em conta que os  recursos naturais estão a caminho do esgotamento, tente imaginar como  será a vida nas cidades, se a produção de carros crescer por muito  tempo no mesmo ritmo que cresce agora.</p>
<p>A China sozinha, se continuasse a crescer no ritmo atual nas próximas  décadas, iria consumir mais recursos naturais que a humanidade inteira  hoje. Não será possível. Os outros querem crescer também, no mesmo  planeta.</p>
<p>No século passado, a esquerda insistia na necessidade de repartir o  bolo, e a direita dizia que o bolo precisava primeiro crescer. Então  ainda se podia dizer que a gastança dos ricos favorecia os pobres com  mais empregos. Agora, todos precisam perceber que o crescimento tem  limites. Mais, todos precisam aprender a viver de acordo com essa  realidade. Num planeta de recursos limitados, o padrão de vida dos mais  pobres só pode melhorar na medida da diminuição do luxo dos mais ricos.</p>
<p>Está chegando a hora de levar a sério os problema do aquecimento  global e dos limites dos recursos naturais, com a necessidade de todos  adotarem um estilo de vida mais modesto. O preço maior de coisas  desnecessárias pode conseguir mudanças de atitude que bons conselhos não  conseguem. Alternativas possíveis: Uma terceira e  última guerra  mundial, ou desastres naturais de proporções globais.</p>
<p>A meta de um crescimento sem limites já não é questionado apenas por  economistas preocupados com a inflação.        A nova meta è um  crescimento sustentável.</p>
<p>O MC dá palpites como cidadão atento aos acontecimentos e aos  argumentos. Está preocupado com a situação no Brasil e no mundo, na  política e na Igreja.</p>
<p>Os problemas não se resolvem com gritarias contra capitalismos e  contra neoliberalismos, contra agronegócios e contra projetos do  Governo. Para onde vai levar certa radicalização no campo apoiada por  setores da Igreja, coisa parecida com o tempo das ligas camponesas antes  da revolução dos militares?</p>
<p>Revoluções derrubam governos e aceleram mudanças, mas às vezes para  pior. Atrasam a construção democrática de um país melhor num mundo  melhor. Só com cidadãos melhores teremos melhoras maiores.</p>
<p>Na Igreja, muitos clamam por mais democracia. Na realidade, as  democracias, inspiradas em idéias de filósofos gregos, surgiram por  influência do cristianismo, nos países com maioria de cristãos, a partir  dos ideais do evangelho de fraternidade.</p>
<p>Mesmo assim, a Igreja não pode ser uma democracia onde tudo é  resolvido pelo voto da maioria. Dioceses e paróquias também não podem  ser inteiramente democráticas. A igreja tem muita coisa boa a conservar e  precisa continuar para sempre a missão que recebeu de Jesus.</p>
<p>No município estamos caminhando para dias agitados de um ano de  eleições. Vereadores e candidatos querem aumentar as possibilidades de  serem eleitos com o aumento do número de vereadores. Para o MC, que não  quer ser cabo eleitoral de ninguém, o importante não é a quantidade, mas  a qualidade: Que todos que forem eleitos se ponham a serviço da  construção de uma comunidade melhor para todos.</p>
<p>A política é a nobre arte de cuidar do bem comum, de colocar os  interesses da comunidade acima de vantagens pessoais. O mandamento do  amor ao próximo serve para todos, crentes e descrentes. O outro  mandamento-chave,   de amar a Deus acima de tudo, talvez não diga nada  para ateus. Mesmo assim, será que existe alguém que não consegue ver que  o mundo seria bem melhor se todos procurassem seguir os ensinamentos de  Jesus?</p>
<p>Por que será que candidatos católicos atuantes não têm apoio político  maior dos companheiros na caminhada da fé que os conhecem? Será que é  por isso mesmo, por conhecer também suas limitações e seus defeitos?  Preferem candidatos que só conhecem pela propaganda eleitoreira das suas  qualidades e das suas promessas?    Um bom católico deve ser um bom  cidadão, um bom político.</p>
<p>Não pergunte o que a cidade pode fazer por você! Procure descobrir e  fazer o que você pode fazer pela cidade! (Lembrando um apelo de John  Kennedy</p>
<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=350" title="Permanent Link to Um caso de multiplicação de dinheiro">Um caso de multiplicação de dinheiro</a></p>
<p>março 20th, 2010</p>
<p>Um brasileiro ganha cinco milhões de salários mínimos</p>
<p>Não acredita? Pode conferir. Temos um novo recordista mundial. Nunca  neste mundo alguém ganhou tanto dinheiro em tão pouco tempo. Em nenhum  lugar os bancos estão lucrando tanto como no Brasil.</p>
<p>Segundo a revista Forbes deste mês, um brasileiro está em oitavo  lugar na lista dos homens mais ricos do mundo. Ganhou 19,5 bilhões de  dólares em doze meses, aumentando seu dinheiro de 7,5 para 27 bilhões.   Acho que vai ficar no quarto lugar no ano que vem. Teve um lucro de 1625  milhões de dólares por mês.</p>
<p>São quase 3 bilhões de reais por mês, mais que 5 milhões de salários  mínimos. O programa fome zero recebe metade disso para 10 milhões de  famílias. Convido o leitor interessado em números a comparar o lucro  desse homem com os investimentos públicos nos diversos setores da  economia.</p>
<p>Acredito que Eike Batista seja um cidadão honesto, nem corrupto nem  ladrão comum. Um brasileiro que investe no país. Sabe tirar proveito de  leis e políticas econômicas que priorizam o lucro dos donos do dinheiro.  Políticos e economistas com o poder e as chaves do cofre na mão prendem  o dinheiro. Não querem deixar muito dinheiro em circulação, para poder  alugá-lo com o máximo de juros que a sociedade possa tolerar e aguentar.  Uma sociedade amedrontada por eles com o espantalho da inflação.</p>
<p>Agora mesmo o Governo quer cortar mais 21 bi de um orçamento já  apertado, para garantir os juros que continua pagando aos ricos do país e  de fora pela dívida pública interna.</p>
<p>Será que um crescimento de 8% com inflação de 6% não vale mais que um  crescimento de 4% com inflação de 4%? Por que não pisar no acelerador  de metas de crescimento, em vez de pisar no freio de metas de inflação?  Por que não apoiar mais o valor real da produção, e menos o valor irreal  do Real?</p>
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<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=340" title="Permanent Link to A prioridade do capital">A prioridade do capital</a></p>
<p>março 8th, 2010</p>
<p>Uma política econômica do poder do dinheiro para o dinheiro</p>
<p>Num mundo cada vez mais governado pelo dinheiro e orientado para o  lucro, a Campanha da Fraternidade traz ao presente a advertência feito  por Jesus quando o dinheiro ainda não era o ídolo maior: Não podeis  servir a Deus e ao dinheiro.</p>
<p>Tal afirmação pode provocar reações superficiais de rejeição ou levar  a um questionamento: Para que é que vivemos? O que é que queremos na  vida? Neste mundo de confusão de valores existe um valor que ninguém  questiona: O dinheiro.</p>
<p>Quanto a Deus, muitos duvidam até da sua existência e não têm certeza  que é aquele que existe por si mesmo, que não é feito por outro, que  criou o mundo e o homem com a missão de cuidar da terra como colaborador  de Deus.</p>
<p>Tal verdade parecia conquista definitiva da filosofia dos gregos e da  revelação da Bíblia, mas agora prevalecem as teorias do ateísmo, as  práticas do materialismo, as dúvidas do agnosticismo e do relativismo  que negam a possibilidade de certezas e perguntam com Pilatos: O que é a  verdade?</p>
<p>O Depósito Compulsório dos Economistas que têm medo do Crescimento</p>
<p>Não sou economista, mas não tenho medo de questionar os argumentos  apresentados por doutores em economia. O mais arrogante deles costuma  chamar de ignorantes a todos que não concordam com suas teorias  fabricadas para defender os interesses do capital financeiro que é o  patrão dos economistas.</p>
<p>Depois de aliviar um pouco o freio do compulsório diante da crise  econômica mundial, o Banco Central já está aumentando de novo esse  confisco de dinheiro.  Por que será que os bancos não reclamam? Para que  deixar mais 71 bilhões parados? Para que aumentar de novo o aperto  monetário? Para que procurar dinheiro no exterior, com juros pesados a  pagar no futuro, ou com crescente desnacionalização do Brasil, em vez de  investir os 500 bilhões que o BC sequestra e deixa mofando sem  produzir? Economistas dizem que falta poupança interna para investir,  mas deixam quase metade dessa poupança presa nos cofres do BC.</p>
<p>Vejo certa confusão entre causas e objetivos, entre razões alegadas e  motivos reais.  O que os donos do dinheiro querem mesmo é que sua  mercadoria esteja escassa para que possam cobrar um aluguel elevado, os  juros mais altos do mundo.</p>
<p>Alegam os donos da política econômica que precisam “enxugar o  mercado” para controlar o bicho papão da inflação. Economistas do atraso  querem segurar o consumo, em vez de incentivar a produção.  Investimentos na produção precisam de juros baixos, mas o capital  financeiro quer o lucro maior dos juros maiores.</p>
<p>Será que algum economista não sabe que o dinheiro é sujeito à lei de  procura e oferta, como outra mercadoria qualquer? Não é por isso mesmo  que adotam medidas que aumentam o custo dos investimentos, o preço do  aluguel do dinheiro, para cobrar os juros e receber o lucro que querem?  Temos o pior do capitalismo, aquele que faz o dinheiro produzir dinheiro  para quem já tem,  em vez de fazê-lo produzir desenvolvimento para  todos com investimentos a juros viáveis.</p>
<p>Alegando que os juros precisam ser altos para limitar o crescimento e  proteger o povo contra o espantalho da inflação, o Copom já quer  aumentar seus juros de novo. Na realidade, o interesse maior do capital  está no juro real, na distância entre inflação e juro nominal. Gostam do  Real forte que ajuda a preservar o preço do seu dinheiro e pode ajudar a  segurar a inflação atual, mas é caminho seguro para novos apertos no  setor produtivo e novos problemas nas contas do país.</p>
<p>Jornais de hoje trazem duas páginas inteiras de propaganda do Banco  do Brasil. Com tanto dinheiro dos bancos, a imprensa vai ter interesse  em publicar artigos que possam questionar a política econômica que  favorece os bancos e outros donos do dinheiro? Num ano de crise  financeira, o BB teve um lucro acima de dez bilhões, e o Itaú e o  Bradesco também.</p>
<p>Diz a propaganda que o BB é o único banco que tem a maior parte do  seu lucro investido no país. Para onde vai? A outra parte, e o lucro de  outros bancos “estatais”, para onde vai? Apesar do lucro fabuloso, o BB  ainda quer aumentar o seu capital em 8 a 10 bilhões com a venda de novas  ações. Qual será a parte que vai para estrangeiros? Temos uma  desnacionalização progressiva da indústria, dos bancos, do agronegócio e  de propriedades rurais, do comércio e de outros serviços. Não sei qual é  a participação dos estrangeiros em  outras Estatais, mas na “nossa”  Petrobrás já está acima de 30%.</p>
<p>Um banco público dever ser para o povo, mas para certos economistas a  prioridade do Banco do Brasil deve ser outra: garantir o lucro dos  acionistas. Empresas devem aprender a arte difícil de servir a dois  senhores, ao povo e aos donos, mas o Governo e as Estatais precisam  estar a serviço do bem comum.</p>
<p>O Governo Lula tinha necessidade de um freio de arrumação, para  superar uma desvalorização exagerada do Real.  Mas foi eleito para  mudar,  e já podia ter mudado as prioridades. Ajudou a melhorar a vida  de milhões de pobres pelo bolsa família, mas entrega dez vezes mais aos  ricos, em juros sobre a dívida pública interna, uns 150 bilhões por ano,  muito mais do que investe em educação, infraestrutura e saúde.  Está na  hora de mudar.</p>
<p>A Campanha da Fraternidade quer provocar reflexões sobre os problemas  da economia e da ecologia, na esperança de contribuir para que o  dinheiro seja para o homem, e não o homem para o dinheiro. A humanidade  inteira precisa enfrentar o esgotamento iminente dos recursos naturais.  Países e pessoas devem aprender a superar a mentalidade egoísta que diz:  Farinha pouca, meu pirão primeiro.</p>
<p>As palavras economia e ecologia têm a mesma raiz: Conhecimento da  casa e administração da casa. Devemos unir as forças para enfrentar os  desafios do presente e preservar nossa casa comum para o futuro.  Desenvolvimento sim, desperdício não.  Está na hora de praticar um novo  tipo de jejum, o jejum ecológico de um estilo de vida mais modesto que  todos possam viver.</p>
<p>Jequié, 26 / 02 / 10       + Cristiano Krapf</p>
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<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=279" title="Permanent Link to O Para?so do Capitalismo">O Paraíso do Capitalismo</a></p>
<p>outubro 18th, 2009</p>
<p>O Paraíso doCapital Financeiro</p>
<p>O estrangeiro que investiu um milhãode dólares na Bovespa nos  primeiros anos do Governo Lula tinha seu capital emdólares dobrado em  menos de três anos,  se teve a esperteza de retirar seu dinheiroantes de  Setembro de 2008. Quem foi que pagou a conta? O povo brasileiro.</p>
<p>Esse lucro fabuloso do capitalfinanceiro internacional aconteceu  durante o governo do PT que tinha um discursoanticapitalista e  nacionalista, quando ainda estava na oposição. Bem, o capitalfinanceiro  brasileiro também ganhou a sua parte. Cresceu muito o número  demilionários brasileiros.</p>
<p>É verdade que o especuladorfinanceiro que não teve a esperteza de  retirar o seu dinheiro no início da criseperdeu uma parte dos seus  lucros. No entanto, tudo já foi recuperado, e o lucrodo investidor  estrangeiro na bolsa brasileira cresceu num ritmo ainda maisligeiro.</p>
<p>Quem investiu seus dólares na bolsabrasileira no fim do ano passado,  teve seu capital dobrado em apenas nove meses.Quem colocou um milhão de  dólares, já pode retirar dois milhões. Quem é que vaipagar a conta? O  Brasil voltou a ser o paraíso do capital financeiro.</p>
<p>Enquanto os ricos ficavam maisricos, os pobres ganhavam esmolas do  governo, no melhor estilo do capitalismoruim que gosta de distribuir uns  anéis para não perder os dedos. Para não perderseus privilégios, o  capital oferece pão e circo aos pobres, alimentos edivertimentos. Para  ganhar eleitores, governos fazem o mesmo. Não há dúvida queessa política  contribuiu para aliviar a situação atual de muitos brasileiros.</p>
<p>Foi um quebragalho para o momento.Mas a missão do Governo é outra:  Criar estruturas que ofereçam oportunidade detrabalho a todos para que  possam progredir com seu próprio esforço em vez dedepender de esmolas.</p>
<p>Em artigo escrito no começo domilênio avisei que o capital  internacional viria correndo para o Brasil, logoque tivesse confiança no  nosso futuro. Nenhum outro lugar no mundo ofereciatantos atrativos.  Aconteceu. No meio da crise atual dei o mesmo recado. Estáacontecendo de  novo. Bom para o país? Pode ser. Bom para o capital financeiromundial e  nacional? Com certeza.</p>
<p>A vinda maciça de capital estrangeiropode parecer coisa boa. No  momento pode favorecer o desenvolvimento do Brasil.No entanto, contribui  para aumentar a cotação do Real. O Real forte tambémparece coisa boa.  Ajuda a segurar a inflação. Num prazo mais longo, põe um freiono  crescimento do país. Favorece importações baratas. Asfixia nossa  indústria eagricultura. Dificulta a criação de empregos.</p>
<p>Jequié, 17 de outubro de 2009CristianoKrapf</p>
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<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=130" title="Permanent Link to Filosofando sobre dinheiro">Filosofando sobre dinheiro</a></p>
<p>maio 18th, 2009</p>
<p>Uma tentativa de entender razões escondidas nos porões complicados da política econômica.</p>
<p>Não podeis servir a dois senhores…  a Deus e ao dinheiro. Quando  Jesus falou assim, o dinheiro ainda era uma coisa sem maior importância  na vida. Agora, dois mil anos depois, é o dinheiro que governa o mundo e  domina as preocupações da maioria das pessoas, dos ricos e dos pobres.</p>
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<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=122" title="Permanent Link to Pol?tica econômica ainda favorece o capital financeiro">Política econômica ainda favorece o capital financeiro</a></p>
<p>abril 26th, 2009</p>
<p>Bancos no Brasil prosperam em plena crise mundial</p>
<p>Para não terem seu lucro reduzido, querem agora reduzir os juros da caderneta de poupança.</p>
<p>Os Bancos que operam no Brasil e outros donos do capital financeiro,  nacionais e estrangeiros, conseguiram em poucos anos multiplicar seu  dinheiro em dólares, até julho de 2008, pelos juros mais altos do mundo e  pela valorização exagerada do Real.</p>
<p>A crise atual os fez perder uma parte desse lucro, pela  desvalorização do Real e das ações. Agora, em plena crise mundial, os  bancos lá fora continuam perdendo, mas os “nossos” bancos estão lucrando  novos bilhões. Como ninguém pode ganhar sem que tenha alguém pagando,  seria importante descobrir quem é o pagador. <a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=122#more-122">Read the rest of this entry »</a></p>
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<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=87" title="Permanent Link to Parasitas do Capitalismo">Parasitas do Capitalismo</a></p>
<p>março 14th, 2009</p>
<p>Diante de notícias sobre intenções do Governo de querer resolver com  novos remendos possíveis dificuldades futuras e reduzir ainda mais os  juros da popança que já são inferiores à metade dos juros do Copom,  resolvi colocar uns remendos no meu artigo sobre nosso capitalismo ruim  que coloquei na noite passada. Vai aqui o texto atualizado :</p>
<p>Nosso  Capitalismo Parasita</p>
<p>O capitalismo ruim faz o dinheiro produzir dinheiro para quem já tem.</p>
<p>Faz 15 anos que tento alertar sobre os estragos causados pelos juros  da política econômica favorável ao capital financeiro. O Governo  continua pisando no freio do aperto monetário, com o pretexto de  proteger o país contra o fantasma da inflação.</p>
<p>Não se pode esperar do banqueiro que deixe de privilegiar o capital.  Com a redução dos juros básicos de 12,75% para 11,25 %, o Estado  economiza um bilhão por mês, mas ainda entrega uns dez bilhões mensais  aos ricos, dez vezes mais que o dinheiro dado aos pobres pelo Bolsa  Família. Mais que o dinheiro aplicado no PAC e na educação.</p>
<p>Agora, assustado pelo espectro da recessão e pressionado pelos que  pagam o preço da agiotagem oficializada, o poderoso Meirelles finalmente  reduziu os juros um pouco. Mais um remendo pequeno demais para o  tamanho do buraco. <a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=87#more-87">Read the rest of this entry »</a></p>
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<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=34" title="Permanent Link to O relativismo dos Números na Economia">O relativismo dos Números na Economia</a></p>
<p>fevereiro 16th, 2009</p>
<p>Palpites de um filósofo metido a economista</p>
<p>Números divergentes sobre inflação, desemprego e crescimento do  passado, do presente e do futuro, e divergências sobre o tamanho dos  juros mais adequados que o Governo devia adotar, me levaram a refletir  sobre os medidores da economia.</p>
<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=34#more-34">Read the rest of this entry »</a></p>
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<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=25" title="Permanent Link to Economistas a serviço dos interesses do Capital Financeiro">Economistas a serviço dos interesses do Capital Financeiro</a></p>
<p>fevereiro 6th, 2009</p>
<p>CEGOS ATIRANDO</p>
<p>Na crise econômica mundial podemos ver economistas e políticos  atirando a esmo como cegos em tiroteio. Doutores em economia que foram  incapazes de adivinhar a chegada da crise atual agora pretendem conhecer  as causas e indicar os remédios. <a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=25#more-25">Read the rest of this entry »</a></p>
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<p><a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=11" title="Permanent Link to Juros sobre juros">Juros sobre juros</a></p>
<p>fevereiro 4th, 2009</p>
<p>JUROS SOBRE JUROS</p>
<p>Observações de um Questionador e Perguntas de um Observador</p>
<p>No nosso capitalismo acontecem coisas estranhas. Um grande devedor  faz questão de pagar juros de agiota sobre suas dívidas. Parece coisa de  Português, mas é coisa de Brasileiro. Com juros sobre juros, a nossa  dívida pública interna se multiplicou por dez em doze anos, em reais. Em  dólares, “apenas” triplicou. Teria crescido ainda mais, se parte dos  juros não fosse pago através do superávit primário conseguido em  detrimento do crescimento do país. <a href="http://www.domcristiano.com.br/home/?p=11#more-11">Read the rest of this entry »</a></p>
<h2>“Die Image-Fabrikation.” Lula-Regierung gibt für Propaganda weit mehr aus als für Sanierung, die Arme begünstigt. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=5180" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/auslandspropaganda/" rel="tag">Auslandspropaganda</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/lula-regierung/" rel="tag">Lula-Regierung</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/menschenrechte/" rel="tag">Menschenrechte</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/propaganda/" rel="tag">Propaganda</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/ra%c2%bcstung/" rel="tag">RÃ¼stung</a></p>
<p><strong>Die Lula-Regierung hat in den ersten drei Monaten  von 2010  laut einer Analyse von Rolf Kuntz(O Estado de Sao Paulo)  umgerechnet  rund 90 Millionen Euro für Propaganda ausgegeben, indessen   beispielsweise nur etwa 30 Millionen Euro für “Saneamento”, also   Wasserversorgung sowie Abfall-und Abwasserbeseitigung, Seuchenbekämpfung   und Straßenreinigung, zugunsten von Gesundheit und Umweltschutz &#8211;  alles  Bereiche, die vor allem in den Slums sehr im Argen liegen, obwohl  Staat  und Regierung per Gesetz und Verfassung sehr genau definierte  Aufgaben  und Pflichten haben. Laut Kuntz erhöhte die Lula-Regierung  damit ihre  Propaganda-Ausgaben gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum  um 81,6  Prozent. Wie die Qualitätszeitung weiter berichtet, erhöhte  die  Lula-Regierung in nur sechs Jahren die Propagandaausgaben um 48  Prozent.  2003, zum Amtsantritt, hätten 499 Medien Regierungsgelder für   Propaganda-Verbreitung erhalten, 2009 indessen schon 7047 Medien. Viele   brasilianische Politiker besitzen Medien &#8211; und zahlreiche Medien   Brasiliens sind den Angaben zufolge von Regierungspropaganda regelrecht   abhängig, würden andernfalls eingehenÂ &#8211; diese werde daher zum   politischen Instrument. In einem Präsidentschaftswahljahr wie 2010   begünstige die Propaganda BrasiliasÂ zweifellos den   Regierungskandidaten, also Dilma Rousseff.<br />
</strong></p>
<p><strong>Für Propagandazwecke ausgegebene Mittel fehlen indessen dann   auch beispielsweise im Bildungs-oder Gefängnisbereich, bei der   Aidsbekämpfung:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/15/brasilien-erste-potenz-der-halbgebildeten-gustavo-ioschpe-in-veja-zur-bildungssituation-unter-lula/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/15/brasilien-erste-potenz-der-halbgebildeten-gustavo-ioschpe-in-veja-zur-bildungssituation-unter-lula/</a></p>
<p><strong>Todesschwadronen:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/09/todesschwadronen-in-brasilien-menschenrechtspolitik-unter-lula-rousseff-polizisten-kommandieren-ausrottungskommandos-im-ganzen-land-viel-lob-aus-europa-fur-brasilias-kurs/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/09/todesschwadronen-in-brasilien-menschenrechtspolitik-unter-lula-rousseff-polizisten-kommandieren-ausrottungskommandos-im-ganzen-land-viel-lob-aus-europa-fur-brasilias-kurs/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/28/brasiliens-hochgelobte-aids-politik-offentliche-proteste-landesweit-gegen-das-fehlen-von-mindestens-vier-medikamenten-des-aids-cocktails-laut-nationalen-medien-fur-die-infizierten-ist-es-das-tode/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/28/brasiliens-hochgelobte-aids-politik-offentliche-proteste-landesweit-gegen-das-fehlen-von-mindestens-vier-medikamenten-des-aids-cocktails-laut-nationalen-medien-fur-die-infizierten-ist-es-das-tode/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/sklavenarbeit-unter-lula-angeprangert-vom-deutschstammigen-kardinal-odilo-scherer-im-protest-gottesdienst-am-1-mai-in-der-kathedrale-sao-paulo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/sklavenarbeit-unter-lula-angeprangert-vom-deutschstammigen-kardinal-odilo-scherer-im-protest-gottesdienst-am-1-mai-in-der-kathedrale-sao-paulo/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/17/in-den-brasilianischen-gefangnissen-sind-die-opfer-des-politisch-wirtschaftlichen-systems-eingekerkert-anwalt-bruno-alves-de-souza-29-prasident-des-menschenrechtsrates-im-teilstaat-espirito-san/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/17/in-den-brasilianischen-gefangnissen-sind-die-opfer-des-politisch-wirtschaftlichen-systems-eingekerkert-anwalt-bruno-alves-de-souza-29-prasident-des-menschenrechtsrates-im-teilstaat-espirito-san/</a></p>
<p><strong>Hungerbekämpfung und Rüstungsausgaben:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/15/brasilias-u-boot-geschaft-mit-paris-so-teuer-wie-zwei-jahre-anti-hunger-programmbolsa-familia-meldet-o-globo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/15/brasilias-u-boot-geschaft-mit-paris-so-teuer-wie-zwei-jahre-anti-hunger-programmbolsa-familia-meldet-o-globo/</a></p>
<p><strong>In Ländern wie Deutschland erhält die Lula-Regierung wegen dieser Politik sehr viel Lob.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/04/lulacollor.jpg" alt="lulacollor.jpg" /></p>
<p><strong>Lula und der politische Bündnispartner Collor &#8211; Ausstellungsfoto in Sao Paulo.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/28/lula-anfang-mai-zu-wirtschaftskonferenz-nach-munchen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/28/lula-anfang-mai-zu-wirtschaftskonferenz-nach-munchen/</a></p>
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<p>Texte von 2011:</p>
<h1>Panzer und Crack</h1>
<p>Der Militär-und Medien-Zirkus um die „Erstürmung“ und „Eroberung“ der     Rio-Slumregion „Complexo do Alemão“ wäre schon jetzt ein heißes  Thema    auch für Deutschlands Kommunikationswissenschaftler – aber wie  es    aussieht, trauen sie sich nicht. Als „Farce“ hatten brasilianische     Rechtsexperten und Menschenrechtspriester die Slumbesetzung vom  letzten    November verurteilt – und schneller als erwartet ausgerechnet  von der    Gegenseite die Beweise geliefert bekommen. Die  schwerbewaffneten    Banditenkommandos des organisierten Verbrechens  sind rasch    zurückgekehrt, zitieren Brasiliens Landesmedien aus  vertraulichen    Militärberichten. Die Gangster haben, wie es heißt,  wieder    Verkaufspunkte für harte Drogen installiert, der  hochprofitable    Rauschgifthandel geht perfekt neoliberal weiter. Der  Terror gegen    Bewohner des Parallelstaats der Slums ebenfalls – trotz  Militärpräsenz    sind mindestens vier Menschen ermordet worden. Eine  Frau wird zur    Abschreckung totgeschlagen, weil sie an der Plünderung  eines    Banditenhauses teilnahm – TV-Teams auch des Auslands hatten  solche    Volkszorn-Szenen am Start der Militäroperation gern gefilmt.  Doch nun    beklagen sich die Bewohner ausgerechnet über eine  unzureichende Präsenz    von brauchbaren Polizisten – von den Militärs  würden die    herumstreunenden Banditen gar nicht bemerkt. Viele  Soldaten stammen ja    just aus diesen Slums. Zudem seien 42  Militärpolizisten zwar wegen  Raub,   Erpressung und Übergriffen gegen  die Bewohner angezeigt, doch  bisher   nicht bestraft worden.</p>
<p>Die militärische Besetzung ist Modell und Beispiel für das ganze     Land, sagt der neue Justizminister Cardozo – hat er es gar böse-ironisch     gemeint? Panzer, martialisch wirkende Militärpatrouillen, deren  Fotos    gern auch in die Erste Welt durchgeschaltet werden, sind den  Angaben    zufolge jedenfalls keinerlei Hindernis für die  Banditenkommandos des    organisierten Verbrechens. Das mag für  Mitteleuropäer bizarr, grotesk,    unglaublich erscheinen, für  unsereinen hier ist es banale Normalität.<br />
Immer wieder wird in der Ersten Welt behauptet, in den     lateinamerikanischen Ländern zeige sich deutlich, dass die bisher     praktizierte Drogenbekämpfung per Polizei und Militär nichts bringe, man     sich andere Konzepte überlegen müsse. Was denn für eine     Drogenbekämpfung, möchte man gegenfragen. In der Banken-City von Sao     Paulo beispielsweise, der führenden Wirtschaftsmetropole Lateinamerikas,     wird Crack, die zerstörerischste harte Droge, direkt neben     Polizeipräsidien, Polizeiwachen massenhaft und offen verkauft und ebenso     offen gleich von Hunderten konsumiert. Die Beamten im Hauptsitz der     Stadtgendarmerie schauen direkt auf eine kilometerlange Straße, in  der    sich ganze Horden grauenhaft verwahrloster und abgemagerter  Gestalten    mit Crack zügig ins Jenseits befördern. Manche Brasilianer  fragen  daher,   ob es nicht eher so ist, dass die Sicherheitskräfte,  von  Ausnahmen   abgesehen, der unter Staatschef Lula aufgeblühten   Crack-Branche eine   ordentlich-angenehme Abwicklung der Geschäfte   garantieren. 1,2 Millionen   Brasilianer sind laut Expertenschätzungen   bereits Crack-süchtig.   Kenarik Felippe von der angesehenen nationalen   Richtervereinigung für   Demokratie (AJD): „Der Staat ist ins   organisierte Verbrechen verwickelt.   Besonders die Slumbewohner leiden   stark unter der Gewalt durch  Polizei,  paramilitärische Milizen und  die  Banditenkommandos. Im ganzen  Land, und  nicht nur in Rio de  Janeiro,  foltern Staatsangestellte, gibt  es  Todesschwadronen, zu  denen  Staatsbeamte gehören. Man redet nur von  den  kleinen Fischen im   Rauschgiftgeschäft, nicht von den  Drogenbaronen.“ Der  Richter und   AJD-Präsident Luis Barros Vidal  fordert, die „Farce von  Rio“ auf   keinen Fall zu unterstützen. „Die  Geheimdokumente der Militärs  zeigen,   dass die Drogenmafia, der  Drogenhandel in diesen Slums  fortbestehen.   Die regierenden Autoritäten,  die von einem groß angelegten  Krieg  gegen  die organisierte  Kriminalität sprachen, machten also leere,   falsche  Versprechen, handeln  unredlich. Wir sehen die Resultate – Tote   und  nochmals Tote. Selbst  UNO-Friedenstruppen wären erfolglos, weil    vordringlich soziale und  wirtschaftliche Probleme gelöst werden  müssen,   die Slumbewohner vor  allem feste Arbeitsplätze brauchen.“  Niemand  wisse  das besser als die  brasilianische Regierung, früher  unter Lula,  jetzt  unter Dilma  Rousseff. „Todesschwadronen sind  derzeit in Rio  aktiv – doch  auch in  Sao Paulo, landesweit, straflos“,  fügt Richter  Vidal gegenüber  dem <em>Blättchen</em>  hinzu, in  Brasilien fehle eine  Kultur der  Menschenrechte. Zu erkennen  seien  „starke Merkmale eines  totalitären  Staates, der das Gesetz nicht   respektiert“; mit Blick auf  Fußball-WM und  Olympische Spiele am   Zuckerhut werde ein  Medienspektakel veranstaltet.<br />
Und das hatte es von Anfang an in sich. In brasilianischen     Qualitätsmedien, die nur einen winzigen Bruchteil der Bevölkerung     erreichen, hieß es immerhin, die jüngsten Polizei-und Militäroperationen     seien nur für das Ausland gedacht – de facto ändere sich nichts. Rio     habe wegen der geplanten Sportereignisse international Kompetenz     demonstrieren müssen, um Milliardeninvestitionen zu erhalten. Es werde     wieder Wahlen geben – und die Politiker würden erneut Gelder des     organisierten Verbrechens brauchen.<br />
In mitteleuropäischen Medien weiß man’s offenbar viel besser. Rio de     Janeiro wolle mit dem Drogenhandel Schluss machen, wird     freundlicherweise unterstellt, obwohl sogar Rios Sicherheitschef     Beltrame öffentlich erklärt, dies keineswegs vorzuhaben.<br />
Aber richtig klasse ist der Mediengag über die „heldenhafte“ Einnahme     jenes „Complexo do Alemão“: Unentwegt ballern Polizei und Militär     fotogen auf nicht vorhandene Gegner, was das Zeug hält. Alles wird von     zahlreichen TV-Teams direkt an der Seite der Einheiten begeistert     abgefilmt und teuer weltweit verbreitet. Sozusagen „sturmreif     geschossen“ fehlt nur noch die „Eroberung“ des Slumkomplexes. Dies geht     so vonstatten, dass Soldaten und Elitepolizisten mit handverlesenen     Journalisten einfach die Gassen zur Slumspitze hochgehen und dort die     Landesfahne hissen. Schließlich hatte man den Banditenkommandos  tage-und    nächtelang reichlich Zeit und Möglichkeiten zum Rückzug in  üblicher    Guerilla-Taktik gegeben und auf eine Einkesselung verzichtet  – die    Gangster verteilten sich auf andere der weit über 1.000  Rio-Slums.<br />
Wohl einmalig in der Fernsehgeschichte, wie der     TV-Globo-Nachrichtenkanal vom Hubschrauber aus den problemlosen Rückzug     der schwerbewaffneten Banditenkommandos aus dem Slum Vila Cruzeiro     direkt übertrug. Die Konditionen, um die Banditen zu schnappen, waren     bestens.Warum, so ist zu fragen, ließen Polizei und Armee die Gangster     entkommen? Man saß vor dem Fernseher und traute seinen Augen nicht.     Stundenlang sah man von nahem, wie sich die Verbrecherkommandos     davonmachten, und bekam es von Polizeiexperten auch noch kommentiert:     „Kampfhubschrauber wie die im Vietnamkrieg greifen jetzt nun mal leider     nicht ein.“<br />
Jahrzehntelang, so wird in Europa verbreitet, wagten sich die     Sicherheitskräfte angesichts übermächtiger Banditenpräsenz nicht in den     „Complexo do Alemão“ – umso mehr sei daher die Rückeroberung zu     würdigen. Sind Lula und seine Nachfolgerin Dilma Rousseff also wahrhaft     todesmutig, weil sie den Slumkomplex noch vor der „Erstürmung“     besuchten? Spaß beiseite – Lula war 2008, 2009 und sogar im Oktober     2010, kurz vor dem Militäreinsatz, im „Complexo do Alemão“, hatte teils     sogar Ehefrau Marisa dabei. Rios Polizei und Militär kennen die     Favela-Gegend bestens, 2002 wurden zur Besetzung gar 50.000 Mann     aufgeboten. Mehr Sicherheit gibt’s deshalb nicht – seit 2007 wurden in     Rio über 25.000 Gewalt-Tote gezählt.<br />
Jetzt, nach vertraulichen Militärberichten, weist die Leiterin eines     angesehenen kirchlichen Rio-Sozialprojekts auf ein „großes Massaker im     „Complexo do Alemão“, wobei vor allem Jugendliche getötet, doch     keinerlei Informationen darüber freigegeben wurden. Laut     Uni-Anthropologen Luiz Mott, angesehenster Schwulenaktivist des     Tropenlandes, hält Brasilien bei Morden an Homosexuellen weltweit eine     „grauenhafte Führungsrolle“, verschlechterte sich unter Lula die     Situation der Gays. Bei Tötungen durch Schusswaffen liegt Brasilien     gemäß NGO-Daten an der Spitze, 92 Prozent der Rio-Morde bleiben     straffrei.<br />
Gregor Gysi von der deutschen Partei DIE LINKE gilt als Rechtsexperte,     war 2010 in Brasilien, kennt daher sicherlich die Positionen der     dortigen Richtervereinigung für Demokratie gut – und schlussfolgert:     „Von allen linken Präsidenten hat Lula, der als am wenigsten links     eingeschätzt wird, die größten Erfolge.“</p>
<h1>Dilma Rousseffs schlechter Start</h1>
<p>Brasiliens neue Staatspräsidentin, zuvor Lulas Chefministerin,     verschont die Nation bisher mit dem vom Ziehvater gewohnten Schwall aus     Propagandareden – dafür haben es die politischen Ereignisse in sich.</p>
<p>Der angesehene kirchliche Menschenrechtsanwalt Sebastiao Bezerra da     Silva wurde sadistisch gefoltert und ermordet – auch in den acht     Regierungsjahren zuvor war das Verfolgen von Menschenrechtsaktivisten     normal. Silva ermittelte gegen die landesweit aktiven, von     Staatsangestellten geleiteten Todesschwadronen, gegen folternde     Militärpolizisten und bekam deshalb Morddrohungen. Im archaischen     nordöstlichen Teilstaat Maranhao, der laut Kirchenangaben bei     Gefängnis-Folter an der Spitze steht, kam es zur ersten Häftlingsrevolte     unter Rousseff – sechs Männer wurden getötet, Fotos der   abgeschlagenen   Köpfe waren in den Regionalzeitungen zu sehen. Maranhao   wird von   Gouverneurin Roseane Sarney regiert, die mit Dilma Rousseff   befreundet   ist, und bei nettem privaten Beisammensein mit ihr zur   Laute allerlei   populäre Liebeslieder sang. Eine unabhängige   Untersuchungskommission zum   Häftlingsaufstand gibt es nicht, Brasilia   reichen die Angaben der   Militärpolizei – ein Relikt der   Militärdiktatur. Der Teilstaat ist zudem   Herrschaftsgebiet des   Oligarchen José Sarney, der einst die   Folterdiktatorenpartei ARENA   führte – und heute als Senatspräsident den   brasilianischen   Nationalkongress. Mit ihm, dem hochwichtigen  politischen    Bündnispartner, feierte Dilma Rousseff ihren Wahlsieg –  auch das    spricht Bände.<br />
Auch die neue Menschenrechtsministerin Maria do Rosario beschreibt – wie     ihr Vorgänger – die größte lateinamerikanische Demokratie als     Folterstaat, nennt Torturen in total überfüllten Gefängnissen und selbst     in psychiatrischen Anstalten ein „gravierendes nationales Problem“.    Als  Dilma Rousseff noch zuständige Chefministerin war, hatten  derartige    Eingeständnisse allerdings keinerlei praktische Bedeutung.  Gleiches   gilt  für den jetzt auf der Berlinale gezeigten  sozialkritischen   Streifen  „Tropa de Elite 2“, der Brasiliens  bedrückende   Menschenrechtslage  eindrücklich abbildet. Wie im  Vorgängerfilm, der   2008 den Goldenen Bären  gewann, gibt es wieder  eine der für Rio de   Janeiro typischen  Scheiterhaufenszenen – weder  Lula noch Rousseff haben   sich jemals zu  dieser in den Slums unweit  des neuen   ThyssenKrupp-Stahlwerks gängigen  Hinrichtungs-und    Einschüchterungspraxis geäußert.<br />
Wie es sich gehört, hat Brasilien als vielgelobte Demokratie und     strategischer Partner auch der Berliner Regierung natürlich die     UNO-Menschenrechtsabkommen unterzeichnet. Von möglichen Sofortmaßnahmen     der Rousseff-Regierung zwecks Umsetzung ist aber nichts bekannt.  Dafür    erfährt man aus einer jetzt veröffentlichten Studie, was sich  unter  dem   Gespann Lula-Rousseff noch so entwickelte. Bei Tötungen  durch    Schusswaffen liegt Brasilien weltweit an der Spitze – und von  drei    Ermordeten sind zwei schwarz. Der Soziologe Julio Waiselfisz,  dessen    Team die Studie erarbeitete, spricht von „Merkmalen der  Ausrottung,    Vernichtung“ und von fehlender öffentlicher Sicherheit  für die arme,    mehrheitlich schwarze Bevölkerung. Mit der öffentlichen  Sicherheit    passiere dasselbe wie bei Bildung, Gesundheit,  Sozialversicherung – es    werde privatisiert. „Wer kann, zahlt für  privaten Sicherheitsdienst.  Die   Schwarzen gehören zu den Ärmsten,  leben in Risikozonen und können   nicht  zahlen.“<br />
Laut unvollständigen Statistiken werden in Brasilien jährlich immerhin     etwa 55.000 Menschen ermordet. Die UNICEF ergänzt: Bei Morden an  15-bis    19-Jährigen liegt Brasilien weltweit an der Spitze, 38 Prozent  der    brasilianischen Jugendlichen leben in Armut und Misere. Die     Rousseff-Regierung sollte daher in Programme für Gesundheit, Bildung und     Sicherheit investieren, die sich gezielt an die 33 Millionen     Heranwachsenden zwischen 10 und 19 Jahren richten. Aber irgendwie     scheint Brasilia gar nicht so gut bei Kasse zu sein, wie Lula unter     Hinweis auf angeblich fette Devisenreserven stets verkündete. Als die     hausgemachte Erdrutsch-Umweltkatastrophe im Januar bei Rio de Janeiro     rund tausend Todesopfer forderte – etwa 500 Menschen werden noch     vermisst – fehlte es den Rettungsmannschaften arg an Mitteln und     Ausrüstung, weil zuvor beim Katastrophenschutz extrem gespart worden     war. Als Präsidentin Rousseff die Region besuchte, wurde sie mit ihren     eigenen Fehlleistungen aus der Zeit als Chefministerin direkt     konfrontiert. Das großflächige Abholzen und Bebauen von     Steilhang-Risikozonen war erlaubt und wurde sogar gefördert– doch nun     bettelt Rousseff gar die Weltbank um einen Milliardenkredit an, damit     Slumbewohner  aus entsprechenden Zonen umgesiedelt werden können.     Bereits 2008 wurde die Region von einer solchen Umweltkatastrophe     heimgesucht – und der Lula-Regierung vorgerechnet, für     Präventivmaßnahmen nur 12 Prozent (!) der vorgesehenen Haushaltsmittel     investiert zu haben. Sogar die UNO wirft Lula vor, bereits 2005 ein     Katastrophenwarnsystem versprochen zu haben, das aber immer noch nicht     funktioniere.<br />
Um 2010 Rousseffs Wahlsieg zu garantieren, wurden die     Regierungsausgaben, darunter für Propaganda, stark erhöht. Derzeit     werden sie, notgedrungen, drastisch zurückgefahren, denn die     Sozialbewegungen protestieren heftig, weil Präsidentin Rousseff die     Anhebung des Mindestlohns deutlich unter der kräftigen Teuerungsrate     hielt. Die umgerechnet etwa 248 Euro brutto monatlich passen schwerlich     zu den erneuten Versprechen, nun aber wirklich Hunger und Misere     auszutilgen. Das Mindestsalär bekommen laut offiziellen Angaben 29,1     Millionen registriert oder unregistriert Beschäftigte sowie 18,6     Millionen Sozialversicherte, darunter zwei von drei Rentnern. Doch ein     Großteil der unregistriert, ohne Arbeitsvertrag und rechtliche     Absicherung Beschäftigten hat deutlich geringere Einkünfte – in einem     Land mit inzwischen oft deutlich höheren Preisen als in Deutschland,     gerade bei Grundnahrungsmitteln als in Deutschland – und in einer Phase     schmerzhafter Preisanstiege.<br />
Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch das Phänomen, dass     Gewerkschaften inzwischen sogar Rechtsparteien applaudieren, weil die     einen höheren Mindestlohn vorschlugen. Zugleich wird an die enormen     Diätenerhöhungen der Kongresspolitiker sowie an das Einkommen von     „Working Class Hero“ Lula erinnert. Seit Januar bekommt er monatlich     allein als Ehrenpräsident der Arbeiterpartei umgerechnet rund 6.000     Euro, dazu die satten Bezüge als Ex-Staatschef. Zudem erhält er seit     seinem 51. Lebensjahr eine Entschädigung von 1.900 Euro monatlich, weil     er 31 Tage in Diktatur-Haft saß. Als ihm jetzt ein Unternehmen für    einen  Vortrag 100.000 Dollar Honorar anbot, lehnte Lula laut    Landesmedien ab –  entweder 200.000 Dollar oder kein Vortrag. Da bietet    sich ein Vergleich  mit den Hilfen des Anti-Hunger-Programms „Bolsa    Familia“ an – denn 42  Prozent der Empfänger, also 5,3 Millionen    Menschen, leben gemäß neuen  Studien nach wie vor im Elend. Zwischen 14    und maximal 105 Euro werden  monatlich ausbezahlt – pro Familie    wohlgemerkt, meist sind sie  kinderreich. Die Möglichkeit, Elend und    Hunger unter den  Bezugsempfängern rasch durch eine angemessene Hilfe zu    beseitigen, werde  nicht einmal erwogen, empören sich Kommentatoren.    Die Regierung kürzt  jetzt stattdessen sogar die Gelder eines    Hausbauprogramms für die  Unterschicht fast um die Hälfte.<br />
Im Zuge des Rousseff-Starts erfuhr man auch, wie Brasilien heute     kulturell tickt. Nach der Umweltkatastrophe erklärte die Präsidentin für     mehrere Tage Staatstrauer, der Teilstaat Rio de Janeiro sogar für   eine   ganze Woche – doch selbst am Zuckerhut gingen die   Vorkarnevalsfeste  der  Sambaschulen und andere karnevalistische   Aktivitäten auf vollen  Touren  weiter. Renommierte Therapeuten und   Sozialwissenschaftler haben  auf  diesen befremdlichen Umgang mit   Tragödien aufmerksam gemacht.   Andererseits – beim Kulturexport kommt   das Riesenland laut UNO-Daten nur   auf 0,2 Prozent des Weltvolumens,   liegt auf Platz 26, gleichauf mit   Rumänien. Zum Rousseff-Start verließ   der Komponist und Dirigent John   Neschling nach 14 Jahren frustriert   das Land in Richtung Schweiz. Er   hatte das völlig unbedeutende   Sinfonieorchester Sao Paulos zu einem   international anerkannten   aufgebaut, wurde jedoch von der reaktionären   Teilstaatsregierung   gefeuert. Beim Weggang verwies er auf fehlende   Kulturpolitik, eine   paralysierende und unsensible Staatsbürokratie,   brutalen Umgang mit   Kulturgütern. Neschlings Rückkehr nach Europa ist   symptomatisch, ein   schmerzhafter Verlust für Brasilien.</p>
<h1>Leonardo Boffs Ungereimtheiten</h1>
<p>In Ländern wie Deutschland betreibt eine bestimmte Gutmenschen-Szene     um den einst interessanten brasilianischen Befreiungstheologen einen     regelrechten Kult. Sie bewahrt ihn vor öffentlicher Kritik, die als     politisch unkorrekt gälte. Im Tropenland dagegen wird Boff seit den     neunziger Jahren zunehmend heftig kritisiert. Selbst frühere Anhänger     werfen ihm Fehleinschätzungen über die katholische Kirche,     intellektuelle Unehrlichkeit und Opportunismus vor. Boff sei eitel auf     Medienpräsenz aus – was mit Verbalattacken auf Papst und Vatikan     natürlich am leichtesten gelinge.</p>
<p>In der Tat wirkt Boffs Eindreschen auf den Papst infantil und     lächerlich. Nationale Religionsexperten bescheinigen ihm eine     unbestreitbare Rolle in der Reflexionsgeschichte Brasiliens, nennen ihn     sehr intelligent und intuitiv. Boff spüre sehr gut bestimmte     gesellschaftliche Probleme und Tendenzen, sei ein brillanter Professor.     Doch seine Äußerungen müssten kritisch analysiert werden –  andernfalls    akzeptiere man häufig Dinge, die nicht der Wahrheit  entsprächen.<br />
In Deutschland sind evangelikale Wunderheiler-Sekten unbeliebt – Boff     begrüßte indessen bereits im Jahr 2000 öffentlich die Expansion der     Evangelikalen vorbehaltlos als Bereicherung. In Brasilien fasste man     sich an den Kopf. Denn die evangelikalen Sektenkirchen propagieren     massiv die „Theologie der Prosperität“, wonach materieller Wohlstand     eine Gabe Gottes sei und durch die Macht des Glaubens erreicht werden     könne. An Misere, persönlichem Misserfolg sei der Teufel schuld, den  man    auf speziellen Tempelsitzungen austreibe – wobei natürlich jeder     Gläubige soviel Geld wie möglich an die Kirche spenden müsse. Mit  dieser    Theologie, analysieren Sozialwissenschaftler, verbreiten die     Evangelikalen Illusionen, beuten die Leute aus, schaffen Leiden. Und     fördern sogar Rassismus und Diskriminierung, da die schwarze  Bevölkerung    nunmehr nur deshalb arm sei, weil sie sündige. Gemäß aus  Afrika    ererbten Schlechtigkeiten werde sie als eine verfluchte Rasse  angesehen,    die sich von allen Vorfahren und Wurzeln lösen müsse.<br />
Wenn Boff diese wie Wirtschaftsunternehmen funktionierenden Kirchen als     Bereicherung auffasse, müsse man seine Bewertungen relativieren,  zeige    sich zunehmende Oberflächlichkeit. Im akademischen Umfeld, bei  den    Studenten sei Boffs frühere Attraktivität weg.<br />
Boff müsste wissen, dass evangelikale Kirchen im Christlich-Ethischen     mancherlei Sonderwege fahren. So wurde ein Bischof der politisch     einflussreichen „Universalkirche vom Reich Gottes“, der Brasiliens     zweitgrößter TV-Sender gehört, wegen Mordes eingesperrt. In Salvador da     Bahia hatte er laut Polizei im Tempel gemeinsam mit zwei Pastoren   einen   14-jährigen Jungen sexuell missbraucht und danach lebendig   verbrannt.<br />
Manche mögen Boff zustimmen, wenn er die Evangelikalen-Ausbreitung     begrüßt, weil ihm „jede Art von Vielfalt“ so gefällt. Denn nun ist in     rappelvollen „Gotteshäusern“ endlich mal echt was los, ziehen Ex-Killer     und Ex-Frauenaufreißer wie Pastor Salles vom Leder:„Ich war reich,    hatte  Villen und tausende Frauen – in Rio hörten tausende    schwerbewaffnete  Banditen auf mein Kommando. Ich war Bankräuber,    Berufskiller, Monster,  Psychopath – so viele Opfer flehten vergeblich    um Barmherzigkeit! Wie  von den Dämonen gefordert, habe ich mit meiner    Frau unseren sechs Monate  alten Sohn getötet, in der Pfanne gebraten,    sein Fleisch gegessen – ich  war schon in der Hölle!“<br />
Frei Betto, wichtigster Befreiungstheologe Brasiliens, hochangesehen bei     Kardinälen, Bischöfen und Padres der Kirche des Riesenlandes,     analysiert solche evangelikalen Sekten tiefgründig, fühlt sich durch     ihre nervende Präsenz im Alltag nicht eben bereichert. Leonardo Boff     indessen wirft kurioserweise dieser Kirche „feudale Mentalität“,     „totalitäre Ideologie“ und „mittelalterliche Strukturen“ vor, gar die     Ablehnung von Kritik und Alternativen.  Damit hat er schlichtweg die     Dynamik, Entwicklung und Komplexität der katholischen Kirche nicht     begriffen. Als anschauliches Beispiel gilt, dass Rom zwar Kondome     kritisiert, deren massive Verteilung in der pastoralen Aids-Prävention     indessen zulässt – und fördert, gemäß katholischer Moraltheologie.<br />
Der Soziologe Claudio Monteiro leitet in Sao Paulo die bischöfliche     Aids-Pastoral – direkt neben seiner Bürotür kann sich jedermann aus     einem stets gut gefüllten Plastikbehälter gratis und überreichlich  mit     Kondomen eindecken. Monteiro lacht über Boffs Vorwurf, dass die     katholische Kirche in der Kondomfrage lebensfeindlich, verantwortungslos     und intolerant handele. „Leonardo Boff gehörte zum  Franziskanerorden,    der in Brasilien eines der ersten  Aids-Präventionsprojekte startete  und   natürlich Kondome verteilt –  seit über 16 Jahren. Unsere nationale    Aids-Pastoral, von einem  Bischof geführt, verfährt genauso. Völlig    unmöglich, daß Boff davon  nicht weiß. Wenn er die Ausbreitung der    Evangelikalen, die Expansion  des religiösen Fundamentalismus positiv    bewertet, ist dies fragwürdig  und anfechtbar.“<br />
Boff greift immer wieder auch in die Politik ein. Im letzten     Präsidentschaftswahlkampf unterstützte er zuerst die evangelikale     Predigerin Marina Silva. Die Ex-Umweltministerin zählte zur     Revolutionären Kommunistischen Partei Brasiliens, wuchs im     befreiungstheologischen Spektrum der Katholiken auf und ging dann zur     „Assembleia de Deus“. Richtig, die von Pastor Salles, dem Ex-Killer und     Ex-Frauenaufreißer, die zudem laut Eigendarstellung Homos zu Heteros     umdreht und Strich-Transvestiten zu Geistlichen macht.<br />
Zuletzt wechselte Marina Silva von Lulas Arbeiterpartei zu den     brasilianischen Grünen. Die verkaufen sie als lupenreine     Umweltschützerin – obwohl zahlreiche verhinderbare Umweltverbrechen in     ihre Amtszeit fallen. Amazonas- und Savannenwälder werden vernichtet,     Brasilien avanciert zum weltgrößten Agrargiftverbraucher, das  Geschäft    mit Gen-Pflanzen boomt. Umweltschützer laufen Sturm gegen  das    gigantische Umleitungsprojekt am Rio Sao Francisco – Marina Silva     verteidigt es als „ökologisch nachhaltig, wirtschaftlich machbar und     sozial gerecht“. Was sie von massenhafter Folter durch  Staatsangestellte    oder von den landesweit operierenden  Todesschwadronen hält, erfährt   man  bis heute nicht.<br />
2002 nahm Leonardo Boff begeistert an der Wahlkampfkarawane von Lula     teil, verglich ihn mit Mahatma Gandhi, lobte sogar dessen Vize, den     Milliardär und Diktaturaktivisten José Alencar. Angesichts der     Korruptionsskandale schwenkte er später um, verurteilte Lulas Politik     als niederträchtig neoliberal.<br />
2010 aber, als Marina Silva die Stichwahl nicht erreichte, wechselte     Boff flugs zu Lulas Wunschkandidatin und bisheriger Chefministerin Dilma     Roussef – und wieder zu Lob über den grünen Klee: „Lula machte die     größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution     für die Bildung, ethische Politik.“ Die gravierenden     Menschenrechtsverletzungen, den strikt antiökologischen Kurs von     Lula-Rousseff kritisiert er nicht, die von ihm so heftig gescholtene,     stark systemkritische katholische Kirche Brasiliens tut das umso     kräftiger: Fehlende soziale Besorgnis bei Lula und Rousseff trotz     Hunger, Misere und rasch wachsenden Slums, Zementierung der grauenhaft     ungerechten Einkommensverteilung, Begünstigen der ohnehin     Privilegierten. Boff faselt von sozialer Ökologie-Revolution, dabei ist     längst klar, dass Dilma Rousseff das umweltvernichtende     Mega-Wasserkraftwerk „Belo Monte“ in Amazonien unbedingt realisieren     will. Nach ihrem Wahlsieg erneut ein Schwenk: Boff geißelt das     Belo-Monte-Projekt.<br />
Mancher hat vielleicht den desillusionierenden ARD-Weltspiegel-Beitrag     „Brasilien: Kindsmord am Amazonas“ über das Töten von Kindern bei     Indianerstämmen gesehen – rund 600 Babies werden danach jährlich allein     in Amazonien umgebracht. Viele Indianer sitzen wegen Sex mit Kindern   im   Gefängnis, auch Indios sind als Naturzerstörer bekannt. Yanomami    pflegen  gar das Verprügeln der eigenen Ehefrau mit Freunden, bei     Fremdgeh-Verdacht – von Schamanen als Hexen beschuldigte Indiofrauen     wurden ermordet – das Blättchen hatte über diese Praktiken berichtet.     Boff indessen ignoriert diese Fakten: „Und ich habe sie immer  bewundert,    sie sind unsere großen Meister im Hinblick auf die Haltung  gegenüber    der Natur. Die sind technologisch gesehen rückständig,  aber    zivilisatorisch, sie sind vorwärts, sie sind reicher als wir.  Wenn wir    lernen wollen, was wir für eine Beziehung mit der Natur  eingehen  sollen,   die Beziehung zwischen dem Alter und den Kindern,  den  Erwachsenen und   alten Leuten, die Beziehung zwischen Arbeit und   Freizeit, die Beziehung   zwischen Leben und Tod, dann müssen wir die   Indianer hören. Die haben   eine große Weisheit und vieles haben sie uns   zu sagen.“ Kommentar   überflüssig.</p>
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<p><strong>Obama in Brasilien</strong></p>
<p>Auf Gesten und Symbolik, sorgsam abgestimmt zwischen beiden Seiten,     sei besonders zu achten, hatte Brasilia vor der Ankunft des     US-Präsidenten verlauten lassen. Und als Barack Obama dann in den     Amtssitz von Präsidentin Dilma Rousseff schritt, ging es Schlag auf     Schlag. Mitten in der persönlichen Unterredung befahl Obama über einen     Mitarbeiter die Attacke auf Libyen mit zunächst 110 Tomahawk-Raketen.     Und etwas später, mitten im Bankett für Obama im brasilianischen     Außenministerium, ging es richtig los mit den Bombardements. „Ein     historischer Tag“, titelten die Zeitungen – und „historisch“ verhielt     sich Brasiliens neue Staatschefin, die einst als Guerilleira gegen die     Militärdiktatur kämpfte, eingesperrt und gefoltert wurde. Erst nach  der    Abreise Obamas äußerte sie Missfallen über die Kriegserklärung     ausgerechnet in Brasilien – vermied indessen, wie viele Brasilianer     erwartet hatten, dies Obama sofort und direkt zu sagen, womöglich die     offiziellen Gespräche abzubrechen. Mit einer Note, die einen     Waffenstillstand in Libyen erbat, wurde ebenfalls solange gewartet, bis     Obama abgereist war. Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe, Frei     Betto, nannte es gegenüber dem <em>Blättchen</em> „zumindest takt-  und    geschmacklos, den Krieg gegen Libyen just in Brasilien zu  erklären,  das   gegen eine solche kriegerische Aggression ist.“ Der  Diskurs des  Westens   sei Demokratie, das Interesse indessen Öl und  nicht etwa die    Verteidigung der Menschenrechte in Libyen. Brasilia  hatte sich im    UN-Sicherheitsrat, abgestimmt mit Russland, Indien und  China, wenigstens    der Stimme enthalten, eine friedliche Lösung  befürwortet.</p>
<p>Absolut symbolträchtig ging es beim Bankett zu – denn wie zu hören     war, hatte Rousseff offenbar mit Ziehvater Lula da Silva abgemacht,  dass    am Tische direkt neben den beiden Obamas just der hochwichtige     Regierungspartner José Sarney sitzen sollte. Die USA hatten 1964 zur     Unterstützung des Militärputschs sogar eine Kriegsflotte vor die Küste     Brasiliens entsandt. Und nun prosteten sich just der Präsident  dieses    Landes und der damalige Chef der brasilianischen  Folterdiktatorenpartei    ARENA freundlichst zu, unterhielten sich auch  Michelle Obama und  Sarney   sichtlich nett miteinander. Er gilt in  Brasilien nach wie vor  als der   archaischste, reaktionärste und  politisch mächtigste Oligarch,  ist   Präsident des Kongresssenats und  wurde trotz seiner Verwicklung  in   zahllose Skandale von Lula stets  hochgeschätzt und umworben. „I  love   this guy“, sagte Obama einmal  über Lula – und wollte ihn gerne  mit am   Tisch. Doch der mit scharfem  politischen Instinkt gesegnete    Ex-Gewerkschaftsführer lehnte die  Einladung ab. Als hochbezahlter    Ehrenpräsident seiner Arbeiterpartei  PT hatte er womöglich Rücksicht zu    nehmen auf jenen Parteiflügel, der  sich scharf gegen einen Libyenkrieg    wandte, an die Kriege im Irak  und in Afghanistan erinnerte, die    Obama-Regierung als „Feind des  Weltfriedens“ einstufte. Vor Obamas    Ankunft brodelte es in diesem  Teil der PT, der sich den Sozialbewegungen    eng verbunden fühlt, die  Obama zur „persona non grata“ erklärt  hatten.   Zorn erregte daher,  dass Brasiliens Regierung, eingeschlossen  Dilma   Rousseff, und die  Führungsspitze der Arbeiterpartei die von    PT-Mitgliedern  angekündigten Proteste gegen den Besuch Obamas    verurteilten. Wie  durchsickerte, sollten solche Aktivitäten erstickt,    unzufriedene  Kader auf Linie gebracht werden. Zu den Abweichlern gehörte    sogar  Rousseffs Frauenministerin Iriny Lopes. Zu Kriegsbeginn nicht  am    Tische mit Obama sitzen zu wollen, könnte Lula eines Tages  Lorbeeren    einbringen – wer erinnert sich dann noch an die  Hintergrund-Details?    Sehr aufschlussreich, was dann in Chile ganz  anders lief als in    Brasilia. Eine weit politisiertere Öffentlichkeit  erreichte, dass beim    Obama-Besuch die Diktaturproblematik nicht  ausgeklammert wurde.  Anders   als unter Dilma Rousseff wurde im  chilenischen Regierungssitz  natürlich   eine Pressekonferenz anberaumt,  konnte ein chilenischer  Journalist  offen  fragen, ob Obama und dessen  Regierung bereit seien,  sich für die   Beteiligung am Militärputsch vom  11. September 1973 zu  entschuldigen –   und bei den gerichtlichen  Ermittlungen über  Diktaturverbrechen zu   kooperieren. Der Journalist  erinnerte an  bezeichnende Fälle, darunter   die Ermordung von Orlando  Letelier,  Außenminister von Salvador Allende,   1976 in Washington. Dem   überraschten Obama blieb nichts weiter übrig,   als zuzustimmen – er   vermied indessen, um Entschuldigung zu bitten.<br />
Obama plante vor Rio de Janeiros Opernhaus eine Rede ans Volk, zog sich     dann aber wegen der drohenden Proteste ins Innere des imposanten     Gebäudes zurück, wollte handverlesenes Publikum. Draußen PT-Fahnen und     „Obama-go-home“-Plakate – drinnen fragwürdigste Symbolik. Die  nationale    Schwarzenbewegung forderte, dass sich der erste  dunkelhäutige    US-Präsident zum grauenhaften Rassismus klar  positionieren muss.    Schwarzen-Aktivist Mauricio Pestana: ”Es gibt  keinerlei Zweifel, dass im    ‚demokratischen’ Brasilien von heute  schwarze Bürger mehr Opfer von    Folter, Mord und Verschwindenlassen  sind als in irgendeiner autoritären    Epoche unserer Geschichte.“ Die  Schwarzenbewegung hatte versucht,  über   die neue Ministerin für  Rassengleichheit, Luiza Bairros, das    Rassismusthema auf die  Besuchs-Agenda zu setzen, wurde jedoch    abgeblockt. Der  Studentenverband UNEAFRO nannte Obama „den Verräter der    Schwarzen in  aller Welt“ – und wird sich jetzt vermutlich bestätigt    fühlen. Obama  hatte nicht vor, den Rassismus, andere gravierende     Menschenrechtsverletzungen in Brasilien zu kritisieren. Seine     Besuchsvorbereiter griffen daher tief in die Symbol-Kiste, ließen vor     der Rede eine Afro-Band aufspielen und platzierten viele     Schwarzen-Aktivisten gut sichtbar vor dem US-Präsidenten. Die Ansprache     wurde von Brasiliens wichtigsten Kommentatoren arg verrissen: Denn    Obama  lobte ausgerechnet die brasilianische Demokratie als    beispielhaft,  stellte damit klar, welche Menschenrechtskriterien er    nach eigenem  Werteverständnis an Brasilien anlegt. Systematische Folter    durch  Staatsangestellte, Todesschwadronen, Scheiterhaufen,  neofeudale    Banditen-Diktatur in den Armenvierteln, Morde an     Menschenrechtsaktivisten, Sklavenarbeit – „no problem“ fürs Weiße Haus.     Brasilien werde zum Modell für die Welt, so Obama. In Rio wurde ganz   in   der Nähe seines Copacabana-Hotels kurz nach der Abreise der     Systemkritiker und Anwalt Ricardo Gama, der hohe Politiker auf seiner     Website aufs Korn nahm, bei einem Attentat von zwei Kopfschüssen     getroffen. Er wird hoffentlich überleben. Zuvor war ein kirchlicher     Menschenrechtsanwalt in Nordostbrasilien ermordet worden. In Sao Paulo     liquidierten zwei Militärpolizei-Todesschwadronen seit 2006 mindestens     150 Menschen, steht in einem neuen Untersuchungsbericht. Als     ausgesprochenen Folterstaat beschrieb sogar Brasiliens neue     Menschenrechtsministerin Maria do Rosario ihr eigenes Land – kein     einziges Massenmedium brachte die Äußerung. Nicht zufällig ist Brasilien     jetzt auf dem britischen Welt-Demokratie-Index vom 41. auf den 47.     Platz zurückgefallen – liegt auf dem neuesten UNO-Ranking für     menschliche Entwicklung nur auf Platz 73. – Libyen immerhin auf dem 53.,     Chile auf dem 45., Argentinien auf dem 46 und der Iran auf dem 70.     Platz.<br />
Aber heißt es nicht immer, seit Lula zeige Brasilia gegenüber den USA     zunehmend Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit? Brasiliens     Qualitätsmedien analysierten ironisch Wikileaks- Enthüllungen.     Öffentlich habe es nur zu oft leere antiamerikanische Rhetorik gegeben –     „ im vertraulich-privaten Umgang indessen Liebkosungen für die  Brüder    im Norden, Anerkennung der Hegemonie des Partners.“     US-Diplomateneinschätzungen lauteten, das Tropenland sei noch gar nicht     reif, um ein Global Player zu sein. Für US-Sozialwissenschaftler sind     die brasilianischen Regierenden unfähig zu längst überfälligen     strukturellen Reformen, gibt es „gravierende interne Probleme“.     Menschenrechtsaktivist Fabio Konder Comparato, Rechtsprofessor an     Brasiliens führender Bundesuniversität in Sao Paulo: “Wir hatten bis     heute nie Demokratie, leben immer unter einem oligarchischen Regime.     Unsere Politik hat stets zwei Gesichter. Eines für außen, zivilisiert –     und eines für innen, grausam. Wir halten diese Doppelzüngigkeit des     Charakters im gesamten politischen Leben aufrecht. Die Wahlen sind     Theater. Lula bewies, dass er für die Oligarchie nicht gefährlich ist.     Ich widerspreche dem Begriff Redemokratisierung.“</p>
<h1>Brasilien und der Libyenkrieg</h1>
<p>Frankreichs Rafale-Kampfflugzeuge starteten auf Befehl von Präsident     Nicolas Sarkozy als erste gen Libyen, bombten, was das Zeug hielt,     feuerten neueste Hightech-Raketen auch auf zivile Ziele, zeigten aller     Welt, was in den Kisten steckt. Der überstürzt wirkende  Rafale-Einsatz    hatte womöglich seinen besonderen, zynischen  Hintersinn – denn    Lateinamerikas größte Kriegswaffenmesse LAAD in Rio  de Janeiro stand vor    der Tür. Rafale-Oberverkäufer Sarkozy bemüht  sich seit Jahren meist    vergeblich, bei seinen Auslandsreisen die  superteuren Jagdbomber an den    Mann zu bringen, auch in Brasilien.  2010 schien der Ankauf durch die    Lula-Regierung fast sicher – doch  selbst in französischen Medien wurde    herumgemäkelt, größtes  Verkaufshindernis sei die fehlende    Praxiserprobung im Kriegseinsatz.  Das Argument ist nun wohl vom Tisch.    Am Tag der Messeeröffnung von  Rio schrieb die „O Globo“, dass die    Rafales nun „mit Erfolg bei den  Attacken gegen Libyen“ getestet worden    seien, und in einer  LAAD-Sonderbeilage warb der französische    Rüstungskonzern gleich  ganzseitig, die Vortrefflichkeit der Bomber sei    im Kampf bewiesen  worden. Deutsche Medien zitieren Jean-Pierre Maulny,     stellvertretender Direktor des französischen Instituts für     Internationale und Strategische Beziehungen (IRIS), wonach der     Libyen-Einsatz ein Weg sein könne, um für die nunmehr „kampferprobten“     Rafale-Bomber Propaganda zu machen. Dabei war es in Libyen  vorhersehbar    zu keinerlei Luftkämpfen gekommen, wurden durch die  Bombardements,  wie   man inzwischen weiß, aber zahlreiche Zivilisten  umgebracht, deren   Häuser  zerstört, immense Massenfluchten ausgelöst.</p>
<p>Die brasilianische Öffentlichkeit hat, anders als die     mitteleuropäische, weit weniger Illusionen, worauf der Libyenkrieg     tatsächlich zielt. Schließlich hatten führende Blätter, darunter     Brasiliens auflagenstärkste Zeitung „Folha de Sao Paulo“, den     Europa-üblichen Mainstream von Anfang an der Lächerlichkeit     preisgegeben. Gleich auf einer ganzen Seite analysierte der renommierte     Politikexperte und Universitätsprofessor José Luis Fiori, dass es um     Libyens Öl und die Kontrolle einer Grenzregion zu Europa gehe, nicht     aber um Menschenrechte. Die würden von den großen Mächten stets  benutzt,    um geopolitische Entscheidungen zu legitimieren. Afrika  nannte Fiori    den Schauplatz eines neuen imperialistischen Wettkampfs –  es sei nicht    ausgeschlossen, dass über eine neue Form des  Kolonialismus ebenso    nachgedacht werde wie über die Eroberung  bestimmter afrikanischer    Staaten, die durch europäische Kolonialisten  geschaffen worden waren.    Lokale Konflikte würden künftig immer  häufiger – und stets seien die USA    involviert.<br />
Wer das womöglich linkslastig fand, bekam „ausgewogen“ im selben Blatt     die Version des konservativen Politikers und Ex-Finanzministers Luiz     Carlos Bresser-Pereira präsentiert, wonach Libyen lediglich abgestraft     werde, weil es sich dem informellen Kolonialismus der Großmächte  nicht    unterwerfe. Der Libyenkrieg werde nicht mit guten Absichten  geführt.  Man   versuche dort nicht, wie behauptet werde, „das Massaker  an einem    revoltierenden Volk zu verhindern“, sondern wolle die  Herrschaft über    ein ölreiches Land wiedergewinnen. In Libyen, so  Bresser-Pereira, gebe    es im übrigen gar kein revoltierendes Volk.  Einzige    „Massenmanifestation“, von der Journalisten Fotos machten,  sei eine    Masse von Autos in Bengasi gewesen – zwecks Feier der     NATO-Bombardements. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei der offene     Kolonialismus durch einen informellen ersetzt worden – die alten     Metropolen assoziierten sich mit korrupten Eliten der armen Länder. Dies     treffe besonders auf den mittleren Osten sowie auf Staaten     Lateinamerikas und Afrikas zu. Lediglich asiatische Länder und einige     Staaten wie Libyen zeigten sich nicht fügsam für diese neue     Herrschaftsform. „Deshalb verzeichneten sie Wachstum und verbesserten     den Lebensstandard der Bevölkerung.“ Der Anwalt und Ex-Minister verwies     auf den UNO-Index für menschliche Entwicklung und verglich – Libyen     liege auf dem 53. Platz, Lateinamerikas größte Demokratie Brasilien     indessen nur auf dem 73. Platz. Für Unbotmäßigkeit werde Libyen jetzt     bestraft durch zwei alte imperiale Mächte, Frankreich und     Großbritannien, gefolgt von den USA. Sarkozy meine, durch sein Vorgehen     wiedergewählt zu werden – „doch die Franzosen wissen, dass dieser   Krieg   wenig Sinn hat und dass sie Sarkozy nicht vertrauen können“.<br />
Kommentatoren, die solcher Sicht widersprechen? Keine. Leicht     nachvollziehbar, dass sich auch Brasiliens Künstlerschaft nicht vom     europäischen Mainstream beeindrucken lässt, darunter der populäre     Schriftsteller ÉnricoVeríssimo in seiner landesweit nachgedruckten     Kolumne: „Alles wiederholt sich in Libyen, angefangen mit der     Scheinheiligkeit der selektiven Empörung: Einige Tyrannen, zuvor     toleriert, wenn nicht gar offen unterstützt wie Saddam, werden     unakzeptabel und attackierbar, während der Knüppel andere schont, die     noch nütze sind. Danach folgen die Verluste an Zivilisten, angeklagt  von    der einen Seite und bestritten von der anderen, Fotos  verstümmelter    Kinder und Diskussionen über die Effizienz von  ‚chirurgischen’    Luftschlägen. Und so haben wir ein weiteres Beispiel  eines modernen    Beitrags zu den Kriegstaktiken, die eigenartige  Doktrin des humanitären    Bombardements.“<br />
Komponist Aldir Blanc fragt, wie viele unschuldige Zivilisten bereits     durch das westliche Bombardement auf Libyen umgekommen seien. Und macht     sich bitter-ironisch über „Hilaria Clinton“ lustig, legt ihr  folgendes    Zitat in den Mund: „Unsere Politik ist, das da zu  bombardieren und  das   Wort Petroleum durch Menschenrechte zu  ersetzen.“ Der Komponist    erinnerte zudem an das US-Geheimgefängnis in  Ägypten, in dem des    islamischen Terrors Verdächtigte gefoltert  worden seien.<br />
Da erübrigt es sich beinahe, Positionen aus der recht     befreiungstheologisch orientierten Kirche des größten katholischen     Landes zu erwähnen. Frei José Francisco, Leiter des     Franziskaner-Sozialwerks in der Megacity Sao Paulo, eine der     angesehensten Franziskaner-Persönlichkeiten Brasiliens, nennt die     Einschätzung des Weltsozialforum-Gründers Oded Grajew völlig korrekt,     wonach die Waffenverkäufer Regierungen wollen, die Kriege führen. „Eine     große Wirtschaft, zu deren Stützen die Rüstungsindustrie gehört,  muss    Kriege haben – denn zur kapitalistischen Basis gehört Konsum.  Für die    Rüstungsindustrie bedeutet dies – sie wird durch Kriege  stimuliert.  Die   unterstützen die Wirtschaft jener großen Länder, die  heute die  Welt   beherrschen.“ Für Andersdenker Francisco versucht in  Libyen  lediglich   eine Gruppierung, an die Macht zu kommen – „doch  eine  Mobilisierung des   Volkes gibt es dort nicht. Bemerkenswert, dass   Vatikan und katholische   Friedensbewegung Pax Christi mit ihrer   Position zum Libyenkrieg der   NATO-Haltung komplett widersprechen. Der   Krieg zeigt, wie oft die UNO   leider instrumentalisiert wird.“ Für den   Franziskaner ist völlig klar,   dass das Völkerrecht jetzt auf jene   anzuwenden ist, die durch   Bombardements in Libyen ungezählte   Zivilisten umbrachten. „Die an den   Luftangriffen beteiligten Länder   müssen raschestmöglich Wiedergutmachung   und Entschädigung an die   Hinterbliebenen der Todesopfer sowie an   Verletzte und anderweitig   Geschädigte leisten. Die Täter und ihre   politisch-militärischen   Auftraggeber müssen gemäß Völkerrecht bestraft   werden. Ich weiß, dass   in der brasilianischen Kirche sehr viele denken   wie ich.“<br />
Zu ihnen zählt Waldemar Rossi. Einst war er aktiver Diktaturgegner,     bereitete mit Gewerkschaftsführer Lula Streiks vor – heute leitet er     unter einem deutschstämmigen Kardinal in Sao Paulo die bischöfliche     Arbeiterseelsorge. „Seit den ersten Bombardements hat die NATO nicht nur     die Streitkräfte Libyens attackiert, sondern auch Zivilisten, die    dabei  umkamen. Auf normale libysche Bürger wurde keinerlei Rücksicht     genommen. Notwendige Entschädigung, Wiedergutmachung bringt indessen  die    Getöteten nicht zurück ins Leben. Zur Verteidigung von  Ölinteressen    nehmen sich die an den Luftschlägen beteiligten  Regierungen das Recht    heraus, jegliche Verbrechen zu begehen – wie  zuvor bereits im Irak und    in anderen Staaten. Absolut verrückt, dass  Barack Obama den  Libyenkrieg   anfangs von einem Copacabana-Hotel aus  koordiniert hat.“  (Während  seines  jüngsten Brasilienaufenthaltes – <em>Anm. d. Red.</em>)   Schwer   vorauszusagen, ob auch westliche Libyenkrieger Fronturlaub an   der   Copacabana machen werden – die Kollegen aus dem Irakkrieg sind   längst da   und sorgen als Sextouristen für reichlich   Negativschlagzeilen. „Die   Truppe auf der Suche nach Sex provoziert   Polemik“, titelte schon 2007   ein Rio-Blatt. Washington finanziere   diesen Fronturlaub, habe das   US-Konsulat bestätigt.</p>
<h1>Brasiliens vertrackter Rassismus</h1>
<p>Wie wäre das in Deutschland – dürfte man selbst nach richterlichem     Verbot noch offen auf der Straße und vor Konzertmikros singen, dass     schwarze Frauen stinken und mit diesen Kraushaaren hässlich aussehen? In     Brasilien darf man – ein Lied dieses Inhalts machte 1996 Furore,     Komponist Tiririca, ein Musikclown und Kinderstar, ging mit dem Song in     die Fernsehshows und forderte alle zum Mitsingen, Mittanzen auf. Bis     heute kann sich jedermann „Veja os cabelos dela“ von brasilianischen     Websites herunterladen. Obwohl die nationalen Schwarzenorganisationen     über ein Jahrzehnt lang gegen Sony Music wegen des rassistischen  Lieds    klagten – und jetzt schließlich gewonnen haben. Der  Musikkonzern muss    umgerechnet über eine halbe Million Euro  Entschädigung zahlen und  durfte   das Lied bereits seit Jahren nicht  mehr vertreiben. Der Text  indessen   ist überall greifbar und hat es in  sich. Diese Negerin stinkt  wie   verrückt, mehr noch als ein  Stinktier, singt Tiririca, der Geruch  dieser   Frau ist nicht zum  Aushalten. Ich habe ihr gesagt, sie soll  sich   waschen – aber sie ist  stur, will nicht hören. Und dann schau dir  mal   die grauenhaften  Kraushaare von der Negerin an – die sind wie  dieser   Putzschwamm, mit  dem man Töpfe und Pfannen scheuert.</p>
<p>Blonde Mädchen und Jungen Brasiliens trällern das Lied lustvoll in     den teuren Privatkindergärten der weißen Mittelschicht, es klingt durch     Schulkorridore, wird auf Feten gesungen, eignet sich prächtig, um     Schwarze zu hänseln, zu beleidigen. Aber wieso kann ausgerechnet so ein     offen rassistisches Lied in Brasilien diesen Erfolg haben? Ein    führender  Schwarzenaktivist, Mauricio Pestana, Herausgeber der einzigen     Schwarzenzeitschrift, „Raca Brasil“, sagte dem <em>Blättchen </em>in    Sao  Paulo: „Brasilien ist das rassistischste Land der Erde – hier    wirken die  Strategien des Rassismus seit jeher sehr intelligent. Es    gibt keinerlei  Zweifel, dass im `demokratischen` Brasilien von heute    schwarze Bürger  mehr Opfer von Folter, Mord und Verschwindenlassen sind    als in  irgendeiner autoritären Epoche unserer Geschichte. Dagegen    kämpfen wir  an.“<br />
Nicht einfach, wie der Fall des Tiririca-Lieds zeigt. Die     Schwarzenorganisationen protestierten 1996 sofort, beriefen sich auf ein     Gesetz gegen Rassendiskriminierung, reichten Klage ein – sogar im     Nationalkongress wurde darüber diskutiert. Eine Richterin verbot den     Verkauf der Tiririca-CD wenigstens für den Teilstaat Rio de Janeiro –     Sony Music ging in Berufung. Die Lieder Tiriricas seien unschuldig,  für    Kinder gemacht und ohne Vorurteile. „Die Ausdrucksfreiheit  unserer    Künstler ist unantastbar“, betonte ein Sony-Music-Manager.  Der    Musikkonzern musste das Lied schließlich von der CD nehmen.<br />
Aber wieso ist wegen der erfolgreichen Entschädigungsklage eigentlich     Sony Music am Pranger – und nicht der Liedermacher Tiririca, fragen     derzeit viele. Da zeigt sich ein Dilemma der Schwarzenbewegung – denn     dieser unheimlich populäre Tiririca ist ja selber dunkelhäutig. Auch er     wurde gleich am Anfang mit verklagt: „Aber meine eigene Frau ist  doch    eine Schwarze – und ich bin ein Mulatte!“, sagte er den  Richtern.    Freispruch.<br />
Denn schmerzhafte Tatsache ist, dass sich in Brasilien Schwarze     gegenseitig rassistisch beschimpfen, herabsetzen – selbst als „hässlich     schwarz“ titulieren. Immer wieder kommt es vor, dass sogar schwarze     Frauen, die schwarze Männer beleidigend als „preto“ beschimpften, von     schwarzen Militärpolizisten vorübergehend festgenommen werden.<br />
Mit acht Jahren arbeitete jener Francisco Everardo Oliveira Silva,     genannt Tiririca, bereits als Zirkusclown, sitzt heute, mit 45 Jahren,     sogar im Nationalkongress, gehört zum Regierungsbündnis der neuen     Präsidentin Dilma Rousseff. Und hievte durch ein Rekordergebnis von 1,3     Millionen Stimmen eine ganze Reihe belasteter Politiker seiner     Republikanischen Partei mit ins Parlament. „Was macht so ein     Kongressabgeordneter? Ich weiß es nicht. Votiere für mich und ich     erzähle es dir!“ Dieses banale Wahlkampfmotto Tiriricas hat bestens     funktioniert – viele Brasilianer finden es zum Heulen, doch bezeichnend     für den Zustand des Politikbetriebs. Und der tief verwurzelte   Rassismus   ist weiterhin vertrackt, äußert sich auf überraschende   Weise, selbst  im  öffentlichen Gesundheitswesen. „Man muss sich das so   vorstellen“,  sagt  Lucia Xavier von der Schwarzenorganisation „Criola“   in Rio. „Eine   schwarze Frau geht zur Behandlung und auch zur   Krebsvorsorge in eine   öffentliche Klinik, doch der weiße Arzt tastet   nicht einmal ihre Brust   ab, weil er sich vor der Frau ekelt, ja, wegen   ihrer Hautfarbe Ekel   empfindet. Und damit wird die Frau ihres Rechts   auf korrekte   medizinische Behandlung beraubt. Die Frau teilt mit,  dass  sie Schmerzen   habe, doch den Arzt interessiert das nicht, dessen  Team  ebenso wenig –   weil man die Frau wegen ihres ganzen   Erscheinungsbildes nicht mag.“   Nicht zufällig sind die   Sterblichkeitsraten der Schwarzen weit höher als   die der Weißen.   Dunkelhäutige, immerhin die Bevölkerungsmehrheit,   besetzen nur 3,5   Prozent der Führungsposten, sind im höheren Management   extrem selten.   Erklärt wird dies gewöhnlich mit dem sehr begrenzten   Zugang dieser   Bevölkerungsgruppe zu besserer Qualifikation. Das   weitverbreitete   Vorurteil, dass Schwarze keine intellektuelle Kompetenz   besäßen, wird   dagegen kaum einmal als Hinderungsgrund genannt. Befragte   schwarze   Manager räumten ein, sich lange Zeit tatsächlich als weit   weniger   kompetent eingestuft und unter einem tiefsitzenden     Minderwertigkeitskomplex gelitten zu haben. Eine Folge dieses geringen     Selbstwertgefühls: Als Lebenspartner, Freunde oder Bekannte werden     erstaunlich häufig hellhäutige Personen bevorzugt. Es gibt dafür sogar     eine gängige Redewendung – „melhorar a raça“, die Rasse verbessern.  Und    das heißt, Kinder mit Weißen zu zeugen, um so die Farbe der  Familie    aufzuhellen und dadurch in der Gesellschaft an Wert zu  gewinnen. Als    eine schwarze Favela-Frau nach sechs kaffeebraunen  Kindern zum ersten    Mal eine auffällig helle, beinahe weiße Tochter  zur Welt bringt, bei    einem dunkelhäutigen Vater, freut sich die ganze  Sippe wie wild und    feiert das Ereignis. Schwamm drüber, dass da  irgendwas mit der    Vaterschaft nicht stimmen kann – der Papa freut  sich ja auch, dass die    Kleine so überraschend hell geraten ist. In  ungezählten Slumfamilien    bläut man die Aufhell-Idee besonders den  Mädchen frühzeitig ein, sucht    ihnen Beziehungen zu schwarzen Jungen  auszureden. Als ein Mädchen zum    ersten Mal zu Hause mit dem schwarzen  Freund auftaucht, fallen schon  die   Schwestern über sie her: Willst  du denn die Rasse verschlechtern,  die   Familie noch schwärzer machen,  bist du verrückt? Dunkelhäutige  Frauen,   die sich hocharbeiten und  dann auf einmal in einem  Großraumbüro allein   unter 100, 200 Weißen  sitzen, berichten davon, als  „schwarzes Schaf“   tituliert zu werden,  sich diskriminiert zu fühlen.<br />
Besonders in den Slums von Sao Paulo sind auch andere Verhaltensmuster     möglich. Politisierte Schwarze suchen sich für ein Abenteuer, eine     nicht-feste Beziehung, gern eine Hellhäutige – aber zum Heiraten, zum     Familiegründen muss es eine Schwarze sein. So werde die eigene  Identität    gestärkt. Eigentlich auch eine Form des Rassismus,  kommentiert eine    dunkle Paulistana. Auffällig wiederum, dass schwarze  Männer, die    Karriere machen, gar als Fußballspieler zu viel Geld  kommen, Blondinen    als Statussymbol bevorzugen. Der dunkelhäutige  Historiker Joel dos    Santos formulierte es bitter so: „Die Weiße ist  schöner als die Schwarze    – und wer vorankommt, wechselt nun einmal  automatisch den Wagen.“</p>
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<p><strong>Wirtschaften in Brasilien</strong></p>
<p>Jetzt in der Erntezeit brennen sie wieder bis zum Horizont – die     riesigen Zuckerrohrplantagen des Tropenlandes. Fliegt man über das     Flammenmeer, vergisst man’s nie wieder. Nossa Senhora – der ätzende     Qualm steigt ja höher als die Maschine! Unten kriegt man Angstzustände,     wenn der Bus plötzlich von dichtem Rauch eingehüllt wird, an beiden     Straßenseiten Flammen züngeln, Gluthitze eindringt, der Fahrer flucht,     weil er nichts mehr sieht. Während der gefürchteten „Queimadas da  cana“    häufen sich tödliche Verkehrsunfälle, explodieren gar  Tanklaster.    „Niemals hatte ich soviel Angst um die Kinder, meine Frau  und mich wie    im PKW in einer solchen Feuerzone – ich dachte, jetzt  sind wir alle    geliefert“, sagt Mario Mantovani, Präsident der  Umweltstiftung „SOS Mata    Atlantica“, in Sao Paulo. „Und dabei kam ich  grade von einem    Umweltschutzkongress, hielt einen Vortrag über den  Wahnsinn der    Treibstoffproduktion aus Zuckerrohr!“ Deutsche Multis,  deutsche    Zuckerunternehmen, deutsche Banken und Spekulanten sind seit  Jahren in    die Ethanol- und Zuckerbranche Brasiliens groß  eingestiegen, mischen    heftig mit, tragen entsprechende  Mitverantwortung. Unter Staatschef Lula    hat die Branche einen Boom  erlebt, wuchs in seinen acht Amtsjahren  der   Anteil ausländischer  Multis von fünf auf über 35 Prozent. In der    Megacity wirbt die  „Industria Sucroalcooleira“ gerne mit Großfotos des    grünen, wogenden  Meers aus Zuckerrohr, Cana. Das wirkt auf viele  direkt   sympathisch,  wie die so schön gelben, doch extrem  umweltschädlichen,   massiv mit  gefährlichsten Agrargiften besprühten  Rapsfelder in   Deutschland.  Abgefackelt werden seit der Kolonialzeit  kurz vorm Ernten   die  störenden, unnützen Zuckerrohr-Seitenblätter.  Brasilianische    Wissenschaftler nennen die Flächenbrände „pervers“ und  ein    Umweltverbrechen – Mario Mantovani machen sie Naturschutzgebiete   kaputt.   Auch jetzt, 2011, sind wieder reichlich Schutzzonen   draufgegangen,  weil  das Feuer außer Kontrolle gerät, sich in Wälder   hineinfrisst. Und  immer  werden sogar Plantagenarbeiter von den Flammen   eingekreist und   verbrennen lebendig – ebenso wie Unmengen an   theoretisch streng   geschützten Tieren. „Alle denkbaren Vorteile des   Ethanoltreibstoffs   werden allein durch das Abfackeln aufgehoben. Man   braucht sich nur den   Ausstoß an klimaschädlichem Dioxin und   Kohlenmonoxid anzuschauen. Die   Gesundheitsposten in Städten bei Sao   Paulo sind voll von Leuten, die   wegen der Plantagenbrände   Sauerstoff-Behandlungen machen müssen, schwere   Atemprobleme haben.   Unser Staat dürfte diese Ethanolunternehmen nicht   auch noch   finanzieren, sogar über die Entwicklungsbank! Es gibt kein     Umweltbewusstsein in Brasilien. Die Kultur des Landes ist Zerstörung.“     Mantovani klassifiziert Brasilien als viertgrößten Erzeuger     klimaschädlicher Gase – wegen der Brandrodungen im Regenwald und dieser     Plantagenbrände. „Doch der heutige Weltmarkt will garnicht wissen, ob     das Zuckerrohr von Sklavenarbeitern geerntet wurde und ob man die     Plantagen abgebrannt hat.“</p>
<p>Hauptbetroffene sind die Zuckerrohrarbeiter, die zudem über Haut und     Atmung den krebserzeugenden Brandruß aufnehmen. Die Feuer zerstören   die   Bodenfruchtbarkeit und kontaminieren Oberflächen- und Grundwasser,     vernichten zudem sämtliche natürlichen Feinde von Schädlingen, daher     werden immer mehr Agrargifte eingesetzt. Brasilien ist wegen der     Zuckerrohr-Monokulturen heute weltgrößter Verbraucher selbst solcher     Gifte, die in der EU und in den USA längst verboten sind. Klar, ein     Großteil kommt von deutschen Multis. Alles dummes Zeug, was Mantovani da     erzählt – ginge es nach den auch in Deutschland überreichlich     verbreiteten Argumenten zugunsten der brasilianischen Ethanolproduktion.     Die wird als ökologisch und „Bio“ gerühmt. Bitte, es geht doch, so   wie   bei der Windkraft. „E 10 – mehr Bio im Benzin“, wirbt das     Bundesumweltministerium: „Biokraftstoffe spielen eine wichtige Rolle     beim Klimaschutz und bei der Energieversorgung.“<br />
Francisco Anselmo de Barros, genannt Francelmo, einer der wichtigsten,     bekanntesten Umweltaktivisten Brasiliens, verbrannte sich 2005 selbst,     um gegen die Ausweitung der „Biosprit“-Produktion zu protestieren.   Doch   das Tropenland bleibt weltweit führender Zuckerproduzent und    -exporteur,  zudem zweitwichtigster Hersteller von Ethanol. Zwischen    2009 und 2010  hat die EU ihre Zuckerkäufe in Brasilien verdreifacht –    das  Bundesumweltministerium rechnet mit großen Ethanol-Importen. Für    Roberto  Malvezzi, kirchlicher Umweltexperte wie Francelmo, ist    „Biosprit“  jedenfalls kein sauberer Kraftstoff: „Um die Anbauflächen zu    erweitern,  vertreibt das exportorientierte Agrobusiness Indiostämme    und Kleinbauern  sogar durch Terror und Mord. Hinter moderner Fassade    verstecken  Großfirmen nur zu oft Sklavenarbeit.“ Nur durch solch    abstoßendes  Sozialdumping seien brasilianischer Zucker und Ethanol auf    dem Weltmarkt  so billig und wettbewerbsfähig.<br />
Anfang 2011 passiert eine kuriose Panne, ist monatelang Ethanol an den     Tankstellen häufig teurer als Benzin, dieses die landesweit beste und     billigste Kraftstoffalternative. Denn der Wirkungsgrad von Benzin ist     deutlich größer. Wegen der hohen Weltmarktpreise für Zucker stellten   die   Ethanolfabriken auf Zuckerproduktion um, provozierten eine     „Biosprit“-Versorgungskrise, musste die Regierung große Ethanol-Mengen     ausgerechnet aus den USA importieren. „Das ist so, als würde     Saudi-Arabien Öl einführen“, spottete die Wirtschaftspresse.     Universitätsprofessor Dr. Eduardo Moreira, Ethanolexperte aus Sao Paulo,     rechnet mit solchen Krisen immer wieder. Ethanol könne Benzin nicht     ersetzen – nicht einmal in Brasilien, sei nur eine Art   Neben-Treibstoff:   „Obwohl unsere Produktionsbedingungen extrem   vorteilhaft sind, kann   dieser Kraftstoff nicht einmal hier mit Benzin   konkurrieren.“ An diesen   Produktionsbedingungen sind in- und   ausländische Teilhaber natürlich   höchst interessiert, weil sich nur so   hohe Profite erzielen lassen.   Deutsche und österreichische Landwirte   haben wiederholt vergeblich auf   das brasilianische Sozialdumping   hingewiesen und faire Spielregeln   gefordert. „Durch diese gewissenlose   Form der Produktion ist es der   Landwirtschafts-Industrie Brasiliens   möglich, die Preise am Weltmarkt zu   unterbieten”, hieß es in einer   Bauernzeitschrift. „Weder europäische   Bauern noch solche aus den   Entwicklungsländern können mithalten.” Wird   Brasilien die   gigantischen, durch die Zucker- und Ethanolproduktion   verursachten   Umweltschäden rückgängig machen, all die vernichteten   Tierarten der   Natur zurückgeben? Über politische Positionen dazu von   deutscher Seite   ist nichts bekannt.<br />
„Wer Ethanol tankt, kippt sich Blut in den Tank“, sagt Brasiliens     katholischer Priester Tiago – „Biosprit ist Todessprit“, urteilt     Befreiungstheologe Frei Betto. „Denn die Ethanolproduktion bringt     zahllosen Armen und Hungernden der Erde den Tod.“ Zu den komplexen     Auswirkungen des Biosprit-Booms gehören derzeit in Brasilien brutale     Preissprünge bei Lebensmitteln. „Wenn man die Ackerflächen für     Nahrungsmittel verkleinert, steigen deren Preise, sterben viele     Menschen, die sich keine guten Grundnahrungsmittel leisten können.     Unsere Regierung spricht von 16,2 Millionen hungernden Brasilianern in     absolutem Elend – aus meiner Sicht sind es doppelt so viel!“, sagte er     dem <em>Blättchen</em>. Hungernde, Unterernährte seien besonders    anfällig  für viele auch tödliche Krankheiten, vegetieren mit stark    geschwächtem  Immunsystem dahin, verlieren Initiative und    Konzentrationsfähigkeit.  „Wegen immer mehr Zuckerrohrplantagen wurden    riesige Urwaldgebiete  Amazoniens abgeholzt, das ökologische    Gleichgewicht, die Ökosysteme in  Nord- und Südamerika geschädigt, was    sich auf die ganze Welt negativ  auswirkt. Denn Amazoniens Tropenwald    ist der größte des Planeten. Und  die Regenfälle, ob im Süden Floridas    oder Argentiniens, hängen von der  Verdunstung in Amazonien ab.“<br />
Die Förderung des Zuckerrohranbaus bewirke zudem Landvertreibung,     starkes Slumwachstum, mehr Morde und Drogenhandel, mehr     Kinderprostitution. „84 Prozent der Brasilianer leben bereits in den     Städten“, so Frei Betto. „Die Menschen migrieren dorthin auf der Suche     nach besseren Lebensbedingungen, was aber gravierende zerstörerische     Konsequenzen hat, weil Risikozonen illegal mit Slums bebaut werden.     Deshalb haben wir jedes Jahr Erdrutschkatastrophen mit vielen Toten.  Ein    Heer von Arbeitslosen zieht im Lande umher und verdingt sich bei  der    Zuckerrohrernte, haust den Rest der Zeit aber in Armenvierteln  mit    Drogen, Gewalt, Prostitution. Es fehlt eben dringlich eine     Bodenverteilungsreform, um die Menschen auf dem Lande zu halten.“</p>
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<p><strong>Brasiliens Kreuz mit dem Sex</strong></p>
<p>Bei Morden an Homosexuellen habe das Land im Weltvergleich „eine     grauenhafte Führungsrolle“, prangert der Schwulen-Führer und     Anthropologe Luiz Mott an. Es handele sich um „Hass-Verbrechen,     ausgeführt mit besonderer Grausamkeit“. In Brasilien würden mehr Gays     getötet als bei Homosexuellen-Hinrichtungen im Iran, Saudi-Arabien,     Sudan, Nigeria und weiteren sieben Staaten, in denen die Todesstrafe für     Schwule gelte. „In den USA, mit etwa 100 Millionen mehr Bewohnern,     tötet man 25 Gays pro Jahr, hier 250!“ Die Dunkelziffer sei indessen     sehr hoch, man erfahre nur von einem Bruchteil der Morde. Ex-Präsident     Luiz Inácio Lula da Silva gehe in die Geschichte als „Vampiro dos  Gays“    ein. Da erschien lobenswert, dass die neue Regierung unter   Präsidentin   Dilma Rousseff an 6.000 öffentlichen Mittelschulen des   größten   bisexuellen Landes der Erde eine intensive Aufklärungskampagne   zugunsten   der Rechte von Schwulen, Lesben und Transvestiten starten,   einen so   genannten „kit anti-homofobia“ verteilen wollte. „Wir  machen  keine   Propaganda für sexuelle Optionen“, erklärte dann jedoch   überraschend die   Präsidentin, zog den „kit“ zurück. Man werde sich in   das Privatleben   der Leute nicht einmischen.</p>
<p>Geplant war, den Heranwachsenden auch sehr anschauliche Videos     vorzuführen, in denen als Vorteil der Bisexualität genannt wird, doppelt     so viele Chancen zu haben, eine attraktive Person, einen     Beziehungspartner zu finden. In einem Lande immerhin, in dem entgegen     gängigen Klischees Einsamkeit ein Massenphänomen ist. Der     Stimmungswandel bei Präsidentin Rousseff, hieß es in den Landesmedien,     sei auf Druck der starken puritanischen Fraktion evangelikaler Sekten   im   Regierungsbündnis erreicht worden. Doch nicht wenige Brasilianer     meinen, dass man mit dem Aufklärungs-Kit bei Brasiliens Jugendlichen     ohnehin nur offene Türen eingerannt hätte – alles ist den     Heranwachsenden ja aus ihrem Lebensumfeld bekannt. Die geplante     Anti-Homophobie-Kampagne ginge an den Landesrealitäten vorbei, weil sie     die gravierendsten Probleme aussparte – wohl um keine schlafenden   Hunde   zu wecken.<br />
Einen wichtigen Hinweis hatte 2010 der brasilianische Erzbischof Dadeus     Grings gegeben, der als Problem nannte, dass die heutige Gesellschaft     pädophil sei – und die Menschen leicht dafür anfällig. Als  Erzbischof    konnte er schwerlich in die Details gehen. Yvonne Bezerra  da Silva,    bildende Künstlerin und Slum-Sozialexpertin kann das, nimmt  kein Blatt    vor den Mund. Bereits in den neunziger Jahren spricht sie  sich für    Sexualerziehung schon für Siebenjährige aus, will  Kenntnisvermittlung    über Familienplanung für Arme an sämtlichen  Grundschulen. „Die große    Mehrheit der Unterschichtskinder ist Teil  völlig zerrütteter Familien,    nicht selten hausen auf nur neun  Quadratmetern zehn Personen; Jungen  und   Mädchen sehen täglich homo-  und heterosexuellen Verkehr,  betrachten   diesen Umstand gleichwohl als  natürlich, nicht etwa als  unmoralisch oder   Sünde.“ Auch der Umgang  mit Rauschgift sei  alltäglich. „Für die  Mädchen  gehört zu den  gängigen Erfahrungen, mit  acht, neun oder zehn  Jahren  vergewaltigt zu  werden. Alles ist für sie  Teil eines bekannten  und  akzeptierten  Konzepts, integrierender  Bestandteil ihrer Existenz.“  Als  sehr  dramatisch stuft Yvonne Bezerra  de Mello die Situation der  Jungen   ein. Bereits von sechs oder sieben  Jahren an ließen sie sich von    Jugendlichen oder erwachsenen Männern  sexuell missbrauchen, kennen bis    13 oder 14 nur homosexuellen Verkehr.  „Keineswegs selten ist, dass    bereits Zehnjährige zwei- bis dreimal  pro Tag Sex mit Männern haben –    und wie die anderen stets im Tausch  gegen irgendetwas, häufig    umgerechnet nur 75 Cents; im Unterschied zu  den Mädchen, die sich    sexuell missbrauchen lassen, als ob es ihr  Schicksal wäre.” Nicht  wenige   Brasilianer nennen Fälle allgemein  bekannt, dass sogar an  öffentlichen   Schulen schwächere Schüler von den  stärkeren selbst in  Gruppen   vergewaltigt, zu Analverkehr gezwungen  werden, was für die  Betroffenen   keineswegs selten zu einem  lebenslangen Trauma und  gestörten Beziehungen   zum anderen Geschlecht  führt. Denn was jene  Jungen, die sich in der   brutalen  Macho-Gesellschaft nicht gegen  Vergewaltigung wehren konnten,   durch  andere erlitten haben, wird  verbreitet, herumerzählt – mit den    entsprechenden psychologischen  Wirkungen.<br />
Den Roman „Ana in Venedig“ von Thomas-Mann-Experte Joao Silverio     Trevisan aus Sao Paulo hat vielleicht mancher gelesen – in Brasilien ist     der Autor indessen auch ein angesehener Schwulen-Aktivist, der den     eigenen Haufen politisch unkorrekt immer wieder in die Mangel nimmt.  Als    Brasiliens Oberstes Gericht 2011 gleichgeschlechtlichen    Partnerschaften  die gleichen Rechte zubilligt wie verheirateten    homosexuellen Paaren,  hat dies Trevisan heftig begrüßt – und    kommentiert. ”Die Menge an  verheirateten Männern, die in Brasilien ihre    Homosexualität heimlich  ausleben, ist skandalös und erschreckend   hoch.  Bei der brasilianischen  Bisexualität handelt es sich um eine   heimlich  ausgelebte Homosexualität …  Männer schlafen gerne miteinander   – und  danach heiraten sie Frauen. Das  ist in Brasilien historisch …   Es ist  die Scheinheiligkeit, in der wir  leben. Brasiliens Kultur ist    karnevalisiert. Es ist die Kultur der Maske  … Wir benutzen die Maske  im   Guten wie im Bösen … Die falsche  Bisexualität gehört zu dieser  Maske …   Ich übe ernste Kritik an der  Homosexuellenbewegung. Es ist  eine der   Elite, und was sie erreichte, war  durch Lobbyarbeit. Die  brasilianische   Homosexuellengemeinde ist  politisch entfremdet…” Aber  warum fühlen   sich in Brasilien so viele  Leute durch Gays gestört,  warum gibt es all   diese Gewalt? „Der Macho  fühlt sich bedroht, man  frage mich nicht,   warum. Ich persönlich denke,  dass sich hinter den  ideologischen Motiven   sehr ernste psychologische  verstecken.  Vereinfacht könnte man sagen:   Sie sind bedroht, weil es  irgendeine  Art von Verzauberung, Anziehung   gibt, gegen die sie sich   verteidigen.”<br />
Karnevalisierte Kultur und Kultur der Maske – Trevisan gibt wichtige     Hinweise zum Verständnis soziokultureller Besonderheiten Brasiliens, die     im Alltagsleben teils extrem widersprüchlich daherkommen. Wer wird     schon gerne zugeben, dass ihm Analverkehr mit Tieren unheimlich liegt –     aber beinahe auf jedem Marktplatz, bei großen Kabarettisten und     Musikclowns wie Caçarola ist die verbreitete Zoophilie ein beliebtes     Thema. Zum „Tarado do Sertao“, einem lustigen Forró, im Internet leicht     zu finden, lässt es sich gut tanzen – und mitsingen: „Liebe machen  mit    der Eselin im Wald – ach war das schön!“ Wer meint, hier werde     Sensationalismus betrieben, wird bei <em>Wikipedia Brasilien</em> über     Zoophilie geschrieben finden, dass im Lande bekanntlich viele junge     Menschen Geschlechtsverkehr mit Tieren pflegten. Hühner überleben ihn     gewöhnlich nicht, heißt es. Gruppen von Jungen liquidierten auf diese     Weise ganze Hühnerställe alter Frauen. Brasilianerinnen berichten,  dass    Sexpartner ihnen gestanden hätten, den ersten Geschlechtsverkehr  des    Lebens mit Tieren gehabt zu haben. Den Frauen war diese Praxis     männlicher Jugendlicher und Männer indessen gut bekannt, überraschte  gar    nicht. Esel-Songs wie von Caçarola sind ja jedermann geläufig.<br />
Heitere Szenen würden besonders im brasilianischen Nordosten auf den     Straßen ausgelöst, wenn an Zoophilie gewöhnte Esel sich ihren Partnern     näherten, an ihnen rieben und dadurch für jedermann das     Zoophilie-Verhältnis offenbar werde. Bekannt ist der Habitus junger     Männer, mit ihrer neuen Freundin jene Ecken von Stadt oder Dorf zu     meiden, wo ein vorher zur Zoophilie genutzter Esel, eine Eselin     plötzlich auftauchen und diese Männer kompromittieren könnte. Ist eine     Weide in Sicht, wo solche Esel grasen, machten diese Männer mit ihren     Partnerinnen schleunigst kehrt oder einen Bogen – ob im Nordosten  oder    im südlichen Paraná. Ein bekannter Musiker erläuterte im  Interview,  dass   Jungen im Nordosten bei Eseln die nötige Höhe  herstellten, indem  sie   hinter den Tieren Ziegelsteine aufschichten.  Genug der Details,    höchstens noch ein makabrer Schlenker in die  Politik. Leonel Brizola aus    Rio, zu Lebzeiten Vizepräsident der  Sozialistischen Internationale  und   nach eigenen Angaben Freund von  Willy Brandt, sprengte 1994 zu  Ostern   eigenhändig einen berüchtigten  Kerker auf der paradiesischen  Ilha  Grande  in die Luft, um sich von  dunklen Punkten in seiner  politischen   Biographie zu befreien. Die  Explosion tötete, so ein  Gefängniswärter und   zahlreiche  Inselbewohner, auch etwa 300 zumeist  von Lepra und anderen    Krankheiten befallene Hunde, die von den zuletzt  700 Häftlingen zum    Zwecke der Zoophilie gehalten wurden.</p>
<h1>Brasiliens umstrittene Wasserkraftwerke</h1>
<p>Was stimmt denn nun? Bis heute wird das Tropenland von europäischen     Öko-Parteien, Umweltorganisationen wie Germanwatch sowie vielen Medien     heftig gelobt, weil es den Strombedarf zu etwa 80 Prozent aus     Wasserkraftwerken decke. Das sei sehr klima- und umweltfreundlich, es     gebe keinerlei schädliche Emissionen, der Strom sei sauber. Beim     Klimaschutz habe Brasilien die Nase vorn, hieß es in Kopenhagen. Doch     dann kommt so ein schnauzbärtiger Öko-Ami wie Philip Fearnside daher,     der als Biologe auch noch für ein brasilianisches Regierungsinstitut     arbeitet, und sagt bereits seit 1995, alles Mumpitz – das Gegenteil  sei    richtig.</p>
<p>Die Bilder könnten ja nicht gegensätzlicher sein: Hier grausig     rauchende Schlote von Kohlekraftwerken, dort dagegen die Idylle von     Stauseen, in denen fröhliche Kinder baden und Touristendampfer sowie     Segelboote unterwegs sind. Aber so einer wie Fearnside will uns     weismachen, richtig schlimm seien die Staudämme besonders in Amazonien,     schlimmer als die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke.   Der   geplante Staudamm von Belo Monte am Rio Xingú gar werde eine    regelrechte  Treibhausgas-Fabrik. Komischerweise behaupten so etwas auch    andere  Wissenschaftler Brasiliens – aber man muss nach ihnen    regelrecht suchen,  weil in der öffentlichen Meinung die    Wasserkraft-Bewunderer dominieren.<br />
Dr. Sergio Pacca von der Bundesuniversität in Sao Paulo ist jedenfalls     so ein Quertreiber, der Wasserkraftwerke auch als extrem   klimafeindliche   Methan-Schleudern kritisiert. Giftiges Methan entstehe   im Staubecken –   durch Zersetzung organischer Materie mittels   Mikroorganismen unter   Ausschluss von Sauerstoff, bekommt man von Pacca   zu hören. „Je höher die   Temperatur, umso schneller läuft der Prozess   ab. In tropischen Ländern   vermehren sich die Mikroorganismen rascher   und bilden entsprechend  mehr  Methangas als in den kühleren Ländern.   Bei einem neuen Staubecken  wird  die dortige reiche Biomasse  überflutet  – Basis der  Methanproduktion.“  Selbst wenn die teilweise  noch  vorhandenen Urwälder  vorher abgeholzt  worden seien, bleibe noch  viel  Wurzelwerk im Boden.  Und das entstehende  Methan, so Pacca, werde  an  die Atmosphäre  abgegeben, trage sehr stark  zum Treibhauseffekt  bei.<br />
Darauf muss man erstmal kommen, zumal das klimaschädliche Potenzial     einer Tonne Methangas laut neueren Studien 34-mal größer als das einer     Tonne Kohlendioxid ist, über das gewöhnlich immer geredet wird.  „Selbst    kleinere Mengen Methan müssen daher beim globalen Klimawandel  wichtig    genommen werden“, so Sergio Pacca. Es sei einfach nicht  haltbar,    Wasserkraftwerke mit anderen Energietechnologien zu  vergleichen, ohne    den Methan-Faktor zu berücksichtigen. Doch genau  dies geschiehe.<br />
Würden nicht Indianerstämme aus ihrem Lebensraum vertrieben, wäre Belo     Monte eigentlich gar nicht so schlecht, ist auch in Deutschland zu   hören   – Brasilien wollw sich ja schließlich entwickeln, wirtschaftlich     wachsen, habe ein Recht darauf. Leute wie Pacca oder gar Fearnside,   der   Amazoniens Stauwerke seit Jahrzehnten vor Ort am intensivsten    beforscht,  kommen mit ihren Einwänden da nie vor, was stutzig macht. In    Brasilien  wird Fearnside auch von Regierungsstellen kräftig beharkt,    weil er Belo  Monte ablehnt, das immerhin auch Ex-Präsident Lula und    seine  Amtsnachfolgerin Dilma Rousseff unbedingt durchziehen wollen.<br />
Fragt man den Biologen in der drückend heißen Amazonasmetropole Manaus,     etwa 4.000 Kilometer nördlich von Sao Paulo, wie das eigentlich     funktioniert – er als Ausländer am staatlichen Nationalinstitut für     Amazonasstudien/INPE, aber in scharfer Gegnerschaft zu Brasilias     gigantomanischen Wasserkraftprojekten – kommt als Antwort nur ein kurzes     ironisches Lachen. Vielleicht kann man einem wie Fearnside schlecht   an   den Karren fahren – der Mann bekam den UN-Umweltpreis „Global  500“,   dazu  den brasilianischen Öko-Nationalpreis.Darüber hinaus  gehört   Fearnside  zur Akademie der Wissenschaften Brasiliens und ist  weltweit   einer der  führenden Experten für Klimaerwärmung. „Unter  jenen, die die   Erlaubnis  für alle derzeit im Bau befindlichen    Amazonas-Wasserkraftwerke  erteilten, gibt es welche, die alles    bestreiten, was ich sage. Ich  zitiere sie natürlich ausführlich.“<br />
Spricht man Fearnside auf das überschwängliche Kopenhagen-Lob für     Brasilias Klimaschutzpolitik an, kommt noch so ein ironisches Lachen.     „Zwar gibt es viele Studien wie die von mir über den  Methan-Sachverhalt,    doch wird in der Presse und in politischen Reden  so oft wiederholt,    dass diese Energie sauber sei, dass die Leute  schließlich nur dies    gehört haben und sich daher nicht weiter in die  Sachlage vertiefen. Doch    an den Fakten über die klimaschädlichen  Emissionen ändert das  nichts.“<br />
Fearnside nutzt gerne anschauliche Beispiele – wie den Hinweis auf das     beim Öffnen einer Colaflasche zischend entweichende Gas. „Alles     organische Material, Kohlenstoff im Boden, Bäume und Wasserpflanzen     zersetzen sich auf dem Grund des Stausees – das Wasser dort ist also     unter hohem Druck stark methanhaltig und gelangt schließlich in die     Turbinen der Wasserkraftwerke, wo ebenfalls noch hohe Drücke herrschen.     Aber danach gelangen die Wassermassen dann an die freie Atmosphäre.   Die   im Wasser gebundenen Gase, darunter Methan, zischen in Bläschen   heraus  –  deshalb mein Vergleich mit der Colaflasche. Und die    Sicherheitsabläufe  der Stauseen wirken auf ähnliche Weise. So wird der    Treibhauseffekt  erheblich befördert. In Amazonien wirken    Wasserkraftwerke im Endeffekt  häufig schädlicher, negativer, als die    zur Elektrizitätsgewinnung  verbrannten fossilen Energieträger.“ Die    bereits in Amazonien  existierenden Wasserkraftwerke produzierten daher    keineswegs saubere  Energie, seien in Bezug auf den Klimaschutz    keineswegs nützlich. Belo  Monte treibe es auf die Spitze. „Vier Monate    im Jahr kann man wegen  tiefen Wasserstands keine einzige Turbine    betreiben, da entsteht dann  ein Schlammbecken von 3.500    Quadratkilometern, wo üppig Pflanzen  wachsen, die später zu Methan    zersetzt werden. Doch in amtlichen  Umweltgutachten für Brasiliens    Wasserkraftwerke wird stets nur der  geringe Gasaustritt über die    Wasseroberfläche berücksichtigt, nicht der  über Turbinen und    Sicherheitsabläufe.<br />
Ebenfalls in Manaus forscht André Muggiati von Greenpeace und kann     ebenso wenig Gründe für soviel deutsches Lob an Brasilias     Klimaschutzpolitik entdecken. „Die Abholzung ist Hauptursache der     Treibhausgase aus Brasilien. Das Land ist daher der viertgrößte     Luftvergifter der Welt – nach Indonesien, China und den USA.“ Und für     den brasilianischen Umweltexperten Dr. Fabio Olmos ist jene     Germanwatch-Statistik, die Brasilien an vorderste Stelle rückt, eine     „unehrliche Form, die Situation darzustellen. Es ist unverständlich,     wieso jemand diese Germanwatch-Statistik überhaupt für bare Münze     nimmt.“<br />
Inzwischen haben Brasiliens Umweltschützer zusätzliche altbekannte     Sorgen, weil seit dem Start der Rousseff-Regierung gleich eine ganze     Serie systemkritischer Öko-Aktivisten ermordet worden ist – allein fünf     im April bei Curitiba, drei im Juni in Amazonien. Auch ein     Menschenrechtsanwalt wurde erschossen. Entsprechend stark ist das Klima     der Einschüchterung und Angst. Brasiliens neue   Menschenrechtsministerin   Maria do Rosario räumte ein, dass auch in   Amazonien Todesschwadronen   aktiv sind, zu denen bekanntlich   Staatsangestellte gehören. Laut   Landgewerkschaftsangaben wurden in den   letzten Jahren, also unter der   Lula-Regierung, nach 17 derartigen   Morden nicht einmal   Ermittlungsverfahren durch die Bundespolizei   eingeleitet.<br />
Indessen erhält die Rousseff-Regierung – ebenso wie die     Vorgängerregierung – aus Europa, darunter Deutschland, sehr viel Lob und     wird ausdrücklich als modern und progressiv eingestuft. Das wird  wohl    mit dem neoliberalen Wertewandel zusammenhängen. Auf dem  UNO-Index  für   menschliche Entwicklung rangiert Brasilien jedenfalls  nur auf  Platz 73,   und die UNO-Bildungsstatistik verzeichnet das  Tropenland gar  erst an  93.  Stelle. Aufschlussreich ist da, welche  Länder bessere  Plätze  belegen:  Iran (89), Saudi-Arabien (84),  Botswana (81), Libyen  (66),  Bolivien  (61), Bahrein (49), Argentinien  (40) Kuba (16).</p>
<h1>Brasiliens beneidenswerte (relative) Pressefreiheit</h1>
<p>Die Presselandschaft des Tropenlandes bietet ein eher erfreuliches     Bild. Investigativer Journalismus ist auffällig stark in Qualitäts-und     Alternativmedien – unabhängig agierende Reporter und Redakteure     widersetzen sich den weltweit üblichen Medien-Eingriffen durch Parteien     oder Regierungsfunktionäre und enthüllen kontinuierlich gravierende     Skandale um Machtmissbrauch und Korruption an der Staatsspitze. Auch  der    Libyenkrieg zeigt es plastisch – es gibt viel weniger Mainstream  als   in  Deutschland.</p>
<p>Kurz vor seinem Abtreten sorgte Staatschef Lula Ende 2010 für ein     kommunikationswissenschaftlich bemerkenswertes Faktum: Vor Vertretern     großer Auslandsmedien, besonders aus der Ersten Welt, lobte er in Rio  de    Janeiro die internationale Presse geradezu euphorisch für ihre     Berichterstattung über das heutige Brasilien. Die günstige Darstellung     sei verantwortlich für das gute Image, das das Land derzeit im Ausland     habe. Die brasilianischen Landesmedien kommentierten Lulas Auftreten     teils tief ironisch – denn die Auslandskorrespondenten behandelte er     völlig anders als die nationale Presse, die er konstant und sogar  wütend    kritisierte, ihr sogar vorwarf, ihn zu verfolgen oder nicht  die guten    Seiten seiner Regierung zu zeigen. Auffällig war gerade in  den  letzten   Jahren: Je schärfer die Kritik von innen an Lula, dessen   Arbeiterpartei   und seiner Chefministerin Dilma Rousseff, inzwischen   Nachfolgerin im   Präsidentenpalast, umso lauter das Lob von außen.<br />
Noch mitten im Präsidentschaftswahlkampf von 2010 ärgerte sich Lula     öffentlich heftig über Zeitungsenthüllungen, die ihn zum Entlassen von     Regierungsmitgliedern zwangen: Wunschkandidatin Dilma Rousseff hatte   für   ihren Chefministerposten eine enge Freundin, Erenice Guerra,   bestimmt.   Lula nahm sie zunächst in Schutz, würdigte ihre „enormen   Leistungen  für  das Land“. Doch Brasiliens investigative Journalisten   förderten Tag  für  Tag mehr belastendes Material gegen Erenice Guerra   zutage – bis  Lula sie  schließlich feuern musste. Und Dilma Rousseff   bricht bereits  im ersten  Amtsjahr sämtliche Entlassungsrekorde,   rutscht mit ihrer  ganzen  Regierung in eine tiefe Korruptionskrise.   Wegen  Presseenthüllungen  musste sie sich zuerst ausgerechnet von ihrem   engen  Freund,  Wahlkampfleiter und wichtigstem Minister, dem Chef des    Zivilkabinetts,  Antonio Palocci, trennen. Dann stürzten der    Transportminister und über  zwanzig weitere hohe Regierungsfunktionäre.    Die Liste der Gefeuerten  wird fast täglich länger.<br />
Ohne wache, unabhängig agierenden Journalisten wäre im heutigen     Brasilien kaum ein realistischer Einblick in die weiter von Lula     mitbestimmte Regierungsarbeit unter Dilma Rousseff möglich. Aber immer     noch ist eine Unmenge zwielichtiger Figuren auf höchsten Posten.<br />
Brasiliens Presse unterscheidet sich soziokulturell erheblich von der     mitteleuropäischen. Der Mainstream wird häufiger durchbrochen, das     sachliche Gegenüberstellen von Positionen und Beobachtungen ist normal.     Die Scheu vor unbequemen Fakten ist geringer, die Schilderung selbst     schockierender Alltagstatsachen gewöhnlich authentischer,  unbefangener    und weit weniger <em>politisch korrekt</em>. Als Anfang  2011 bei einem    Häftlingsaufstand Menschen geköpft wurden, zeigten  Landesmedien die    abgeschlagenen Köpfe, um den Brasilianern ein  realistisches Bild der    gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu  vermitteln.<br />
Brasiliens Qualitätsmedien stellen auch den Libyenkrieg anders dar als     der mitteleuropäische Mainstream – sie wiesen sofort auf die zivilen     Opfer der Bombardements hin, nannten als Hauptmotiv der  Militäraktionen    strategische Ressourcen wie Erdöl und betonten  Parallelen zu den unter    einem Vorwand begonnenen Irakkrieg.<br />
Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille. Eine Fundamentalkritik,     wie sie die Universitätsprofessorin Zilda Iokoi, eine frühere     politische Gefangene, auf einer Tagung des Goethe-Instituts Sao Paulo     äußerte, ist durchaus zutreffend: „Die großen tonangebenden Medien     Brasiliens berichten systematisch über viele brisante Fakten nicht – und     das ist Zensur. Neun Familien beherrschen das nationale Mediensystem  –    man liest nur, was die Zeitungsbosse wollen. Oft schreiben    Journalisten  über Unerwünschtes, doch deren Texte werden gekürzt,    zensiert. Mir sagen  Journalisten beim Interview immer wieder: Ich weiß    aber nicht, ob es  gedruckt, gesendet wird.“ Welchem Kollegen in    Mitteleuropa kommt dies  nicht irgendwie bekannt vor …<br />
Vieles, was große kommerzielle Medienkonzerne wie „O Globo“ trotz     hervorragender, mit zahlreichen Publizistik-Preisen geehrter     investigativer Journalisten nicht liefern – oder nicht liefern wollen,     kommt allerdings seit Jahren wenigstens teilweise von alternativen     Internet-Medien, darunter der befreiungstheologisch orientierten     Nachrichtenagentur ADITAL, von der Wochenzeitung „Brasil de fato“ oder     der Radioagencia NP. Längst sind Brasiliens Leitmedien gezwungen,  Blogs    und Community Media zu verfolgen und dort geäußerten Vorwürfen     nachzugehen.<br />
Anfang 2011 erinnerte Brasiliens nationaler Presseverband ANJ in     ganzseitigen Anzeigen an die enorme Leistung jener investigativen     Journalisten, die Lulas größtes politisches Desaster, den so genannten     Mensalao-Skandal um Parteien-und Abgeordnetenkauf, an die   Öffentlichkeit   brachten. Lula drohte sogar die Amtsenthebung – in   nicht wenigen   Auslandsmedien wurde das Thema indessen auf sehr kleiner   Flamme   gehalten. Gleiches galt für die auffällig engen   freundschaftlichen   Beziehungen des angeblich linksorientierten   Ex-Gewerkschaftsführers   ausgerechnet zu Oligarch José Sarney, Ex-Chef   der Folterdiktatorenpartei   ARENA, starker Mann des rechtsgewirkten   Partido do Movimento   Democrático Brasileiro (PMDB) und wichtigster   politischer   Regierungspartner auch derzeit unter Dilma Rousseff. Als   Lula von einem   Journalisten auf die Unterstützung durch die   „Sarney-Oligarchie“   angesprochen wurde, entgegnete er irritiert und   verärgert: „Sie müssen   sich medizinisch behandeln lassen, vielleicht   eine Psychoanalyse machen,   um das Vorurteil zu vermindern.“ Für die   Hilfe der Sarney-Gruppe sei  er  durchaus dankbar.<br />
Ein Hinweis darauf, dass in Brasilien die Uhren in der Politik und auch     im Journalismus tatsächlich anders gehen als in Mitteleuropa, sind    zudem  die vom Steuerzahler finanzierten Ausgaben für Propagandaanzeigen    der  Regierung, etwa in den Zeitungen, die unverhältnismäßig hoch   sind.  Sie  übersteigen ganze Sozialetats – bei fortdauerndem Hunger und    weiter  rasch wachsenden Slums.<br />
Kritik einheimischer Journalisten geht jedoch nur zu oft ins Leere, wird     kaum wahrgenommen. Laut José Arbex, Kommunikationsexperte und     Universitätsprofessor aus Sao Paulo, verhinderte der Mensalao-Skandal     die Wiederwahl Lulas nicht, weil dieser von einer Gesellschaftsschicht     unterstützt werde, die keine Zeitung lese und sich daher nicht   betroffen   fühle. Aus dem gleichen Grunde habe auch der Skandal um   Erenice Guerra   keine größeren nachteiligen Wirkungen für die Wahl von   Dilma Rousseff   gehabt.<br />
Ein TV-Wahlkampfspot zeigte die Verhältnisse ebenfalls exemplarisch: In     der UNO-Vollversammlung von New York erheben sich Staatschefs,     Außenminister und Diplomaten von den Plätzen und jubeln Lula stehend zu.     Brasilianische Journalisten gingen der Sache nach. An jenem Tag     nahmUNO-Generalsekretär Kofi Annan seinen Abschied und erhielt     entsprechende Ovationen. Wahlkampfmanager montierten diese hinter den     nur schwach applaudierten Lula-Auftritt. Als vorhersehbar beschrieben     und kommentierten lediglich zwei, drei Qualitätszeitungen diesen alten     PR-Trick und zitierten Oppositionspolitiker, die von „großem  Betrug“,    Verletzung der Wahlgesetze und „lächerlichen Lügen“ sprachen  – weitere    Reaktionen der Öffentlichkeit gab es nicht.<br />
Doch Qualitätszeitungen sind im größten Teil des Landes gar nicht     erhältlich. Und Manipulationen dieser Art werden auch dadurch     erleichtert, dass aufgrund des laut Intellektuellen und kirchlichen     Menschenrechtsaktivisten absichtlich niedrig gehaltenen Bildungsniveaus     drei Viertel der Erwachsenen nicht in der Lage sind, einen simplen     Zeitungs- oder Buchtext auch nur zu lesen, geschweige denn zu  verstehen.    So hat gemäß Umfragen das Gros der Pflichtwähler gar nicht  begriffen,    um was es bei den zahlreichen Korruptionsskandalen um  Lula und dessen    Regierung eigentlich ging – Skandale immerhin, die in  Ländern wie    Deutschland zu enormer öffentlicher Empörung geführt  hätten. Auch die    Wirkungsmöglichkeiten alternativer Internet-Medien  sind dadurch stark    eingeschränkt.<br />
Die Interamerikanische Pressegesellschaft (SIP) hat Attacken von Lula     und anderen hohen Politikern auf unbequeme Landesmedien scharf     verurteilt. Angesehene Diktaturgegner veröffentlichten sogar ein     „Manifest zur Verteidigung der Demokratie“, warfen Lula „Autoritarismus“     vor und wandten, wenden sich gegen offene und verdeckte    Einschüchterung  von Journalisten.<br />
Die Auslandsmedien ignorieren derartige Vorgänge in der Regel ebenso wie     die alltäglichen gravierenden Menschenrechtsverletzungen, darunter     landesweite, systematische Folter durch Staatsangestellte, das Wüten  der    Todesschwadronen, die Scheiterhaufen von Rio de Janeiro, die     Massengräber für „Nichtidentifizierbare“, die außergerichtlichen     Exekutionen. Brasiliens Qualitätsmedien berichten darüber detailliert     und kontinuierlich, kritisierten auch die jüngsten Slum-Besetzungen von     Rio de Janeiro durch Militär und Polizei erstaunlich scharf. Von     Auslandsmedien kommt dagegen fast nur Lob.<br />
Entsprechend zufrieden ist Brasilia, das in den letzten Jahren     erhebliche Summen in die Auslandspropaganda investierte. Laut     Wirtschaftszeitschrift <em>Brasil Economico</em> wurden allein 2009     umgerechnet über 40 Millionen Euro verausgabt. Zitiert wird ein     Regierungsfunktionär Brasilias: „Unsere Priorität ist, Brasiliens Image     als das einer großen, sozial, politisch und wirtschaftlich stabilen     Demokratie zu stärken.“ Auch die Inlandspropaganda wurde unter der     Lula-Rousseff-Regierung enorm forciert. 2003, zum Amtsantritt, hätten     499 Medien Regierungsgelder für Propaganda-Verbreitung erhalten, 2009     seien es indes schon 7.047 Medien gewesen, heißt es in kritischen     Analysen. Viele brasilianische Politiker besäßen Zeitungen, Radio-und     TV-Stationen, und zahlreiche Medien seien von Regierungspropaganda     regelrecht abhängig.<br />
Für Propagandazwecke ausgegebene Mittel fehlen dann natürlich für die Hunger-und Elendsbekämpfung, für Bildung und Gesundheit.<br />
Nicht ungewöhnlich ist schließlich, dass hohe Politiker, gegen die     ermittelt wird, Medien gerichtlich untersagen lassen, darüber zu     berichten.<br />
Fast täglich drucken die Zeitungen aber weiterhin interessante,     unbequeme, gut fundierte Texte, die Brasilienklischees und offiziellen     Versionen widersprechen. Als die Lula-Rousseff-Regierung weltweit     verbreiten ließ, dass die internationale Wirtschafts-und Finanzkrise auf     Brasilien nur geringe Auswirkungen gehabt habe, belegten   investigative   Journalisten just das Gegenteil, weisen auf   Rekordentlassungen, den   Stopp vieler Industrieprojekte, auf   Exportprobleme und   Deindustrialisierung sowie auf geschönte offizielle   Statistiken hin.<br />
Und Wikileaks rennt mit seinen Brasilien-Enthüllungen bei den     einheimischen Journalisten lediglich offene Türen ein. Leere     antiamerikanische Rhetorik Brasilias wurde stets gegeißelt und die jetzt     bekanntgewordene, ans Weiße Haus gerichtete „Bitte um Verständnis  für    Sprüche gegen die USA in Wahlkampfzeiten“ daher genüsslich  zitiert.  „Es   existierten zwei Beziehungen zwischen Brasilien und den   Vereinigten   Staaten während der acht Lula-Jahre im  Präsidentenpalast“,  analysierte   Fernando Rodrigues von der <em>Folha de Sao Paulo</em>,   Brasiliens  größter  Qualitätszeitung. „In der Öffentlichkeit gab es   Prügel für die   Nordamerikaner – im vertraulich-privaten Umgang   indessen Liebkosungen   für die Brüder im Norden.“ In der Öffentlichkeit   dominiere zwar ein   bestimmter infantiler Antiamerikanismus – im   Wirtschaftlichen dagegen   die Anerkennung der Hegemonie des Partners.   „Im kulturellen Bereich, um   die Schizophrenie komplett zu machen,   sieht man sogar eine   enthusiastische Übernahme von Sitten, Gebräuchen,   Moden.“<br />
Dr. Claudio Guimaraes dos Santos in Sao Paulo zählt zu den wichtigsten     Denkern Brasiliens und liefert zum Verständnis der widersprüchlichen     (Medien-)Realität des Landes wichtige Argumente: „Das Volk schaut den     schockierendsten Skandalen stumm zu – die immense Passivität des     Brasilianers wird teils durch fehlende Bildung und Kultur verursacht. Es     fehlt Bewusstsein dafür, dass man eine solidarische Gesellschaft     aufbauen müsste. Die brasilianische Demokratie ist krank. Eine der     Säulen der Demokratie, der freie, mündige, kritische, bewusste Bürger,     existiert in Brasilien nicht. In den letzten zweihundert, dreihundert     Jahren hat man eine unkritische Masse geschaffen – unfähig, zu     entscheiden. Unsere Eliten sind immer kulturloser, ungebildeter. Niemand     mag schlechtes, verdorbenes Essen – doch schlechte Informationen     schlucken alle massenweise und völlig unkritisch. Hier fehlt     intellektueller Dialog. Ich fordere meine Kollegen stets auf: Wenn ihr     es nicht aussprecht, wer wird es dann tun? Der Fußballer, der     Pagodesänger, der schlechte Politiker, der jede Chance zum Reden sofort     nutzt? Wenn wir schweigen, beherrschen diese Leute die Szene. Deshalb     dürfen wir auch Risiken nicht scheuen!“</p>
<h1>Juden in Sao Paulo</h1>
<p>Als Deutschlands Bundespräsident Christian Wulff 2011 die chaotische     Megacity, Lateinamerikas führenden Wirtschaftsstandort mit über 1.200     deutschen Firmen besucht, wird am Ankunftstag im Zentrum ein   Obdachloser   lebendig verbrannt, am Abreisetag ein weiterer. In Sao   Paulo wüten   Todesschwadronen der Militärpolizei, gibt es Massengräber,   über 2.000   grauenhafte Slums mit Hunger und Lepra, prostituieren  sich  schon   zehnjährige Mädchen für weniger als einen Euro, um Crack  zu  kaufen – und   vor aller Augen in ganzen Horden zu konsumieren. Man  muss  sich diese   Zustände vergegenwärtigen, die von den allermeisten   Paulistanos   apathisch-passiv hingenommen oder sogar verdrängt werden,   um Situation   und Rolle der etwa 70.000 Juden im Menschenmeer der elf,   zwölf Millionen   zu verstehen. Denn diese „judeus“ scheinen schärfer  zu  diskutieren,   sich effizienter zu engagieren, bringen Resultate,  von  denen dann alle,   ob Arme oder Reiche, etwas haben. Lateinamerikas   bestes Hospital, ein   Riesenkomplex namens „Albert Einstein“ im  Viertel  Morumbi, haben die   Stadt-Juden errichtet – geleitet wird es  von dem  weltbekannten Mediziner   Claudio Lottenberg, Präsident der  jüdischen  Gemeinde ganz Brasiliens.</p>
<p>Der in Israel geborene Oded Grajew aus Sao Paulo, Erfinder, Aktivist     des Weltsozialforums, verweist auf dessen Bedeutung für die jüngsten     arabischen Entwicklungen. „Für jene, die das Weltsozialforum und  unsere    Spezialforen in Ägypten oder Tunesien mit Interesse und  Sensibilität    frequentierten, ist alles, was derzeit in der arabischen  Welt  geschieht,   keinerlei Überraschung.“<br />
Und dann Pedro Herz, dessen Kulturkaufhäuser, mit Kinos, Theatern,     Kursen und Konzerten in ganz Brasilien tonangebend sind. In einem Land     des Analphabetismus, in dem sogar ungezählte Uni-Studenten in ihrem     Leben nicht einen einzigen Roman lasen, wird der Deutschstämmige zum     Kulturpionier – die größte „Livraria Cultura“ Sao Paulos ist selbst am     Wochenende voll wie ein Supermarkt, dort kaufen sogar     lateinamerikanische Staatspräsidenten. „Da bin ich stolz drauf – wir     verkaufen Ideen!“, sagt Pedro Herz.<br />
Nachvollziehbar daher, dass viele im kosmopolitischen Sao Paulo die     jüdische Gemeinde bewundern, stark und gut organisiert empfinden,     ausdrücklich als ein Beispiel für die anderen Einwanderergemeinden     nennen. Die Juden, heißt es, seien sich einig im Kampf für     Menschenrechte, bei der Hilfe für Bedürftige, leisteten gerade im     öffentlichen Gesundheitswesen, das außerhalb Sao Paulos oft katastrophal     sei, ganz Erstaunliches, weit über ihr Einstein-Hospital hinaus. Ob    das  den „judeus“ bewusst ist, in einer von Desorganisation und     Laissez-faire geprägten Gesellschaft? Redet man mit ihnen, fällt das     hohe Maß an Selbstkritik auf, das Messen an höchsten Qualitätsmaßstäben.     Für Außenstehende scheint die seit über hundert Jahren existierende     Gemeinde stabil zu sein – die Juden selbst beobachten indessen   Rückgang,   gar Schwächung. Viele, die teils noch vor den Nazis aus   Deutschland   flohen, erleben bestürzt, dass ihre hoch qualifizierten   Kinder just in   dieses Land, doch auch in die USA, nach Australien und   selbst Israel   auswandern, weil sie in Brasilien keine  Arbeitsmarkt-und  Lebenschancen   sehen. Würde die  wirtschaftlich-soziale Lage besser,  sagt Nelson   Rozenchan, Direktor  des jüdischen Peretz-Gymnasiums, kämen  viele Juden   zurück oder  migrierten gar hierher. Manche junge Juden  Sao Paulos sagen   ihren  Eltern unumwunden, dass sie in einem Land mit  solch einer    reaktionären politischen Klasse, unglaubwürdigen  Politikern, soviel    Unehrlichkeit, ungesundem gesellschaftlichem Klima  nicht leben wollen –    und weggehen. Rozenchan nennt Zahlen: Vor 20  Jahren gab es in den    jüdischen Schulen von Sao Paulo etwa 5.000  Heranwachsende, heute nur    noch rund 3.000. In die Synagogen kamen an  den Festtagen bis zu 8.000    Juden, heute nur noch etwa 5.000. „Vielen  in Sao Paulo Geborenen ist  es   anders als den vor Pogromen, dem  Nazismus Geflohenen leider nicht  mehr   so wichtig, ihre jüdische  Identität zu zeigen, zu stärken, zu  betonen –   sie nutzen die Synagoge  nur noch bei Taufe, Heirat Tod.  Viele Juden   geben ihr Judentum auf.“<br />
Medienmacher Roni Gotthilf sieht seine Gemeinde im gigantischen,     unübersichtlichen Sao Paulo in kleine Inseln zerstreut, deren Bewohnern     es lediglich um die eigenen Interessen, vielleicht auch die der   eigenen   Synagoge gehe. Gotthilf fiele es schwer, die Interessen der   gesamten   Gemeinde klar zu benennen – doch dass sie schrumpft, steht   für ihn außer   Zweifel. Viele Juden haben sich assimiliert, dem   Lebensstil der  anderen  Brasilianer angepasst – in einer von Stress,   Hektik,  Kriminalität und  überraschend viel Einsamkeit geplagten   Metropole.  Junge Juden heiraten  immer öfter Nicht-Juden, schicken ihre   Kinder  nicht mehr in jüdische  Schulen, stehen dem Judentum ihrer   Eltern fern.  „Im neoliberalen Kontext  der heutigen Welt kann man   sicher  relativieren.  In Sao Paulo gehen die  Leute eher oberflächlich    miteinander um – wogegen wir Juden enger  zusammenleben, besser    zusammenhalten. Doch das Klima hier prägt alle:  Wenn die Gesellschaft    egoistisch und individualistisch ist, sind wir es  in gewisser Weise    dann eben auch.“<br />
Durch die schicke Rua Oscar Freire ziehen bei Tropenhitze Gruppen     orthodoxer Juden in schwarzem Anzug mit Weste, schwarzem Mantel und     Filzhut, umringt von ihren Kinderscharen. Die Familien haben fünf bis     sieben Sprösslinge – Liberale, Reformisten oder Konservative bringen es     dagegen auf höchstens zwei. Die Orthodoxen, etwa 15 Prozent der     Gemeinde, gleichen den Rückgang nicht aus und sind, wie Roni Gotthilf     betont, gar nicht gut angesehen. Andere relativieren, sehen bei aller     Kritik auch positive Aktivitäten, wie die der Hilfsorganisation Ten  Yad    mit über 300 Freiwilligen und einer Garküche, die zudem  Sozialprojekte    der Präfektur leitet und durchweg öffentliches Lob  erntet. Die   orthodoxe  Kleiderordnung gilt indessen als lächerlich und  für die   jüdische  Gemeinde blamabel. „Wer sogar bei schwüler Hitze  mit diesen   dicken,  hochgeschlossenen Klamotten rumläuft, leidet,  schwitzt, ermüdet   rasch –  das ist doch kein Judaismus, sondern  Fundamentalismus!“,   lauten  drastische Kommentare. Andere halten den  Orthodoxen zugute, dass   sie  besonders intensiv versuchen, junge  abgedriftete Juden ins   Gemeindeleben  zurückzuholen, deren jüdische  Identität wiederzubeleben.<br />
Der konservative Schuldirektor Nelson Rozenchan stellt unbequeme Fragen.     „Zehn Rabbiner haben zur Abtreibung zehn verschiedenen  Auffassungen.“    Jetzt, nach Bin Ladens Tötung, erhitzt ihn das Thema  Folter. „Wäre  ich   absolut sicher, dass Folter Menschenleben rettet,  würde ich sie    anwenden! Ich habe in Israel selbst erlebt,wie es durch  Folter gelang,    aus Jordanien eindringende Terroristen zu fangen und  dadurch etwa 50    Menschen vor dem Tod durch Selbstmordattentate zu  bewahren. An dieser    Lebenserfahrung kann ich nicht vorbei!“<br />
Mag die Mitgliederzahl der Gemeinde auch abnehmen, die Zahl ihrer     identitätsstiftenden Aktivitäten nicht. Herausragend wirkt dabei Sao     Paulos  Hebraica-Klub, das größte jüdische Gemeindezentrum außerhalb     Israels, eine grüne Oase im Betonmeer der Megacity. Viele der jährlich     etwa 700 Veranstaltungen, ob Theater, Filmfestival, Konzerte oder   Sport,   laufen hier – dazu immer neue Aktionen gegen den   Antisemitismus.   Niemand in Lateinamerika hat soviel über   Antisemitismus geforscht und   publiziert wie Maria Luiza Tucci Carneiro   von der Bundesuniversität Sao   Paulo. „Die Gemeinde ist sehr besorgt   über zunehmenden Antisemitismus   nicht nur in Brasilien, sondern vor   allem in Europa – will, dass endlich   auch die Regierung mehr dagegen   tut.“ Der Lula-Regierung wird von den   Juden allgemein vorgeworfen,   nicht eben hilfreich gewesen zu sein – des   Staatschefs Freundschaft   zum Holocaust-Leugner Ahmadinedschad spreche   Bände. Neonazi-Gruppen   wüchsen täglich mehr in Brasilien, nazistische   Symbole, Figuren von   Hitler und Himmler würden für 350 Euro ganz offen   in Sao Paulo   verkauft, Antisemitismus entlade sich auf bizarrste Weise.   Taxifahrer   schimpfen, an Sao Paulos irrwitzigen Verkehrsstaus seien nur   die  Juden  schuld. Im auch von 15.000 Juden bewohnten Viertel   Higienopolis   schimpft ein Vater lautstark in der Impf-Schlange, dass er   nur wegen   dieser „verdammten Juden“ solange warten müsse. „Den  Impfstoff  für   dein Kind hat ein Jude entwickelt“, kontert ein  Kipa-Träger. Sei  der   dann auch ein „judeu maldito?“ Der Vater wird ganz  still.</p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/join17.JPG" alt="join17.JPG" /></p>
<p><strong>“Verkauft euch nicht”. Wandinschrift im deutsch geprägten Joinville.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/13/brasilien-finanzierte-die-diktatur-von-pinochet-laut-von-folha-de-sao-paulo-veroffentlichten-geheimdepeschen-des-militarregimes/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/13/brasilien-finanzierte-die-diktatur-von-pinochet-laut-von-folha-de-sao-paulo-veroffentlichten-geheimdepeschen-des-militarregimes/</strong></a></p>
<p><strong>Pedro Herz, jüdischer Besitzer der größten brasilianischen  Buchkaufhauskette “Livraria Cultura” bedrückt 2011, daß der größte Teil  der Brasilianer wegen des immer schlechteren Schulsystems garnicht  verstehe, was er lese. “Die Leute könnten nicht mal einen kleinen Text  lesen und wiedergeben, kapieren den Text nicht &#8211; und das ist  grauenhaft.” Der Kulturverlust, die Medienkrise schreite fort &#8211; ob in  Brasilien oder im Rest der Welt. “Alle träumen von der erlebten  Vergangenheit, weil das Heute reizlos, enttäuschend ist.” </strong></p>
<p>Vivemos hoje num mundo desencantado. (Frei Betto 2011)</p>
<p><strong>Diktatur &#8211; Vergangenheitsbewältigung:</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html">http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/21/brasiliens-nazistisch-antisemitische-militardiktatur-hohe-militars-zu-herbert-cukurs-massenmorder-von-rigadu-hast-einen-einzigen-fehler-begangen-du-hattest-alle-juden-toten-sollen-hintergrun/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/21/brasiliens-nazistisch-antisemitische-militardiktatur-hohe-militars-zu-herbert-cukurs-massenmorder-von-rigadu-hast-einen-einzigen-fehler-begangen-du-hattest-alle-juden-toten-sollen-hintergrun/</strong></a></p>
<p><strong>Guido Westerwelle und Brasilien: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2013/12/26/guido-westerwelle-war-gestern-der-spiegel-westerwelle-in-brasilien-keinerlei-kritik-an-gravierenden-menschenrechtsverletzungensystematische-folter-todesschwadronen-liquidierung-von-menschen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2013/12/26/guido-westerwelle-war-gestern-der-spiegel-westerwelle-in-brasilien-keinerlei-kritik-an-gravierenden-menschenrechtsverletzungensystematische-folter-todesschwadronen-liquidierung-von-menschen/</a></p>
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		<title>Brasilianern wird am meisten Zutritt nach Europa verweigert, laut Landespresse. Über 6000 Zurückweisungen auf Flughäfen 2010. Auswanderungsland Brasilien.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/07/23/brasilianern-wird-am-meisten-zutritt-nach-europa-verweigert-laut-landespresse-uber-6000-zuruckweisungen-auf-flughafen-2010-auswanderungsland-brasilien/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 23:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Auswanderungsland Brasilien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie es weiter unter Berufung auf FRONTEX hieß, sind Brasilianer die sechste Nationalität  mit entdecktem illegalen Aufenthalt in Europa. http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/ http://www.hart-brasilientexte.de/2011/07/22/juan-arias-brasilienkorrespondent-von-el-pais-madrid-fragt-angesichts-der-neuesten-regierungs-korruptionsskandale-warum-reagieren-die-brasilianer-nicht/]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie es weiter unter Berufung auf FRONTEX hieß, sind Brasilianer die sechste Nationalität  mit entdecktem illegalen Aufenthalt in Europa. </strong></p>
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		<title>Brasilien: &#8222;Plattform Belo Monte&#8220; kritisiert Baugenehmigung für umstrittenes Wasserkraftwerk in Konfliktregion. Morde an Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten,  Indianerprotest in Sao Paulo: &#8222;Belo Monte de Merda!&#8220; Beteiligte ausländische Multis zufrieden. Brasilias große Atomkraftwerkspläne. Viel europäisches Lob für Lula-Rousseff-Regierung.</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 23:39:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bischof Erwin KrÃ¤utler]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilias Atomprogramm]]></category>
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		<description><![CDATA[http://plattformbelomonte.blogspot.com/ http://das-blaettchen.de/2011/06/brasiliens-umstrittene-wasserkraftwerke-5349.html http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/20/belo-monte-und-der-indianerprotest-in-sao-paulo-2011-scharfe-kritik-an-brasiliens-prasidentin-dilma-rousseff-belo-monte-de-merda-fotoserie/ http://www.hart-brasilientexte.de/2011/06/01/brasilien-der-rousseff-regierung-unterstellte-umweltbehorde-ibama-gibt-erlaubnis-zum-baubeginn-fur-umstrittenes-wasserkraftwerk-belo-monte/ Morde an Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/06/01/brasilien-erwartete-wirkung-der-morde-an-umwelt-und-menschenrechtsaktivisten-flucht-von-bewohnern-der-gewaltregionen-amazoniens-menschen-verbarrikadieren-sich-in-katen-kinder-gehen-nicht-mehr-zur/ Leonardo Boff 2010 :“Lula machte die größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung, ethische Politik.“   Arbeiteraufstände auf Wasserkraft-Baustellen Amazoniens:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/aktuelle-arbeiterrevolten-in-brasilienes-ahnelt-der-arabischen-welt-die-arbeiter-hielten-es-nicht-mehr-aus-und-machten-einen-tag-der-wut-ricardo-patah-prasident-der-brasilianischen-dachgewerks/ Bundespräsident Wulff, Präsidentin Rousseff, Atomkraftwerk Angra 3, dfie deutsche Exportbürgschaft:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/06/dilma-rousseff-appelliert-an-bundesprasident-wulff-sich-fur-den-bau-des-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-die-exportburgschaft-einzusetzen-melden-brasiliens-medien-die-grosen-atom-plane-brasilias/ Lulas Pro-AKW-Kurs mit deutscher Beteiligung:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/27/brasiliens-atomkraftwerke-programm-lula-dekretierte-kurz-vor-amtsabtritt-noch-totale-steuerbefreiung-fur-nuklearimporte-laut-landesmedien/ http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/28/multis-der-ersten-welt-verlagern-produktion-zunehmend-nach-brasilien-melden-landesmedien-billigstlohne-soziale-minimalstandards-und-zahme-gewerkschaften-sind-hauptvorteil-multis-aus-deutschland/ http://das-blaettchen.de/2011/05/wirtschaften-in-brasilien-4924.html Auswanderungsland Brasilien:  [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Morde an Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten:</strong>  <!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/06/01/brasilien-erwartete-wirkung-der-morde-an-umwelt-und-menschenrechtsaktivisten-flucht-von-bewohnern-der-gewaltregionen-amazoniens-menschen-verbarrikadieren-sich-in-katen-kinder-gehen-nicht-mehr-zur/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/06/01/brasilien-erwartete-wirkung-der-morde-an-umwelt-und-menschenrechtsaktivisten-flucht-von-bewohnern-der-gewaltregionen-amazoniens-menschen-verbarrikadieren-sich-in-katen-kinder-gehen-nicht-mehr-zur/</a></p>
<p><strong>Leonardo Boff 2010 :“Lula machte die größte Revolution der  sozialen  Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung,  ethische  Politik.“   </strong></p>
<p><strong>Arbeiteraufstände auf Wasserkraft-Baustellen Amazoniens: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/aktuelle-arbeiterrevolten-in-brasilienes-ahnelt-der-arabischen-welt-die-arbeiter-hielten-es-nicht-mehr-aus-und-machten-einen-tag-der-wut-ricardo-patah-prasident-der-brasilianischen-dachgewerks/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/aktuelle-arbeiterrevolten-in-brasilienes-ahnelt-der-arabischen-welt-die-arbeiter-hielten-es-nicht-mehr-aus-und-machten-einen-tag-der-wut-ricardo-patah-prasident-der-brasilianischen-dachgewerks/</a></p>
<p><strong>Bundespräsident Wulff, Präsidentin Rousseff, Atomkraftwerk Angra 3, dfie deutsche Exportbürgschaft:  </strong><!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/06/dilma-rousseff-appelliert-an-bundesprasident-wulff-sich-fur-den-bau-des-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-die-exportburgschaft-einzusetzen-melden-brasiliens-medien-die-grosen-atom-plane-brasilias/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/06/dilma-rousseff-appelliert-an-bundesprasident-wulff-sich-fur-den-bau-des-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-die-exportburgschaft-einzusetzen-melden-brasiliens-medien-die-grosen-atom-plane-brasilias/</a></p>
<p><span id="more-9994"></span></p>
<p><strong>Lulas Pro-AKW-Kurs mit deutscher Beteiligung:</strong>  <!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/27/brasiliens-atomkraftwerke-programm-lula-dekretierte-kurz-vor-amtsabtritt-noch-totale-steuerbefreiung-fur-nuklearimporte-laut-landesmedien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/27/brasiliens-atomkraftwerke-programm-lula-dekretierte-kurz-vor-amtsabtritt-noch-totale-steuerbefreiung-fur-nuklearimporte-laut-landesmedien/</a></p>
<p><!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
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<p><a href="http://das-blaettchen.de/2011/05/wirtschaften-in-brasilien-4924.html">http://das-blaettchen.de/2011/05/wirtschaften-in-brasilien-4924.html</a></p>
<p><strong>Auswanderungsland Brasilien:</strong>  <!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/</a></p>
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		<title>&#8222;Global Player&#8220; Brasilien: Obdachlose in Sao Paulo protestieren gegen lebendiges Verbrennen von Straßenbewohnern und andere Gewalttaten in Brasilien. &#8222;Viele Greueltaten garnicht amtlich registriert &#8211; Obdachlosenvertreibung beabsichtigt&#8220;, laut Menschenrechtsaktivisten. Fotoserie. Brasiliens Scheiterhaufen.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 14:53:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Auswanderungsland Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Hedwig Knist]]></category>
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		<category><![CDATA[Sao Paulo]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Obdachlosen forderten vor dem Stadtparlament von Sao Paulo zudem, daß ihnen gesetzlich zustehende Rechte auch tatsächlich garantiert werden. Jamil Murad, Präsident der Menschenrechtskommission des Stadtparlaments, solidarisierte sich mit den Straßenbewohnern, deren Zahl allein im Zentrum der Megacity etw 15000 beträgt und weiter anwächst. Die Obdachlosenseelsorge der Erzdiözese Sao Paulo nahm ebenfalls an der Protestaktion [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Obdachlosen forderten vor dem Stadtparlament von Sao Paulo zudem, daß ihnen gesetzlich zustehende Rechte auch tatsächlich garantiert werden. Jamil Murad, Präsident der Menschenrechtskommission des Stadtparlaments, solidarisierte sich mit den Straßenbewohnern, deren Zahl allein im Zentrum der Megacity etw 15000 beträgt und weiter anwächst. Die Obdachlosenseelsorge der Erzdiözese Sao Paulo nahm ebenfalls an der Protestaktion teil &#8211; Menschenrechtspriester Julio Lancelotti erläuterte gemeinsam mit Vertretern der Nationalen Obdachlosenbewegung vor der Presse die gravierenden Probleme und wies auf Vertreibungsaktionen im Vorfeld von Fußball-WM und Olympischen Spielen in Brasilien. Lancelotti war im Mai 2011 in der Obdachlosengemeinde Sao Paulos mit dem deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff zusammengetroffen. </strong></p>
<p><strong>Die großen brasilianischen Zeitungen haben über die Protestaktion der Obdachlosen, den Protestmarsch nicht berichtet. </strong></p>
<p><strong>Wie Lula im  Wahlkampf 2012 erklärte, wäre Brasilien ohne die regierende Arbeiterpartei PT nicht so &#8222;fröhlich und stolz&#8220;. </strong></p>
<h2 class="beitrags-titel">”Das System hier ist einfach verfault.” Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew 2010 im Website-Interview, als Deutschlands gesteuerter Mainstream noch die Lula-Rousseff-Regierung über den grünen Klee lobte…</h2>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/</a></strong></p>
<p><strong>In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.</strong> <strong>Brasilien rangiert auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung deutlich hinter Libyen. Während Libyen auf Platz 53 liegt, kommt Lateinamerikas größte Demokratie lediglich auf Platz 73.</strong></p>
<p><strong><strong>Frankfurter Buchmesse 2013 und Brasiliens Mensalao-Demokratie: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/17/frankfurter-buchmesse-2013-gastland-brasilien-literatur-und-landesrealitaet-keinerlei-veranstalterhinweis-auf-gravierende-menschenrechtslage-auf-daten-und-fakten-von-amnesty-international-und-bras/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/17/frankfurter-buchmesse-2013-gastland-brasilien-literatur-und-landesrealitaet-keinerlei-veranstalterhinweis-auf-gravierende-menschenrechtslage-auf-daten-und-fakten-von-amnesty-international-und-bras/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?ID=234433&amp;rubrik=7&amp;ausg=200210"><strong>http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?ID=234433&amp;rubrik=7&amp;ausg=200210</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/oprotest1.JPG" alt="oprotest1.JPG" /><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/06/deutscher-bundesprasident-christian-wulff-in-sao-paulo-mai-2011-obdachlosengemeinde-der-erzdiozese-hedwig-knist-vikar-julio-lancelotti/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/06/deutscher-bundesprasident-christian-wulff-in-sao-paulo-mai-2011-obdachlosengemeinde-der-erzdiozese-hedwig-knist-vikar-julio-lancelotti/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/oprotest2.JPG" alt="oprotest2.JPG" /></p>
<p><strong>Die Obdachlose, der Priester, der Präsident der Menschenrechtskommission.</strong></p>
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<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/09/obdachloser-schwarzer-in-sao-paulo-reichste-stadt-lateinamerikas-gesichter-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/09/obdachloser-schwarzer-in-sao-paulo-reichste-stadt-lateinamerikas-gesichter-brasiliens/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/obdachloserflammen.JPG" alt="obdachloserflammen.JPG" /></p>
<p><strong>Obdachloser wird verbrannt in Sao Paulos Zentrum &#8211; rechts &#8211; Autos fahren vorbei, Leute schauen zu&#8230;Bis heute keine Angaben der Polizei über Ermittlungsergebnisse. </strong></p>
<p><strong>&#8222;Sowohl im wirtschaftlichen als auch im sozialen Bereich ist das größte Land Südamerikas zu einem Vorbild in der Region geworden. &#8220; WeltTrends, Potsdam 2012</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Scheiterhaufen:</strong> <strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/29/brasiliens-scheiterhaufen-erstmals-in-einer-anklagenden-inszenierung-der-scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-zu-sehen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/29/brasiliens-scheiterhaufen-erstmals-in-einer-anklagenden-inszenierung-der-scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-zu-sehen/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/15/brasilien-scheiterhaufen-microondas-bis-2011-auch-rio-favela-mangueira-sitz-der-gleichnamigen-beruhmten-sambaschule-laut-qualitatszeitung-o-globo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/15/brasilien-scheiterhaufen-microondas-bis-2011-auch-rio-favela-mangueira-sitz-der-gleichnamigen-beruhmten-sambaschule-laut-qualitatszeitung-o-globo/</a></p>
<p><strong> Auswanderungsland Brasilien: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/</a></strong><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><span id="more-9892"></span></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-includes/js/tinymce/themes/advanced/images/spacer.gif" alt="weiter..." width="100%" height="10px" /></p>
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<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/erneut-zwei-abholzungsgegner-amazoniens-ermordet-fall-mit-der-liquidierung-der-nordamerikanischen-umweltaktivistin-dorothy-stang-von-2005-verglichen-morde-wiederum-im-amazonas-teilstaat-para/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/erneut-zwei-abholzungsgegner-amazoniens-ermordet-fall-mit-der-liquidierung-der-nordamerikanischen-umweltaktivistin-dorothy-stang-von-2005-verglichen-morde-wiederum-im-amazonas-teilstaat-para/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/oprotest3.JPG" alt="oprotest3.JPG" /></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/20/feel-brazil-go-bayao-deutsche-getrankefirma-veltins-wirbt-mit-brasilianischem-lebensstil-trotz-der-menschenrechts-und-sozialdaten-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/20/feel-brazil-go-bayao-deutsche-getrankefirma-veltins-wirbt-mit-brasilianischem-lebensstil-trotz-der-menschenrechts-und-sozialdaten-brasiliens/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/oprotest4.JPG" alt="oprotest4.JPG" /></p>
<p><strong>Morde an Dunkelhäutigen: </strong> <!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/morde-an-schwarzen-in-brasilien-starke-zunahme-unter-der-lula-regierung-von-drei-ermordeten-sind-zwei-schwarz-wikileaks-und-rassismus-in-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/morde-an-schwarzen-in-brasilien-starke-zunahme-unter-der-lula-regierung-von-drei-ermordeten-sind-zwei-schwarz-wikileaks-und-rassismus-in-brasilien/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/oprotest5.JPG" alt="oprotest5.JPG" /></p>
<p><strong>Ordensschwester, verfolgt zur Diktaturzeit &#8211; heute Obdachlosenbetreuerin in Sao Paulo &#8211; 90 Jahre alt!</strong></p>
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<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/oprotest6.JPG" alt="oprotest6.JPG" /></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/brasiliens-arbeitslosenrate-allen-ernstes-per-umfrage-in-einer-beschrankten-zahl-von-haushalten-ermittelt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/30/brasiliens-arbeitslosenrate-allen-ernstes-per-umfrage-in-einer-beschrankten-zahl-von-haushalten-ermittelt/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/oprotest7.JPG" alt="oprotest7.JPG" /></p>
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<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/08/sao-paulo-reichtum-elend-obdachlose/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/08/sao-paulo-reichtum-elend-obdachlose/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/oprotest8.JPG" alt="oprotest8.JPG" /></p>
<p><strong>Protestmarsch zur Kathedrale von Sao Paulo.</strong></p>
<p>Hintergrundtext von 2010:</p>
<p><strong>Brasiliens Massengräber</strong><strong> </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-includes/js/tinymce/themes/advanced/images/spacer.gif" alt="weiter..." width="100%" height="10px" /></p>
<p><strong>„Wenn die Toten da reingeschmissen werden, sind das Szenen wie in diesen Holocaustfilmen“, beklagen sich Anwohner von Massengräber-Friedhöfen der größten lateinamerikanischen Demokratie. In der Tat wird seit der Diktaturzeit vom Staat die Praxis beibehalten, nicht identifizierte, zu „Unbekannten“ erklärte Tote in Massengräbern zu verscharren.  Die Kirche protestiert seit Jahrzehnten dagegen und sieht darin ein gravierendes ethisch-moralisches Problem, weil es in einem Land der Todesschwadronen damit auch sehr leicht sei, unerwünschte Personen verschwinden zu lassen. In der Megacity Sao Paulo mit ihren mehr als 23 Millionen Einwohnern empört sich der weltweit angesehene Menschenrechtspriester Julio Lancelotti: „In Brasilien wird monatlich eine erschreckend hohe Zahl von Toten anonym in Massengräbern verscharrt, verschwinden damit Menschen auf offiziellem Wege, werden als Existenz für immer ausgelöscht. Wir von der Kirche nehmen das nicht hin, versuchen möglichst viele Tote zu identifizieren, um sie  dann auf würdige Weise christlich zu bestatten. Wir brauchten einen großen Apparat, ein großes Büro, um alle Fälle aufklären zu können – dabei ist dies eigentlich Aufgabe des Staates!“</strong><strong>Padre Lancelotti erinnert daran, daß während der 21-jährigen Diktaturzeit in Sao Paulo von den Machthabern 1971 eigens der Friedhof Dom Bosco geschaffen wurde, um dort zahlreiche ermordete Regimegegner heimlich gemeinsam mit jenen unbekannten Toten, den sogenannten „Indigentes“, in Massengräber zu werfen. Wie die Menschenrechtskommission des Stadtparlaments jetzt erfuhr, wurden seit damals allen Ernstes 231000 Tote als Namenlose verscharrt – allein auf d i e s e m Friedhof. Heute  kommen Monat für Monat dort zwischen 130 und 140 weitere Indigentes hinzu. Nach einem Massaker an Obdachlosen Sao Paulos kann Priester Lancelotti zufällig auf dem  Friedhof Dom Bosco beobachten, wie sich der Staat der Namenlosen entledigt: “Als der Lastwagen kommt und geöffnet wird, sehe ich mit Erschrecken, daß er bis obenhin voller Leichen ist. Alle sind nackt und werden direkt ins Massengrab geworfen. Das wird zugeschüttet &#8211; und fertig. Sollten wir später noch Angehörige ermitteln, wäre es unmöglich, die Verstorbenen in der Masse der Leichen wiederzufinden. Was sage ich als Geistlicher dann einer Mutter?“ </strong><strong>Lancelotti hält einen Moment inne, reflektiert: „Heute hat das Konzentrationslager keinen Zaun mehr, das KZ ist sozusagen weit verteilt – die Menschen sind nach wie vor klar markiert, allerdings nicht auf der Kleidung, sondern auf dem Gesicht, dem Körper. Und sie werden verbrannt, verscharrt, wie die Gefangenen damals, und es gibt weiter Massengräber.“ </strong><strong>Was in Sao Paulo geschieht, ist keineswegs ein Einzelfall. In der nordostbrasilianischen Millionenstadt Fortaleza leiden die Anwohner des Friedhofs „Bom Jardim“ seit Jahren bei den hohen Tropentemperaturen unter grauenhaftem Leichengeruch. „Die Toten werden oft schon verwest hergebracht, wie Tiere verscharrt, wir müssen zwangsläufig zusehen, es ist grauenhaft“, klagt eine Frau. „Fast jeden Tag kommt der Leichen-LKW – doch bei den heftigen Gewitterregen wird die dünne Erdschicht über den Toten weggeschwemmt, sehen wir die Massengräber offen, wird der Geruch im Stadtviertel so unerträglich, daß viele Kopfschmerzen kriegen, niemand hier eine Mahlzeit zu sich nimmt.“ Der Nachbar schildert, wie das vergiftete Regenwasser vom Friedhof durch die Straßen und Gassen des Viertels läuft: „Das Wasser ist grünlich und stinkt, manchmal werden sogar Leichenteile mitgeschwemmt – und weggeworfene Schutzhandschuhe der Leichenverscharrer. Die Kinder spielen damit – haben sich an die schrecklichen Vorgänge des Friedhofs gewöhnt.  Wir alle haben Angst, daß hier Krankheiten, Seuchen ausbrechen.“</strong><strong>Selbst in Rio de Janeiro sind die Zustände ähnlich, werden zahllose Menschen von Banditenkommandos der über 1000 Slums liquidiert und gewöhnlich bei Hitze um die 35 bis 40 Grad erst nach Tagen in fortgeschrittenem Verwesungszustand zum gerichtsmedizinischen Institut abtransportiert. Wie aus den Statistiken hervorgeht, werden in den Großstädten monatlich stets ähnlich viele Tote als „Namenlose“ in Massengräber geworfen wie in Sao Paulo, der reichsten Stadt ganz Lateinamerikas. </strong><strong>Priester Julio Lancelotti und seine Mitarbeiter stellen immer wieder Merkwürdigkeiten und verdächtige Tatbestände fest. „Werden Obdachlose krank und gehen in bestimmte öffentliche Hospitäler, bringt man an ihrem Körper eine Markierung an, die bedeutet, daß der Person nach dem Tode zu Studienzwecken Organe entnommen werden. Die Männer registriert man durchweg auf den Namen Joao, alle Frauen als Maria. Wir streiten heftig mit diesen Hospitälern und wollen, daß die Obdachlosen auch nach dem Tode mit den echten Namen geführt werden. Schließlich kennen wir diese Menschen, haben über sie Dokumente. Man meint eben, solche Leute sind von der Straße, besitzen also weder eine Würde noch Bürgerrechte. Wir haben in der Kirche eine Gruppe, die den illegalen, kriminellen Organhandel aufklären will, aber rundum nur auf Hindernisse stößt. Denn wir fragen uns natürlich auch, ob jenen namenlos Verscharrten vorher illegal Organe entnommen werden.“</strong><strong>Fast in ganz Brasilien  und auch in Sao Paulo sind Todesschwadronen aktiv, zu denen Polizeibeamte gehören, wie sogar das Menschenrechtsministerium in Brasilia einräumt. Tagtäglich würden mißliebige Personen außergerichtlich exekutiert, heißt es. Darunter sind auch Obdachlose, von denen allein in Sao Paulos Zentrum weit über zehntausend auf der Straße hausen. Wie Priester Julio Lancelotti betont, ist zudem die Zahl der Verschwundenen auffällig hoch. </strong><strong>„Auf den Straßen Sao Paulos werden viele Leichen gefunden. Denn es ist sehr einfach, so einen Namenlosen zu fabrizieren. Man nimmt ihm die Personaldokumente weg, tötet ihn und wirft ihn irgendwo hin. Wir gehen deshalb jeden Monat ins gerichtsmedizinische Institut, um möglichst viele Opfer zu identifizieren. Die Polizei ist immer überrascht und fragt, warum uns das interessiert. Das Identifizieren ist für uns eine furchtbare, psychisch sehr belastende Sache, denn wir müssen monatlich stets Hunderte von Getöteten anschauen, die in großen Leichenkühlschränken liegen &#8211; alle schon obduziert und wieder zugenäht. Und man weiß eben nicht, ob da Organe entnommen wurden.“</strong><strong>Solchen Verdacht hegen nicht wenige Angehörige von Toten, die seltsamerweise als „Namenlose“ im Massengrab endeten. In der nordostbrasilianischen Küstenstadt Maceio geht letztes Jahr der 69-jährige Sebastiao Pereira sogar mit einem Protestplakat voller Fotos seines ermordeten Sohnes auf die Straße. Dem Vater hatte man im gerichtsmedizinischen Institut die Identifizierung der Leiche verweigert – diese dann mysteriöserweise auf einen Indigentes-Friedhof gebracht. Kaum zu fassen – ein Friedhofsverwalter bringt es fertig, Sebastiao Ferreira später  mehrere Leichenteile, darunter einen Kopf zu zeigen. „Mein Sohn wurde allein am Kopf von vier MG-Schüssen getroffen – und dieser Kopf war doch intakt! Ich setzte eine DNA-Analyse durch – der Kopf war von einem Mann, das Bein von einem anderen, der Arm wiederum von einem anderen – doch nichts stammte von meinem Sohn“, sagt er der Presse. </strong><strong>In Sao Paulo hat Priester Lancelotti durchgesetzt, daß ein Mahnmal auf dem Friedhof Dom Bosco an die ermordeten Regimegegner, aber auch an die mehr als 200000 „Namenlosen“ erinnern wird.</strong><strong> Neuerdings macht der Friedhof in Brasilien immer wieder Schlagzeilen, allerdings nicht wegen der Massengräber von heute. Progressive Staatsanwälte versuchen das Oberste Gericht in Brasilia zu überzeugen, den zur Diktaturzeit für den Friedhof verantwortlichen Bürgermeister Paulo Maluf und den damaligen Chef der Politischen Polizei, Romeu Tuma, wegen des Verschwindenlassens von Oppositionellen vor Gericht zu stellen. Erschwert wird dies jedoch durch den Politikerstatus der Beschuldigten: Paulo Maluf ist Kongreßabgeordneter und Romeu Tuma sogar Kongreßsenator – beide gehören zum Regierungsbündnis von Staatspräsident Lula.</strong></p>
<p><strong>“Das bestehende System ent-erzieht uns. Nur so ist es möglich, dass für einen Menschen ein Kratzer an seinem neuen Auto schlimmer sein kann, als dass ein Mensch vor seiner Haustür an Hunger stirbt.” Frei Betto, Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/09/diktaturopfercpi.JPG" alt="diktaturopfercpi.JPG" /></p>
<p><strong>Diktaturopfer &#8211; getötete Regimegegnerin, Foto von kirchlichen Menschenrechtsaktivisten.</strong></p>
<h2 class="beitrags-titel">Deutscher Bundespräsident Walter Scheel, FDP: “Die Toleranz ist das Grundprinzip der brasilianischen Rassendemokratie. Konflikte friedlich zu lösen, ist alte Tradition in ihrem Land.” Scheel zeichnete den Folterdiktator Ernesto Geisel während der Militärdiktatur mit dem Großkreuz zum Bundesverdienstorden der Sonderklasse aus.</h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<p><strong>Katholik Schlingensief:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/23/den-leuten-zu-sagen-in-was-fur-einer-verlogenen-scheise-wir-alle-leben-schlingensief-in-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/23/den-leuten-zu-sagen-in-was-fur-einer-verlogenen-scheise-wir-alle-leben-schlingensief-in-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/10/ObdachloserKr%C3%BCckeS%C3%A915.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-50559" src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/10/ObdachloserKr%C3%BCckeS%C3%A915.jpg" alt="ObdachloserKrückeSé15" width="888" height="768" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/10/ObdachloserLatasammlerCecil15.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-50563" src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/10/ObdachloserLatasammlerCecil15-1024x708.jpg" alt="???????????????????????????????" width="1024" height="708" /></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/10/ObdachloserLatasammlerCecil152.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-50565" src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/10/ObdachloserLatasammlerCecil152-1024x387.jpg" alt="???????????????????????????????" width="1024" height="387" /></a></p>
<p>Obdachloser Alubüchsensammler, an katholischer Kirche.</p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/10/BettlerinschwangerAp15.jpg" alt="???????????????????????????????" /></p>
<p><strong>Brasilien – Verelendung und menschliche Verhaltensweisen:</strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2014/03/17/brasilien-2014-wie-verelendung-menschliche-verhaltensweisen-andert-altere-obdachlose-frau-wascht-sich-allabendlich-vollig-nackt-an-strasenkreuzung-von-sao-paulo-reichste-stadt-lateinamerikas-viele/">http://www.hart-brasilientexte.de/2014/03/17/brasilien-2014-wie-verelendung-menschliche-verhaltensweisen-andert-altere-obdachlose-frau-wascht-sich-allabendlich-vollig-nackt-an-strasenkreuzung-von-sao-paulo-reichste-stadt-lateinamerikas-viele/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/09/Grito151.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-44154" src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/09/Grito151.jpg" alt="Grito151" width="768" height="935" /></a></p>
<p><strong>Obdachloser greift zum Mikrophon vor der Kathedrale Sao Paulos, schreit Verzweiflung heraus. Wie üblich bei den landesweiten Protestaktionen des “Grito dos Excluidos” seit dem Amtsantritt der Lula-Rousseff-Regierung von 2003 – keine Medienfunktionäre, TV-Kamerateams des gesteuerten mitteleuropäischen Mainstreams für eventuelle Berichterstattung präsent, auch nicht bei den Protestgottesdiensten. </strong></p>
<p><strong>Brasilien – Daten, Statistiken, Rankings:</strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/08/SPSchlafenderFahrradPaulista15.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-42270" src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/08/SPSchlafenderFahrradPaulista15.jpg" alt="SPSchlafenderFahrradPaulista15" width="981" height="768" /></a></p>
<p><strong>“Schlafen” mittags in Abgasgestank an der Avenida Paulista in Sao Paulo – erschöpfter verdreckter Obdachloser, Habseligkeiten in Plastiktüten am Fahrrad. </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2014/01/spobdoper5.jpg" alt="spobdoper5.jpg" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kurioses Schönreden Brasiliens durch mitteleuropäische Politiker, Schönschreiben durch gesteuerten europäischen Mainstream, obwohl Brasilien auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung lediglich Platz 79 belegt…Dieser Ranking-Platz wird vom Mainstream fast ausnahmslos unterschlagen. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/09/brasilien-immer-mehr-bein-und-schenkelamputationen-wegen-der-armuts-und-elendskrankheit-diabetes-rund-45000-amputationen-jahrlich-laut-medizinexperten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/09/brasilien-immer-mehr-bein-und-schenkelamputationen-wegen-der-armuts-und-elendskrankheit-diabetes-rund-45000-amputationen-jahrlich-laut-medizinexperten/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/03/DilmaProtestItanhaem1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-28863" src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/03/DilmaProtestItanhaem1.jpg" alt="DilmaProtestItanhaem1" width="768" height="928" /></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/obdachlose-in-sao-paulo-protestieren-gegen-lebendiges-verbrennen-von-strasenbewohnern-und-andere-gewalttaten-in-brasilien-viele-greueltaten-garnicht-amtlich-registriert-obdachlosenvertreibung-bea/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2016/12/ScheiterhaufenFREITAG2002.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-86100" src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2016/12/ScheiterhaufenFREITAG2002-1024x896.jpg" alt="ScheiterhaufenFREITAG2002" width="1024" height="896" /></a></p>
<p><strong>Ausriß, Wochenzeitung DER FREITAG 2002</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Auswanderungsland Brasilien &#8211; unter Lula-Rousseff &#8211; Bye-bye-Brasil. Sergio Costa, Soziologie-Professor an der FU Berlin, bestätigt die Entwicklung. Vom Ausland gelobte Bedingungen werden von vielen Brasilianern als Auswanderungsgrund eingestuft. Brasiliens Scheiterhaufen, Obdachlose lebendig verbrannt. Ausländer verlassen Rio und Sao Paulo.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 May 2011 12:44:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderungsland Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[FU Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Sergio Costa]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/brasilien-wurde-unter-lula-rousseff-zum-auswanderungsland-bye-bye-brasil-sergio-costa-soziologie-professor-an-der-fu-berlin-bestatigt-die-entwicklung/</guid>
		<description><![CDATA[http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/11/offizielle-deutsch-brasilianische-beziehungen-der-mutige-evangelische-gefangnispastor-wolfgang-lauer-gravierende-menschenrechtsverletzungen-in-brasilienes-sind-einfach-die-okonomischen-die-polit/ Der brasilianische Soziologieprofessor Sergio Costa hat jetzt in Berlin Einschätzungen zahlreicher Intellektueller und Wirtschaftsexperten seines Heimatlandes bestätigt, wonach infolge der Regierungspolitik, der politisch-sozialen und soziokulturellen Bedingungen immer mehr Brasilianer in Länder der Ersten Welt auswandern. Costa sagte gegenüber der österreichischen Tageszeitung &#8222;Standard&#8220; wörtlich:&#8220; Heute verlassen mehr Menschen Brasilien, es ist zum Auswanderungsland geworden.&#8220; Ginge [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/11/offizielle-deutsch-brasilianische-beziehungen-der-mutige-evangelische-gefangnispastor-wolfgang-lauer-gravierende-menschenrechtsverletzungen-in-brasilienes-sind-einfach-die-okonomischen-die-polit/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/11/offizielle-deutsch-brasilianische-beziehungen-der-mutige-evangelische-gefangnispastor-wolfgang-lauer-gravierende-menschenrechtsverletzungen-in-brasilienes-sind-einfach-die-okonomischen-die-polit/</strong></a></p>
<p><strong>Der brasilianische Soziologieprofessor Sergio Costa hat jetzt in Berlin Einschätzungen zahlreicher Intellektueller und Wirtschaftsexperten seines Heimatlandes bestätigt, wonach infolge der Regierungspolitik, der politisch-sozialen und soziokulturellen Bedingungen immer mehr Brasilianer in Länder der Ersten Welt auswandern. Costa sagte gegenüber der österreichischen Tageszeitung &#8222;Standard&#8220; wörtlich:&#8220; Heute verlassen mehr Menschen Brasilien, es ist zum Auswanderungsland geworden.&#8220; Ginge es nach der Auslandspropaganda, müßte indessen das Gegenteil der Fall sein.2011 hatten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Sao Paulos im Website-Interview auf das Auswanderungsproblem verwiesen, da zu einem großen Teil sehr gut ausgebildete  junge Menschen unter der Lula-bzw. Rousseff-Regierung dem Land den Rücken kehren.</strong></p>
<h2 class="beitrags-titel">Wie Barack Obama den Tropenstaat Brasilien bewertet: “Brasilien ist eine beispielhafte Demokratie. Dieses Land ist nicht länger das Land der Zukunft – die Menschen in Brasilien sollten wissen, daß die Zukunft gekommen ist, sie ist hier, jetzt”.</h2>
<h4 class="artikel">BRASILIEN</h4>
<h1>Gauck: Von Brasilien lernen</h1>
<p class="intro"><strong>Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013</strong></p>
<h1>Gauck sieht Kolumbien und Brasilien “auf gutem Wege”/Deutschlandradio Kultur</h1>
<p><strong>“Moderne Scheiterhaufen aus Autoreifen”:</strong></p>
<p>-<a href="http://www.deutschlandradiokultur.de/moderne-scheiterhaufen-aus-autoreifen.1013.de.html?dram:article_id=167263">http://www.deutschlandradiokultur.de/moderne-scheiterhaufen-aus-autoreifen.1013.de.html?dram:article_id=167263</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Militärdiktatur, Folter, Karneval in Rio de Janeiro, Kulturpolitik: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/06/brasilien-populares-glucksspiel-wuchs-in-rio-de-janeiro-mit-hilfe-von-folterknechten-der-militardiktatur-laut-o-globo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/06/brasilien-populares-glucksspiel-wuchs-in-rio-de-janeiro-mit-hilfe-von-folterknechten-der-militardiktatur-laut-o-globo/</a></p>
<p><strong>Auffällig niedrige Produktivität Brasiliens: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/27/boomland-brasilien-die-angeblich-aufstrebende-wirtschaftsmacht-warum-sind-wir-so-unproduktiv-fuhrende-wirtschaftszeitschrift-exame-beschreibt-brasiliens-enormen-wirtschaftlichen-ruckst/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/27/boomland-brasilien-die-angeblich-aufstrebende-wirtschaftsmacht-warum-sind-wir-so-unproduktiv-fuhrende-wirtschaftszeitschrift-exame-beschreibt-brasiliens-enormen-wirtschaftlichen-ruckst/</strong></a></p>
<h2>“Brasilien boomt &#8211; und seine Jugend ist selbstbewußt wie nie.” Der Spiegel 2012. <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=13520">**</a></h2>
<p>Tags: , <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/boomland-brasilien/" rel="tag">Boomland Brasilien</a></p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/boomland-brasilien-wie-junge-cariocas-leben-a-835370.html"><strong>http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/boomland-brasilien-wie-junge-cariocas-leben-a-835370.html</strong></a></p>
<p><strong>In der UNESCO-Bildungsstatistik liegt Deutschland auf Platz 13, Brasilien nur auf Platz 88. Entsprechend gering ist in Brasilien u.a. das Verständnis für deutsche Kultur &#8211; erheblich größer in Ländern Lateinamerikas, die bessere Plätze belegen. </strong> <a href="http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/ED/pdf/gmr2011-efa-development-index.pdf">http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/ED/pdf/gmr2011-efa-development-index.pdf</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/bye-bye-brasil-auslander-verlassen-sao-paulo-und-rio-de-janeiro-laut-offizieller-statistik-auswanderungsland-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/26/bye-bye-brasil-auslander-verlassen-sao-paulo-und-rio-de-janeiro-laut-offizieller-statistik-auswanderungsland-brasilien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/crackpaarhelvetia.JPG" alt="crackpaarhelvetia.JPG" /></p>
<p><strong>Zwei Crack-Süchtige, laut brasilianischen Augenzeugen, vor Bahnhofseingang, Dezember 2011, nahe der Kulturbehörde des Teilstaats Sao Paulo.</strong></p>
<p><strong>Zeit-Leser:</strong></p>
<p><strong>“Hätte jedes Land einen Präsidenten wie Lula, dann wäre unsere Welt ein besserer Ort. Er ist kein Politiker, er ist ein Staatsmann.” Deutscher Leserbrief an die “Zeit”.  </strong></p>
<p><a href="http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?ID=234433&amp;rubrik=7&amp;ausg=200210"><strong>http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?ID=234433&amp;rubrik=7&amp;ausg=200210</strong></a></p>
<p><a href="http://www.bpb.de/themen/OND0KT,0,Auswanderung.html"><strong>http://www.bpb.de/themen/OND0KT,0,Auswanderung.html</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html"><strong>http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html</strong></a></strong></p>
<p><span id="more-9886"></span></p>
<p><strong>In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.</strong> <strong>Brasilien rangiert auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung deutlich hinter Libyen. Während Libyen auf Platz 53 liegt, kommt Lateinamerikas größte Demokratie lediglich auf Platz 73. </strong></p>
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<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/zeitungsfotoermordeterziege.JPG" alt="zeitungsfotoermordeterziege.JPG" /></p>
<p><strong>Zeitungsfoto aus Rio, Ausriß: Ermordeter in Favela neben Ziege.</strong></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/30/liquidierung-brasilianischer-umweltaktivisten-und-systemkritiker-regierung-macht-ubliche-versprechen-wie-bei-fruheren-attentaten-massakern/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/30/liquidierung-brasilianischer-umweltaktivisten-und-systemkritiker-regierung-macht-ubliche-versprechen-wie-bei-fruheren-attentaten-massakern/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/08/zeitungsfotourubu.jpg" alt="zeitungsfotourubu.jpg" /></p>
<p><strong>Ausriß, Rio. Das Kleinkind, die schwangere Mutter, die Mordopfer.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/28/edvard-munch-der-schrei-version-von-der-avenida-paulista-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/28/edvard-munch-der-schrei-version-von-der-avenida-paulista-brasilien/</strong></a></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><strong>Viele Juden, die teils noch vor den Nazis aus Deutschland flohen, erleben danach bestürzt, daß ihre sehr hoch qualifizierten Kinder just in dieses Land, doch auch in die USA, nach Australien und Israel auswandern, weil sie in Brasilien keine Arbeitsmarkt-und Lebenschancen sehen. Brasilien belegt auf dem UNO-Bildungsindex nur den 93. Platz, weit abgeschlagen hinter Staaten wie Botswana(81.) Libyen(66.) oder Argentinien(40). Niedriges Bildungsniveau prägt das gesellschaftliche Klima des Tropenlandes auf ungesundeste Weise – nicht wenige junge Juden Sao Paulos sagen daher ihren Eltern unumwunden, daß sie auch in einem Brasilien unglaubwürdiger bis reaktionärer Politiker nicht leben wollen – und weggehen.  </strong></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><a href="http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html">http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html</a></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/02/brasiliens-hochschulen-und-universitaten-back-to-school-us-studentin-flora-thomson-de-veaux-sorgt-mit-uraltbekannten-feststellungen-fur-aufregung-im-tropenland-deutsche-profs-sprachen-schon-in/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/02/brasiliens-hochschulen-und-universitaten-back-to-school-us-studentin-flora-thomson-de-veaux-sorgt-mit-uraltbekannten-feststellungen-fur-aufregung-im-tropenland-deutsche-profs-sprachen-schon-in/</strong></a></strong></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if !mso]&gt;  st1\:*{behavior:url(#ieooui) }  &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><strong>Nur 29575 (Paß-) Deutsche leben in Brasilien &#8211; doch 89000 Brasilianer laut Schätzungen des brasilianischen Außenministeriums in Deutschland, rund 57500 in der Schweiz, melden Landesmedien. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/27/die-andere-brasilienkarte-the-economist-vergleicht-die-teilstaaten-mit-landern-der-erde/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/27/die-andere-brasilienkarte-the-economist-vergleicht-die-teilstaaten-mit-landern-der-erde/</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Rund 180000 Brasilianer, hieß es weiter, lebten in Großbritannien, rund 60000 in Frankreich, rund 137600 in Portugal, rund 70000 in Italien &#8211; rund 1,28 Millionen in den USA. Indessen lebten nur 29130 US-Bürger in Brasilien.</strong></p>
<p><strong>Auffällig ist, daß sich unter den in Brasilien lebenden Deutschen in den letzten Jahren immer mehr Frustration über die brasilianischen Lebensumstände, die soziokulturellen Bedingungen breit macht &#8211; immer mehr das Tropenland nicht mehr als reizvoll empfinden.  </strong></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/16/brasilien-wie-weit-hat-es-das-land-unter-der-lula-rousseff-regierung-im-bildungsbereich-gebracht-nur-93-platz-auf-dem-un-bildungs-rankingbotswana-weit-besser-auf-platz-81/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/16/brasilien-wie-weit-hat-es-das-land-unter-der-lula-rousseff-regierung-im-bildungsbereich-gebracht-nur-93-platz-auf-dem-un-bildungs-rankingbotswana-weit-besser-auf-platz-81/</a></p>
<p><strong>Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew in Sao Paulo: “Brasilien nahm früher viele Einwanderer auf &#8211; mich zum Beispiel, aus Tel Aviv. Andere kamen aus Europa, Japan. Die dachten, Brasilien sei ein Land, wo man sich entwickeln könne. Heute verlassen tausende, vor allem junge Brasilianer das Land, heute exportiert dieses Land Brasilianer &#8211; nach Europa, in die USA, nach Australien. Da stellt sich die Frage, wieso, warum?”</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/atherino2009.jpg" alt="atherino2009.jpg" /></p>
<p><strong>Atherino 2009.</strong></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</a></p>
<p><strong>Ironisch bemerkt Grajew im Exklusivinterview gegenüber dieser Website zur Positivberichterstattung über Brasilien  in Europa, darunter in Deutschland:”Warum gehen so viele Brasilianer nach Deutschland, warum wollen noch viel mehr dorthin &#8211; aber warum wollen die Deutschen nicht hier leben? Teile unserer Elite sind sehr traurig, die eigenen Kinder zu verlieren, die es nämlich vorziehen, in Europa, den USA, Australien zu leben. Ich kenne viele Unternehmer, die triste und verärgert sind, daß die Kinder es vorziehen, in der Ersten Welt zu wohnen. Die weggehen, sagen, ich hätte nur zu gerne, daß Brasilien die gleiche Lebensqualität, diese Ehrlichkeit hat. Ich habe viele persönliche Freunde, deren Kinder in England, auch in Deutschland leben. Meine Freunde möchten, daß sie zurückkehren. Doch die Kinder sagen &#8211; in diesem Land, mit so einer politischen Klasse will ich nicht leben. Erst wenn Brasilien besser wird, kehre ich zurück. Diese Menschen gehen nicht weg, weil sie etwa den Alpenschnee so mögen &#8211; die wollen einfach in einer anderen Atmosphäre, in einem anderen gesellschaftlichen Klima leben. Heute sind Brasiliens Politiker enorm in Mißkredit, unglaubwürdig. Man findet schwerlich eine Person guten Willens, die heutzutage noch in die Politik, in eine politische Partei geht.”</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Scheiterhaufen:</strong>  <!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/29/brasiliens-scheiterhaufen-erstmals-in-einer-anklagenden-inszenierung-der-scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-zu-sehen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/29/brasiliens-scheiterhaufen-erstmals-in-einer-anklagenden-inszenierung-der-scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-zu-sehen/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/09/mordstatistikcopacabanaglobo.JPG" alt="mordstatistikcopacabanaglobo.JPG" /></p>
<p><strong>Ausriß &#8211; Rio de Janeiros Präfektur läßt Ausstellung von Menschenrechts-NGO über Morde und Gewalt in Rio entfernen. Zur Begründung hieß es, die Ausstellung schädige den Stadt-Tourismus. </strong> <strong>Die NGO “Rio de Paz” protestierte entsprechend.</strong></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/14/steinigen-im-iran-unter-ahmadinedschad-und-in-brasilien-unter-lula-lula-konnte-sich-uber-die-tatsache-beunruhigen-das-brasilien-zu-den-landern-gehort-in-denen-am-meisten-gelyncht-wird-jose/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/14/steinigen-im-iran-unter-ahmadinedschad-und-in-brasilien-unter-lula-lula-konnte-sich-uber-die-tatsache-beunruhigen-das-brasilien-zu-den-landern-gehort-in-denen-am-meisten-gelyncht-wird-jose/</a></p>
<p>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/29575-pas-deutsche-leben-in-brasilien-89000-brasilianer-laut-schatzungen-des-brasilianischen-ausenministeriums-in-deutschland-melden-landesmedien/</p>
<p>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/07/bye-bye-brasil-dirigent-und-komponist-john-neschling-verlast-brasilien-nach-14-jahren-kritisiert-fehlende-kulturpolitik-paralysierende-und-unsensible-staatsburokratie-brutalen-umgang-mit-kult/</p>
<p>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/21/brasiliens-patrimoniogate-um-superminister-antonio-palocci-mitregierer-lula-schaltet-sich-in-aktive-verteidigung-des-angeschlagenen-palocci-ein-melden-landesmedien-millionar-lula/</p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/12/alkohol-risikoverhalten-in-brasilien-starker-als-in-rusland-laut-weltgesundheitsorganisation-alkoholkonsum-deutlich-uber-weltdurchschnitt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/12/alkohol-risikoverhalten-in-brasilien-starker-als-in-rusland-laut-weltgesundheitsorganisation-alkoholkonsum-deutlich-uber-weltdurchschnitt/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/16/sexuelle-belastigungen-in-brasilien-in-anderen-landesteilen-ubliche-ubergriffe-nun-auch-massiert-in-sao-paulo-erstmals-anwalt-verhaftet/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/16/sexuelle-belastigungen-in-brasilien-in-anderen-landesteilen-ubliche-ubergriffe-nun-auch-massiert-in-sao-paulo-erstmals-anwalt-verhaftet/</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.ila-web.de/brasilientexte/inhalt.htm"><strong>http://www.ila-web.de/brasilientexte/inhalt.htm</strong></a></strong></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/23/den-leuten-zu-sagen-in-was-fur-einer-verlogenen-scheise-wir-alle-leben-schlingensief-in-sao-paulo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/23/den-leuten-zu-sagen-in-was-fur-einer-verlogenen-scheise-wir-alle-leben-schlingensief-in-sao-paulo/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/bosshartmpikinder.JPG" alt="bosshartmpikinder.JPG" />Zeitungsausriß NZZ.</p>
<h2>Brasilien flog aus Ländergruppe(low- and middle-income countries), die Aids-Infizierte am besten betreut, laut Landesmedien. “Nur zwischen 60% und 79% der HIV-Patienten werden behandelt.” Öffentliche Gesundheit unter Lula-Rousseff. Sinkende Gesundheitsausgaben. Aids in Brasilien &#8211; offizielle Versionen und Realität. <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11698">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/aids-in-brasilien/" rel="tag">Aids in Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sozialpolitik-brasiliens/" rel="tag">Sozialpolitik Brasiliens</a></p>
<p><strong>Unter Bezug auf ein neues Dokument  der UNO-Organisation Unaids hieß es, elf Länder, darunter Chile, Cuba und Namibia, verteilten an mindestens 80 Prozent der Infizierten entsprechende Aids-Medikamente. Brasilien folge nunmehr erst in der nächsten Länderkategorie. Laut Schätzungen wüßten bis zu 300000 Brasilianer nichts von ihrer Aids-Infektion. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-probleme-beim-bekampfen-der-aids-epidemie-aus-expertensicht/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-probleme-beim-bekampfen-der-aids-epidemie-aus-expertensicht/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/29/brasilien-und-aids-2010-laut-offiziellen-angaben-rund-12000-aids-tote-daten-regierungsunabhangiger-institutionen-uber-tatsachliche-zahl-noch-nicht-vorhanden-analsex-gefahrlicher-risikosex-in/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/29/brasilien-und-aids-2010-laut-offiziellen-angaben-rund-12000-aids-tote-daten-regierungsunabhangiger-institutionen-uber-tatsachliche-zahl-noch-nicht-vorhanden-analsex-gefahrlicher-risikosex-in/</strong></a></p>
<p><strong>“Erfolge im Kampf gegen Aids”.</strong></p>
<p><a href="http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/nachrichten/msgf/brasilien:_erfolge_im_kampf_gegen_aids.html"><strong>http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/nachrichten/msgf/brasilien:_erfolge_im_kampf_gegen_aids.html</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach3.JPG" alt="cach3.JPG" /></p>
<p><strong>Slum in Sao Paulo, November 2011. Gemäß europäischen Sichtweisen hatte Brasilien die Finanz-und Wirtschaftskrise von 2008/2009 recht gut überstanden.</strong></p>
<p><strong>Die Aidslage in Brasilien aus Sicht der Franziskaner vor Ort &#8211; wird die Zahl der Aidstoten korrekt registriert?  Warum Brasilien aus der Ländergruppe flog…</strong></p>
<p><strong>“Proportion of eligible population receiving antiretroviral therapy in low- and middle-income countries at the end of 2010?(UNAIDS)</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="361">60%—79%ArgentinaBrazilCosta RicaDominican RepEcuadorEthiopiaGeorgiaKenyaMexicoParaguayRomaniaSwazilandThailand<strong>Uruguay </strong><strong>Zambia </strong></td>
<td valign="top" width="277"><strong>&gt;80% </strong><strong>Botswana </strong><strong>Cambodia </strong><strong>Chile </strong><strong>Comoros </strong><strong>Croatia </strong><strong>Cuba </strong><strong>Guyana </strong><strong>Namibia </strong><strong>Nicaragua </strong><strong>Rwanda </strong><strong>Slovakia </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Brasiliens hochgelobte Aids-Politik: Öffentliche Proteste landesweit gegen das Fehlen von mindestens vier Medikamenten des Aids-Cocktails, laut nationalen Medien. “Für die Infizierten ist es das Todesurteil, die sterben dann eben weg.” Indianer und Aids. <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=5157">**(2010)</a></h2>
<p><strong>Wie es heißt, fehlen die Medikamente Abacavir, Lamivudina, Nevirapina, Zidovudina, Efavirenz. “Das ist die Zerstörung eines als beispielhaft bezeichneten Programms”, sagte William Amaral, Leiter eines Forums von Aids-NGO in Rio de Janeiro gegenüber der Presse. ” Aids-Medikamente fehlten keineswegs zum erstenmal. Angesichts der zunehmend heftigeren Kritik in Brasilien an der nationalen Aids-Bekämpfung nimmt in Mitteleuropa das Lob an Brasilias Aids-Politik weiter zu.</strong></p>
<p><strong>Katholische Aids-Expertin im Website-Interview in Manaus:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/fehlende-aidsmedikamente-in-brasilien-fehlende-arzte-fur-aidskranke-fur-die-infizierten-ist-es-das-todesurteil-die-sterben-dann-eben-weg-kritik-von-experten-und-kirche/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/fehlende-aidsmedikamente-in-brasilien-fehlende-arzte-fur-aidskranke-fur-die-infizierten-ist-es-das-todesurteil-die-sterben-dann-eben-weg-kritik-von-experten-und-kirche/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/03/fehlende-aids-medikamente-in-brasilien-aids-ngo-beklagen-seit-jahren-mangelhafte-medizinische-versorgung-von-infizierten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/03/fehlende-aids-medikamente-in-brasilien-aids-ngo-beklagen-seit-jahren-mangelhafte-medizinische-versorgung-von-infizierten/</a></p>
<h2><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/04/josefranciscofrei.jpg" alt="josefranciscofrei.jpg" /></h2>
<p><strong>José Francisco in Sao Paulo beim Website-Interview.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/22/der-papst-und-die-kondome-fortdauernde-desinformation-uber-katholische-praxis-bei-aids-pravention-kirchliche-kondomverteilung-seit-16-jahren-in-brasilien-dem-grosten-katholischen-land-unterstellt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/22/der-papst-und-die-kondome-fortdauernde-desinformation-uber-katholische-praxis-bei-aids-pravention-kirchliche-kondomverteilung-seit-16-jahren-in-brasilien-dem-grosten-katholischen-land-unterstellt/</a></p>
<p><strong>Franziskaner José Francisco &#8211; Hintergrund:</strong></p>
<h2>Aids-Tod und fehlende Aids-Medikamente in Brasilien: Franziskaner und Aids-NGO beklagen seit Jahren mangelhafte medizinische Versorgung von Infizierten. ”Wahrheit über Aids-Epidemie wird versteckt”.</h2>
<p><strong>InÂ europäischen Medien wird seit Jahren das staatliche brasilianische Aids-Programm als vorbildlich hingestellt und zudem behauptet, die Gratis-Versorgung  Aids-Infizierter mit dem Medikamenten-Cocktail sei garantiert. Wie der für die Sozialprojekte der Franziskaner Sao Paulos verantwortliche Ordensbruder José Francisco dos Santos gegenüber dieser Website erklärte, trifft dies nur teilweise zu, sterben deshalb Aids-Patienten, die den Medikamenten-Cocktail unbedingt ganz regelmäßig einnehmen müssen. </strong></p>
<p><strong>Laut Frei Santos war die Medikamentenversorgung der Aidspatienten 2007 im reichsten brasilianischen Teilstaat Sao Paulo so schlecht, daß über einen Monat der Medikamenten-Cocktail schlichtweg nicht ausgeteilt wurde. Die Franziskaner und Aids-NGO seien daraufhin Ende 2007 gegen die Regierung vor Gericht gezogen, um die Einhaltung des entsprechenden Gesundheitsgesetzes zu erreichen. Die brasilianischen Aids-Statistiken seien sehr ungenau, die wahre Datenlage werde versteckt. Es existiere verständlicherweise kein politisches Interesse, die Wahrheit über die Aids-Situation offenzulegen. Die behauptete Qualität der Aidspatienten-Versorgung existiere nicht. Aids betreffe in Brasilien heute vor allem die Armen. Wenn indessen jemand an einer Krankheit sterbe, die er sich durch die Immunschwäche zugezogen habe, werde Aids auf dem Totenschein nicht als Todesursache benannt, sei nur zu oft  gar nicht bekannt, daß er Aids-infiziert gewesen sei. </strong></p>
<p><strong>Bereits 2006 hatte das auf Aidspatienten spezialisierte Hospital ”Gaffrée e Guinle” in Rio de Janeiro gegenüber der Presse beklagt, daß wegen fehlender Medikamente Aids-Kranke sterben. Es fehlten sogar nötige Antibiotika.</strong></p>
<p><strong>Presse-Zitat von 2008 über fehlende Aids-Medikamente, was bei Betroffenen zu schweren Konsequenzen und sogar zum Tode führen könne:</strong> Segundo a direçáo do Ã³rgáo, oito remédios para doenças infecciosas e anti-retrovirais que integram o coquetel antiaids estáo em <strong>falta</strong>. ”Pelo menos metade desses medicamentos sáo de uso contÃ­nuo, o que significa que a interrupçáo do uso, segundo especialistas, pode provocar graves conseqüÃªncias Ã  saÃºde e até levar Ã  morte, afirma Caetano. JÃ¡ nas unidades bÃ¡sicas de saÃºde do municÃ­pio outros cinco remédios também estáo em <strong>falta</strong>, alguns desde março.</p>
<p><strong>Indianer und Aids, Manaus, 2009:</strong></p>
<p><strong>Gerade ist eine Patientin des Pastoralzentrums gestorben &#8211;  eine Indianerin. Über eine halbe Million Indios gibt es in Brasilien “ etwa die Hälfte lebt bereits in Großstädten wie Manaus am Rio Negro &#8211;  fast durchweg in Slums. Die brasilianischen Aidsexperten nennen die Präventionsarbeit bei Indiostämmen besonders schwierig. Kondome würden aus soziokulturellen Gründen, vor allem der Mannesehre, gewöhnlich abgelehnt. Krankheiten wie Aids und Tuberkulose schreibe man dem Wirken böser Geister aus der übernatürlichen Welt zu, hoffe auf Heilung durch den Schamanen. Zudem existiere das Problem der Promiskuität, derÂ häuslichen, der sexuellen Gewalt auch unter den Indios, könne sich eine Indianerfrau schwerlich gegen einen Mann durchsetzen, der kein Kondom wolle. Indianerinnen arbeiteten als Prostituierte. Indianer und Indianerinnen, die zu evangelikalen Sekten übertreten, sagen: ”Wegen meiner Religion kriege ich kein Aids, sind weder Aidstests noch Kondome nötig. Jesus heilt &#8211; Halleluja!”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/23/yanomami-runddorf-demini-video-anklicken-amazonas-musiktheater-munchner-biennale-2010/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/23/yanomami-runddorf-demini-video-anklicken-amazonas-musiktheater-munchner-biennale-2010/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/05/die-aids-epidemie-in-brasilien-ist-nicht-unter-kontrolle-analia-maria-de-paula-leiterin-der-bischoflichen-aids-pastoral-in-nordbrasilien-gesichter-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/05/die-aids-epidemie-in-brasilien-ist-nicht-unter-kontrolle-analia-maria-de-paula-leiterin-der-bischoflichen-aids-pastoral-in-nordbrasilien-gesichter-brasiliens/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/19/aids-und-die-praventive-funktion-von-kondomen-in-brasilien-die-halluzinierenden-nachte-der-kamikazeas-alucinantes-noites-dos-camicases-nachrichtenmagazin-veja-sexualpraktiken-bisexual/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/19/aids-und-die-praventive-funktion-von-kondomen-in-brasilien-die-halluzinierenden-nachte-der-kamikazeas-alucinantes-noites-dos-camicases-nachrichtenmagazin-veja-sexualpraktiken-bisexual/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/22/viele-aids-infizierte-brasilien-stecken-aus-rache-und-wutgefuhlen-heraus-sowie-aus-bosartigkeit-ganz-bewust-andere-menschen-mit-dem-hiv-virus-an-patienten-des-franziskaner-aids-projekts-in-sao-pa/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/22/viele-aids-infizierte-brasilien-stecken-aus-rache-und-wutgefuhlen-heraus-sowie-aus-bosartigkeit-ganz-bewust-andere-menschen-mit-dem-hiv-virus-an-patienten-des-franziskaner-aids-projekts-in-sao-pa/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/19/355-brasilianer-haben-aids-ohne-es-zu-wissen-laut-offizieller-regierungsschatzunggewohnlich-viel-zu-niedrig/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/19/355-brasilianer-haben-aids-ohne-es-zu-wissen-laut-offizieller-regierungsschatzunggewohnlich-viel-zu-niedrig/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/analsex-haufig-erste-sexuelle-erfahrung-von-mannlichen-jugendlichen-in-brasilien-troca-troca-brasil-ato-sexual-em-que-parceiros-masculinos-se-alternam-na-penetracao-anal/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/analsex-haufig-erste-sexuelle-erfahrung-von-mannlichen-jugendlichen-in-brasilien-troca-troca-brasil-ato-sexual-em-que-parceiros-masculinos-se-alternam-na-penetracao-anal/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</a><strong>Laut Landesmedien durchläuft Brasiliens Gesundheitswesen eine “gravierende Krise”, wurden in den letzten zehn Jahren 45,9 Milliarden Real, die für das Gesundheitswesen bestimmt waren, in Wirklichkeit garnicht investiert.  Brasiliens privates Gesundheitswesen für die Bessergestellten habe viermal mehr Ärzte als das öffentliche Gesundheitswesen für die übergroße Mehrheit der Brasilianer. </strong></p>
<p><strong>Entsprechend groß ist das Lob für Brasiliens Sozialpolitik aus neoliberalen Ländern Mitteleuropas. </strong></p>
<p><a href="http://www.adveniat.de/blog/?p=960"><strong>http://www.adveniat.de/blog/?p=960</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/18/brasiliens-brutale-sozialkontraste-lula-ist-nacktfolha-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/18/brasiliens-brutale-sozialkontraste-lula-ist-nacktfolha-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><strong><strong>Leonardo Boff 2010 :“Lula machte die größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung, ethische Politik.“  </strong></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/03/brasiliens-soziale-ungleichheit-laut-uno-index-2011-fur-menschliche-entwicklung-nur-platz-97-betonen-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/03/brasiliens-soziale-ungleichheit-laut-uno-index-2011-fur-menschliche-entwicklung-nur-platz-97-betonen-landesmedien/</strong></a></strong></p>
<p><strong><strong>Lulas Krebsbehandlung:</strong></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/03/brasilien-lulas-krebsbehandlungsirio-libanes-fur-allefolha-de-sao-paulo-zur-therapie-im-teuren-elite-krankenhaus-sao-paulos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/03/brasilien-lulas-krebsbehandlungsirio-libanes-fur-allefolha-de-sao-paulo-zur-therapie-im-teuren-elite-krankenhaus-sao-paulos/</strong></a></strong></p>
<p><strong>Lula über öffentliches Gesundheitswesen SUS:  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/01/campanha-lula-no-sus-youtube-anklicken-gabe-es-sus-in-den-usa-ware-das-gut-fur-die-armenlula/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/01/campanha-lula-no-sus-youtube-anklicken-gabe-es-sus-in-den-usa-ware-das-gut-fur-die-armenlula/</a></strong></p>
<p><strong>Sao Paulos Favela Cachoeirinha Sao Paulo 2011 &#8211; 70000 Bewohner, nicht einmal ein Gesundheitsposten, seit Jahren auch von der katholischen Kirche gefordert.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c1.JPG" alt="c1.JPG" /></p>
<p><strong>Hausen  an stinkender Kloake &#8211; in Lateinamerikas reichster Stadt Sao Paulo, 2011. “Ich lebe hier schon 14 Jahre so in dieser Kate.”(Mutter von vier Kindern)</strong></p>
<p><strong>Der soziale Aufstieg von Lula:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/boomland-brasilien-stahl-flaute-stagnation-bei-olforderung-industriellenkritik-an-wachstumshemmender-hochzinspolitik/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/boomland-brasilien-stahl-flaute-stagnation-bei-olforderung-industriellenkritik-an-wachstumshemmender-hochzinspolitik/</strong></a></p>
<p><strong>Die erfolgreiche Auslandspropaganda und der Soziologe Claudio Monteiro, Leiter der katholischen Aids-Pastoral in Sao Paulo 2010: </strong> <strong>“Als Folge von Aids sterben in Brasilien jährlich weit mehr als die laut amtlicher Schätzung angegebenen rund 11000 Personen &#8211; die Dunkelziffer ist hoch”, so Monteiro im Website-Interview. “Die Feststellung und Registrierung der Todesursachen muß stark verbessert werden. Wegen fehlender Medikamente für den Aids-Cocktail sterben nach wie vor zahlreiche Menschen. Derzeit nimmt Aids besonders in Städten bis 50000 Einwohner zu.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/</strong></a></p>
<h2><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/10/brasiliens-gefangenenseelsorge-der-deutsche-pastor-wolfgang-lauer/" rel="bookmark">Brasiliens Gefangenenseelsorge &#8211; der deutsche Pastor Wolfgang Lauer.</a></h2>
<p>Samstag, 10. Dezember 2011 von Klaus Hart   <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11804">**</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/caran6.JPG" alt="caran6.JPG" /></p>
<p><a href="http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html"><strong>http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/foltertododiapastoralglobo.JPG" alt="foltertododiapastoralglobo.JPG" /></p>
<p><strong>&#8222;Jeden Tag wird in Brasilien gefoltert.&#8220; Ausriß</strong> <strong>2011</strong></p>
<p><strong>Pedro Herz, jüdischer Besitzer der größten brasilianischen Buchkaufhauskette “Livraria Cultura” bedrückt 2011, daß der größte Teil der Brasilianer wegen des immer schlechteren Schulsystems garnicht verstehe, was er lese. “Die Leute könnten nicht mal einen kleinen Text lesen und wiedergeben, kapieren den Text nicht &#8211; und das ist grauenhaft.” Der Kulturverlust, die Medienkrise schreite fort &#8211; ob in Brasilien oder im Rest der Welt. “Alle träumen von der erlebten Vergangenheit, weil das Heute reizlos, enttäuschend ist.” </strong></p>
<p><strong>Vivemos hoje num mundo desencantado. (Frei Betto 2011)</strong></p>
<h2>Rio+20. Brasilien: “Nach wie vor hemmungslose Aktionen der Todesschwadronen, institutionalisierte Barbarei.” Lulas Menschenrechtsminister Paulo Vannuchi räumt gegen Ende der zweiten Amtszeit erneut Fortbestehen der brasilianischen Todesschwadronen ein. “Folter ohne Ende”(Soziologiezeitschrift “Sociologia”) Lulas Menschenrechtsbilanz. Strategischer Partner der Berliner Regierung. Peter Scholl-Latour. Folter und Todesschwadronen als Fortschrittskriterium: “fortschrittliche Schwellenländer wie Brasilien”. José Zapatero, EU-Ratspräsident, Gregor Gysi. <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=3950">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/folter-ohne-ende/" rel="tag">&#8222;Folter ohne Ende&#8220;</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/amnesty/" rel="tag">Amnesty</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/blogger-yoani/" rel="tag">Blogger Yoani</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/folter/" rel="tag">Folter</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/gregor-gysi/" rel="tag">Gregor Gysi</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/jose-zapatero/" rel="tag">José Zapatero</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/lula/" rel="tag">Lula</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/menschenrechte/" rel="tag">Menschenrechte</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/paulo-vannuchi/" rel="tag">Paulo Vannuchi</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/peter-scholl-latour/" rel="tag">Peter Scholl-Latour</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/scheiterhaufen/" rel="tag">Scheiterhaufen</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/slum-diktatur/" rel="tag">Slum-Diktatur</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/todesschwadronen/" rel="tag">Todesschwadronen</a></p>
<p><strong>Vannuchi wies gegenüber der Presse speziell auf Todesschwadronen im brasilianischen Nordosten, aus dem Staatschef Lula stammt. Die Organisation Amerikanischer Staaten prüfe derzeit 98 Anklagen gegen Brasilien wegen Menschenrechtsverletzungen gravierender Art. Bei Brasiliens Todesschwadronen bestehe eine promiskuitive Allianz zwischen Vertretern des Staates(agentes publicos) und Vertretern außerhalb des Staatsapparats.</strong></p>
<p><strong>In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.</strong></p>
<p><strong>“Brasilien ist eine <a href="http://www.brasilien-info.at/wirtschaft/index.html">Industriemacht</a>, die achtgrößte Wirtschaftsnation der Welt, modern und fortschrittlich.”</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html">http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html</a></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/03/todesschwadronen-in-rio-de-janeiro-polizeioffizier-bei-attentat-erschossen-der-an-ermittlungen-teilnahm-militarpolizisten-anzeigte/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/03/todesschwadronen-in-rio-de-janeiro-polizeioffizier-bei-attentat-erschossen-der-an-ermittlungen-teilnahm-militarpolizisten-anzeigte/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/03/todesschwadronenglobocapa.JPG" alt="todesschwadronenglobocapa.JPG" /></p>
<p><strong>Todesschwadronen 2011: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/09/todesschwadronen-in-brasilien-menschenrechtspolitik-unter-lula-rousseff-polizisten-kommandieren-ausrottungskommandos-im-ganzen-land-viel-lob-aus-europa-fur-brasilias-kurs/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/09/todesschwadronen-in-brasilien-menschenrechtspolitik-unter-lula-rousseff-polizisten-kommandieren-ausrottungskommandos-im-ganzen-land-viel-lob-aus-europa-fur-brasilias-kurs/</a></strong></p>
<p><strong>Auch aus europäischen Ländern erhält die sehr spezielle Demokratie-Politik der Lula-Regierung sehr viel Lob. Beifall kommt auch von alten und neuen Rechten. Im Gegensatz zu Amnesty International London sind angesichts rasch zunehmender neoliberaler Herzenskälte für die meisten europäischen Medien  gravierende Menschenrechtsverletzungen in Brasilien, wie Scheiterhaufen sowie von Staatsangestellten praktizierte Folter und Todesschwadronen, nicht der Rede und damit auch nicht der Erwähnung wert.  Lulas Menschenrechtsbilanz zweier Amtszeiten hat die politische Glaubwürdigkeit seiner Regierung in europäischen Ländern offenbar sehr stark erhöht. </strong></p>
<p><strong>Menschenrechtsanwalt Bruno Alves de Souza Toledo:</strong> <strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/08/brasiliens-menschenrechtsanwalt-bruno-alves-de-souza-toledo-sein-energisches-auftreten-vor-dem-uno-menschenrechtsrat-in-genf-bewirkte-dort-proteste-gegen-einen-standigen-uno-sicherheitsratssitz-bras/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/08/brasiliens-menschenrechtsanwalt-bruno-alves-de-souza-toledo-sein-energisches-auftreten-vor-dem-uno-menschenrechtsrat-in-genf-bewirkte-dort-proteste-gegen-einen-standigen-uno-sicherheitsratssitz-bras/</a></strong></p>
<p><strong>Helio Bicudo: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/todesschwadronen-in-brasilien-unter-lula-katholischer-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-todesschwadronen-wuten-weiter/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/todesschwadronen-in-brasilien-unter-lula-katholischer-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-todesschwadronen-wuten-weiter/</a></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/brasiliens-gefangenenpriester-valdir-silveira-erhalt-von-lula-regierungs-menschenrechtspreis-wegen-kampf-gegen-folter-in-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/brasiliens-gefangenenpriester-valdir-silveira-erhalt-von-lula-regierungs-menschenrechtspreis-wegen-kampf-gegen-folter-in-brasilien/</a></strong></p>
<p><strong>Lula links oder rechts?</strong> <strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/21/lula-links-oder-rechts-selbst-einige-pt-mitglieder-beurteilen-seine-politik-als-eindeutig-rechts-als-fortsetzung-der-wirtschaftspolitik-von-fernando-henrique-cardoso-zugunsten-des-finanzkapitals/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/21/lula-links-oder-rechts-selbst-einige-pt-mitglieder-beurteilen-seine-politik-als-eindeutig-rechts-als-fortsetzung-der-wirtschaftspolitik-von-fernando-henrique-cardoso-zugunsten-des-finanzkapitals/</a></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/18/ermittlungen-gegen-weitere-todesschwadron-in-sao-paulo-bisher-offenbar-mindestens-elf-menschen-liquidiert/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/18/ermittlungen-gegen-weitere-todesschwadron-in-sao-paulo-bisher-offenbar-mindestens-elf-menschen-liquidiert/</a></strong></p>
<p><strong>Fotodokumentation und Slum-Dikatur:</strong> <strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</a></strong></p>
<p><strong>Gregor Gysi, Linkspartei, Deutschland: “Von allen linken Präsidenten hat Lula, der als am wenigsten links eingeschätzt wird, die größten Erfolge.” </strong></p>
<p><strong>“Lula Superstar”:</strong> <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569506.html">http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569506.html</a></p>
<p><strong>Peter Scholl-Latour:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/peter-scholl-latour-uber-brasilien-vielfaltige-harmonie-der-rassen-mauricio-pestana-uber-das-rassistischste-land-der-erde-jurandir-freire-costa-uber-ethisch-moralische-schizophrenie-m/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/peter-scholl-latour-uber-brasilien-vielfaltige-harmonie-der-rassen-mauricio-pestana-uber-das-rassistischste-land-der-erde-jurandir-freire-costa-uber-ethisch-moralische-schizophrenie-m/</a></p>
<p><strong><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/12/microondaspensionista.jpg" alt="microondaspensionista.jpg" /></strong></p>
<h2>”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst.” Deutschsprachige Tourismuspropaganda. Was in Kommerz-Reiseführern fehlt…</h2>
<p><strong>Scheiterhaufen und Slum-Diktatur: </strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/16/scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-der-grausame-tod-einer-48-jahrigen-frau-in-der-microondas-laut-lokalzeitung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/16/scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-der-grausame-tod-einer-48-jahrigen-frau-in-der-microondas-laut-lokalzeitung/</a></p>
<p><strong>Die Aufdringlichkeit der Sinne</strong></p>
<p><strong>Vom machtgeschützten Verlust der gesellschaftlichen Sehkraft &#8211; Oskar Negt(2000)</strong></p>
<p><strong>“Der Verlust jener in sinnlicher Erfahrung begründeten Urteilsfähigkeit der Menschen hat in unserem Jahrhundert für viele Menschen tödliche Folgen gehabt. Das Wegsehen, die machtgeschützte Sinnenblindheit, wenn Menschen verfolgt und getrieben, vergewaltigt und öffentlich gequält werden &#8211; das gehört nicht der Vergangenheit an.”</strong></p>
<p><strong>José Zapatero, amtierender EU-Ratspräsident:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/jose-zapatero-spaniens-premierminister-lobt-lula-uber-alle-masen-der-mann-der-die-welt-uberrascht-esse-homem-honesto-integro-e-admiravel-von-amnesty-international-angeprangerte-folter/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/jose-zapatero-spaniens-premierminister-lobt-lula-uber-alle-masen-der-mann-der-die-welt-uberrascht-esse-homem-honesto-integro-e-admiravel-von-amnesty-international-angeprangerte-folter/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/03/zerstuckes.JPG" alt="zerstuckes.JPG" /></p>
<p><strong>Gefängnishorror unter Lula &#8211; UNO-Menschenrechtskommission in Genf befaßt sich mit den Zuständen. Foto von brasilianischen Menschenrechtsaktivisten.</strong></p>
<p><strong>Umgang mit Geschichte:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/13/deutschland-und-japan-wurden-nach-dem-zweiten-weltkrieg-jahrelang-dafur-bestraft-das-sie-der-angelsachsischen-welt-fuhrung-getrotzt-diese-herausgefordert-hatten-die-sicht-der-lula-regierung-zu/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/13/deutschland-und-japan-wurden-nach-dem-zweiten-weltkrieg-jahrelang-dafur-bestraft-das-sie-der-angelsachsischen-welt-fuhrung-getrotzt-diese-herausgefordert-hatten-die-sicht-der-lula-regierung-zu/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/23/laut-lula-zog-die-regierung-aus-der-diktatur-folterpraxis-dem-martyrium-der-verfolgten-die-richtigen-lehren-folha-de-sao-paulo-nennt-die-skandalos-folterer-wurden-nicht-bestraft-folter-ohne/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/23/laut-lula-zog-die-regierung-aus-der-diktatur-folterpraxis-dem-martyrium-der-verfolgten-die-richtigen-lehren-folha-de-sao-paulo-nennt-die-skandalos-folterer-wurden-nicht-bestraft-folter-ohne/</a></p>
<p><strong>Menschenrechtsminister Paulo Vannuchi zur Sklavenarbeit:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/22/a-censura-nunca-desiste-kampagne-gegen-zensur-von-pubaddict/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/22/a-censura-nunca-desiste-kampagne-gegen-zensur-von-pubaddict/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/23/die-zeit-interviewt-lula-der-pr-witz-aus-hamburg-was-alles-fehlt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/23/die-zeit-interviewt-lula-der-pr-witz-aus-hamburg-was-alles-fehlt/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/06/offizielle-statistiken-brasiliens-und-ihre-kritiker-beispiel-mordrate/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/06/offizielle-statistiken-brasiliens-und-ihre-kritiker-beispiel-mordrate/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/09/zeitungsfotofarbe1.jpg" alt="zeitungsfotofarbe1.jpg" /></p>
<p><strong>Zeitungsfoto &#8211; Rio-Bewohner betrachten Ermordete. Das Desinteresse an den tatsächlichen Lebensbedingungen der Slumbewohner ist enorm.</strong></p>
<p><strong>”Die Praxis der Folter ist als Form institutioneller Gewalt im Alltag des Sicherheitsapparats weiter präsent und richtet sich besonders gegen die Armen.(brasilianische Soziologie-Zeitschrift “Sociologia” in ihrer neuesten Ausgabe) </strong></p>
<p><strong>“Folter ohne Ende”: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</a></strong></p>
<p><strong>Folter von Kindern: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/26/anzeigen-wegen-folter-von-heimkindern-unter-lula-die-organisation-amerikanischer-staaten-interveniert-morde-und-folterungen-verhindern-brasiliens-gefangnissystem-ahnelt-nazistischen-kzs/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/26/anzeigen-wegen-folter-von-heimkindern-unter-lula-die-organisation-amerikanischer-staaten-interveniert-morde-und-folterungen-verhindern-brasiliens-gefangnissystem-ahnelt-nazistischen-kzs/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/10/muttertote.jpg" alt="muttertote.jpg" /></p>
<p>Zeitungsfoto.</p>
<p><strong>Menschenrechtsminister Paulo Vannuchi zu außergerichtlichen Exekutionen und Blutbädern während der Lula-Regierung:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/10/taglich-ausergerichtliche-exekutionen-in-brasilien-menschenrechts-minister-paulo-vannuchi/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/10/taglich-ausergerichtliche-exekutionen-in-brasilien-menschenrechts-minister-paulo-vannuchi/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/todesschwadronen-in-brasilien-unter-lula-katholischer-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-todesschwadronen-wuten-weiter/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/todesschwadronen-in-brasilien-unter-lula-katholischer-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-todesschwadronen-wuten-weiter/</a></p>
<p><strong>Vannuchi zu täglichen Menschenrechtsverletzungen:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gravierende-menschenrechtsverletzungen-eindie-menschenrechtsverletzungen-sind-routine-alltaglich-und-allgemein-verbreitet-das-gefangnissystem-ist/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gravierende-menschenrechtsverletzungen-eindie-menschenrechtsverletzungen-sind-routine-alltaglich-und-allgemein-verbreitet-das-gefangnissystem-ist/</a></p>
<p><strong>Lula-Pressekonferenz vom Dezember 2009 in Berlin:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/03/pressekonferenz-mit-lula-in-berlin-keine-einzige-frage-zu-gravierenden-von-amnesty-international-kritisierten-menschenrechtsverletzungen-wie-folter-scheiterhaufen-todesschwadronen-sklavenarbeit/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/03/pressekonferenz-mit-lula-in-berlin-keine-einzige-frage-zu-gravierenden-von-amnesty-international-kritisierten-menschenrechtsverletzungen-wie-folter-scheiterhaufen-todesschwadronen-sklavenarbeit/</a></p>
<p><strong>Kopf unter Wasser:</strong> <a href="http://www.amnesty.de/journal/2009/juni/kolumne-kopf-unter-wasser">http://www.amnesty.de/journal/2009/juni/kolumne-kopf-unter-wasser</a></p>
<p><strong>“Krieg auf dem Morro dos Macacos”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/07/lula-steht-rechts-ich-habe-ihn-immer-fur-einen-rechten-gehalten-ele-e-da-direitafrancisco-de-oliveira-renommierter-brasilianischer-soziologe-in-caros-amigos/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/07/lula-steht-rechts-ich-habe-ihn-immer-fur-einen-rechten-gehalten-ele-e-da-direitafrancisco-de-oliveira-renommierter-brasilianischer-soziologe-in-caros-amigos/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/leider-sind-es-nicht-mehr-so-viele-die-die-ganze-wahrheit-wissen-wollen-man-biegt-sehr-schnell-ab-um-bei-seiner-meinung-bleiben-zu-konnen-und-bei-den-als-angenehm-empfundenen-losungen-ich-hab/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/leider-sind-es-nicht-mehr-so-viele-die-die-ganze-wahrheit-wissen-wollen-man-biegt-sehr-schnell-ab-um-bei-seiner-meinung-bleiben-zu-konnen-und-bei-den-als-angenehm-empfundenen-losungen-ich-hab/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/30/die-top100-website-beitrage-des-2halbjahrs-2009-regelmasige-website-nutzer-in-uber-90-landern-das-meist-genutzte-google-foto-der-website-gefangenenpriester-gunther-zgubic-aus-osterreich-koordinat/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/30/die-top100-website-beitrage-des-2halbjahrs-2009-regelmasige-website-nutzer-in-uber-90-landern-das-meist-genutzte-google-foto-der-website-gefangenenpriester-gunther-zgubic-aus-osterreich-koordinat/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/</a></p>
<p><strong>Menschenrechts-Samba &#8211; anklicken:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/12/o-iraque-e-aqui-der-irak-ist-hier-hit-von-jorge-aragao/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/12/o-iraque-e-aqui-der-irak-ist-hier-hit-von-jorge-aragao/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/lula-macht-laut-wertekriterien-des-weltwirtschaftsforums-in-davos-alles-richtig-hohe-ehrung-mit-preis-global-statesmanship-wirtschaftsethik-und-menschenrechtslage-weltsozialforum-2010/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/lula-macht-laut-wertekriterien-des-weltwirtschaftsforums-in-davos-alles-richtig-hohe-ehrung-mit-preis-global-statesmanship-wirtschaftsethik-und-menschenrechtslage-weltsozialforum-2010/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</a></p>
<p><strong>”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst. Deutschsprachige Tourismuspropaganda.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Massengräber</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>„Wenn die Toten da reingeschmissen werden, sind das Szenen wie in diesen Holocaustfilmen“, beklagen sich Anwohner von Massengräber-Friedhöfen der größten lateinamerikanischen Demokratie. In der Tat wird seit der Diktaturzeit vom Staat die Praxis beibehalten, nicht identifizierte, zu „Unbekannten“ erklärte Tote in Massengräbern zu verscharren.  Die Kirche protestiert seit Jahrzehnten dagegen und sieht darin ein gravierendes ethisch-moralisches Problem, weil es in einem Land der Todesschwadronen damit auch sehr leicht sei, unerwünschte Personen verschwinden zu lassen. In der Megacity Sao Paulo mit ihren mehr als 23 Millionen Einwohnern empört sich der weltweit angesehene Menschenrechtspriester Julio Lancelotti: „In Brasilien wird monatlich eine erschreckend hohe Zahl von Toten anonym in Massengräbern verscharrt, verschwinden damit Menschen auf offiziellem Wege, werden als Existenz für immer ausgelöscht. Wir von der Kirche nehmen das nicht hin, versuchen möglichst viele Tote zu identifizieren, um sie  dann auf würdige Weise christlich zu bestatten. Wir brauchten einen großen Apparat, ein großes Büro, um alle Fälle aufklären zu können – dabei ist dies eigentlich Aufgabe des Staates!“</strong><strong>Padre Lancelotti erinnert daran, daß während der 21-jährigen Diktaturzeit in Sao Paulo von den Machthabern 1971 eigens der Friedhof Dom Bosco geschaffen wurde, um dort zahlreiche ermordete Regimegegner heimlich gemeinsam mit jenen unbekannten Toten, den sogenannten „Indigentes“, in Massengräber zu werfen. Wie die Menschenrechtskommission des Stadtparlaments jetzt erfuhr, wurden seit damals allen Ernstes 231000 Tote als Namenlose verscharrt – allein auf d i e s e m Friedhof. Heute  kommen Monat für Monat dort zwischen 130 und 140 weitere Indigentes hinzu. Nach einem Massaker an Obdachlosen Sao Paulos kann Priester Lancelotti zufällig auf dem  Friedhof Dom Bosco beobachten, wie sich der Staat der Namenlosen entledigt: “Als der Lastwagen kommt und geöffnet wird, sehe ich mit Erschrecken, daß er bis obenhin voller Leichen ist. Alle sind nackt und werden direkt ins Massengrab geworfen. Das wird zugeschüttet &#8211; und fertig. Sollten wir später noch Angehörige ermitteln, wäre es unmöglich, die Verstorbenen in der Masse der Leichen wiederzufinden. Was sage ich als Geistlicher dann einer Mutter?“ </strong><strong>Lancelotti hält einen Moment inne, reflektiert: „Heute hat das Konzentrationslager keinen Zaun mehr, das KZ ist sozusagen weit verteilt – die Menschen sind nach wie vor klar markiert, allerdings nicht auf der Kleidung, sondern auf dem Gesicht, dem Körper. Und sie werden verbrannt, verscharrt, wie die Gefangenen damals, und es gibt weiter Massengräber.“ </strong><strong>Was in Sao Paulo geschieht, ist keineswegs ein Einzelfall. In der nordostbrasilianischen Millionenstadt Fortaleza leiden die Anwohner des Friedhofs „Bom Jardim“ seit Jahren bei den hohen Tropentemperaturen unter grauenhaftem Leichengeruch. „Die Toten werden oft schon verwest hergebracht, wie Tiere verscharrt, wir müssen zwangsläufig zusehen, es ist grauenhaft“, klagt eine Frau. „Fast jeden Tag kommt der Leichen-LKW – doch bei den heftigen Gewitterregen wird die dünne Erdschicht über den Toten weggeschwemmt, sehen wir die Massengräber offen, wird der Geruch im Stadtviertel so unerträglich, daß viele Kopfschmerzen kriegen, niemand hier eine Mahlzeit zu sich nimmt.“ Der Nachbar schildert, wie das vergiftete Regenwasser vom Friedhof durch die Straßen und Gassen des Viertels läuft: „Das Wasser ist grünlich und stinkt, manchmal werden sogar Leichenteile mitgeschwemmt – und weggeworfene Schutzhandschuhe der Leichenverscharrer. Die Kinder spielen damit – haben sich an die schrecklichen Vorgänge des Friedhofs gewöhnt.  Wir alle haben Angst, daß hier Krankheiten, Seuchen ausbrechen.“</strong><strong>Selbst in Rio de Janeiro sind die Zustände ähnlich, werden zahllose Menschen von Banditenkommandos der über 1000 Slums liquidiert und gewöhnlich bei Hitze um die 35 bis 40 Grad erst nach Tagen in fortgeschrittenem Verwesungszustand zum gerichtsmedizinischen Institut abtransportiert. Wie aus den Statistiken hervorgeht, werden in den Großstädten monatlich stets ähnlich viele Tote als „Namenlose“ in Massengräber geworfen wie in Sao Paulo, der reichsten Stadt ganz Lateinamerikas. </strong><strong>Priester Julio Lancelotti und seine Mitarbeiter stellen immer wieder Merkwürdigkeiten und verdächtige Tatbestände fest. „Werden Obdachlose krank und gehen in bestimmte öffentliche Hospitäler, bringt man an ihrem Körper eine Markierung an, die bedeutet, daß der Person nach dem Tode zu Studienzwecken Organe entnommen werden. Die Männer registriert man durchweg auf den Namen Joao, alle Frauen als Maria. Wir streiten heftig mit diesen Hospitälern und wollen, daß die Obdachlosen auch nach dem Tode mit den echten Namen geführt werden. Schließlich kennen wir diese Menschen, haben über sie Dokumente. Man meint eben, solche Leute sind von der Straße, besitzen also weder eine Würde noch Bürgerrechte. Wir haben in der Kirche eine Gruppe, die den illegalen, kriminellen Organhandel aufklären will, aber rundum nur auf Hindernisse stößt. Denn wir fragen uns natürlich auch, ob jenen namenlos Verscharrten vorher illegal Organe entnommen werden.“</strong><strong>Fast in ganz Brasilien  und auch in Sao Paulo sind Todesschwadronen aktiv, zu denen Polizeibeamte gehören, wie sogar das Menschenrechtsministerium in Brasilia einräumt. Tagtäglich würden mißliebige Personen außergerichtlich exekutiert, heißt es. Darunter sind auch Obdachlose, von denen allein in Sao Paulos Zentrum weit über zehntausend auf der Straße hausen. Wie Priester Julio Lancelotti betont, ist zudem die Zahl der Verschwundenen auffällig hoch. </strong><strong>„Auf den Straßen Sao Paulos werden viele Leichen gefunden. Denn es ist sehr einfach, so einen Namenlosen zu fabrizieren. Man nimmt ihm die Personaldokumente weg, tötet ihn und wirft ihn irgendwo hin. Wir gehen deshalb jeden Monat ins gerichtsmedizinische Institut, um möglichst viele Opfer zu identifizieren. Die Polizei ist immer überrascht und fragt, warum uns das interessiert. Das Identifizieren ist für uns eine furchtbare, psychisch sehr belastende Sache, denn wir müssen monatlich stets Hunderte von Getöteten anschauen, die in großen Leichenkühlschränken liegen &#8211; alle schon obduziert und wieder zugenäht. Und man weiß eben nicht, ob da Organe entnommen wurden.“</strong><strong>Solchen Verdacht hegen nicht wenige Angehörige von Toten, die seltsamerweise als „Namenlose“ im Massengrab endeten. In der nordostbrasilianischen Küstenstadt Maceio geht letztes Jahr der 69-jährige Sebastiao Pereira sogar mit einem Protestplakat voller Fotos seines ermordeten Sohnes auf die Straße. Dem Vater hatte man im gerichtsmedizinischen Institut die Identifizierung der Leiche verweigert – diese dann mysteriöserweise auf einen Indigentes-Friedhof gebracht. Kaum zu fassen – ein Friedhofsverwalter bringt es fertig, Sebastiao Ferreira später  mehrere Leichenteile, darunter einen Kopf zu zeigen. „Mein Sohn wurde allein am Kopf von vier MG-Schüssen getroffen – und dieser Kopf war doch intakt! Ich setzte eine DNA-Analyse durch – der Kopf war von einem Mann, das Bein von einem anderen, der Arm wiederum von einem anderen – doch nichts stammte von meinem Sohn“, sagt er der Presse. </strong><strong>In Sao Paulo hat Priester Lancelotti durchgesetzt, daß ein Mahnmal auf dem Friedhof Dom Bosco an die ermordeten Regimegegner, aber auch an die mehr als 200000 „Namenlosen“ erinnern wird.</strong><strong> Neuerdings macht der Friedhof in Brasilien immer wieder Schlagzeilen, allerdings nicht wegen der Massengräber von heute. Progressive Staatsanwälte versuchen das Oberste Gericht in Brasilia zu überzeugen, den zur Diktaturzeit für den Friedhof verantwortlichen Bürgermeister Paulo Maluf und den damaligen Chef der Politischen Polizei, Romeu Tuma, wegen des Verschwindenlassens von Oppositionellen vor Gericht zu stellen. Erschwert wird dies jedoch durch den Politikerstatus der Beschuldigten: Paulo Maluf ist Kongreßabgeordneter und Romeu Tuma sogar Kongreßsenator – beide gehören zum Regierungsbündnis von Staatspräsident Lula.</strong></p>
<p><strong><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/10/torturasemfimcapa.jpg" alt="torturasemfimcapa.jpg" /></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/</a></p>
<p><strong>Kindstötung bei Indianerstämmen:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/18/brasilien-kindsmord-am-amazonas-ard-weltspiegel-berichtet-erstmals-uber-infantizid-bei-brasilianischen-indianerstammen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/18/brasilien-kindsmord-am-amazonas-ard-weltspiegel-berichtet-erstmals-uber-infantizid-bei-brasilianischen-indianerstammen/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/09/wikileaks-lula-und-die-leere-antiamerikanische-rhetorik-engste-freundschaftliche-beziehungen-zum-weisen-haus-doch-bitte-um-verstandnis-fur-spruche-gegen-die-usa-in-wahlkampfzeiten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/09/wikileaks-lula-und-die-leere-antiamerikanische-rhetorik-engste-freundschaftliche-beziehungen-zum-weisen-haus-doch-bitte-um-verstandnis-fur-spruche-gegen-die-usa-in-wahlkampfzeiten/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/atherino2009.jpg" alt="atherino2009.jpg" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/19/httpwwwrechtsanwalt-brasiliende-anwalte-infur-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/19/httpwwwrechtsanwalt-brasiliende-anwalte-infur-brasilien/</a></p>
<p><strong>Brasilianische Protestsongs: </strong></p>
<p><strong>Paralamas do Sucesso:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sI4ZF2qEzpE">http://www.youtube.com/watch?v=sI4ZF2qEzpE</a></p>
<p><strong>Jorge Aragao:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4">http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4</a></p>
<p><strong>Bezerra da Silva:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=8i69t5BI3KI">http://www.youtube.com/watch?v=8i69t5BI3KI</a></p>
<p><strong>Legiao Urbana: </strong> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zy2-b8Ze90A&amp;feature=fvwrel">http://www.youtube.com/watch?v=zy2-b8Ze90A&amp;feature=fvwrel</a></p>
<p><strong>Rita Lee:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=XTPV8cJoqSU">http://www.youtube.com/watch?v=XTPV8cJoqSU</a></p>
<p><strong>Cazuza:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=NkNv2BflaSU">http://www.youtube.com/watch?v=NkNv2BflaSU</a></p>
<p><strong>Capital Inicial:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5xShbngQdaI">http://www.youtube.com/watch?v=5xShbngQdaI</a></p>
<p><strong>Titas:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0LXil87V6jQ">http://www.youtube.com/watch?v=0LXil87V6jQ</a></p>
<p><strong>Biquini Cavadao:</strong>  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=lR4GeUpk-LE">http://www.youtube.com/watch?v=lR4GeUpk-LE</a></p>
<p><strong>Raul Seixas:</strong>  <a href="https://www.youtube.com/watch?v=S2cWf8lrQAQ">https://www.youtube.com/watch?v=S2cWf8lrQAQ</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/herzlich-willkommen-zum-letzten-fokus-amerika-ich-bin-sven-toniges-2532011/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/herzlich-willkommen-zum-letzten-fokus-amerika-ich-bin-sven-toniges-2532011/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/foltertododiapastoralglobo.JPG" alt="foltertododiapastoralglobo.JPG" /></p>
<p><strong>“Folter noch jeden Tag.”(2011)</strong></p>
<p><strong>Amnesty Journal 2009:</strong></p>
<p><strong>“KOPF UNTER WASSER</strong></p>
<p><strong>Gravierende Menschenrechtsverletzungen offiziell abzustreiten oder zu vertuschen, kommt heutzutage bei der internationalen Gemeinschaft schlecht an. Das weiß auch die brasilianische Regierung und geht deshalb seit langem einen anderen Weg: Mit erstaunlicher, entwaffnender Offenheit wird in- wie ausländischen Kritikern bestätigt, dass sie völlig im Recht seien. Man sehe die Dinge ganz genau so und habe bereits wirksame Schritte, etwa zur Abschaffung der Folter, eingeleitet. Doch auf die Worte folgen meist keine Taten.</strong></p>
<p><strong>Menschenrechtsaktivisten wie der österreichische Pfarrer Günther Zgubic, der die bischöfliche Gefangenenseelsorge in Brasilien leitet, vermissen seit Jahren deutliche Worte von deutscher Seite. Schließlich ist Lateinamerikas größte Demokratie ein wichtiger strategischer Partner von Deutschland, und die Regierung in Berlin spricht gerne von den “gemeinsamen Werten”, die beide Staaten verbinden würden. Mit dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Günter Nooke, hat jetzt zum ersten Mal endlich ein hochrangiger deutscher Politiker in der Hauptstadt Brasilia die Probleme offen angesprochen.</strong></p>
<p><strong>Zgubic erinnert immer wieder an die wohlklingenden Versprechungen, die Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei seinem Amtsantritt 2003 verkündet hat: “Er hat öffentlich erklärt, dass er Folter und andere grausame, unmenschliche Praktiken nicht mehr duldet.” Leere Worte aus Brasilia, denn nach Informationen von Zgubic existiert die Folter in allen Varianten, um Geständnisse zu erzwingen: “Es werden Elektroschocks eingesetzt, man presst den Kopf unter Wasser. Auf allen Polizeiwachen Brasiliens werden Häftlinge gefoltert”, meint Zgubic.</strong></p>
<p><strong>Nun sieht er sich überraschend durch Nooke bestätigt. “Stehen Menschenrechtsprobleme wie die unsägliche Folterpraxis beim Staatspräsidenten ganz oben auf der Prioritätenliste? Wieso wird nicht stärker kritisiert, dass die Regierung alle internationalen Verpflichtungen eingeht, ohne sie dann auch konsequent umzusetzen? Wir merken, dass sich Brasilien beim Thema Menschenrechte von Europa entfernt”, erklärte Nooke kürzlich. Brasilien dürfe im Menschenrechtsbereich nicht abdriften.</strong></p>
<p><strong>Doch vielleicht ist dies längst passiert. Paulo Vannuchi, Leiter des Staatssekretariats für Menschenrechte in Brasilia, hatte in der Zeitung “Folha de São Paulo” betont, dass das brasilianische Strafgesetz die ­Todesstrafe zwar nicht vorsehe, dennoch aber täglich außergerichtliche Exekutionen stattfinden würden. Gemeinsame Werte? Pedro Ferreira, Anwalt bei der bischöflichen Gefangenenseelsorge, findet es bedrohlich, dass selbst nach offiziellen Angaben derzeit über 126.000 Häftlinge trotz verbüßter Strafe illegal weiter festgehalten werden.</strong></p>
<p><strong>Ehemalige Gegner der Diktatur (1964 bis 1985) weisen zudem auf die fatalen Folgen der nicht bewältigten Gewaltherrschaft hin. Nicht einmal die Öffnung der Geheimarchive aus der Zeit der Diktatur sei unter Lula veranlasst worden, kritisiert Bundesstaatsanwalt Marlon Weichert aus São Paulo. Die Straflosigkeit inspiriert seiner Meinung nach jene Staatsfunktionäre, die heute im Polizeiapparat und im Gefängnissystem “Folter und Ausrottung” betrieben. Mit leeren Worte kann man an diesen ­Zuständen wohl kaum etwas ändern.</strong></p>
<p><strong><em>Von Klaus Hart.<br />
Der Autor ist Journalist und lebt in São Paulo.</em></strong></p>
<h3>ai-Journal Dezember 1996</h3>
<h2>Die “Hölle auf Erden”</h2>
<p><strong>BRASILIEN</strong></p>
<p><strong>Die “Hölle auf Erden”</strong></p>
<p><strong>Revolten, Hungerstreiks und Aids bestimmen den Alltag in den völlig überfüllten brasilianischen Gefängnissen. Brasilien gilt zwar als die zehntgrößte Wirtschaftsnation, leistet sich aber Haftanstalten, die man eher in Ruanda oder Burundi vermuten würde. Eine im April verkündete Amnestie entspannte die Situation nicht.</strong></p>
<p><strong>Eine mittelalterlich anmutende Gefangenenzelle in Rios Stadtteil Realengo: Jeder der mehreren Dutzend Insassen hat laut Gesetz Anspruch auf mindestens acht Quadratmeter &#8211; hier ist es nicht mal ein einziger. Geschlafen wird deshalb in Schichten. Während ein Teil der Gefangenen auf feuchtem Boden liegt, schlafen die anderen in Hängematten, die an den Gitterstäben befestigt sind. In einer Zelle im Stadtteil Bangu ein ähnliches Bild: 35 fast nackte, schwitzende Männer auf nur sechzehn Quadratmetern bei beißendem Fäkaliengeruch und nächtlichem Besuch von Ratten. Die psychische Spannung ist fast mit Händen greifbar. Neun von zehn Gefangenen haben Furunkel, in der heißesten Jahreszeit herrschen bis zu 60 Grad. Dann fallen täglich etwa 20 Insassen ohnmächtig um, werden von den Wärtern herausgezerrt und durch andere ersetzt.</strong></p>
<p><strong>Um aus dieser Hölle herauszukommen und in eine weniger überfüllte Zelle verlegt zu werden, bestechen Häftlinge ihre Aufseher mit bis zu umgerechnet 5.000 Mark. Es gibt brasilianische Gefängnisse, in denen die Insassen das nötige Geld sammeln, um dann die Begünstigten auszulosen. In Bangu kommen die notwendigen “Real” von der Familie oder Verbrechersyndikaten &#8211; je unerträglicher die Hitze, desto höher die Preise auf diesem Schwarzmarkt. Einmal am Tag gibt es schlechtes Essen; die Lebensmittelpakete der Angehörigen werden gewöhnlich nicht ausgehändigt.</strong></p>
<p><strong>Folter ist üblich. Ein Anwalt beschreibt einen Fall von 1996: “Polizisten mit Kapuzen mißhandelten 116 Gefangene, unter anderem mit Elektroschocks. Alle wiesen Blutergüsse auf, wurden zudem zu sexuellen Handlungen gezwungen.” Fast täglich werden Fälle zu Tode gefolterter, erschlagener Häftlinge bekannt &#8211; die politisch Verantwortlichen bleiben meist passiv. Nur wenige Intellektuelle protestieren, die Gesellschaft scheint sich an die grauenvollen Zustände gewöhnt zu haben.</strong></p>
<p><strong>Pervertieren statt resozialisieren</strong></p>
<p><strong>Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international oder “Human Rights Watch” prangern die Zustände in den brasilianischen Haftanstalten an &#8211; und auch die Gefangenenseelsorge der Katholischen Kirche läßt nicht locker. Padre Geraldo Mauzeroll von der “Pastoral Carceraria” im Teilstaat Sao Paulo gegenüber dem ai-Journal: “Wer ins Gefängnis kommt, wird pervertiert, wird angesehen und behandelt wie ein Tier &#8211; niemand ist an einer Besserung oder Resozialisierung interessiert. Die Gesellschaft rächt sich an ihnen, läßt sie intellektuell, spirituell, moralisch und kulturell und nicht selten sogar physisch sterben.” Mauzeroll hört in Polizeiwachen und Gefängnissen sehr häufig den Ausspruch: “Nur ein toter Häftling ist ein guter Häftling!” Der Padre geht seit 1973 in die “Presidios” &#8211; was er täglich sieht, sind Bilder wie aus Horrorfilmen: Tuberkulose grassiert, über die Gesichter Todkranker laufen Ameisen. Häftlinge verfaulen buchstäblich in Zellen. Die Gefängnisärzte sind selbst kriminell, weil sie Kranke bewußt </strong></p>
<p><strong>nicht behandeln, sondern sterben lassen. Sie werden aber nie zur Rechenschaft gezogen. Kriminell handeln auch Richter und Staatsanwälte, die über Folter und alle anderen Menschenrechtsverletzungen detailliert informiert sind, jedoch nicht eingreifen.</strong></p>
<p><strong>Das Gefängnispersonal verkauft Lebensmittel, die für Häftlinge bestimmt sind und ermöglicht Rauschgifthandel und -konsum hinter Gitterstäben. Ein Gefängnisdirektor: “Drogen müssen dort drin sein, damit die Gefangenen ruhig bleiben.”</strong></p>
<p><strong>Erzwungenes Schweigen, Morddrohungen</strong></p>
<p><strong>Ein dunkles Kapitel ist auch die sexuelle Gewalt, von Aufsehern sogar gefördert. Mauzeroll zum ai-Journal: “Wird ein wegen Vergewaltigung Verurteilter eingeliefert, stecken die Wärter ihn in bestimmte Massenzellen, damit er dort von 15 oder 20 Häftlingen vergewaltigt wird. Dies ist Gesetz in den Kerkern, und so verbreitet sich Aids sehr schnell.” Nach amtlichen Angaben infizierten sich bereits mehr als 20 Prozent aller Inhaftierten mit dem HIV-Virus &#8211; ein Großteil der rund 150.000 brasilianischen Gefangenen hat homosexuellen Verkehr, gewöhnlich ungeschützt. </strong></p>
<p><strong>Vitor Carreiro teilte in Rio de Janeiro jahrelang eine Zelle mit 47 Gefangenen. Er ist von Aids gezeichnet und sagt: “Alle Welt weiß, daß die Frau des Gefangenen der andere Gefangene ist.” Promiskuität ist der Alltag: José Ferreira da Silva, HIV-positiv, berichtet von vier festen und acht gelegentlichen Partnern &#8211; keiner benutzt Präservative. </strong></p>
<p><strong>Padre Mauzeroll drückt sich im Gegensatz zu vielen “politisch korrekten” Landsleuten nicht um unbequeme und unangenehme Wahrheiten. Er hat keine Probleme, die von den Autoritäten gerne versteckten und verdrängten Probleme offen anzusprechen. “Wer über die Zustände redet und informiert, stirbt”, lautet eine andere Regel. Berufskiller erledigen das &#8211; Mauzeroll weiß, daß auch sein Leben in Gefahr ist. Dennoch klagt er offen die soziale Ordnung Brasiliens an: “Diese ist schuld an der Situation.” </strong></p>
<p><strong>Gemäß einer neuen Studie der Vereinten Nationen lebt heute fast die Hälfte der 150 Millionen Brasilianer in verhältnismäßig entwickelten Gebieten. “Wenn in Sao Paulo und Rio de Janeiro die Lage in den Gefängnissen bereits so schlimm ist”, gibt Padre Mauzeroll zu bedenken, “wie muß sie dann erst in den stark unterentwickelten Regionen des Nordens und Nordostens sein?”</strong></p>
<p><strong> Amnestie nur Kosmetik</strong></p>
<p><strong>Die Rechtsanwältin Zoraide Fernandez weist darauf hin, daß Häftlinge nach verbüßter Strafe oft noch jahrelang gefangengehalten werden. 1995 waren es allein in Rio mindestens 560.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Staatschef Fernando Henrique Cardoso verkündete im April die, wie es offiziell hieß, größte Amnestie in der Geschichte des Landes: Etwa zehn Prozent der Gefangenen sollten freikommen. Wie die Gefängnisbehörden inzwischen einräumten, werden beispielsweise im Teilstaat Rio de Janeiro nur wenig mehr als ein Prozent amnestiert. Die 511 Gefängnisse bieten Platz für höchstens 60.000 Personen, sind aber nach jüngsten offiziellen Angaben mit 148.760 Häftlingen belegt &#8211; das sind 15 Prozent mehr als 1994. Notwendig, so hieß es, sei der Bau von 145 zusätzlichen Haftanstalten. Die Lage in der Metropole Sao Paulo ist den Angaben zufolge am dramatischsten. Eine Besserung ist nicht in Sicht: Per Haftbefehl suchte man allein 1996 rund 275.000 Straftäter.</strong></p>
<p><strong>Rund 95 Prozent der Häftlinge sind Arme, 96 Prozent sind männlich und etwa drei Viertel Voll- und Halbanalphabeten. Der typische Gefangene, so eine Studie, ist dunkelhäutig und jünger als 25 Jahre. Jeden Monat kommt es laut Statistik zu mindestens drei großen Häftlingsrevolten, die meisten werden allerdings der Öffentlichkeit verschwiegen. Eine Ausnahme bildet lediglich der südliche, relativ hochentwickelte Teilstaat Rio Grande do Sul &#8211; nur dort soll es auch keine irregulär festgehaltenen Häftlinge geben.</strong></p>
<p><strong>Wärter und Spezialeinheiten gehen gewöhnlich äußerst brutal gegen meuternde Häftlinge vor: 1992 wurden im berüchtigten Gefängnis “Carandiru” von Sao Paulo mindestens 111 Insassen erschossen. Die politisch Verantwortlichen und die direkt Beteiligten blieben bisher straffrei. In “Carandiru” ereignete sich auch Ende Oktober wieder eine Revolte: 670 Gefangene nahmen 27 Wärter als Geiseln und forderten die Verlegung in eine andere Haftanstalt. Fünf Häftlinge versuchten währenddessen in einem Müllwagen zu fliehen, vier von ihnen wurden von Militärpolizisten erschossen.<br />
Klaus Hart<br />
Der Autor ist freier Korrespondent in Rio de Janeiro</strong></p>
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<p><strong>„Die Lula-Regierung war bei den Menschenrechten eine Enttäuschung“(2009)</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Tim Cahill, Brasilienexperte von Amnesty International, über fortdauernde Folter, Todesschwadronen, paramilitärische Milizen und Sklavenarbeit in Lateinamerikas größter Demokratie.</strong></p>
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<p><strong>Paraisopolis heißt Paradies-Stadt – doch paradiesisch ist hier garnichts. Der Slum zählt zu den über 2000 in der reichsten südamerikanischen Megacity und grenzt an ein Viertel der Wohlhabenden – nicht wenige davon blicken von ihren luxuriösen Penthouse-Appartements direkt auf das unüberschaubare Gassenlabyrinth, wo auf engstem Raum in Holz-und Backsteinkaten rund 100000 Menschen in Moder, Abwässer-und Müllgestank hausen. Dabei gibt es an der fernen Peripherie weit grauenhaftere Slums. Auch für die Kirche ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten, daß der von bewaffneten Gangstern gemanagte Drogenhandel in Paraisopolis nur dank der reichen Großkunden von nebenan so lukrativ funktioniert. Der junge schwarze Slumpriester Luciano Borges Basilio nimmt kein Blatt vor den Mund:“Das organisierte Verbrechen ist besser organisiert als die Polizei – oft sogar viel besser, während die Polizei desorganisiert ist.“ In Brasilien werden täglich mehrere Beamte ermordet. „Ein Polizeioffizier erhielt 2009 hier in Paraisopolis einen Bauchschuß – die Beamten haben ja auch Familie und sind unter Streß und Hochspannung, wenn sie in einen Slum hineinmüssen. Aber Willkür rechtfertigt das nicht.“  Anstatt jener kleinen Minderheit von Kriminellen das Handwerk zu legen, verletzt die Polizei bei Razzien permanent Grundrechte der völlig unschuldigen Bewohnermehrheit, was weder die Kirche noch Amnesty International hinnimmt. Tim Cahill ist wiederholt vor Ort, spricht mit Zeugen. Sie berichten von Folterungen, ungerechtfertigtem Schußwaffengebrauch: Bei der Verfolgung von Gangstern, die in das Gassengewirr und Menschengewimmel des Slums flüchten, wird ein neunmonatiges Baby in den Arm geschossen, eine Sechzehnjährige an den Brüsten verwundet. </strong></p>
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<p><strong>Journal: Bewohner berichten, daß Elektroschocks zu den gängigsten polizeilichen Foltermethoden in Paraisopolis gehören. Die Beamten behandeln uns wie Tiere, lautet ein Vorwurf. </strong></p>
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<p><strong> Cahill: Die brasilianische Regierung hat zwar die Anti-Folter-Konvention unterzeichnet, doch wie wir hier vor Ort sehen, fehlt jeglicher politischer Wille, Folterer zu bestrafen. Bei Folter-Anzeigen wird gewöhnlich garnicht ermittelt. Die Polizei ist landesweit zunehmend in kriminelle Aktivitäten verwickelt, bildet Todesschwadronen und paramilitärische Milizen. Und ein beträchtlicher Teil der Brasilianer, vor allem jene in den Slums, wird wie Wegwerf-Bevölkerung behandelt. Paraisopolis ist dafür ein Beispiel. Es fehlt die Verantwortung des Staates für diese Menschen. Öffentliche Sicherheit muß für alle Brasilianer garantiert werden – die armen Schichten darf man nicht einfach davon ausschließen.“</strong></p>
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<p><strong>Journal: „Öffentliche Sicherheit“ ist in Brasilien vor allem Aufgabe der Militärpolizei – Relikt der Militärdiktatur. Weil Diktaturverbrecher, Folterer von einst nicht bestraft werden, fördert dies heutige Polizeigewalt und ermuntert die Folterer zum Weitermachen, argumentieren selbst frühere politische Gefangene.</strong></p>
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<p><strong>Cahill: Das ist in der Tat ein zentraler Punkt – Straffreiheit in Bezug auf Vergangenes stärkt die heutige Politik der Straflosigkeit. Das wird weithin akzeptiert. Ich war in vielen Polizeiwachen und Gefängnissen Brasiliens, habe hohe Amtsträger des Sicherheitsapparats getroffen. Da fand ich immer Leute mit ganz direkter Beziehung zu den Diktaturverbrechen. Das Ausmaß der Gewalt, die alltäglichen Menschenrechtsverletzungen im heutigen Brasilien sind Erbe der Diktaturvergangenheit. Amnesty macht Druck auf Brasilia, auf Staatschef Lula, die Diktaturverbrechen zu bestrafen und die Geheimarchive des Militärregimes endlich zu öffnen. Brasilien ist bei der Vergangenheitsbewältigung deutlich hinter den anderen lateinamerikanischen Staaten zurück. Das ist gravierend. </strong></p>
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<p><strong>Journal: Die Lula-Regierung hatte der UNO, den Menschenrechtsorganisationen 2003, zu Beginn der ersten Amtszeit versprochen, die eigenen Gesetze und internationalen Abkommen einzuhalten. Doch nach wie vor werden in Brasilien sogar Menschen auf Scheiterhaufen lebendig verbrannt.  Hielt Brasilia denn Wort?</strong></p>
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<p><strong>Cahill: Die Lula-Regierung war eine Enttäuschung. Es gab große Versprechen, Pläne und Projekte, sogar einen konstruktiven Diskurs – doch die Probleme sind tief verwurzelt geblieben. Es wird weiter gefoltert und exekutiert, die Lage in den Gefängnissen ist nach wie vor grauenhaft, und es gibt sogar weiterhin Todesschwadronen und Sklavenarbeit. Es fehlt der Regierung ganz klar politischer Wille. Echte Reformen werden durch wirtschaftliche und politische Interessen verhindert. Die paramilitärischen Milizen haben Macht, üben wirtschaftliche Kontrolle aus – daraus wird politische Macht, eine reale Bedrohung im heutigen Brasilien.“</strong></p>
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<p><strong>Journal: In der Olympia-Stadt Rio de Janeiro hat der Staat mehrere Hangslums besetzt, gemäß überschwenglichen europäischen Presseberichten die Verbrecherkommandos vertrieben und die Lage der Bewohner deutlich verbessert. Sind das nicht gute Beispiele, die auf positive Änderungen hindeuten?</strong></p>
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<p><strong>Cahill: Es handelt sich bei diesen Slums lediglich um Inseln, während im großen Rest der Stadt sich an der staatlichen Politik, an Diskriminierung und Polizeigewalt kein Deut ändert.  Für uns heißt dies, vor Ort noch intensiver zu recherchieren und Menschenrechtsverletzungen permanent anzuprangern. Die Situation Brasiliens ist sehr komplex. </strong></p>
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<p><strong>Journal: Hochrangige Staatsvertreter geißeln die Lage gelegentlich drastisch, was auf manchen entwaffnend wirkt.  Laut Gilmar Mendes, Präsident des Obersten Gerichts, ähnelt Brasiliens Gefängnissystem nazistischen Konzentrationslagern. Und Paulo Vannuchi, Brasiliens Menschenrechtsminister, räumt ein, daß tagtäglich außergerichtliche Exekutionen  und Blutbäder von Polizisten sowie Todesschwadronen verübt würden. Gravierende Menschenrechtsverletzungen seien Routine, alltäglich und allgemein verbreitet.</strong></p>
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<p><strong>Tim Cahill: Dies zählt zu den unglaublichen Dingen in Brasilien – Teile der Autoritäten erkennen diese Tatsachen offen und klar an – aber tun so, als seien sie dafür nicht verantwortlich. Denn das Gefängnissystem wird eben einfach nicht reformiert, trotz der häufigen Versprechen. Das große Problem Brasiliens ist heute, daß der offizielle Diskurs nichts mit der politischen Praxis zu tun hat. Wenn die Regierung in Brasilia weltweit mehr Anerkennung und Respekt will,  muß sie sich für die Menschenrechte der eigenen Bevölkerung einsetzen, besonders der Unterprivilegierten. Was falsch läuft, haben wir bei unseren Recherchen in der Sao-Paulo-Favela Paraisopolis, bei den Gesprächen mit Tatzeugen deutlich ermittelt: Der Staat marginalisiert diese Menschen – und das seit Jahrzehnten. Innerhalb des Staatsapparats herrscht Einverständnis, die Polizeistrukturen nicht zu kontrollieren. Angesichts extremer Kriminalität läßt man den Sicherheitskräften die Freiheit, Menschenrechte einfach zu verletzen. Wichtig ist, beide Seiten zu sehen. </strong></p>
<p><strong>“Cities of Terror” &#8211; WOXX:</strong><br />
<a href="http://archiv.woxx.lu/0700-0799/700-709/703/703p5.pdf"><strong> http://archiv.woxx.lu/0700-0799/700-709/703/703p5.pdf</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.ila-web.de/brasilientexte/inhalt.htm"><strong>http://www.ila-web.de/brasilientexte/inhalt.htm</strong></a></strong></p>
<h2>EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung startet in Hamburg. “Wir teilen die Werte der individuellen Freiheit, der Herrschaft des Rechts und der Menschenrechte.” Bundesaußenminister Westerwelle. <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11470">**</a></h2>
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<p><a href="http://www.welt.de/regionales/hamburg/article13703820/EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung-nimmt-Arbeit-auf.html"><strong>http://www.welt.de/regionales/hamburg/article13703820/EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung-nimmt-Arbeit-auf.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.brasil.diplo.de/Vertretung/brasilien/pt/01__Willkommen/Noticias_202010/Rede_20Westerwelle_20EULAK_20Stiftung.html"><strong>http://www.brasil.diplo.de/Vertretung/brasilien/pt/01__Willkommen/Noticias_202010/Rede_20Westerwelle_20EULAK_20Stiftung.</strong></a></p>
<p><strong>Hintergrund von 1997 &#8211; veröffentlichte Texte in Lateinamerika-Nachrichten &#8211; hat sich seitdem an der Lage viel verändert?</strong></p>
<h1>Im Dienst des organisierten Verbrechens</h1>
<h2>Rios Straßenkinder &#8211; neue Dimension eines alten Problems</h2>
<p>Immer mehr Straßenkinder Brasiliens werden von der organisierten Kriminalität rekrutiert und landen damit in den Kreisläufen der täglichen Barbarei und Gewalt. Das „Missionsobjekt“ Straßenkind hat hierdurch neue Dimensionen erfahren, die bislang allerdings von den Straßenkinderprojekten im Ausland kaum zur Kenntnis genommen wurden. Unser Autor Klaus Hart aus Rio de Janeiro schildert die wenig erfreuliche Entwicklug des Problems.</p>
<p>Bis zum entsetzlichen Candelaria-Massaker von 1993 (vgl. LN Nr. 231/232) gehörten die Meninos de Rua zum normalen Erscheinungsbild der Sieben-Millionen-Stadt Rio de Janeiro. Ob in Copacabana, Ipanema oder in der City &#8211; immer zogen sie in Gruppen herum, bettelten, stahlen. Und schlimmer noch: Eine sichtbare Minderheit unter den Straßenkindern überfiel, terrorisierte regelrecht bevorzugt schwangere Frauen und alte Leute.<br />
Im Stadtzentrum bin auch ich mehrfach von Straßenkindern verfolgt worden, flüchtete mich in Restaurants oder in von bewaffneten Pförtnern bewachte Hauseingänge. Wenn die Gruppen mich dennoch erwischten, waren eben Geld und teures Arbeitsgerät wie Sony-Recorder oder Kamera weg. Eine Bande ritzte mir vorm Wegrennen in Richtung Polizeikabine einmal Arm und Hand blutig. Aber das ist alles harmlos im Vergleich zu den Erlebnissen vieler Einheimischer. Eine brasilianische Bekannte fuhr mit dem Wagen die famose Avenida Atlantica entlang, ihr Kleinkind auf dem Rücksitz. An der Ampel wird das Auto von Straßenkindern umringt, eines schneidet ihrer Tochter die Kehle durch, sie verblutet. Einem Nordamerikaner, zum Arbeiten in Rio, schlägt eine Gruppe eine abgeschlagene Flasche ins Gesicht, einfach so, ohne Raubabsicht.<br />
Derzeit muß man in Rios Kernbereichen Meninos de Rua allerdings fast mit der Lupe suchen. Statt der Tausenden von Anfang der 90er Jahre verlieren sich im Straßengewühl bestenfalls einige hundert. Will ich zur nächsten Metrostation, kommen mir gelegentlich ausgeraubte traumatisierte Frauen entgegen: „Gehen Sie nicht weiter, an der Ecke lauern drei Meninos mit Messern!“ Also laufe ich zurück, nehme am Stand ein Taxi, fahre an den Kids vorbei, höre vom Motorista: „Die da werden nicht alt, hinter denen sind schon die Kollegen her.“ Diskutieren sinnlos. Grundtenor an den Stehbars: Sofort umlegen, bevor die Blödsinn machen.<br />
Straßenkinder-Experten wie Roberto Santos, Leiter der angesehenen Stiftung Sâo Martinho, bestätigen, daß die Gesellschaft, besonders die Mittel- und Oberschicht, auf Repression setzt und Gewalt gegen die Minderjährigen wie nie zuvor befürwortet. Gemäß einer neuen seriösen Umfrage sind rund 52 Prozent der BewohnerInnen von Rio generell für Lynchjustiz. Den Intellektuellen, ebenso wie den in-und ausländischen NGOs, gelang es nicht, einen Meinungsumschwung herbeizuführen &#8211; die brasilianische Gesellschaft ist neoliberaler, individualistischer und deutlich egoistischer geworden. Das früher bestehende Mitgefühl etwa der Mittelschicht mit den Armen hat spürbar abgenommem. Weiter gilt, was der inzwischen verstorbene Betinho konstatierte: Das Beseitigen von als störend empfundenen Minderjährigen wird von einem Großteil der BrasilianerInnen hingenommen, toleriert, und im Sinne einer geistigen Komplizenschaft mit den Mördern sogar befürwortet.</p>
<p>Anti-NGO-Kampagne</p>
<p>Inzwischen hat sich das Problemfeld verändert. Heute über gute oder schlechte Straßenkinderprojekte, über die Unterschlagung von Spendengeldern und über Kinderelend als Bereicherungsquelle für unehrliche NGOs zu debattieren, wäre müßig. Regierungsunabhängige Organisationen, die sich direkt den Straßenkindern widmen, gibt es kaum noch. Die meisten sind schlichtweg eingegangen, seit das Ausland weit weniger Spenden überweist und die Regierung nach einer geschickt betriebenen Anti-NGO-Kampagne Gelder stoppte. Cristina Leonardo, die couragierte Leiterin des Centro Brasileiro de Defesa dos Direitos da Crianca e do Adolescente (Brasilianisches Zentrum für die Verteidigung der Rechte von Kindern und Jugendlichen) und Verteidigerin von Opfern und Überlebenden des Candelaria-Massakers, wie auch Roberto Santos bestreiten vehement, daß die Regierung etwa durch gute Präventivprojekte die Zahl der Straßenkinder gesenkt habe. Unter Präsident Fernando Henrique Cardoso sei die Situation gerade im Sozialbereich, ob Bildung oder Gesundheit, so schlecht wie noch nie. Ausländische Unterstützergruppen, so ist immer wieder zu hören, hätten eine völlig falsche, oft sozialromantische Sicht der Dinge. Größtenteils werde übersehen, was sich bereits vor dem Candelaria-Massaker 1993 deutlich abzeichnete: Das organisierte Verbrechen offeriert den Kindern und Jugendlichen vergleichsweise gutbezahlte Jobs, bei keineswegs geringerem, sondern weit höherem Lebensrisiko, doch für umgerechnet bis zu tausend Mark die Woche. In sämtlichen Slums von Rio de Janeiro, auch dies ist inzwischen ein Gemeinplatz, funktionieren selbst die vom Ausland finanzierten Hilfsprojekte nur, wenn das organisierte Verbrechen seine Zustimmung gibt. In Europa denken immer noch viele, Kinder und Jugendliche der Unterschicht würden mehrheitlich von der Militärpolizei erschossen. Seriöse Untersuchungen stellten jedoch bereits 1993 richtig, daß der große „Exterminador“ eben das organisierte Verbrechen ist. Keiner weiß das besser als die mit Cristina Leonardo kooperierende Künstlerin Yvonne Bezerra de Mello. Kinder, die nicht richtig mitziehen, etwa drogensüchtig werden und statt Profiten Verluste bringen, werden kurzerhand eliminiert. Die Leichen, so Yvonne Bezerra de Mello, verschwinden meistens. Die großen Bosse, sagt sie, wohnen natürlich nicht im Slum, sondern in den Nobelvierteln Rios. In diesen Vierteln der Geld- und Politikerelite werden derzeit Drogen verbraucht wie nie zuvor &#8211; daher die enorme Nachfrage, die den Straßenkindern Jobs verschafft.<br />
Das beste Beispiel für die jüngeren Entwicklungen sind die Candelaria-Überlebenden: Der Trafico, wie die auf Drogen-und Waffenhandel, Entführungen und Rauberüberfälle spezialisierten Gangsterkommandos genannt werden, hat sie adoptiert. Die Leute vom organisierten Verbrechen, so Roberto Santos, zeigten sich in der Tat weitaus besser organisiert und professioneller als der Staat und die NGOs. Kinder und Jugendliche brauchen die rund 800 Slums von Rio nicht mehr zu verlassen. Die Kleinsten verdienen als Fogueteiro (Leuchtrakete) über fünfzig Mark pro Tag. Sie warnen die schwerbewaffneten Gangster mittels Feuerwerksraketen vor herannahenden gegnerischen Verbrechermilizen oder der Polizei. Fünfjährige transportieren als sogenannte Aviôes, Flugzeuge, Drogen in der Stadt, und bringen sie auch zu den privaten Bestellern der Mittel-und Oberschicht. Sieben- oder Achtjährige haben für gewöhnlich schon Pistole oder Revolver im Hosenbund. Als Soldados schließlich gehören sie zum martialischsten Teil der nach militärischem Vorbild streng hierarchisch gegliederten wichtigsten Syndikate Comando Vermelho (Rotes Kommando) und Terceiro Comando (Drittes Komando). Soldados kontrollieren die Ein- und Ausgänge der Steilhangslums. Sie schießen auf Verdächtige, nehmen an Gefechten und Massakern teil, führen Mordbefehle aus und sind bei Entführungen und Banküberfällen dabei.</p>
<p>Kultur feudalistisch-machistischer Werte</p>
<p>Mit Reinaldo Guarany, militanter Diktaturgegner und einer der Entführer des deutschen Botschafters Ehrenfried von Holleben im Jahre 1970, fahre ich eine enge steile Straße des malerisch wirkenden Bergstadtteils Santa Teresa hinunter. An der ersten Biegung richtet am Favela-Eingang ein nur mit Shorts und Sandalen bekleideter Zwölfjähriger seine verchromte MP auf uns. Er bräuchte nur einmal durchzuziehen, und alle im Wagen wären tot. Das passiert auch gelegentlich &#8211; im Drogenrausch sehen die Soldados in jedem einen Gegner, erschießen sogar die eigene Freundin oder Frau. Guaranys Kommentar: „Noch vor zwei Jahren habe ich hier viele von den Jungs, die mir heute mit MPs begegnen, Murmeln spielen sehen &#8211; sie wurden zu Soldaten des organisierten Verbrechens, prahlen damit herum und rühmen die Banditen als ihre Helden.“<br />
Guarany sieht es nicht anders als Anwältin Cristina Leonardo: „Daß heute die große Mehrheit der Meninos de Rua beim Trafico ist, bedeutet, daß Staat und Regierung sie im Stich ließen und die Sozialprogramme einschränkten. Wenn ein Junge mit acht Jahren schon mit einer nordamerikanischen Heeres-MP umzugehen weiß, wird es kompliziert. Darüber spricht niemand, aber genau das müßte das Hauptthema sein!“ Die Drogenprobleme und das Ausmaß des organisierten Verbrechens herunterzuspielen, ist für sie „scheinheilig“.<br />
Alba Zaluar, Brasiliens führende Gewaltexpertin, sieht inzwischen in den Slums eine neue tyrannische Kultur feudalistisch-machistischer Werte fest installiert &#8211; hingenommen von den Autoritäten des Staates. Denn die Herrschaft des organisierten Verbrechens über Rios Slums verhindert auf perfide Weise, daß deren BewohnerInnen politisch für ihre Rechte kämpfen. Immer wieder werden engagierte BürgerrechtlerInnen, die Selbsthilfegruppen in den Slums leiten und sich dem Normendiktat der Gangster nicht beugen wollen, zur Einschüchterung aller ermordet. Auch von ehemaligen, vom Trafico rekrutierten Straßenkinder.<br />
So wollte im September eine 83-jährige Frau nicht mehr akzeptieren, daß Gangsterkommandos bei Gefahr stets ihr winziges Slum-Grundstück passierten. Sie diskutierte mit den Banditen. Eines Nachts wurde sie deshalb von einer Gruppe grausam ermordet. Ein brasilianischer Bekannter wohnt unglücklicherweise nur wenige Schritte von einem Kommando-Treffpunkt entfernt. Er muß mitansehen, wie dort Kinder, Jugendliche und Erwachsene gefoltert, gekreuzigt, mit Schüssen durchsiebt werden. Mehrfach feuerten Jugendliche unter Drogeneinfluß in seine Haustür, und hätten die zwei kleinen Söhne treffen können. Die Kids tragen übrigens bevorzugt deutsche G-3 &#8211; und schweizerische Sig-Sauer-Sturmgewehre. Weil diese eine besonders große Reichweite haben, werden immer mehr Stadtbewohner durch verirrte Kugeln getötet oder verwundet.<br />
In Rio ist die Gewöhnung an diese tägliche Barbarei die Regel &#8211; in Deutschland dagegen, so scheint es, haben nur wenige die Entwicklungen der letzten Jahre und deren politische Dimension zur Kenntnis genommen. Andere wollen sie nicht wahrnehmen. Sie müßten sich sonst von ihren liebgewordenen Brasilien-Klischees trennen.</p>
<h1>Vier zu drei gegen José Rainha</h1>
<h2>26 Jahre wegen “Beihilfe zum Doppelmord” &#8211; Brasiliens Justiz in Hochform</h2>
<p>In einem 17stündigen Prozeß wurde der Führer der brasilianischen Landlosenbewe­gung MST José Rainha zu 26 Jahren und sechs Mona­ten Haft wegen angeblicher Beteiligung an einem Doppelmord ver­urteilt. Mit vier zu drei Stimmen befand die Jury den 36jährigen für schuldig, obwohl der zur Tatzeit 1000 Kilometer vom Tatort entfernt war.</p>
<p>Lange vor dem Prozeß gegen den populärsten, cha­ris­­ma­tischsten Land­lo­senführer kün­digte amnesty inter­national an, daß es im Ver­fahren nicht mit rechten Dingen zuge­hen wird. Aber die bösen Erwartun­gen wurden noch übertroffen. Der 36jährige José Rainha er­hielt im Juni 26 Jahre und sechs Mo­nate Haft wegen angeblicher Be­tei­li­gung an einem Doppel­mord, der 1989 im Bundesstaat Es­pírito Santo began­gen wurde. Amnesty in­ternational prote­stierte um­ge­hend und erklärte Rainha für un­schul­dig: Das Ur­teil erinnere an Dik­taturzeiten. Bleibe es auch beim zweiten Verfahren im Sep­tem­ber bei die­sem Strafmaß, wer­de er zum po­litischen Ge­fan­ge­nen erklärt und ai rund um den Erd­ball für seine Freilassung mo­bilisie­ren. Nicht einmal die juristi­schen Mindest­regeln seien im Prozeß einge­halten worden, kri­tisierte ai: Weder durch Be­wei­se noch durch Zeu­gen­aus­sa­gen konnte bestätigt werden, daß Rainha am Tat­ort war. Im Ge­gen­teil gibt es Nach­weise, daß er sich tausend Kilometer entfernt auf­gehalten hat. Mit dem Ge­richts­verfahren sollte viel mehr die Land­lo­senbewe­gung MST ein­ge­schüchtert werden, die zur zweit­wichtigsten Stimme der Op­posi­tion geworden ist.<br />
Auch die katholi­sche Kirche Bra­sili­ens, in der Rainha seine po­litische Laufbahn begann, steht weiterhin zu ihm und unter­strich, daß den 922 Morden an Bau­erngewerkschaftlerInnen, kirch­li­chen Mit­arbeiterInnen, Landlo­sen, Kleinbau­ern und Klein­bäue­rinnen von 1990 bis 1995 nur 47 Ge­richtsverfahren und nur fünf verurteilte Täter ge­gen­über­stehen, von denen zwei aus dem Ge­fängnis flohen.</p>
<p>Im Visier: Das MST</p>
<p>Daß Rainha noch lebt, grenzt fast an ein Wunder: Seit 1987 verfolgt ihn die berüchtigte To­des­schwadron Escuderie Le Cocq seines Heimatstaa­tes Espí­rito Santo, in dem er als Land­arbei­tersohn aufwuchs. Rainha ent­ging Hinterhal­ten, überlebte Mord­anschläge und konnte nur ein­mal durch Schüsse verwun­det wer­den. Zwei seiner engen Freun­de, Pfarrer Gabriel Maire und Gewerk­schaftsführer Edson Ra­mos, dage­gen star­ben 1988 im Ku­gelha­gel der Pistole­ros.<br />
Ein Jahr später kam es zu ei­nem Schußwechsel zwi­schen ei­nem Groß­grundbesitzer, sei­nem ihn begleitenden Militärpolizi­sten und einer Gruppe von Land­lo­sen. “In Wahrheit vertei­digten sich die Sem Terra, die Landlo­sen, gegen jenen Fa­zendero, der ein Blutbad anrich­ten wollte.” meint Anwalt Os­mar Barcellos. Zeu­gen wollen Rainha bei der Schießerei gese­hen ha­ben, be­schreiben ihn als ziemlich dick, mit rundem Ge­sicht und ka­sta­ni­en­farbigen Haa­ren. Rainha ist je­doch geradezu dürre, hat ein längli­ches Gesicht und schwarze Haare. Und vor allem wurde er zur Tatzeit nicht nur von zwei Lo­kalparlamentariern, sondern auch einem Obersten der Mi­li­tär­po­li­zei des nordöstlichen Bun­des­staates Ceará gesehen. Beim Prozeß wurden aber weder Zeu­gen der Anklage noch der Ver­tei­digung angehört. Die laut Nach­rich­tenmagazin Veja gra­vierendste Verur­teilung einer brasi­lianischen Führungspersön­lich­keit seit der Rückkehr zur Demo­kratie wird deshalb von zahl­reichen Ju­risten und Krimi­nalisten des Landes als schlech­ter Witz bezeichnet, die Strafe als “absurd”. Auch das Pastoral­büro für Landange­legenheiten der Bi­schofskonferenz kritisierte, daß mit dem Schauprozeß nicht Rainha, son­dern die ge­samte Landlosenbewegung ge­troffen wer­den sollte. In vielen Medien da­gegen wurde das Urteil einsei­tig darge­stellt und sogar begrüßt: das MST also doch die Bande von Mör­dern, ge­walttätigen Ge­sellen und Gesetzesbre­chern, wie die mäch­ti­gen Großgrundbe­sitzer im­mer be­haupten?<br />
Kä­me Rainha tatsächlich hin­ter Gitter, wäre das für das MST ein herber Verlust. Niemand sonst hat in Brasi­lien so viele Be­setzungen brachliegender La­ti­fundien mit durchgeführt, hat so große Erfahrungen und kennt Bra­silien und die Landlosen­basis so gut. An die zwanzig Prozesse wurden gegen Rainha geführt, etwa 50 Untersuchungsverfahren ge­gen ihn ein­geleitet &#8211; ohne Er­folg. Hinter Gittern saß er bereits mehrfach, interna­tionale Proteste führ­ten jedoch stets zu seiner Frei­lassung.<br />
Ist Rainha nur eine Art MST-Pro­fi-Funktionär? Er be­sitzt vier Hektar im Hinterland des Bun­des­staates Sâo Paulo, pflanzt Pap­rika, Mais, Tomaten und Me­lo­nen, und gehört zu einer Asso­cia­çao comuni­taria mit 16 Fa­mi­li­en. Von der bra­silianischen Zeit­schrift Imprensa nach seiner Schul­bildung gefragt, antwortete er: “Ich war nie in der Schule. Le­sen und Schreiben habe ich mir mit fünfzehn zuhause beige­bracht. Wir waren eben ver­dammt arm, meine Brü­der ar­bei­te­ten auf dem Feld, um zu Über­le­ben. … Ich lese gerne. Von Frei Betto kenne ich fast alle Bücher &#8211; der ist mein Freund.”</p>
<h1>PC Farias: Tangotänzer und Mafioso</h1>
<h2>Brasiliens Justiz muß Mord an “Grauer Eminenz” wieder aufrollen</h2>
<p>Unter dem Druck von Gerichtsmedizinern, Kriminalisten und der Öffentlichkeit sieht sich Brasiliens Justiz gezwungen, den Mord an Paulo Cesar Farias, Symbolfigur für Korruption in Politik und Wirtschaft, erneut zu untersuchen. Die bislang verbreitete offi­zielle Tatversion ist nicht mehr haltbar.</p>
<p>Mit der finanziel­len Unter­stützung des Multimillionärs Paulo Cesar Farias­, im Volks­mund PC, gewann Collor de Mello 1989 die Präsident­schaftswahlen. Aber auch nach der Wahl ver­sorgte PC seinen Präsidenten, der 1992 wegen Korrup­tion und Machtmiß­brauch seines Am­tes enthoben wurde, mit reich­lich Geld (siehe LN 222). “Wegen Mangels an Be­weisen” 1994 in ei­nem offen­sicht­lich politisch motivier­ten Kor­ruptionspro­zeß frei­ge­spro­chen, lebt Collor heute in Miami. PC be­kam sieben Jah­re, die er größtenteils höchst kom­fortabel im of­fe­nen Straf­vollzug von Ma­ceio / Alagoas absaß. Damit könnte die Geschichte ein Ende haben.</p>
<p>PCs Comeback</p>
<p>Als ihn 1996 in seiner Wo­chenendvilla im Nord­oststaat Ala­goas der tödli­che Schuß traf, hatte PC Farias gerade sein poli­tisches Co­meback, die Gründung einer Tageszeitung angekündigt. Der zu­ständige Po­lizeichef gab noch am selben Tag bekannt, der fünfzigjährige kahl­köpfig-char­man­te Tangotän­zer sei wegen Be­ziehungspro­ble­men von seiner Freundin Suzana Mar­colino er­schossen wor­den, die anschlie­ßend an seiner Seite Selbst­mord be­gangen habe. &#8211; Spott und Iro­nie war der Tenor von Brasiliens Leitar­tikeln. Als Tat­motiv wurde allgemein Quei­ma de Archivo, die Vernichtung von Archiven angenom­men, da PC exzellenter Kenner der brasi­lianischen Kor­ruptionsme­chanismen war und streng­gehütete Geheim­nisse der jünge­ren Politik mit ins Grab nahm. Zur allgemei­nen Ver­blüf­fung be­stätigte zwei Mo­nate später der bis dahin landes­weit hoch­ange­sehene Gerichts­me­di­zi­ner Badan Palhares nach vor Ort an­gestell­ten Untersu­chungen die Ver­sion des Polizei­chefs. Für die Re­gie­rung schien der Fall damit er­le­digt.<br />
Von Anfang an hatte der ala­goanische Gerichtsmedi­ziner und Militärpolizei­oberst George San­guinette mit einem hohen Maß an Zivil­courage öffentlich auf Un­gereimtheiten bei dem Mord hin­ge­wiesen. Seine ermit­telnden Kol­legen würden von “oben” ge­wal­tig unter Druck ge­setzt, bei dem Verbrechen han­dele es sich um einen Doppel­mord. Sangui­nette erhielt da­raufhin Mord­droh­ungen und wurde we­gen seiner Aufmüpfig­eit zeit­weise unter Haus­arrest gestellt. Der Oberst ließ sich nicht ein­schüch­tern, wies über­zeugend grobe Er­mitt­lungs­fehler nach, und ver­öf­fent­lichte darüber sogar ein Buch. Die Untersu­chungen wur­den schließlich wiederaufge­nom­men. Die jüng­ste defini­tive Ex­per­tise vom Mai macht die bis­he­rige offizielle Version zu Ma­ku­la­tur. Suzana Marco­lino konn­te nicht auf PC geschossen und sich danach in der beschrie­be­nen Weise umge­bracht haben — ge­mäß der zu­ständigen Staats­an­wäl­tin weisen die Indi­zien nun­mehr auf Dop­pelmord hin. Als PC und dessen Freundin be­reits tot waren, wur­den nach­weis­lich Te­lefongesprä­che mit der Wo­chen­endvilla ge­führt. Die Lei­chen “entdeckte” man aber erst rund vier Stunden später.</p>
<p>Zivilcourage eines Gerichtsmediziners</p>
<p>Laut Sanguinetti steht die Ma­fia von Alagoas hinter der Tat. Mitt­lerweile wurden auch Ver­bin­dungen PCs zur italienischen Mafia nachgewiesen. Ein Partner soll in Geldwäsche, Drogen und Waf­fenhandel verwickelt sein. Zwei Kinder von PC stu­dierten auf einem Privatgymnasium der Schweiz, wo die ita­lienische Po­li­zei vier Konten des Er­mordeten aus­machen konnte. Auf diesen und sechs weiteren Konten in den USA, den Niederlanden und Uruguay hatte PC über sechs Millionen Dollar de­poniert: Ein Bruch­teil seines Vermögens.<br />
PC Farias eigener Einschät­zung nach säßen bei strenge­ren Ge­setzen gegen Korruption im Wahl­prozeß &#8211; wie zum Beispiel in Italien &#8211; die Politiker, die Bau­un­ternehmer und Bankiers des Landes allesamt hinter Git­tern. Und er muß es wohl am be­sten wis­sen.</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Würden Sie Ihr Kind “Hitler” nennen?</p>
<p>Antonio Callade, der auch in Deutschland und Österreich viel­verlegte brasi­lianische Roman­cier, stau­nte nicht schlecht, als er bei der Pre­miere eines seiner Stücke im Teatro Ziembinski von Rio de Janeiro auf den Mosaik­fußboden schaute: auf über zehn Metern Länge ein Ha­kenkreuz nach dem an­deren kunstvoll aufge­reiht, saubere Handwerksarbeit aus den 30er und 40er Jahren. Seit das alte Haus 1985 von ei­nem Schauspieler er­worben und in ein Theater umgewan­delt worden war, hatte nie­mand An­stoß an der auch vom angrenzenden öffentli­chen Platz deutlich erkennba­ren Haken­kreuz­or­na­men­tik genommen.<br />
Obwohl in den brasiliani­schen Zeitungen häufig über Hakenkreuz­schmierereien in Deutschland und anderen eu­ropäischen Län­dern sowie über die entsprechen­den Proteste jü­discher Organisa­tionen be­richtet wird, verkau­fen Straßenhändler in Rio oder Sâo Paulo sogar nach­produzierte Me­tall-Erinne­rungsplaketten an den “Gautag der Bayrischen Ost­mark, Pfingsten 1933 in Regens­burg”, darauf das Ha­kenkreuz unter’m Reichsad­ler. Bis heute tragen nicht wenige Brasilianer den Vor­namen Hitler &#8211; die Eltern wa­ren eben Bewunderer des Naziführers. Richter Hitler Canta­lice läßt einen Parlaments­abgeordneten we­gen Autoraubs verhaften &#8211; und als die Insassen einer total überfüllten Haftanstalt re­voltieren, behält Polizei­chef Hitler Mussolini Pacheco kühlen Kopf, führt persönlich die Verhand­lungen über Geiselfreilassun­gen. Weiße Hitler sitzen in Universitätshörsälen, schwarze Hitler hausen in Slums der Sklavennachfah­ren. “Hitler” steht auch auf Straßenschildern: In der Stadt Barra do Bugres befindet sich das Hospital in der “Avenida Hitler Sansâo”. Auch der Vor­nahme “Rommel” ist sehr häufig.<br />
Viele Juden flüchteten vor der drohenden Verfolgung und Ermordung auch nach Brasilien &#8211; die den Deutschen aus der Nazizeit bekannte üble Verunglimpfung der jü­dischen Minderheit ist jedoch bis heute selbst in Wörterbü­chern und Lexika beibehalten worden &#8211; trotz entsprechen­der Proteste. Ver­gangenes Jahr hat erstmals auch die jü­dische Weltorganisation B’NAT B’RITH scharf ver­urteilt, daß sogar im wichtig­sten brasilianischen Nach­schlagwerk Aureliano der Jude als “schlechter Mensch, Geizhals, Habgieriger, Wu­cherer” definiert bzw. charakteri­siert wird.</p>
<h1>Megaescândalo</h1>
<h2>Gesprächsmitschnitte weisen auf massiven Stimmenkauf im Kongreß hin, Nutznießer: Staatschef Cardoso</h2>
<p>Der Präsident will wiedergewählt werden. Die entsprechende Verfassungsänderung kam Ende Januar nur mittels Stimmenkauf und andere Machenschaften durchs Par­lament &#8211; sagten damals Kirche, Opposition und Medien. Doch niemand konnte es be­weisen. Jetzt liegen Gesprächsmitschnitte vor, denen zufolge Cardosos rechte Hand, Kommuni­kationsminister Sergio Motta, den Stimmenkauf veranlaßte. Eine un­bekannte Zahl von Abgeordneten erhielt demnach jeweils umgerechnet an die 300.000 DM in bar. Cardoso war noch nie so in der Bredouille.</p>
<p>Was Brasiliens größte Quali­tätszeitung, die Folha de Sâo Paulo, Mitte Mai abdruckte, schlug ein wie eine Bombe: Zwei zur Rechtspartei PFL der Re­gierungsallianz zählende Kon­greß­abgeordnete er­läutern klar und unzwei­deutig eine groß­an­ge­leg­te Stimmenkaufopera­tion. Car­dosos In­tim­freund Sergio Motta von der So­zi­aldemokrati­schen Partei (PSDB) habe veranlaßt, daß über die PFL-Gou­ver­neu­re der Teil­staaten Acre und Ama­zonas um­gerechnet rund 300.000 DM in bar &#8211; oder sogar noch viel mehr &#8211; an Parlamentarier aus­gezahlt wurde, damit sie Ende Januar für die Wie­derwahl-Novelle vo­tie­rten. Der Abstimmung war von der Mitte-Rechts-Regierung al­ler­größte Be­deutung bei­ge­mes­sen wor­den.<br />
Überraschend hatte eine große Zahl von Abgeord­neten, die die Ver­fas­sungsänderung stets öf­fent­lich ablehnten, dann doch der No­velle zuge­stimmt. In den ab­ge­druckten Gesprächsmitschnit­ten wer­den fünf bestochene De­pu­tados aus Acre nament­lich genannt, doch weit mehr sollen Sum­men zwischen 200.000 und 300.000 Reais er­hal­ten haben. Diese bezeichen die Darstel­lungen als falsch und absurd. Die PFL, stärkster Partner Cardosos, schloß indessen sofort jene zwei Acre-Abgeordneten aus der Par­tei aus, die den Stimmenkauf erläuterten und selber Geld er­hielten. Mit anderen Worten: Beide werden als geständig ange­sehen, die Mitschnitte somit als authentisch be­trachtet. Wa­rum nur diese beiden und nicht die an­deren Deputados &#8211; die zwei Gouverneure und der Mi­nis­ter?, fragt sich alle Welt. Die in Folha-Kommentaren gege­be­ne Antwort: Entläßt Cardoso Mi­ni­ster Motta, wie sogar die PFL-Spit­ze empfiehlt, gesteht er auch seine eigene Schuld ein &#8211; und dann ist alles möglich. Erinnert sei hier an das Col­lor-Im­peach­ment von 1992.</p>
<p>Kurse der Stimmenbörse</p>
<p>Motta, der mit Cardoso eine Großfarm betreibt, ist in einer heiklen Situation. Vorwürfe, daß er als Hauptorganisator des Stimmenkaufs fungiert, er­hob sogar Paulo Maluf, Führer der nicht zur Re­gierung gehörenden Rechtspartei PPD. Deren Kon­greßabgeordneter Jair Bolsonari beschrieb, wie es am Tage der Abstimmung im Januar in den Kon­greßkorridoren zuging: Wie bei Geschäftsverhandlungen auf ei­ner Stimmenbörse. Am Mor­gen wurde ein Votum noch für 200.000 Reais ge­handelt, weil die Regierung nicht sicher war, ob die Verfassungsänderung pas­sieren würde. Einige Parla­men­ta­rier verlangten sogar 300.000 Re­ais. Kurz vor der Ab­stimmung glaub­te die Regierung an ihren Sieg und ging deshalb mit dem Kurs herunter, zahlte nur noch 50.000 Reais. “Ich weiß nicht, wer Stimmen an- bezie­hungs­wei­se ver­kaufte, doch den Kauf und Verkauf gab es tatsächlich.”<br />
Die Cardoso-Regierung hat seit dem Amtsantritt eine Reihe von parlamenta­rischen Untersu­chungs­ausschüssen verhin­dert, die ihr hätten gefährlich wer­den kön­nen. Zwar bekam die Oppo­si­tion die nötigen Unter­schriften der Abgeordneten zusammen, oh­ne die ein Ausschuß nicht ge­bil­det werden kann. PFL und PSDB entsandten je­doch nicht die vor­geschriebenen Repräsen­tanten &#8211; und damit war die Untersuchung ganz “demokra­tisch” blockiert.<br />
Nach dem Abdruck der Ge­sprächs­mitschnitte hatte die Op­po­si­tion die Unterschrif­tenliste rasch komplett &#8211; auf Anwei­sung Cardosos mußten indessen PFL- und PSDB-Abgeordnete ihre Unterschriften zurückziehen. Es wurde öffentlich spekuliert, wieviel Reais sich die Regierung die Rückzieher wohl habe kosten las­sen &#8211; wieder 200.000 pro Kopf?<br />
Brasiliens Bischofskon­ferenz CNBB hat den Me­ga­es­cândalo nicht kommentiert, sie verwies nur auf ein jüngst veröffent­lich­tes CNBB-Dokument, in dem die Re­gie­rung der ak­tiven Kor­rup­tion beschul­digt wird. Im Bezug auf die Wiederwahlno­velle heißt es, die Regierung be­sorge sich bei für sie interessan­ten Vor­lagen die nötigen Stim­men ohne Skrupel. Cardosos Allianzpartner PFL, der den Vizepräsidenten stellt, ist gemäß Un­ter­suchungen und Zeugenaus­sa­gen bereits seit langem in Wahlstimmenkauf ver­wickelt. Im archai­schen Nord­osten, so Anwälte ge­gen­über den La­tein­a­me­rika Nach­richten, sei all­ge­mein be­kannt, daß der deutsch­stäm­mige PFL-Chef Jor­ge Born­hau­sen mit prall­ge­füll­tem Geld­koffer he­rum­rei­se, Politiker besteche und den Stim­menkauf organi­sie­re. Born­hau­sen ist Mitgründer der einstigen Militärdiktatur-Par­tei Arena. Cardosos Vize Marco Ma­ciel gehörte ebenfalls zur Are­na und zählte zu den ak­tiv­sten Unter­stüt­zern der Folter­ge­ne­räle.</p>
<p>Alte Kameraden</p>
<p>Die PFL stand an der Seite Präsident Fernando Collor de Mellos, der 1992 wegen Korrup­tion und Machtmißbrauch abge­setzt wurde.<br />
Jener Senhor X, von dem die Fol­ha de Sâo Paulo die Mit­schnitte erhielt, hat in­zwischen be­tont, weitere Tonbänder zu be­sitzen, auf denen noch mehr Per­so­nen belastet werden.<br />
Zwei Mitglieder der PSDB-Spitze erklärten interessanter­weise vor der Veröf­fentlichung der Mitschnitte gegen­über dem Nachrich­tenmagazin Veja, sie sei­en überzeugt davon, daß der PFL-Gou­verneur von Amazo­nas mit der Ab­sicht des Stimmen­kaufs nach Brasi­lia gekommen sei. Mit Kof­fern voll Geld sei der Gou­ver­neur in den Wiederwahl-Pro­zeß hi­neingegangen. Warum stell­te die Cardoso-Regierung ihn nicht zur Rede, fragt die Veja.<br />
Gemäß einer neuen Mei­nungs­umfrage führt die Popula­ri­täts­kurve des Staatschefs nach lan­ger Stabilität erstmals deut­lich nach unten. Brasiliens Bör­sen reagierten auf die Ver­öff­ent­li­chung der ersten, brisanten Mit­schnit­te in der Folha am 13. Mai so­fort mit Kursabfall. Die Echt­heit der Mitschnitte wurde am 20. Mai bestätigt. Je­ne zwei Ab­ge­ordnete, die den Wortlaut des Ab­drucks bestritten, ste­hen bös’ da. Ganz zu schwei­gen von den an­deren Ver­wickelten.</p>
<h1>Lebendige Fackeln</h1>
<h2>Immer häufiger werden Wohnungslose im Schlaf angezündet</h2>
<p>Sie hatten angenommen es sei nur ein Bettler, verteidigten sich die fünf jungen Tä­ter, die in Brasilia das schlafende Oberhaupt der Pataxó-Indianer Galdino Jesus dos Santos an­zün­deten. Der Fall erregte gerade deshalb Aufmerksamkeit, weil es sich um einen In­digena handelte, reiht sich jedoch ein in die zunehmende Gewalt gegen Woh­nungs­lo­se. Die Täter kommen meist aus der Mittel- und Oberschicht.</p>
<p>Die Avenida Rio Branco, ein­stige Prachtstraße Rio de Janei­ros, bietet nachts ein deprimie­rendes Bild. Weil seit 1995 in­folge von neoliberalen Regie­rungsprogrammen die Arbeitslo­sigkeit steil an­stieg und Sozialein­richtungen schlossen, lie­gen so viele Obdachlose, Bettler, psy­chisch Kranke und Stra­ßenkinder wie selten zuvor aufgereiht ne­beneinander auf dem Bürger­steig; nicht wenige nutzen als Unterlage oder zum Zudecken ledig­lich Zeitungs­pa­pier oder Pappe. Neuerdings hat ein Großteil von ihnen Angst, Op­fer jener Brandattacken zu werden, die sich auch in Sâo Pau­lo und selbst in der Haupt­stadt Brasilia häu­fen: Nur Schrit­te von der Ave­nida Rio Branco ent­fernt, über­goß vormittags eine gut­geklei­dete Frau einen sit­zen­den Bettler mit reich­lich Al­ko­hol, warf zy­nisch lachend ein bren­nendes Streichholz auf ihn. Und ver­schwand im Men­schen­ge­wühl, während der Mann die Flammen zu er­sticken suchte. Dreißig Pro­zent der Haut ver­brann­ten, derzeit liegt er in ei­nem öffentlichen Hospital der Sie­ben-Millionen-Stadt, das pro Mo­nat mindestens zwei woh­nungs­lose Brandopfer behandelt. Oft kommt in­dessen jede Hilfe zu spät, wie die fast täglich veröf­fentlichten Fotos von ver­kohlten Leichen bewei­sen.<br />
Ivan Bertanha, Leiter einer Hospi­talabteilung für Verbren­nungen in Sâo Paulo, betont, daß die Eingelieferten fast nie ge­richtsverwertbare Angaben lie­fern können: “Sie sagen, daß sie in Flammen stehend aufge­wacht sind und keine Verdächtigen ge­sehen haben.” Pataxó-Häupt­ling Jesus dos Santos verbrannte in Brasilia lebendig, nachdem nicht weniger als zwei Liter Alkohol über ihn ausge­gossen worden waren. Die in­zwischen gefaßten fünf Täter aus Elitefamilien ver­teidigten mit dem Argu­ment, sie hätten ihn “nur” für einen Bettler gehalten. Für regierungskriti­sche Men­schenrechtler und So­ziolo­gen spricht dieser Satz Bände. Her­bert de Souza Betinho, Füh­rer der natio­nalen Kampagne ge­gen Hunger und für Bürger­rechte, nennt das Handeln der jungen Männer einen Hinweis “auf den Grad der Degenerierung in be­stimmten höheren Schich­ten der brasilianischen Gesellschaft.” Helio Bi­cudo, enger Mitarbeiter des Kardinals von Sâo Paulo und Kongreßabgeordneter der Ar­bei­ter­partei PT, konstatiert, die bra­si­lianische Gesellschaft ent­wür­dige die Armen und bana­li­sie­re das Leben. Der angesehene So­zi­al­wissenschaft­ler und The­ra­peut Ju­randir Freire Costa bringt so­gar die Globali­sierung mit ins Spiel: Junge Männer, wie jene fünf von Bra­silia, kennen die rei­che “Erste Welt” sehr gut und glau­ben, eher per Zufall in Bra­si­li­en zu le­ben. Widerwillig sind sie dort mit einer Mehrheit von “Häß­lichen, Armen, Zahn­losen und Nicht-Weißen” konfrontiert, ana­ly­siert Co­sta weiter. Eine Art von Umgang mit dieser Realität sei, sie nicht wahrzuneh­men, eine andere, diese so­gar physisch zu eliminieren. “Wir reden viel über die Modernisierung Brasili­ens, doch wenig über die Befrie­dung der Gesell­schaft”, sagt Os­car Vieira, Generalsekretär des UN-Lateinamerika-Instituts und weist auf die Straffreiheit hin, von der besonders die High So­ciety profitiert. Gemäß neuesten UNO-An­gaben werden in Brasi­lien mehr Menschen durch Feu­er­waffen getötet als in jedem an­deren nicht durch Krieg gezeich­neten Land. In Sâo Paulo kann die Po­lizei bestenfalls in zwan­zig Prozent der Fälle die Täter iden­tifizieren, was nicht bedeu­tet, daß diese auch verhaftet werden.</p>
<p>Der neue Sport der Besserbetuchten</p>
<p>Inzwischen wurden sehr un­vollständige Angaben über die Anzahl wohnungsloser Brand­op­fer veröffentlicht. Allein in der Haupt­stadt Brasilia sind seit 1988 minde­stens 29 Bettler an­ge­zün­det wor­den. In Sâo Paulo und Rio sind mehrere Woh­nungs­lose pro Mo­nat betroffen. Brand­attacken sind jedoch nicht alles: So gehört es in den ge­nannten drei Städten zum ma­ka­bren Sport Besserbe­tuchter, etwa nach der Disco vom Wagen aus auf schlafende Woh­nungslose zu schießen. Auch ein Polizeiof­fi­zier Rios pflegte, gerichtlichen Zeu­gen­aus­sagen von 1994 zu­fol­ge, seine Waffen nachts an Bett­lern zu te­sten.<br />
Schließlich wurden 1990 in der Stadt Matupá drei arbeitslose Landarbeiter, die ver­sucht hat­ten, eine Fazenda zu über­fallen, in Anwesenheit von Po­li­zisten und einem Politiker auf offener Straße lebendig ver­brannt: das von einem Amateur gedrehte Vi­deo der Untat über­gab die katho­lische Kirche inter­nationalen Men­schen­rechtsorga­ni­sa­tionen. 22 Personen wurden zwar ange­klagt &#8211; zu einer Bestra­fung ist es aber bis heute nicht gekommen.<br />
Wegen des spektakulären Brand­an­schlags auf Galdino Je­sus dos Santos interessiert sich die brasilianische Öf­fentlichkeit auf einmal für das Leben der Pa­ta­xó. Nach Angaben der Kir­che wur­den in den letzten Jah­ren in Südbahia 24 Pataxó-Indios von Pis­toleros der Großgrundbe­sit­zer oder diesen selbst erschos­sen, 47 über­lebten Mordver­su­che, 48 In­dios starben wegen un­ter­lassener Hil­feleistung.<br />
Ein Großteil Südbahias war ursprünglich Pataxó-Land. Doch vor und wäh­rend der Militärdik­tatur legten Latifundistas im Stam­mesgebiet Ka­kao­farmen an, von denen auch große interna­ti­o­na­le Schokola­denmarken ihren Roh­stoff bezie­hen. Vor Gericht streiten die Pa­taxó seit 15 Jahren um die Rück­gabe von etwa 36.000 Hektar &#8211; 788 Hektar waren ihnen zwar von der Justiz zugespro­chen, de facto aber nie übergeben worden. Der Stamm nutzt jetzt die Gunst der Stunde: Zur Beerdi­gung von Häuptling Je­sus dos Santos kamen TV-Teams, Presse und so­gar der Chef der staatli­chen Indianer­schutz­behörde FUNAI, Julio Gei­ger. Nach der Beisetzung durf­ten weder er noch die Jour­na­listen das Reservat verlassen, viel­mehr wurden sie gezwun­gen, die Pataxó beim Be­setzen von vier benach­bar­ten Kakaofarmen zu be­glei­ten. Umringt von Indios mit Fe­der-Kokarden, Wurfspies­sen, Pfeil und Bogen, mußte Gei­ger grimmigen Blickes als erster das aufge­brochene Farm­tor jenes Groß­grundbesitzers durch­schrei­ten, der die Pataxó am meisten ter­ro­risiert &#8211; während diese auf­paß­ten, daß die Szene für die TV-Abendnachrichten auch or­dent­lich gefilmt wurde. Erst nach­dem das Gebiet ohne Ge­walt und Zwi­schen­fälle be­setzt wor­den war, ließen sie den FU­NAI-Chef und den Me­dien­troß von dannen zie­hen.</p>
<h1>Terror, Lügen und Videoaufnahmen</h1>
<h2>Kontroverse um Polizeiübergriffe in Sâo Paulo</h2>
<p>Die Aufnahmen gehen um die Welt: Polizisten errichten eine Straßensperre und ter­rorisieren vorbeikommende PassantInnen. Niemand wehrt sich: aus Angst, er­schossen zu werden. Der Präsident ist international entrüstet und die heimischen Intellektuellen schweigen.</p>
<p>Zehn Militärpolizisten Sâo Paulos machen sich einen sadi­stischen Spaß daraus, in einem Slum alle paar Tage eine Stras­sensperre zu errichten und zu­fällig vorbeikommende Bewoh­nerInnen auf brutalste Art zu foltern, mit Hartholzstücken blu­tig zu schlagen und auszurauben. Ein völlig unschuldiger Mann wird vor aller Augen erschossen, ein anderer schwer verwundet.<br />
Wer in brasilianischen Elendsvierteln lebt oder dort So­zial- und Menschen­rechts­arbeit betreibt, weiß, daß Derartiges seit Diktaturzeiten ab­solut nor­mal und alltäglich ist. Der jüng­ste Fall von Polizeiter­ror erregt indessen enormes Auf­sehen, weil jemand gut versteckt tagelang al­les filmt, das Video schließlich nicht nur im brasilia­nischen, son­dern auch im nord­ame­ri­ka­ni­schen, europäischen und asiati­schen Fernsehen ge­zeigt wird.<br />
Sâo Paulos Kardinal Evaristo Arns und seine Bischöfe und Pa­dres protestieren vehement, stel­len nicht an­ders als amnesty in­ternational (ai) und Human Rights Watch klar, daß die Greu­eltaten nicht überra­schen. In ganz Brasilien würden die Men­schenrechte von der Mi­litär­po­li­zei gravierend verletzt, Opfer seien stets Angehörige der unter­privilegierten Schichten, An­zeigen fruchteten gewöhnlich nichts.<br />
Der neue Fall zeigt dies ex­emplarisch. Zwei der zehn Militärpolizisten gelten als Mit­glieder einer Todesschwa­dron, die in jüngster Zeit minde­stens dreizehn Menschen ermor­det hat. Fünf Beamte standen be­reits we­gen acht Morden sowie Mord­ver­suchen und schwerer Körper­verletzung unter Anklage, die Verfahren wurden, wie fast durchweg üblich, eingestellt. Ganz offenkundig unter dem Druck der Medien und der Ent­rüstung im Ausland wurden in­zwischen alle zehn Tatbeteiligten verhaftet &#8211; die Mitte-Rechts-Re­gierung instruierte in Windeseile auch die Botschaften in Bonn, Bern und Wien, wie zu reagieren ist.</p>
<p>Scheinheiligkeit und fragwürdige Aufregung</p>
<p>Ricardo Ballestreri, Präsident der brasilianischen ai-Sektion, mag ebensowenig wie die Kirche in den jetzt von den Medien ge­schürten Chor der Entrüstung einstimmen, wirft der Gesell­schaft Scheinheiligkeit vor. Bei jenen, die sich über Polizeibru­talität aufregen, handelt es sich ihm zufolge um dieselben, die mehr Gewalt bei der Verbre­chensbekämpfung und auch die Todesstrafe verlangen. ai hatte wie die Erzdiözese Sâo Paulos bereits vielfach angeprangert, daß die “High Society” und auch die Mittelschicht in Lateinameri­kas erstem Wirtschaftsstandort Greueltaten gegen Slumbewoh­nerInnen schlichtweg ignorier­ten. In Brasilien, so ai auf An­frage, gebe es ein Kontingent von Personen, deren Folterung absurderweise als sozial gerecht­fertigt angesehen werde. Unter der Folter hatten erst kürzlich neun Männer der Unterschicht gestanden, ein Nobellokal über­fallen und dabei zwei Gäste er­schossen zu haben. Glücklicher­weise fand man eher durch Zu­fall die wahren Täter mit der Beute, die Neun bleiben dennoch für ihr Leben gezeichnet.</p>
<p>“Beifall” für Todesschwadrone</p>
<p>Cecilia Coimbra, couragierte Präsidentin der brasilianischen Menschenrechtsorganisation “Nie mehr Folter”, erinnert jetzt daran, daß die sich in Sâo Paulo häufenden chacinas, Blut­bäder, sowie andere Aktionen der To­desschwadronen von sehr vie­len BrasilianerInnen mit “Beifall” aufgenommen werden. Nach der Ausstrahlung des Amateurvideos sei zu hoffen, daß es nie mehr zu derartigem Applaus komme. Ju­randir Freire Cos­ta, Therapeut und Direktor des Instituts für So­zialmedizin an der Universität von Rio, teilt diesen Optimismus nicht. Die Mittel- und Ober­schicht, so Costa, spreche Slum­bewohne­rInnen den Gleich­heits­grundsatz ab, definiere sie quasi als “Nicht-Menschen” und rea­giere daher mit extremer Indiffe­renz und Akzeptanz auf jede Art von Ge­walt gegen diesen Teil der Bevölkerung.<br />
Befreiungstheologe Frei Bet­to, enger Mitarbeiter von Kardi­nal Arns, teilt den Stand­punkt von Costa, zählt den Sozi­alwissenschaftler außerdem zu den ganz wenigen Mitgliedern der geistig-künstlerischen Elite Brasiliens, die auf Massaker an Landlosen, Polizeiterror gegen Arme und von Todesschwadro­nen begangene Morde nicht mit Schweigen reagieren. Im Ge­spräch sagt Frei Betto, Hunderte von führenden Intellektuellen Frankreichs oder Italiens prote­stierten in Manifesten an die Mitte-Rechts-Regierung von Prä­sident Fernando Henrique Car­doso gegen all diese Greuel­taten und verlangten energische Maß­nahmen. Deren brasiliani­sche KollegInnen duldeten in­dessen, von wenigen Ausnahmen abge­sehen, die gravierende Ver­letzung der Menschenrechte in der größten Demokratie Latein­amerikas, seien daher mitschul­dig.<br />
Das Schweigen, so Frei Betto, sei Resultat der Unterstützung jener Intellektu­ellen für die Cardoso-Regierung und deren neoliberale Politik. Viele aus der geistigen Elite, die besonders hohes Prestige in der öffent­lichen Meinung genössen, wür­den von Brasilia mit Posten, Po­sitionen und Geldern begün­stigt. Oder klarer ausgedrückt: kor­rum­piert. Der Theologe erin­nerte auch daran, daß viele In­tel­lek­tuelle, aber auch in Deutschland sehr bekannte Schrift­steller wie Jorge Amado oder Sänger wie Gil­berto Gil, Caetano Veloso, Elba Ramalho und Joâo Bosco, Filme­macher wie Héctor Ba­ben­co sich 1994 in einem Manifest für die Wahl Cardosos aus­ge­spro­chen hatten. Positive Aus­nah­me: Chico Buar­que. “Daß all diese Perso­nen sich heute passiv ver­halten”, so Frei Betto weiter, “wird von den In­tel­lektuellen Eu­ropas na­türlich be­merkt. Wa­rum prote­stieren wir, fragt man dort, doch die Kollegen in Bra­si­lien nicht &#8211; wie steht es daher um deren Se­riosität?” Sie sei nicht vorhan­den, fügt der Theologe hinzu.<br />
Der schwarze Intellektuelle Milton Santos: “Brasiliens Gei­steswissenschaftler kapitulieren vor der Situation ihres Landes, nähern sich dem Establishment an.”<br />
Frei Betto wurde während der Diktatur im berüchtigten Caran­diru-Gefängnis Sâo Paulos ein­gekerkert und gefoltert. 1992 wurde er vom Gouverneur des Bundesstaats vor Gericht ge­stellt, weil er Gewalttaten der Militärpolizei öffentlich ange­prangert hatte. Im selben Jahr er­schossen Spezialeinheiten jener policia militar in Carandiru min­destens 111 Häft­linge.<br />
Zum Lärm um das Amateur­video meint Frei Betto, das bra­silianische Medienecho werde wie in vorangegangenen Fällen rasch verhallen.<br />
Für Präsident Cardoso kommt der Vorfall dop­pelt ungelegen. Denn Sâo Paulo mit seinen weit über eintausend deutschen Fir­menfilialen wird von einem Gou­ver­neur und en­gem Vertrauten aus des Staats­chefs Sozial­demo­kra­tischer Par­tei PSDB regiert. Glei­ches trifft auf den politisch Haupt­verant­wortlichen des Land­losenmassa­kers von 1996 im Amazonas­bundesstaat Pará zu &#8211; und auch auf den Gou­ver­neur Rio de Janeiros, wo ein Blut­bad an Minderjährigen dem an­deren folgt.</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Männer des Gesetzes</p>
<p>Vorsicht, Leute aus Sâo Paulo, Osasco und ABC,<br />
Die Polizei von Sâo Paulo ist zum Beschützen da.<br />
Ist ein Polizist ein Verbrecher?<br />
Es gilt das Gesetz des Hundes.<br />
Die Polizei tötet das Volk,<br />
Aber ins Gefängnis kommt sie nicht.</p>
<p>Immer mehr Leute, deren Wege sich verlieren<br />
Aber sagen können wir nichts,<br />
Denn wir sind nicht auf der Seite des Gesetzes.<br />
Oh mein Gott, wann werden sie bemerken,<br />
Daß Sicherheit zu geben nicht bedeutet<br />
Angst einzujagen?</p>
<p>Song von Thaíde und DJ HUM</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Männer des Gesetzes</p>
<p>Vorsicht, Leute aus Sâo Paulo, Osasco und ABC,<br />
Die Polizei von Sâo Paulo ist zum Beschützen da.<br />
Ist ein Polizist ein Verbrecher?<br />
Es gilt das Gesetz des Hundes.<br />
Die Polizei tötet das Volk,<br />
Aber ins Gefängnis kommt sie nicht.</p>
<p>Immer mehr Leute, deren Wege sich verlieren<br />
Aber sagen können wir nichts,<br />
Denn wir sind nicht auf der Seite des Gesetzes.<br />
Oh mein Gott, wann werden sie bemerken,<br />
Daß Sicherheit zu geben nicht bedeutet<br />
Angst einzujagen?</p>
<p>Song von Thaíde und DJ HUM</p>
<h1>Die Abwertung des Lebens</h1>
<h2>Die Regierung stoppt die Inflation &#8211; die Spirale der Gewalt dreht sich weiter</h2>
<p>In der größten Demokratie Lateinamerikas gehören die berüchtigten “Esquadrôes da Morte” auch über zehn Jahre nach Diktaturende zum Alltag. Sie ermorden Kin­der, Jugendliche, Menschenrechtsaktivisten und politische Gegner. Unter der Mitte-Rechts-Regierung von Staatschef Fernando Henrique Cardoso hat laut ai die Ge­walt stark zugenommen.</p>
<p>An einem Februarnachmittag geschieht in Rio de Janeiros Slumgürtel Baixada Fluminense erneut, was viele in der Ersten Welt für unvorstellbar, unmög­lich halten: Sechs aufgeweckte Jugendliche zwischen fünfzehn und siebzehn springen auf einen Linienbus auf und machen sich zweier “Vergehen” schuldig: Um nicht bezahlen zu müssen, pas­sieren sie nicht das Drehkreuz des Buskassierers sondern blei­ben, wie es täglich unzählige Schüler und Arbeitslose tun, auf den hintersten Bänken, lärmen, trom­meln Disco-Rhythmen. Dem Kassierer wird es zu bunt. Er fordert zwei bewaffnete Si­cherheitsleute der Busgesell­schaft auf, die Jungen zum Schweigen zu bringen. Der Fah­rer hält an, die sechs werden mit vor­gehaltener Pistole zum Aus­steigen gezwungen, müssen sich in einer Reihe auf die Erde knien. Dann werden sie kaltblü­tig mit Kopfschüssen außerge­richt­lich exekutiert, wie es ai und andere Menschenrechtsor­ga­ni­sa­tio­nen stets in Untersu­chungs­be­rich­ten nennen. Die Mörder un­ter­ziehen sich, wie üblich, nicht der Mühe, die To­ten zu verstecken oder zu ver­scharren. Ein Jugendlicher über­lebte die Schüsse noch eine halbe Stunde, hätte gerettet wer­den können. Doch niemand der vielen herbeigelaufenen Neugie­rigen rührte aus Angst vor Rache eine Hand: Die Killer hatten es verboten, keiner der Gruppe sollte davonkommen.</p>
<p>Schlag für Rios Olympia-Bewerbung</p>
<p>Bereits in den 80er Jahren war die Baixeda Fluminense von den Vereinten Nationen als gefähr­lichste Stadtzone der Welt einge­stuft worden &#8211; bis heute werden hier Morde selten aufgeklärt. Gemäß einer neuen Untersu­chung sahen über dreißig Prozent der minderjährigen Slumbewoh­ner schon einen Mord.<br />
Auch diese Bluttat wäre ge­mäß jüngster Praxis von Öf­fent­lichkeit und Medien über­gangen worden, wenn nicht das Inter­na­tionale Olympische Ko­mitee gerade über die Kandidatur der Sieben-Millionen-Metropole am Zucker­hut für die Spiele 2004 entscheiden würde. In weltweit verbreiteten Imagekampagnen hatten Brasiliens Autoritäten für Rio getrommelt und stets ar­gu­men­tiert, daß sich Gewalttaten doch schließlich heute in allen großen Städten ereigneten. Die Ner­vo­sität der Politiker war nach dem Massaker groß. Anders als bei vorangegangenen Ver­bre­chen dieser Art mußten Rios beste Kriminalisten Tag und Nacht nach den Tätern fahnden. Zeu­gen hatten sie laut Presse­angaben zweifelsfrei erkannt. Einer ge­hört zu Rios Munizipal­garde und wird gemäß der en­gagier­ten Staatsanwältin und Killer­kommando-Expertin Tania Sal­les Moreira stets dann als Mittä­ter genannt, wenn es in Bussen zu “Exekutionen” ge­kommen sei. Der andere leitet eine der zahl­reichen regionalen Todesschwa­dronen.</p>
<p>Morddrohungen gegen holländischen Men­schenrechtsaktivisten</p>
<p>Immer mehr brasilianische Pfarrer, Bischöfe, Sozialarbeiter, Künstler und Menschenrechts­aktivisten, die gegen das Wüten der Killerkommandos protestie­ren, wer­den durch Mord­drohungen unter Druck ge­setzt, müssen aus Sicherheits­gründen ihren Aktionsradius stark einschränken. Dies gilt auch für das neueste Blutbad. Zwei der Ermordeten stammten aus Slums, in denen das auch mit Geldern der deutschen Bundes­regierung arbeitende Sozialin­stitut IBISS seit Jahren Projekte realisiert. Der holländische Di­rektor Nanko van Buuren hatte als Arzt im zuständigen ge­richtsmedizinischen Institut die beiden ihm bekannten Jugendli­chen identifiziert &#8211; an der Aus­gangspforte wurde er derweil von zwei Bewaffneten erwartet. Sie zeigten sich über alle Details der IBISS-Projekte gut infor­miert und drohten, den 48-jähri­gen umzubringen, falls er sich in die Ermittlungen einmische und juristisch gegen jene Busgesell­schaft vorgehe, zu deren Sicher­heitspersonal die Todesschützen nach bisherigen Ermittlungen ge­hören. Van Buuren hatte 1996 Bundespräsident Herzog wäh­rend dessen Rio-Aufenthalts mit den IBISS-Projekten vertraut ge­macht, hält zu ihm ständig Kon­takt. “In Europa”, so der Ex­perte, “schenkt man wahrheits­gemäßen Berichten über die Re­alitäten Rios gewöhnlich keine Be­ach­tung. Das Ausmaß der Greuel­taten gegen Arme und Ver­elendete wird für unwahr­schein­lich gehalten.”</p>
<p>Politiker verwickelt</p>
<p>Duque de Caxias, Satelliten­stadt Rios in der Baixada Flumi­nense, ist seit langem wegen der Todesschwadronen berüchtigt. Gegen Bürgermeister Zito dos Santos läuft ein Prozeß, weil er den Mord an einem seiner politi­schen Gegner befohlen haben soll. Mehrere seiner Kritiker, aber auch Menschenrechtler be­schul­digen ihn, in Killerkom­mando-Aktivitäten verwickelt zu sein. Zito dos Santos gehört zur Sozial­demokratischen Partei von Staats­chef Fernando Henrique Cardoso, dem Rios Pfarrer Caio Fabio vorwirft, zwar die mone­täre Inflation, nicht aber die Ab­wertung des Lebens gestoppt zu haben. Todesschwadronen sind in ganz Amazonien und in Millio­nenstädten wie Manaus, Sâo Paulo, Salvador de Bahia, Re­cife, Fortaleza und Natal aktiv. In letzterer Pro­vinz­haupt­stadt hatte der an­ge­sehene Men­schen­recht­ler und Anwalt Fran­cis­co Negueira gegen die größ­ten­teils aus Po­li­zi­sten be­ste­hen­den Kom­mandos er­mittelt: Ver­gan­genen Ok­tober wur­de er auf of­fener Straße durch MPi-Salven er­mor­det. Da­rauf­hin forderte die Men­schen­rechts­kommission der Or­ga­ni­sa­tion Amerikanischer Staa­ten (OAS) Brasilia auf, wei­te­ren zehn von Kommandos in Na­tal Ver­folgten Personenschutz zu ge­währen.</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Was ist das für ein Land?</p>
<p>In den Favelas, im Senat<br />
Überall Dreck.<br />
Die Verfassung achtet niemand,<br />
Aber alle glauben an die Zukunft der Nation.<br />
Was ist das für ein Land?</p>
<p>In Amazonas, in Arraguaia, in der Baixada Fluminense,<br />
Mato Grosso, den Geraes und im Nordosten alles ruhig.<br />
Im Tod finde ich Frieden, aber das Blut fließt weiter,<br />
Befleckt die Papiere, die wahren Dokumente,<br />
Auf denen der Patron sich ausruht.<br />
Was ist das für ein Land?</p>
<p>Song von Renato Russo (Legiâo Urbana)</p>
<p>Schweine in Uniform</p>
<p>Die Männer des Gesetzes sind alle Verbrecher<br />
Sie töten unschuldige Leute und machen in Ruhe weiter.<br />
Unausgebildet, inkompetent handeln sie wider die Vernunft,<br />
Anstatt für Sicherheit zu sorgen<br />
Verängstigen sie die Bevölkerung.</p>
<p>Sie sind darauf trainiert, eine reiche Minderheit zu beschützen<br />
Vor der armen Mehrheit, die mit ihrem Leben bezahlt.<br />
Und wenn Du ein Arbeiter bist,<br />
Dann hast Du die idealen Voraussetzungen,<br />
Um in das Netz zu stürzen<br />
Der offiziellen Todesschwadronen,<br />
Schweine in Uniform.</p>
<p>Sie halten sich für Männer<br />
Aber in Wirklichkeit ehren sie<br />
Nicht einmal ihren Namen.<br />
Bulle, mit Verlaub,<br />
Ich werde die Dinge beim Namen nennen:<br />
“Mit der Pistole in der Hand bist Du ein grimmiges Tier, ohne sie schwänzelst Du rum und Deine Stimme kiekst wie im Stimmbruch.”</p>
<p>Song von Marcelo D2 und Rafael (Planet Hemp)</p>
<p>Brasilianische Rapper- und Hip-Hop-Gruppen verarbeiten die brutale Realität in ihren Songs.<br />
Übersetzung: Alina González / Elisabeth Schumann</p>
<h1>Die USA und die brasilianischen Folterer</h1>
<h2>Dokumente beweisen CIA-Beteiligung an alltäglicher Repression</h2>
<p>Von 1964 bis 1985 unterdrückte Brasiliens Militärregime Andersdenkende und mi­li­tan­te Oppositionelle auf grausamste Weise: Todesschwadronen ermordeten unzäh­lige Gegner der Diktatur, politische Gefangene wurden Haien lebendig zum Fraß vor­geworfen oder aus Helikoptern gestoßen, in Stücke gehackt, verscharrt an Strän­den Rio de Janeiros &#8211; Brutalität war alltäglich. Daß der US-Geheimdienst CIA den Re­pressionsapparat der Generäle auf vielfältige Weise unterstützte, wußten Men­schen­rechtsgruppen aus dem In- und Ausland schon damals. Jetzt sorgen Doku­men­te über die damaligen CIA-Aktivitäten in Brasilien für Schlagzeilen.</p>
<p>Wie die angesehene Zeitung O Estado de Sâo Paulo berichtet, kon­nte die nordamerikanische So­ziologin Martha Huggins bis­lang geheimgehaltene Kongreß­do­kumente einsehen, die die Kom­plizenschaft des CIA mit dem Unterdrückungsapparat von da­mals bestätigen. Das Fazit der 53-jährigen Wissenschaftlerin: “Die Teilnahme der CIA am All­tag der politischen Repression ist be­wiesen &#8211; die Dokumente sprech­en sogar von gemeinsa­men Operationen &#8211; die ameri­ka­ni­sche Demokratie partizi­pierte an der Schaffung eines un­ter­drüc­kerischen Staates.”<br />
Besonders gravierend ist für Mar­tha Huggins, daß die CIA Spe­zialkommandos für die bra­silianische Polizei ausbildete. In Rio de Janeiro wurde eine “E­li­te” von vierzig Beamten zum Grund­stock der berüchtigten To­des­schwadrone: “CIA-Agenten nah­men an Operationen in den Slums teil, aber auch an der po­li­ti­schen Unterdrückung &#8211; und be­rich­teten alles, was sie sahen, nach Washington.” Bis heute sei in den USA wenig bekannt, daß die CIA bei der Ausbildung von Po­li­zisten in anderen Ländern mit­macht: “Unsere Demokratie be­nutzte die Polizeibeamten, um in anderen Ländern eine ide­ologische Kontrolle aus­zuüben.”</p>
<p>CIA läßt Dokumente verschwinden</p>
<p>Ein anderes interessantes De­tail der Recherchen von Martha Hug­gins: Die CIA half beim Auf­bau des Diktaturgeheim­dien­stes SNI mit, “lieferte sogar eine Li­ste mit den Namen ge­eigneter, ver­trauenswürdiger Mitarbeiter.” Auf einer anderen Liste waren al­le Personen ver­zeichnet, die ge­mäß CIA-Ein­schätzung nach dem Militär­putsch von 1964 ver­haftet wer­den sollten.<br />
Ärgerlich für die Soziologin, die bereits drei Bücher über Bra­si­lien veröffentlichte, ist, daß laut Gesetz zwar jeder US-Bür­ger offizielle Dokumente über Re­gierungsaktivitäten einsehen darf, wenn diese länger als 25 Jah­re zurückliegen &#8211; jene Seiten je­doch der Kongreßpapiere mit CIA-Berichten über Folterungen der politischen Polizei Brasiliens sind unleserlich gemacht; manch­mal fehlen sogar ganze Blätter.<br />
In mühseliger Kleinstarbeit ge­lang es der Expertin, 26 Folte­rer von politischen Gefangenen aus­findig zu machen und unter Wah­rung der Anonymität zu in­ter­viewen. Einer davon, Militär­po­lizist, mochte nicht, wie seine Kol­legen, bei einem Einsatz ge­fan­gengenommene “Subversive” mit Schlägen traktieren und die Frau­en vergewaltigen. “Ich for­derte, daß es doch besser sei, alle zu töten, anstatt sie zu foltern”, sagte der Militärpolizist zu Mar­tha Huggins und berichtete auch über den Abschluß der Ope­ration: Alle Gefangenen wurden hoch über der Wildnis lebendig aus einem Helikopter gestoßen.</p>
<p>Folterer heute in führenden Positionen</p>
<p>Helio Bicudo, während der Dik­tatur Präsident einer kirchli­chen Kommission für Gerechtig­keit und Frieden, hat die Aussa­gen der Soziologin bestätigt. Bi­cudo untersuchte damals die CIA-Aktivitäten ebenso wie das Wü­ten der Todesschwadronen. Po­lizisten und Armeeoffiziere Bra­siliens seien in den USA aus­ge­bildet worden &#8211; manche, die da­mals zum Repressionsapparat ge­hörten, machten und machen Kar­riere. Romeu Tuma, nach der Dik­tatur Chef der Bundespolizei, ist heute Kongreßsenator der star­ken Rechtspartei PPB. Regi­meaktivist Marco Maciel wurde gar Vize des jetzigen Staatsprä­si­den­ten Fernando Henrique Car­do­so &#8211; für Bicude auch Beleg da­für, daß von echter Vergan­gen­heitsbewältigung keine Rede sein kann: “Hier in Brasilien ha­ben die Leute ein kurzes Ge­dächtnis.”<br />
Wie die Jahresberichte von am­nesty international und Hu­man Rights Watch zeigen, gehö­ren Folter und Todesschwadro­nen auch zwölf Jahre nach dem of­fiziellen Ende der Diktatur wei­terhin zum Alltag Brasiliens, es “verschwinden” sogar mehr Men­schen als damals nach der po­lizeilichen Festnahme. Die ka­tholische Kirche beklagt, daß im­mer mehr nichtidentifizierte Ge­waltopfer beerdigt werden, ein Groß­teil auf den überall im Lan­de anzutreffenden “geheimen Fried­höfen”.</p>
<h1>Die Kirche gegen den Strich</h1>
<h2>“Helfen statt verurteilen” beim Umgang mit Kinderprostitution in Nordostbrasilien</h2>
<p>Durch die neoliberale Wirtschaftspolitik der jetzigen Mitte-Rechts-Regierung ist in ganz Brasilien die Arbeitslosigkeit deutlich angestiegen; im Hinterland von Maranhao wurde deshalb laut Experteneinschätzung die Prostitution von Kindern und Jugendlichen erschreckenderweise zur wichtigsten und manchmal einzigen Einkommensquelle armer Familien. Nicht zuletzt die Kirche hat sich dem Problem angenommen.</p>
<p>Zu Dutzenden stehen zwölf- und dreizehnjährige Mädchen bereits in der Nachmittagsschwüle an der Brücke über dem von Hütten gesäumten Rio Mearim und bieten sich den Passanten für nur fünf Realen an,- das sind nicht einmal acht Mark. Andere warten in den von madames oder früheren Amazonas-Goldgräbern geführten Billigbordellen der neuen Rua do Campo auf Kunden. Doch auch dort sind sie keineswegs geschützt vor der Brutalität, die das Milieu prägt: Messerstechereien, Schußwechsel mit tödlichem Ausgang sind keine Seltenheit, wobei häufig Drogenkonsum die Hemmschwelle herabsetzt. Ausländische Sextouristen spielen hier nur eine geringe Rolle, da das im Nordosten Brasiliens gelegene Pedreiras zu weit von Touristengebieten entfernt liegt. Geradezu gierig auf möglichst junge Mädchen sind sexbesessene Machos aller sozialen Schichten aus der Stadt selbst: Nachbarn, Familienväter der Rua do Campo, Polizisten, Politiker. “Viele Mädchen prostituieren sich, weil die eigenen Eltern sie dazu anregen oder zwingen”, sagt die 52jährige Franziskanerin Maria Oliveira von der lokalen Frauenpastorale gegenüber. Sie verweist auf die Gründe der Misere: Von den rund 50 000 BewohnerInnen hat nicht einmal ein Viertel Arbeit, von denen wiederum verdienen 40 Prozent höchstens den Mindestlohn von umgerechnet 160 Mark.</p>
<p>Versteigerung von Jungfrauen</p>
<p>Pedreiras hat auch deshalb traurige Berühmtheit erlangt, weil dort in Bordellen makabere Auktionen abgehalten werden, wo Großgrundbesitzer, Politiker und Unternehmer Jungfrauen zwischen neun und vierzehn Jahren ersteigern, für eine einzige Nacht in einem besseren Stundenhotel. Anschließend werden die Mädchen gewöhnlich gezwungen, als Prostituierte zu arbeiten; manche enden in den Goldgräbercamps Amazoniens.<br />
Die Kirchengemeinde von Pedreiras fand sich mit der Situation nie ab. Pfarrer Luiz Mario Luís gründete bereits 1963 ein Rehabilitationszentrum, in dem Prostituierte lesen und schreiben sowie einen Beruf erlernen konnten.<br />
Da die Zahl der Lernwilligen rasch zunahm, mußte das Zentrum vergrößert werden, und die Bezirksverwaltung stieg als finanzielle Trägerin mit ein. Schulunterricht erhalten inzwischen auch die Kinder der Frauen, derzeit sind es über 160 Mädchen und Jungen. Mehrere Dutzend jugendliche oder erwachsene Prostituierte sitzen auf den Bänken des Zentrums, das eher einer einfachen Lagerhalle ähnelt, und lernen Nähen sowie andere Handarbeiten. Inzwischen haben sie zum Teil Kolleginnen als Lehrkräfte. Die Direktorin und Mitbegründerin Benedita Leite versucht, sie davon abzubringen, weiter auf den Strich zu gehen, jedoch ohne Erfolg. Denn wie in tausenden anderen Städten und Gemeinden der zehntgrößten Wirtschaftsnation der Welt erhalten LehrerInnen und andere öffentliche Bedienstete auch in Pedreiras nicht einmal den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von umgerechnet etwa 160 Mark. Schlimmer noch: Die Bezirksverwaltung, der wichtigste lokale Arbeitgeber, zahlt das Hungersalär um bis zu elf Monate verspätet aus. “Ich gebe gerne Unterricht”, sagt eine Prostituierte, “doch das letzte Mal habe ich im August Geld gekriegt”. Viel ist es ohnehin nicht, nur an die neunzig Mark. Und Brasilien hat derzeit ein ähnliches Preisniveau wie Europa.</p>
<p>Erfolge &#8211; Rückschläge</p>
<p>Daß krasse Armut brutalisieren, verrohen und abstumpfen kann und die Betroffenen häufig dazu bringt, sich aufzugeben, beobachten Benedite Leite und die Franziskanerin Maria Oliveira täglich. In den Bretterhütten am Rio Mearim dominiert in den vielköpfigen Familien Promiskuität; Die Mädchen lernen nur die Gesetze ihres Milieus kennen und sehen die Prostitution als einzige &#8211; und attraktive &#8211; Möglichkeit, im Leben voranzukommen. Ihnen Unterricht zu geben, ist extrem schwierig, denn die Mädchen sind nicht daran gewöhnt, sich zu konzentrieren und lange Zeit zuzuhören. “Wir dürfen sie nicht verurteilen, sie uns zu Feinden machen” betont Maria Oliveira, “sondern müssen immer wieder auf sie zugehen, ihnen helfen, den Raum der Kirche als Alternative anbieten.” Erfolge beim Schwimmen gegen den Strom gibt es. In der Straße am Fluß treffen sich Kinder und Erwachsene im neuen Gemeindesaal zu kirchlichen Aktivitäten, eine Jugendgruppe stabilisiert sich. Maria Oliveira lehrt Katechismus, feiert Weihnachten und Ostern in den Familien, bringt diesen die Brüderlichkeitskampagne der Bischofskonferenz nahe, und hält Kontakt zu denjenigen Frauen, die mit ihrer Hilfe aus dem Bordell in einen Beruf wechselten.<br />
Doch die madames besorgen sich immer wieder Mädchennachschub. Dabei rekrutieren sie jetzt schon im Hinterland, ködern mit der Aussicht auf “ehrliche Arbeit” und locken damit Jugendliche in den Schuldenkreislauf. Versucht Maria Oliveira, solche Minderjährigen zur Rückkehr zu bewegen, hört sie immer wieder ein Argument: “Ich kann nicht weg, weil ich von der madame neue, schicke Kleider angenommen habe, die ich erst abbezahlen muß!” Die Franziskanerin stellt deshalb eine Bordellbesitzerin zur Rede und bekommt wie stets eine drastisch-grobe Antwort: “Meine Schuld ist das nicht. Diese Hündinnen kommen doch angelaufen und bitten mich um Arbeit!” Weil die madames den Neuankömmlingen weder den Besuch des Zentrums noch der Kirche gewähren, geht die Franziskanerin selbst zu ihnen an den Brückenstrich und setzt sich notfalls an die Bordelltischchen: “Einmal spreche ich mit den Mädchen über Gott, ein anderes Mal über Geschlechtskrankheiten und Aids. An der Brücke kommen viele schon auf mich zugerannt und umarmen mich!”<br />
Kinderprostitution ist typisch für Brasiliens Norden und Nordosten. UNICEF, Kirche und NGOs haben in Maranhao bereits eine Kampagne gegen die praktisch straffreie sexuelle Ausbeutung Minderjähriger gestartet, denn laut Menschenrechtsaktivistin Sandra Torres gehört es bereits zur Gesellschaftskultur, abnorme Situationen als normal zu betrachten und hinzunehmen.<br />
Während in Pedreiras Kinder aus Hunger und Not ihren Körper verkaufen, zeichnet der Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso im nur 277 Kilometer entfernt Sao Luis, der Hauptstadt Maranhaos, vor Mikrophonen ein positives Bild der Lage im Lande. Der Soziologe weist auch die Kritik der Bischöfe an seiner neoliberalen Politik zurück, erwähnt weder Kindersklaverei noch Kinderprostitution oder Jungfrauenversteigerungen. Neben Cardoso steht der jetzige Kongreßpräsident und Ex-Staatschef José Sarney &#8211; seit Diktaturzeiten reichster und mächtigster Mann in Maranhao. Daß hier alles beim alten bleibt, liegt nach Aussagen von Menschenrechtlern vor allem an ihm und seinen politischen Freunden.</p>
<h1>“Ich könnte jederzeit fliehen”</h1>
<h2>Volmer do Nacimentos Alltag zwischen Gefängniszelle und Tropenlandschaft</h2>
<p>Der 47-jährige Schwarze Volmer do Nacimento wagte als einer der ersten Brasilia­ner, auf Straßenkinder spezialisierte Todesschwa­dronen und deren Drahtzieher öf­fentlich anzuzeigen. 1993 wurde er wegen vorgetäuschter Entführung und “Ver­leumdung von Rich­tern” zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, die er im halboffenen Strafvollzug verbringt (siehe LN 261). Die brasilia­nische Men­schen­rechtsorganisation Projeto Legal in Rio de Janeiro kämpft für seine Freilas­sung.</p>
<p>Am schlimmsten sind die Sonn- und Feiertage. Dann muß Volmer den ganzen Tag in einer engen Gefängniszelle verbrin­gen, im fünf Autostunden nörd­lich von Rio gelegenen Provinz­städtchen Natividada. Seine Frau und seine Kinder sitzen der­weil traurig nur rund 300 Meter von Nacimento entfernt. Der Bürger­rechtler liest dann stapel­weise Bücher und Zeitungen, schmie­det Pläne für die Zeit nach der Haft, und erinnert sich auch an die Gespräche mit dem Präsi­denten des Europaparla­ments. Wütend macht Nacimento, daß er die nach wie vor aus Straß­burg her­einflatternden Einladun­gen nicht annehmen darf. “Ich bin ein Gefangener, weil ich es selbst will, denn mit meinem Wagen könnte ich fast jederzeit fliehen &#8211; und nie­mand würde mich finden.” Der lang­jährige Koordinator der nationalen Stra­ßenkinderbewegung tut es nicht. Schließlich trägt Nacimento die Ver­antwortung für mehrere von ihm selbst gegründete Projekte, die er selbst leitet. Zu einem der wichtig­sten, einer auch mit deut­schen Geldern finanzierten Land­wirtschaftsschule für Ju­gend­li­che, eilt er an Arbeitsta­gen je­den Morgen. Der gelernte Buch­hal­ter, dessen sozialpoliti­sches Engagement in Basisge­meinden und Pastoralen der ka­tholischen Kirche begann, emp­fängt die bislang neunzig Schü­ler­Innen, berät sich mit Agro­nom­In­nen, Zootechniker­In­nen und Lehrer­Innen, verteilt Auf­trä­ge: “Die El­tern der mei­sten Ju­gend­lichen hier sind ver­elen­dete Wanderar­beiter der Re­gion, mit ihnen zie­hen sie herum, schuften auf Plan­tagen der Groß­grund­be­sit­zer, ge­hen so gut wie nie in die Schule, flüchten aus Perspektiv­losigkkeit in die Slums von Rio. Die Schule wurde gegründet, da­mit die Kin­der hier bleiben, die Landflucht gestoppt wird.”</p>
<p>Die Landflucht stoppen</p>
<p>Jeder Schüler be­kommt mo­natlich umgerechnet rund neun­zig Mark und damit weit mehr als für Plantagenarbeit. Das Geld stammt von zwei holländischen Un­ternehmern. Der deutsche Child­ren Mission Fund in Über­lingen zahlt die Löhne der Leh­rer­Innen und beteiligte sich am Bau des Schulhauses am Rande von Nativi­dade in tropischer Idyl­le. Es ist nur halbfertig, ein Pro­viso­rium &#8211; in Deutschland würde niemand darin lernen und lehren wollen. Und auch die vom deut­schen Konsulat in Rio fi­nan­zier­ten Ausrüstungen für ein La­bo­ratorium zur einfachen Heil­mit­telherstellung können nicht in­stalliert, rund 300 Kurs­an­wär­ter nicht aufgenommen werden. Die Schuld trägt laut Volmer do Na­cimento die Mitte-Rechts-Re­gierung von Staatsprä­sident Fer­nan­do Henrique Cardoso und des­sen Freund aus der Sozialde­mo­kratischen Partei PSDP, Rio-Gou­verneur Marcello Alencar. Wäh­rend eines Belgienbesu­ches 1995 traf Cardoso überraschen­der­weise auf eine Gruppe von Men­schen­rechtlerInnen, die ein Poster von Nacimento tru­gen und dessen Freilassung forder­ten. Wie stets in solchen eigent­lich brenzligen Fällen stimmte Car­doso taktisch geschickt mit den KritikerIn­nen überein: “Ihr habt recht &#8211; wir werden damit auf­hören.” Das Ver­sprechen blieb fol­genlos und auch die zum Jah­resbeginn 1996 vertraglich zu­gesicherten rund 90.000 DM von Co­munidade Solidaria, dem von der Präsi­dentengattin gelei­teten Wohl­fahrtsprogramm, tra­fen bisher nicht ein. Ebensowe­nig, trotz mehrfacher Mahnung, die etwa 100.000 DM des Rio-Gouver­neurs. “Wir werden im­mer nur mit Ausflüchten abge­speist”, kom­mentiert Nacimento, “aber viele andere NGOs be­kom­men ver­sprochene Mittel eben­falls nicht &#8211; wofür ist die Comu­nidade Solidaria dann ei­gentlich da? Wir können nicht im­mer nur mit Geld aus dem Ausland ar­beiten &#8211; wo bleibt da die eigene Ver­antwortung Brasi­liens?” Den briti­schen Konsul in Rio, der dem Schulprojekt einen Traktor spen­dierte, verblüfft ebenfalls, daß die Regierung nichts über­weist. Dagegen wird laut Pres­seangaben ein existie­render “Sozialer Dringlichkeits­fonds” fast täglich vom Mitte-Rechts-Kabi­nett angezapft, um Diplo­matenempfänge, Bankette oder üp­pige Geschenke für aus­ländische Gäste zu finanzieren.<br />
Die achtzehnmona­tigen Kurse der Escola Fasenda laufen den­noch wei­ter. “Fast alle, die mit amtlichem Zerti­fikat abschließen werden, haben be­reits eine Ar­beitsstelle sicher,” freut sich Naci­mento, “nach der Präfektur sind wir hier der zweitgrößte Ar­beitgeber!” Abends muß der nicht nur in Europa bekannteste Häftling Brasiliens wieder in die Zelle. Der Polizeichef von Nati­vidade bekam bereits aus aller Welt über tausend Protest- und Soli­daritätsbriefe, mindestens ebenso­viele landeten beim Gou­verneur von Rio und im Justiz­ministerium.<br />
Nacimento leidet indessen sichtlich unter der Situation, wollte 1996 durch einen Hunger­streik die Wiederaufnahme sei­nes Verfahrens und Ermittlungen ge­gen Todesschwadronen und de­ren Hinter­männer erreichen &#8211; was nicht gelang. Eine der wich­tigsten moralischen vor al­lem aber juristi­schen Stützen ist die Men­schenrechts­organisation Projeto Lagal in Rio de Janeiro. Sie er­reichte bisher, daß Naci­mento seine Haft nicht unter ständiger Lebens­gefahr in einer völ­lig überfüllten Zelle Rios, sondern im halboffenen Vollzug in Natividade ver­bringt. Für An­walt Carlos Nicodemos, Lei­ter des ebenfalls vom deutschen Child­ren Mission Fund unter­stütz­ten Projeto Legal, ist der Pro­zeß gegen Nacimento kaf­ka­esk: “In Untersuchungsbe­richten des Bun­desparlaments und selbst der Abgeordneten­kammer des Bun­desstaates Rio über die Er­mor­dung von Kindern und Ju­gend­lichen, ebenso in der Presse, wer­den die­selben Richter we­gen ihrer Verwick­lung in Ak­tivitäten von Todesschwadro­nen auf­ge­führt, die auch Volmer do Naci­men­to nannte.”<br />
Anwalt Nicodemos eilt min­destens ein­mal im Monat mit dem Wagen nach Na­tividade, spricht seinem Mandanten Mut zu. Dessen Geburtstag im ver­gan­genen November fiel ausge­rechnet auf einen Sonntag. Daß er ihn dank Ni­codemos nicht durch­weg in der Zelle verbringen mußte, sondern mit seiner schwangeren Frau und den Kin­der zusammensein konnte, war wie­der ein kleiner Sieg.</p>
<p>Letzte Meldung: Seit Anfang Ja­nuar hat Volmer rund um die Uhr Freigang, d.h. er muß sich jetzt lediglich re­gelmäßig bei der Polizei mel­den. Und die schlech­te Nach­richt: Nach heftigen Re­gen­fällen ver­sank das Gelände der Land­wirt­schaftsschule unter ei­ner vier­zig Zentimeter dicken Schlamm­schicht. Die Gebäude ste­hen zwar noch, aber die Ernte ist völlig zerstört.</p>
<h1>Fünf-Sterne-Rassismus</h1>
<h2>Schwarze fahren keine Importautos</h2>
<p>Der Ehemann ist weiß, die Ehefrau ist schwarz. Am Hoteleingang verwehrt ein Wächter der Ehefrau den Zutritt: Prostituierte dür­fen nicht mit aufs Zimmer. Wer glaubt, dieser Vorfall wäre die Ausnahme, irrt. Unter der Oberfläche scheinbarer In­tegration zeigt sich das Bild einer verdeckten Apartheid.</p>
<p>Die Schwarzen müs­sen wis­sen wo ihr Platz ist, lautet eine uralte, immer noch hochaktuelle Redewendung in Bra­silien. Ge­meint ist damit: Sklavennachfah­ren haben nichts in der Mittel- und Ober­schicht, deren Krei­sen und Ambiente zu suchen. Sie werden entsprechend stigmati­siert und behandelt. Wie dies in der Praxis funk­tioniert, bekam jetzt der Züricher Fritz Müller, Fach­direktor der Cre­dite-Suisse-Bank, in Rio de Janeiro zu spü­ren. Als er mit seiner schwarzen, aus Rio stammenden Ehefrau Adriana nach einem Restaurant­be­such ins First-Class-Hotel In­tercontinental zu­rückkehrte, wur­de Adriana von einem mus­ku­lö­sen Wachmann grob ge­stoppt: Eine Garota de Programa, so hei­ßen Prostitu­ierte im Rio-Slang, dür­fe nicht mit aufs Zim­mer. Direktor Müller ließ sich von seiner Frau über­setzen worum es ging und schlug gehö­rigen Krach, stellte den Wach­mann zur Re­de, verlangte von der Ho­tel­lei­tung eine formelle Entschul­di­gung. Denn ohne ent­sprechende Vor­schrift hätte der Wächter kaum so gehandelt.</p>
<p>Rassismus &#8211; Machismus</p>
<p>Die Zeitung O Globo be­schrieb den Fall unter der tref­fenden Überschrift “Fünf-Sterne-Ras­sismus”. Kaum ein mit einer dunkel­häutigen Brasilia­nerin be­freundeter oder verheirateter Eu­ropäer, der in Rio, Sâo Paulo, Sal­vador de Bahia oder Fortaleza nicht ähnliche Erfahrungen ge­macht hat. Wer brasilianisches Portugiesisch nicht versteht, be­kommt kaum mit, daß der Gang über die Strandpromenade für sei­ne Partnerin ge­legentlich ei­nem Spießrutenlauf gleicht. Wei­ße Mit­telschichtsmachos der übel­sten Sorte, in Brasilien alles andere als dünn ge­sät, lassen eine Bösartigkeit oder Obszöni­tät nach der anderen fallen, ge­hen davon aus, daß der tumbe Gringo sicher nichts ver­steht und wohl im­mer noch glaubt, was die mei­sten Reiseführer kolportie­ren: Brasilien, ein wun­dervoller Schmelz­tiegel der Rassen, ein Beispiel gelun­gener Integration ver­schiedener Hautfarben, von Dis­kriminierung keine Spur.<br />
Wer aber die Oberfläche, die schil­lernde Er­scheinungsebene ver­läßt, stößt auf Brasiliens hocheffi­ziente verdeckte Apart­heid. Die ist von den schwachen, wenig respektierten Schwarzen­or­ganisationen weit schwerer zu packen und zu attackieren als die aus Süd­afrika bekannte of­fene Ras­sentren­nung. Schwarze, Mu­latt­Innen gehören in die Slums, in die Unterschicht, in die drek­kig­sten, schlechtbezahltesten Be­ru­fe. Schwarze Frauen sind ge­mäß diesem Denk- und Ver­hal­tens­muster Hausdienerinnen, Rei­ne­machefrauen, bestenfalls Su­per­marktkassiererinnen. Oder aber: Schwarze Frauen sind bis zum Beweis des Gegen­teils Pro­sti­tuierte, Touristenhuren, die man entsprechend behandeln kann.<br />
Untersuchungen belegen, daß in­for­melle Mechanismen ge­wöhn­lich den Auf­stieg Dunkel­häutiger in gutbezahlte qualifi­zierte Mittel­schichtsberufe ver­hin­dern. Privatban­ken bilden da keine Ausnahme. Bei meh­reren spricht das gängige System der zwei Kundenschlangen Bände. Wer besser verdient und umge­rech­net mindestens einige tau­send Mark auf seinem Konto hat, steht in der kürzeren Fila, wird bevorzugt behandelt und ist ge­wöhnlich weiß. Wer zu den Schlecht­bezahlten gehört, aber glück­lich ist, dennoch ein Konto besitzen zu dürfen, muß in der längeren Schlange gelegentlich Stunden warten, schaut nei­disch, frustriert oder mit Groll auf die Be­vorzugten mit dem dickeren Geld­beutel. Welche Hautfarbe in der langen Fila domi­niert, läßt sich in Rio gut beobachten.<br />
Wer mit dunkler Haut den­noch den sozialen Aufstieg schafft, hat im Alltag fast pau­sen­los Ärger. In Sâo Paulo wird eine er­folgreiche schwarze Schau­spielerin von weißen Ma­dames im­mer wieder auf der Straße gefragt, ob sie nicht als Haus­dienerin anfangen wolle, sie sehe so gut und gesund aus. Der schwarze Sänger und Komponist Dicró wird in Rio de Janeiro von Si­cherheitsleuten zu seiner eige­nen Show nicht auf die Bühne ge­lassen. Ironisch erklärt er: “Mehr­mals haben sie mich auch schon ge­schnappt, als ich meinen eigenen Wa­gen klauen wollte.” Wie überführte Au­todiebe wer­den ebenfalls immer wieder gut­ver­dienende schwarze Fußball­spieler traktiert, die teure Im­portwagen fahren. Oleude Ri­beiro vom Verein Portuguesa von Sâo Paulo wurde mit Blau­licht in seinem Ford-Jeep ge­stoppt und mit dem Revolver am Kopf gründlich durchsucht: “Mein tiefentsetzter kleiner Sohn woll­te danach wissen, ob diese Männer Ban­diten waren. Schwie­rig, ihm zu erklären, daß alles nur geschah, weil wir Schwarze sind.”<br />
Der auch in Eu­ropa bekannte schwarze brasiliani­sche Musiker Djavan erläutert: “Wenn du be­rühmt wirst, ver­lierst du sozusa­gen deine Hautfarbe. Das heißt nicht, daß dich die Leute auf einmal mögen. Sie beginnen nur, dich zuzulas­sen.”</p>
<h1>Weniger als ein Quadratmeter</h1>
<h2>Brasiliens Gefängnisse offenbaren Bilder wie aus einem Gruselfilm</h2>
<p>Unter der Regierung von Präsident Cardoso verschlechtert sich die Lage in den total überfüllten Gefängnissen weiter. “Niemand ist an einer Resozialisierung der Häft­linge interessiert,” so Padre Mauzeroll von der Gefangenenseelsorge der katholi­schen Kirche.</p>
<p>Eine mittelalter­lich anmu­ten­de Ge­fängniszelle in Rios Stadt­teil Realengo. Gesetzlich hat je­der der mehreren Dut­zend In­sas­sen Anspruch auf min­de­stens acht Quadrat­meter, hier da­gegen hat er nicht einmal ei­nen ein­zi­gen. Ge­schlafen wird des­halb in Schichten. Während ein Teil auf dem feuchten Beton liegt, hängt der andere in Stoff­schlau­fen da­rü­ber, die an den Git­ter­stäben be­fe­stigt sind. In ei­ner Zelle im Stadt­teil Bangu bie­tet sich ein ähn­liches Bild: 35 fast nackte, schwit­zende Männer auf nur sech­zehn Quadratmetern, bei­ßen­der Fäkalienge­ruch, nachts Rat­ten, die psychische Span­nung fast mit Händen greif­bar. Neun von zehn haben Krätze und Fu­run­kel. In der heißesten Jahres­zeit herr­schen bis zu sech­zig Grad in den Zellen, täglich fallen dann an die zwanzig In­sas­sen ohn­mächtig um, werden von den Wärtern herausge­zerrt und durch an­dere ersetzt. Um aus die­ser Höl­le herauszukommen, in eine we­niger über­füllte Zelle verlegt zu werden, beste­chen Häftlinge ih­re Aufseher mit um­gerechnet bis zu 5.000 DM. Es gibt auch Ge­fängnisse, in denen die In­sas­sen das nötige Geld zu­sam­men­le­gen und dann den Be­günstigten wie in einer Lotterie per Los be­stimmen. In Bangu kom­men die not­wendigen Reais von der Fa­mi­lie oder von Verbre­cher­syn­di­ka­ten. Je größer, je un­er­träg­li­cher die Hitze, umso hö­her stei­gen die Preise auf die­sem Schwarz­markt. Nur einmal am Tag gibt es Essen von haar­sträu­ben­der Qualität, Lebens­mittel­pa­ke­te der Angehörigen werden ge­wöhn­lich nicht ausge­händigt. Fol­terungen sind die Regel, nicht nur in Rios Gefäng­nissen. Ein An­walt be­schreibt einen Fall aus dem Jahr 1996: “Polizisten mit Ka­puzen miß­handelten 116 Ge­fan­gene mit Elektroschocks, alle wie­sen Blutergüsse auf und wur­den dar­überhinaus zu sexu­ellen Hand­lungen gezwungen.”<br />
Fast täglich wer­den Fälle tot­ge­folterter, er­schlagener Häft­linge bekannt. Doch die politisch Ver­ant­wortlichen rühren sich kaum, nur we­nige Intellektuelle pro­testieren und die Gesellschaft scheint sich an die grauen­vollen Zustände ge­wöhnt zu haben.<br />
Nach dem letzten offiziellen Zen­sus bieten die 511 Gefäng­nis­se Brasili­ens Platz für höch­stens 60.000 Per­sonen. Mit über 148.000 Gefangenen sind sie da­mit mehr als doppelt be­legt. Not­wen­dig, so heißt es, seien 145 neue Gefängnisse. Rund 95 Pro­zent der Häft­linge sind Arme, 96 Pro­zent Männer, etwa drei Vier­tel Voll- und Halbanal­phabeten. Der typi­sche Gefangene, so eine Stu­die, ist dunkelhäutig und jün­ger als 25 Jahre. Jeden Monat kommt es laut Statistik zu min­de­stens drei großen Häftlingsre­vol­ten; die meisten von ihnen wer­den aller­dings der Öf­fent­lich­keit ver­heimlicht.</p>
<p>Pervertieren statt resozialisieren</p>
<p>Amnesty international und Human Rights Watch/­Ame­ri­cas prangern die Zu­stände in den bra­silianischen Haftan­stalten als “pu­ren Horror” an. Aber auch die Gefange­nenseelsorge der katho­li­schen Kirche läßt nicht locker. Padre Geraldo Mau­zeroll von der Pa­storal Carçeraria im Bundes­staat Sâo Paulo: “Wer ins Ge­fängnis kommt, wird pervertiert, wird angesehen und be­handelt wie ein Tier. Niemand ist an ei­ner Besserung oder Resozialisie­rung der Insassen interessiert. Die Gesellschaft rächt sich an ihnen. Sie läßt sie intellektu­ell, seelisch, mora­lisch, kulturell und nicht selten sogar physisch ster­ben.” Padre Mauzeroll hört auf Polizeiwachen und in Gefängnis­sen sehr häufig den Spruch: “Nur ein toter Häftling ist ein guter Häftling!” Der Padre geht seit 1973 in die Gefäng­nisse und leitete die letzten sechs Jahren die Seel­sorge. Was er täg­lich zu sehen be­kommt, scheint kom­mer­ziellen Horror­filmen ent­lehnt: Häftlinge verfaulen buch­stäb­lich in ih­ren Zellen. Die Ge­fängnisärzte sind selbst Krimi­nelle, weil sie Kranke be­wußt nicht behan­deln, sie sterben las­sen, dafür aber nie zur Rechen­schaft gezogen werden. Tuber­ku­lo­se grassiert, über die Ge­sichter Tod­kran­ker laufen Amei­sen. Kri­mi­nell handeln auch Richter und Staats­anwälte, die sehr wohl über Folter und alle an­deren Men­schenrechtsverlet­zungen de­tail­liert informiert sind und den­noch nicht ein­greifen.<br />
Gefängnisleitungen und Wär­ter ermögli­chen den Dro­gen­han­del und -kon­sum hinter den Git­ter­stäben. Ein Direktor zu Padre Mauzeroll: “Drogen müs­sen dort drin sein, damit die Ge­fangenen ruhig bleiben.”<br />
Ein besonders fin­steres Kapi­tel ist darüber hinaus die sexuelle Ge­walt, die von perversen Auf­se­hern sogar ge­fördert wird. Padre Mauzeroll: “Wird ein we­gen Vergewalti­gung Verurteilter ein­geliefert, stecken ihn die Wär­ter extra in be­stimmte Mas­sen­zel­len, damit er dort von fünf­zehn, zwan­zig Häftlingen ver­ge­wal­tigt wird. Das ist Gesetz in den Kerkern, und so verbreitet sich Aids sehr schnell.” Selbst nach amtlichen An­gaben haben sich bereits über zwanzig Pro­zent der Insas­sen mit dem Aids-Vi­rus infiziert. Ein Großteil der rund 150.000 brasiliani­schen Ge­fan­genen hat homosexuellen Ver­kehr, gewöhnlich unge­schützt, Pro­miskuität ist normal.<br />
Vitor Carreiro teilte in Rio eine Zelle jahrelang mit 47 ande­ren Häftlin­gen, hat jetzt sichtbar Aids und sagt es deutlich: “Alle Welt weiß, daß die Frau des Ge­fan­genen der andere Gefangene ist.” José Ferreira da Silva, eben­falls HIV-posi­tiv, berichtet von vier festen und acht gelegentli­chen Partnern. Keiner hatte Prä­servative benutzen wollen.<br />
“Wenn die Lage in den Ge­fängnissen in Sâo Paulo und Rio de Janeiro bereits so schlimm ist”, gibt Padre Mauzeroll zu be­denken, “wie muß sie dann erst in den stark unterent­wickelten Gebieten des Nordens und Nord­ostens sein?” Padre Mauzeroll drückt sich im Ge­gensatz zu so vie­len Landsleuten um solche un­beque­men Wahrheiten nicht. Er hat keine Probleme damit, die von den Autoritäten gerne ver­steckten und verdrängten Pro­ble­me offen an­zusprechen. “Doch wer über die Zu­stände re­det und in­formiert, stirbt”, lautet eine an­dere Regel &#8211; Pistoleiros, Be­rufs­kil­ler, erle­digen dies. Padre Mau­zeroll weiß, daß auch sein Leben in Gefahr ist. Den­noch klagt er offen die soziale Ord­nung Brasi­liens an: “Sie ist schuld an der grauenhaften Si­tu­a­tion!”<br />
Wärter und Spe­zialeinheiten ge­hen gewöhnlich äußerst brutal gegen meu­ternde Häftlinge vor. 1992 wurden im Gefängnis Ca­ran­diru von Sâo Paulo minde­stens 111 In­sassen von Militär­polizisten massa­kriert. Politisch Ver­antwortliche und di­rekt Be­tei­ligte blieben bisher straffrei. Die letzte Revolte in Carandiru er­eignete sich Ende Oktober. 670 Ge­fangene nahmen dort 27 Wär­ter als Gei­seln und forderten die Ver­legung in eine andere Haftan­stalt. Fünf Gefan­gene versuchten mit einem Müll­fahrzeug zu flie­hen, vier von ih­nen wurden von Mi­litärpolizisten er­schossen.<br />
Die Rechtanwältin Zoraide Fer­nandez weist noch auf eine be­sondere Absurdi­tät hin. Tau­sende von Häftlingen wer­den nach verbüßter Strafe oft noch jahrelang festge­halten, allein in Rio waren es 1995 min­destens 560. Hinzu kommen jene, die unrechtmäßig in die Zellen von Po­lizei­wachen gepfercht und dort mitunter regelrecht verges­sen werden.</p>
<h1>Menschenrechte ja &#8211; aber nicht für Schwule</h1>
<h2>Todesschwadronen jagen Homosexuelle &#8211; 1300 Morde seit 1980</h2>
<p>Staatspräsident Cardoso präsentierte in Brasilia mit großem Pomp einen “Nationalen Plan für Menschenrechte” &#8211; doch die Show stahl ihm Luiz Mott, intel­lektueller Führer der brasilianischen Schwulenbewegung. Weil die Homosexuellen in dem Dokument nicht einmal erwähnt werden, entrollte Mott ein Transparent “Gays querem Justiça”- (Schwule wollen Gerechtigkeit) und nannte Fakten zur sy­stematischen Verfolgung der Homosexuellen in Brasilien.</p>
<p>Laercio, 22, und Mariquinhos, 30, wohnten in Rios armseliger Nordzone in einem simplen Häuschen, waren beliebt und gal­ten als hilfsbereit, fröhlich. In einer Novembernacht werden sie von einem der berüchtigten “Kom­mandos zur Jagd auf Gays” überwältigt &#8211; fünf Kapuzenmän­ner stoßen die beiden bis zur na­hen Bahnlinie, dann krachen Pi­stolenschüsse. Anwohner finden Laercio und Mariquinhos in ih­rem Blut, stellen erschüttert Ker­zen auf.<br />
Luiz Mott erläutert: “In Bra­silien sind mindestens vierzehn Todesschwadronen hinter Ho­mosexuellen her. Seit 1980 wur­den über 1300 Schwule ermor­det, 1996 waren es bisher 85, aber unsere Statistik ist sehr un­vollständig.” Das stimmt, denn von den Serienmorden der letz­ten Wochen in Rio wußte Mott zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Hinzu kommt, daß Angehörige wegen der bestehenden Vorur­teile gegen die Schwulen oftmals die Natur des Verbrechens ver­schweigen.<br />
Universitätsprofessor Mott, 50 Jahre alt, Präsident der Grupo Gay do Bahia (GGB) und Se­kretär für Menschenrechte der Bra­silianischen Vereinigung für Gays, Lesben und Transvestiten (ABGLT), lehrt in der nordost­brasilianischen Küstenmetropole Sal­vador da Bahia &#8211; auch dort werden Schwule diskriminiert, ver­folgt und ermordet. Mott spricht von “Opfern des Ma­chismus”, die Täter gingen ge­wöhnlich straffrei aus. So seien bei über vierzig Prozent der Schwulenmorde die Täter er­mittelt worden, nur zehn Prozent kamen jedoch letztlich vor Ge­richt und wurden dann fast im­mer freigesprochen.</p>
<p>Archiv über Homosexualität</p>
<p>Ein schönes Kolonialhaus in Salvador da Bahia beherbergt im ersten Stock den kleinen Sitz der Grupo Gay do Brasil mit dem immerhin größten lateinameri­kanischen Archiv über Homose­xualität. Die GGB ist die älteste und aktivste Homosexuellenver­einigung in Lateinamerika. Nach dem Klingeln schaut der Leiter zunächst prüfend auf den Besu­cher und wirft danach den Schlüssel hinunter. Oben kann man sich eine Ausstellung über homosexuelle Männer und Frauen ansehen, von Platon, Leonardo da Vinci, Shakespeare, Cleopatra und James Dean bis hin zu der berühmten Sängerin der Musica Popular Brasileiro, Maria Bethânia. Man wird höf­lich zu den zwei wöchentlichen Versammlungen eingeladen, an denen auch Bi- und Heterosexu­elle teilnehmen. Vor dem Ab­stieg über die steile Holztreppe teilt der GGB-Leiter Präserva­tive, “Camisinhas”, aus &#8211; schließlich ist die Gruppe beson­ders aktives Mitglied in der vom Gesundheitsministerium geführ­ten Nationalen Kommission zur AIDS-Bekämpfung.<br />
In der Stadt selbst machen die Homosexuellen drastisch auf sich, ihre Freuden und Probleme aufmerksam. “Liebe mit Vor­sicht &#8211; suche Deine amantes bes­ser aus”, steht groß auf Schauta­feln, und “Laß Dich nicht von AIDS ins Jenseits befördern, aber laß Dich auch nicht ermor­den!” Die Warnung ist nicht un­begründet, druckte doch gar eine große lokale Zeitung regelmäßig folgende Anzeige: “Halte Salva­dor sauber &#8211; töte jeden Tag einen Homo!”</p>
<p>Erscheinungsebene &#8211; Wirklichkeit</p>
<p>Brasiliens Schwulenszene prä­sentiert sich anders als zum Beispiel jene in San Francisco oder gar in Deutschland. Gays fallen viel mehr auf, haben ihre Kneipen, Discos, Strände, Zeit­schriften. Der Terror gegen Schwule existiert indessen wei­ter, scheint sogar stark zuzuneh­men. Motts Grupo Gay do Bahia hat deshalb ein “Über­le­benshandbuch” publi­ziert, das zahl­reiche praktische Tips zur Selbstverteidigung gibt. Mott hat das Handbuch in Brasi­lia, Belo Horizonte, Curitiba und Recife vorgestellt. In jeder Stadt gab er die Namen der dort in den letzten Jahren ermordeten Schwulen be­kannt. Die meisten Verbrechen ereigneten sich aber in Rio de Janeiro, Sâo Paulo und Salvador da Bahia.</p>
<p>Umfragen und Machismus</p>
<p>Daß Schwule diskriminiert werden, zeigen neue repräsenta­tive Umfragen: So würden 36 Pro­zent der BrasilianerInnen ei­nem Homosexuellen selbst dann nicht eine Arbeit geben, wenn er der bestqualifizierte Bewerber wäre. JedeR Fünfte würde sich von einem homosexuellen Kol­legen bewußt fernhalten, 56 Pro­zent würden zumindest ihr Ver­halten ändern. 79 Prozent, im Nordosten sogar 87 Prozent, ak­zeptierten auf gar keinen Fall, daß ihr Sohn mit einem Ho­mosexuellen ausginge. Und 62 Prozent meinen, daß Eltern die Änderung der homosexuellen Orientierung ihrer Söhne er­zwingen müßten.</p>
<p>Politisches Asyl für Schwule</p>
<p>Gay-Menschenrechtsgruppen in San Francisco prangern seit Jahren die Zustände in Brasilen an. 1993 gewährten die USA erstmals einem brasilianischen Schwulen politisches Asyl. Der Begünstigte heißt Marcelo Teno­rio, Luiz Mott trat in dem Asyl­verfahren als Zeuge auf und wurde dafür zuhause in den Me­dien niedergemacht. Das Asyl, hieß es, basiere auf einer Lüge über Brasilien; Schwule würden nicht systematisch getötet. In den letzten Wochen erhielten zwei weitere Homosexuelle Asylsta­tus, wollen aber anonym blei­ben, aus Angst, daß Familienan­ge­hö­ri­ge in Brasilien Repressa­lien er­lei­den könnten. Eine un­bekannte Zahl brasilianischer Homo­sexu­el­ler lebt illegal in den USA. Mög­licherweise werden jetzt wei­tere einen Asylantrag stellen.</p>
<p>KASTEN</p>
<p>Staatstrauer für Ex-Diktator</p>
<p>Nach dem Tod des Ex-Generalpräsidenten Ernesto Geisel im Sep­tember 1996 ordnete Fernando Henrique Cardoso per Dekret acht Tage Staatstrauer an. Geisel war von 1974 bis 1979 der dritte Generalpräsident der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985). Geisel war bereits zur Amtseinführung von Cardoso gela­den worden. 1995 traf sich der Präsident mit dem EX-Diktator und wollte dies ausdrücklich als “Würdigung” verstanden wissen.<br />
Die Homenagem weckte in der Tat Aufmerksamkeit. Denn bei Gei­sel und seinem ebenfalls im Regimeapparat dienenden Bruder Or­lando handelte es sich um Vertreter der “harten Linie”, die kei­nes­wegs nur militante Diktaturgegner rücksichtslos verfolgen, fol­tern und ermorden ließen. Dies hat gerade ein wichtiger Zeit­zeuge bestätigt: Reserveoberst Jarbas Passarinho, Mitautor der berüchtigten Ausnahmegesetze von 1968 und Minister unter drei Dik­taturgenerälen, sagte im brasilianischen Fersehen, daß ein Groß­teil der Greueltaten an Linken in Geisels Regierungszeit be­gangen worden seien. Die Medien pflegten dagegen stets dessen Amts­vorgänger Emilio Garrastazzu Medici die Verantwortung für die größten Schlechtigkeiten des Militärregimes aufzubürden.</p>
<p><strong>Hintergrund von 2001:</strong></p>
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<p><strong>„Unerklärter Bürgerkrieg“ in Brasilien<br />
Über 40000 Morde jährlich/Zunahme von Attentaten </strong></p>
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<p><strong>Im Kontext der jüngsten internationalen Konflikte weisen brasillianische Experten immer nachdrücklicher darauf hin, welche hohen Menschenopfer der sogenannte „unerklärte Bürgerkrieg“ in Brasilien kostet. Wie die Universitätsprofessor und Politik-Berater Gaudencio Torquato jetzt  in einer Analyse mit dem Titel „Wir und Afghanistan“ betonte, werden aus politischen und kriminellen Motiven selbst laut den geschönten offiziellen Angaben jährlich rund 40000 Menschen ermordet. </strong></p>
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<p><strong>     Hätte  Deutschland, mit einer etwa halb so großen Bevölkerung, diese Rate, wären es pro Jahr etwa 20000 Getötete. Tatsächlich waren es im Jahr 2000 laut BKA-Angaben nur 1015. </strong></p>
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<p><strong>Torquato zählte zu den Gründen der hohen Opferzahlen, daß die zehntgrößte Wirtschaftsnation anders als Afghanistan zwar sämtliche Hochtechnologie der letzten Generation nutze, die soziale Polarisierung zwischen den Privilegierten und den armen Schichten sich jedoch weiter verschärft habe. Die hohe Gewaltrate habe dazu geführt, daß nachbarschaftliches Zusammenleben immer weniger gepflegt werde, die brasilianische Gesellschaft sich von der menschlichen Solidarität verabschiede. Gängige Reaktion angesichts der täglichen Morde sei leider nur:“Gut, daß es mir nicht passiert ist.“ </strong></p>
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<p><strong>Derartige Verfallsprozesse resultieren laut Torquato aus einer „politisch-institutionellen Kultur“, die sich mit den alltäglichen Skandalen um hohe Volksvertreter und den Fällen von Regierungskorruption weiter degradiere. </strong></p>
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<p><strong>Brasilianischer Menschenrechtsaktivist<br />
“Generation eiskalter Killer“ wächst heran </strong></p>
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<p><strong>Brasilien züchtet nach den Worten des angesehenen Menschenrechtsaktivisten Eduardo Capobianco „eine Generation eiskalter Killer“heran.“Sie töten einen Menschen mit der selben Leichtigkeit, mit der sie eine Coca-Cola trinken“, sagte er im Dezember während der Auszeichnung mit einem Bürgerrechtler-Preis in Sao Paulo. Capobianco, Präsident von zwei regierungsunabhängigen Institutionen, die das organisierte Verbrechen sowie die tiefverwurzelte Korruption in Politik und Wirtschaft bekämpfen, hatte erst Anfang Dezember in der City der 17-Millionen-Stadt ein Attentat überlebt. „Brasilien hat gravierende soziale Ungleichheiten und eine kapitalistische Kultur, die auf dem Konsum basiert, Städte des Konsumismus wie Sao Paulo. Das stimuliert letztlich Gewalt – Armut allein ist dafür nicht verantwortlich zu machen.“ In entwickelten Ländern wie Japan entfalle statistisch pro Jahr ein Mord auf hunderttausend Einwohner – in einer Stadt wie Sao Paulo seien es dagegen gemäß offiziellen Zahlen immerhin fünfzig. Indessen gebe es bereits leichte Fortschritte bei der Verbrechensbekämpfung, die Arbeit seiner beiden Institutionen mißfalle der Gegenseite sehr und habe das Attentat bewirkt. </strong></p>
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<p><strong>Capobianco überlebte den Anschlag nur, weil er eine Mappe mit Büchern vor die Herzgegend hielt, Kugeln darin steckenblieben bzw. nur seine Beine trafen. Weder die Polizei noch er selbst haben einen Hinweis auf die Täter und deren Hintermänner. </strong></p>
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<p><strong>In den letzten drei Monaten kam es in Brasilien zu einer Attentatsserie, bei der mehrere Gewerkschaftsführer, ein progressiver Großstadtbürgermeister sowie Umweltaktivisten getötet wurden, Bombenanschläge forderten glücklicherweise keine Opfer. Eine bislang unbekannte rechtsextreme Organisation schickte Morddrohungen an 37 Bürgermeister der linkssozialdemokratischen Arbeiterpartei PT im Industrie- Teilstaat Sao Paulo, dessen Bruttosozialprodukt das von ganz  Argentinien übertrifft. </strong></p>
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<p><strong>Systematische Folterungen weiter alltäglich – trotz Anti-Folter-Gesetz<br />
Menschenrechtler skeptisch über  offizielle PR-Kampagne </strong></p>
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<p><strong>Der Dreißig-Sekunden-TV-Spot ist gut gemacht, drastisch-realistisch: Ein Mann, halbnackt, blutend, gefesselt, wird von einem Sadisten gequält, mit dem Kopf immer wieder in einen Wassertank getaucht, soll Informationen preisgeben, ein Geständnis ablegen. Ein Dritter sieht die Szene, rennt zum Telefon, wählt die neue Gratis-Nummer von „SOS Tortura“, erstattet anonym Anzeige. Jeder sollte ab sofort genauso handeln, lautet der Appell an die Fernsehzuschauer – „denn Folter ist ein Verbrechen!“ Daß Brasiliens Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso, Ehrendoktor der FU Berlin, jetzt auch in Rundfunk und Presse eine solche Medienkampagne starten ließ, einmalig in der Geschichte Brasilien, könnte die Menschenrechtler des In-und Auslands optimistisch stimmen. Doch Skepsis überwiegt. Befürchtet wird, daß Brasilia damit lediglich  auf Imageverbesserung bei den Vereinten Nationen zielt. Deren Experte für Folterfälle, Nigel Rodley, hatte letztes Jahr nach einer Reise durch mehrere Teilstaaten die Zustände als erschreckend und eigentlich unbeschreiblich angeprangert. Nicht anders sieht es Amnesty International, stellte deshalb  in der 17-Millionen-Stadt São Paulo, Lateinamerikas führendem Wirtschaftszentrum, im Oktober kurz vor Kampagnebeginn der brasilianischen Öffentlichkeit den neuesten Bericht über Folter und Mißhandlungen vor. Tatverdächtige, Festgenommene, Untersuchungshäftlinge und Strafgefangene systematisch Torturen zu unterwerfen, auch von völlig Unschuldigen Geständnisse unter Folter zu erpressen, gehört danach weiterhin zur  Alltagsroutine im Apparat der Militär-und Zivilpolizei. Laut Patrick Kopischke, Brasilien-Experte von Amnesty International, hat der starke politische Druck, die überbordende Kriminalität zu bekämpfen, dazu geführt, daß Folter andere Ermittlungsmethoden ersetzt. Allein in São Paulo, wo über eintausend deutsche Unternehmen, von VW bis Daimler-Benz, ansässig sind, werden laut offiziellen Angaben monatlich über 440 Menschen ermordet. Zum üblichen Nachrichtenangebot der  Radio-und TV-Stationen gehören die unaufhörlichen Gefangenenrevolten in den mit fast 100000 Insassen völlig überfüllten Polizeiwachen, Haftanstalten und provisorischen Gefängnissen der Metropole. Pro Monat werden rund eintausend weitere mutmaßliche oder tatsächliche Straftäter in teils fensterlose Zellen gepreßt, wo bereits bis zu 168 Männer auf einem Raum zusammenhocken müssen, der eigentlich nur für höchstens dreißig gedacht war. Wegen der schlechten Luft, der unhygienischen Zustände, des ständigen Fäkaliengeruchs und des damit verbundenen psychischen Drucks sind Aufstände die logische Folge – niedergeschlagen werden sie mit äußerster Brutalität, gibt es fast immer Tote. „Man greift auf Folter und Mißhandlungen zurück, um ein katastrophales Gefängnissystem unter Kontrolle zu halten“, betont deshalb Kopischke, grundlegende Reformen seien nötig, nicht nur kosmetische Verschönerungen. Aktivisten von Amnesty und anderen Menschenrechtsgruppen Brasiliens empört zudem  besonders, daß das auf ihren Druck hin erlassene Anti-Folter-Gesetz von 1997 an den Zuständen kaum etwas änderte, Täter gewöhnlich straffrei ausgehen, selbst aus der Diktaturzeit berüchtigte Folterer weiter im Dienst sind. Gemäß neuen UNO-Angaben verzeichnet der Teilstaat Minas Gerais die meisten bekanntgewordenen Folterfälle, ist die Polizeibrutalität traditionell besonders hoch. Dies gilt als Erbe des Militärregimes(1964-1985), als Fachleute der CIA gemäß Angaben von Zeitzeugen  den Militär-und Zivilpolizisten in Kursen auch Foltertechniken beibrachten. „Heute noch sind es die gleichen“, so der renommierte Menschenrechtsanwalt Antonio Aurelio, „vor allem Elektroschocks, Aufhängen kopfunter an einer Stange, Eintauchen in Wassertanks, Schläge auf beide Ohren, Erstickungsanfälle mittels über den Kopf gestülpten Plastiksäcken“. Im Juni letzten Jahres wurden in einer Polizeiwache São Paulos etwa zweihundert Gefangene, einer nach dem anderen, völlig unbekleidet,  mit Elektroschocks gepeinigt. Bei weiteren Mißhandlungen starb ein Insasse, dreißig weitere erlitten teils schwere Verletzungen. Die beteiligten Polizeikommissare sind weiterhin im Dienst.  Beim Interview  mit dem Polizeichef einer nordostbrasilianischen Stadt fand dieser nichts dabei, den an den landesüblichen Elektroschock-Apparaturen verwendeten Regler sichtbar  auf seinem Schreibtisch liegen zu lassen.</strong></p>
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<p><strong>Über 40000 brasilianische Kinder arbeiten auf stinkenden Müllbergen<br />
Unicef und NGO entwickeln Alternativprojekte </strong></p>
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<p><strong> Im Kriechgang, fast mit Vollgas, arbeitet sich der Müll-LKW in Serpentinen fast bis zur Haldenspitze vor, kippt dort, an der Peripherie der 17-Millionen-Stadt São Paulo, bei 35, 40  Grad Tropenhitze stinkende Abfälle aller Art ab. Auf diesen Moment haben Schwärme von Schmeißfliegen, aber auch Dutzende von Kindern und Jugendlichen nur gewartet. Mit Säcken über der Schulter stürzen sie sich auf  die Ladung, sinken bis zu den Knien ein, wühlen neben schwarzen Aasgeiern nach Essensresten, Glas-und Plastikflaschen, Papier und Getränkebüchsen aus Aluminium. Alles wird getrennt, sortiert, ein Stück entfernt bei  anderen Familienmitgliedern angehäuft, Alu-Büchsen tritt man mit dem Fuß platt. Metallfirmen oder Papier-und Textilfabriken nehmen alles für lächerlich geringe Preise ab – jedes dreckverschmierte, oft von Hautkrankheiten gezeichnete Müll-Kind kommt pro Tag höchstens auf umgerechnet vier, fünf Mark – überlebenswichtig für die Familien an der Slum-Peripherie von Lateinamerikas reichster Stadt und Wirtschaftslokomotive, aber auch von Rio de Janeiro, Salvador da Bahia oder Recife. In ganz Brasilien sind es über vierzigtausend „Crianças do Lixo“, Müll-Kinder – die nie zur Schule gehen, oder es aufgaben, weil man sie lächerlich machte, diskriminierte. Vor ein, zwei Jahren waren es indessen noch über dreizehntausend mehr – bevor das UN-Kinderhilfswerk Unicef  und die regierungsunabhängige Organisation „Agua e Vida“(Wasser und Leben) Projekte starteten, Druck auf den Staat, lokale Behörden ausübten, um diese schändliche Form der Kinderarbeit zu bekämpfen. </strong></p>
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<p><strong>Hautkrankheiten, Cholera </strong></p>
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<p><strong>Daß Minderjährige in einem Land, das zu den zehn größten Wirtschaftsnationen gehört, den ganzen Tag im Müll waten müssen, anstatt zu spielen und zu lernen, nennt Afonso Lima, Unicef-Mitarbeiter in São Paulo, einfach entsetzlich, unmenschlich. Die Regierung hat zudem internationale Konventionen, darunter gegen Kinderarbeit unterzeichnet, die derartiges eigentlich verbieten. „Weil die meisten Kliniken  ihre sämtlichen Abfälle unsortiert und unbehandelt ebenfalls auf die Halde kippen, können sich die Kinder sogar gefährliche Krankheiten holen, finden Spritzennadeln, Chemikalien aller Art.“ Für seine Kollegin Paula Claycomb aus den USA fehlt es auch an politischem Willen. „Die brasilianische Gesellschaft muß endlich verstehen, daß stinkende Abfallhalden nicht der richtige Ort für Kinder sind.“ Dabei wurde bereits eine Menge erreicht: Unicef und die NGO „Agua e Vida“ brachten in geduldiger Überzeugungsarbeit Gouverneure und viele Gemeinden dazu, Mittel für die Gründung von Müll-Recycling-Kooperativen freizugeben, sogar Gebäude bereitzustellen. Der Vorteil: Wiederverwertbares wird bereits an Wohngebäuden, Supermärkten, Bürohäusern aussortiert – und nicht erst,  mit organischen Abfällen verschmutzt, auf der Halde. Resultat: Das Familieneinkommen steigt, die Kinder brauchen nicht mehr mitzuarbeiten, gehen stattdessen zur Schule. Eine geringe staatliche Hilfe von  monatlich umgerechnet über zehn Mark pro Kind wird auch an viele andere verelendete Familien nur gezahlt, wenn sie ihre Kinder kontinuierlich in die Schule schicken. „Und das funktioniert“, bekräftigt die NGO-Koordinatorin Teia Magalhaes in São Paulo. „Nur ist es leider oft so: Wir holen eine Familie aus dem Müll, doch andere treten sofort an deren Stelle – Folge der Misere in Brasilien.“ Da die Cholera im Lande längst nicht ausgerottet ist, man sich gerade auf den riesigen Abfallbergen leicht anstecken kann, verbreitet Teia Magalhaes auch ein entsprechendes Aufklärungs-Video, organisiert zusammen mit Präfekturen Musik-und Tanzkurse, um frühere „Crianças do Lixo“ in der Schule zu halten, an Kultur heranzuführen. </strong></p>
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<p><strong>Banker und Müllsammler </strong></p>
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<p><strong>Auch über  Lateinamerikas Wallstreet, die Banken-Avenida Paulista, zerren täglich ungezählte schwitzende, zerlumpte Catadores do Lixo, Müllsammler, ihre hölzernen Karren, hochbeladen mit Verpackungen und anderem Material. Eigentlich sollten  die Catadores allen Respekt verdienen: Nur ihnen ist es zu verdanken, daß immerhin achtzig Prozent der Aluminium-Getränkebüchsen, siebzig Prozent der Pappe und  dreißig Prozent der Flaschen recycelt werden. Nur hier und da trifft man bereits auf jene Hausmüll-Container wie in Deutschland – ausgerechnet in einem Drittweltland wie Brasilien ist Ressourcenverschwendung weiterhin die Regel. Was vergeudet wird, ob Nahrungsmittel, Strom oder Wasser, hat laut neuesten Studien immerhin einen Wert von jährlich umgerechnet über einhundert Milliarden Mark. Besonders provozierend in einem Land mit ernsten Hungerproblemen: Was São Paulos Supermärkte an Lebensmitteln wegwerfen, reichte wertmäßig bequem aus, um monatlich 600000 Slum-Familien mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. </strong></p>
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<p><strong>Padre Julio Lancelotti kämpft gegen Folter an Kindern und Jugendlichen<br />
Hohes Lebensrisiko, Morddrohungen, tätliche Angriffe<br />
Auch von Unicef wegen Engagements für Kinderrechte ausgezeichnet </strong></p>
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<p><strong>„Erstmals konnten wir jetzt achtzehn Aufseher, sogar drei Direktoren, wegen Folter vor Gericht bringen“, sagt Padre Julio Lancelotti im Büro des von ihm geleiteten „Zentrums zur Verteidigung von Kindern und Jugendlichen“ der Millionenstadt São Paulo. Aber Freude, Zufriedenheit über diesen kleinen Sieg ist ihm nicht anzumerken. Denn auf einen Schlag hat er damit noch mehr erbitterte Feinde unter den Mitarbeitern der gefängnisähnlichen Anstalten für straffällig gewordene Minderjährige(Febem). Von den letzten Attacken hat er sich noch nicht erholt: Als in einer Febem-Einheit wiederum Jugendliche gegen Mißhandlungen, Überfüllung rebellierten, fuhr er sofort hin – eine Gruppe von Febem-Angestellten schlug ihm Zähne aus, trat auf ihn ein, zerbrach die Brille. Militärpolizisten schauten bewußt eine ganze Weile zu, griffen erst spät ein. „Sogar  das Kreuz, das ich um den Hals trug, ein Geschenk aus Osnabrück, wurde mir abgerissen – hier ist die Situation eben längst außer Kontrolle.“ Lancelotti, der auch ein Heim für Aids-infizierte Kinder führt,  erhält regelmäßig Morddrohungen &#8211; andere Pfarrer São Paulos haben ihr Engagement für Menschenrechte bereits mit dem Leben bezahlt – in Brasilien kommt es täglich zu politischen Morden, Attentaten.  Theoretisch können er und seine Anwälte sich auf das Anti-Folter-Gesetz, das Statut zum Schutze der Heranwachsenden berufen. „In Brasilien dominiert aber leider Straflosigkeit, Folterer bleiben gewöhnlich ungeschoren, werden nicht einmal entlassen, sind durch die Autoritäten geschützt.“ </strong></p>
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<p><strong>„Kultur der Folter“ </strong></p>
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<p><strong>Daß die Gesetze nicht funktionieren, erklärt Lancelotti mit für manchen Europäer sicher  überraschenden Gründen:“In diesem Land existiert die Sklavenhalterkultur, auch eine Kultur der Folter weiter – ein Großteil der Brasilianer befürwortet Torturen, die Todesstrafe, die Herabsenkung des Strafmündigkeitsalters auf sechzehn, teils sogar vierzehn Jahre.“ Im Teilstaate São Paulo, dem reichsten ganz Brasiliens, mit weit über eintausend deutschen Unternehmen, sind in den Febem-Anstalten derzeit mehr als viertausend Heranwachsende konzentriert, täglich kommen etwa dreißig hinzu. Wo eigentlich gemäß den Vorschriften nur Platz für sechzig Minderjährige ist, werden in Zellen bis zu vierhundert zusammengepfercht, sind gewöhnlich völlig sich selbst überlassen. „Als letztes Jahr der UNO-Sonderberichterstatter für Folter, Nigel Rodley, hier war, erklärte man ihm allen Ernstes, Jugendliche hätten sich Verletzungen selber beigebracht, im Streit miteinander.“ Der Padre, die eng mit ihm kooperierende Anwältin Francisca de Assis Soares, wissen von solchen Fällen, auch von sexueller Gewalt unter den Jugendlichen. Doch das sind Ausnahmen. Die Struktur dieser Anstalten ziele auf  Unterdrückung, Entwürdigung, Verrohung – „über viele besonders sadistische Folterungen“, so Lancelotti“,  reden wir öffentlich gar nicht mehr, weil es uns ja doch keiner glaubt.“ In einer Febem-Anstalt hatte man allen Ernstes Skinheads angestellt,  wegen ihrer Aggressivität von den Minderjährigen  nur „Pitbulls“ genannt. </strong></p>
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<p><strong>Sadismus der Aufseher </strong></p>
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<p><strong> Bekommen Lancelotti und sein Team Wind von Mißhandlungen, fahren alle sofort los, um gerichtsverwertbare Beweise zu sammeln, Torturen zu unterbrechen. „In einer Anstalt trafen wir auf über vierzig gefolterte Jugendliche – mit schweren Verletzungen, gebrochenen Armen und Beinen!“ Rebellieren Insassen einer Febem-Einheit, toben sich bei der Niederschlagung Aufseher, herbeigerufene Polizisten sadistisch aus.“Jugendliche mußten tagelang nackt hintereinander aufgereiht und aneinandergepreßt auf dem Boden hocken, das Geschlechtsteil am Gesäß des Vordermanns, durften nur in Plastikflaschen urinieren, die man dann über ihnen ausschüttete. Scharfe Hunde wurden rudelweise zwischen die Insassen gehetzt – wer deshalb aufstand, erhielt sofort Schläge. Und selbst das – Wärter zwingen Jugendliche, auf andere Insassen zu urinieren. Alles Folterpraktiken, tief entwürdigend!“ </strong></p>
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<p><strong>Aber könnte die Mitte-Rechts-Regierung unter  Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso, Bewohner São Paulos, Ehrendoktor der Freien Universität Berlin, diese Zustände nicht ändern? „Brasilien ist nur eine formale Demokratie“, analysiert Lancelotti, „die Politiker in Brasilia leben wie auf einem anderen Planeten, fern der Realität, wollen von diesen Dingen nichts wissen – Zugang zu Präsident Cardoso haben wir nicht.“ Bestenfalls mit Galgenhumor registriert der Padre, welches Prestige Cardoso gerade in Europa, auch in  Deutschland genießt:“Der Präsident führt sich wie ein Prinz auf, erhält überall Doktortitel. Aber wenn man in europäischen Zeitungen oder in der Genfer UN-Menschenrechtskommission über diese Zustände hier spricht – das mag er, seine Regierung, garnicht.“ </strong></p>
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<p><strong>Lancelotti räumt ein, daß ihn die Menschenrechtsarbeit zugunsten der Minderjährigen Brasiliens streßt, psychisch ermüdet. „Der Haß auf uns ist groß, wir werden verfolgt, lächerlich gemacht, sind nur wenige – und die Folter nimmt zu!“ Mit seiner Wochenkolumne in einer Tageszeitung São Paulos erreicht er wenigstens einen Teil der Öffentlichkeit. Und ein bißchen Mut macht, daß ihn das UN-Kinderhilfswerk Unicef im neuesten Jahresbericht ausdrücklich als Anwalt der Heranwachsenden Brasiliens hervorhebt.</strong></p>
<p>Manche Medien berichten über Brasiliens gravierende Menschenrechtslage &#8211; andere nicht.</p>
<h2>“Die Zensur gibt nie auf.” “The censorship never gives up.” Zensur heute &#8211; auch dank Google relativ leicht zu entdecken. <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11489">**</a></h2>
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<p>The best of non-profit advertising and marketing for social causes</p>
<p><img src="http://osocio.org/images/zwpx.gif" alt="" /></p>
<h1><a href="http://osocio.org/message/the_censorship_never_gives_up/">The censorship never gives up</a></h1>
<p>Posted by <a title="Show all entries from Marc" href="http://osocio.org/index.php?ACT=19&amp;result_path=search/results&amp;mbr=2">Marc</a> | 12-05-2008 23:21 | Category: <a title="Show all entries in the category Human rights" href="http://osocio.org/category/human_rights/">Human rights</a>, <a title="Show all entries in the category Media" href="http://osocio.org/category/media/">Media</a></p>
<p><a href="http://osocio.org/images/uploads/censura2_thumb.jpg"><img src="http://osocio.org/images/uploads/censura2_thumb.jpg" alt="image" width="468" height="646" /></a></p>
<p>Two ads from Associação Brasileira de imprensa, the Brazilian press organisation.<br />
Copy: “A censura nunca desiste. Ela sempre volta disfarçada. 3 de Maio Dia Mundial da Liberdade de Imprensa.”<br />
“The censorship never gives up. It always return disguised. 3th of May, world day for the freedom of press.”</p>
<p>I have seen more censorship ads from Brazil in the past. What going on? Is censorship a big problem in Brazil?</p>
<p><a href="http://osocio.org/images/uploads/censura1_thumb.jpg"><img src="http://osocio.org/images/uploads/censura1_thumb.jpg" alt="image" width="468" height="646" /></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/09/mentetododiasp.jpg" alt="mentetododiasp.jpg" /><br />
<strong>”Leider sind es nicht mehr so viele, die die ganze Wahrheit wissen wollen. Man biegt sehr schnell ab, um bei seiner Meinung bleiben zu können &#8211; und bei den als angenehm empfundenen Lösungen. Ich habe mir angewöhnt, Leute danach zu beurteilen: Wieviel Wahrheit erträgt jemand?” Deutscher Menschenrechtsbeauftragter Günter Nooke im Website-Interview 2009.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-ankli</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/07/eu-lateinamerika-karibik-stiftung-startet-in-hamburg/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/07/eu-lateinamerika-karibik-stiftung-startet-in-hamburg/</strong></a></p>
<h2><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/10/brasiliens-gefangenenseelsorge-der-deutsche-pastor-wolfgang-lauer/" rel="bookmark">Brasiliens Gefangenenseelsorge &#8211; der deutsche Pastor Wolfgang Lauer.</a></h2>
<p>Samstag, 10. Dezember 2011 von Klaus Hart   <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11804">**</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/caran6.JPG" alt="caran6.JPG" /></p>
<p><a href="http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html"><strong>http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgs</strong></a></p>
<p><strong>“Stolz, ein Brasilianer zu sein”: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/25/stolz-ein-brasilianer-zu-sein-aufschrift-auf-der-arbeitskleidung-der-strasenkehrer-in-der-megacity-sao-paulo-anregung-fur-deutsche-stadtreinigungen/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/25/stolz-ein-brasilianer-zu-sein-aufschrift-auf-der-arbeitskleidung-der-strasenkehrer-in-der-megacity-sao-paulo-anregung-fur-deutsche-stadtreinigungen/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/01/stolzgari.JPG" alt="stolzgari.JPG" /></p>
<p>Ausriß.</p>
<h2><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/24/brasilien-korruption-in-lulas-letztem-amtsjahr-2010-85-milliarden-real-abgezweigt-laut-nachrichtenmagazin-veja-zehn-grunde-um-sich-zu-emporen/" rel="bookmark">Brasilien &#8211; Staats-Korruption in Lulas letztem Amtsjahr 2010 &#8211; 85 Milliarden Real abgezweigt, laut Nachrichtenmagazin “Veja”. “Zehn Gründe, um sich zu empören”.</a></h2>
<p>Montag, 24. Oktober 2011 von Klaus Hart   <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11322">**</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/korruptionveja85milliarden.JPG" alt="korruptionveja85milliarden.JPG" /></p>
<p><strong>Laut “Veja” hätte das abgezweigte Geld u.a. ausgereicht, das Elend in Brasilien auszutilgen. Lula selbst ist laut Medienangaben unterdessen zum Dollar-Millionär aufgestiegen &#8211; hat wegen seiner Politik, vor dem Hintergrund der Korruptionsfakten, der sozialen Kosten, aus Mitteleuropa enormes Lob erhalten, dazu Doktorhüte und Preise. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/08/brasilien-aufschrei-der-ausgeschlossenen-2011-proteste-in-sao-paulo-grito-dos-excluidos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/08/brasilien-aufschrei-der-ausgeschlossenen-2011-proteste-in-sao-paulo-grito-dos-excluidos/</strong></a></p>
<p><strong>Laut Befreiungstheologe Frei Betto, Ex-Lula-Berater beim Anti-Hungerprogramm,  liegt die Zahl der in extremer Armut, also in Hunger und Misere, lebenden Brasilianer, nicht wie offiziell angegeben, heute bei 16 Millionen, sondern ist doppelt so hoch. </strong><strong>Nach derzeit geltendem mitteleuropäischen Werteverständnis hat damit die internationale Wirtschafts-und Finanzkrise, wie die Lula-Rousseff-Regierung verbreiten ließ, auf Brasilien nur geringe Auswirkungen gehabt. </strong></p>
<p><strong>Brasiliens investigative Journalisten wiesen indessen auf Rekordentlassungen, den Stopp vieler Industrieprojekte, auf Exportprobleme und Deindustrialisierung, geschönte offizielle Statistiken.  </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/slumkloakesp1.JPG" alt="slumkloakesp1.JPG" /></p>
<p><strong>“Krise &#8211; was denn für eine Krise?” &#8211; Kloake-Slum in Sao Paulo.</strong></p>
<p><strong>Lula hat Krebs:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/01/brasilien-unmut-in-der-bevolkerung-uber-lulas-krebsbehandlung-in-einem-teuren-elite-hospital-lula-sollte-jetzt-jene-prekaren-offentlichen-gesundheitseinrichtungen-aufsuchen-die-er-immer-uberschweng/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/01/brasilien-unmut-in-der-bevolkerung-uber-lulas-krebsbehandlung-in-einem-teuren-elite-hospital-lula-sollte-jetzt-jene-prekaren-offentlichen-gesundheitseinrichtungen-aufsuchen-die-er-immer-uberschweng</strong></a></p>
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