Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Lepra in Brasilien. Experte Manfred Göbel. Bewohner einer Leprakolonie bei Sao Paulo. Protestaktion vor Nationalkongreß in Brasilia wegen Lepra-Zunahme.

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http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/06/brasilien-bricht-unter-lula-who-abkommen-zur-lepra-ausrottung-statt-versprochener-lepra-eliminierung-jetzt-nur-noch-kontrolle-der-epidemie-besturzung-bei-lepra-ngo/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/10/slum-in-sao-paulo-auch-wegen-der-meist-grauenhaften-hygienischen-verhaltnisse-haben-lepra-tbc-denguefieber-etc-in-den-brasilianischen-elendsvierteln-gute-ausbreitungsbedingungen-in-sao-paulo-jahr/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-hohe-rate-von-behinderten-2391-prozent-der-bevolkerung-gegenuber-rund-1-prozent-in-hochentwickelten-landern-laut-studien/

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Brasiliens Lepra-KZs – späte Wiedergutmachung für die Opfer

”Man hat uns wie Versuchsratten traktiert, uns keine Medikamente gegeben”, erinnert sich Sebastiao dos Santos, heute über siebzig, von Lepra gezeichnet, im Website-Interview. ”Wer wie ich gegen die Zustände, gegen die Autoritäten aufbegehrte, wurde für geistesgestört erklärt und in die psychiatrische Anstalt dieser Leprakolonie gesperrt”, bricht es aus ihm heraus. ”Ich war dort jahrelang, es war schrecklich.”

Die ”Vila Padre Bento” nahe der Megacity Sao Paulo ist nach einem katholischen Priester benannt, der sich dort um 1800 als erster aufopferungsvoll den Leprakranken widmete, aus eigener Tasche sogar ein Hospital errichtete und bis zu seinem Tode unterhielt. Danach wurde die ”Vila Padre Bento jedoch vom Staat in eines der vielen brasilianischen Lager für Aussätzige umgewandelt, pferchte die Seuchenpolizei etwa 5000 Menschen hinein. ”Ich war damals verheiratet, durfte meine Frau, meine Kinder aber nie sehen, so Sebastiao dos Santos. Abscheu, Verachtung, Vorurteile gegen Lepröse waren enorm – nur zu oft brachen die Angehörigen jeglichen Kontakt zu den Kranken ab. Viele heirateten in der Kolonie erneut, deren Kinder wurden sofort zur Adoption freigegeben. ”Hier drinnen gab es kein Pflegepersonal – wir mußten uns gegenseitig betreuen, sogar unsere Toten selber begraben. Ärzte blieben auf Distanz, Polizisten und Gefängniswärter waren böse und brutal, mitleidlos. Der mittelalterlich wirkende Kerker steht immer noch – Wagner Marques war dort mehrfach inhaftiert: ”Ich konnte fliehen, wurde in Sao Paulo wegen meines Anstaltshemds erkannt, geschlagen, schon als Dreizehnjähriger über 120 Tage in den Koloniekerker gesperrt.

Jetzt werden die Überlebenden aller Aussätzigen-Kolonien eine geringe Wiedergutmachung erhalten. Denn 1959 hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO allen Staaten empfohlen, Leprakranke nicht länger gewaltsam von der Außenwelt, von ihren Mitmenschen zu isolieren. Denn es gab inzwischen hochwirksame Medikamente, die den Leprabazillus in wenigen Tagen abtöteten. Für ein Wegsperren der von Lepra Betroffenen fehlten daher jegliche Argumente. Länder wie Brasilien und selbst Japan behielten indessen gegen die WHO-Empfehlung noch Jahrzehnte die grausame Praxis bei, beraubten Hunderttausende ihrer grundlegenden Menschenrechte. Nach Japan hat sich nun auch der brasilianische Staat zu einer Opferentschädigung entschlossen. ”Dafür haben wir jahrelang gekämpft, sagt Artur de Sousa, Präsident des brasilianischen Lepraopfer-Verbandes MORHAN. ”2005 holten wir sogar die UNO-Menschenrechtskommission in die Leprakolonien, setzten die Regierung in Brasilia unter öffentlichen Druck.

Die ”Vila Padre Bento macht einen deprimierenden Eindruck, Krankengebäude und Wohnhäuser wirken heruntergekommen. Im armseligen Versammlungsraum hocken über einhundert Lepraopfer auf Bänken und können kaum glauben, was ihnen MORHAN-Präsident Sousa da erklärt: ”Mit einer monatlichen Pension bittet der Staat um Verzeihung für all das, was er euch zugefügt hat. Ihr wurdet gejagt, auf Müllautos geworfen und in diese Konzentrationslager verschleppt, aller Bürgerrechte beraubt. Als 1986 in Brasilien die Zwangsisolierung endgültig aufgehoben wurde, habe man die Leprakolonien einfach sich selbst überlassen, seien manche zu Slums geworden. Dann spielt Sousa den Koloniebewohnern von Pirapitingui ein Video von der jüngsten Audienz bei Staatschef Lula vor. Der Verband, so Lula, habe die Regierung, die Politiker sensibilisiert. Ein Leprageschädigter im Rollstuhl: ”Diese Pension ist nur zu gerecht – denn man hat uns in wahre Konzentrationslager gesperrt, uns aus der Gesellschaft ausgestoßen!

Die Pension beträgt umgerechnet rund 300 Euro monatlich. ”Viele Betroffene müßten mehr erhalten, kritisiert Artur de Sousa. ”Doch mehr konnten wir bei der Regierung nicht erreichen. Die Wiedergutmachung bekommen maximal zwanzigtausend. ”Alle sind bereits sehr alt und werden von dem Geld kaum noch viel haben.

Im Mittelalter wütete die Lepra auch in Deutschland, wurden die Kranken in über 20000 Siechhäusern isoliert. Lediglich durch verbesserte Lebensbedingungen, mehr Hygiene und ohne jegliche Therapie konnte die Lepra bereits vor zweihundert Jahren endgültig ausgerottet werden. ”Erschreckend ist, daß in Brasilien die Lepra wieder zunimmt, sagt Sousa. ”2006 wurden 52000 neue Fälle registriert, bei hoher Dunkelziffer. Damit ist Brasilien laut Weltgesundheitsorganisation als zehnte Wirtschaftsnation auch das Land mit der höchsten Lepradichte.Â 

Hintergrund: Ein öffentliches Hospital an Sao Paulos Peripherie, umgeben von Elendshütten und Katen. Die junge Ärztin Maria Paim diagnostiziert dort geradezu serienweise Lepra, startet deshalb aus eigener Initiative Aufklärungskampagnen, macht sich damit bei Kollegen und Vorgesetzten unbeliebt. ”Unser öffentliches Gesundheitswesen ist sehr schlecht, gegen die Lepra müßte viel mehr getan werden. Schließlich sind Millionen von Brasilianern betroffen. Wir haben mehr Fälle von Lepra als von Aids in Brasilien –  nur werden die Leprafälle eben nicht korrekt registriert. All das ist eine Schande. Ich meine, die Lepra wird in Brasilien nie ausgerottet. Andernfalls müßte man ja die Slums beseitigen, die Lebensbedingungen der Armen und Verelendeten durchgreifend verbessern. Doch unsere Autoritäten wollen sich diesem sozialen Problem nicht stellen, das ist ihnen unbequem, lästig. Man denkt – sollen diese Leprakranken doch ruhig in den Slumsvor die Hunde gehen, sterben – denn dort sind sie ja eingesperrt. Menschen, die dringend behandelt werden müßten, werden aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Es gibt so viele arbeitslose Mediziner, die man zur Leprabekämpfung einsetzen könnte!” Nach Ansicht der Ärztin fehlt schlichtweg politischer Wille, die Lepra auszurotten, fehlt es an Forschung sowie an Aufklärung schon in den Schulen. Probleme machen zudem die Sekten, aber auch das organisierte Verbrechen, das die Slums beherrscht. „Lepra betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche, selbst die Religion. Denn wir haben Infizierte, die sich nicht behandeln lassen, weil sie glauben, Lepra sei eine Strafe Gottes, die man eben aushalten müsse. Und in den Gangsterkommandos der Slums gibt es viele Banditen mit Lepra, die einer Therapie fernbleiben, weil sie nicht gesehen werden wollen. Auch dadurch wird die  Krankheit weiter übertragen. Ich arbeite in einer sehr gewalttätigen Stadtregion –  in meinem Hospital wurden bereits fünf Raubüberfälle auf Ärzte verübt, wurde ein Kollege sogar entführt. Bei der Leprabekämpfung läuft wirklich alles falsch.” Rosane Vieira ist Krankenpflegerin und Aktivistin des Lepraopferverbandes MORHAN – zum wöchentlichen Treffen ihrer Gruppe in Sao Paulo kommen auch viele Leprageschädigte. ”Nur durch gesellschaftlichen Druck wird sich die Lage ändern. Der Staat tut alles, um die Leprabekämpfung zu stören, zu erschweren. Man will möglichst niedrige Krankenzahlen. Ist der Bazillus bei den Infizierten nach kurzer Zeit abgetötet, fliegen sie aus der offiziellen Leprastatistik. Doch genau dann beginnen erst die schweren Gesundheitsprobleme. Wer mit offenen Wunden, mit deformierten Händen und Beinen zu einem Gesundheitsposten geht, wird dort nicht als Kranker registriert.”

Lula hat Krebs:

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/01/brasilien-unmut-in-der-bevolkerung-uber-lulas-krebsbehandlung-in-einem-teuren-elite-hospital-lula-sollte-jetzt-jene-prekaren-offentlichen-gesundheitseinrichtungen-aufsuchen-die-er-immer-uberschwengJovens promovem ato público contra avanço da hanseníase no PaísBrasil ocupa o primeiro lugar no ranking dos países com incidência da doença Cerca de 120 jovens de vários estados váo ocupar o gramado do CongressoNacional, no próximo dia 13 (quarta-feira), às 10h30, para alertar parlamentares eautoridades públicas para a alta incidência de hanseníase, em especial em pessoas de até 15 anos. O Brasil é hoje o primeiro no mundo em prevalência da doença, com 21,94 casos a cada 100 mil habitantes. No segundo lugar aparece o Nepal próximo dos 10 casos por 100 mil. Durante o ”Ato de Alerta: um Mapa da Hanseníase no Brasil, os jovens iráo estender um painel de 30x30m no gramado do Congresso, do artista plástico de renome internacional Siron Franco “ que participará do protesto. O painel irá apontar a incidência da hanseníase, por Município, em menores de 15 anos, nos últimos cinco anos.  ”É uma calamidade pública o crescente diagnóstico de hanseníase entre os jovens. É um problema muitas vezes ignorado, negligenciado, esquecido, critica o jovem participante do ato e membro do Movimento de Reintegraçáo das Pessoas Atingidas pela Hanseníase (Morhan), Artur Corrêa. O Morhan é um movimento social que, há 27 anos, atua pela eliminaçáo da doença no País e contra o preconceito. Outras participações No mesmo dia (13), às 9h30, os jovens iráo participar de uma reuniáo no Conselho Nacional de Saúde. E às 14 h,  no Conselho Nacional dos Secretários Municipais de Saúde, participaráo do debate sobre ”Cultura de Paz e Náo Violência que acontece durante o Encontro Anual do Conselho Nacional dos Secretários Municipais de Saúde (Conasems).  Na ocasiáo será distribuído um panfleto aos gestores de saúde, cobrando o empenho de gestores e legisladores na implementaçáo de estratégias para o enfrentamento da doença, já que há garantia doabastecimento do remédio fornecido gratuitamente pela Organizaçáo Mundial de Saúde (OMS), da notificaçáo junto ao Ministério da Saúde dos casos,  a qualificaçáo dos profissionais de saúde, além de alertar para a necessidade de estruturaçáo da média e da alta complexidade no tratamento da hanseníase. Entenda a Hanseníase É uma doença infecciosa causada pelo bacilo Mycobacterium leprae que afeta os nervos e a pele provocando danos severos. Ela é transmitida pelo ar. A contaminaçáo se faz por via respiratória, pelas secreções nasais ou pela saliva, mas é muito pouco provável a cada contato. A incubaçáo, excepcionalmente longa (vários anos), explica por que a doença se desenvolve mais comumente em indivíduos adultos, apesar de que crianças também podem ser contaminadas (a alta prevalência de Hanseniase  em crianças é indicativo de um alto índice da doença em uma regiáo).Nem toda pessoa exposta ao bacilo desenvolve a doença, apenas 5%. Acredita-se que isto deva-se a múltiplos fatores, incluindo a genética individual. Pessoas que já foram tratadas náo transmitem mais a hanseníase.Sintomas – Um dos primeiros efeitos da hanseníase, devido ao acometimento dos nervos, é a supressáo da sensaçáo térmica, ou seja, a incapacidade de diferenciar entre o frio e o quente no local afetado. Mais tardiamente pode evoluir para diminuiçáo da sensaçáo de dor no local.Na maioria dos casos aparecem manchas de coloraçáo mais clara que a pele ao redor, podendo ser discretamente avermelhada, com alteraçáo de sensibilidade à temperatura, e, eventualmente, diminuiçáo da sudorese sobre a mancha (anidrose). Agenda Ato de Alerta: um mapa da hanseníase no BrasilÀs 9h30 “ Conselho Nacional de SaúdeLocal : 1º andar do predio anexo do Ministério da Saúde Às 10h30 “ Gramado do Congresso Nacional Às 16h “ Encontro Nacional do ConasemsLocal: Centro de Convenções Ulysses Guimaráes  Contato:  Cláudia Silveira “ 21 “ 9894-3435 (Rio de Janeiro)Andréia Araújo  – 61 “ 99156584 (Brasília)

Brasilien flog aus Ländergruppe(low- and middle-income countries), die Aids-Infizierte am besten betreut, laut Landesmedien. “Nur zwischen 60% und 79% der HIV-Patienten werden behandelt.” Öffentliche Gesundheit unter Lula-Rousseff. Sinkende Gesundheitsausgaben. Aids in Brasilien – offizielle Versionen und Realität. **

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Unter Bezug auf ein neues Dokument  der UNO-Organisation Unaids hieß es, elf Länder, darunter Chile, Cuba und Namibia, verteilten an mindestens 80 Prozent der Infizierten entsprechende Aids-Medikamente. Brasilien folge nunmehr erst in der nächsten Länderkategorie. Laut Schätzungen wüßten bis zu 300000 Brasilianer nichts von ihrer Aids-Infektion.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-probleme-beim-bekampfen-der-aids-epidemie-aus-expertensicht/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/29/brasilien-und-aids-2010-laut-offiziellen-angaben-rund-12000-aids-tote-daten-regierungsunabhangiger-institutionen-uber-tatsachliche-zahl-noch-nicht-vorhanden-analsex-gefahrlicher-risikosex-in/

“Erfolge im Kampf gegen Aids”.

http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/nachrichten/msgf/brasilien:_erfolge_im_kampf_gegen_aids.html

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Slum in Sao Paulo, November 2011. Gemäß europäischen Sichtweisen hatte Brasilien die Finanz-und Wirtschaftskrise von 2008/2009 recht gut überstanden.

Die Aidslage in Brasilien aus Sicht der Franziskaner vor Ort – wird die Zahl der Aidstoten korrekt registriert?  Warum Brasilien aus der Ländergruppe flog…

“Proportion of eligible population receiving antiretroviral therapy in low- and middle-income countries at the end of 2010?(UNAIDS)

60%—79%ArgentinaBrazilCosta RicaDominican RepEcuador

Ethiopia

Georgia

Kenya

Mexico

Paraguay

Romania

Swaziland

Thailand

Uruguay

Zambia

>80% Botswana Cambodia Chile Comoros Croatia

Cuba

Guyana

Namibia

Nicaragua

Rwanda

Slovakia

 

Brasiliens hochgelobte Aids-Politik: Öffentliche Proteste landesweit gegen das Fehlen von mindestens vier Medikamenten des Aids-Cocktails, laut nationalen Medien. “Für die Infizierten ist es das Todesurteil, die sterben dann eben weg.” Indianer und Aids. **(2010)

Wie es heißt, fehlen die Medikamente Abacavir, Lamivudina, Nevirapina, Zidovudina, Efavirenz. “Das ist die Zerstörung eines als beispielhaft bezeichneten Programms”, sagte William Amaral, Leiter eines Forums von Aids-NGO in Rio de Janeiro gegenüber der Presse. ” Aids-Medikamente fehlten keineswegs zum erstenmal. Angesichts der zunehmend heftigeren Kritik in Brasilien an der nationalen Aids-Bekämpfung nimmt in Mitteleuropa das Lob an Brasilias Aids-Politik weiter zu.

Katholische Aids-Expertin im Website-Interview in Manaus: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/fehlende-aidsmedikamente-in-brasilien-fehlende-arzte-fur-aidskranke-fur-die-infizierten-ist-es-das-todesurteil-die-sterben-dann-eben-weg-kritik-von-experten-und-kirche/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/03/fehlende-aids-medikamente-in-brasilien-aids-ngo-beklagen-seit-jahren-mangelhafte-medizinische-versorgung-von-infizierten/

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José Francisco in Sao Paulo beim Website-Interview.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/22/der-papst-und-die-kondome-fortdauernde-desinformation-uber-katholische-praxis-bei-aids-pravention-kirchliche-kondomverteilung-seit-16-jahren-in-brasilien-dem-grosten-katholischen-land-unterstellt/

Franziskaner José Francisco – Hintergrund:

Aids-Tod und fehlende Aids-Medikamente in Brasilien: Franziskaner und Aids-NGO beklagen seit Jahren mangelhafte medizinische Versorgung von Infizierten. ”Wahrheit über Aids-Epidemie wird versteckt”.

In europäischen Medien wird seit Jahren das staatliche brasilianische Aids-Programm als vorbildlich hingestellt und zudem behauptet, die Gratis-Versorgung  Aids-Infizierter mit dem Medikamenten-Cocktail sei garantiert. Wie der für die Sozialprojekte der Franziskaner Sao Paulos verantwortliche Ordensbruder José Francisco dos Santos gegenüber dieser Website erklärte, trifft dies nur teilweise zu, sterben deshalb Aids-Patienten, die den Medikamenten-Cocktail unbedingt ganz regelmäßig einnehmen müssen.

Laut Frei Santos war die Medikamentenversorgung der Aidspatienten 2007 im reichsten brasilianischen Teilstaat Sao Paulo so schlecht, daß über einen Monat der Medikamenten-Cocktail schlichtweg nicht ausgeteilt wurde. Die Franziskaner und Aids-NGO seien daraufhin Ende 2007 gegen die Regierung vor Gericht gezogen, um die Einhaltung des entsprechenden Gesundheitsgesetzes zu erreichen. Die brasilianischen Aids-Statistiken seien sehr ungenau, die wahre Datenlage werde versteckt. Es existiere verständlicherweise kein politisches Interesse, die Wahrheit über die Aids-Situation offenzulegen. Die behauptete Qualität der Aidspatienten-Versorgung existiere nicht. Aids betreffe in Brasilien heute vor allem die Armen. Wenn indessen jemand an einer Krankheit sterbe, die er sich durch die Immunschwäche zugezogen habe, werde Aids auf dem Totenschein nicht als Todesursache benannt, sei nur zu oft  gar nicht bekannt, daß er Aids-infiziert gewesen sei.

Bereits 2006 hatte das auf Aidspatienten spezialisierte Hospital ”Gaffrée e Guinle” in Rio de Janeiro gegenüber der Presse beklagt, daß wegen fehlender Medikamente Aids-Kranke sterben. Es fehlten sogar nötige Antibiotika.

Presse-Zitat von 2008 über fehlende Aids-Medikamente, was bei Betroffenen zu schweren Konsequenzen und sogar zum Tode führen könne: Segundo a direçáo do órgáo, oito remédios para doenças infecciosas e anti-retrovirais que integram o coquetel antiaids estáo em falta. ”Pelo menos metade desses medicamentos sáo de uso contínuo, o que significa que a interrupçáo do uso, segundo especialistas, pode provocar graves conseqüências à saúde e até levar à morte, afirma Caetano. Já nas unidades básicas de saúde do município outros cinco remédios também estáo em falta, alguns desde março.

Indianer und Aids, Manaus, 2009:

Gerade ist eine Patientin des Pastoralzentrums gestorben –  eine Indianerin. Über eine halbe Million Indios gibt es in Brasilien “ etwa die Hälfte lebt bereits in Großstädten wie Manaus am Rio Negro –  fast durchweg in Slums. Die brasilianischen Aidsexperten nennen die Präventionsarbeit bei Indiostämmen besonders schwierig. Kondome würden aus soziokulturellen Gründen, vor allem der Mannesehre, gewöhnlich abgelehnt. Krankheiten wie Aids und Tuberkulose schreibe man dem Wirken böser Geister aus der übernatürlichen Welt zu, hoffe auf Heilung durch den Schamanen. Zudem existiere das Problem der Promiskuität, der häuslichen, der sexuellen Gewalt auch unter den Indios, könne sich eine Indianerfrau schwerlich gegen einen Mann durchsetzen, der kein Kondom wolle. Indianerinnen arbeiteten als Prostituierte. Indianer und Indianerinnen, die zu evangelikalen Sekten übertreten, sagen: ”Wegen meiner Religion kriege ich kein Aids, sind weder Aidstests noch Kondome nötig. Jesus heilt – Halleluja!”

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/23/yanomami-runddorf-demini-video-anklicken-amazonas-musiktheater-munchner-biennale-2010/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/05/die-aids-epidemie-in-brasilien-ist-nicht-unter-kontrolle-analia-maria-de-paula-leiterin-der-bischoflichen-aids-pastoral-in-nordbrasilien-gesichter-brasiliens/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/19/aids-und-die-praventive-funktion-von-kondomen-in-brasilien-die-halluzinierenden-nachte-der-kamikazeas-alucinantes-noites-dos-camicases-nachrichtenmagazin-veja-sexualpraktiken-bisexual/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/22/viele-aids-infizierte-brasilien-stecken-aus-rache-und-wutgefuhlen-heraus-sowie-aus-bosartigkeit-ganz-bewust-andere-menschen-mit-dem-hiv-virus-an-patienten-des-franziskaner-aids-projekts-in-sao-pa/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/19/355-brasilianer-haben-aids-ohne-es-zu-wissen-laut-offizieller-regierungsschatzunggewohnlich-viel-zu-niedrig/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/analsex-haufig-erste-sexuelle-erfahrung-von-mannlichen-jugendlichen-in-brasilien-troca-troca-brasil-ato-sexual-em-que-parceiros-masculinos-se-alternam-na-penetracao-anal/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/Laut Landesmedien durchläuft Brasiliens Gesundheitswesen eine “gravierende Krise”, wurden in den letzten zehn Jahren 45,9 Milliarden Real, die für das Gesundheitswesen bestimmt waren, in Wirklichkeit garnicht investiert.  Brasiliens privates Gesundheitswesen für die Bessergestellten habe viermal mehr Ärzte als das öffentliche Gesundheitswesen für die übergroße Mehrheit der Brasilianer.

Entsprechend groß ist das Lob für Brasiliens Sozialpolitik aus neoliberalen Ländern Mitteleuropas. 

http://www.adveniat.de/blog/?p=960

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/brasiliens-heranwachsende-in-extremer-armut-zahl-zunehmend-laut-neuer-unicef-studie-acht-jahre-lula-rousseff-regierung-und-resultate/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/18/brasiliens-brutale-sozialkontraste-lula-ist-nacktfolha-de-sao-paulo/

Leonardo Boff 2010 :“Lula machte die größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung, ethische Politik.“ 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/03/brasiliens-soziale-ungleichheit-laut-uno-index-2011-fur-menschliche-entwicklung-nur-platz-97-betonen-landesmedien/

Lulas Krebsbehandlung:

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/03/brasilien-lulas-krebsbehandlungsirio-libanes-fur-allefolha-de-sao-paulo-zur-therapie-im-teuren-elite-krankenhaus-sao-paulos/

Lula über öffentliches Gesundheitswesen SUS:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/01/campanha-lula-no-sus-youtube-anklicken-gabe-es-sus-in-den-usa-ware-das-gut-fur-die-armenlula/

Sao Paulos Favela Cachoeirinha Sao Paulo 2011 – 70000 Bewohner, nicht einmal ein Gesundheitsposten, seit Jahren auch von der katholischen Kirche gefordert.

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Der soziale Aufstieg von Lula: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/30/boomland-brasilien-stahl-flaute-stagnation-bei-olforderung-industriellenkritik-an-wachstumshemmender-hochzinspolitik/

Die erfolgreiche Auslandspropaganda und der Soziologe Claudio Monteiro, Leiter der katholischen Aids-Pastoral in Sao Paulo 2010:  “Als Folge von Aids sterben in Brasilien jährlich weit mehr als die laut amtlicher Schätzung angegebenen rund 11000 Personen – die Dunkelziffer ist hoch”, so Monteiro im Website-Interview. “Die Feststellung und Registrierung der Todesursachen muß stark verbessert werden. Wegen fehlender Medikamente für den Aids-Cocktail sterben nach wie vor zahlreiche Menschen. Derzeit nimmt Aids besonders in Städten bis 50000 Einwohner zu.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 10. Mai 2009 um 05:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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