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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Sextourismus</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Sextourismus in Brasilien, Warnung:&#8220;If you´re looking for sex tourism, we´ve already booked the best room in town.&#8220; (Flughafen in Sao Paulo)</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 16:57:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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		<description><![CDATA[Laut Bundespolizei wird derzeit gegen ein nordamerikanisches Reiseunternehmen(Wet-A-Line-Tours) ermittelt, das ausländischen Amazonasbesuchern auch Sextourismus vermittelte &#8211;  die &#8222;New York Times&#8220; griff den Fall jetzt auf.  Wie eine an den Ermittlungen beteiligte nordamerikanische Anwältin betonte, überholt Brasilien Thailand als Hauptland für Sextourismus.  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/ Hintergrund Kirche und Sexualität: In Brasilien, dem größten katholischen Land der Welt, hat [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/07/sextourismuspostersp.JPG" alt="sextourismuspostersp.JPG" /></p>
<p><strong>Laut Bundespolizei wird derzeit gegen ein nordamerikanisches Reiseunternehmen(Wet-A-Line-Tours) ermittelt, das ausländischen Amazonasbesuchern auch Sextourismus vermittelte &#8211;  die &#8222;New York Times&#8220; griff den Fall jetzt auf.  Wie eine an den Ermittlungen beteiligte nordamerikanische Anwältin betonte, überholt Brasilien Thailand als Hauptland für Sextourismus.  </strong></p>
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<p><strong>Hintergrund Kirche und Sexualität:</strong></p>
<p><span id="more-10003"></span></p>
<p><strong>In Brasilien, dem größten katholischen Land der Welt, hat sich der angesehene Bischof Amaury Castanho gegen eine absurd verantwortungslose, unethische, kommerzielle Sex-Verherrlichung gewandt &#8211; wie sie in Europa nicht anzutreffen sei.  Die Folgen für den Einzelnen, die Familie, die ganze Gesellschaft seien gravierend &#8211; schließlich begünstige der übersteigerte Sex-und Pornographie-Kult auch Vergewaltigungen, Pädophilie. Bischof Amaury Castanhos Stimme, seine Warnungen werden in Brasilien gehört &#8211; er zählt zu den Journalisten der Bischofskonferenz CNBB. Seine Diözese der Großstadt Jundiai liegt in Brasiliens politisch-wirtschaftlich führendem Teilstaat Sao Paulo &#8211; der Industrielokomotive ganz Lateinamerikas, mit weit über tausend deutschen Unternehmen, von VW bis BASF und Daimler-Benz.</strong></p>
<p><strong>Bischof Amaury Castanho gilt bei den Priestern seiner Diözese als Workoholic, als einer, der die Vorgänge, die Veränderungen in seiner Region, in Brasilien, überhaupt in der Welt besonders scharf beobachtet, analysiert, als gelernter Journalist beschreibt, auffällig engen Kontakt zu den Menschen von Jundiai hält, über deren Sorgen bestens im Bilde ist. Daß Castanho gerade das Thema Sex aufgreift, ist nicht zufällig &#8211; abgesehen von den Geistlichen, den Pädagogen, haben sehr viele Eltern und natürlich die Heranwachsenden damit ihre Probleme, wenden sich an ihn, erwarten klare Antworten. Und bekommen sie auch:</strong></p>
<p><strong>“Sex, Sexualität ist etwas Positives, Gutes, ein Wert &#8211; eine Gabe der Natur, eine Gabe Gottes &#8211; etwas Edles. Sex zielt auf die legitime Befriedigung der Lust, des Fortpflanzungstriebs. Doch Sex existiert aus christlicher Sicht eben nicht nur des Sexes wegen, wie es heute massiv propagiert wird. Ein Sex-Kult, die Suche nach Lust um der Lust willen &#8211; eine grenzenlose Ausbeutung des Erotischen, des Pornographischen &#8211; als Ware, zum Verhökern. Bier, Zigaretten, Autos werden in der Propaganda zusammen mit halbnackten Frauen angepriesen &#8211; die Massenmedien nutzen die Übersteigerung des Sex, der Pornographie zur Verkaufsförderung. Ich glaube, wir sind derzeit in einer Phase des Pansexualismus &#8211; die Geschichte bewegt sich in eine Richtung wie vor Christus, im römischen Imperium.  Wir sehen eine Umkehrung der Werte.”</strong></p>
<p><strong>Bischof Castanho bemerkt viel Pharisäertum, Scheinheiligkeit, Zynismus. Einerseits fördert die Gesellschaft diesen überdrehten Sex-und Pornographie-Kult &#8211; oder verhält sich zumindest passiv &#8211; beklagt dann aber lautstark den Zerfall der Verhaltensnormen, die Zerstörung der Familien, zunehmende auch sexuelle Gewalt gegen Mädchen, Frauen, dazu verfrühte Sexualität, ausufernde Kinderprostitution.</strong></p>
<p><strong>“Überall sieht man die Resultate &#8211; im Leben des Einzelnen und der Ehen, der Familien &#8211; und selbst im Leben der Kirche.”</strong></p>
<p><strong>Überall die Ersatzbefriedigung von Ersatzbedürfnissen &#8211; Bischof Castanho macht besonders das Fernsehen für die Situation, den Wertewandel verantwortlich.</strong></p>
<p><strong>“Unser TV ist technologisch hochmodern &#8211; aber was die Wertevermittlung betrifft, das denkbar schlechteste. Anders als in Europa sieht hier in Brasilien ein aufgewecktes Kind vorm Schlafengehen, zur besten Sendezeit Dinge, für die es psychisch noch nicht vorbereitet ist, noch ohne ohne kritisches Bewußtsein.”</strong></p>
<p><strong>Gelingt es Brasiliens Kirche, in irgendeiner Weise gegenzusteuern? Schließlich gibt es anders als in Deutschland sehr viele katholische Radiosender, katholisches Fernsehen.</strong></p>
<p><strong>“Wir wollen Orientierung geben, jungen Menschen, aber auch den Ehepaaren &#8211; uns geht es um den Respekt vor dem eigenen Körper &#8211; und gerade um die Aufwertung der menschlichen Sexualität. Doch in einem solchen gesellschaftlichen Ambiente ist das sehr, sehr schwierig.  Denn ein einziges abendliches Kapitel einer Fernsehserie von TV Globo, dem quotenstärksten Privatsender Brasiliens, macht nicht selten unsere jahrelange Bildungsarbeit etwa mit Jugendlichen zunichte, anulliert alles. Bildung zu vermitteln, ist heute weit schwieriger als vor fünfzig, hundert Jahren. Und eine so erotisierte, so geprägte Gesellschaft fördert letztlich eben Vergewaltigungen, Pädophilie.”</strong></p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/24/kinderpornographie-brasilien-ist-viertgroster-lieferant-weltweit-unzureichende-bekampfung-unter-lula-kritisiert/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/24/kinderpornographie-brasilien-ist-viertgroster-lieferant-weltweit-unzureichende-bekampfung-unter-lula-kritisiert/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-anklicken/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-anklicken/</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/24/kinderpornographie-brasilien-ist-viertgroster-lieferant-weltweit-unzureichende-bekampfung-unter-lula-kritisiert/"><br />
</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Afrikanische Union verurteilt Libyen-Intervention, stellen Brasiliens Landesmedien heraus. &#8222;Westen schafft neue Iraks.&#8220; Durch Bombardements ausgelöste Flüchtlingsdramen. Irakkrieg und Sextourismus in Rio. Wikileaks-Video.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/06/afrikanische-union-verurteilt-libyen-intervention-stellen-brasiliens-landesmedien-heraus-westen-schafft-neue-iraks/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 12:20:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Brasiliens wichtigste Qualitätszeitung &#8222;Estado de Sao Paulo&#8220; berichtet exklusiv von einer Pressekonferenz mit dem derzeitigen Präsidenten  der Afrikanischen Union, Teodoro NGuema, nach dessen Worten Afrika keine ausländische Intervention nötig habe. &#8222;Libyen hat interne Probleme. Wir verurteilen die Militärintervention  und erbitten einen sofortigen Waffenstillstand. Wir brauchen nicht einen weiteren Irak.&#8220; Die Qualitätszeitung stellt heraus, daß das [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Brasiliens wichtigste Qualitätszeitung &#8222;Estado de Sao Paulo&#8220; berichtet exklusiv von einer Pressekonferenz mit dem derzeitigen Präsidenten  der Afrikanischen Union, Teodoro NGuema, nach dessen Worten Afrika keine ausländische Intervention nötig habe. &#8222;Libyen hat interne Probleme. Wir verurteilen die Militärintervention  und erbitten einen sofortigen Waffenstillstand. Wir brauchen nicht einen weiteren Irak.&#8220;</strong></p>
<p><strong>Die Qualitätszeitung stellt heraus, daß das libysche Erdöl qualitativ hochwertiger als in den anderen arabischen Ländern sei. Die wichtigsten Ölquellen Libyens befänden sich just in jenem Landesteil, der heute von den Rebellen kontrolliert werde. </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/libyenkrieg-streit-der-westlichen-machte-um-strategische-ressourcen-darunter-erdol-zahlt-zu-motiven-betont-brasilianischer-politikwissenschaftler-jose-luis-fiori-in-folha-de-sao-paulo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/libyenkrieg-streit-der-westlichen-machte-um-strategische-ressourcen-darunter-erdol-zahlt-zu-motiven-betont-brasilianischer-politikwissenschaftler-jose-luis-fiori-in-folha-de-sao-paulo/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/rafaleriolaad.JPG" alt="rafaleriolaad.JPG" /></p>
<p>Rafale-Werbung in Rio, während des Libyenkriegs, April 2011. Ausriß.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/06/libyenkrieg-westliche-medien-bestatigen-jetzt-fruhere-vatikanangaben-uber-fluchtlingsdramen-wegen-bombardements-fluchtlingsboot-aus-libyen-gekentert-offenbar-viele-tote/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/06/libyenkrieg-westliche-medien-bestatigen-jetzt-fruhere-vatikanangaben-uber-fluchtlingsdramen-wegen-bombardements-fluchtlingsboot-aus-libyen-gekentert-offenbar-viele-tote/</a></p>
<p><strong>Wikileaks-Video aus Irakkrieg:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/wikileaks-video-aus-dem-irakkrieg-anklicken/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/wikileaks-video-aus-dem-irakkrieg-anklicken/</a></p>
<p><strong>Hintergrund Irakkrieg und Sextourismus in Rio de Janeiro(2007):</strong></p>
<p><strong>“US-Militärs als Sextouristen machen Negativschlagzeilen</strong></p>
<p><strong><br />
</strong><span id="more-9261"></span><strong> Seit Beginn des Kriegs gegen den Irak bemerkte man sie immer häufiger am   Zuckerhut, im Vietnamkrieg flogen sie von Saigon nach Bangkok ein &#8211;   Artilleristen, Elite-Scharfschützen, Panzerbesatzungen, Bomber-und   Hubschrauberpiloten, reichlich Offiziere. Inzwischen sind sie sogar in   der jetzigen Sommer-Hochsaison im Gewimmel an den Rio-Stränden nicht   mehr zu übersehen.</strong></p>
<p><strong>Die Stadtregierung und ihre Tourismusverantwortlichen sind gar nicht erfreut, daß die Soldaten als Sextouristen auffallen.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/</a></p>
<p><strong><br />
</strong><strong> Der Strand von Ipanema  zählt zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten der  Zuckerhutmetropole  –und im weltbekannten Bossa-Nova namens „Girl from  Ipanema“ wird die  Schönheit und Sinnlichkeit der Frauen des schicken,  noblen  Strandviertels treffend und poetisch besungen.<br />
In diesen Tagen sonnen sie sich zu Tausenden am Atlantikstrand und haben   unter ihren Bewunderern auffällig viele US-Militärs. Zumeist   wohltrainierte, muskulöse Männer mit kurzem Militärhaarschnitt,   auffälligen Tätowierungen, an denen man häufig ihre Waffengattungen   erkennt. Erstmals machen die Soldaten in Brasilien Schlagzeilen, sind in   Rio de Janeiro Stadtgespräch, weil sie „turismo sexual“ betreiben, als   zahlungskräftige Gäste nicht nur in den exklusivsten Bars, Nachtclubs   und Restaurants, sondern auch in den Ipanema-Bordellen und der   berüchtigten Prostituierten-Großdiskothek „Help“ an der Copacabana gern   gesehen sind. Bereits vor der Diskothek, auf dem Pflaster, bieten sich   auch junge schwangere Mulattinnen, in knappstem Glitter-Bikini,   hochhackigen Metallic-Sandalen nicht nur den Soldaten an, feilschen um   den besten Preis.<br />
„Nach dem Irak – „welcome to Rio“, titelt eine Qualitätszeitung – und   eine andere: „Die Truppe auf der Suche nach Sex provoziert Polemik“.<br />
“Wir wollen, daß die amerikanischen Soldaten ebenso wie alle anderen   ausländischen Touristen wegen der Naturschönheiten, wegen des Karnevals   oder unserer restaurierten Altstadt herkommen“, erklärt Rios   Fremdenverkehrsbehörde. „Unter den ausländischen Gästen haben die   US-Amerikaner mit 21 Prozent den größten Anteil, und da sie hier viel   Geld ausgeben, werben wir um sie besonders. Aber Soldaten als   Sextouristen wollen wir hier nicht.“<br />
Daß US-Militärs vorrangig wegen Frauen und Sex nach Rio fliegen, hat   indessen gemäß den Medienberichten bereits zu Verstimmung zwischen den   Autoritäten Brasiliens und der Vereinigten Staaten geführt. Die   Regierung des Teilstaates Rio de Janeiro schaltete das Außenministerium   in Brasilia ein, um zu erfahren, auf welche Weise die Soldaten ein   Einreisevisum erhalten. Den Angaben zufolge hat das nordamerikanische   Konsulat in Rio unterdessen bestätigt, daß Washington den im Irak   eingesetzten Militärs den Fronturlaub finanziert. Für Sextourismus   würden indessen keine Regierungsgelder ausgegeben.<br />
Seit dem Beginn des Irakkriegs, so heißt es, habe sich die Zahl der nordamerikanischen Soldaten in Rio vervierfacht.<br />
Ausdrücklich kritisiert wird das Reisebüro „Tours gone Wild“ in Miami.   Es hat sich offenbar besonders auf die Soldatenkundschaft spezialisiert   und wirbt auf seiner Website mit zahlreichen Fotos von Frauen Rios in   aufreizenden Posen.<br />
“Diese Art von Propaganda für Rio verurteilen wir scharf“, betont die   Fremdenverkehrsbehörde. „Wir werden jetzt gemeinsam mit dem   brasilianischen Tourismusministerium eine neue Kampagne gegen   Sextourismus starten, die jedoch nicht nur auf die Soldaten aus den USA,   sondern generell auf alle Urlauber zielt. Denn Brasilianer sind   schließlich auch unter den Sextouristen.“<br />
Gemäß brasilianischen Sozialwissenschaftlerinnen, die Untersuchungen   über Prostitution führen, sind entgegen landläufiger Auffassung die   Sextouristen hauptsächlich brasilianische Männer – Ausländer stellten   nur einen geringen Bruchteil.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wikileaks-Video aus dem Irakkrieg &#8211; anklicken. Der Tod des Journalisten in Bagdad&#8230;NATO-Luftangriffe bewirken Massen-Fluchtbewegungen in Libyen, laut Vatikan. Psychologische Kriegführung. Irakkrieg und Sextourismus in Rio de Janeiro.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/wikileaks-video-aus-dem-irakkrieg-anklicken/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 13:29:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[https://www.youtube.com/watch?v=HfvFpT-iypw &#8222;Vorgeschobene Kriegsgründe&#8220; &#8211; Der Spiegel:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/vorgeschobene-kriegsgrunde-us-sympathisanten-der-union-in-der-klemme-der-spiegel-zum-irak-krieg-die-bedrohung-durch-saddam-hussein-und-seine-massenvernichtungswaffen-ist-real/ http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/libyenkrieg-streit-der-westlichen-machte-um-strategische-ressourcen-darunter-erdol-zahlt-zu-motiven-betont-brasilianischer-politikwissenschaftler-jose-luis-fiori-in-folha-de-sao-paulo/ Luftangriffe und Massenflucht:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/brasiliens-medien-bestatigen-vatikanangaben-uber-starke-fluchtwelle-wegen-nato-bombardements-in-libyen/ http://das-blaettchen.de/2011/04/obama-in-brasilien-4185.html Soldaten und Sextourismus:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/ Jugoslawienkrieg:  http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/ “Gaddafi, Märtyrer.” http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/24/gaddafis-tod-es-war-kaltblutiger-mord-brasiliens-befreiungstheologerischer-padre-haroldo-coelho-in-fortalezaceara-im-website-interview-solche-rasch-wachsenden-elendsviertel-wie-in-fortalez/ Ukraine und Edward Snowden:  http://www.hart-brasilientexte.de/2014/03/07/ukraine-2014-und-edward-snowden/]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=HfvFpT-iypw">https://www.youtube.com/watch?v=HfvFpT-iypw</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/wikileakssp1.JPG" alt="wikileakssp1.JPG" /></p>
<p><strong>&#8222;Vorgeschobene Kriegsgründe&#8220; &#8211; Der Spiegel:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/vorgeschobene-kriegsgrunde-us-sympathisanten-der-union-in-der-klemme-der-spiegel-zum-irak-krieg-die-bedrohung-durch-saddam-hussein-und-seine-massenvernichtungswaffen-ist-real/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/vorgeschobene-kriegsgrunde-us-sympathisanten-der-union-in-der-klemme-der-spiegel-zum-irak-krieg-die-bedrohung-durch-saddam-hussein-und-seine-massenvernichtungswaffen-ist-real/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/libyenkrieg-streit-der-westlichen-machte-um-strategische-ressourcen-darunter-erdol-zahlt-zu-motiven-betont-brasilianischer-politikwissenschaftler-jose-luis-fiori-in-folha-de-sao-paulo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/libyenkrieg-streit-der-westlichen-machte-um-strategische-ressourcen-darunter-erdol-zahlt-zu-motiven-betont-brasilianischer-politikwissenschaftler-jose-luis-fiori-in-folha-de-sao-paulo/</a></p>
<p><strong>Luftangriffe und Massenflucht:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/brasiliens-medien-bestatigen-vatikanangaben-uber-starke-fluchtwelle-wegen-nato-bombardements-in-libyen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/brasiliens-medien-bestatigen-vatikanangaben-uber-starke-fluchtwelle-wegen-nato-bombardements-in-libyen/</a></p>
<p><a href="http://das-blaettchen.de/2011/04/obama-in-brasilien-4185.html">http://das-blaettchen.de/2011/04/obama-in-brasilien-4185.html</a></p>
<p><strong>Soldaten und Sextourismus:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/</a></p>
<p><strong>Jugoslawienkrieg:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/haroldocoelhomartir.JPG" alt="haroldocoelhomartir.JPG" /></p>
<p><strong>“Gaddafi, Märtyrer.” </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/24/gaddafis-tod-es-war-kaltblutiger-mord-brasiliens-befreiungstheologerischer-padre-haroldo-coelho-in-fortalezaceara-im-website-interview-solche-rasch-wachsenden-elendsviertel-wie-in-fortalez/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/24/gaddafis-tod-es-war-kaltblutiger-mord-brasiliens-befreiungstheologerischer-padre-haroldo-coelho-in-fortalezaceara-im-website-interview-solche-rasch-wachsenden-elendsviertel-wie-in-fortalez/</strong></a></p>
<p><strong>Ukraine und Edward Snowden: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2014/03/07/ukraine-2014-und-edward-snowden/">http://www.hart-brasilientexte.de/2014/03/07/ukraine-2014-und-edward-snowden/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Katholische Friedensbewegung Pax Christi kritisiert Libyen-Intervention.  “At least 40 civilians killed in ‘humanitarian’ airstrikes, bishop says.” Catholic News Service, Vatican City. Brasilianischer Franziskaner verurteilt Tötung libyscher Zivilisten durch Luftangriffe. &#8222;Bestrafung der Täter, rasche Wiedergutmachung.&#8220;</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/katholische-friedensbewegung-pax-christi-kritisiert-libyen-intervention/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/katholische-friedensbewegung-pax-christi-kritisiert-libyen-intervention/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 16:35:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[http://www.paxchristi.de/news/kurzmeldungen/one.news.km/index.html?entry=page.news.km.739 http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/at-least-40-civilians-killed-in-humanitarian-airstrikes-bishop-says-catholic-news-service-vatican-city/ Franziskaner zum Libyen-Bombardement:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/ Süddeutsche Zeitung: &#8222;Bischof beklagt zivile Opfer der Luftangriffe in Libyen Der Apostolische Vikar von Tripolis erhebt Vorwürfe gegen die Alliierten: Deren Luftangriffe seien angeblich humanitär, hätten in der libyschen Hauptstadt aber mindestens 40 Menschen getötet. Die Nato prüft den Fall &#8211; eine Bestätigung gebe es bislang nicht.&#8220; Zivilisten-Vernichtung: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.paxchristi.de/news/kurzmeldungen/one.news.km/index.html?entry=page.news.km.739">http://www.paxchristi.de/news/kurzmeldungen/one.news.km/index.html?entry=page.news.km.739</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/at-least-40-civilians-killed-in-humanitarian-airstrikes-bishop-says-catholic-news-service-vatican-city/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/at-least-40-civilians-killed-in-humanitarian-airstrikes-bishop-says-catholic-news-service-vatican-city/</a></p>
<p><strong>Franziskaner zum Libyen-Bombardement: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/</a></p>
<p><!--[if gte mso 9]&amp;gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &amp;lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&amp;gt;     &amp;lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&amp;gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &amp;lt;![endif]--></p>
<p><strong>Süddeutsche Zeitung: &#8222;Bischof beklagt zivile Opfer der Luftangriffe in Libyen</strong></p>
<p><strong>Der Apostolische Vikar von Tripolis erhebt Vorwürfe gegen die Alliierten: Deren Luftangriffe seien angeblich humanitär, hätten in der libyschen Hauptstadt aber mindestens 40 Menschen getötet. Die Nato prüft den Fall &#8211; eine Bestätigung gebe es bislang nicht.&#8220;</strong></p>
<p><a href="../2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/"><strong>Zivilisten-Vernichtung: </strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/libyenprotest6.JPG" alt="libyenprotest6.JPG" /></p>
<p><strong>Islamische Würdenträger bei Protesten in Sao Paulo gegen Libyenkrieg.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/protest-in-sao-paulo-gegen-libyen-krieg-zumeist-araber-und-arabischstammige-islamische-wurdentrager-verurteilen-zudem-gewalt-in-bahrein-jemen-saudi-arabien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/protest-in-sao-paulo-gegen-libyen-krieg-zumeist-araber-und-arabischstammige-islamische-wurdentrager-verurteilen-zudem-gewalt-in-bahrein-jemen-saudi-arabien/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Brasiliens Medienkonzern Globo über Zivilisten-Vernichtung in Libyen &#8211; 7 Tote, 25 Verwundete. &#8222;Ataque aéreo da coalizão na Líbia deixou 7 civis mortos, diz médico&#8220;. Irakkrieg und Sextourismus in Rio de Janeiro. &#8222;RIO GONE WILD PACKAGE&#8220;.  &#8222;Governo federal vai investigar turismo sexual por soldados americanos no Rio.&#8220;</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 15:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[]]></category>
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		<description><![CDATA[http://g1.globo.com/mundo/noticia/2011/04/ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico.html “Shortnews: Libyen: 100 tote Zivilisten durch Alliierte Luftschläge” (Nachrichtenschlagzeile)http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/at-least-40-civilians-killed-in-humanitarian-airstrikes-bishop-says-catholic-news-service-vatican-city/ http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/12/befreiungstheologe-frei-betto-zwischen-1898-und-1994-haben-die-usa-48-lateinamerikanische-regierungen-gesturzt-unter-ihnen-die-von-joao-goulart-1964-in-brasilien/ &#8222;Der Apostolische Vikar in Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli, hat die Angriffe der Alliierten auf Libyen scharf verurteilt.&#8220; Radio Vatikan. (Obama-Entschuldigung wegen Koran-Verbrennung &#8211; keine Entschuldigung wegen Zivilisten-Tötung von Libyen in Sicht&#8230;) Franziskaner zum Libyen-Bombardement:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/ Massen-Fluchtbewegungen durch Luftangriffe:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/brasiliens-medien-bestatigen-vatikanangaben-uber-starke-fluchtwelle-wegen-nato-bombardements-in-libyen/ http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/vatikan-fur-rasches-ende-des-libyenkriegs-groses-interesse-im-grosten-katholischen-land-brasilien/ http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/protest-in-sao-paulo-gegen-libyen-krieg-zumeist-araber-und-arabischstammige-islamische-wurdentrager-verurteilen-zudem-gewalt-in-bahrein-jemen-saudi-arabien/ Militäreinsatz-Abstimmung an [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://g1.globo.com/mundo/noticia/2011/04/ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico.html">http://g1.globo.com/mundo/noticia/2011/04/ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico.html</a></p>
<p><strong>“Shortnews: Libyen: 100 tote Zivilisten durch Alliierte Luftschläge” (Nachrichtenschlagzeile)</strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/at-least-40-civilians-killed-in-humanitarian-airstrikes-bishop-says-catholic-news-service-vatican-city/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/at-least-40-civilians-killed-in-humanitarian-airstrikes-bishop-says-catholic-news-service-vatican-city/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/12/befreiungstheologe-frei-betto-zwischen-1898-und-1994-haben-die-usa-48-lateinamerikanische-regierungen-gesturzt-unter-ihnen-die-von-joao-goulart-1964-in-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/12/befreiungstheologe-frei-betto-zwischen-1898-und-1994-haben-die-usa-48-lateinamerikanische-regierungen-gesturzt-unter-ihnen-die-von-joao-goulart-1964-in-brasilien/</strong></a></p>
<p><!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><strong>&#8222;Der Apostolische Vikar in Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli, hat die Angriffe der Alliierten auf Libyen scharf verurteilt.&#8220; Radio Vatikan.</strong></p>
<p><strong>(Obama-Entschuldigung wegen Koran-Verbrennung &#8211; keine Entschuldigung wegen Zivilisten-Tötung von Libyen in Sicht&#8230;)</strong></p>
<p><strong>Franziskaner zum Libyen-Bombardement:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/</a></p>
<p><strong>Massen-Fluchtbewegungen durch Luftangriffe:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/brasiliens-medien-bestatigen-vatikanangaben-uber-starke-fluchtwelle-wegen-nato-bombardements-in-libyen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/brasiliens-medien-bestatigen-vatikanangaben-uber-starke-fluchtwelle-wegen-nato-bombardements-in-libyen/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/vatikan-fur-rasches-ende-des-libyenkriegs-groses-interesse-im-grosten-katholischen-land-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/vatikan-fur-rasches-ende-des-libyenkriegs-groses-interesse-im-grosten-katholischen-land-brasilien/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/libyenprotest4.JPG" alt="libyenprotest4.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/protest-in-sao-paulo-gegen-libyen-krieg-zumeist-araber-und-arabischstammige-islamische-wurdentrager-verurteilen-zudem-gewalt-in-bahrein-jemen-saudi-arabien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/protest-in-sao-paulo-gegen-libyen-krieg-zumeist-araber-und-arabischstammige-islamische-wurdentrager-verurteilen-zudem-gewalt-in-bahrein-jemen-saudi-arabien/</a></p>
<p><strong>Militäreinsatz-Abstimmung an der Copacabana:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/21/obama-und-der-libyen-einsatz-militarische-abstimmung-vom-marriott-hotel-an-der-copacana-aus-laut-landesmedien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/21/obama-und-der-libyen-einsatz-militarische-abstimmung-vom-marriott-hotel-an-der-copacana-aus-laut-landesmedien/</a></p>
<p><span id="more-9208"></span></p>
<p><strong>Hintergrund Irakkrieg und Sextourismus in Rio de Janeiro(2007):</strong></p>
<p><strong>&#8222;US-Militärs als Sextouristen machen Negativschlagzeilen<br />
Seit Beginn des Kriegs gegen den Irak bemerkte man sie immer häufiger am  Zuckerhut, im Vietnamkrieg flogen sie von Saigon nach Bangkok ein &#8211;  Artilleristen, Elite-Scharfschützen, Panzerbesatzungen, Bomber-und  Hubschrauberpiloten, reichlich Offiziere. Inzwischen sind sie sogar in  der jetzigen Sommer-Hochsaison im Gewimmel an den Rio-Stränden nicht  mehr zu übersehen.</strong></p>
<p><strong>Die Stadtregierung und ihre Tourismusverantwortlichen sind gar nicht erfreut, daß die Soldaten als Sextouristen auffallen.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/</a></p>
<p><strong><br />
</strong><!--more--><strong> Der Strand von Ipanema zählt zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten der  Zuckerhutmetropole –und im weltbekannten Bossa-Nova namens „Girl from  Ipanema“ wird die Schönheit und Sinnlichkeit der Frauen des schicken,  noblen Strandviertels treffend und poetisch besungen.<br />
In diesen Tagen sonnen sie sich zu Tausenden am Atlantikstrand und haben  unter ihren Bewunderern auffällig viele US-Militärs. Zumeist  wohltrainierte, muskulöse Männer mit kurzem Militärhaarschnitt,  auffälligen Tätowierungen, an denen man häufig ihre Waffengattungen  erkennt. Erstmals machen die Soldaten in Brasilien Schlagzeilen, sind in  Rio de Janeiro Stadtgespräch, weil sie „turismo sexual“ betreiben, als  zahlungskräftige Gäste nicht nur in den exklusivsten Bars, Nachtclubs  und Restaurants, sondern auch in den Ipanema-Bordellen und der  berüchtigten Prostituierten-Großdiskothek „Help“ an der Copacabana gern  gesehen sind. Bereits vor der Diskothek, auf dem Pflaster, bieten sich  auch junge schwangere Mulattinnen, in knappstem Glitter-Bikini,  hochhackigen Metallic-Sandalen nicht nur den Soldaten an, feilschen um  den besten Preis.<br />
„Nach dem Irak – „welcome to Rio“, titelt eine Qualitätszeitung – und  eine andere: „Die Truppe auf der Suche nach Sex provoziert Polemik“.<br />
“Wir wollen, daß die amerikanischen Soldaten ebenso wie alle anderen  ausländischen Touristen wegen der Naturschönheiten, wegen des Karnevals  oder unserer restaurierten Altstadt herkommen“, erklärt Rios  Fremdenverkehrsbehörde. „Unter den ausländischen Gästen haben die  US-Amerikaner mit 21 Prozent den größten Anteil, und da sie hier viel  Geld ausgeben, werben wir um sie besonders. Aber Soldaten als  Sextouristen wollen wir hier nicht.“<br />
Daß US-Militärs vorrangig wegen Frauen und Sex nach Rio fliegen, hat  indessen gemäß den Medienberichten bereits zu Verstimmung zwischen den  Autoritäten Brasiliens und der Vereinigten Staaten geführt. Die  Regierung des Teilstaates Rio de Janeiro schaltete das Außenministerium  in Brasilia ein, um zu erfahren, auf welche Weise die Soldaten ein  Einreisevisum erhalten. Den Angaben zufolge hat das nordamerikanische  Konsulat in Rio unterdessen bestätigt, daß Washington den im Irak  eingesetzten Militärs den Fronturlaub finanziert. Für Sextourismus  würden indessen keine Regierungsgelder ausgegeben.<br />
Seit dem Beginn des Irakkriegs, so heißt es, habe sich die Zahl der nordamerikanischen Soldaten in Rio vervierfacht.<br />
Ausdrücklich kritisiert wird das Reisebüro „Tours gone Wild“ in Miami.  Es hat sich offenbar besonders auf die Soldatenkundschaft spezialisiert  und wirbt auf seiner Website mit zahlreichen Fotos von Frauen Rios in  aufreizenden Posen.<br />
“Diese Art von Propaganda für Rio verurteilen wir scharf“, betont die  Fremdenverkehrsbehörde. „Wir werden jetzt gemeinsam mit dem  brasilianischen Tourismusministerium eine neue Kampagne gegen  Sextourismus starten, die jedoch nicht nur auf die Soldaten aus den USA,  sondern generell auf alle Urlauber zielt. Denn Brasilianer sind  schließlich auch unter den Sextouristen.“<br />
Gemäß brasilianischen Sozialwissenschaftlerinnen, die Untersuchungen  über Prostitution führen, sind entgegen landläufiger Auffassung die  Sextouristen hauptsächlich brasilianische Männer – Ausländer stellten  nur einen geringen Bruchteil.&#8220;</strong></p>
<p><a href="http://g1.globo.com/Noticias/Rio/0,,MUL2027-5606,00.html">http://g1.globo.com/Noticias/Rio/0,,MUL2027-5606,00.html</a></p>
<p><strong>Jugoslawienkrieg:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/rafaleriolaad.JPG" alt="rafaleriolaad.JPG" /></p>
<p><strong>Libyenkrieg als Marketingtrumpf, Zeitungsausriß. &#8222;Da fehlen einem die Worte.&#8220;</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/brasiliens-franziskaner-frei-jose-francisco-zu-libyenkrieg-und-kriegswaffenmesse-in-rio-de-janeiro-weltsozialforum-aktivist-oded-grajew-analysiert-vollig-korrekt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/brasiliens-franziskaner-frei-jose-francisco-zu-libyenkrieg-und-kriegswaffenmesse-in-rio-de-janeiro-weltsozialforum-aktivist-oded-grajew-analysiert-vollig-korrekt/</a></p>
<p><strong>Menschenrechtssamba aus Rio de Janeiro &#8211; Jorge Aragao: </strong> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4">http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4</a></p>
<h2>Libyenkrieg 2011 &#8211; Texte(chronologisch).  Brasiliens Andersdenker.  Das nordafrikanische Land vor den  Bombardements: Libyen wird im  UNO-Ranking für menschliche Entwicklung in  der Kategorie “High Human  Development” geführt, liegt in der Statistik  auf Platz 53, nur einen  Platz hinter Uruguay, ist das hochentwickeltste  Land Afrikas. Brasilien  abgeschlagen auf Platz 73 &#8211; auf  UN-Bildungsranking Platz 93, Libyen  Platz 66. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=8830" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/barack-obama/" rel="tag">Barack Obama</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/gaddafi/" rel="tag">Gaddafi</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/libyen/" rel="tag">Libyen</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/olimport-alternativen/" rel="tag">Ölimport-Alternativen</a></p>
<h2>Schrecklicher Libyen-Krieg</h2>
<h2> Gaddafi lässt Leichen verminen (Bildzeitung)</h2>
<p><strong>Nach anfänglich sehr plump-simplifizierender   Berichterstattung(”Gaddafi bombardierte Stellungen…”) gemäß den   bekannten banalen Manipulierungsmethoden der Personalisierung von   Politik schwenken die brasilianischen Qualitätsmedien derzeit wieder auf   seriösere Darstellung um und verlassen den weltweiten Mainstream.   Konstatiert wird in Analysen, daß die brasilianische Regierung mit allem   Schwergewicht auf eine gemeinsame Position der Schwellenländer zur   Libyen-Krise hinarbeite. Während die USA und Großbritannien mit   Militäraktionen drohten, zeigten die BRIC- und Ibas-Länder eine feste   Position, um ein neues Irak zu verhindern, hieß es. Barack Obama müsse   die öffentliche Meinung in den USA berücksichtigen, die keinen Krieg   wolle &#8211; und müsse auch die Schwellenländer hören, vor allem China, doch   auch Brasilien, Indien, Rußland und Südafrika mit ihrem wachsenden   Gewicht nicht nur in der Wirtschaft. Aus Lateinamerikas führendem   Industriellenverband FIESP in Sao Paulo hieß es exklusiv gegenüber   dieser Website, Barack Obama besuche in den nächsten Tagen Brasilien,   “weil er Ölimport-Alternativen sucht. Obama will die Öl-Abhängigkeit von   Venezuela, Libyen und den anderen arabischen Ländern verringern &#8211;   Brasil hat jene riesigen Ölvorräte.”</strong> <strong>Insofern müsse Obama an sehr guten Beziehungen zu Brasilia gelegen sein.</strong><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/03/lulagaddafi.JPG" alt="lulagaddafi.JPG" /></p>
<p>Zeitungsausriß.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/20/brasilia-unterstutzt-libyen-invasion-nicht-stellt-brasilianische-regierung-klar/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/20/brasilia-unterstutzt-libyen-invasion-nicht-stellt-brasilianische-regierung-klar/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/25/gaddafi-und-lula-arabien-krise-bedroht-brasiliens-starke-exporte-in-die-region-hohe-handelsbilanzuberschusse/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/25/gaddafi-und-lula-arabien-krise-bedroht-brasiliens-starke-exporte-in-die-region-hohe-handelsbilanzuberschusse/</a></p>
<p><strong>Auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung lag  Libyen bis   zum Beginn der Bombenangriffe auf dem  53. Platz, Brasilien   abgeschlagen auf dem 73. Platz.</strong><strong>“Ich kenne Libyen nicht.” Thomas Friedman, führender Libyenkrieg-Analyst der New York Times. </strong></p>
<p><strong>Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew:</strong><strong>  In    Bezug auf den Libyen-Konflikt existiere derzeit  Scheinheiligkeit.    “Verschiedene Länder reden von Demokratie, aber  unterstützen    Diktaturen, die für sie günstig sind. Im Falle Libyens  agieren diese    Länder anders als im Falle Saudi-Arabiens und anderer  Diktaturen in der    Welt. Deshalb erscheinen Interventionen wie die der  NATO ohne viel    Legitimität. Denn man fragt sich, warum ist die NATO in  Libyen und    agiert nicht in anderen Ländern, wo es ähnliche  Manifestationen gibt?    Und dies stellt die Glaubwürdigkeit dieser  jetzigen Aktionen der NATO    in Zweifel. Wir von der Zivilgesellschaft  verlangen Kohärenz in Bezug    auf die Werte und die Demokratie &#8211; denn es  gibt da nicht schlechtere    und bessere Diktaturen. Wir in Lateinamerika  wissen das sehr gut  &#8211;    denn Länder der Ersten Welt haben hier  Militärdiktaturen unterstützt.    Die entwickelten Länder mit militärischer  und wirtschaftlicher Macht    sollten in ihrem Diskurs kohärent sein.”</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/13/der-libyen-konflikt-und-ubliche-manipulationsmethoden-von-medien-helmut-scheben-schweizer-fernsehen-propaganda-am-fernsehen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/13/der-libyen-konflikt-und-ubliche-manipulationsmethoden-von-medien-helmut-scheben-schweizer-fernsehen-propaganda-am-fernsehen/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/19/libyen-konflikt-risiko-fur-zivilisten-fuhrte-zur-stimmenthaltung-brasiliens-im-sicherheitsrat-laut-uno-botschafterin-maria-luiza-viotti-lula-und-obama/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/19/libyen-konflikt-risiko-fur-zivilisten-fuhrte-zur-stimmenthaltung-brasiliens-im-sicherheitsrat-laut-uno-botschafterin-maria-luiza-viotti-lula-und-obama/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/20/ein-historischer-tag-in-brasilien-ordnet-obama-die-atacke-auf-libyen-an-rios-qualitatszeitung-o-globo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/20/ein-historischer-tag-in-brasilien-ordnet-obama-die-atacke-auf-libyen-an-rios-qualitatszeitung-o-globo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/21/obama-und-der-libyen-einsatz-militarische-abstimmung-vom-marriott-hotel-an-der-copacana-aus-laut-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/21/obama-und-der-libyen-einsatz-militarische-abstimmung-vom-marriott-hotel-an-der-copacana-aus-laut-landesmedien/</strong></a></p>
<p><a href="http:///"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/21/das-historische-foto-barack-obama-und-diktaturaktivist-jose-sarney-damaliger-chef-der-folterdiktatorenpartei-arena-des-militarregimes1964-1985-prosten-sich-in-brasilia-2011-zu/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/22/gaddafi-und-die-westlichen-machte-wie-brasiliens-wichtigster-befreiungstheologe-frei-betto-den-libyen-konflikt-bewertet-der-diskurs-des-westens-ist-demokratie-das-interesse-ist-ol-wie-bras/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/22/gaddafi-und-die-westlichen-machte-wie-brasiliens-wichtigster-befreiungstheologe-frei-betto-den-libyen-konflikt-bewertet-der-diskurs-des-westens-ist-demokratie-das-interesse-ist-ol-wie-bras/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/der-libyen-krieg-und-die-heftigen-diskussionen-in-lulas-arbeiterpartei-pt-parteiflugel-weiterhin-nicht-auf-mainstream-linie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/der-libyen-krieg-und-die-heftigen-diskussionen-in-lulas-arbeiterpartei-pt-parteiflugel-weiterhin-nicht-auf-mainstream-linie/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/protest-in-sao-paulo-gegen-libyen-krieg-zumeist-araber-und-arabischstammige-islamische-wurdentrager-verurteilen-zudem-gewalt-in-bahrein-jemen-saudi-arabien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/protest-in-sao-paulo-gegen-libyen-krieg-zumeist-araber-und-arabischstammige-islamische-wurdentrager-verurteilen-zudem-gewalt-in-bahrein-jemen-saudi-arabien/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/die-eigenartige-doktrin-des-humanitaren-bombardements-brasiliens-schriftsteller-und-kolumnist-verissimo-zum-libyenkrieg/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/die-eigenartige-doktrin-des-humanitaren-bombardements-brasiliens-schriftsteller-und-kolumnist-verissimo-zum-libyenkrieg/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/25/sarkozy-obama-die-deutsche-regierung-nennen-die-jetzigen-vorgange-in-der-arabischen-welt-eine-uberraschung-weil-sie-auf-die-mobilisierung-der-zivilgesellschaft-nicht-achtgeben-weltsozialforum/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/25/sarkozy-obama-die-deutsche-regierung-nennen-die-jetzigen-vorgange-in-der-arabischen-welt-eine-uberraschung-weil-sie-auf-die-mobilisierung-der-zivilgesellschaft-nicht-achtgeben-weltsozialforum/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/libyenkrieg-und-konsequenzen-brasiliens-groste-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-analysiert/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/libyenkrieg-und-konsequenzen-brasiliens-groste-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-analysiert/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/brasiliens-medien-berichten-mit-vorrang-uber-ermordete-zivilisten-in-libyen-laut-bischofsangaben/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/brasiliens-medien-berichten-mit-vorrang-uber-ermordete-zivilisten-in-libyen-laut-bischofsangaben/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/brasiliens-fuhrender-medienkonzern-globo-berichtet-uber-weitere-zivilisten-vernichtung-in-libyen-ataque-aereo-da-coalizao-na-libia-deixou-7-civis-mortos-diz-medico/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/der-libyen-krieg-die-sicht-der-bischoflichen-arbeiterseelsorge-im-grosten-katholischen-land-brasilien-waldemar-rossi-pastoralleiter-in-der-erzdiozese-von-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/der-libyen-krieg-die-sicht-der-bischoflichen-arbeiterseelsorge-im-grosten-katholischen-land-brasilien-waldemar-rossi-pastoralleiter-in-der-erzdiozese-von-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/vatikan-berichtet-erneut-uber-bomben-auf-zivilisten-libyens-darunter-frauen-und-kinder-luftangriffe-losten-fluchtwelle-aus/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/vatikan-berichtet-erneut-uber-bomben-auf-zivilisten-libyens-darunter-frauen-und-kinder-luftangriffe-losten-fluchtwelle-aus/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/libyenkrieg-streit-der-westlichen-machte-um-strategische-ressourcen-darunter-erdol-zahlt-zu-motiven-betont-brasilianischer-politikwissenschaftler-jose-luis-fiori-in-folha-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/04/libyenkrieg-streit-der-westlichen-machte-um-strategische-ressourcen-darunter-erdol-zahlt-zu-motiven-betont-brasilianischer-politikwissenschaftler-jose-luis-fiori-in-folha-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/07/libyenkrieg-jose-arbex-professor-der-katholischen-universitat-sao-paulo-zur-nato-intervention-ich-bin-absolut-dagegen-in-landern-in-denen-die-nato-interveniert-folgt-ein-massaker-dem-anderen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/07/libyenkrieg-jose-arbex-professor-der-katholischen-universitat-sao-paulo-zur-nato-intervention-ich-bin-absolut-dagegen-in-landern-in-denen-die-nato-interveniert-folgt-ein-massaker-dem-anderen/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/10/brasiliens-kunstler-und-intellektuelle-zum-libyenkrieg-petroleum-fast-durchweg-als-kriegsgrund-definiert/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/10/brasiliens-kunstler-und-intellektuelle-zum-libyenkrieg-petroleum-fast-durchweg-als-kriegsgrund-definiert/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/10/krieg-gegen-libyen-kritisiert-von-brasiliens-ex-finanzminister-und-anwalt-luiz-carlos-bresser-pereira-in-libyen-gibt-es-kein-revoltierendes-volk/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/10/krieg-gegen-libyen-kritisiert-von-brasiliens-ex-finanzminister-und-anwalt-luiz-carlos-bresser-pereira-in-libyen-gibt-es-kein-revoltierendes-volk/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/libyenkrieg-frankreichs-jagdbomber-konzern-rafale-wirbt-mit-kriegseinsatzen-gegen-libyen-auf-kriegs-und-waffenmesse-rio-de-janeiros-kritisieren-brasilianer-friedensbewegung-pax-christi-begrust-frie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/libyenkrieg-frankreichs-jagdbomber-konzern-rafale-wirbt-mit-kriegseinsatzen-gegen-libyen-auf-kriegs-und-waffenmesse-rio-de-janeiros-kritisieren-brasilianer-friedensbewegung-pax-christi-begrust-frie/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/brasiliens-franziskaner-frei-jose-francisco-zu-libyenkrieg-und-kriegswaffenmesse-in-rio-de-janeiro-weltsozialforum-aktivist-oded-grajew-analysiert-vollig-korrekt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/brasiliens-franziskaner-frei-jose-francisco-zu-libyenkrieg-und-kriegswaffenmesse-in-rio-de-janeiro-weltsozialforum-aktivist-oded-grajew-analysiert-vollig-korrekt/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/13/brasilien-und-der-franzosische-folter-general-mit-reicher-nordafrika-erfahrung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/13/brasilien-und-der-franzosische-folter-general-mit-reicher-nordafrika-erfahrung/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/14/brics-staaten-verurteilen-libyenkrieg-territoriale-integritat-und-souveranitat-jeder-nation-mus-respektiert-werden-unterstutzung-fur-libyen-initiative-der-afrikanischen-union/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/14/brics-staaten-verurteilen-libyenkrieg-territoriale-integritat-und-souveranitat-jeder-nation-mus-respektiert-werden-unterstutzung-fur-libyen-initiative-der-afrikanischen-union/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/vorgeschobene-kriegsgrunde-us-sympathisanten-der-union-in-der-klemme-der-spiegel-zum-irak-krieg-die-bedrohung-durch-saddam-hussein-und-seine-massenvernichtungswaffen-ist-real/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/vorgeschobene-kriegsgrunde-us-sympathisanten-der-union-in-der-klemme-der-spiegel-zum-irak-krieg-die-bedrohung-durch-saddam-hussein-und-seine-massenvernichtungswaffen-ist-real/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/sanya-declaration-brics-leaders-meeting-china-14-april-2011/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/sanya-declaration-brics-leaders-meeting-china-14-april-2011/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/libynkrieg-westliche-waffen-an-rebellen-uber-katar-betonen-brasiliens-medien-sogar-franzosische-milan-raketen-geliefert-tripolis-bischof-martinelli-gegen-derartige-waffenlieferungen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/libynkrieg-westliche-waffen-an-rebellen-uber-katar-betonen-brasiliens-medien-sogar-franzosische-milan-raketen-geliefert-tripolis-bischof-martinelli-gegen-derartige-waffenlieferungen/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/walther-stuetzle-ex-staatssekretar-im-bundesverteidigungsministerium-kritisiert-in-brasilianischer-qualitatszeitung-o-globo-die-libyen-intervention-frankreich-england-die-nato-luftkrieg-oh/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/15/walther-stuetzle-ex-staatssekretar-im-bundesverteidigungsministerium-kritisiert-in-brasilianischer-qualitatszeitung-o-globo-die-libyen-intervention-frankreich-england-die-nato-luftkrieg-oh/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/16/bomben-bis-gaddafi-weg-ist-frankfurter-rundschau-die-kirche-belegt-auf-wen-die-bomben-tatsachlich-geworfen-werden-tripolis-bischof-martinelli-weiter-nachrichten-und-foto-sperre-uber-die-durc/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/16/bomben-bis-gaddafi-weg-ist-frankfurter-rundschau-die-kirche-belegt-auf-wen-die-bomben-tatsachlich-geworfen-werden-tripolis-bischof-martinelli-weiter-nachrichten-und-foto-sperre-uber-die-durc/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/16/ard-monitor-wie-der-jugoslawienkrieg-begann-es-begann-mit-einer-luge-anklicken-der-irakkrieg/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/16/ard-monitor-wie-der-jugoslawienkrieg-begann-es-begann-mit-einer-luge-anklicken-der-irakkrieg/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/18/libyenkrieg-gaddafi-hat-wachsende-volksunterstutzung-gegen-die-westliche-intervention-laut-candido-mendes-einem-fuhrenden-intellektuellen-brasiliens-in-groster-qualitatszeitung-folha-de-sao/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/18/libyenkrieg-gaddafi-hat-wachsende-volksunterstutzung-gegen-die-westliche-intervention-laut-candido-mendes-einem-fuhrenden-intellektuellen-brasiliens-in-groster-qualitatszeitung-folha-de-sao/</strong></a></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/20/paris-und-london-schicken-bodentruppen-nach-libyen-melden-brasiliens-medien-weitere-eskalation-der-intervention/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/20/paris-und-london-schicken-bodentruppen-nach-libyen-melden-brasiliens-medien-weitere-eskalation-der-intervention/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/25/ostern-in-libyen-schwere-luftangriffe-auf-zivile-gebaude-der-hauptstadt-tripolis-melden-brasiliens-medien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/25/ostern-in-libyen-schwere-luftangriffe-auf-zivile-gebaude-der-hauptstadt-tripolis-melden-brasiliens-medien/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/25/libyenkrieg-und-militarberater-in-vietnam-begann-alles-mit-diesen-instrukteuren-in-diesem-falle-nordamerikanern-in-afghanistan-ebenfalls-analysiert-brasiliens-groste-qualitatszeitung-fol/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/25/libyenkrieg-und-militarberater-in-vietnam-begann-alles-mit-diesen-instrukteuren-in-diesem-falle-nordamerikanern-in-afghanistan-ebenfalls-analysiert-brasiliens-groste-qualitatszeitung-fol/</strong></a></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/11/nach-luftterror-uber-tripolis-untergang-eines-fluchtlingsschiffs-aus-der-bombardierten-hauptstadt-uno-bestatigt-starke-zunahme-der-zivilen-opfer-der-libyen-intervention-wegen-provozierter-massenfluc/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/11/nach-luftterror-uber-tripolis-untergang-eines-fluchtlingsschiffs-aus-der-bombardierten-hauptstadt-uno-bestatigt-starke-zunahme-der-zivilen-opfer-der-libyen-intervention-wegen-provozierter-massenfluc/</strong></a></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/04/nato-angriffe-auf-journalisten-libyens-die-internationale-journalisten-foderation-reagiert-mit-scharfer-kritik-psychologische-kriegfuhrung-bombardierung-von-lebensmittellagern-laut-kirchenangaben/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/04/nato-angriffe-auf-journalisten-libyens-die-internationale-journalisten-foderation-reagiert-mit-scharfer-kritik-psychologische-kriegfuhrung-bombardierung-von-lebensmittellagern-laut-kirchenangaben/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/22/libyenkrieg-brasiliens-medien-stellen-nato-rolle-bei-der-einnahme-libyens-herausaktion-der-nato-in-tripolis-war-entscheidendo-estado-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/22/libyenkrieg-brasiliens-medien-stellen-nato-rolle-bei-der-einnahme-libyens-herausaktion-der-nato-in-tripolis-war-entscheidendo-estado-de-sao-paulo/</strong></a></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/23/libyenkrieg-gaddafi-sohn-saif-al-islam-in-sao-paulo-maler-und-architekt-video-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/23/libyenkrieg-gaddafi-sohn-saif-al-islam-in-sao-paulo-maler-und-architekt-video-anklicken/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/24/nato-waffentransporter-landeten-von-tripolis-auf-behelfspistein-geheimoperation-berichten-brasiliens-medien-fuhrer-der-regierungsgegner-bestatigte-geheime-transportfluge-hies-es/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/24/nato-waffentransporter-landeten-von-tripolis-auf-behelfspistein-geheimoperation-berichten-brasiliens-medien-fuhrer-der-regierungsgegner-bestatigte-geheime-transportfluge-hies-es/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/24/libyenkrieg-und-medienzirkus-reiche-auswahl-unter-versionen-zum-geschehen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/24/libyenkrieg-und-medienzirkus-reiche-auswahl-unter-versionen-zum-geschehen/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/24/cnn-bestatigt-erstmals-nato-truppen-in-tripolis-und-anderen-stadten-libyens/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/24/cnn-bestatigt-erstmals-nato-truppen-in-tripolis-und-anderen-stadten-libyens/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/25/libyenkrieg-menschenrechtsorganisation-human-rights-watch-verurteilt-in-brasiliens-medien-regierungsgegner-aufruf-gaddafi-gegen-geld-tot-oder-lebendig-zu-fassen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/25/libyenkrieg-menschenrechtsorganisation-human-rights-watch-verurteilt-in-brasiliens-medien-regierungsgegner-aufruf-gaddafi-gegen-geld-tot-oder-lebendig-zu-fassen/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/25/frankreich-in-nordafrika-folter-todesschwadronen-ungesuhnte-kriegsverbrechen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/25/frankreich-in-nordafrika-folter-todesschwadronen-ungesuhnte-kriegsverbrechen/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/26/libyen-intervention-und-olinteressen-tripolis-bischof-martinelli-bestatigt-die-in-brasilien-seit-kriegsbeginn-von-kirche-und-politikexperten-genannte-motivation-der-angriffe/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/26/libyen-intervention-und-olinteressen-tripolis-bischof-martinelli-bestatigt-die-in-brasilien-seit-kriegsbeginn-von-kirche-und-politikexperten-genannte-motivation-der-angriffe/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/26/libyenkrieg-brasiliens-medien-stellen-erstmals-bekannte-greueltaten-der-regierungsgegner-darunter-willkurliche-erschiesungen-gros-heraus/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/26/libyenkrieg-brasiliens-medien-stellen-erstmals-bekannte-greueltaten-der-regierungsgegner-darunter-willkurliche-erschiesungen-gros-heraus/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/26/der-irakkrieg-und-die-position-der-brasilianischen-bischofskonferenz-cnbb-kriegsmotiv-sind-olreserven-o-real-motivo-para-a-guerra-sao-as-reservas-de-petroleo-do-segundo-maior-produtor-mundial/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/26/der-irakkrieg-und-die-position-der-brasilianischen-bischofskonferenz-cnbb-kriegsmotiv-sind-olreserven-o-real-motivo-para-a-guerra-sao-as-reservas-de-petroleo-do-segundo-maior-produtor-mundial/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/28/libyenkrieg-ex-uno-sonderberichterstatter-fur-menschenrechte-richard-falk-zum-unterschied-zwischen-uno-resolution-und-nato-vorgehen-in-libyen-folha-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/28/libyenkrieg-ex-uno-sonderberichterstatter-fur-menschenrechte-richard-falk-zum-unterschied-zwischen-uno-resolution-und-nato-vorgehen-in-libyen-folha-de-sao-paulo/</strong></a></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/29/libyenkrieg-die-welt-lacht-uber-die-bbc-und-ihre-methoden-siegesfeier-in-tripolis-mit-indern-und-indischen-fahren-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/29/libyenkrieg-die-welt-lacht-uber-die-bbc-und-ihre-methoden-siegesfeier-in-tripolis-mit-indern-und-indischen-fahren-anklicken/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/30/libyenkrieg-nachgewiesene-militarische-intervention-von-grosbritannien-und-frankreich-in-libyen-analysiert-brasiliens-groste-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/30/libyenkrieg-nachgewiesene-militarische-intervention-von-grosbritannien-und-frankreich-in-libyen-analysiert-brasiliens-groste-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/01/brasiliens-ausenminister-antonio-patriota-kritisiert-nato-vorgehen-im-libyenkrieg-freie-interpretation-der-mandate-des-un-sicherheitsrats/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/01/brasiliens-ausenminister-antonio-patriota-kritisiert-nato-vorgehen-im-libyenkrieg-freie-interpretation-der-mandate-des-un-sicherheitsrats/</strong></a></p>
<p><strong>Brasiliens größte Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” über    Korrespondenten in Tripolis: “Konfliktberichterstattung ist zumeist    unmöglich ohne die Hilfe von lokalen `fixers`, Mischung aus Übersetzer,    Fremdenführer und Produzent.” Das Problem sei, daß Tripolis nach dem    Fall eine so gefährliche Hauptstadt geworden sei, daß Einheimische, die    Journalisten helfen könnten, sich lieber  zuhause einschließen.   Dutzende  von Sonderkorrespondenten säßen deshalb jetzt auf dem   Trockenen. “Das  Resultat ist eine Hyperinflation bei Preisen, die von   jenen Libyern  gefordert werden, die es riskieren…” </strong></p>
<p><strong>Leute, die halbwegs Englisch sprächen, forderten 300 Dollar    pro Tag, das Doppelte des normalen Tarifs &#8211;  “aber nichts für die    TV-Teams aus den USA, die mit Koffern voller Dollars herumlaufen.” </strong></p>
<p><strong>Für zwei Stunden Arbeit bekomme der Fahrer des Folha-Teams 100 Dollar.” </strong></p>
<p><strong>Wie die Qualität der Arbeit von Sonderkorrespondenten    aussieht, die nicht einmal der Landessprache mächtig sind, können sich    vermutlich auch Medien-Laien vorstellen. </strong></p>
<p><strong>Auch nach Brasilien werden häufig hochbezahlte europäische    Journalisten entsandt, die kein Portugiesisch sprechen, Brasilianer    nicht verstehen &#8211; und dies gelegentlich sogar als großes Problem    einräumen.</strong></p>
<p><strong>Lokale Übersetzer “übersetzen” häufig entsprechend den    Vorgaben ihrer eigentlichen Auftraggeber. Wer zufällig, der    Landessprache mächtig,  bei einer solchen “Übersetzung” danebensteht,    kommt häufig aus  dem Staunen nicht mehr heraus, hört die    unglaublichsten Dinge, fern der Äußerungen des Interviewten. </strong></p>
<p><strong>Bei der Konferenz eines großen europäischen Konzerns kam in    Brasilien auch ein Kritiker zu Wort &#8211; der Übersetzer ließ einfach    sämliche kritischen Äußerungen weg &#8211; die mit einer Sondermaschine    eingeflogenen europäischen Journalisten bekamen nichts davon mit. Auch    bei Konferenzen mit Menschenrechtsthemen greifen nicht selten  Übersetzer   erstaunlich ins Geschehen ein &#8211; wie von interessierter  Seite  gewünscht.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Brasilien: Sklavenarbeit und Niedrigstlöhne unter Lula &#8211; angeprangert vom deutschstämmigen Kardinal Odilo Scherer im Protest-Gottesdienst am 1. Mai 2010 in der Kathedrale Sao Paulos. Sklavenarbeit, Folter, Sozialdumping, Prostitution. Präsidentschaftskandidat Plinio Sampaio am Altar. Michael Moore über Lula. Systemkritische Proteste vom mitteleuropäischen Mainstream gewöhnlich unterschlagen.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/sklavenarbeit-unter-lula-angeprangert-vom-deutschstammigen-kardinal-odilo-scherer-im-protest-gottesdienst-am-1-mai-in-der-kathedrale-sao-paulo/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 May 2010 22:22:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Franziskaner in Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Kardinal Odilo Scherer]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderprostitution]]></category>
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		<category><![CDATA[Sao Paulo]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozialdumping]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/sklavenarbeit-unter-lula-angeprangert-vom-deutschstammigen-kardinal-odilo-scherer-im-protest-gottesdienst-am-1-mai-in-der-kathedrale-sao-paulo/</guid>
		<description><![CDATA[Kardinal Scherer stellte klar, daß Sklavenarbeit sogar noch in Sao Paulo existiert &#8211; der reichsten lateinamerikanischen Großstadt mit rund 1000 deutschen Unternehmen. Kirchliche Menschenrechtsexperten betonten während des Gottesdienstes gegenüber dieser Website, daß die Sklavenarbeit im Lande derzeit sogar zunimmt und protestierten zudem gegen die Straffreiheit für Diktatur-Folterer. Da Brasilien die größte Demokratie Lateinamerikas ist, die [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kardinal Scherer stellte klar, daß Sklavenarbeit sogar noch in Sao Paulo existiert &#8211; der reichsten lateinamerikanischen Großstadt mit rund 1000 deutschen Unternehmen.</strong> <strong>Kirchliche Menschenrechtsexperten betonten während des Gottesdienstes gegenüber dieser Website, daß die Sklavenarbeit im Lande derzeit sogar zunimmt und protestierten zudem gegen die Straffreiheit für Diktatur-Folterer.</strong> <strong>Da Brasilien die größte Demokratie Lateinamerikas ist, die Politik der Lula-Regierung gerade von europäischen Regierungen großes Lob erhält, ist damit klargestellt, daß in neoliberalen Zeiten die Existenz von Sklavenarbeit in einer bürgerlichen Demokratie keineswegs als Widerspruch angesehen wird.</strong> <strong>Gleiches gilt für die Fortexistenz der Folter und den Schutz von Folterern in einer Demokratie &#8211; siehe Amnesty International zur Entscheidung des Obersten Gerichts in Brasilia zum Amnestiegesetz.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/21/brasiliens-sklavenarbeit-unter-lula-rousseff-erstmals-mehr-internationale-aufmerksamkeit-wegen-anzeigen-gegen-modekette-zarades-spanischen-inditex-konzerns-brasiliens-katholische-kirche-prangert/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/21/brasiliens-sklavenarbeit-unter-lula-rousseff-erstmals-mehr-internationale-aufmerksamkeit-wegen-anzeigen-gegen-modekette-zarades-spanischen-inditex-konzerns-brasiliens-katholische-kirche-prangert/</strong></a></p>
<h2>“Kein anderes aufstrebendes Land balanciert Demokratie und breit gestreuten Wohlstand so gut aus wie Brasilien.” Financial Times Deutschland</h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/22/wir-leben-in-zeiten-in-denen-der-kapitalismus-die-liebe-zwischen-den-menschen-vernichtet-jose-belisario-da-silva-erzbischof-von-sao-luis-maranhao-zur-neuen-bruderlichkeitskampagne-der-katholi/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/22/wir-leben-in-zeiten-in-denen-der-kapitalismus-die-liebe-zwischen-den-menschen-vernichtet-jose-belisario-da-silva-erzbischof-von-sao-luis-maranhao-zur-neuen-bruderlichkeitskampagne-der-katholi/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2016/12/MerkelBrasilienZgubicSampaio2008.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-86258" src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2016/12/MerkelBrasilienZgubicSampaio2008-1024x941.jpg" alt="MerkelBrasilienZgubicSampaio2008" width="1024" height="941" /></a></p>
<p><strong>Ausriß, Radio Vatikan . “Die Stimme des Papstes und der Weltkirche”. “Brasilien: Kirchliche Menschenrechtler enttäuscht über Merkel”. Plinio Sampaio, Günther Zgubic&#8230;</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/14/hunger-nach-macht-brasiliens-wichtigster-befreiungstheologe-frei-betto-uber-den-sinn-von-bolsa-familia/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/14/hunger-nach-macht-brasiliens-wichtigster-befreiungstheologe-frei-betto-uber-den-sinn-von-bolsa-familia/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/05/odiloscherer1mai.jpg" alt="odiloscherer1mai.jpg" /></p>
<p><strong>Kardinal Odilo Scherer während des Arbeiter-Gottesdienstes am 1. Mai 2010 in der überfüllten Kathedrale von Sao Paulo. Scherer verurteilte zudem die Niedrigstlohnpolitik in Brasilien sowie die weitverbreitete Prostitution, darunter die Kinderprostitution &#8211; und wandte sich dagegen, dies  als Arbeit hinzustellen. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/26/sao-paulos-deutschstammiger-kardinal-odilo-scherer-zelebriert-wie-im-vorjahr-einen-kampferischen-protest-gottesdienst-am-1-mai-warum-die-katholische-kirche-brasiliens-vollig-anders-ist-als-die-deuts/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/26/sao-paulos-deutschstammiger-kardinal-odilo-scherer-zelebriert-wie-im-vorjahr-einen-kampferischen-protest-gottesdienst-am-1-mai-warum-die-katholische-kirche-brasiliens-vollig-anders-ist-als-die-deuts/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/03/waldemar-rossi-fuhrer-der-arbeiterpastoral-sao-paulos-wahrend-des-1mai-festes-vor-der-kathedrale/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/03/waldemar-rossi-fuhrer-der-arbeiterpastoral-sao-paulos-wahrend-des-1mai-festes-vor-der-kathedrale/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/09/odiloscherergrito2010.JPG" alt="odiloscherergrito2010.JPG" /></p>
<p><strong>Deutschstämmiger Kardinal Odilo Scherer beim Protestgottesdienst in der Kathedrale von Sao Paulo. “Wir erleben ständig soziale Spannungen. Es ist nicht gerecht, daß einige alle Rechte genießen, privilegiert sind &#8211; und anderen die Rechte verweigert werden. Wir müssen ehrliche, würdige Leute wählen mit ernsthaften Projekten, damit die soziale Ungerechtigkeit überwunden wird. Brasilien ist so reich, daß alle gut leben könnten. Niemandem darf Leben verweigert werden &#8211; weder durch Hunger noch durch fehlende Sicherheit.” Im Hintergrund Menschenrechtspriester Julio Lancelotti.</strong></p>
<h2>Brasilien, Sklavennachfahrin 2012, vor in-und ausländischen Großbanken der Avenida Paulista in Sao Paulo. <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12479">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien/" rel="tag">Brasilien</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sao-paulo/" rel="tag">Sao Paulo</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/sklavennachfahrin/" rel="tag">Sklavennachfahrin</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/karrenschwarzepaulista.JPG" alt="karrenschwarzepaulista.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/31/brasiliens-katholische-kirche-definiert-die-unter-lula-rousseff-fortdauernde-sklavenarbeit-als-barbarisches-verbrechen-sklavenarbeit-als-interessanter-kostenfaktor-im-internationalen-wettbewerb/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/31/brasiliens-katholische-kirche-definiert-die-unter-lula-rousseff-fortdauernde-sklavenarbeit-als-barbarisches-verbrechen-sklavenarbeit-als-interessanter-kostenfaktor-im-internationalen-wettbewerb/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/02/brasilien-der-kranke-sich-krummende-hustende-barfusige-schwarze-und-die-indifferenz-city-sao-paulos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/02/brasilien-der-kranke-sich-krummende-hustende-barfusige-schwarze-und-die-indifferenz-city-sao-paulos/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/02/karrenschwarzepaulista2.JPG" alt="karrenschwarzepaulista2.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/morde-an-schwarzen-in-brasilien-starke-zunahme-unter-der-lula-regierung-von-drei-ermordeten-sind-zwei-schwarz-wikileaks-und-rassismus-in-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/morde-an-schwarzen-in-brasilien-starke-zunahme-unter-der-lula-regierung-von-drei-ermordeten-sind-zwei-schwarz-wikileaks-und-rassismus-in-brasilien/</strong></a></p>
<p><strong>Michael Moore über Lula:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/03/michael-moore-uber-lula-im-nachrichtenmagazin-time-was-alles-fehlt/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/03/michael-moore-uber-lula-im-nachrichtenmagazin-time-was-alles-fehlt/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/23/rekord-entlassungen-in-brasilien-lula-spricht-von-porretada-im-dezember-fiquei-puto/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/23/rekord-entlassungen-in-brasilien-lula-spricht-von-porretada-im-dezember-fiquei-puto/</a></p>
<p><span id="more-5227"></span></p>
<p><strong>Leeres CUT-Fest:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/lulas-regierungstreue-cut-gewerkschaft-leeres-fest-am-1mai-2010-lula-und-dilma-reden-vor-nur-maximal-3000-menschenschatzung-der-feuerwehr/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/lulas-regierungstreue-cut-gewerkschaft-leeres-fest-am-1mai-2010-lula-und-dilma-reden-vor-nur-maximal-3000-menschenschatzung-der-feuerwehr/</a></p>
<p><strong>ver.di-Jugend:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/03/verdi-jugend-nachmittags-auf-cut-1mai-fest-in-sao-paulo-erstaunen-uber-nur-wenige-hundert-besucher/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/03/verdi-jugend-nachmittags-auf-cut-1mai-fest-in-sao-paulo-erstaunen-uber-nur-wenige-hundert-besucher/</a></p>
<p><strong>Franziskaner in Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/05/xavier-plassat-franzosischer-dominikaneranwalt-uber-sklavenarbeit-unter-lula-bilanz-2009/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/05/xavier-plassat-franzosischer-dominikaneranwalt-uber-sklavenarbeit-unter-lula-bilanz-2009/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/27/sklavenarbeit-unter-der-lula-regierung-frankreichs-botschaft-ehrt-franzosische-menschenrechtsaktivisten-die-in-brasilien-trabalho-escravo-bekampfen-xavier-plassat-henri-des-roziers-jean-ragu/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/27/sklavenarbeit-unter-der-lula-regierung-frankreichs-botschaft-ehrt-franzosische-menschenrechtsaktivisten-die-in-brasilien-trabalho-escravo-bekampfen-xavier-plassat-henri-des-roziers-jean-ragu/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/05/1maikathedralekundgebung.jpg" alt="1maikathedralekundgebung.jpg" /></p>
<p><strong>Kundgebung direkt vor der Kathedrale mit vielen kirchlichen Menschenrechtsaktivisten, Mitarbeitern von Sozialprojekten der Franziskaner.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/05/pliniosampaio1.jpg" alt="pliniosampaio1.jpg" /></p>
<p><strong>Präsidentschaftskandidat und Lula-Kritiker Plinio Sampaio beim Tribunal da TerraÂ &#8211; auf dem Protest-Gottesdienst in der Kathedrale sprach er am Altar, neben Kardinal Odilo Scherer. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/23/weiterer-brasilianischer-systemkritiker-ermordet-mit-19-schussen-jose-maria-filho-prasident-der-vereinigung-der-enteigneten-landlosen-landarbeiter-bekannt-wegen-protesten-gegen-agrobusiness-und/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/23/weiterer-brasilianischer-systemkritiker-ermordet-mit-19-schussen-jose-maria-filho-prasident-der-vereinigung-der-enteigneten-landlosen-landarbeiter-bekannt-wegen-protesten-gegen-agrobusiness-und/</a></strong></p>
<p><strong>Folter in Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/01/brazil-court-upholds-law-that-protects-torturers-amnesty-international/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/01/brazil-court-upholds-law-that-protects-torturers-amnesty-international/</a></p>
<p><strong>Folterstadt Sao Paulo:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/24/neun-militarpolizisten-sao-paulos-folterten-schwarzen-tot-laut-sicherheitschef-prasidentschaftskandidat-jose-serra-bisher-als-gouverneur-fur-die-polizei-zustandig-sehr-besorgt-heist-es/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/24/neun-militarpolizisten-sao-paulos-folterten-schwarzen-tot-laut-sicherheitschef-prasidentschaftskandidat-jose-serra-bisher-als-gouverneur-fur-die-polizei-zustandig-sehr-besorgt-heist-es/</a></p>
<p><a href="http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html">http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/21/belo-monte-stauwerk-drittgrostes-der-welt-wird-in-amazonien-von-brasilianischem-staatskonsortium-errichtet-international-gefeierte-lula-regierung-macht-aus-sicht-der-privatwirtschaft-alles-richtig/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/21/belo-monte-stauwerk-drittgrostes-der-welt-wird-in-amazonien-von-brasilianischem-staatskonsortium-errichtet-international-gefeierte-lula-regierung-macht-aus-sicht-der-privatwirtschaft-alles-richtig/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/kinderprostitution-in-brasilien-madchen-bieten-sich-fur-achtzig-cents-an/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/kinderprostitution-in-brasilien-madchen-bieten-sich-fur-achtzig-cents-an/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/19/75000-brasilianische-prostituierte-in-europa-bevorzugte-lander-spanien-holland-schweiz-deutschland-italien-osterreich/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/19/75000-brasilianische-prostituierte-in-europa-bevorzugte-lander-spanien-holland-schweiz-deutschland-italien-osterreich/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/</a></p>
<p><strong>Niedrigstlöhne in Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/08/brasiliens-mindestlohn-muste-laut-verfassung-bei-rund-2000-real-statt-derzeit-510-real-liegen-betont-gewerkschaftliches-statistikinstitut-dieese-kaufkraftverluste-laut-schweizer-bankstudie/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/08/brasiliens-mindestlohn-muste-laut-verfassung-bei-rund-2000-real-statt-derzeit-510-real-liegen-betont-gewerkschaftliches-statistikinstitut-dieese-kaufkraftverluste-laut-schweizer-bankstudie/</a></p>
<p><strong>Sklavenarbeit und Sozialdumping:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/26/brasilien-ein-typisches-sozialdumping-land-viele-exportprodukte-nach-europa-werden-durch-sklavenarbeit-besonders-billig-kritisieren-menschenrechtsexperten-gerissen-in-brasilien-spottbillig-herst/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/26/brasilien-ein-typisches-sozialdumping-land-viele-exportprodukte-nach-europa-werden-durch-sklavenarbeit-besonders-billig-kritisieren-menschenrechtsexperten-gerissen-in-brasilien-spottbillig-herst/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/ihr-konnt-nicht-gott-und-dem-geld-dienen-bischofliche-bruderlichkeitskampagne-2010-kritisiert-lulas-wirtschaftspolitik-radiospot-anklicken/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/ihr-konnt-nicht-gott-und-dem-geld-dienen-bischofliche-bruderlichkeitskampagne-2010-kritisiert-lulas-wirtschaftspolitik-radiospot-anklicken/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/peter-scholl-latour-uber-brasilien-vielfaltige-harmonie-der-rassen-mauricio-pestana-uber-das-rassistischste-land-der-erde-jurandir-freire-costa-uber-ethisch-moralische-schizophrenie-m/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/05/peter-scholl-latour-uber-brasilien-vielfaltige-harmonie-der-rassen-mauricio-pestana-uber-das-rassistischste-land-der-erde-jurandir-freire-costa-uber-ethisch-moralische-schizophrenie-m/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</a><br />
Â</p>
<p><strong>MENSAGEM DA CNBB PARA O DIA DO TRABALHO</strong></p>
<p>Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  &#8222;Por meio do seu trabalho o ser humano se une e serve os seus irmáos, pode exercitar uma caridade autÃªntica e colaborar no acabamento da criaçáo divina&#8220; ( Concilio Vaticano II,GS 67,2).<br />
Â Â Â Â Â  Ao celebrar o Dia do Trabalhador e da Trabalhadora, a CNBB reafirma seu compromisso de colaborar na construçáo de uma sociedade politicamente democrÃ¡tica, economicamente justa, ecologicamente sustentÃ¡vel e culturalmente plural. Afirmam os bispos na ConferÃªncia de Aparecida:&#8220; Com sua voz,a Igreja unida Ã¡ de outras instituiçÃµes nacionais e mundiais, tem ajudado a dar orientaçÃµes prudentes e a promover a justiça, os direitos humanos e a reconciliaçáo dos povos&#8220; ( Documento de Aparecida,98).<br />
A Campanha da Fraternidade EcumÃªnica de 2010 denunciou os desvios decorrentes de um modelo econÃ´mico voltado para o lucro e para o acÃºmulo de bens, sem considerar o valor da pessoa humana e sem estar a serviço do bem comum. Entre os desvios encontra-se a prioridade do capital sobre a pessoa humana e, em decorrÃªncia disso, do trabalho.<br />
Â  No Brasil e em outros paÃ­ses, o mundo do trabalho continua dividido em categorias: a dos integrados, em nÃºmero reduzido, com bons salÃ¡rios e vÃ­nculo aos cÃ­rculos mundiais da produçáo; os semi- integrados, trabalhadores em situaçáo de risco, aqueles que trabalham precariamente e de forma intermitente; e os excluidos, trabalhadores que estáo fora da sociedade salarial ou dos vÃ­nculos de proteçáo dos direitos sociais, os desempregados, sub-empregados. HÃ¡ que se lembrar também dos aposentados e aposentadas, nem sempre reconhecidos pelo bem que fizeram e ainda podem fazer pelo Pais, e convivendo, tantas vezes com graves perdas salariais. O direito de todos ao trabalho e a inclusáo universal na rede de proteçáo social tornam-se objetivos obrigatÃ³rios para todos os que buscam construir uma sociedade justa e solidÃ¡ria.<br />
Â  Em sua saudaçáo neste 1Âº de maio, a CNBB faz ressoar as aspiraçÃµes dos trabalhadores e trabalhadoras pelo reconhecimento de seus direitos, e expressa seu apoio em favor da consolidaçáo e ampliaçáo dos direitos trabalhistas em nosso pais. Entre esses direitos, destacamos sobretudo, o combate ao trabalho escravo pela aprovaçáo da PEC 438/0; a reforma agrÃ¡ria e o limite da propriedade da terra; o incentivo Ã¡ agricultura familiar e camponesa nos contornos de cada bioma brasileiro; a diminuiçáo da jornada de trabalho sem reduçáo de salÃ¡rios; a ampliaçáo dos fundos solidÃ¡rios e a construçáo do marco da economia solidÃ¡ria; a implementaçáoÂ  de uma polÃ­tica de emprego para a juventude; a correçáo das perdas nas aposentadorias e a indexaçáo justa de seus benefÃ­cios; a universalizaçáo da proteçáo social previdenciÃ¡ria para todo o mundo do trabalho, de sorte que o Brasil possa incluir totalmente a força de trabalho no seguro social.<br />
Â Â Â  A CNBB convida todos os trabalhadores e trabalhadoras, que participam da obra criadora de Deus pela dignidade de seu trabalho, a manterem viva a fé em Jesus Cristo, na busca de relaçÃµes justas e solidÃ¡rias no mundo do trabalho e no conjunto da sociedade brasileira.<br />
Â Â Â  Que Nossa Senhora Aparecida e Sáo José OperÃ¡rio acompanhem todas as pessoas que,Â pelo seu trabalho, constroem condiçÃµes dignas para sua familia, buscam o bem comum e protegem a vida em nosso Planeta.</p>
<p>Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  BrasÃ­lia,01 de maio de 2010<br />
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â<br />
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Dom Geraldo Lyrio Rocha<br />
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Arcebispo de Mariana<br />
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Presidente da CNBB</p>
<p>Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Dom Luis Soares Vieira<br />
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Arcebispo de Manaus<br />
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Vice- Presidente da CNBB</p>
<p>Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Dom Dimas Lara Barbosa<br />
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Bispo Auxiliar do Rio de Janeiro<br />
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  SecretÃ¡rio Geral da CNBB</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/21/brasiliens-menschenrechtspriester-julio-lancelotti-prasentiert-projekt-das-mutmaslich-straffalligen-jugendlichen-der-unterschicht-die-notige-juristische-verteidigung-garantieren-soll-um-willkurfalle/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/21/brasiliens-menschenrechtspriester-julio-lancelotti-prasentiert-projekt-das-mutmaslich-straffalligen-jugendlichen-der-unterschicht-die-notige-juristische-verteidigung-garantieren-soll-um-willkurfalle/</strong></a></p>
<p><strong>Amnesty International 2002:</strong></p>
<h2>Sklavenarbeit nimmt wieder zu</h2>
<p><strong>BRASILIEN</strong></p>
<p><strong>SKLAVENARBEIT NIMMT WIEDER ZU</strong></p>
<p><strong>Erst im Jahre 1888 hat Brasilien die Sklaverei offiziell abgeschafft, doch es gibt sie bis heute. Vor allem im Norden und Nordosten wird sie von etlichen Großgrundbesitzern in modifizierter Form weitergeführt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Morde an Landgewerkschaftern zu.</strong></p>
<p><strong>Für viele brasilianische Zeitungen war es unlängst der Aufmacher: Zum ersten Mal wurde ein “moderner” Sklavenhalter in flagranti ertappt und sofort hinter Gitter gebracht – das gab es noch nie seit Brasiliens Rückkehr zur Demokratie im Jahre 1985. Vielen erschien das als beachtlicher Fortschritt. Nur – und das vermeldeten die Blätter nicht – ging die Sache wie üblich aus: “Nach drei Tagen war der betroffene Großgrundbesitzer Max Cangussi wieder frei. Er wurde lediglich verpflichtet, seinen Sklavenarbeitern den zustehenden Lohn zu zahlen. Kein Prozess, keine Enteignung des Großgrundbesitzes, wie eigentlich vorgeschrieben,” sagt Antonio Canuto von der kirchlichen Organisation CPT, die solche Fälle immer wieder aufdeckt. Ihre Informationen leitet die Initiative auch an die Internationale Arbeitsorganisation ILO weiter.</strong></p>
<p><strong>Max Cangussi hatte in Maranhão, dem ökonomisch am wenigsten entwickelten Teilstaat Brasiliens, Männer anwerben lassen, um 230 Kilometer vom nächsten Ort entfernt Weideland einzäunen und Bäume und Sträucher entfernen zu lassen. Für die viermonatige schwere Arbeit zahlte er kein Geld, sondern vergütete die Arbeiter lediglich durch Nahrungsmittel. Die Männer wurden in einer brüchigen Lehmhütte untergebracht – ohne Toilette und Wasseranschluss. Wasser gab es nur in einem lehmigen Bach. Wer gegen diese Zustände protestierte, berichteten die Sklavenarbeiter später der Polizei, wurde von Cangussi mit der Waffe bedroht.</strong></p>
<p><strong>“Seit dem vergangenen Jahr nimmt die Zahl solcher Berichte deutlich zu”, erläutert Canuto. “Auf manchen Farmen wurden von der Bundespolizei bis zu fünf Mal hintereinander Sklavenarbeiter entdeckt.” Meist ohne Folgen. Vor allem im riesigen Amazonas-Teilstaat Pará – er ist um ein Vielfaches größer als Deutschland – regiert laut CPT inzwischen fast völlige Straffreiheit: Bußgelder – umgerechnet etwa hundert Mark für jeden entdeckten “Sklaven” – werden nicht gezahlt, Prozesse kommen nicht voran. Dem kleinen Team der Bundespolizei, das die Farmen überwachen soll, wurden Gelder, Personal und Transportmittel, darunter Hubschrauber, gekürzt. Die Spezialisten reagieren fast nur noch auf Anzeigen und kommen gewöhnlich viel zu spät: häufig vergeht ein ganzer Monat. In der Zwischenzeit haben die betreffenden Großgrundbesitzer längst Wind von der Anzeige bekommen und die Sklaven schon davongejagt.</strong></p>
<p><strong>Laut Antonio Canuto ist Schuldsklaverei am üblichsten: Angeworbenen wird gute Bezahlung versprochen, doch werden Kosten für Arbeitsgeräte, Transport und Verpflegung vom Lohn abgezogen. Das Leistungspensum setzt der Farmer dann extrem hoch an. Lebensmittel gibt es nur im Farmladen und zu überhöhten Preisen. Ergebnis: Am Monatsende erhalten die Arbeiter nicht nur kein Geld – man eröffnet ihnen auch noch, dass zuerst die entstandenen Schulden abzutragen seien. Vor Fluchtversuchen wird gewarnt. Gewöhnlich stehen bewaffnete Aufseher mit scharfen Hunden bereit.</strong></p>
<p><strong>Allein in Pará sind im vergangenen Jahr 1100 Fälle von Sklavenarbeit registriert worden; im Jahr 2000 waren es rund 350. Nach Angaben des Arbeitsministeriums ist davon auszugehen, dass auf jeden von der Sondereinheit befreiten Landarbeiter drei weitere kommen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen leben müssen.</strong></p>
<p><strong>Dem Terror von Großgrundbesitzern und bezahlten Killerkommandos sind besonders in Pará Führer der Gewerkschaften und der Landlosenbewegung ausgesetzt, weil sie die neuzeitliche Sklaverei öffentlich anprangern. Allein zwischen Juli und Oktober 2001 wurden acht Aktive erschossen – in ganz Brasilien waren es 2001 über 25. “Im Auftrag der Großgrundbesitzer werden immer mehr bewaffnete Milizen gebildet”, kritisiert Bischof Tomas Balduino, Präsident der CPT: “Das grenzt an Bürgerkrieg.”</strong></p>
<p><strong>Auf Sklavenarbeiter wirkt zudem einschüchternd, wie die Behörden Polizeigewalt decken: 1996 hatten bei einem Massaker rund 200 Militärpolizisten einer Sondereinheit nach amtlichen Angaben 19 Landlose getötet – kirchliche Kreise nannten weit höhere Opferzahlen. Alle Beteiligten, auch die Offiziere, sind weiter auf freiem Fuß und noch immer im Dienst. Wann es zu einem Gerichtsverfahren kommt, ist völlig offen.</strong></p>
<p>Klaus Hart</p>
<p><strong>Der Autor arbeitet als Korrespondent in São Paulo.</strong></p>
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		<title>Mordfall Jennifer Kloker in Recife: Polizei verdächtigt Italiener, die Deutsche neben ihrem kleinen Sohn erschossen zu haben, melden Landesmedien. Nordosten und Sextourismus.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 18:51:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[http://www.diariodepernambuco.com.br/vidaurbana/nota.asp?materia=20100226111215 http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/23/mordfall-jennifer-kloker-in-recife-ehemann-und-schwiegervater-verhaftet/ &#8222;A PolÃ­cia Civil jÃ¡ desenha a cena do crime que resultou na morte da alemá.Uma jovem indefesa, agarrada Ã  força pelo prÃ³prio marido, Pablo Richardson Tonneli, 22, sob a mira de uma arma, provavelmente um revÃ³lver calibre 38, apontada pelo sogro, Ferdinando Tonelli, 44. Quatro tiros disparados Ã  queima roupa em uma mulher [&#8230;]]]></description>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/23/mordfall-jennifer-kloker-in-recife-ehemann-und-schwiegervater-verhaftet/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/23/mordfall-jennifer-kloker-in-recife-ehemann-und-schwiegervater-verhaftet/</a></p>
<p><strong>&#8222;A PolÃ­cia Civil jÃ¡ desenha a cena do crime que resultou na morte da alemá.Uma jovem indefesa, agarrada Ã  força pelo prÃ³prio marido, Pablo Richardson Tonneli, 22, sob a mira de uma arma, provavelmente um revÃ³lver calibre 38, apontada pelo sogro, Ferdinando Tonelli, 44. Quatro tiros disparados Ã  queima roupa em uma mulher que resistiu até a morte, diante da traiçáo da prÃ³pria famÃ­lia. Por trÃ¡s de toda essa frieza, a motivaçáo mais evidente: um seguro de vida que beneficiaria o autor dos disparos e pai adotivo de Pablo, Ferdinando Tonelli. O que tornaria essa sequÃªncia ainda mais macabra, para a polÃ­cia, é a possibilidade de o filho de Jennifer, de apenas dois anos, ter presenciado a morte da prÃ³pria máe junto com a avÃ³, Delma Freire de Medeiros, 48.&#8220; (Diario de Pernambuco)</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/15/franzosischer-umweltaktivist-und-biologe-pierre-jaufret-in-amazonien-ermordet-kopenhagen-und-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/15/franzosischer-umweltaktivist-und-biologe-pierre-jaufret-in-amazonien-ermordet-kopenhagen-und-brasilien/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/30/brasilien-weiterhin-armselige-touristenzahlen-2008-nur-51-millionen-auslandern-angereist-ins-vergleichsweise-winzige-kuba-annahernd-soviel-einwohner-wie-rio-de-janeiro-flogen-immerhin-23-mil/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/30/brasilien-weiterhin-armselige-touristenzahlen-2008-nur-51-millionen-auslandern-angereist-ins-vergleichsweise-winzige-kuba-annahernd-soviel-einwohner-wie-rio-de-janeiro-flogen-immerhin-23-mil/</a></p>
<p><span id="more-4697"></span></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/18/brasilien-land-der-lynchjustiz-3-bis-4-lynchmorde-pro-woche-laut-experte-jose-de-souza-martins/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/18/brasilien-land-der-lynchjustiz-3-bis-4-lynchmorde-pro-woche-laut-experte-jose-de-souza-martins/</a></p>
<p><strong>Brasiliens Nordosten und Sextourismus &#8211; Recife zählt zu den berüchtigtsten Städten:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/19/75000-brasilianische-prostituierte-in-europa-bevorzugte-lander-spanien-holland-schweiz-deutschland-italien-osterreich/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/19/75000-brasilianische-prostituierte-in-europa-bevorzugte-lander-spanien-holland-schweiz-deutschland-italien-osterreich/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/kinderprostitution-in-brasilien-madchen-bieten-sich-fur-achtzig-cents-an/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/kinderprostitution-in-brasilien-madchen-bieten-sich-fur-achtzig-cents-an/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/16/scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-der-grausame-tod-einer-48-jahrigen-frau-in-der-microondas-laut-lokalzeitung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/16/scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-der-grausame-tod-einer-48-jahrigen-frau-in-der-microondas-laut-lokalzeitung/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/19/mord-an-schweizer-in-rio-laut-polizei-ist-freundin-die-komplizin-der-todesschutzin-beide-sind-copcabana-prostitutierte/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/19/mord-an-schweizer-in-rio-laut-polizei-ist-freundin-die-komplizin-der-todesschutzin-beide-sind-copcabana-prostitutierte/</a></p>
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		</item>
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		<title>&#8222;Ihr könnt nicht Gott und dem Geld dienen.&#8220; Hintergrundtexte. Bischöfliche Brüderlichkeitskampagne 2010 kritisiert Lulas Wirtschaftspolitik. Radiospot anklicken. Frei Betto, Oded Grajew, Weltsozialforum 2010, &#8222;Folter ohne Ende&#8220;. Kirche in Deutschland und Brasilien zu ThyssenKrupp-Stahlwerksprojekt &#8211; sehr unterschiedliche Positionen. Franziskaner Johannes Gierse in Sao Paulo.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/ihr-konnt-nicht-gott-und-dem-geld-dienen-bischofliche-bruderlichkeitskampagne-2010-kritisiert-lulas-wirtschaftspolitik-radiospot-anklicken/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 11:36:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA["Folter ohne Ende"]]></category>
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		<description><![CDATA[http://www.cnbb.org.br/site/component/docman/cat_view/241-cf/242-cf-2010 http://www.cnbb.org.br/site/component/docman/cat_view/241-cf/242-cf-2010 Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe Frei Betto hatte seinen Posten als Regierungsberater im Präsidentenpalast aus Unzufriedenheit mit der Wirtschafts-und Sozialpolitik der Lula-Regierung aufgegeben, der jüdische Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew ebenfalls: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/04/befreiungstheologe-frei-betto-widerspricht-lula-und-uno-soziale-ungleichheit-in-brasilien-nahm-unter-lula-nicht-ab-sondern-zu/ http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/sklavenarbeit-unter-lula-angeprangert-vom-deutschstammigen-kardinal-odilo-scherer-im-protest-gottesdienst-am-1-mai-in-der-kathedrale-sao-paulo/ http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/03/rousseff-regierung-in-brasilia-macht-spekulanten-neues-riesengeschenk-leitzinsen-auf-1175-prozent-erhoht-brasil-lider-global-em-juros-reais-folha-de-sao-paulo/ http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/20/weltsozialforum-2010-in-porto-alegre-und-brasilien-das-system-hier-ist-einfach-verfault-weltsozialforum-erfinder-oded-grajew-in-sao-paulo/ http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/ 2008 ergibt eine Studie, daß besonders in der Unterschicht sich Frauen dann sofort scheiden lassen, wenn sie mehr verdienen als der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.cnbb.org.br/site/component/docman/cat_view/241-cf/242-cf-2010">http://www.cnbb.org.br/site/component/docman/cat_view/241-cf/242-cf-2010</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/02/bruderlichkeitskampagne2010poster.jpg" alt="bruderlichkeitskampagne2010poster.jpg" /></p>
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<p><strong>Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe Frei Betto hatte seinen Posten als Regierungsberater im Präsidentenpalast aus Unzufriedenheit mit der Wirtschafts-und Sozialpolitik der Lula-Regierung aufgegeben, der jüdische Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew ebenfalls:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/04/befreiungstheologe-frei-betto-widerspricht-lula-und-uno-soziale-ungleichheit-in-brasilien-nahm-unter-lula-nicht-ab-sondern-zu/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/04/befreiungstheologe-frei-betto-widerspricht-lula-und-uno-soziale-ungleichheit-in-brasilien-nahm-unter-lula-nicht-ab-sondern-zu/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/sklavenarbeit-unter-lula-angeprangert-vom-deutschstammigen-kardinal-odilo-scherer-im-protest-gottesdienst-am-1-mai-in-der-kathedrale-sao-paulo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/02/sklavenarbeit-unter-lula-angeprangert-vom-deutschstammigen-kardinal-odilo-scherer-im-protest-gottesdienst-am-1-mai-in-der-kathedrale-sao-paulo/</a></p>
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<p><span id="more-4629"></span></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/25/franziskaner-sao-paulos-verteilen-weihnachten-nahrungsmittel-an-tausende-von-armen-und-verelendeten/</a></p>
<p><strong>2008 ergibt eine Studie, daß besonders in der Unterschicht sich  Frauen dann sofort scheiden lassen, wenn sie mehr verdienen als der Mann  oder dieser arbeitslos wird.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/22/obdachlose-bevolkerung-sao-paulos-wachst-unter-lula-jahrlich-um-9-prozent-laut-franziskaner-zeitschrift-franziskaner-mission-fur-2009-groserer-zuwachs-erwartet/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/22/obdachlose-bevolkerung-sao-paulos-wachst-unter-lula-jahrlich-um-9-prozent-laut-franziskaner-zeitschrift-franziskaner-mission-fur-2009-groserer-zuwachs-erwartet/</a></p>
<p><strong>Deutscher Franziskaner Johannes Gierse in Sao Paulo:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/28/deutscher-franziskaner-johannes-gierse-uber-die-rolle-der-regierungen-deutschlands-frankreichs-und-brasiliens-oded-grajew-weltsozialforum-2010/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/28/deutscher-franziskaner-johannes-gierse-uber-die-rolle-der-regierungen-deutschlands-frankreichs-und-brasiliens-oded-grajew-weltsozialforum-2010/</a></p>
<p><strong>Kirche und Profite der Sextourismus-Industrie Brasiliens:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/</a></p>
<p><strong>ThyssenKrupp-Stahlwerksprojekt bei Rio de Janeiro:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/19/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-neues-stahlwerk-wird-immer-teurer-laut-handelsblatt-lokale-militardiktatur-im-umfeld-laut-grunen-politiker-alfredo-sirkis-todesschwadronen-folter-scheiterhauf/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/19/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-neues-stahlwerk-wird-immer-teurer-laut-handelsblatt-lokale-militardiktatur-im-umfeld-laut-grunen-politiker-alfredo-sirkis-todesschwadronen-folter-scheiterhauf/</a></p>
<p><strong>Helio Bicudo zu Impeachment gegen Lula:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/impeachment-gegen-lula-wegen-des-parteien-und-stimmenkauf-skandals-ware-gerechtfertig-gewesen-lula-war-kommandant-der-mensalao-bande-betont-helio-bicudo-prasident-der-interamerikanischen-mensc/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/impeachment-gegen-lula-wegen-des-parteien-und-stimmenkauf-skandals-ware-gerechtfertig-gewesen-lula-war-kommandant-der-mensalao-bande-betont-helio-bicudo-prasident-der-interamerikanischen-mensc/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/catholic-mass-media-online-directory-katholische-weltkirche-verbessert-medienprasenz-und-informationspolitik/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/catholic-mass-media-online-directory-katholische-weltkirche-verbessert-medienprasenz-und-informationspolitik/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/04/chico-whitaker-trager-des-alternativen-nobelpreises-weltsozialforum-mitgrunder/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/04/chico-whitaker-trager-des-alternativen-nobelpreises-weltsozialforum-mitgrunder/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/lula-macht-laut-wertekriterien-des-weltwirtschaftsforums-in-davos-alles-richtig-hohe-ehrung-mit-preis-global-statesmanship-wirtschaftsethik-und-menschenrechtslage-weltsozialforum-2010/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/29/lula-macht-laut-wertekriterien-des-weltwirtschaftsforums-in-davos-alles-richtig-hohe-ehrung-mit-preis-global-statesmanship-wirtschaftsethik-und-menschenrechtslage-weltsozialforum-2010/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/11/weltsozialforum-2010-in-porto-alegre-25-29januar/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/11/weltsozialforum-2010-in-porto-alegre-25-29januar/</a></p>
<p><strong>Weltsozialforum 2010 und Lula-Politik:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/05/putschversuch-gegen-lula-2005-und-das-weltsozialforum-in-salvador-da-bahia-komplexe-hintergrunde-des-fast-durchweg-von-der-lula-regierung-finanzierten-weltsozialforums-2010-in-brasilien-a-tent/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/05/putschversuch-gegen-lula-2005-und-das-weltsozialforum-in-salvador-da-bahia-komplexe-hintergrunde-des-fast-durchweg-von-der-lula-regierung-finanzierten-weltsozialforums-2010-in-brasilien-a-tent/</a></p>
<p><strong>&#8222;Folter ohne Ende&#8220;:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</a></p>
<p><strong>Gefängnispastoral gegen Folter:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/18/folter-unter-lula-in-diesem-land-wird-taglich-gefoltert-ich-bin-es-mude-auf-soviel-folter-achtzugeben-jose-de-jesus-filho-bischofliche-gefangnispastoral-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/18/folter-unter-lula-in-diesem-land-wird-taglich-gefoltert-ich-bin-es-mude-auf-soviel-folter-achtzugeben-jose-de-jesus-filho-bischofliche-gefangnispastoral-brasiliens/</a></p>
<p><strong>Spenden aus Buchkirchen/Österreich für die</strong><strong>Â achtgrößte Wirtschaftsnation:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/12/buchkirchner-schuler-helfen-kindern-in-brasilien-spenden-fur-die-achtgroste-wirtschaftsnation-osterreichischer-gefangenenpriester-gunther-zgubic/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/12/buchkirchner-schuler-helfen-kindern-in-brasilien-spenden-fur-die-achtgroste-wirtschaftsnation-osterreichischer-gefangenenpriester-gunther-zgubic/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/26/wohlhabende-verbrauchen-in-drei-tagen-wozu-arme-ein-ganzes-jahr-brauchen-brasiliens-soziale-kontraste-ipea-studie/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/26/wohlhabende-verbrauchen-in-drei-tagen-wozu-arme-ein-ganzes-jahr-brauchen-brasiliens-soziale-kontraste-ipea-studie/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/11/rheingauschule-rudesheim-unterstutzt-franziskaneranwalt-xavier-plassat-kampfer-gegen-sklavenarbeit-in-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/11/rheingauschule-rudesheim-unterstutzt-franziskaneranwalt-xavier-plassat-kampfer-gegen-sklavenarbeit-in-brasilien/</a></p>
<p><strong>Oscar Quevedo in Sao Paulo, echte und falsche Wunder:</strong> <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1124312/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1124312/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1201698/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1201698/</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1124312/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1124312/</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/919048/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/919048/</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/879347/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/879347/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/slumkloakesp1.JPG" alt="slumkloakesp1.JPG" /></p>
<p><strong>“Krise &#8211; was denn für eine Krise?” &#8211; Kloake-Slum in Sao Paulo.</strong></p>
<h2>              <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/10/brasiliens-gefangenenseelsorge-der-deutsche-pastor-wolfgang-lauer/" rel="bookmark">Brasiliens Gefangenenseelsorge &#8211; der deutsche Pastor Wolfgang Lauer.</a></h2>
<p>Samstag, 10. Dezember 2011 von Klaus Hart   <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11804" title="Beitrag bearbeiten">**</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/caran6.JPG" alt="caran6.JPG" /></p>
<p><a href="http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html"><strong>http://brueckenbauer.blogspot.com/2011_05_01_archive.html</strong></a></p>
<p><strong>Ouro Preto &#8211; Jesus Christus: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/04/brasilien-ouro-preto-osternpascoa-2013-%E2%80%9Cauto-da-paixao%E2%80%9D-igreja-de-santa-efigenia/">http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/04/brasilien-ouro-preto-osternpascoa-2013-%E2%80%9Cauto-da-paixao%E2%80%9D-igreja-de-santa-efigenia/</a></p>
<p><strong>Brasilien-Hintergrundtexte aus dem vergangenen Jahrzehnt:</strong></p>
<p><strong>Aus Amazonien nichts Neues(2005)</strong></p>
<p><strong>Studie widerlegt geschönte Regierungsangaben über Urwaldvernichtung</strong></p>
<p><strong>Daß Brasiliens Regierungen mit falschen, geschönten Zahlen das wahre  Ausmaß der Regenwaldzerstörung herunterspielten, ist für Greenpeace, den  WWF und Amazonasbischöfe wie den Österreicher Erwin Kräutler seit  Jahrzehnten ein alter Hut. Doch auch in Deutschland nahm man die  offiziellen Abholzungsdaten aus Brasilia gewöhnlich für bare Münze,  hörte nicht auf die wahren Urwaldkenner. Deren Kritik wird jetzt  erstmals durch eine Studie nordamerikanischer und brasilianischer  Wissenschaftler bestätigt, die kurioserweise in Europa Überrraschung  hervorruft.  Danach wurde etwa doppelt soviel Wald vernichtet als bisher  immer vermeldet. Denn Überwachungssatelliten registrierten nur jene  „Clear-Cut-Regionen“, in denen kein Baum mehr steht, nicht aber  selektive Abholzungen. Diese ließen sich nun durch präzisere Auswertung  von Satellitenfotos erstmals quantifizieren.</strong></p>
<p><strong>Kahlschläge fallen selbst in den Weiten Amazoniens leichter auf,  könnten zu Ärger mit den Umweltbehörden führen. Deshalb verlegten sich  die Holzfirmen seit den Neunzigern auf den illegalen „Corte seletivo“ –  Bischof Kräutler im Amazonas-Teilstaat Parà hat die stupide Fäll-und  Transportmethode immer wieder als Umweltverbrechen angeprangert.  „Besorgniserregend ist, daß man dabei sogar Sklavenarbeiter  rücksichtslos ausbeutet.“</strong></p>
<p><strong>Wurde ein Urwaldriese aufgespürt, der nicht selten über fünfhundert  Jahre alt ist, wird er angesägt und reißt beim Sturz im Durchschnitt  dreißig große Bäume bester Qualität mit um, ganz zu schweigen vom  plattgewalzten Unterholz. Arbeiter trennen nun den unteren, dicksten  Teil des Stammes von jenem zum Wipfel auslaufenden Rest, nach dem sich  jedes europäische Sägewerk die Finger lecken würde. Dieser große Rest  wird jedoch ebenso wie die umgerissenen Edelholzbäume liegen gelassen  und verfault. Der herbeigerufene Bulldozer zerrt nur das Filetstück des  Urwaldriesen hinter sich her. Zurück bleibt ein Ort der Verwüstung und  Degeneration. Starke Winde zerbrechen schwache Restbäume. Die relativ  dünne Humusschicht ist erstmals Sonne und starkem Tropenregen  ausgesetzt, verliert rapide an Fruchtbarkeit. Doch auch der Bulldozer   reißt oft eine mehrere Dutzend Kilometer lange Spur der Zerstörung in  den Tropenwald, da ein Wegenetz fehlt. Nur einige Prozent der jährlich  anfallenden Edelholzmasse gelangen auf den Weltmarkt – das meiste  vermodert oder wird abgefackelt. Wegen der berüchtigten Brandrodungen,  mit denen vor allem Flächen für mehr Sojaanbau gewonnen werden, zählt  das Drittweltland zu den fünf größten Luftvergiftern der Erde. In  gigantischen Flammenwänden verbrennen Millionen von Tieren lebendig, die  nationale Liste vom Aussterben bedrohter Arten wird daher rasch länger.  Kein Wunder, daß Brasilien im neuesten Guinness-Buch der Rekorde gleich  mehrfach als Top-Umweltvernichter negativ herausgestellt wird.</strong></p>
<p><strong>Staatschef Luis Inacio Lula da Silva und seine zu einer großen  Pfingstkirche zählende Umweltministerin Marina Silva hatten Anfang 2003  beim Amtsantritt der Weltgemeinschaft radikalen, beispielhaften  Naturschutz versprochen. Doch passiert ist das Gegenteil. Selbst gemäß  den geschönten amtlichen Angaben wurden jährlich weiterhin über 25000  Quadratkilometer Urwald vernichtet, mehr als in den Jahren der  Militärdiktatur &#8211;  den „Corte seletivo“ nicht eingerechnet. Greenpeace  und Umweltexperten der katholischen Kirche weisen jetzt erneut auf  Blairo Maggi &#8211; schwerreicher Gouverneur des Amazonasteilstaat Mato  Grosso.  Maggi sei zugleich weltgrößter Sojaproduzent und für die Hälfte  der jüngsten Abholzungen direkt verantwortlich. Er gehört zur  „Sozialistischen Volkspartei“(PPS), einem wichtigen Koalititionspartner  von Staatschef Lula.  Der fördert das devisenbringende „Agrobusiness“,  besonders die Soja-und Fleischexporteure, nach Kräften.</strong></p>
<p><strong>Auf Brasiliens Umweltaktivisten werden immer wieder Attentate verübt.  Im Februar ließen Holzunternehmer und Großfarmer in Bischof Kräutlers  Teilstaat Parà die nordamerikanische Missionarin und Regenwaldschützerin  Dorothy Stang ermorden. Ende Oktober macht Parà wieder  Negativschlagzeilen: Jener Großagrarier Josè Dias Pereira, der die  letzten zwei Jahre in einem Schutzgebiet an die zwei Millionen  Urwaldbäume fällen ließ und deshalb ins Gefängnis kam, wurde nach 52  Tagen freigelassen.</strong></p>
<p><strong>Katholischer Amazonaspriester wegen Umweltprotesten mit Mord bedroht/”Willst du wie Dorothy Stang enden?”</strong></p>
<p><strong>Der katholische Priester Antonio Ramiro Benito wird derzeit im  nordbrasilianischen Teilstaate Amazonas von Holzfirmen und deren  Pistoleiros mit Mord bedroht, weil er öffentlich die illegale Abholzung  von Urwald anprangert. Wie die Qualitätszeitung “O Estado de Sao Paulo”  am Wochenende weiter berichtete, erinnern die Holzfirmen den  sechzigjährigen Priester zynisch an die Liquidierung der  nordamerikanischen Missionarin und Umweltaktivistin Dorothy Stang vom  Februar im benachbarten Teilstaate Parà. “Willst du enden wie Dorothy”,  lauteten entsprechende Drohungen. Gemäß der Zeitung wirkt der aus  Spanien stammende Benito in der Stadt Novo Aripuana, in deren Region de  facto völlige Rechtlosigkeit herrsche. Daß der Teilstaat Amazonas dieses  Jahr von einer verheerenden Dürre heimgesucht worden sei, so klage der  Priester an, sei Folge der ungehemmten Urwaldvernichtung. “Wenn diese so  weitergeht, wird die Dürre von Jahr zu Jahr schlimmer.” Dem Bericht  zufolge setzt sich Benito auch für die traditionell in der Region  lebenden Fischer und Kleinbauern ein, die von den Holzfirmen und  Bodenspekulanten vertrieben würden. Diese seien nach dem Mord an Dorothy  Stang aus Parà nach Novo Aripuana übergewechselt, weil die  Zentralregierung in Parà nach der Tat Militär stationiert habe. Der  zuständige Umweltstaatssekretär von Amazonas, Virgilio Viana, hat gemäß  der Zeitung die Angaben von Priester Benito bestätigt. Die Stationierung  von Militär in Parà, so Viana, habe die Umwelt-und  Menschenrechtsprobleme lediglich zweitweise nach Amazonas verlagert. Die  Missionarin Dorothy Stang war im Auftrage von Holzfirmen und  Großgrundbesitzern erschossen worden, weil sie sich ebenso wie Priester  Benito gegen die illegale Urwaldvernichtung sowie für die Menschenrechte  der armen Waldbewohner eingesetzt hatte. Die acht Geschwister von  Dorothy Stang sowie nordamerikanische Umweltschutzorganisationen haben  betont, daß entgegen den Versprechen von Brasiliens Staatschef Luis  Inacio Lula da Silva auch nach dem Attentat die Straffreiheit in Parà  dominiere und die Umweltvernichtung weitergehe. Laut jüngsten Angaben  der UN-Welternährungsorganisation FAO ist Brasilien derzeit der größte  Urwaldvernichter des Erdballs. Aus Protest gegen die Umweltpolitik der  Lula-Regierung hatte sich im November der renómmierte  Naturschutzaktivist Francisco Anselmo Gomes bei einer Kundgebung selbst  verbrannt.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Bischofskonferenz verurteilt Welle sadistischer Verbrechen</strong></p>
<p><strong>Diskussion um Einführung der Todesstrafe</strong></p>
<p><strong>„Wir erleben schockierende Situationen der Barbarei“, bekräftigt tief  erschüttert der deutschstämmige Bischofskonferenz-Generalsekretär Odilo  Scherer. „Der Staat muß endlich handeln, die Menschenrechte der Bürger  respektieren!“ Scherer spricht damit den vielen Millionen von  Brasilianern aus dem Herzen, die angesichts einer neuen Welle besonders  sadistischer Verbrechen deprimiert, in Spannung und Angst sind. Kurz vor  dem Karneval hatten Gangster mit einem geraubten Auto in Rio de Janeiro  einen behinderten sechsjährigen Jungen durch drei Stadtviertel  geschleift, bis von ihm nur noch zerfetzte Reste übrig waren. Deshalb  wurde öffentlich sogar gefordert, den Rio-Karneval abzublasen, rufen  schwarz umrandete Riesenposter an den Mauern jetzt dazu auf, den Tod des  Jungen und ähnliche Untaten nicht länger hinzunehmen. Auch Kugeln töten  fast täglich Kinder. Doch nur wenige Prozent der jährlich über 50000  Morde Brasiliens werden aufgeklärt.</strong></p>
<p><strong>In dieser Woche ein neuer Schock: An der Copacabana werden drei  französische Menschenrechtsaktivisten sadistisch gefoltert, barbarisch  ermordet. Die drei mutmaßlichen Täter haben noch blutige Hände, als sie  die Polizei nach Hinweisen faßt. Der 25-jährige Anführer ist ein  früheres Straßenkind, dem die Franzosen mit ihrer NGO für Slumprojekte  einst das Leben gerettet hatten, ihn zum festen Mitarbeiter ausbildeten.  Als sie entdeckten, daß ihr besonderer Schützling hohe Spendensummen  abzweigte, plante dieser gemäß den Ermittlungen kaltblütig die Tat. Doch  über die meisten perversen Verbrechen schweigen Staat und Medien -mit  Rücksicht auf das Landesimage. Marina Maggessi, seit kurzem  Kongreßabgeordnete und zuvor Rios Polizei-Chefinspektorin, nannte die  Banditenbosse regelrechte „Tyrannen“:“Sie  verbrennen Menschen lebendig,  zerstückeln Personen, begehen Greueltaten jeder Art, herrschen über die  Elendsviertel mit aller Brutalität.“ Unter Staatschef Luis Inacio Lula  da Silva hat sich die machistische Gewaltkultur weiter verfestigt, sind  „Ehrenmorde“ häufig. In der nordostbrasilianischen Millionenstadt und  Tourismushochburg Recife ist Gewalt durch Waffen und Schläge die erste,  wichtigste Todesursache bei Mädchen und Frauen zwischen zehn und 49  Jahren. „Derzeit schafft man günstige Bedingungen für noch mehr Gewalt“,  sagt Sao Paulos Uni-Sozialwissenschaftler Paulo Mesquita . „Bei den  Menschenrechten, beim Aufbau der Demokratie gibt es Rückschritte.“ Im  Februar war Finanzminister Guido Mantega Geisel unbekannter Banditen –  zwei Monate zuvor traf es zwei andere Minister. Die Mehrheit der  Brasilianer will seit langem die Todesstrafe. Angesichts des zunehmenden  Täter-Sadismus machen sich erstmals Intellektuelle zum Sprachrohr für  Rachegefühle. Gegen die Mörder des behinderten Jungen in Rio wäre die  Todesstrafe zu wenig, schrieb Renato Ribeiro, Ethikprofessor an  Brasiliens größter Bundesuniversität in Sao Paulo. „Ich denke, sie  müßten eines grauenhaften Todes sterben – genauso grauenhaft, wie sie es  mit dem Jungen machten.“ Die Bischofskonferenz ist gegen die  Todesstrafe ebenso wie gegen ein niedrigeres Strafmündigkeitsalter.   Hochgefährliche jugendliche Schwerverbrecher dürften indessen nicht  schon nach kurzer Zeit auf die Straße zurückkehren, wie es derzeit  üblich sei. Amazonas-Bischöfe wie Erwin Kräutler aus Österreich  bestätigen zudem, daß nicht in den Großstädten die Mordrate am höchsten  ist, sondern in Gemeinden und Kleinstädten des Hinterlandes. In Rio  entfallen auf 100000 Einwohner jährlich rund fünfzig Morde. Im  nordbrasilianischen Colniza sind es indessen 165 Morde – in Deutschland  ein einziger. Gemäß neuen Studien sind rund vierzig Prozent der Bewohner  Sao Paulos schwach bis stark psychisch gestört, jeder zehnte müßte in  psychiatrische Behandlung. Wie Dr. Sergio Tamai, Direktor des  katholischen Betreuungszentrums „Santa Casa de Misericordia“ dort   betonte, gehörten Gewalt und Verbrechen zu den wichtigsten Gründen für  Depression oder Paniksyndrome. Papst Benedikt XVI. besucht die  drittgrößte Stadt des Erdballs im Mai.</strong></p>
<p><strong>Brasilianisches Nachrichtenmagazin berichtet über Kindstötung bei Indiostämmen</strong></p>
<p><strong>Das brasilianische Nachrichtenmagazin „Isto è“ hat in seiner neuesten  Ausgabe der staatlichen Indianerschutzbehörde FUNAI vorgeworfen,  statistische Angaben über die bei verschiedenen Indiostämmen übliche  Tötung von Kindern, den sogenannten Infantizid, zu verheimlichen. Edson  Suzuki, Direktor der NGO Atini, erklärte gegenüber „Isto è“, es sei  absurd, unter welchem Vorwand auch immer, die Augen vor diesem Genozid  an Kindern zu verschließen. „Man darf keine Kultur schützen, die gegen  das Leben ist“, sagte Suzuki. „Schwarze Sklaven zu besitzen, war auch  bereits einmal ein kulturelles Recht.“</strong></p>
<p><strong>Das Nachrichtenmagazin schilderte den Fall des Indiojungen Amalè vom  Stamme der Kamaiurà im Teilstaate Mato Grosso: Im November 2003 wird er  von seiner Mutter Kanui kurz nach der Geburt lebendig eingegraben. Kanui  folgte damit einer Stammesvorschrift, derzufolge Kinder alleinstehender  Frauen lebendig verscharrt werden müssen. Zwei Stunden später  entschließt sich die Tante von Amalè, ihn zu retten. „Bevor ich Amalè  ausgrub, hatte ich dort bereits die Schreie von drei anderen lebendig  begrabenen Kindern gehört“, sagte Kamiru, 36. „Ich versuchte sie alle  wieder herauszuholen, aber Amalè war der einzige, der überlebte.“  Wissenschaftler haben laut „Isto è“ die Praxis des Infantizids bei  mindestens 13 Ethnien, darunter den Yanomami, Tapirapè und Madiha  entdeckt. So seien allein 2004  insgesamt 98 Yanomami-Kinder von ihren  Müttern umgebracht worden. Die Kamaiurà, Stamm des Jungen Amalè, töten  danach zwischen 20 und 30 Kinder pro Jahr. „Außer den Kindern  alleinstehender Frauen“, so das Nachrichtenmagazin, „sind Babies mit  körperlichen und geistigen Behinderungen zum Tode verurteilt.“ Zwillinge  könnten ebenfalls umgebracht werden. Zu den sehr banalen Motiven  zähle,  wenn Indiokinder wegen simpler Hautflecken umgebracht  würden.   Denn solche Kinder, so heiße es, könnten dem Stamme Schlechtes bringen.  Tötungsmethoden seien das lebendige Eingraben, das Ertränken oder  Ersticken der Babies. Im allgemeinen müsse die eigene Mutter das Kind  töten, doch gebe es Fälle, in denen sie dabei vom Medizinmann  unterstützt werde.</strong></p>
<p><strong>Laut „Isto è“ überlebten dank der NGO Atini, der protestantische  Missionare und katholische Aktivisten angehörten, mindestens zehn  Indiokinder, die derzeit in Brasilia betreut würden.</strong></p>
<p><strong>Panzer, Kanonen und ein mutiger Hungerstreik-Bischof</strong></p>
<p><strong>Mehr Solidarität trotz Medienblockade Brasilias</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Regierung wird immer nervöser, weil Franziskaner-Bischof  Luiz Flavio Cappio einfach nicht kapitulieren will. Auch nach über  zwanzig Tagen Hungerstreik gegen das umstrittene Flußumleitungsprojekt  am nordöstlichen Rio Sao Francisco macht er unbeirrt weiter, erhält  immer mehr Solidarität aus der ganzen Welt. Fast zehn Kilo magerer und  ständig von einem Arzt betreut, beobachtet Cappio von seiner  Ufer-Kapelle in Sobradinho, wie wichtig man ihn im Präsidentenpalast der  fernen Hauptstadt Brasilia nimmt. Staatschef Lula, Oberbefehlshaber der  Streitkräfte, hat die letzten Tage rund um den Hungerstreik-Bischof die  Militärpräsenz verstärkt: Panzer und Kanonen rollen, Militärlaster  bringen immer mehr in Guerillataktik geschulte Soldaten an den Rio Sao  Francisco. „Das ist hier wie zur Diktatur“, sagt Ruben Siqueira, Cappios  engster Berater von der Bodenpastoral, am Montag in Sobradinho. „Das  Militär schüchtert die Leute am Fluß ein, will sie von Protesten  abhalten.“ Seit dem Wochenende ruhen wegen einer einstweiligen  Gerichtsverfügung vorläufig die Bauarbeiten, stehen daher für  Patrouillen, Straßenkontrollen noch mehr Soldaten, Offiziere und  Fahrzeuge bereit. Laut Ruben Siqueira führt Brasilia zudem geschickt und  trickreich einen Medienkrieg gegen den Hungerstreik-Bischof, will ihn  von den Politikern des Nordostens und selbst in der Kirche isolieren.  Auffällig, daß Brasiliens große Medienunternehmen, durchweg in  Privathand, tagelang nichts über Cappio brachten. Durchgesickert sei,  daß Lula entsprechenden Druck auf die führenden TV-Sender ausübte, damit  die ihre Nachrichtensendungen Cappio-frei hielten. „Unsere  Fernsehstationen brauchen die Gewinne aus den vielen Werbespots der  Regierung, gerade in den populären TV-News“, erläutert Siqueira.  Brasilia wolle sogar den Vatikan veranlassen, eine harte Haltung  gegenüber Cappio einzunehmen.</strong></p>
<p><strong>Und in der Tat kommen aus der Kirche widersprüchliche Signale. Rom  und auch Brasiliens Bischofskonferenz(CNBB) haben Cappio inzwischen  gebeten, sein Leben zu schonen, die Protestaktion nicht weiterzuführen.  Die CNBB forderte andererseits die Christen und „alle Menschen guten  Willens“ zur Unterstützung von Cappio auf. Brasiliens Sozialbewegungen  und die Pastoralen der Bischofskonferenz erklärten den Montag zum  „Nationalen Tag des solidarischen Fastens“ – im ganzen Land traten  Ungezählte auf Plätzen und in Kirchen ebenfalls in den Hungerstreik. Und  selbst der Indianermissionsrat der Bischofskonferenz stellte in einer  Note klar, daß Cappios Protest sich längst nicht mehr nur gegen das  Umleitungsprojekt richte. „Der Bischof entlarvt das derzeitige  Demokratie-Modell der Regierung“, heißt es darin. Begünstigt würden  Bankiers und Großunternehmer, während die einfachen Leute mit sozialer  Unsicherheit und wachsender Misere konfrontiert seien. Cappio kämpfe für  jene, die unter Hunger, Elend und Arbeitslosigkeit litten, als nutzlos,  „Wegwerf-Müll“ betrachtet würden. Staatschef Lula zeige offen seine  Mißachtung für den Bischof und bekräftige erneut, die „herrschenden  Strukturen in Politik und Wirtschaft“ aufrechtzuerhalten. „Brasiliens  Realität ist durch zunehmende Ungleichheit und Ungerechtigkeit  gezeichnet.“</strong></p>
<p><strong>Bischof Tomas Balduino von der Bodenpastoral, doch auch zahlreiche  Wissenschaftler weisen auf die interessante Tatsache, daß die  Lula-Regierung für ihr Megaprojekt etwa von der Weltbank und anderen  internationalen Kreditinstituten einfach keine Gelder bewilligt bekommt.  „Weil offenkundig ist, daß die Flußumleitung keineswegs die  Wasserprobleme der Menschen in den Dürrezonen löst“, betont der  Umweltexperte und Universitätsprofessor Thomaz Machado. Das Projekt  diene nur den Eliten.</strong></p>
<p><strong>Angesichts dieser Sachlage warnte Hungerstreik-Bischof Cappio am  Montag erneut: „Die Brasilianer müssen sich fragen, wie es um ihre  Demokratie steht – mein Gesundheitszustand ist verglichen damit, eher  drittrangig.“</strong></p>
<p><strong>Brasilien vor sozialer Explosion wie zuvor in Argentinien? Staatliche Almosen als Betäubungsmittel</strong></p>
<p><strong>Die Sozial-und Wirtschaftspolitik der  Mitte-Rechts-Regierung ein  Desaster, rasch wachsende Slums, Rekordarbeitslosigkeit, ausufernde  Gewalt, mehr Morde als in jedem anderen Land der Welt &#8211; dazu schlechte  Aussichten für 2004. Und trotzdem bleibt, anders als in Haiti oder  Venezuela, alles ruhig, konstatieren perplex innenpolitische Beobachter,  aber auch Bischöfe und Pfarrer der ökonomischen Führungsmacht  Südamerikas. „Warum explodiert Brasilien nicht“, fragt die führende,  auflagenstärkste Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“, nachdem die  Mannschaft des  Staatschefs und Ex-Gewerkschaftsführers Luis Inacio Lula  da Silva nun auch noch von einem verheerenden Korruptionsskandal  heimgesucht wird, Verbindungen der Unterwelt bis in den  Präsidentenpalast offenliegen. Keine Revolten der verelendeten Massen,  keine Generalstreiks, gar Straßenbarrikaden. Die Armen scheinen sich  über dieses verschuldete, ungerechte, ignorante Land einfach keinen Kopf  zu machen, kommentiert die „Folha de Sao Paulo“ drastisch –  „andernfalls hätten sie schon alles in Brand gesteckt“. Die öffentliche  Diskussion um die – noch – ausbleibende „Explosao social“ hatte  interessanterweise Kardinal Geraldo Majella Agnelo, Präsident der  nationalen Bischofskonferenz CNBB, ausgelöst.  In beispiellos scharfer  Form forderte er Staatschef Lula die letzten Tage mehrfach auf, seine  sozialen Versprechungen aus dem Wahlkampf zu erfüllen und die prekären  Lebensbedingungen des brasilianischen Volkes endlich zu verbessern.  Die  Lage gleiche einem Dampfkessel mit hohem Überdruck – „in anderen  Ländern wäre es längst zu einer Explosion gekommen. Man braucht nur nach  Argentinien zu schauen, wo das Volk auf die Straße ging und radikale  Änderungen forderte.“ Doch hier gebe es eben diese typisch  brasilianischen Kniffe und Tricks, den „Jeitinho brasileiro“,  mit dem   man alle Probleme zu lösen versuche – „aber das geht nicht immer glatt.“</strong></p>
<p><strong>Der Jeitinho brasileiro ist ein vielgebrauchter, von den Soziologen  vielanalysierter Begriff in dem Tropenland, bezeichnet gerissene,  unethische Vorgehensweisen, um in der Politik wie im Alltag an den  Gesetzen vorbei zum Ziel zu kommen. In einem allgemeinen Klima der  Unehrlichkeit und des weithin fehlenden  Gemeinschafts-und Bürgersinns,  wie der auch in Deutschland vielverlegte Schriftsteller Joao Ubaldo  Ribeiro oder der Cineast und Kolumnist Arnaldo Jabor immer wieder  beklagen. Der angesehene, sozial engagierte Großunternehmer Ermirio de  Morais nennt sein Land gar das „Paradies der Gerissenen“, die man vor  allem „oben“, in der Politik finde – geißelte diese selbst in einem  Theaterstück aus seiner Feder. Der Lula-Regierung wirft er vor, mit  Rekord-Leitzinsen den Banken und Spekulanten Rekordgewinne zu  bescheren,  aber das Wirtschaftswachstum und damit auch die Schaffung  von Arbeitsplätzen zu verhindern – welche die 175 Millionen Brasilianer  heute nötiger brauchten als Sozial-Almosen. Andere prominente Analysten  erinnern an Ministerversprechen, im Sozialbereich auf keinen Fall zu  kürzen – „sie haben gelogen!“ Dennoch seien genügend Mittel übrig  geblieben, um von den  über vierzig  Millionen Verarmten bzw.  Verelendeten wenigstens annähernd die Hälfte mit  Mini-Sozialhilfen  zu  beglücken, die  wie Anestesicos, Betäubungsmittel, wirkten. Diese  Hilfen, ob für Hungernde, Behinderte, Kinder aus Slumfamilien oder  Landarbeiter im Ruhestand, beginnen bei umgerechnet sage und schreibe  zwei Euro und erreichen maximal achtundsechzig Euro monatlich. Bei einem  Preisniveau, das dem osteuropäischen ähnelt, ist damit  ein Entkommen  aus der Misere unmöglich.</strong></p>
<p><strong>Mit Lula stolperte Brasilien 2003 entgegen allen populistischen  Wahlversprechen in die Rezession.  „Ohne Wirtschaftswachstum endet die  Wirkung dieses Betäubungsmittels“,  warnt die „Folha de Sao Paulo“,  „aber wann wird das sein? Falls die Realeinkommen weiter sinken, die  Arbeitslosigkeit weiter steigt, wird Lula sein Mandat nicht in Ruhe  beenden.“ Also doch eine „Explosao social“ in Sicht? Der auch in  Deutschland recht bekannte brasilianische Befreiungstheologe und  Dominikaner-Ordensbruder Frei Betto, derzeit als Präsidentenberater  Lulas hauptsächlich für die Hungerbekämpfung zuständig, hat immer wieder  die politische Apathie im Lande beklagt. Elend mobilisiere nicht  notwendigerweise zu Gegenaktionen, betäube vielmehr, halte die  Betroffenen in psychischer und physischer Lethargie. Gerade Arbeitslose  hätten Angst, sich zu mobilisieren. „Die kollektive politische Apathie  ist symptomatisch für den Zustand der brasilianischen Demokratie.“</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Hungerstreik-Bischof Cappio kämpft weiter</strong></p>
<p><strong>„Leben wir in einer Diktatur?“</strong></p>
<p><strong>In Nordostbrasilien hat das Militär ungeachtet öffentlicher Proteste  den Bau der gigantischen und heftig umstrittenen Umleitung des Rio Sao  Francisco wiederaufgenommen.  Franziskanerbischof Luiz Flavio Cappio,  der gegen das Projekt bis kurz vor Weihnachten einen 24-tägigen  Hungerstreik geführt hatte, kündigte deshalb neue Protestaktionen der  nationalen Sozialbewegungen an. „Der Kampf geht weiter.“ Die Regierung  von Staatschef Luis Inacio Lula da Silva sei ausgerechnet gegenüber  jenen gesellschaftlichen Gruppen „total unsensibel“, die seinen Wahlsieg  garantierten. Der Dialog mit dem Volk werde verweigert. „Leben wir in  einer Diktatur?“ Der stark abgemagerte 61-jährige Cappio erholt sich nur  langsam von den zurückliegenden Strapazen und trinkt viel Kokosmilch.  Er lächelt hintergründig-weise, wirkt keineswegs gebrochen, sondern tief  zufrieden. Denn mit seiner Aktion hat er die Nation weit stärker  aufgerüttelt als mit den elf Tagen Hunger-Protest von 2005. Wie  durchsickerte, hatte die Lula-Regierung durch Druck auf die Medienbosse  erreicht, daß anfangs kaum oder gar nicht über den Hungerstreik und die  Argumente Cappios berichtet werden durfte. Das verärgerte viele  Journalisten, traf sie in der Berufsehre. Überraschendes Resultat: Nach  dem Abbruch der Aktion publizierten gerade die Qualitätsmedien soviel  gutfundierte Kritik an dem Umleitungsprojekt wie nie zuvor – der anfangs  verlachte, verhöhnte Cappio wurde Sympathieträger. Staatschef Lula  blamierte sich mit seiner Empfehlung an Cappio, Vernunft anzunehmen und  sich nicht in technische Fragen einzumischen, von denen er nichts  verstehe. Denn just für die technisch-wirtschaftlichen Details der  Flußumleitung interessieren sich die Brasilianer mehr denn je und  entdecken zunehmend Schwachstellen der Regierungspropaganda. Laut Lula  sollen 12 Millionen Arme in Dürreregionen durch das Projekt endlich  Trinkwasser erhalten. Doch auch Befreiungstheologe Leonardo Boff nennt  dies falsch – über neunzig Prozent der umgeleiteten Wassermassen seien  schließlich für Industrie und Export-Landwirtschaft bestimmt, nur fünf  Prozent für bedürftige Menschen. Zudem fehle in jenen Regionen gar kein  Trinkwasser, regne es mehr als in Frankreich, müsse Wasser nur sinnvoll  gespeichert und verteilt werden. Ex-Innenminister Joao Alves Filho  argumentiert wie Boff: Wasser gebe es im Nordosten überreichlich,  Brasilia sage nicht die Wahrheit. Die Umleitung könne zum „Tod“ des Rio  Sao Francisco führen – nur 700000 Menschen würden tatsächlich  Trinkwasser erhalten. „Lula hat Cappio direkt angelogen – das gesamte  Projekt fußt nur auf Lügen“, betont der Schweizer Entwicklungsexperte  Renè Scherer. In Wahrheit zähle der Bau eines Stahlwerks im  Nordost-Hafen Pecem zu den wichtigen Gründen der Flußumleitung. Genügend  Trinkwasser sei in der Region vorhanden, werde bisher jedoch falsch  verteilt oder vergeudet. Allein in der Küstenstadt Fortaleza, mit etwa  soviel Einwohnern wie Berlin, geht rund die Hälfte des Trinkwassers auf  dem Weg zu den Nutzern verloren.  Laut Scherer besitzt Brasilien ein  vorbildliches Gesetz, das öffentlichen Verbraucherkomitees der  Trinkwasser-Einzugsgebiete die Entscheidungsbefugnis über Wasserprojekte  überträgt. „Lula hat die Komitees einfach übergangen – das ist ein  Schlag gegen die Demokratie!“ Die von der katholischen Kirche, der  Caritas Brasilien geförderten 220000 Zisternen zum Auffangen von  Regenwasser, hätten sich bewährt und seien eine der Alternativen zur  Flußumleitung. Für die große Qualitätszeitung „O Estado de Sao Paulo“  preist der Staatschef sein milliardenteures Projekt lediglich mit  „abgedroschenen Sprüchen“. „Die brasilianische Gesellschaft muß den Bau  bezahlen und hat daher das Recht, klare Antworten zu fordern.“</strong></p>
<p><strong>Trotz Job auf der Straße schlafen</strong></p>
<p><strong>Neue soziale Phänomene durch Reallohnverlust und Rekordarbeitslosigkeit in Brasilien</strong></p>
<p><strong>Virginia de Jesus Santos  wäre mit dem Bus bequem in  einer halben  Stunde auf ihrer Arbeit – doch der kostet umgerechnet fünfzig Cents, und  das ist für die Brasilianerin unerschwinglich teuer. Also steht sie  jeden Tag vorm Morgengrauen auf, läuft drei Stunden größtenteils im  Nachtdunkel bis in die City der Megametropole Sao Paulo &#8211; und abends  wieder drei Stunden im Dunkeln zurück. Anders könnte sie die Miete für  das winzige Zimmer, in dem sie mit ihren beiden Kindern lebt, nicht  aufbringen – ganz zu schweigen vom Essen, der Kleidung für alle drei. In  Südamerikas reichster Stadt und Wirtschaftslokomotive mit über tausend  deutschen Firmen verfahren inzwischen rund zweihunderttausend auf die  gleiche Weise – bei brasilianischen Stundenlöhnen von nicht selten unter  fünfzig Cents ist jemand, der auch noch mehrmals umsteigen und damit  mehrmals zahlen müßte, schlichtweg geliefert, läßt Busflotten,  Vorortzüge und Metro an sich vorübersausen.  Gar nicht mitgerechnet jene  Hunderttausenden, die sich täglich paradoxerweise im Verkehrsgetümmel  der drittgrößten Stadt der Welt zu Fuß auf die Arbeitssuche machen.  Andere, die weit entfernt an der Slumperipherie hausen, doch mit einem  dreistündigen Fußmarsch wie Virginia de Jesus Santos längst nicht   Hütten und Katen erreichen, stellten sich noch radikaler um: Wochentags  schlafen sie nach der Arbeit wie die Obdachlosen unter Brücken, in Parks  und Massenasylen, machen sich nur am Wochenende auf den langen Weg,  sehen nur dann ihre Familien. Nicht zufällig ging die letzten Jahre in  ganz Brasilien die Zahl der Busbenutzer um dreißig, in Sao Paulo sogar  um fünfzig Prozent zurück – während gleichzeitig die Fahrscheine um bis  zu sechzig Prozent teurer wurden. Weil nach dem Amtsantritt von  Staatschef Luis Inacio Lula da Silva die Arbeitslosigkeit auf Rekordhöhe  kletterte, die ohnehin niedrigen Reallöhne in nur einem Amtsjahr abrupt  um durchschnittlich vierzehn Prozent sanken, beobachten die Kirche,  aber auch die Sozialwissenschaftler zahlreiche neue Phänomene. Wer sich  am Strand von Rio, oder im Ibirapuera-Park von Sao Paulo ein Samba-oder  Klassikkonzert mit der Bier-oder Cola-Büchse in der Hand anhört, dem  wird die  ausgetrunkene „Lata“ regelrecht aus der Hand gerissen, gibt es  neuerdings oft gleich mehrere „Anwärter“: Jugendliche, junge  Erwachsene, die auf den Arbeitsmarkt drängen und trotz oft guter Bildung  einfach keine Stelle finden – entlassene Fabrikarbeiter und selbst  Rentner, von denen etwa achtzig Prozent  mit nur  umgerechnet 75 Euro  auskommen müssen. Durvalina do Nascimento in Sao Paulo war mit der Miete  im Rückstand, hatte nicht einmal mehr Geld für eigentlich billigen  Reis, reihte sich deshalb mit 72 Jahren ins Heer der „Catadores de Lata“  ein, bekommt für zwei große Säcke voll plattgetretener Alu-Dosen  umgerechnet achtzig Cents. In keinem Land der Erde werden derzeit  makabrerweise „dank“ hoher Arbeitslosigkeit mehr Latas recycelt, ist der  Begriff „Dosenpfand“ unbekannt. Und gehört jenes Krachen, wenn  Catadores eine Lata routiniert per Fußtritt verkleinern, zu den normalen  Straßengeräuschen auch in Rio, Salvador da Bahia oder Recife. In  manchen Vierteln von Sao Paulo sind über siebzig Prozent arbeitslos.  Doch ohne Zugang zu bezahlbaren Verkehrsmitteln bleiben die meisten im  Ghetto, verzichten zwangsläufig  auf die Stellensuche, vegetieren in  psychischer und physischer Lethargie dahin. Denn mehr als sechzig  Prozent der brasilianischen Erwerbstätigen sind im sogenannten  informellen Sektor tätig, arbeiten also nach europäischen Kriterien  schwarz, ohne soziale Rechte – stehen bei Krankheit, Unfällen oder  Arbeitslosigkeit ohne einen Centavo da. Und selbst in Sao Paulo  existieren gemäß einer neuen Studie 72 Prozent der Firmen schwarz,  führen also auch keine Steuern ab – geduldet von den Autoritäten. Wo   Arbeitsplätze angeboten werden, stellen sich bereits die Nächte zuvor  zehntausende  Frauen und Männer an – ebenfalls ein neues Phänomen nach  dem Lula-Amtsantritt. Im zweiten Regierungsjahr räumt der Staatschef  kleinlaut ein, daß durch Wirtschaftswachstum – 2003 war die Ökonomie  sogar geschrumpft – nicht notwendigerweise neue Stellen geschaffen  würden, da die Firmen auf Rationalisierung und Überstunden setzen.  „Hauptfunktion der Wirtschaft ist es, den Menschen ihren Lebensunterhalt  durch Arbeit zu ermöglichen“, stellte daraufhin die  Bischofskonferenz  erneut klar.“  Ihr Sozialexperte, Bischof Demetrio Valentini betonte  jetzt:“Wir müssen deshalb dringend die Gesellschaft umbauen.“</strong></p>
<p><strong>„Wie in Bagdad“</strong></p>
<p><strong>Welle von Attentaten und Häftlingsrevolten in Brasilien</strong></p>
<p><strong>Detonierende Granaten, Mpi-Salven, brennende Busse und Banken,  flüchtende Bewohner in Panik – Lateinamerikas führende  Wirtschaftsmetropole Sao Paulo erlebt Tage und Nächte wie in Bagdad. Mit  Motorrädern preschen junge Männer an Polizeiwachen heran, eröffnen das  Feuer oder werfen Bomben, liquidieren systematisch Beamte und sogar  Feuerwehrleute aus dem Hinterhalt. Seit Freitag wurden gemäß den  geschönten offiziellen Angaben bei rund 150 Attentaten über siebzig  Menschen getötet, weit mehr verwundet. Inoffiziell war von rund hundert  Toten die Rede.  Viele „Paulistanos“ verbarrikadieren sich zuhause,  gehen nicht mehr auf die Straße, nicht mehr zur Arbeit. Denn Brasiliens  führendes Verbrechersyndikat „Primeiro Comando da Capital“/PCC (Erstes  Kommando der Hauptstadt) kennt die Privatadressen der Polizisten,  Zivilermittler, Gefängniswärter und ihrer Angehörigen, jagt sie auch in  deren Freizeit. Sao Paulo, drittgrößte Stadt der Welt, mit über  eintausend deutschen Unternehmen, ist Lateinamerikas reichste Stadt –  die Politiker-und Geldelite in ihren Penthouse-und Villenvierteln hat  jetzt besonders viel Angst. Denn das PCC will im  Präsidentschaftswahljahr Macht demonstrieren, auch die Wirtschaft  treffen, räumen selbst Polizeichefs ein. An den Wohlhabendenghettos  wurden deshalb Straßensperren errichtet, kontrollieren hochgerüstete  Spezialeinheiten der Militärpolizei beinahe jeden herannahenden Wagen.  Nicht nur in Sao Paulo ist die Armee in Alarmbereitschaft, denn in über  achtzig total überfüllten Großgefängnissen der  wichtigsten Teilstaaten  rebellieren die Häftlinge, haben mehrere hundert Geiseln in ihrer  Gewalt.</strong></p>
<p><strong>Bereits seit Monaten sorgen in Brasilien beinahe täglich  Gefangenenaufstände mit vielen Toten für Schlagzeilen. Auslöser der  größten Häftlingsaufstände in Brasiliens Geschichte war indessen, daß  Sao Paulos Sicherheitsbehörden letzte Woche 765 inhaftierte Führer der  Gangstersyndikate in abgelegene Hochsicherheitsgefängnisse verlegten.  Zur Vergeltung startete der PCC daraufhin die „Megarebellion“ und die  Anschlagsserie.</strong></p>
<p><strong>Für kaum einen Brasilianer kommt die neuerliche Welle der Gewalt  überraschend: Als Folge extremer Sozialkontraste,  Massenarbeitslosigkeit, fortdauernder Sklavenhaltermentalität und  tiefverwurzelter Korruption beklagt die Kirche seit Jahren den  sogenannten „unerklärten Bürgerkrieg“ im Lande, der pro Jahr über  fünfzigtausend Menschenleben fordert, mehr als im Irakkrieg. In vielen  Slums und anderen rasch wachsenden Unterschichtsvierteln der Großstädte  herrscht seit Jahren nachts de facto Ausgangssperre, weil das  organisierte Verbrechen diese Regionen neofeudal wie einen Parallelstaat  beherrscht. Unter der Regierung von Staatschef Lula, so kritisieren  Menschenrechtsexperten, wurden entgegen den Wahlversprechen die Ausgaben  für öffentliche Sicherheit stark gekürzt. Auch dadurch konnten die  Gangsterkommandos ihre Machtstrukturen ausbauen, stärker in die Politik  hineinwirken. Zum „Crime organizado“, so schreibt jetzt Brasiliens  auflagenstärkste Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“, gehören auch  „Politiker, Richter, Polizisten“. Vernetzt seien der Drogenhandel, die  Geldwäsche, der Schmuggel größten Stils, die kriminelle Finanzierung von  Wahlkampagnen und die Abzweigung öffentlicher Gelder.</strong></p>
<p><strong>Ins Bild paßt, daß Brasiliens Generalstaatsanwalt Antonio de Souza  erst kürzlich zahlreiche Freunde und Mitarbeiter Staatschef Lulas, die  Minister-und Parteiämter bekleideten, als „Mitglieder einer  hochentwickelten kriminellen Organisation, einer Bande“ definierte.  Gegen vierzig davon erhob der Generalstaatsanwalt beim Obersten Gericht  Anzeige wegen aktiver Korruption, Geldwäsche und anderen Delikten.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Bischofskonferenz hat die jüngsten Terroranschläge des  organisierten Verbrechens scharf verurteilt, tiefgreifende Reformen des  Rechtssystems und der Strafanstalten gefordert. Sao Paulos katholischer  Bischof Pedro Luiz Strighini, Präsident der nationalen  Gefangenenseelsorge, wies auf die Grundübel:“Landesweit hat sich das  organisierte Verbrechen der Haftanstalten bemächtigt, ist stärker als  der schwache Staat.“ Sadistische Grausamkeiten würden von inkompetenten  Beamten, aber auch von Kriminellengruppen begangen, die ebenfalls  folterten und töteten. „Unter solchen Bedingungen verrohen die  Häftlinge, kann von Resozialisierung keine Rede sein.“</strong></p>
<p><strong>Welle von Kindermorden erschüttert Brasilien – Bischöfe: Nicht an solche Gewalt gewöhnen</strong></p>
<p><strong>Mädchen und Jungen, selbst Babies, werden erstickt, erdrosselt,  erschlagen und sogar aus Fenstern von Hochhäusern geworfen – eine Welle  von Kindermorden sorgt derzeit in dem Tropenland für Entsetzen. Hinzu  kommen Schlagzeilen über Kinder, die in Mittelschichtsfamilien, in  sogenannten „guten Gegenden“ der Großstädte teils jahrelang tagtäglich  von Müttern gefoltert, wie in einem Kerker gehalten wurden. Wieso haben  Nachbarn angeblich nichts bemerkt, warum hat niemand eingegriffen,  fragen polizeiliche Ermittler ebenso wie Stadtsoziologen. „Das ist der  blanke Horror“, warnt Bischof Angelico Bernardino aus dem  deutschstämmigen Blumenau. „Das Schlimme ist – die Gesellschaft läuft  Gefahr, sich an sexuelle und andere Gewalt gegen Kinder aller sozialen  Schichten zu gewöhnen!“ Da die meisten Untaten mitten in den Familien  geschähen, müßten deren sozioökonomische und emotionale Bedingungen  untersucht werden. Was läuft da falsch? Die Zahl solcher Verbrechen, so  Bischof Bernardino, nehme zu – der Staat müsse für die exemplarische  Bestrafung der Täter sorgen. Dominierende Straflosigkeit hält die  Bischofskonferenz für eines der Hauptprobleme Brasiliens. Denn von den  jährlich über 50000 Morden werden gemäß amtlichen Statistiken nicht  einmal fünf Prozent aufgeklärt. Und immer wieder belegen Experten, daß  die amtlichen Kriminalstatistiken geschönt sind und der Regierung in  Brasilia aus Imagegründen nicht daran gelegen ist, das ganze Ausmaß der  Verbrechen offenzulegen. Gemäß einer neuen Studie werden zudem nur zehn  Prozent aller Fälle von Gewalt gegen Heranwachsende angezeigt. Daher  verwundert nicht, wenn jetzt die angesehene Zeitung „O Globo“ nach  detektivischen Recherchen im Datenwust des Gesundheitsministerium  titelt:“Alle zehn Stunden wird in Brasilien ein Kind ermordet.“ In den  letzten sechs Jahren seien es über 5000 gewesen. Allein 2002 habe man  mindestens 90 Babies, im Alter bis zu einem Jahr, umgebracht. Nicht  mitgerechnet sind dabei derartige Fälle bei brasilianischen  Indianerstämmen. Nach Angaben der auflagenstarken Qualitätszeitung  „Folha de Sao Paulo“ werden bei rund 20 der über 200 Ethnien   üblicherweise Zwillinge, Kinder alleinstehender Mütter sowie Kinder mit  Geburtsfehlern getötet.</strong></p>
<p><strong>Daß Gewalttaten gegen Kinder der nichtindianischen Bevölkerung  Brasiliens deutlich zunehmen, resultiert gemäß den Psychologen unter  anderem aus dem Faktor Streß, allgemeiner Verrohung und  Entsolidarisierung sowie dem steigenden Konsum von harten Drogen wie  Kokain und Crack. Danach schrecken viele Menschen gewöhnlich davor  zurück, Gewaltphantasien zu realisieren. Im Drogenrausch dagegen fehlten  die Hemmschwellen. Aus den brasilianischen Slums ist bekannt, daß dort  immer wieder Kinder von rauschgiftsüchtigen Gangstern erschossen werden.</strong></p>
<p><strong>Unter dem Eindruck eines besonders grausamen Mordes an einem  behinderten sechsjährigen Jungen hatten sich letztes Jahr 55 Prozent der  Brasilianer für die Einführung der Todesstrafe ausgesprochen. Vier  verrohte junge Männer hatten in Rio de Janeiro den Jungen während eines  Autoraubs auf etwa zehn Kilometern durch die Stadt zu Tode geschleift,  sodaß von ihm nur noch Fetzen übriggeblieben waren. Zahlreiche  Passanten, andere Verkehrsteilnehmer, die das sadistische Verbrechen  beobachteten, wollten die Banditen zum Anhalten bewegen, wurden indessen  mit der Waffe bedroht.  Unlängst wurden die Täter  zur Höchststrafe von  30 Jahren verurteilt, was die brasilianische Öffentlichkeit mit tiefer  Genugtuung zur Kenntnis nahm.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens glaubwürdigste Institution – die katholische Kirche</strong></p>
<p><strong>Parteien und Politiker absolutes Schlußlicht/“In Deutschland wäre Staatschef Lula schon gestürzt“</strong></p>
<p><strong>Sektenmitglieder, Befürworter von Abtreibung und Todesstrafe,  Anhänger einer eher tropisch-laxen Sexualmoral – sie alle haben an der  katholischen Kirche Brasiliens eine Menge auszusetzen. Doch wenn es  darum geht, welche Institution die höchste Glaubwürdigkeit besitzt, am  meisten Vertrauen verdient, nennen auch sie nur zu oft an allererster  Stelle just die Kirche. Jüngste Umfragen haben es  erneut bewiesen –  71  Prozent der über 180 Millionen Brasilianer  geben ihr die höchste  „Credibilidade“ &#8211;  vor den Streitkräften, Gewerkschaften, Justiz oder  Polizei. In der größten Demokratie Lateinamerikas strafen die  Pflichtwähler dagegen nun schon seit Jahrzehnten das Parlament und die  Volksvertreter bei diesen Erhebungen zunehmend schärfer ab – in die  politischen Parteien vertrauen nur zehn, und in die Politiker gar  nur  acht Prozent. Die Bischofskonferenz kommentiert solche Umfragen nicht –  doch unabhängige Sozialwissenschaftler analysieren schon von Berufs   wegen die Gründe des anhaltend hohen Prestiges der Kirche. „Sie gilt als  eine Art moralischer Reserve der Gesellschaft, gegen die Mächtigen, das  Establishment“, betont Professor Marcos Figueiredo von Rios Institut  für Universitäre Studien/IUPERJ. „Die meisten Brasilianer identifizieren  sich mit den Werten der Kirche, sehen sie als konsequente Verteidigerin  der Armen und Verelendeten, wissen von der vielfältigen Sozialarbeit.“  Während der 21-jährigen Militärdiktatur habe die „Igreja catolica“ sich  stets gegen das Regime aufgelehnt, aktiv für die Demokratisierung  Brasiliens gekämpft. Heute unterstütze sie alle Aktionen der  Gewerkschaften und der anderen Sozialbewegungen, die sich gegen  empörende Ungleichheit, extrem ungerechte Einkommensverteilung  richteten. Katholische Intellektuelle wie Frei Betto oder Maria Clara  Bingemer spielten traditionell eine wichtige Rolle in der öffentlichen  Diskussion.</strong></p>
<p><strong>Laut Professor Figueiredo ergriff die Kirche stets Partei für die  Unterprivilegierten, war indessen nie parteiisch. Von manchen wurde sie  gar als Stützpfeiler und Propagandainstrument der einstmals progressiven  Arbeiterpartei und ihres Chefs, des jetzigen Staatspräsidenten Luis  Inacio Lula da Silva gesehen.  Dabei hielt sie in Wahrheit seit jeher  kritische Distanz, prangerte bereits seit den neunziger Jahren den sich  abzeichnenden Trend nach rechts, das Umschwenken der Parteispitze um  Lula auf neoliberale Positionen an. Selbst die Landlosenbewegung MST  stellt in diesen Tagen heraus, daß sich die Kirche, deren  Sozialpastoralen gegenüber der Lula-Regierung stets „extrem kritisch“  und autonom verhalten habe. Auch dies wird in der Öffentlichkeit gerade  jetzt hoch anerkannt. Denn die Regierung steckt tief im Korruptionssumpf  – ständig kommen neue Einzelheiten über Abgeordnetenbestechung,  Mittelabzweigung, Machtmißbrauch und schwarze Kassen ans Tageslicht. Die  Kirche hatte mit ihren Warnungen Recht. Über die Hälfte der Brasilianer  vertraut nicht mehr in Lula, der durch geschicktes und sehr  kostspieliges Politmarketing auch mit Geldern der Upperclass zum  Hoffnungsträger aufgebaut worden war. Jetzt behauptet er, von all den  dunklen Praktiken seiner Companheiros nichts gewußt zu haben. „Natürlich  wußte er davon“, bekräftigt IUPERJ-Professor Marcos Figueiredo, „bei  einem parlamentarischen System wie in Deutschland wäre Lula schon längst  amtsenthoben, gestürzt.“</strong></p>
<p><strong>Nicht wenige Brasilianer hätten „dramatische Divergenzen“ mit dem  Katholizismus, etwa wegen der Abtreibungsfrage und der Aidsprävention.  „Doch solche Positionsunterschiede ändern für diese Menschen nichts an  der hohen Glaubwürdigkeit der Kirche, wie die neuesten Studien zeigen.“   Indessen sind die Zustimmungsraten gegenüber früheren Jahren um etwa  zehn  Prozent gesunken.  Dies könnte laut Sozialwissenschaftler  Figueiredo durchaus am deutlichen Anwachsen der Sekten liegen, die der  Kirche nur zu oft feindlich gegenüberstehen. Vor allem an den  Slumperipherien gebe es zahlreiche Übertritte von Christen. Viele  vertrauten jedoch weiterhin am meisten der katholischen Kirche, so daß  deren Spitzenposition auch durch die neuen Religionsgemeinschaften nicht  tangiert werde.  In anderen Teilen der Welt sei das gleiche Phänomen zu  beobachten.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens „Aufschrei der Ausgeschlossenen“ – gegen Regierungskorruption und neoliberale Politik</strong></p>
<p><strong>Just zum Nationalfeiertag am siebten September, der landesweit in  Brasilien traditionell mit Militärparaden und Aufmärschen begangen wird,  stört die katholische Kirche den verordneten Patriotismus erneut mit  ihrem „Aufschrei der Ausgeschlossenen“. Organisiert von den  Sozialpastoralen der Bischofskonferenz, gehen Slumbewohner,  Landlosenfamilien und andere entwurzelte Bevölkerungsteile auf die  Straße und in die Wallfahrtsorte, um absurdeste Sozialkontraste, Hunger  und die neoliberale Politik der Mitte-Rechts-Regierung von Präsident  Lula anzuprangern. Weil der Staatschef und seine Arbeiterpartei seit  Monaten durch Bestechungsskandale, schwarze Kassen und Machtmißbrauch  schwer angeschlagen sind, deshalb das Land in einer tiefen politischen  Krise steckt, richtet sich der „Grito dos Excluidos“ vorrangig auch  gegen die Regierungskorruption. „Das brasilianische Volk fühlt derzeit  eine Mischung aus Hoffnungslosigkeit, Trauer und Enttäuschung, ist von  der Lula-Regierung desillusioniert“, betont Luiz Bassegio, langjähriger  Koordinator des „Aufschreis“. Das Land sei weiterhin Geisel der  Außenschulden, unterwerfe sich den Forderungen des internationalen  Finanzkapitals. Deshalb, so argumentiert Bassegio, könne nicht  ausreichend in Gesundheit, Bildung, Wohnungsbau oder Umweltschutz  investiert werden. Aber steht nicht jeden Tag in den Zeitungen, daß  Lulas erfolgreiche Wirtschaftspolitik für Wachstum und Exportrekorde  sorgt? Laut Bassegio vertieft diese Politik die gesellschaftliche  Ungleichheit, nutzt nur einen privilegierten Minderheit, verbessert  nicht die Einkommensverteilung. Fast die Hälfte des nationalen Reichtums  entfalle auf lediglich fünftausend Familien unter den 180 Millionen  Brasilianern.  „Deshalb brauchen wir ein anderes Wirtschaftsmodell.“</strong></p>
<p><strong>Auch der in Europa recht bekannte Befreiungstheologe Frei Betto  unterstützt den „Grito dos Excluidos“. Brasiliens Realzinsen seien  derzeit die höchsten der Welt, bescherten Bankiers und Spekulanten  exorbitante Gewinne. Doch die Sozialpolitik liege im Argen. Bettos  Empfehlung: Die Beamten des Wirtschaftsministeriums sollten direkt neben  einem Slum arbeiten, um die Realitäten der Bevölkerungsmehrheit vor  Augen zu haben.</strong></p>
<p><strong>Laut Bischofskonferenz privilegiert Lulas Wirtschaftspolitik das  „Finanzkapital“, konzentriert den Reichtum. „Die Armen sind die  Hauptleidtragenden der jetzigen Krise.“</strong></p>
<p><strong>Das Mindesteinkommen liegt derzeit bei umgerechnet etwa hundert Euro,  das Durchschnittssalär von Indústriearbeitern bei rund 300 Euro. Über  sechzig Prozent der Beschäftigten überleben mit teils fragwürdigster  Schwarzarbeit, ohne vertragliche Rechte. Von Armut oder sogar Elend sind  mindestens 45 Millionen Brasilianer betroffen.</strong></p>
<p><strong>Aber hat denn nicht Staatschef Lulas weltweit  hoch gelobtes  Anti-Hunger-Programm die Not im Lande stark gelindert, gerade die sozial  Ausgegrenzten stark unterstützt, endlich in die Gesellschaft integriert  ? Gemäß offiziellen Angaben bekommen über sieben Millionen verelendeter  Familien derzeit monatlich umgerechnet zwischen fünf und 31 Euro, sind  die staatlichen Hilfsprogramme ein voller Erfolg. Von der katholischen  Kirche wird dies teils heftig bestritten. „Lulas Sozialprojekte kommen  nicht voran, das Anti-Hunger-Programm blieb im Grunde auf dem Papier“,  urteilt Maria Clara Bingemer, Dekanin der Katholischen Universität von  Rio de Janeiro, eine der angesehensten Theologinnen Brasiliens. „Die  Wirtschaftspolitik ist konservativ, erhoffte soziale Fortschritte  bleiben aus.“ Das Bildungswesen sei in „grauenhaftem Zustand“, die  Situation der öffentlichen Hochschulen „verheerend“.  Der Staatschef  habe mit den „übelsten, skrupellosesten Figuren der brasilianischen  Rechten paktiert“, überall sehe man jetzt die Konsequenzen. Dekanin  Bingemer weist auch auf die gravierende Menschenrechtslage, die Massaker  von Todesschwadronen in den Slums. Brasilien zählt jährlich über  fünfzigtausend Gewalt-Tote, mehr als in den aktuellen Konfliktherden der  Erde. „Wir leben in einem nichterklärten Bürgerkrieg – wer in Rio de  Janeiro lebt, ist ähnlichen Gefahren ausgesetzt wie im Irakkrieg oder in  Afghanistan.“</strong></p>
<p><strong>Mörder des Umweltaktivisten Chico Mendes zerstört weiter Amazonasurwald</strong></p>
<p><strong>Der wegen seiner Mittäterschaft an der Ermordung des weltbekannten  brasilianischen Umweltaktivisten Chico Mendes verurteilte  Großgrundbesitzer Darli Alves vernichtet nach wie vor theoretisch streng  geschützte Regenwälder. Wie die Medien Brasiliens am Donnerstag  mitteilten, wurde Darli Alves von den Umweltbehörden bei illegalen  Brandrodungen in der Nähe der Stadt Xapuri im Amazonas-Teilstaate Acre  gestellt. Er habe deshalb mit einem Bußgeld zu rechnen. Es handelt sich  um das gleiche Umweltverbrechen, gegen das Chico Mendes seinerzeit  öffentlich protestiert hatte. Bei den in der derzeitigen Trockenperiode  Brasiliens üblichen Brandrodungen kommen stets Millionen von Tieren,  darunter Jungvögel in ihren Nestern, qualvoll um, wird auch die  Artenvernichtung vorangetrieben.</strong></p>
<p><strong>Über dreitausend Kilometer von Rio de Janeiro entfernt, hatte der  Amazonas-Kautschukzapfer, Gewerkschaftsführer und Umweltschützer Chico  Mendes bereits während der Militärdiktatur schwerverwundet ein Attentat  überlebt. Nach dem Übergang zur Demokratie wurde er 1988 im Auftrage von  Großgrundbesitzern des Teilstaates Acre erschossen, die er wegen des  skrupellosen, massiven Zerstörens von Urwald anprangerte, sogar  Menschenketten des Protestes organisierte. Die Vereinten Nationen hatten  ihm ein Jahr zuvor sogar als erstem Brasilianer den Umweltpreis „Global  500“ verliehen. Nur weil Chico Mendes weltweit bekannt war, kam es   durch öffentlichen Druck aus dem Ausland zur Verurteilung des  Hauptauftraggebers Darli Alves und seines Sohnes, der in Xapuri die  tödlichen Schüsse abgefeuert hatte. Beide erhielten neunzehn Jahre  Haft.  Kurz nach der Verurteilung wurde ihnen jedoch die Flucht  ermöglicht. Wiederum führte erst internationale Empörung zu einer  intensiven Fahndung und erst 1996 zur erneuten Verhaftung.</strong></p>
<p><strong>Statistiken und Studien zeigen, daß die Amazonasvernichtung nach dem  Tode von Chico Mendes erheblich zugenommen hat. Auch unter Staatschef  Luis Inacio Lula da Silva wuchs die Zahl der ermordeten Umweltaktivisten  ebenfalls stark an. Große internationale Aufmerksamkeit fand die  Liquidierung der nordamerikanischen Urwaldmissionarin Dorothy Stang, die  wegen ihres Engagements stets mit Chico Mendes verglichen wird. Sie war  im Februar 2005 in der Amazonas-Prälatur des aus Österreich stammenden  Bischofs Erwin Kräutler von bezahlten Killern erschossen worden. Weil  Kräutler sich konsequent für die Bestrafung aller Hintermänner einsetzt,  erhält er derzeit kontinuierlich Morddrohungen.</strong></p>
<p><strong>Laut brasilianischen Presseberichten werden nur wenige Prozent der  für Amazonaszerstörung verhängten Bußgelder tatsächlich entrichtet. Dies  könnte auch für den Großgrundbesitzer Darli Alves gelten.</strong></p>
<p><strong>Der betreffende Teilstaat Acre wird von Gouverneur Jorge Viana regiert, der zur Arbeiterpartei von Staatschef Lula gehört.</strong></p>
<p><strong>Brasilianische Bischofskonferenz: Lula-Regierung unterwirft sich dem Diktat der Banken – auf Kosten der Armen und Verelendeten</strong></p>
<p><strong>Die Bischofskonferenz(CNBB) des größten katholischen Landes hat  Anfang März mit unerwartet scharfer Kritik an der Wirtschafts-und  Sozialpolitik  Brasilias für Schlagzeilen gesorgt und vor den  Oktober-Präsidentschaftswahlen eine heftige öffentliche Diskussion über  den Kurs von Staatschef Luis Inacio Lula da Silva ausgelöst. Bei der  Vorstellung der diesjährigen Brüderlichkeitskampagne, die den  Behinderten gewidmet ist, sagte der deutschstämmige CNBB-Generalsekretär  Odilo Scherer, Lulas konservative Wirtschaftspolitik garantiere kein  ausreichendes Wachstum und begünstige lediglich die Banken. Diese  machten unter Lula Rekordgewinne. Für die Bankiers sei Brasilien heute  ein „Finanzparadies“. Die Kirche habe Kenntnis davon, welchem Druck die  Regierung ausgesetzt sei, so Bischof Scherer weiter. Doch die Interessen  der Gesellschaft müßten ebenfalls berücksichtigt werden. Statt  gerechterer Einkommensverteilung zugunsten der armen  Bevölkerungsmehrheit erlebe Brasilien eine Einkommenskonzentration, die  nur bestimmten Gruppen nütze. Um die scharfen Sozialkontraste zu  überwinden, müsse die wachstumshemmende Hochzinspolitik aufgegeben  werden, seien Programme zur Schaffung von Arbeitsplätzen nötig. Scherer  verwies darauf, daß Staatschef Lula den Brasilianern für 2005 ein  Wirtschaftswachstum von fünf Prozent versprochen hatte – erreicht wurden  indessen vor allem infolge der Banken-freundlichen Hochzinspolitik nur  2,3 Prozent. Zusammen mit Haiti gehört Brasilien damit zu den  Schlußlichtern in Lateinamerika – während die Nachbarn Argentinien und  Venezuela immerhin eine Wachstumsrate von über neun Prozent erreicht  hatten. Das brasilianische Volk, so Scherer, habe von der Lula-Regierung  eine viel effizientere Sozialpolitik erwartet. Das Anti-Hunger-Programm  sei bei weitem nicht ausreichend. Nur einen Tag später bekräftigte der  Primas von Brasilien, CNBB-Präsident Kardinal Geraldo Agnelo, in  Salvador da Bahia vor der Presse die Kritik Scherers. Nie zuvor, so  Agnelo, habe sich eine Regierung den von Gläubigerbanken diktierten  Bedingungen und Forderungen so unterworfen. Im Interview sagte der  Kardinal:“ Die Lula-Regierung sorgt sich direkt übertrieben um das Wohl  der Banken, tut alles, was sie wollen. Während der Arbeiter eben keinen  gerechten Lohn, keinen Inflationsausgleich einfordern kann. Damit sind  wir nicht einverstanden, das ist doch nicht gerecht. Denn dem Volke geht  es überhaupt nicht gut. Es muß weiter darauf warten, daß Arbeitsplätze  geschaffen werden. Denn ohne Arbeit ist kein Leben in Würde möglich. Die  Leute können sich doch nicht nur von staatlichen Almosen ernähren.“</strong></p>
<p><strong>Kardinal Agnelo meinte damit das Anti-Hunger-Programm der  Lula-Regierung. Bisher erhalten lediglich acht Millionen verelendete  Familien eine monatliche Hilfe von umgerechnet nur 23 Euro.  Das  Hilfsprogramm, so Agnelo weiter, sei keine Lösung, bringe die Leute  nicht voran, fördere sie nicht, zeige keinen Ausweg aus ihrer  erbärmlichen Lage. „Viele geben sich sogar mit diesem Almosen zufrieden,  tun gar nichts mehr, gehen keinerlei Beschäftigung mehr nach.“ Die  Bischofskonferenz verlange deshalb eine andere Wirtschaftspolitik, die  den Menschen ermögliche, von ehrlicher Arbeit zu leben.  „Wir wollen,  daß Staatschef Lula Erfolg hat – bei der Förderung des Gemeinwohls!“   Brasiliens geringes Wirtschaftswachstum bedeute aber eine regelrechte  Anklage gegen die falsche Politik Brasilias.</strong></p>
<p><strong>Auch Agnelo kritisierte das weltweit höchste Zinsniveau. Wenn die  Regierung deshalb immer höhere Summen für den Schuldendienst aufbringen  müsse, die Gewinne der Banken daher ständig kletterten, frage man sich  natürlich:“Was bleibt denn da noch übrig für soziale Zwecke?“</strong></p>
<p><strong>Brasiliens größte, auflagenstärkste Qualitätszeitung, die Folha de  Sao Paulo, hatte kurz vor den Pressekonferenzen von Bischof Scherer und  Kardinal Agnelo berichtet, wer mehr aus dem Staatshaushalt erhält – die  Privatbanken oder die von Hunger und Elend Betroffenen. Chefeditor  Vinicius Mota sagte im Interview: “Dieser Vergleich macht traurig. Denn  die Banken bekommen für den Schuldendienst rund zwanzigmal mehr Gelder,  als in das Anti-Hunger-Programm fließen. Eine kleine Zahl von  Privilegierten bekam letztes Jahr also 150 Milliarden Real – während man  für die acht Millionen verelendeten Familien nur rund sieben Milliarden  ausgab. Interessanterweise wurden die Privatbanken gleichzeitig zu den  wichtigsten Finanziers der Arbeiterpartei von Staatschef Lula. Fakt ist,  daß sich allein zwischen 2002 und 2004 die Bankenspenden an die  Arbeiterpartei um das elffache erhöhten. Die Privatbanken sind mit der  Lula-Regierung sichtlich höchst zufrieden. Dabei hatten Lula und seine  Arbeiterpartei vorm Amtsantritt stets versprochen, mit den hohen  Bankiersgewinnen Schluß zu machen.“</strong></p>
<p><strong>Staatschef Lulas Arbeiterpartei, so analysiert die Folha de Sao Paulo  weiter, sei Favorit der Bankiers, die den einstigen Gewerkschaftsführer  regelrecht gezähmt hätten. Dessen Wiederwahl beim Urnengang im Oktober  sei ihnen durchaus Recht. Gemäß neuesten Umfragen würde Lula bereits im  ersten Wahlgang gewinnen, weil all jene dreißig Millionen Brasilianer  für ihn votieren würden, die durch sein Anti-Hunger-Programm begünstigt  werden. Es sei daher in Wahrheit ein „Wiederwahl-Programm“.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens bischöfliche Aids-Seelsorge</strong></p>
<p><strong>Kondomverteilung an jedermann</strong></p>
<p><strong>Die brasilianische Regierung freut sich über die immer konstruktivere  Kooperation mit der Kirche bei der Aids-Bekämpfung und verkündet  erstmals ganz offiziell: Wer  sich vor einer Ansteckung mittels Kondomen  schützen will, bekommt sie gratis auch bei der Kirche. Denn die  bischöfliche Aids-Pastoral, so erklärt jetzt das Gesundheitsministerium  in Brasilia, stelle Kondome in den kirchlichen Betreuungszentren zur  Verfügung. „Unsere rund 300 Aidsprojekte sind mit einer ganz speziellen  Realität konfrontiert“, erläutert Kapuzinermönch Luiz Carlos Lunardi,  48. „Denn es gibt viele Paare, bei denen nur einer Aids hat – und die  Situation, daß viele Aidsinfizierte verschiedenste Sexkontakte pflegen.“  Daher rate die Pastoral, Kondome zu verwenden, damit nicht noch mehr  Menschen angesteckt würden. Die Kirche beschaffe  Kondome aber nicht,  fürs Verteilen sei  das staatliche Gesundheitswesen zuständig.  Kapuzinermönch Lunardi nennt die Aids-Seuche eine enorme Herausforderung  für Brasilien und betont realistisch:“Es ist uns noch nicht gelungen,  die Menschen davon zu überzeugen, daß diese Epidemie existiert und sich  deshalb jeder präventiv verhalten muß.“ In Brasilien komme man bei den  Menschenrechten nicht voran, werde nicht einmal das Armutsproblem gelöst  – und dadurch entstünden Situationen der Anfälligkeit für Aids. Lunardi  nennt bedenklich, daß niemand das wahre Ausmaß der Epidemie kennt.  Ungezählte Brasilianer seien zwar infiziert, verzichteten aber auf einen  Gratis-Test. Das Gesundheitsministerium schätzt deren Zahl auf über  400000. Der Kapuziner stellt solche Daten in Frage und ist nicht der  einzige. So haben die  Medizin-Nobelpreisträger von 2008, Luc Montagnier  und Francoise Barrè-Sinoussi, die für die Entdeckung des Aids-Virus  geehrt wurden, in Paris  auf die hohe Zahl “nicht-deklarierter”  Aids-Kranker in Brasilien verwiesen. Diese würden nicht medizinisch  behandelt und infizierten weiterhin andere Menschen. Viele Brasilianer  wollten schlichtweg nicht wissen, ob sie Aids-infiziert seien und  weigerten sich, den Aids-Test zu machen. Auch viele Indianer Amazoniens  hätten Aids, aber keinen Zugang zu Medikamenten. Jetzt hat die Kirche  mit der Regierung vereinbart, daß die Gläubigen sogar während der  Gottesdienste zum Gratis-Aids-Test angeregt werden sollen. Dies zeigt  den Ernst der Lage.</strong></p>
<p><strong>Auf Sao Paulo entfallen rund zwanzig Prozent der registrierten  Aids-Fälle Brasiliens – in der Megacity mit den über tausend deutschen  Unternehmen leistet der Franziskanerorden beim Betreuen von Kranken und  bei der Prävention seit vielen Jahren Pionierarbeit. Bereits 2002  meldeten Sao Paulos Zeitungen, daß im „Centro Franciscano de Luta contra  Aids“ Kondome, sogar zusammen mit Nahrungspaketen, verteilt würden. Die  Präservative kamen schon damals gratis vom Gesundheitsministerium,  deren Experten im „Centro“ Vorträge hielten und natürlich die Anwendung  dringend empfahlen. „Wir geben Kenntnisse über die Krankheit  und deren  Wirkungen weiter“, meinte ein Ordensbruder, „aber wie sich die Leute  dann vorbeugend verhalten – ob durch sexuelle Abstinenz, eheliche Treue  oder eben wissenschaftliche  Methoden und Techniken – das entscheidet  die jeweilige Person ganz allein.“ Rückenwind erhielten die Franziskaner  von Sao Paulos damaligem Erzbischof und Kardinal Evaristo Arns. Auch  der befürwortete öffentlich den Kondomgebrauch. „In Brasilien ist die  Aids-Ausbreitung nicht unter Kontrolle – die sehr starken  Aids-Medikamente haben häufig üble Nebenwirkungen, darunter Krebs“,  erläutert Maria Abbate, zuständige Expertin der Gesundheitsbehörde Sao  Paulos. Laut offiziellen Angaben werden in dem Tropenland seit 1998  jährlich etwa 11000 Aids-Tote registriert, wenngleich wegen der  lebensverlängernden medizinischen Behandlung die Todesrate  zurückgegangen sei.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Bischofskonferenz verurteilt Welle sadistischer Verbrechen</strong></p>
<p><strong>Diskussion um Einführung der Todesstrafe</strong></p>
<p><strong>„Wir erleben schockierende Situationen der Barbarei“, bekräftigt tief  erschüttert der deutschstämmige Bischofskonferenz-Generalsekretär Odilo  Scherer. „Der Staat muß endlich handeln, die Menschenrechte der Bürger  respektieren!“ Scherer spricht damit den vielen Millionen von  Brasilianern aus dem Herzen, die angesichts einer neuen Welle besonders  sadistischer Verbrechen deprimiert, in Spannung und Angst sind. Kurz vor  dem Karneval hatten Gangster mit einem geraubten Auto in Rio de Janeiro  einen behinderten sechsjährigen Jungen durch drei Stadtviertel  geschleift, bis von ihm nur noch zerfetzte Reste übrig waren. Deshalb  wurde öffentlich sogar gefordert, den Rio-Karneval abzublasen, rufen  schwarz umrandete Riesenposter an den Mauern jetzt dazu auf, den Tod des  Jungen und ähnliche Untaten nicht länger hinzunehmen. Auch Kugeln töten  fast täglich Kinder. Doch nur wenige Prozent der jährlich über 50000  Morde Brasiliens werden aufgeklärt.</strong></p>
<p><strong>In dieser Woche ein neuer Schock: An der Copacabana werden drei  französische Menschenrechtsaktivisten sadistisch gefoltert, barbarisch  ermordet. Die drei mutmaßlichen Täter haben noch blutige Hände, als sie  die Polizei nach Hinweisen faßt. Der 25-jährige Anführer ist ein  früheres Straßenkind, dem die Franzosen mit ihrer NGO für Slumprojekte  einst das Leben gerettet hatten, ihn zum festen Mitarbeiter ausbildeten.  Als sie entdeckten, daß ihr besonderer Schützling hohe Spendensummen  abzweigte, plante dieser gemäß den Ermittlungen kaltblütig die Tat. Doch  über die meisten perversen Verbrechen schweigen Staat und Medien -mit  Rücksicht auf das Landesimage. Marina Maggessi, seit kurzem  Kongreßabgeordnete und zuvor Rios Polizei-Chefinspektorin, nannte die  Banditenbosse regelrechte „Tyrannen“:“Sie  verbrennen Menschen lebendig,  zerstückeln Personen, begehen Greueltaten jeder Art, herrschen über die  Elendsviertel mit aller Brutalität.“ Unter Staatschef Luis Inacio Lula  da Silva hat sich die machistische Gewaltkultur weiter verfestigt, sind  „Ehrenmorde“ häufig. In der nordostbrasilianischen Millionenstadt und  Tourismushochburg Recife ist Gewalt durch Waffen und Schläge die erste,  wichtigste Todesursache bei Mädchen und Frauen zwischen zehn und 49  Jahren. „Derzeit schafft man günstige Bedingungen für noch mehr Gewalt“,  sagt Sao Paulos Uni-Sozialwissenschaftler Paulo Mesquita. „Bei den  Menschenrechten, beim Aufbau der Demokratie gibt es Rückschritte.“ Im  Februar war Finanzminister Guido Mantega Geisel unbekannter Banditen –  zwei Monate zuvor traf es zwei andere Minister. Die Mehrheit der  Brasilianer will seit langem die Todesstrafe. Angesichts des zunehmenden  Täter-Sadismus machen sich erstmals Intellektuelle zum Sprachrohr für  Rachegefühle. Gegen die Mörder des behinderten Jungen in Rio wäre die  Todesstrafe zu wenig, schrieb Renato Ribeiro, Ethikprofessor an  Brasiliens größter Bundesuniversität in Sao Paulo. „Ich denke, sie  müßten eines grauenhaften Todes sterben – genauso grauenhaft, wie sie es  mit dem Jungen machten.“ Die Bischofskonferenz ist gegen die  Todesstrafe ebenso wie gegen ein niedrigeres Strafmündigkeitsalter.   Hochgefährliche jugendliche Schwerverbrecher dürften indessen nicht  schon nach kurzer Zeit auf die Straße zurückkehren, wie es derzeit  üblich sei. Amazonas-Bischöfe wie Erwin Kräutler aus Österreich  bestätigen zudem, daß nicht in den Großstädten die Mordrate am höchsten  ist, sondern in Gemeinden und Kleinstädten des Hinterlandes. In Rio  entfallen auf 100000 Einwohner jährlich rund fünfzig Morde. Im  nordbrasilianischen Colniza sind es indessen 165 Morde – in Deutschland  ein einziger. Gemäß neuen Studien sind rund vierzig Prozent der Bewohner  Sao Paulos schwach bis stark psychisch gestört, jeder zehnte müßte in  psychiatrische Behandlung. Wie Dr. Sergio Tamai, Direktor des  katholischen Betreuungszentrums „Santa Casa de Misericordia“  betonte,  gehörten Gewalt und Verbrechen zu den wichtigsten Gründen für Depression  oder Paniksyndrome. Papst Benedikt XVI. besucht die drittgrößte Stadt  des Erdballs im Mai.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens zögerliche Vergangenheitsbewältigung</strong></p>
<p><strong>Diktatur-Folteroffiziere weiter straffrei</strong></p>
<p><strong>Chile, Argentinien und Uruguay arbeiten zügig Diktaturverbrechen auf,  bestrafen Folterknechte von einst. Nur in Brasilien, der größten  lateinamerikanischen Demokratie, kommt die Vergangenheitsbewältigung  kaum voran. Jetzt hat der jahrelang schwelende Streit um die Bestrafung  berüchtigter Folteroffiziere erstmals eine Regierungskrise ausgelöst,  was auch die Menschenrechtsaktivisten der katholischen Kirche hoffen  läßt. Paulo Vannuchi, Präsident Lulas Menschenrechts-Staatssekretär im  Ministerrang, kündigte offiziell seinen Rücktritt an, falls die  Bundesanwaltschaft weiter solche Folteroffiziere vor Gericht verteidige.  Denn bislang sieht der brasilianische Staat auch die Folterverbrechen  der Diktaturzeit als vergeben an und beruft sich dabei auf das  Amnestiegesetz von 1979. Chile, Argentinien und Uruguay haben ebenfalls  solche Amnestiegesetze, entschlossen sich aber, diese nach dem Ende der  Militärdiktatur gemäß internationalen Rechtsabkommen neu zu  interpretieren – und Folterer zu bestrafen. Brasilia hat solche Abkommen  ebenfalls unterzeichnet, scheut sich aber, dem Beispiel der  Nachbarländer zu folgen. Um Brasiliens Militärspitze ruhig zu halten,  die nach wie vor die Diktatur verteidigt, weist Staatschef Lula kürzlich  an, die neu aufgeflammte, so unangenehme Kabinettsdebatte zu beenden  und pfeift sogar Justizminister Tarso Genro zurück, der ebenfalls  Folterer bestraft haben möchte. Stattdessen geht die Diskussion erst  richtig los. Zumal die Menschenrechtskommission der Organisation  Amerikanischer Staaten (OAE) jetzt brasilianische Regierungsvertreter  nach Washington zitierte, damit sie über die als absurd empfundene  Auslegung des Amnestiegesetzes Rede und Antwort stehen. Die erste  Anhörung dieser Art geht für Brasilia mißlich aus, da die  OAE-Menschenrechtskommission just von einem angesehenen brasilianischen  Justizvertreter, Sao Paulos Staatsanwalt Marlon Weichert, wichtige  Argumentshilfe bekommt. Weichert wirft in Washington der Lula-Regierung  vor, Offiziere der politischen Polizei zu schützen, die nach dem  Militärputsch von 1964 Regimegegner verfolgten, folterten und  „verschwinden“ ließen. Auf diese Weise fördere Brasilia heutige  Polizeigewalt in den brasilianischen Gefängnissen. Straflosigkeit und  Unterdrückung der Wahrheit hätten Wirkung und inspirierten jene  Staatsfunktionäre, die heute im Polizeiapparat und im Gefängnissystem  „Folter und Ausrottung“ betrieben. Nicht einmal die Öffnung der  Geheimarchive aus der Diktaturzeit sei unter Lula veranlaßt worden. Just  in Sao Paulo führt Staatsanwalt Weichert mehrere Prozesse gegen frühere  Offiziere des Repressionsapparats und hatte erst unlängst den bekannten  spanischen Richter Baltazar Garzón zu Gast. Dieser hatte 1998 die  Verhaftung des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet angeordnet. In  Brasiliens Megacity bekräftigt Garzón an der Seite Weicherts, daß  Folter ebenso wie Völkermord ein Verbrechen gegen die Menschheit sei und  niemals verjähre. Kardinal Evaristo Arns, emeritierter Erzbischof Sao  Paulos, hört es mit Genugtuung – schließlich zählt er zu den  erbittertsten Gegnern der Diktatur, hat sich unschätzbare Verdienste bei  der Aufklärung von Regimeverbrechen erworben. Brasiliens  Bischofskonferenz(CNBB)bekräftig erneut ihre Grundposition ganz  offiziell: Alle Folterer von einst müssen bestraft, die  Diktatur-Geheimarchive endlich geöffnet werden. „Straflosigkeit darf es  nicht geben“, so CNBB-Präsident Geraldo Lyrio Rocha in Brasilia.  Hunderte kirchliche Menschenrechtsaktivisten wurden damals gefoltert,  ermordet. Befreiungstheologe Frei Betto erinnert in Sao Paulo daran, was  er und viele seiner Dominikaner-Ordensbrüder in den Kerkern erleiden  mußten.:“Der gravierendste Fall war Frei Tito, der als Folge der  unsäglichen Torturen den Verstand verlor, 1984 in einem französischen  Kloster bei Lyon mit 28 Jahren Selbstmord beging.“</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Bischöfe beklagen tiefe ethisch-moralische Krise des Tropenlandes</strong></p>
<p><strong>Debatte um Amtsenthebung von Staatschef Lula</strong></p>
<p><strong>„Wir sind in einer perplexen Situation“, analysiert Brasiliens Primas  Kardinal Geraldo Majella Agnelo, „es ist wichtig, daß das Volk jetzt  nicht passiv bleibt, sondern reagiert.“ In der Tat haben die über 185  Millionen Brasilianer derzeit eine Menge verwirrender innenpolitischer  Ereignisse zu verarbeiten, ist die öffentliche Diskussion über ein  Impeachment-Verfahren gegen Staatschef Luis Inacio Lula da Silva erneut  heftig aufgeflammt. Denn ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß  hatte nach 245 Tagen intensiver Arbeit schwere Korruptionsvorwürfe gegen  die Lula-Regierung als richtig bestätigt. Diese hatte sich politische  Unterstützung im Nationalkongreß mit Millionensummen erkauft, bereits  vor dem Amtsantritt vom Januar 2003 ein raffiniertes System von  Abgeordnetenbestechung installiert. Die Gelder wurden aus  Staatsunternehmen abgezweigt, kamen aber auch von Privatfirmen und  flossen vornehmlich ins rechtsgerichtete Parteienspektrum. Als  Hauptdrahtzieher nennt der Untersuchungsbericht Staatschef Lulas engen  Freund und rechte Hand, den Minister und Chef des Zivilkabinetts, Josè  Dirceu. Dieser arbeitete im Präsidentenpalast Wand an Wand neben Lula,  koordinierte von dort aus alle Machenschaften meist gemeinsam mit  anderen Spitzenleuten der Arbeiterpartei – bis Lula alle bereits im  letzten Jahr unter dem Druck der Enthüllungen entlassen mußte. Gegen  Josè Dirceu und über einhundert weitere Personen sollen jetzt  Gerichtsverfahren wegen aktiver Korruption, Geldwäsche, Machtmißbrauch  und anderen Delikten eröffnet werden. Brasiliens  Generalstaatsanwaltschaft hat bereits vierzig schwer Belastete, darunter  Dirceu und den damaligen Chef der Arbeiterpartei, Josè Genuino, unter  Anklage gestellt. Die Partei, so hieß es zur Begründung, habe eine  „kriminelle Organisation“ gebildet, um sich an der Macht zu halten. Laut  Presseberichten wird auch Staatschef Lula von den Ermittlungen der  Staatsanwaltschaft nicht ausgespart.  Letztes Jahr hatte Lula  betont:“Ich fühle mich durch inakzeptable Praktiken verraten, von denen  ich niemals gewußt habe.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch den  neoliberalen Finanzminister Antonio Palocci, mächtigster Mann im  Kabinett, an seiner Seite.  Palocci bestritt vor dem  Untersuchungsausschuß, jemals eine kleine Villa Brasilias betreten zu  haben, in der zwielichtige, teils mit ihm befreundete Lobbyisten krumme  Geschäfte ausheckten, illegale Gelder aufteilten und Orgien mit  Prostituierten feierten.  Doch dann sagte der 24-jährige Hausmeister  glaubhaft aus,  Palocci sei häufig in der Villa bei den Lobbyisten und  den Prostituierten gewesen. Wie die Presse berichtete, wurde daraufhin  im Präsidentenpalast beschlossen, den Hausmeister zu diskreditieren,  unter anderem sein Bankgeheimnis zu brechen. Die heimtückische Aktion  ging völlig daneben, kam an die Öffentlichkeit – Lula mußte Palocci  raschest entlassen. „Die Krise bewegt sich auf niedrigstem Niveau –  beschämend für Brasilien“, analysiert daher Odilo Scherer,  Generalsekretär der Bischofskonferenz. Das Land durchlebe eine düstere,  triste, enttäuschende Phase seiner Geschichte, konstatieren andere  Bischöfe. Daß überall, nicht nur in der Politik, ethische Prinzipien  fehlten, sei bedrückend. Anerkannte Juristen des Anwaltsverbandes  argumentieren, daß Lula schon deshalb ein Impeachmentverfahren verdiene,  weil er zwielichtige Politiker, die er selbst wegen schweren Delikten  entlassen mußte, weiterhin öffentlich als „Brüder, Freunde und Genossen“  würdige. Und damit jeglichen Anstand, den das Präsidentenamt erfordere,  vermissen lasse. Immerhin 83 Prozent der Brasilianer nennen Lula  mitverantwortlich für den Korruptionsskandal. Gemäß neuesten  Meinungsumfragen sinkt die Popularität Lulas  jedoch nur langsam, würde  er bis auf weiteres im Oktober wiedergewählt. Begründet wird dies  einerseits mit dem sehr niedrigen Informationsgrad der extrem  ungebildeten Massen über die innenpolitische Krise, andererseits mit den  staatlichen Hilfen für über elf Millionen arme Familien. Daß „oben in  der Politik“ alle Diebe seien und sich rücksichtslos bereicherten, werde  von vielen als normal angesehen.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens „Ehrenmorde“</strong></p>
<p><strong>Strafrechtsänderungen sollen Macho-Gewalt verringern</strong></p>
<p><strong>Im Macholand Brasilien werden jährlich über 45000 Menschen ermordet,  sehr viele Opfer  sind Frauen. Oseias Brito in der Amazonas-Großstadt  Manaus beispielsweise hatte seiner Ehefrau Maria strikt verboten, zu  arbeiten und abends einen Berufskurs zu machen. Wenn er zu seiner  Geliebten ging und Maria das kritisierte, schlug er sie jedesmal brutal  zusammen, daß Blut floß. Als die 25-jährige  sich vor wenigen Tagen  schließlich von ihm trennen wollte, brachte Oseias sie sofort auf  sadistische Weise um, hackte ihren Körper in Stücke – gar kein so  untypischer Fall. Noch unlängst wäre er vor Gericht mit dem Argument  durchgekommen, in „legitimer Verteidigung der Ehre“ gehandelt zu haben.  Jetzt hat Oseias Brito weit schlechtere Chancen auf Freispruch. Denn  anläßlich des Internationalen Frauentags am achten März sanktioniert  Brasiliens Staatschef Lula mehrere Strafrechtsänderungen,  die mit dem  absurden Argument der Ehrenrettung Schluß machen sollen. Theologin Maria  Clara Bingemer von der Katholischen Universität Rio de Janeiros  begrüßt, daß das völlig obsolete, patriarchalische Strafrecht von 1940  modernisiert wird – auf Druck der Frauenbewegung des Landes. „Endlich  etwas mehr Menschenwürde für die Brasilianerinnen“, betont sie. „Die  neuen Gesetze könnten dazu beitragen,  die machistische Mentalität in  unserem Land zu verändern.“ Maria Clara Bingemer, die an der Universität  das Zentrum für Humanwissenschaften leitet, zitiert landesübliche  Macho-Überzeugungen:“Frauen mögen es, verprügelt zu werden.“ Oder:“Wenn  du eine Frau schlägst, weißt du vielleicht nicht warum – aber sie weiß  genau, weshalb sie Prügel verdient hat.“</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Zeitungen melden täglich zahlreiche Fälle von  Macho-Gewalt. So absurd es klingt – getötet werden keineswegs selten die  bereits rechtmäßig von dem Täter geschiedene Ex-Frau,  oder die frühere  Freundin, die Geliebte oder Ex-Geliebte.</strong></p>
<p><strong>„Selbst der Ehebruch war  bisher strafbar – angeklagt und verurteilt  wurden jedoch stets nur Frauen“, erläutert der Abgeordnete Antonio  Carlos Biscaia aus Staatschef Lulas Arbeiterpartei. „Jetzt fällt dieser  Paragraph. Und bei Morden bleibt künftig die These von der legitimen  Verteidigung wirkungslos.“ Unglücklicherweise geschähen solche  Verbrechen eben nicht nur in fundamentalistischen arabischen Ländern,  sondern auch in Brasilien. Neu unter Strafe gestellt werde  Menschenhandel zum Zwecke der Prostitution.</strong></p>
<p><strong>Dennoch entspricht das brasilianische Strafrecht damit noch längst  nicht der Verfassung von 1988, die erstmals Frauen und Männer völlig  gleichstellt. Die nationale Frauenbewegung hatte entsprechende  Vorschläge gemacht – doch wegen des starken konservativen Lagers im  Kongreß sind sie noch nicht durchsetzbar.</strong></p>
<p><strong>“Erreicht wurden nur  kleine Änderungen – aber sie sind es wert,  gefeiert zu werden“, meint die Gewalt-Forscherin Wania Pasinato in Sao  Paulo. „Denn dafür haben viele Frauen Brasiliens die letzten zwanzig  Jahre hart gekämpft.“ In allen Klassen und Schichten Brasiliens, bei den  Reichsten, aber auch den Ärmsten, am wenigsten Gebildeten,  dominiere  weiterhin ein patriarchalisches Beziehungsmodell, wonach die Frau  unterwürfig sein müsse und Eigentum des Mannes sei.</strong></p>
<p><strong>Soziologin Pasinato beobachtet, daß sich Anwälte vor allem in den  Großstädten bereits geschickt auf das veränderte Strafrecht einstellen.  Das Argument „legitime Verteidigung der Ehre“ wird ersetzt durch  „plötzliche unkontrollierbare Gefühlsaufwallung“,  also Handeln im  Affekt, selbst wenn der Mord lange und sorgfältig vorausgeplant worden  war. Und das funktioniere vor Gericht ebenfalls bestens. “Wenn der Mann  weiß, daß seine Frau oder Freundin sich trennen will, wenn sie vorhat,  arbeiten zu gehen oder zu studieren, wenn sie ihm das Essen nicht machte  oder sich gar einen Geliebten anschaffte, dann kann er eben ab jetzt  eine solche Gefühlsaufwallung erleiden und die Frau umbringen.“  Wahrscheinlich habe man  inzwischen noch ganz andere Argumente erfunden,  um gewalttätige Männer freizusprechen. „Wir müssen also weiter für  Frauenrechte und ein modernes Justizsystem kämpfen.“</strong></p>
<p><strong>Banditendiktatur über Brasiliens Slumbewohner nützt Regierung und Eliten, verhindert Kampf für Menschenrechte</strong></p>
<p><strong>Historiker bestätigt Kirchenposition</strong></p>
<p><strong>Unten, an den Stränden der schicken Viertel Ipanema und Copacabana,  tummeln sich die ausländischen Touristen, wohnen in feinen Hotels – oben  an den Steilhängen kleben die Elendsviertel, Favelas der  Zuckerhutmetropole, hausen über anderthalb Millionen Menschen  dichtgedrängt wie Ameisen. Viele Besucher fragen sich angesichts  extremer Sozialkontraste, warum die Favelados eigentlich nicht von den  Hügeln in die Mittel-und Oberschichtsviertel heruntersteigen,  protestieren und rebellieren,  ihre Menschenrechte einfordern.  Schließlich ist Brasilien die dreizehnte Wirtschaftsnation der Erde,  dazu größte Demokratie Lateinamerikas. Etwa fünfzig Millionen Menschen  unterhalb der Armutsgrenze, die hohen Einkommen mehr als das  dreißigfache über den niedrigen. „Warum gibt es einfach keine soziale  Explosion?“, fragt auch der angesehene Historiker Josè Murilo de  Carvalho, „warum organisieren sich die Massen der Slums nicht nach dem  Vorbild der Landlosenbewegung?“  Er weist auf die Banditendiktatur über  die Slumbewohner, hat eine brisante Erklärung parat:“Die Herrschaft des  organisierten Verbrechens blockiert die Politisierung der Favelados,  hält sie ruhig, verhindert eine Rebellion. Die hochbewaffneten  Gangsterkommandos dienen somit der Aufrechterhaltung politischer  Stabilität – und das ist den Autoritäten sehr recht, ist gut für sie.  Natürlich würde man das nie eingestehen.“ Professor Carvalho, 65,  von  der Bundesuniversität in Rio de Janeiro, wirft auch der Regierung von  Staatschef Luis Inacio da Silva, dem ehemaligen Gewerkschaftsführer,  vor, am grauenhaften Status Quo der Favelas nichts ändern zu wollen.  „Zum strategischen Kalkül Brasilias gehört, daß es wegen der so  hilfreichen Verbrechersyndikate keine sozialen Unruhen geben wird – und  das ist natürlich reiner Zynismus. Wir haben so viele Gewalttote wie in  Bürgerkriegen. Die Slumbewohner besitzen nicht einmal die elementarsten  Bürgerrechte, können sich nicht frei bewegen, haben nicht einmal das  Recht auf das eigene Leben, von den sozialen Rechten ganz zu schweigen.“  Historiker Carvalho erregte mit seiner Analyse jetzt auf einer   nationalen Wissenschaftlertagung großes Aufsehen.</strong></p>
<p><strong>Doch auch Rios deutschstämmiger Kardinal und Erzbischof Eusebio  Scheid prangert seit Jahren den Banditenterror gegen die Favelados, die  Ausgangssperren, das neofeudale Normendiktat an, die Verantwortung der  Eliten. „Wenn in der Favela einer den Mund aufmacht“ so Scheid, „werden  ihm von den Gangstern die Ohren abgeschnitten, wird er völlig  verstümmelt. Die Verbrechersyndikate sind eine Parallelmacht, ein Staat  im Staate, gestützt auf die Feuerkraft ihres großen Waffenarsenals.“  Zu  den drakonischen Strafen gehört auch Handabhacken, lebendig Verbrennen.  Viele Slumpfarrer und selbst der Dominikaner Frei Betto, heute  Staatschef Lulas Sonderberater für Hungerfragen, argumentieren genauso.  „Die Deutschen haben offenbar keine Vorstellung von der gravierenden  Situation hier.“</strong></p>
<p><strong>Die von den deutschen Kirchen stark unterstützte Landlosenbewegung  MST, so Historiker Carvalho, vertritt zwar nur die Minderheit der  Brasilianer des Hinterlands, ist aber politisch sehr erfolgreich,  hervorragend organisiert und effizient, zwingt die Regierung, den Boden  gerechter zu verteilen. Doch über achtzig Prozent der mehr als 175  Millionen Brasilianer, das Gros der sozial Ausgeschlossenen, leben in  großen Städten. Dort, so der Historiker, hätte eine Bewegung der  Slumbewohner, der Arbeitslosen, die beispielsweise leerstehende Gebäude  und Wohnungen besetzen, natürlich ganz andere Wirkungen. „Nicht zufällig  sind in den Großstädten enorme Truppenkontingente konzentriert, falls  die Lage doch einmal außer Kontrolle gerät. Jetzt organisiert der MST  wieder viele Bodenbesetzungen – derartige Aktionen in den Städten, mit  Millionen von Favelados, wären  ein Schlag gegen die Stabilität des  Systems. Man müßte Truppen einsetzen, um die Ruhe wiederherzustellen.“   Für Kardinal Scheid und Historiker Carvalho ist keine Lösung der  Favelaprobleme in Sicht. Mit ironischem Galgenhumor fragt der  Wissenschaftler:“Warum wohl werden aber weder Brasiliens Grenzen noch  die Drogenmafia in der Bucht von Rio streng überwacht, greifen die  Streitkräfte nicht ein, um den Gangstersyndikaten das Rückgrat zu  brechen?“</strong></p>
<p><strong>Große Erwartungen an Papstbesuch auch bei Anhängern der Befreiungstheologie</strong></p>
<p><strong>Die jüngste scharfe Kritik des Papstes an Misere, Ungleichheit und  Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika ist auch bei den Anhängern  der Befreiungstheologie in der Kirche Brasiliens auf großes Interesse  gestoßen. So wird Benedikt XVI. auch mit Kardinal Evaristo Arns, dem  emeritierten Erzbischof Sao Paulos zusammentreffen, der zu den führenden  Persönlichkeiten der Befreiungstheologie zählt. Der jetzt vom Papst zum  neuen Erzbischof der Megacity ernannte deutschstämmige Odilo Scherer  hatte gleich zu Beginn seiner Amtszeit engagierten  befreiungstheologischen Priestern wie Sao Paulos Obdachlosen-Seelsorger  Julio Lancelotti demonstrativ alle Unterstützung zugesichert und den  Wert der Vielfalt in der Kirche gewürdigt. Lancelotti, der bereits zur  Diktaturzeit gemeinsam mit Arns gegen die Foltergeneräle opponierte,  führt dessen Linie fort und zählt zu den Symbolfiguren der  brasilianischen Menschenrechtsbewegung. Fernando Altemeyer, Cheftheologe  der Katholischen Universität Sao Paulos, erklärte am Mittwoch gegenüber  der Presse, die Befreiungstheologie sei lebendig, sorge sich auch um  die neuen Armen des Kontinents und verstehe sich als eine „Theologie des  Mitleids“. Altemeyer, jahrelang Sprecher von Kardinal Arns,  erinnerte  an den Brief von Papst Johannes Paul dem Zweiten von 1986 an die  brasilianischen Bischöfe, wonach die Befreiungstheologie „opportun,  nützlich und notwendig“ sei. Der Cheftheologe hatte bereits nach der  Wahl von Kardinal Ratzinger zum neuen Papst erklärt, daß nunmehr für die  Theologen bessere Zeiten anbrechen dürften. „Der Winter ist vorbei,  neuer Sauerstoff ist für die Kirche lebenswichtig.“ Der neue Papst könne  unmöglich das „Risiko intellektueller Sterilität“ eingehen. Als große  politische Herausforderung bezeichnet Altemeyer den „nordamerikanischen  Imperialismus“, Benedikt XVI. müsse sich diesem „Totalitarismus“  entgegenstellen. Unmittelbar vor der Papstankunft in Sao Paulo stellte  sich auch der emeritierte Bischof Pedro Casaldaliga hinter die  Befreiungstheologie. Gegenüber der Presse sagte er am Mittwoch, solange  es Arme, Verelendete gebe, werde diese theologische Richtung existieren.  „Wer heute ans Kreuz geschlagen wird, sind die Armen.“ Es handele sich  um das Kreuz der Misere, Gewalt und Marginalisierung &#8211; davon müsse man  die Armen befreien. Sollte auf der vom Papst eröffneten  Generalversammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM jemand  die Befreiungstheologie angreifen, werde dieser darauf eine Antwort  erhalten, meinte Casaldaliga. Leonardo Boff, der in Europa bekannteste  brasilianische Befreiungstheologe, bewertete die Kulturkritik des  Papstes positiv. Die moderne Zeit sei in der Tat von Dekadenz  gezeichnet, Benedikt XVI. weise auf Arroganz, Relativismus,  Materialismus und Atheismus. Der Papst werde mit seiner hohen  Intelligenz die brasilianischen Realitäten wahrnehmen. Daher könnte er  sehen, was von der Kirche an Gutem unternommen wurde, um die Menschen  vor den Konsequenzen einer „perversen Modernität“ zu bewahren. Denn  diese verweigere Ungezählten die Bürgerrechte und selbst das Leben.</strong></p>
<p><strong>Ökotourismus par excellence</strong></p>
<p><strong>Ein brasilianisches Fischerdörfchen findet weltweit Nachahmer</strong></p>
<p><strong>Wanderdünen, Palmen, frei weidende wilde Esel,  Segelflöße am Strand  vor den Fischerkaten und tief entspannende Ruhe – das versteckte  1200-Seelen-Dorf Prainha do Canto Verde im Nordosten Brasiliens ist ein  idealer Fluchtpunkt für Streßgeplagte. Seit es von der Internationalen  Tourismusbörse in Berlin als weltweit beispielhaft für ökologischen,  sozial verantwortlichen Fremdenverkehr ausgezeichnet wurde, blieb  dennoch der große Ansturm aus, sind die mehreren Dutzend schlichten,  sehr preiswerten Gäste-Appartements selten voll belegt. Den Kennern und  Liebhabern von „Prainha“, wie jeder hier sagt, gerade Recht. Denn  lauten, brachialen Massentourismus gibt es in Brasilien zur Genüge – und  auch das einfache Fischerdörfchen sollte zugunsten von Bettenburgen und  Boutiquen-Meilen längst ausradiert sein. Der deutschstämmige Kardinal  Aloisio Lorscheider und das Menschenrechtszentrum seiner Erzdiözese in  der 120 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt Fortaleza haben es  verhindert: Als in den achtziger Jahren Immobilienhaie die  Fischerfamilien sogar mit Terror vertreiben wollen, greift Lorscheider  beherzt ein, hilft bei der Gründung einer Bewohnerassoziation,  organisiert mit Gleichgesinnten sogar internationalen Druck. Für den  Kardinal war Prainha ein Präzedenzfall dafür, wie die archaischen  Nordost-Eliten mit den einfachen und tiefreligiösen Menschen, zumeist  Analphabeten, umspringen. „Die Herrschenden, zynisch und skrupellos  agierende Clans“, sagt er in Fortaleza, „sind nicht gewillt, Macht und  Privilegien abzutreten.“ Deshalb werde das Volk ganz bewußt dumm  gehalten, da es dann leichter manipulierbar sei. „Ungebildete,  Analphabeten wissen nicht, wie sie sich in der heutigen Welt bewegen  sollen – sie kennen ihre Rechte nicht und fordern sie auch nicht ein.“  Man lasse sich fatalistisch treiben, verbinde sich nicht mit anderen,  organisiere sich nicht. Da sieht Lorscheider eine große Herausforderung  für die Kirche, ob in den entsetzlichen Slums von Fortaleza oder bei den  Fischern von Prainha. Die hatten zusätzlich Glück, daß der  schweizerische Swissair-Manager René Schärer rein zufällig das Dorf  entdeckt, sofort seinen Job an den Nagel hängt, den Menschen ebenfalls  beisteht, Entwicklungsprojekte startet. Lorscheider, Ende 2007  verstorben, erlebt zuvor noch voller Freude mit, wie Prainha absolute  Misere, Hunger und grauenhafte Krankheiten abstreift, im ganzen  Nordosten zur Gemeinde mit den besten Sozialdaten wird. „Wer gerne  Langusten ißt, sollte ab Mai, nach dem Ende der Schonzeit kommen“,  empfiehlt Schärer. „Zwischen Juli und November haben wir stärkeren Wind  als im Rest des Jahres – doch eigentlich ist immer Saison.“ Am  Atlantikstrand stechen die Fischer mit ihren Jangadas, Segelflößen in  See – man kann mitfahren oder eben spätnachmittags mit den anderen  Dorfbewohnern den Fang begutachten, sich Fische für die eigene Mahlzeit  heraussuchen. „Wir machen nachhaltigen Turismo comunitario, der durch  die Prainha-Bewohner genossenschaftlich geplant, entwickelt und gemanagt  wird“, erläutert Schärer. „Alle Dienstleistungen, vom tropischen  Cocktailempfang bis zu Tagungen kirchlicher Gruppen, werden durch Leute  aus Prainha erbracht.“ Weil die Sache funktioniert, haben sich jetzt  fünf nahe Dörfer dem Projekt angeschlossen. Rücksichtslose, kriminelle  Raubfischerei hat auch die Langustenbestände vor Prainha stark reduziert  – ein Meeresschutzgebiet soll jetzt den verhängnisvollen Trend  umkehren, die Einkünfte der Prainha-Fischer wieder verbessern. Nachts  hört man sehr eigenartige Schreie der wilden Esel – wohl das exotischste  Problem des Stranddörfchens. „Es sind zuviele geworden – die Regierung  sollte welche einsammeln“, meint der Schweizer trocken.</strong></p>
<p><strong>„Sie behandeln uns wie Schweine“</strong></p>
<p><strong>Sklavenarbeit in Brasilien längst nicht beseitigt</strong></p>
<p><strong>Der brasilianische Staatspräsident Luis Inacio Lula da Silva hatte  die Abschaffung der Sklavenarbeit bis 2006 sowie konsequenten  Umweltschutz in Amazonien versprochen. Bei seinen diesjährigen  Europareisen warb er vehement für brasilianischen Autotreibstoff aus  Zuckerrohr, nannte ihn Biosprit. Gegenüber besorgten Regierungen und  Ökologen betonte Lula, daß die riesigen Zuckerrohrplantagen keinerlei  Risiko für die Urwaldregionen darstellten. „Die Anbaugebiete sind von  Amazonien sehr weit entfernt, denn dieser Landesteil eignet sich nicht  für solche Kulturen.“</strong></p>
<p><strong>Brasiliens katholische Kirche reagierte spöttisch, doch auch besorgt.  „Als Lula in Europa erklärt, daß man in Amazonien kein Zuckerrohr  pflanzt“, so der Anwalt und Franziskaner Xavier Plassat, „werden zur  selben Zeit im Amazonas-Teilstaate Parà just auf einer solchen  17000-Hektar-Farm über eintausend Sklavenarbeiter entdeckt und befreit.“  Die Farm namens Pagrisa  ist eine von vielen in Amazonien und  produzierte täglich rund 300000 Liter Ethanol-Treibstoff, der zumeist an  den Staatskonzern Petrobras geliefert wurde.  Der aus Frankreich  stammende Plassat leitet die Anti-Sklaverei-Aktionen der katholischen  Bodenpastoral CPT und sieht jetzt ebenso wie die Bischofskonferenz den  Kampf gegen „Trabalho Escravo“ in großer Gefahr. Denn die  exportorientierte Zucker-und Ethanolbranche betrachtet die  Sklavenarbeiter-Befreiung durch eine Sondereinheit des  Arbeitsministeriums als arg geschäftsschädigend, schlägt zurück. Auf  Einladung der Pagrisa-Besitzer fliegen branchenfreundliche  Kongreßsenatoren zur Farm, können angeblich keinerlei Anomalitäten  entdecken, zeigen die ministerielle Sondereinheit wegen Machtmißbrauchs  an. Die Firma selbst bestreitet sämtliche Vorwürfe. „Sie behandeln uns  wie Schweine“, sagt indessen jetzt Francis Vanicolla, 25, einer der  befreiten Sklavenarbeiter, gegenüber der Presse. „Auf der Farm haben wir  schlechtes, verdorbenes Essen gekriegt, voller Würmer.“</strong></p>
<p><strong>Pagrisa liegt in jenem Teilstaat, in dem 2005 die katholische  Urwaldmissionarin Dorothy Stang erschossen wurde, über eintausend  kirchliche Menschenrechtsaktivisten, darunter der aus Österreich  stammende Bischof Erwin Kräutler und Anwalt Xavier Plassat, immer wieder  mit Mord bedroht werden. In einem solchen rechtsfreien Raum sogar  Brasilia gegen sich zu haben, hält die Sondereinheit für riskant, hat  aus Gründen der eigenen Sicherheit die Kontrollen von Sklavenfarmen  gestoppt. „Doch diese müßten viel schärfer überwacht werden“, analysiert  Plassat von der Bodenpastoral. Die Lula-Regierung habe ihr Versprechen  nicht erfüllt, die Sklavenarbeit bis 2006 auszutilgen. Kein einziger der  modernen Sklavenhalter sei in Haft. „Deren Farmen sollten nach  Auffassung der Kirche enteignet und an Landlosenfamilien übergeben  werden.“ Rund neunzig Prozent aller Anzeigen gegen Sklavenfarmen kommen  von der Bodenpastoral. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO)in  Genf schätzt die Zahl der brasilianischen „Trabalhadores Escravos“ auf  bis zu 40000.</strong></p>
<p><strong>Weiter gravierende Kinderprostitution in Brasilien – meist fernab der Touristenzentren</strong></p>
<p><strong>Alle Jahre dasselbe Ritual: Stets zur jetzigen Ferien-Hochsaison,  kurz vorm Karneval, prangert Brasiliens Presse die skandalöse, stetig  wachsende Kinderprostitution an, veröffentlicht Fotos von deutschen,  österreichischen, schweizerischen Touristen und ihren minderjährigen  Gespielinnen. Spendenabhängige NGO tuten politisch korrekt in das  gleiche Horn, nennen Männer aus der Ersten Welt als die  Haupttätergruppe. Und stets kurz darauf verspricht die Regierung mit  großem Tamtam ein weiteres Mal ganz energische Maßnahmen, um das Übel  nun aber wirklich zu beseitigen. Auch Staatschef Luis Inacio Lula da  Silva propagierte zum Amtsantritt vor zwei Jahren den Kampf gegen  die  Kinderprostituion als Priorität. Doch jetzt belegt eine vom  UNO-Kinderhilfswerk UNICEF und seinem eigenen Justizministerium  erstellte Studie, daß den Worten wie üblich kaum Taten folgten und  Minderjährige weiterhin vor allem fern der Touristenorte sexuell  ausgebeutet werden. Für jedermann im Macholand Brasilien eine  altbekannte Tatsache. Jene, die extreme Armut von Mädchen schamlos  ausnutzen, ihnen für ein „Programa“ umgerechnet nur etwa einen Euro  zahlen oder etwas zu essen geben, sind zuallererst Brasilianer aller  sozialen Schichten, nur ein Bruchteil sind Ausländer. Laut Studie  prostituieren sich Kinder und Jugendliche in etwa eintausend meist  kleineren und mittleren Städten, die größtenteils weit im bitterarmen  Hinterland, fernab der Strandorte liegen. Doch am gravierendsten ist die  Lage im wirtschaftlich führenden, industriell hochentwickelten  Teilstaat Sao Paulo, gefolgt von Minas Gerais. Der Teilstaat Rio de  Janeiro beispielsweise liegt erst an zwölfter Position. Laut Maria Lucia  Leal, die das UNICEF-Forscherteam leitete, sei eine Lösung ohne mehr  soziale Gerechtigkeit nicht denkbar. „Straflosigkeit, Armut und  Ungleichheit sind das Problem – die Zahl der Städte mit  Kinderprostitution ist erschreckend hoch.“ Bei der Vorstellung der  Studie in Brasilia machte Menschenrechts-Staatssekretär Nilmario Miranda  merkwürdigerweise keinerlei Angaben über die Zahl der betroffenen  Mädchen und Jungen – in früheren Erhebungen war von mehreren Millionen  die Rede. „Wichtiger ist doch, was wir tun, um das Problem zu  beseitigen.“ So sollen künftig Hotelangestellte belangt werden, die  Touristen erlauben, Minderjährige mit  aufs Zimmer zu nehmen. Viele  fragen sich, ob das in einem Land mit sehr hoher, eingewurzelter  Korruption wohl funktionieren kann. Zudem versucht das Hotelpersonal  vielerorts, den Gästen die „Garotas de Programa“ regelrecht  aufzudrängen, erwartet dafür ein Trinkgeld. Doch in kleineren Städten,  sogar Dörfern des Hinterlands ist das soziale Phänomen der  Kinderprostitution viel schwerer zu bekämpfen. Nicht nur in den  nordöstlichen Dürregebieten beispielsweise werden die Minderjährigen von  den eigenen Eltern dazu angeregt oder gar gezwungen, sich zu  prostituieren. Daß sich Mädchen an die Straßen stellen und sich  Autofahrern feilbieten, gilt vielerorts bereits als normale, ganz   „banale“ Beschäftigung, werde von den Familien legitimiert, sagen  Sozialarbeiter. Weitverbreiteter sexueller Mißbrauch zuhause lasse zudem  viele Minderjährige auf die Straße fliehen, wo sie dann in der  Prostitution landeten. Mitarbeiter des Anti-Hunger-Programms der  Regierung sollen künftig geschult werden, um solche Fälle zu erkennen  und anzuzeigen sowie Aufklärungsarbeit zu leisten. In ganz Brasilien  widmen sich zudem 169 regierungsunabhängige Organisationen dem Kampf  gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern. Anwältin Ana Vasconcelos in der  nordbrasilianischen Hafenstadt Recife gehört zu den renommiertesten  Expertinnen, leitete auch mit Spenden von Caritas und Misereor  ein  Auffang-und Betreuungsheim für junge Prostituierte. Sie beobachtete, daß  Väter und Mütter der Unterschicht ihre Töchter direkt losschicken, um  einen deutschen Touristen aufzugabeln, weil der als finanziell  großzügiger gelte. „Vai pra rua, pra procurar um alemao!“ Ana  Vasconcelos nannte einen überraschenden Aspekt:“Wir sind ein  rassistisches Land – alle wollen eine klare Haut haben. Wenn die  dunkelhäutige Tochter einen deutschen Touristen heiratet, denkt der  Vater, durch die Vermischung verbessert sich meine Rasse – meine Enkelin  wird blaue Augen haben, schöner sein als eine Schwarze, das gibt  Prestige.“</strong></p>
<p><strong>Massaker an brasilianischen Landlosen von 1996 weiter ungesühnt – internationale Proteste</strong></p>
<p><strong>Der neunzehnjährige Oziel Pereira muß sich vor den mit Mpis  bewaffneten Militärpolizisten hinknien, wird gezwungen, laut   auszurufen:“Es lebe die Landlosenbewegung MST!“ Dann liquidieren sie ihn  mit einem Genickschuß. Andere Companheiros werden sogar totgeschlagen,  erstochen, die meisten Opfer aber mit Mpi-Salven niedergemäht. Bei  Eldorado de Carajas, im Amazonasteilstaat Parà, hatten über tausend   protestierende Landlose eine Straße blockiert – dafür wollte ihnen die  Gutsbesitzerelite einen „Denkzettel“ verpassen.  Siebenundsechzig  Landlose, darunter Frauen und Kinder, werden teils schwer verwundet. Die  Toten transportiert man schnell ab, laut offizieller Darstellung waren  es „nur“ neunzehn, nach kirchlichen Angaben  aber weit mehr. Oberst  Mario Pantoja schärft den 145 Offizieren und Soldaten seines  Militärpolizei-Spezialkommandos ein:“Niemand hat etwas gesehen!“ Genau  acht Jahre später sind alle weiter auf freiem Fuß, Gerichtsprozesse  verkamen zur Farce – doch die Welt hat die Bluttat nicht vergessen. Am  Tatort gedachten letztes Wochenende über fünftausend der Toten,  verlangten die Bestrafung der Schuldigen – und selbst in Berlin  demonstrierten Menschenrechtler deshalb durch die Straßen. Wie  Zehntausende in Rio de Janeiro, Sao Paulo oder Brasilia forderten sie  von Brasiliens Staatschef Luis Inacio Lula da Silva, endlich wie  versprochen, brachliegenden Boden aus Großgrundbesitz an Millionen von  Landlosenfamilien zu verteilen. Lulas sozialdemokratischer Amtsvorgänger  Fernando Henrique Cardoso ist Ehrendoktor der Freien Universität Berlin  – ein Internationales Tribunal hatte letztes Jahr ihn, seinen  Parteifreund und Gouverneur des Teilstaates Parà, Almir Gabriel, sowie  die dortigen Latifundistas zu den Hauptschuldigen des Massakers erklärt.  „Ein wahrer Skandal, daß jene mit politischer oder ökonomischer Macht  weiter Straffreiheit genießen“, betont Bischof Tomaz Balduino, Präsident  der katholischen Bodenpastoral CPT, „leider hat das Tradition in  Brasilien, daß große Figuren immer ungeschoren davonkommen. Deshalb  existiert auch die Sklavenarbeit weiter &#8211;  bei so geringen Geldstrafen  für die Großgrundbesitzer ein gutes Geschäft. Auf einer einzigen  Großfarm wurden neunmal hintereinander immer wieder Sklaven entdeckt!  Unter Staatschef Lula haben die Landkonflikte stark zugenommen.“</strong></p>
<p><strong>Auch die Pastoral beteiligt sich aktiv am „Abril Vermelho“, dem  „roten April“ der sozialen Bewegungen.„Alle sind über die Lula-Regierung  enttäuscht, unzufrieden mit der Agrarreform, demonstrieren jetzt für  den Schutz der Menschenrechte, die Demokratisierung des Bodens. Wir  Christen wissen, daß es dabei um viel mehr, in neuen Dimensionen geht –  eine neue Gesellschaft, ein neuer Mensch, gemäß christlichen Idealen.“  Nicht zu übersehen, daß die Landlosenbewegung MST sehr religiös geprägt  ist.</strong></p>
<p><strong>„Das Massaker war kein isolierter Fall“, sagt Pastoral-Anwalt Josè  Batista Afonso in der Stadt Maraba, unweit des Verbrechensortes, „mit  Billigung der Autoritäten hat es hier  seit 1982 eine ganze Serie von  Blutbädern gegeben. Bis heute wurde niemand verurteilt, sind Täter und  Hintermänner auf freiem Fuß, begehen weitere Verbrechen.“ Durch  Pistoleiros einen Landarbeiter umbringen zu lassen, so Anwalt Afonso,  „ist hier praktisch kein Delikt &#8211; Großgrundbesitzer diktieren Polizei  und Justiz die Regeln.“  In keinem anderen Land der Welt werden jährlich  so viele Menschen umgebracht – letztes Jahr waren es rund  fünfzigtausend. Darunter über fünfzig Landlosenführer.</strong></p>
<p><strong>Nur eine echte Agrarreform, so ist Pastoralanwalt Afonso sicher,  würde die Wurzeln der Gewalt beseitigen, Arbeit für Millionen von  Verelendeten schaffen, den Hunger effizient bekämpfen. Doch die Reform  komme nicht voran, weil die Lula-Regierung den Großgrundbesitzern der  eigenen politischen Basis Zugeständnisse mache, auf strukturelle  Änderungen im Staate verzichte. „Wir sind hier richtig verzweifelt,  hatten große Hoffnungen – doch die Lage wird immer komplizierter.  Wenn  wir unter dieser Regierung nicht vorankommen – die nächste wird noch  konservativer, unnachgiebiger sein. Deshalb organisieren die sozialen  Bewegungen jetzt öffentlichen Druck, um vielleicht doch noch etwas zu  erreichen.“</strong></p>
<p><strong>Überraschendes erstes Amtsjahr von Brasiliens Staatschef Lula – Jubel  bei Bankern und Spekulanten, Frustration bei Arbeitslosen und  Sozialbewegungen</strong></p>
<p><strong>Mit allem  Pomp zieht vor einem Jahr Ex-Gewerkschaftsführer Luis  Inacio Lula da Silva  in den Präsidentenpalast Brasilias ein &#8211;  selbst  in Europa erwarten viele Progressive und Drittweltbewegte schier  beispiellose Sofortmaßnahmen gegen Hunger, Elend und  Massenarbeitslosigkeit, die auf den Rest der Welt ausstrahlen würden.  Auf dem Weltsozialforum der Globalisierungskritiker von Porto Alegre im   Januar feiert man  Lula als Ikone, Idol und  Hoffnungsträger. Warnende  Kritik selbst aus der Kirche des größten katholischen Landes, daß Lula  sich mit einer rechtsgerichteten Sektenpartei, archaischen Oligarchen,  früheren Diktaturaktivisten verbündet habe, einen übelbeleumdeten  Milliardär zu seinem Vize machte, werden meist glatt überhört.  Anfang  2004 sind daher viele Gegner und Sympathisanten der Lula-Regierung im  In-und Ausland vorhersehbar perplex: Die Wirtschaftspolitik Brasilias  ist weit neoliberaler, rigider, konservativer als bei Amtsvorgänger  Fernando Henrique Cardoso. Banken und Börsen, der Weltwährungsfonds, die  Landeseliten reagieren erleichtert bis euphorisch, im Nationalkongreß  keinerlei echte Opposition.  Denn überraschend werden die Leitzinsen  zunächst bis auf 26,5 Prozent hochgesetzt, was spekulatives Kapital  anzieht, den Banken satte Gewinne beschert, die Börsenkurse nach oben  treibt. Gegen Proteste auch der Kirche werden die erdrückend hohen  Außenschulden fristgerecht zurückgezahlt. Die sogenannte  Länderrisiko-Taxe sinkt unter Lula von bedrohlichen 1439 Punkten auf nur  noch 468 – Indiz für die international hohe politische Glaubwürdigkeit.  Lula, so analysiert die in Brasilien  mit weit über tausend Firmen  stark vertretene deutschen Wirtschaft, habe sich von radikalen  Forderungen verabschiedet, die Konsolidierungspolitik fortgesetzt.  Das  hatte seinen Preis: Statt des  groß angekündigten „Wachstumsspektakels“  verzeichnet Lateinamerikas bisherige Wirtschaftslokomotive 2003 de facto  Nullwachstum, wurden öffentliche Ausgaben drastisch zusammengestrichen –  um über fünfzig Milliarden Dollar Zinszahlungen leisten zu können.  Ausgerechnet ein früherer Arbeiterführer aus der tiefsten Unterschicht  läßt die Arbeiter und kleinen Angestellten am meisten für diese Politik  bluten – etwa eine Million von ihnen werden gefeuert. Die  Erwerbslosigkeit ist auf Rekordhöhe, die Reallöhne sinken deutlich,  kräftiges Slum-Wachstum überall.  Jäh in die Misere abstürzende Familien  spannen notgedrungen ihre Sprößlinge für den Lebensunterhalt ein &#8211;  die  illegale Kinderarbeit stieg unter Lula stark an. Meinungsumfragen  konterkarieren sein Schwelgen in Eigenlob und Optimismus.  Für die große  Mehrheit  der 175 Millionen Brasilianer verschlechterten sich wegen der  scharfen Sparmaßnahmen auch das ohnehin prekäre Gesundheitswesen, der  Bildungssektor, der Umweltschutz. Die Korruption ist weiterhin sehr  hoch,  Amtsträger  von Lulas Arbeiterpartei, darunter Minister, sind in  peinlichste Skandale verwickelt. Für öffentliche Sicherheit werden nur  rund fünfzehn Prozent der Haushaltsmittel ausgegeben. Ein Resultat &#8211;   Brasilien ist  laut UNO-Angaben jetzt das Land mit den meisten Morden &#8211;   jährlich  über 45000, die auch an Indianern, Kleinbauern,  Menschenrechtsaktivisten begangen werden. Dazu Folter, etwa  vierzigtausend Sklavenarbeiter, eine insgesamt gravierende  Menschenrechtslage. Und selbst das großangekündigte Anti-Hunger-Programm  begünstigt bisher nur etwa fünf Millionen Menschen – von weit über 44  Millionen Bedürftigen in der immerhin 13. Wirtschaftsnation der Erde,  bei den  Fleischexporten auf dem ersten Platz.</strong></p>
<p><strong>Erheblich enttäuscht sind deshalb Gewerkschaften, Kirche, soziale  Bewegungen. Landlosenführer Joao Pedro Stedile nennt „die ganze  Gesellschaft krank, in der Krise, ohne Projekte, die Bevölkerung in  Lethargie. Wir sind ein reiches, aber ungerechtes Land – die Agrarreform  der Lula-Regierung ist bisher eine Schande.“</strong></p>
<p><strong>Und auch das überraschte: Unter Staatschef Lula, der  früher schon  einmal Adolf Hitler bewunderte, mutierte die sich einst links gebärdende  Arbeiterpartei zu einer eher harmlosen Partei der politischen Mitte,  stets bereit zu Bündnissen mit Rechts –  Mitgründer traten frustriert  aus. Mehrere populäre Dissidenten , die den Kurswechsel ablehnten,  wurden rigoros aus der Partei  entfernt.</strong></p>
<p><strong>Die Copacabana ist katholisch</strong></p>
<p><strong>Strände, Palmen, Karneval &#8211;  und hochaktive Kirchengemeinden</strong></p>
<p><strong>Copacabana – da kriegen viele leuchtende Augen, denken an  Tropensonne, schöne, sinnliche Menschen,  aufregenden Traumurlaub, Samba  und Karneval. Klischees türmen sich zuckerhuthoch, kräftig geschürt von  der Tourismuspropaganda. Doch im bekanntesten Viertel der  Zehn-Millionen-Stadt dominiert keineswegs Fremdenverkehr, sondern ganz  normaler urbaner Alltag, wird in Büros, Fabriken und unzähligen  Geschäften hart gearbeitet. Über dreihunderttausend Bewohner &#8211;  Copacabana ist eines der dichtbesiedeltsten Stadtviertel der Erde –   sichtlich geprägt von Rentnern, Senioren, und nicht etwa jüngeren  Leuten. Nirgendwo sonst in Rio ist der Prozentsatz alter Menschen so  erstaunlich hoch – darunter sogar jüdische Frauen, die das KZ Auschwitz  überlebten. An der berühmten Strandavenida mit den Millionen Dollar  teuren Luxusappartements wohnt Paulo Coelho, Brasiliens bekanntester  Schriftsteller, auch Stararchitekt Oscar Niemeyer – doch nur fünfzig  Schritte von der Flaniermeile entfernt ist bereits die moderne,  verkehrsumtoste Gemeindekirche „Nossa Senhora da Copacabana“ ein  Anziehungspunkt und Blickfang, Zentrum hochaktiven kirchlichen Lebens.   Denn die Leute des Viertels sind zu achtzig Prozent katholisch, während  der Rio-Durchschnitt wegen des Vordringens der Sekten bei nur noch 53  Prozent liegt. Von sieben Uhr morgens an acht Gottesdienste – und die  Kirche ist fast immer voll, aufgesucht auch von deutschen und  österreichischen Touristen. Sie fällt aus dem Rahmen, steht Wand an Wand  zwischen Geschäftshäusern, einem Supermarkt, hat immerhin elf geräumige  Stockwerke: Unten die Halle für Gottesdienste, darüber bis zum vierten  Geschoß ein Kindergarten für 140 Jungen und Mädchen sowie Räume der  Seelsorge für Prostituierte, Obdachlose, Hausangestellte und  Senioren,  für die Anonymen Alkoholiker, Neurotiker. „Die nächsten vier Stockwerke  haben wir vermietet“, sagt Padre Gilson Silva, „eine wichtige  Finanzierungsquelle für unsere Sozialarbeit. Anwaltsbüros, Firmen für  Telemarketing und sogar Textilfabriken!“ Die ganze neunte Etage ist nur  der katholischen Bewegung „Charismatische Erneuerung“ vorbehalten – Hit  im Gemeindeleben. “Über die Hälfte unserer Gläubigen rechnet sich zu den  Charismatikern“ – in den brasilianischen Großstädten sind es gewöhnlich  nur um die zehn Prozent. Gleich viermal in der Woche halten die  „Carismaticos“ ihre hochemotionalen, leidenschaftlichen Messen ab,  bei  denen sehr viel gesungen wird, die große Zahl junger Menschen aus ganz  Rio auffällt. „Wir wollen in Copacabana eine spirituelle Oase sein – und  das funktioniert!“, sagt fröhlich Cristiano Barreto, 27, einer der  temperamentvollen Organisatoren und Prediger.</strong></p>
<p><strong>„Den Traumstrand nutzen wir natürlich für unsere Jugendarbeit – Baden  und Fußballspielen gehören dazu“, so der braungebrannte Padre Gilson  Silva. „Wir müssen den Jugendlichen etwas  bieten, was sie begeistert,  stark macht gegen furchtbarste Einflüsse in einem so vergifteten  Viertel“. Abends, wenn zehntausende Pendler das Viertel verlassen  haben,  öffnen zwielichtige Bars und Diskotheken, kommen Horden von  Prostituierten aus ganz Rio, benachbarten Städten, dazu Abenteurer,  Straßenräuber. „Ein Sex-Shop mit Bordell grenzt direkt an unsere Kirche,  gegenüber ein Bordell für Schwule &#8211;  viele Prostituierte kommen zum  Gottesdienst, suchen unseren Rat.“ Eine wird bald Anwältin sein, geht  auf den Avenida-Strich, um das teure Jurastudium finanzieren zu können.  An den steilen, bewaldeten Granitfelsen von Copacabana kleben Slums,  beherrscht von Banditenmilizen, Rauschgiftbanden: „Vor dem katholischen  Gemeindekindergarten stehen junge Gangster mit der Mpi in der Hand –  manchmal schützen sie sogar die dreihundert Kinder bei Attacken  rivalisierender Verbrecherkommandos.“</strong></p>
<p><strong>Fünf katholische Gemeinden gibt es in Copacabana – eine hat ihre  moderne Kirche gar auf der Dachterrasse eines  großen Shopping Centers.  An der Strandavenida teure Hotels und Restaurants – doch nur wenige  hundert Meter entfernt verstecktes Elend. Schimmlige Betonblocks mit  regelrechten Wohnklos, in denen Leute jeweils gleich zu Dutzenden  hausen. Viele können weder Miete noch Strom zahlen – darunter alte  Frauen,  vergessen von den Angehörigen. „Unsere katholischen Gemeinden  begleichen deren Rechnungen, betreuen sie gesundheitlich – alles  eigentlich Pflicht des Staates.“</strong></p>
<p><strong>Bayerische Abgeordnete über Brasiliens Biospriterzeugung entsetzt</strong></p>
<p><strong>Umweltzerstörung, Sozialdumping, Sklavenarbeit</strong></p>
<p><strong>Umgerechnet nur 137 Euro Monatslohn für sklavenähnliche Schufterei  auf Brasiliens Zuckerrohrplantagen, in Ethanolfabriken – dieser Fakt hat  die 18-köpfige Landtagsdelegation bei ihrer jüngsten Reise in das  Tropenland besonders erschreckt. Die Abgeordneten verglichen mit dem  europäischen Lohnniveau und begriffen auf der Stelle, weshalb  brasilianischer Biosprit auf dem Weltmarkt unschlagbar billig und  beinahe konkurrenzlos ist. Brasiliens katholische Kirche bewertet den  Informationsbesuch der Politiker als „sehr, sehr wichtig“, damit die  ganze Wahrheit über die keineswegs umwelt-und sozialverträgliche  Ethanolproduktion endlich auch den europäischen Verbrauchern bekannt  werde. „Hier ist eine verdeckte Sklaverei im Gange – Arbeiter sterben  sogar vor Erschöpfung, brechen beim Zuckerrohrschlagen tot zusammen“,  erklärt Padre Antonio Garcia Peres von der Wanderarbeiter-Seelsorge den  Abgeordneten nahe der Megacity Sao Paulo. In den Ministerien von  Brasilia hören sie die offizielle Version zur boomenden Ethanolbranche –  Peres analysiert die Kehrseite der Medaille. Adi Sprinkart von den  bayrischen Grünen fragt im Umweltministerium, ob die Ethanolerzeugung  tatsächlich zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion gehe. „Man sagte,  überhaupt kein Problem hier – dieses Thema wird von den Regierenden  offenbar völlig ausgeklammert.“ Wenn allein im Teilstaate Sao Paulo ein  Viertel des Ackerlandes der Ethanolherstellung diene, werde damit  zwangsläufig Lebensmittelproduktion verdrängt. „Bei solchen Relationen  ist dies auch weltweit zu erwarten.“ Padre Peres stimmt zu, weist auf  besonders gefährliche Konsequenzen:“Große Viehzüchter des Teilstaats  verpachten die Weideflächen für den Zuckerrohranbau, ziehen mit ihren  riesigen Rinderherden nach Amazonien, so daß dort Urwald zerstört wird.“  Tragisch sei, daß künftig Grundnahrungsmittel für die einfache  Bevölkerung fehlen würden.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Öko-Experten nennen Zuckerrohr eine sehr umweltschädliche  Monokultur, durch eingesetzte Agrargifte würden der Boden, Flüsse und  Seen stark belastet. Doch den bayerischen Landtagsabgeordneten sagt man  in Brasilia, Pestizide seien beim Zuckerrohr eher ein „nachgeordnetes  Problem“. Padre Peres kann darüber nur lachen:“Laut Regierung läuft beim  Ethanol alles problemfrei, spielt man in diesen Fragen den  Unschuldsengel.“ Brasilia handele verantwortungslos, lasse die Dinge  einfach laufen. „Und die Ethanol-Unternehmer denken nur an schnellen  Maximalprofit – soziale Sensibilität fehlt völlig.“ Der Kirche, den  Umwelt-und Menschenrechtsorganisationen werfe man vor, unnütze Polemik  zu erzeugen.</strong></p>
<p><strong>Das Tropenland ist bereits weltgrößter Ethanolexporteur, will auch  die Lieferungen in die EU deutlich erhöhen. „Brasilien denkt beim  Agrotreibstoff in gigantischen Dimensionen, macht sich gewaltige  Hoffnungen“, urteilt Adi Sprinkart. Er und seine Landtagskollegen  zeigten sich beeindruckt, daß die rund 200000 Zuckerrohrarbeiter des  Teilstaats Sao Paulo zumeist dunkelhäutige Sklavennachfahren sind und  aus den mehrere tausend Kilometer entfernten Elends-und Dürreregionen  des brasilianischen Nordostens zuwanderten. „Deren Wohnlager erinnern  mich oft an deutsche KZs“, so Padre Peres. Ein Großteil ruiniert sich  wegen der Schwerstarbeit die Gesundheit, hat chronische Kopf-und  Wirbelsäulenschmerzen, Schwindelanfälle. Durch das regelmäßige Abbrennen  der Zuckerrohrfelder steigen riesige Mengen giftigen Rauchs in die  Atmosphäre, sorgen vor allem bei Kindern und Alten für Haut-und  Atemwegskrankheiten. Immer mehr Agrargifte dringen zudem in die  zweitgrößten Süßwasserreserven der Erde ein, die von Argentinien,  Uruguay und Paraguay bis Sao Paulo reichen. „All diese Verstöße gegen  Umwelt-und Sozialgesetze, der fehlende Respekt gegenüber den Menschen  haben die Landtagsabgeordneten deutlich sensibilisiert“, glaubt Padre  Peres. „Europa sollte keine Waren importieren, die unter solchen  Bedingungen erzeugt wurden.“ Er hofft, daß weitere Politiker aus  Deutschland und den anderen europäischen Ländern dem Beispiel der  bayerischen Abgeordneten folgen und sich ebenfalls direkt vor Ort  informieren. Nicht zufällig hätten mehrere hundert lateinamerikanische  Umweltgruppen in einem offenen Brief an die EU appelliert, auf  sogenannte Biokraftstoffe zu verzichten.</strong></p>
<p><strong>Rio-Kirchen unter MG-Beschuß – Pfarrer müssen sich Normendiktat der Gangstermilizen unterwerfen</strong></p>
<p><strong>„Die Banditenmilizen vom Adeus-Slum schießen immer wieder auf unsere  Kirche“, beklagt Pfarrer Geraldo de Lima von der Bonsucesso-Gemeinde  Rio de Janeiros, sammelt unterm Kirchturm Projektile auf, abgefeuert aus  NATO-Heereswaffen. Bonsucesso, unweit des internationalen Flughafens,  ist von fünfzehn Elendsvierteln, Favelas,  umgeben, über deren Bewohner  schwerbewaffnete Kommandos des organisierten Verbrechens geradezu in  Feudalmanier herrschen. Jedermann muß sich deren Normendiktat  unterwerfen – auch Pfarrer sowie Ärzte und  Sozialarbeiter  kirchlicher  Hilfswerke. Andernfalls droht die Ermordung. Von Padre Silas Vianna  forderte ein Gangsterkommando, deren hohe Telefonrechnungen aus der  Gemeindekasse zu bezahlen. Er weigerte sich, worauf das Kommando  ankündigte, ihn zu erschießen. So mußte er jetzt nicht nur seine  Favela-Gemeinde fluchtartig verlassen, sondern sogar ganz aus der  Zehn-Millionen-Stadt Rio de Janeiro weggehen, immerhin zweitwichtigstes  Wirtschaftszentrum des Tropenlandes. Dort hausen rund zwei Millionen  Menschen in Slums, werden jährlich  über zehntausend Menschen ermordet.  2003 kann die Polizei nicht einmal drei Prozent der Fälle aufklären.  Immer wieder müssen  Slum-Pfarrer urplötzlich den Gottesdienst  unterbrechen, sich mit den Gläubigen auf den Boden werfen, weil rund um  die Kirche ein Feuergefecht rivalisierender Milizen tobt, sogar Granaten  explodieren, Kugeln in den Altarraum einschlagen – eine traumatische  Erfahrung. Weit über zehntausend Minderjährige wurden von den Kommandos  als Kindersoldaten rekrutiert, finden es großartig, mit lässig   umgehängter Mpi durchs Favela-Labyrinth zu spazieren, Respekt und  Unterwerfung zu fühlen. „Normale kindliche Abenteuerlust“, sagen  Pfarrer, „wird von den Banditen schamlos ausgenutzt, in den Köpfen der  Jungen werden diese zu Helden und Vorbildern.“</strong></p>
<p><strong>Doch in den weit entfernten touristischen Strandvierteln unter  Zuckerhut, wie Copacabana oder Ipanema, merkt man nicht, was in den rund  achthundert Slums geschieht.</strong></p>
<p><strong>Und immer häufiger auch dies: Kaum hat die Kirche auf eigenem  Gelände den entsetzlich beengt lebenden Favelabewohnern Sport-und  Freizeiteinrichtungen geschaffen, werden diese von den Gangsterkommandos  okkupiert – jeglicher Zutritt nur mit deren Erlaubnis. Eine  Ordensschwester berichtet, daß in ihrem kirchlichen Kindergarten  stets  zahlreiche Plätze für Kinder von Banditen, Drogenhändlern reserviert  bleiben müssen – kein Einzelfall. „Was sollen wir machen – sie befehlen,  diktieren hier die Regeln.“ Laut  Luiz da Silva, Regionalleiter der  katholischen Favela-Seelsorge, brauchen Pfarrer und deren Mitarbeiter  unglaubliches Verhandlungsgeschick, sehr viel Diplomatie im Umgang mit  den Banditenmilizen. „Andernfalls könnte man dort gar nicht arbeiten.“   Dabei ist freie Religionsausübung auch in der brasilianischen Verfassung  verankert.</strong></p>
<p><strong>Die Banditenherrschaft verhindert zudem aus Kirchensicht, daß  Brasiliens Favelabewohner für ihre Bürgerrechte kämpfen. Fehlendes  politisches Bewußtsein macht zusätzlich passiv.</strong></p>
<p><strong>Seit der deutschstämmige Kardinal Eusebio Scheid 2001 die Erzdiözese  Rio de Janeiro übernahm, fordert er die zuständigen Autoritäten immer  wieder auf, diesen Zuständen ein Ende zu bereiten, die überbordende  Gewaltkriminalität endlich effizient zu bekämpfen. „Ich fühle  Traurigkeit und Beklemmung“, so Kardinal Scheid, „weil einfach nichts  unternommen wird. Nicht angenehm, in einer Stadt zu wohnen,  in der  nicht einmal die Kinder ohne Lebensrisiko zur Schule gehen können.“ Sein  enger Mitarbeiter, Monsignore Adionel Carlos, betont, daß die Kirche in  fast allen Favelas große Probleme hat:“Unsere Sozialarbeit wird  blockiert – und wenn die Kommandos Ausgangssperren verhängen, darf  niemand hinein oder heraus. Kranke brauchen dringend Hilfe – doch die  ist dann völlig unmöglich.  Nicht einmal Ärzte werden zu  kirchlichen  Ambulatorien gelassen.“ Selbst in Sao Paulo, drittgrößte Stadt der Welt  mit mehr als tausend deutschen Unternehmen, sind solche Ausgangssperren  häufig. Das organisierte Verbrechen kontrolliert auch Projekte  internationaler Hilfsorganisationen, mißbraucht sie teilweise für  kriminelle Zwecke.  In keinem Land der Welt werden derzeit so viele  Menschen ermordet wie in Brasilien – laut UNO-Angaben jährlich über  45000.</strong></p>
<p><strong>Weihnachtsoratorium unter Tropenpalmen Bahias – Pfarrer Hans Bönisch machts möglich</strong></p>
<p><strong>Die leichte Atlantikbrise nützt nicht viel – Pfarrer Hans Bönisch,  früher Würzburger Domorganist, kommt immer in der Vorweihnachtszeit  selbst im offenen Hemd besonders kräftig ins Schwitzen. Denn überall in  der barocken Altstadt von Salvador, UNESCO-Kulturdenkmal der  Menschheit,  herrschen derzeit 35 Grad schwüle Tropenhitze. „Da entsteht  natürlich `ne ganz andere Weihnachtsstimmung als am Christkindlesmarkt  in Nürnberg, mit Glühwein und Lebkuchen.“ Daß dennoch die ganze  nordamerikanisch-europäische Dezemberdekoration, mit überlebensgroßen  Weihnachtsmännern, Rentierschlitten, Nikoläusen und Plastiktannen  ausgerechnet auch in den afrikanischsten Teilstaat Brasiliens schwappte,  in dem über achtzig Prozent Sklavennachfahren sind, findet Bönisch  komisch und witzig, wenngleich völlig deplaziert. Er hat das Kunststück  fertiggebracht, nun schon seit mehreren Jahren in Salvador das  reichhaltigste weihnachtliche Musikprogramm des Tropenlandes auf die  Beine zu stellen. Bei pfiffigen deutschen Kulturtouristen hat es sich  längst herumgesprochen: Brasiliens erste Hauptstadt ist nicht nur wegen  des berühmten Karnevals, der afrobrasilianischen Traditionen eine Reise  wert, sondern auch wegen seiner hochkarätigen Barockmusik, die der zähe,  energiegeladene deutsche Pfarrer seit 1992 systematisch wiederbelebt  hat. Brasiliens Primas hatte ihn dafür aus Würzburg geholt. In der von  Jesuiten erbauten Kathedrale, aber auch den umliegenden Barockkirchen  der Kolonialzeit leitet Bönisch die ganze Adventszeit durch täglich  Gratis-Konzerte – mit Chören, Solisten, dem großen Orchester, führt  Bachs Weihnachtsoratorium und Schuberts-G-Dur-Messe, das Mozart-Requiem  auf.</strong></p>
<p><strong>Mitten in einer gewaltgeprägten Drittweltstadt, die mit Slums übersät  ist – aus denen indessen ein Großteil seines Publikums stammt. „Die  Haute Volee Bahias, Schickimickis, Reiche kommen überhaupt nicht zu  meinen Konzerten – denen ist meine Arbeit etwas zu progressiv.“  Nachwuchsprobleme  hat er nicht. „Junge Leute, die gerne mitsingen  wollen, rennen uns die Türen ein.“</strong></p>
<p><strong>Der 45-jährige Bönisch ist kräftig gebaut, energiegeladen, kann  zupacken, spielt bei Bedarf den Handwerker, den Bauleiter, weiß sich  durchzusetzen. Aus einer Ruine macht er das Kulturzentrum seines  Projekts „Barroco da Bahia“, mit Probenräumen, Konzertsaal, Cafe. Dieses  Jahr wird eine benachbarte Ruine zum architektonischen Schmuckstück:“Da  hockten bisher Rauschgiftbanden drin, schauten mit bösen Augen auf  uns.“ Bönisch ist Musiker, doch auch Entwicklungshelfer, widmet sich  besonders den Schwarzen der Unterschicht. „Barroco da Bahia ist ein  soziokulturelles Projekt –  die Leute lernen, wie man durch Arbeit zum  Erfolg kommt, Schwierigkeiten überwindet, Freude schenkt. Und dann der  religiöse Aspekt &#8211;  wer singt, betet doppelt, ist ja ganz klar. Wir  machen nur jene Musik, die positive Gefühle freisetzt, mit dem  Transzendenten verbindet.“ Acht CDs sind bereits auf dem Markt.</strong></p>
<p><strong>Bönischs neuestes Standbein – die Erwachsenenbildung. „Wir geben  sogar Deutschkurse – haben die unverschämt billig gemacht, damit  Menschen aus der Unterschicht mitmachen können. Zwei Euro siebzig  kostets umgerechnet – mit Unterrichtsmaterialien!“  Ab 2005 werden  erstmals Denkmalpfleger ausgebildet.</strong></p>
<p><strong>Walter Dias, 25, lebt im schwarzen Slumviertel Liberdade, kannte  zuvor nur afrobrasilianische Trommelrhythmen, hörte noch nie klassische  Musik, dachte, die sei schrecklich. “Doch dann hat bei mir hat alles mit  dem Weihnachtsoratorium von Bach angefangen – da lauschte ich zum  erstenmal dieser Musik – und das hat mir dermaßen gefallen, daß ich seit  1996 dabei bin.“</strong></p>
<p><strong>Nicht nur als Sänger, sondern auch als Projekt-Sekretär von „Barroco na Bahia“.</strong></p>
<p><strong>Es lebt von den Spenden vieler Deutscher – Hauptsponsor ist derzeit die Kreditanstalt für Wiederaufbau.</strong></p>
<p><strong>Die Messe am Heiligabend zelebriert in der Kathedrale traditionell  Primas Geraldo Majella Agnelo, Salvadors Erzbischof,  Präsident der  Bischofskonferenz – oben auf der Empore dirigiert Hans Bönisch dann  Bach-Kantaten, bekannte Weihnachtslieder. Übrigens – „Stille Nacht“ ist  in der portugiesischen Version als „Noite Feliz“, glückliche Nacht,  im  größten katholischen Land der Erde genauso populär wie in Deutschland.  Durch Bönisch hören es die Leute in Bahia erstmals in der  Originalsprache.</strong></p>
<p><strong>Porno-und Gewaltvideos in Brasilien</strong></p>
<p><strong>Anleitung zu sadistischen Verbrechen</strong></p>
<p><strong>Der zwölfjährige Paulo Torres in der Megacity Sao Paulo konsumiert an  den Wochenenden von morgens bis weit nach Mitternacht ein Gewaltvideo  nach dem anderen. Zudem hat er Riesenspaß daran, per Killerspiel  jedesmal Tausende von Menschen sadistisch zu foltern und zu ermorden.  Paulos Bruder Antonio, 14, bevorzugt bereits Gewaltpornos – und  Videogames, bei denen man beliebig viele Mädchen und Frauen jeden Alters  quälen, vergewaltigen und töten kann. Die Mutter der beiden schaut  lieber gar nicht hin: „Was soll man machen – es sind halt Machos – und  die mögen eben sowas.“ Eingreifen, verbieten – darauf käme sie nicht,  ebensowenig der Vater.  Die Mittelschichtskids Paulo und Antonio  besorgen sich das Zeug spottbillig nahe der City-Kathedrale und der  Präfektur – Raubkopien selbst der perversesten Videos oder Games  verkaufen die Scharen der Straßenhändler bereits ab umgerechnet 40 Cent.  Gemäß einer neuen Umfrage sitzen allen Ernstes 100 Prozent(!) der  Mittel-und Oberschichtskinder lieber vor dem Fernseher, sehen Videos,   anstatt zu spielen – bei den unteren Schichten liegt die Rate bei 97  Prozent. In den über 2000 Slums gehören Gewaltpornos seit langem zum  Massenkonsum von Halb-und Vollanalphabeten. Kein Geheimnis, daß auch in  den Ghettos von Rio de Janeiro die hochbewaffneten Banditenkommandos  bereits seit den achtziger Jahren begeisterte Fans solcher Videos und  Killerspiele sind, das dort Gezeigte, Praktizierte als Anregung nutzen  und an wehrlosen Slumbewohnern ausprobieren. Und längst selber  Gewaltpornos drehen, das Vergewaltigen von Slum-Mädchen, und sogar das  Zerstückeln von Menschen filmen. Im Berlinale-Gewinner „Tropa de Elite“  des brasilianischen Regisseurs José Padilha wird gezeigt, wie Banditen  einen jungen Mann auf einem Scheiterhaufen aus Autoreifen lebendig  verbrennen – für ungezählte junge Brasilianer war die Szene überhaupt  nicht schockierend, soetwas hatte man schließlich bereits aus der Nähe  gesehen. Längst ist der Export von Porno-und Gewaltvideos für  brasilianische Unternehmer ein Bombengeschäft. Wie das  Nachrichtenmagazin „Carta Capital“ unter Berufung auf Interpol  berichtet, stieg das Tropenland zum weltweit viertgrößten Lieferanten  pornographischer Materialien auf, die unter anderem das Vergewaltigen  achtjähriger Mädchen durch erwachsene Männer zeigen. Für die zuständigen  Autoritäten ganz offensichtlich kein Grund zum Eingreifen – die  katholische Kirche dagegen verurteilt diese Zustände bereits seit den  neunziger Jahren außerordentlich scharf. Renommierte  Sozialwissenschaftler und Therapeuten wie Jurandir Freire Costa  konstatierten „ethisch-moralische Schizophrenie“ in Brasilien, während  der damalige Primas von Brasilien, Kardinal Lucas Moreira Neves,  „Anstiftung zur Gewalt, Verblödung ganzer Bevölkerungsschichten,  Vermischung von Gewalt und Pornographie“ erkannte. 2008 warnt die  angesehene Psychologin und Kolumnistin Rosely Sayao in Sao Paulo:“Wir  leben in einer Kultur der Gewalt – diese Tatsache schadet tiefgreifend  der Bildung unserer Kinder.“ Gewalt in jeder Form sei so banal geworden,  daß sie häufig nicht einmal mehr bemerkt werde. Schüsse und  Messerstechereien in Schulen, brutale Attacken auf Lehrerinnen – längst  beinahe normal. Gewaltpornos scheinen der Alltagserfahrung entlehnt,  sind keineswegs nur absurde Fiktion. Die Kirche betont den klaren  Zusammenhang zwischen zunehmender Gewaltvideo-Verbreitung und deutlich  wachsender Rate von Vergewaltigungen und sexueller Belästigung. Daß  inhaftierte Sexualverbrecher fast durchweg gerne Hardcore-Pornos sahen,  ist längst auch aus internationalen Studien bekannt. Nicht zufällig, so  Rio de Janeiros Kardinal Eugenio Sales, hat zudem die Zahl der zehn-bis  vierzehnjährigen Mütter in Brasilien geradezu sprunghaft zugenommen.  „Wir verzeichnen eine Zerstörung ethisch-moralischer Werte, die vor  Jahrzehnten noch völlig undenkbar gewesen wäre.“</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Schwarze contra Rassismus</strong></p>
<p><strong>Kirche bekämpft „Apartheid“</strong></p>
<p><strong>„Grund zum Feiern haben wir auch diesmal nicht“, sagt der  Schwarzen-Aktivist und Künstler Emanoel Araujo zum „Nationalen Tag des  schwarzen Bewußtseins“ am 20. November, in Brasilien ein Feiertag. „Vor  120 Jahren wurde zwar die Sklaverei offiziell abgeschafft, doch immer  noch gibt es unzählige Sklavenarbeiter in diesem Riesenland“, prangert  Araujo in Sao Paulo an. Der weiße Chico Whitaker, Träger des  Alternativen Nobelpreises, pflichtet ihm in der Megacity bei:“Wir sind  ein Land der Apartheid und nur eine Fassaden-Demokratie!“ Nach Nigeria  hat Brasilien die größte dunkelhäutige Bevölkerung des Erdballs, haben  über die Hälfte der Einwohner afrikanische Vorfahren so wie Barack  Obama. Dennoch haben es Schwarze noch nie bis in den Präsidentenpalast  geschafft, ist die Rassendiskriminierung ungleich schärfer als in den  USA. Deshalb kämpft auch  die bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit  und Frieden, in der Chico Whitaker aktiv ist, auf der Seite der  dunkelhäutigen Brasilianer, kooperiert mit der  Schwarzen-Seelsorge.  Bischof Joao Alves dos Santos, der die „Pastoral Afro-Brasileira“  leitet, kommt gerade von der Wallfahrt schwarzer katholischer Gemeinden  in Brasiliens wichtigsten Pilgerort Aparecida bei Sao Paulo. Sie findet  landesweit alljährlich kurz vor dem 20. November statt und ist zugleich  größte nationale Demonstration für Schwarzen-Bürgerrechte. „Wir sind  immer noch ein Land der Apartheid“, sagt auch Bischof Santos, „nur sehr  langsam zeichnen sich Fortschritte ab.“ Dunkelhäutige seien die  typischen Slumbewohner, hätten die geringsten Bildungschancen – die  Kirche suche daher die Sklavennachfahren auf verschiedenste Weise zu  befähigen, wirkungsvoller für ihre Interessen zu kämpfen. Der  Pastoralbischof weist auf das sehr erfolgreiche Bildungsprojekt des  Franziskanerordens namens EDUCAFRO, das Schwarzen über ein Kurssystem  den Zugang zu ihnen gewöhnlich verschlossenen Universitäten sowie zu  höher qualifizierten, besser bezahlten Berufen öffnen soll. Der schwarze  Franziskaner Frei David dos Santos hatte solche Kurse 1993 erstmals in  Elendsvierteln Rio de Janeiros gestartet – inzwischen funktioniert das  EDUCAFRO-Netz landesweit. Santos, heute geradezu eine Symbolfigur der  brasilianischen Schwarzenbewegung, ergeht es wie vielen kirchlichen  Menschenrechtsaktivisten – er bekommt Morddrohungen, nicht nur die  Kirche bangt um sein Leben.</strong></p>
<p><strong>Im Franziskanerkloster Sao Paulos leitet der quirlige,  temperamentvolle Ordensbruder Valnei Brunetto alle regionalen  EDUCAFRO-Projekte, organisiert kämpferische Schwarzen-Demos, bei denen  seine Kurs-Studenten im City-Gewühl unüberhörbar große  Afro-Trommeln  bearbeiten. „Was wir hier machen, ist auch Befreiungstheologie in der  Praxis!“ Glatt könnte man sagen, Brunetto habe die falsche Hautfarbe –  denn er ist weiß. Natürlich hat sich Brunetto die einzige nationale  Schwarzenzeitschrift „Raça Brasil“ mit ins Boot geholt – Herausgeber  Mauricio Pestana, ein exzellenter Rhetoriker und Karikaturist, kommt  alle paar Tage ins Franziskanerkloster. „Brasilien ist das  rassistischste Land der Welt“, sagt er unumwunden. Aus seiner Sicht sind  rassistische Strategien überall auf der Welt fehlgeschlagen – ob in den  USA, Südafrika oder Teilen Europas. In Brasilien, so Pestana mit  ironischem Unterton, funktioniere der „Racismo“ dagegen geradezu  perfekt, wirke dessen Maschinerie sehr intelligent. Damit die  Vorherrschaft der Weißen nicht in Gefahr gerate, habe man den  Dunkelhäutigen nur zu oft die eigene Identität geraubt. Rassismus werde  häufig schlichtweg verdrängt, vielen sei die perfide Diskriminierung  garnicht bewußt. Dabei brauche man in Sao Paulo, Lateinamerikas  reichster Stadt, sich nur die von Misere gezeichneten Schwarzen-Ghettos  und die bourgeoisen Weißen-Viertel anzuschauen. „Rassentrennung pur“.  Unter Politikern, Führungskräften seien „Negros“ die Ausnahme.  „Gegen  all dies kämpfen wir an – auch mit Hilfe der Kirche.“</strong></p>
<p><strong>Regierungskampagne zur Volksentwaffnung in Brasilien – von der katholischen Kirche unterstützt</strong></p>
<p><strong>Jährlich mehr Getötete als im Irakkrieg</strong></p>
<p><strong>„Was soll ich noch mit den Schießeisen – in meinem Alter“, sagt die  89-jährige Zulmira de Oliveira und legt gleich drei silbrige Revolver,  zwei der US-Marke Smith &amp; Wesson, auf den kostbaren Furniertisch  ihrer Luxuswohnung in Rios noblem Strandviertel Leblon. Die beiden  Inspektoren der Zivilpolizei, Luis Quaresma und Andrè Camelo,  schauen  verdutzt – ein toller Fang! „Hätte man doch Feuerwaffen nie erfunden –  unser Leben wäre viel besser“, fügt die kultivierte Dame hinzu,  „jedenfalls wird die Welt durch diese Kampagne friedlicher.“ Für jeden  Revolver bekommt Zulmira de Oliveira von der Regierung  eine Prämie von  umgerechnet achtundzwanzig Euro – in ganz Brasilien ist die Polizei  derzeit total überlastet, die sechsmonatige Entwaffnungskampagne läuft  unerwartet gut an. Brasilia will damit in diesen kriegerischen Zeiten  auch weltweit ein Beispiel geben. Kardinal Geraldo Agnelo, Präsident der  Bischofskonferenz, hat alle Gläubigen aufgerufen, die hochwillkommene  Aktion nach Kräften zu unterstützen. Selbst in Kirchen werden  Sammelstellen eingerichtet.</strong></p>
<p><strong>Die Inspektoren Quaresma und Camelo preschen deshalb jetzt von  morgens bis abends zu den Adressen von Leuten, die Karabiner, Pistolen,  Mpis und selbst Granaten  und Mörser loswerden wollen. Falls  eingeschmuggelt, illegal erworben – Straffreiheit ist garantiert. „Die  Kampagne war längst überfällig“, so der dreißigjährige Camelo, „wegen  der ausufernden Gewalt gab es die letzten Jahre eine Welle der  Selbstbewaffnung – jedermann wollte unbedingt eine Knarre zuhause  haben.“ In Lateinamerikas größter Demokratie, so betont auch die Kirche,  herrscht de facto „Guerra nao-declarada“, unerklärter Bürgerkrieg.   Jährlich werden immerhin über 45000 Menschen getötet –  laut UNO-Angaben  mehr als im Irakkrieg.</strong></p>
<p><strong>Ein mulmiges Gefühl, mit Quaresma und Camelo durch die  Zehn-Millionen-Stadt zu brausen, weil hochbewaffnete Banditenmilizen des  organisierten Verbrechens ihren Wagen attackieren könnten. Beide haben  deshalb großkalibrige Pistolen auf dem Schoß, dazu die Maschinenpistolen  griffbereit neben sich. Monatsverdienst – umgerechnet 280 Euro. „Ich  wohne im Viertel Vila Isabel, von Slums umgeben“, sagt Inspektor  Quaresma, „dort muß ich höllisch aufpassen, gehe nachts kaum aus dem  Haus. Denn wenn mich Banditen überfallen, um mein Auto zu rauben, und  dabei feststellen, daß ich Polizist bin, erschießen die mich sofort.“  Täglich berichten die Zeitungen von ermordeten Militär-und  Zivilpolizisten, regelmäßig trifft es auch Deutsche, Schweizer,  Österreicher.</strong></p>
<p><strong>Quaresmas Viertel Vila Isabel liegt in der ärmlichen Nordzone – doch  wir brausen in die Südzone, ins schicke Strandviertel Barra da Tijuca,  das Miami der Mittel-und Oberschicht Brasiliens. Alle, die dort ihre  Waffen loswerden wollen, leben in Condominios fechados – das sind  Wohlhabendenghettos, von hohen Mauern umgeben, bereits an der Einfahrt  bewaffnete Wächter, Kameras, Stacheldraht. Philippe Mansur, bereits als  Kind aus Ägypten mit den Eltern nach Brasilien eingewandert, übergibt  einen Revolver, sieht die Regierungskampagne dennoch skeptisch: „Ich  bezweifle, daß sie ihr Ziel erreicht. Normale Leute wie ich liefern ihre  Waffen ab, aber die Banditen behalten sie – die  muß man entwaffnen!  Über zwanzig Millionen Waffen sind im Umlauf – doch die Regierung sagt,  sie wäre schon glücklich, wenn zweihunderttausend Schießeisen abgegeben  würden. Und der große Rest? Was passiert mit dem?“ An der Avenida das  Americas werden im  Morgengrauen neben einem Showpalast drei Jugendliche  erschossen, gegen Mittag tötet eine verirrte Kugel den  67-jährigen  Josias Tavares, als er in einem angrenzenden Park mit seinen drei Enkeln  spielt. Tags zuvor hatten Jugendliche Rios mit des Vaters Revolver  Roleta russa, Russisch Roulette gespielt – ein Fünfzehnjähriger starb.  Alle paar Tage melden Brasiliens Medien Roleta-Russa-Opfer.</strong></p>
<p><strong>Eine große Slumregion der Nordzone Rios heißt Faixa da Gaza im  Volksmund, Gazastreifen. Doch dorthin fahren wir nicht.  Inspektor  Camelo lacht bitter:“Niemand aus den Elendsvierteln gibt eine Waffe ab –  schon wegen der Banditenherrschaft dort wagt das keiner. Alle sind doch  den Banditenmilizen unterworfen – und die würden das nie zulassen. Die  Slums sind deren Festung, da fühlen sie sich sicher. Rios Slumbewohner  glauben nicht, daß wegen der Regierungskampagne die Verbrechensrate  sinkt.“</strong></p>
<p><strong>Pflichtwahlen und organisiertes Verbrechen</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Kirche kämpft für sauberen Urnengang</strong></p>
<p><strong>Hochbewaffnete Verbrechersyndikate und paramilitärische Milizen  nominieren eigene Kandidaten, lassen deren politische Rivalen nicht in  die Slum-Hochburgen, setzen dort die Pflichtwähler unter massiven Druck.  Des Mordes oder anderer schwerer Verbrechen angeklagte Politiker  organisieren ihre Wiederwahl, um weiter parlamentarische Immunität zu  genießen. Vor dem Urnengang im Oktober startet deshalb Brasiliens  katholische Kirche erneut  zahlreiche politische Initiativen, um die  antiethischen Absurdidäten in Lateinamerikas größter Demokratie  wenigstens zu begrenzen. Teilerfolge lassen hoffen. “Das Gesetz gegen  den weit verbreiteten Stimmenkauf haben wir formuliert – und damit  bisher die Kandidatur von über 600 zwielichtigen Politikern verhindert“,  sagt Dimas Lara Barbosa, Generalsekretär der Bischofskonferenz(CNBB).  Diese unterstützte einen Vorstoß des nationalen Richterbundes, vom  Obersten Gericht in Brasilia die Kandidatur schwer belasteter Personen  verbieten zu lassen. Die Klage wurde abgelehnt – solange jemand nicht  rechtskräftig verurteilt sei, müsse die Unschuldsvermutung gelten, dürfe  man ihm verfassungsmäßige Rechte nicht beschneiden. Bischof Barbosa,  die mit der Kirche verbündeten Sozialbewegungen sehen dies angesichts  der gravierenden Zustände völlig anders. Denn nur zu oft werden  einflußreiche, vermögende Politiker wegen Verbrechen zwar  verurteilt,  legen jedoch vor  höheren Instanzen mittels gewiefter Anwälte stets  erneut Widerspruch ein, kommen gewöhnlich ungeschoren davon. So sind im  Nationalkongreß von Brasilia ein Drittel der Abgeordneten und vierzig  Prozent der Senatoren wegen schwerer Straftaten angeklagt oder  verurteilt. Im Abgeordnetenhaus des nach Sao Paulo wirtschaftlich  zweitwichtigsten Teilstaates Rio de Janeiro laufen Prozesse sogar gegen  fast die Hälfte der Parlamentarier – wegen Betrugs, Bandenbildung und  sogar Mord. „Unsere Gesetze werden von Straftätern gemacht“, beklagen  Kommentatoren.  „Wir sammeln deshalb jetzt 1,5 Millionen Unterschriften  für ein Gesetzesprojekt gegen Kandidaten mit schmutziger Weste“, betont  der Bischof. Angesichts des sehr niedrigen Bildungsniveaus fällt es der  Kirche schwer, die Öffentlichkeit ausreichend zu mobilisieren, den rund  400000 Kandidaten für die Kommunalwahlen genauer auf die Finger zu  sehen. Denn in  immerhin 17 Prozent der Städte stellen Analphabeten die  Wählermehrheit, im Nordosten liegt diese Rate sogar bei 37 Prozent.  Viele sind für Stimmenkauf anfällig oder lassen sich von  Banditenkommandos einschüchtern. In Slums von Rio de Janeiro gehen  Gangster mit umgehängter Mpi von Kate zu Kate und weisen die Bewohner  an, für bestimmte Kandidaten zu votieren: „Das ist ein Befehl unserer  Bosse!“ Journalisten, die den Wahlkampf beobachteten, wurden von  Banditenkommandos barbarisch gefoltert. Nicht genehme Kandidaten, denen  man dennoch den Slum-Zutritt erlaubte, wurden von  schwerbewaffneten  Gangstern eskortiert und suchten rasch das Weite. CNBB-Generalsekretär  Barbosa leitete jahrelang die Gefangenenseelsorge in der  Zuckerhutmetropole, kennt die Verhältnisse gut. „In Rio sagt man, daß  die großen Gangster nicht in den Slums leben, sondern in den  Strand-Nobelvierteln.“ Der Bischof nennt „sehr problematisch“, daß jetzt  im Wahlkampf die evangelikale, auf Wunderheilungen spezialisierte  „Universalkirche vom Reich Gottes“ unablässig gegen die katholische  Kirche hetzt. Die Universalkirche dominiert Brasiliens „Republikanische  Partei“(PRB), die den Vize von Staatschef Lula stellt.  Aussichtsreichster Bürgermeisterkandidat in Rio ist just  PRB-Kongreßsenator Marcelo Crivella, gegen den zahlreiche Prozesse  liefen. „Die katholische Kirche zählt zur Elite – wer sich heute um die  Armen sorgt, sind wir Evangelikalen“, attackierte Crivella bei den  letzten Kommunalwahlen. Barbosa wies dies scharf zurück. „Diesmal ist  Crivella vorsichtig, will schließlich auch katholische Wähler gewinnen.  Doch seine Universalkirche hetzt weiter gegen uns.“</strong></p>
<p><strong>Ohne Truppen keine Wahlen</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Armee sichert Urnengänge</strong></p>
<p><strong>In Lateinamerikas größter Demokratie warten Luftwaffe, Marine und  Heer derzeit auf den Einsatzbefehl, weil es wieder einmal auf  Pflichtwahlen zugeht. Hochbewaffnete, mit der Politik liierte  Verbrechersyndikate sowie paramilitärische Milizen greifen besonders im  wirtschaftlich zweitwichtigsten Teilstaat Rio de Janeiro dreist in die  Wahlkampagnen ein, stellen eigene Kandidaten auf, verüben Blutbäder,  foltern Journalisten. Minister Carlos Britto, Präsident des Obersten  Wahlgerichts in Brasilia, hat deshalb das Militär angefordert, jeden  Moment kann es losgehen. Die lokale Militärpolizei, gar die  Bundespolizei reichen nicht aus. Nichts Neues in Brasilien – zu den  Präsidentschaftswahlen von 2006 waren Truppen in 142 Städte eingerückt,  um politisch motivierte Gewalttaten, darunter Morde, Unruhen und  Plünderungen möglichst zu verhindern. Über hundert Städte, meist in der  durch Attentate auf kirchliche Menschenrechtsaktivisten und  Umweltschützer gezeichneten Amazonasregion, wollen wegen der  Kommunalwahlen im Oktober wiederum nicht auf militärischen Schutz  verzichten. In Amazonien stehen über 160 Bischöfe, Pfarrer,  Gewerkschafter, Anwälte und Indianerführer auf einer Todesliste, werden  verfolgt. Darunter der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler –  in seinem Bistum Altamira wurde 2005 die nordamerikanische  Urwaldmissionarin Dorothy Stang ermordet.  Minister Carlos Brito spricht  von „Poder paralelo“, einer Parallelmacht des organisierten Verbrechens  – Justizminister Tarso Genro gar von einer tiefen Krise des  Rechtsstaats, von „Ambiente de Fascismo“, faschistischem Ambiente. Die  Vormundschaft des Verbrechens über Politik und Staat dürfe nicht  akzeptiert werden. In Rio de Janeiro, mit weit mehr Einwohnern als ganz  Bolivien, sollen deshalb Truppen in über zwanzig Slumregionen jener  Parallelmacht einrücken. Die Ghettobewohner sehen das mit gemischten  Gefühlen, sogar mit Angst. Denn erst kürzlich war die Armee zeitweilig  in Rios City-Slum „Morro da Providencia“ eingerückt, ließ den dortigen  Banditenkommandos aber freie Hand. Als sich die Truppe von drei jungen,  völlig unschuldigen Männern des Slums nicht genügend respektiert fühlt,  werden diese „zur Strafe“ mit einem Armeelaster in einen  gegenüberliegenden Hangslum gebracht, dem dortigen Gangsterkommando  übergeben, das in Todfeindschaft zu den Slum-Diktatoren des „Morro da  Providencia“ und selbst deren Bewohnern steht. Die drei Männer werden  wie üblich sadistisch gefoltert, danach mit Schüssen durchsiebt, auf  eine Müllhalde geworfen. Ein Aufschrei der katholischen Kirche, der  Menschenrechtsorganisationen und der Kongreßopposition folgt – die UNO  wird informiert. Rios deutschstämmiger Kardinal Eusebio Scheid,  Befreiungstheologe Frei Betto äußern sich entsetzt:“Die Bürgerrechte  wurden verletzt, die Demokratie ist bedroht.“ Auch die Opposition wirft  Staatspräsident Luis Inacio Lula da Silva vor, das Militär in dem Slum  zu Wahlkampfzwecken eingesetzt, fragwürdige „Sozialprojekte“ des  aussichtsreichsten Bürgermeisterkandidaten Marcello Crivella begünstigt  zu haben. Crivella gehört zur Wunderheilersekte „Universalkirche vom  Reich Gottes“, die seine „Republikanische Partei“(PRB) dominiert. Zur  PRB zählt auch Lulas Vize, der Milliardär José Alencar. Wegen des  Verbrechens der Militärs kommt es in Rio zu heftigen Zusammenstößen  zwischen protestierenden Slumbewohnern  sowie Polizei und Soldaten.  Politikexperten nennen bezeichnend, daß die Menschen erstmals seit der  Militärdiktatur wieder Steine auf die Armee werfen. Was wird geschehen,  wenn jetzt erneut Truppen in die Slums von Rio einrücken? Viele  Pflichtwähler machen sich auf Schlimmstes gefaßt. Denn nicht zufällig  fordert der brasilianische Anwaltsverband, die Beziehungen zwischen den  Streitkräften und dem organisierten Verbrechen zu klären. Schließlich  stammten allein in Rio 22 Prozent der bei Banditenkommandos  beschlagnahmten Waffen aus Beständen des Militärs.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Bischöfe:“Wir haben Lula gewarnt!“</strong></p>
<p><strong>Bündnis mit dubiosen Politikern zwielichtiger Parteien provozierte Korruptionskrise</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Bischöfe haben den Ex-Arbeiterführer Luis Inacio Lula da  Silva bereits im Präsidentschaftswahlkampf von 2002 eindringlich vor  verhängnisvollen Bündnissen mit berüchtigten Politikern  rechtskonservativer Parteien gewarnt.  Die Vorhersagen stimmten – nach  jüngsten Enthüllungen über Abgeordnetenbestechung, Mittelabzweigung und  schwarze Kassen droht Lula jetzt die Amtsenthebung, wurden bereits  Dutzende seiner engsten Mitarbeiter von ihren Posten entfernt. Soweit  bekannt, flossen illegale Gelder sogar über Banken auf den Bahamas. Für  die Kirche im größten katholischen Land kommt all dies nicht  überraschend. Jayme Chemello, seinerzeit Präsident der  Bischofskonferenz(CNBB), erinnerte jetzt daran, Lula persönlich von  desaströsen Allianzen abgeraten zu haben. „Ich nannte Lula die Namen all  jener Politiker, die keinerlei Glaubwürdigkeit besitzen“, betonte  Chemello auf der jetzigen CNBB-Vollversammlung in Itaici bei Sao Paulo.  Mehrere dieser Politiker stünden heute im Mittelpunkt der Enthüllungen,  die die Regierungskrise ausgelöst hätten. „Alle Parteien, nicht nur die  Arbeiterpartei, müssen von solchen Figuren gereinigt werden.“</strong></p>
<p><strong>So hatte die Bischofskonferenz (CNBB) 2002 mehrfach die angestrebte  Koalition von Lulas rechtssozialdemokratischer Arbeiterpartei(PT) mit  der rechtskonservativen Liberalen Partei(PL) verurteilt. Damit seien  erhebliche Risiken verbunden – zudem könne sich die von einer großen  Sektenkirche dominierte PL dann in entscheidende Landesfragen  einmischen, hatte CNBB-Vizepräsident Marcelo Carvalheira erklärt. Andere  Bischöfe nannten eine solche Koalition extrem besorgniserregend.  Lulas  Arbeiterpartei verlasse generell progressive Positionen, tendiere nach  rechts. Doch Lula bestand auf dem Bündnis, machte den Milliardär und  Großunternehmer Josè Alencar von der PL sogar zu seinem Vize. Waldemar  Rossi und andere populäre  Führer der katholischen Arbeiterseelsorge  argumentierten, Alencar habe die Militärdiktatur unterstützt und  deklariere sich als Feind der Landlosenbewegung MST. In dessen  Textilfabriken herrschten skandalöse archaische Zustände, Furcht vor  Repressalien und Entlassung. Die Arbeiter würden extrem schlecht  bezahlt.</strong></p>
<p><strong>Die Kirche warnte Lula auch vor Roberto Jefferson, zwielichtiger  Chef der rechtsgerichteten PTB. Er hatte den tiefkorrupten, per  Impeachment abgesetzten früheren Staatspräsidenten Fernando Collor de  Mello bis zuletzt unterstützt. Doch Lula paktiert mit der PTB, nennt  Jefferson gar seinen „Freund und Genossen“. Ausgerechnet Jefferson löst  vor drei Monaten die Krise aus: Als man ihn offen der Korruption  bezichtigt, packt er aus, verteidigt sich wirkungsvoll mit bombastischen  Enthüllungen, die von parlamentarischen Untersuchungsausschüssen und  der Bundespolizei bisher größtenteils bewiesen worden sind.</strong></p>
<p><strong>Die Bischofskonferenz kritisierte nicht zufällig die PL, aber auch  die Verletzung ethisch-moralischer Prinzipien durch Lulas  Arbeiterpartei: Denn PL- Chef Valdemar Costa Neto, der jetzt sein  Abgeordnetenmandat niederlegte, hat jetzt enthüllt, wie sich die  Arbeiterpartei die Unterstützung der PL mit Millionensummen regelrecht  kaufte. Das Geld sei in bar und in Koffern versteckt, übergeben worden.  Bei den entsprechenden Verhandlungen habe neben Alencar auch Lula  mitgemacht, kenne alle Einzelheiten. Netos Äußerungen zwangen den  Staatschef zu einer Fernsehrede an die Nation, in der er jedoch  abstritt, von solchen „inaktzeptablen Praktiken“ gewußt zu haben.</strong></p>
<p><strong>Dabei hatte ihn die gutinformierte Bischofskonferenz seit dem  Amtsantritt auf unsaubere Machenschaften hingewiesen. Der Kardinal und  Erzbischof Geraldo Majella Agnelo fordert 2003 in seiner Eigenschaft als  neuer CNBB-Präsident den Staatschef auf, endlich eine großangelegte  effiziente Kampagne gegen die überbordende Korruption zu starten. „Die  Situation wird immer gravierender – gestraft werden dadurch vor allem  die Armen.“</strong></p>
<p><strong>Auch in Europa gehen solche Analysen jedoch im allgemeinen Lula-Jubel  unter.  „Bereits seit 1997 wissen wir, daß Lula ein Meister darin ist,  Schmutz unter den Teppich zu kehren“,  sagt der 83-jährige Jurist,  renommierte Menschenrechtsaktivist und Mitgründer der Arbeiterpartei,  Helio Bicudo &#8211;  ein überzeugter Katholik.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Regierung verspricht erneut Gewaltbekämpfung</strong></p>
<p><strong>Banditendiktatur in Slums immer grausamer</strong></p>
<p><strong>Angesichts der ausufernden Gewaltkriminalität hat Brasiliens  Staatschef Luis Inacio Lula da Silva zum wiederholten Male energische  Gegenmaßnahmen versprochen. Mit Milliardenaufwand sollen danach der  Polizeiapparat ausgebaut und 160 Gefängnisse errichtet werden. Die  brasilianischen Medien haben über Lulas Ankündigungen nur kurz oder gar  nicht berichtet, da nach früheren „Maßnahmenpaketen“ dieser Art in  Wahrheit die Ausgaben für öffentliche Sicherheit teils drastisch gekürzt  oder vorgesehene Haushaltsmittel gar nicht freigegeben worden waren. In  großer Aufmachung betont die Landespresse dagegen, daß seit Lulas  Amtsantritt von 2003 ausgerechnet die ärmsten Brasilianer weiterhin am  stärksten dem Terror der Banditenmilizen ausgesetzt seien. Allein in Rio  de Janeiro, so die auflagenstarke Qualitätszeitung „O Globo“, sind 1, 5  Millionen Slumbewohner der „Diktatur des Verbrechens“ unterworfen und  nahezu sämtlicher Menschenrechte beraubt. Es handele sich um eine  „kolumbianische“ Tragödie.</strong></p>
<p><strong>„Wir haben daher in diesem Land noch keinen demokratischen  Rechtsstaat“, analysiert die renommierte Anthropologin und Kolumnistin  Alba Zaluar. Gemäß den neuesten Studien ist allein in Rio, mit rund  ebensoviel Einwohnern wie Kuba, die Zahl der Verschwundenen bis heute  mindestens 54-mal höher als während des 21-jährigen Militärregimes. Wie  damals sei unter der vom organisierten Verbrechen sowie von  paramilitärischen Milizen errichteten Slum-Diktatur das Foltern von  mißliebigen Bewohnern üblich. Zwecks Einschüchterung würden Menschen in  aller Öffentlichkeit lebendig verbrannt oder in Stücke gehackt, die  Opfer in geheimen Friedhöfen verscharrt. „Das Verschwindenlassen und die  Folter sind häufig, Gewalt trifft heute viel mehr Menschen als unter  der Militärdiktatur“, betont die Universitätsprofessorin Cecilia  Coimbra, Präsidentin der Menschenrechtsorganisation „Nie mehr  Folter“(Tortura nunca mais). Toleriert von den Autoritäten, hat das  organisierte Verbrechen im Parallelstaat der Slums seit Jahrzehnten auch  Sondergerichte installiert, die meist drakonische Strafen verhängen.  Dazu zählen das Handabhacken ebenso wie der Scheiterhaufen aus  Autoreifen. Ungezählte Familien werden zudem aus ihrer Slumkate  vertrieben.</strong></p>
<p><strong>„All diese Grausamkeiten entsprechen der Realität“, erklärte jetzt  Rio de Janeiros Gouverneur Sergio Cabral. „Die Parallelmacht agiert mit  Rohheit.“</strong></p>
<p><strong>Auch Brasiliens katholische Kirche ist vom Banditenterror direkt  betroffen. Der deutschstämmige Kardinal Eusebio Scheid in Rio de Janeiro  hat die Verbrecherdiktatur häufig verurteilt. Immer wieder werden  Geistliche ermordet, dringen Gangster mit NATO-MGs und Handgranaten in  Slumkirchen ein, erzwingen sogar den Stopp von Sozialprojekten.  Menschenrechtsaktivisten kritisierten, daß manche sogar vom Ausland  finanzierte Nichtregierungsorganisationen mit dem organisierten  Verbrechen kooperieren. Zudem wird an einen bezeichnenden Vorfall  erinnert. So hatten Staatschef Lulas Kulturminister Gilberto Gil und der  damalige Arbeitsminister Ricardo Berzoini, heute Chef der  Arbeiterpartei, vor rund zwei Jahren laut Presseberichten einen Rio-Slum  besucht und dafür die Genehmigung der Banditenbosse eingeholt. Der  renommierte brasilianische UNO-Berater und Experte für Gewaltfragen,  Sergio Pinheiro:“All dies ist ein Skandal – geschähe derartiges in  Berlin, Paris oder London, würde das im Parlament debattiert, würde die  Regierung stürzen.“</strong></p>
<p><strong>Polizeiattacken gegen die Verbrecherhochburgen haben bislang nur die  Wirkung von Nadelstichen. Zudem gelten nicht wenige Beamte als korrupt  und brutal, werden immer wieder moderne Feuerwaffen an die  Gangstermilizen verkauft. In den Millionenstädten sterben tagtäglich  niedrig bezahlte Polizisten durch Attentate oder Racheakte.</strong></p>
<p><strong>Im Stadtpark von Sao Paulo trauern die ambulanten Fahrradmechaniker  derzeit um ihren Kollegen, einen Detektiv und Familienvater. Er flickte  dort in der Freizeit für ein Trinkgeld Schläuche, reparierte  Gangschaltungen, besserte damit sein mageres Gehalt auf. „Vier Kugeln in  den Hinterkopf, sonntagmorgens – so geht das hier zu.“ In Brasilien  werden jährlich über 50000 Menschen ermordet, nicht einmal fünf Prozent  der Täter ermittelt.</strong></p>
<p><strong>Staatschef Lulas „Waldomirogate“ – brisanter operettenhafter  Korruptionsskandal kostet brasilianische Regierung die Glaubwürdigkeit/  Bischofskonferenz nicht überrascht</strong></p>
<p><strong>Gerade hatte Staatschef Lula der Nation populistisch-demagogisch  verkündet, daß Ethik, Moral und Glaubwürdigkeit auch weiterhin die  Grundpfeiler seiner Regierung seien, den 175 Millionen Brasilianern  wirtschaftlich-sozial ein gutes Jahr bevorstehe – da platzte am selben  Februartage die politische Bombe, verkehrte seine Worte ins Gegenteil:  Einer der ranghöchsten Beamten im Präsidentenpalast, Waldomiro Diniz, so  enthüllten die Medien hieb-und stichfest, hatte bereits im Wahlkampf  von 2002 bei einem Glücksspiel-Mafioso Wahlgelder für Politiker aus  Lulas Arbeiterpartei PT eingetrieben sowie ein hohes Bestechungsgeld für  sich selber ausgehandelt – im Gegenzug die entscheidende Begünstigung  bei einer öffentlichen Ausschreibung versprochen. Und das lediglich  geduldete illegale Glücksspiel, sogar die jetzt überstürzt geschlossenen  Bingo-Hallen, sind in dem Tropenland traditionell mit dem organisierten  Verbrechen verquickt, das dort  Geldwäsche betreibt und kräftige   Zusatzprofite hereinholt. Lula hatte vor der Nation gerade erneut   Zivilkabinettschef  Jose Dirceu als „Kapitän“ seiner  Regierungsmannschaft hochgelobt, da stellte sich heraus, daß just dieser  mit jenem korrupten, zwielichtigen Beamten Waldomiro Diniz seit Jahren  eng befreundet war und ihn nach Lulas Wahlsieg auf den hohen Posten im  Zivilkabinett des Präsidentenpalasts hievte. Der schwerreiche Diniz  verhandelte im Regierungsauftrag sogar mit dem Nationalkongreß über den  Staatshaushalt, hielt aber seine Kontakte zu obskuren Figuren der  Glücksspielmafia, leistete offenbar für sie an der Staatsspitze  effizienteste Lobbyarbeit. Was Diniz illegal trieb, mit welchen  Politikern Lulas er kooperierte, war pikanterweise seit vielen Monaten  bekannt,  wurde indessen ebenso wie andere  Skandale im ersten Amtsjahr  2003 erfolgreich vertuscht, unter den Teppich gekehrt. Wegen der  raschest entlassenen Schlüsselfigur Waldomiro Diniz tauften die Medien  den Skandal als „Waldomirogate“ – die Glaubwürdigkeit von Lula, seiner  Regierung und selbst seiner Arbeiterpartei, so lauten jetzt täglich  Kommentare, sei ziemlich hinüber. Eherne Säulen der Ethik,  Hoffnungsträger im schmutzigen politischen Geschäft? Das sei nun vorbei –  Lulas Haufen genauso wie die anderen. „Waldomirogate“, so lauten  Analysen, könne dieses Jahr notwendige Reformen und den immer wieder  versprochenen Wirtschaftsaufschwung blockieren, die Arbeitslosigkeit  weiter auf Rekordhöhe halten.</strong></p>
<p><strong>Bezeichnend, daß sich Brasiliens Bischofskonferenz CNBB von dem  Skandal überhaupt nicht überrascht zeigte, ihn indessen als  „gravissimo“, äußerst gravierend einstufte. Laut CNBB-Präsident Geraldo  Majella Agnelo war derartiges erwartet worden – „wir haben uns immer  vorgestellt, welche Konsequenzen jeder Korruptionsfall haben könnte.“  Für Kardinal Agnelo ist keineswegs ausgeschlossen, daß in der Regierung  noch weitere Figuren vom Schlage eines Waldomiro Diniz agieren. „Nach  wie vor arbeitet man in der Politik leider nicht für das Gemeinwohl,  sondern lediglich für den Nutzen, die Bereicherung einzelner Personen  oder Gruppen. Der jetzige Fall muß lückenlos aufgeklärt werden, um alle  Schuldigen zu bestrafen.“ Genau dies will die Lula-Regierung wie bei  vorhergehenden Enthüllungen indessen verhindern. Nicht zufällig hatte  der CNBB-Präsident den Staatschef bereits im vergangenen September, wenn  auch vergeblich,  aufgefordert, „endlich eine großangelegte und  effiziente Kampagne gegen die überbordende, immer besorgniserregendere  Korruption zu starten.“</strong></p>
<p><strong>Die Affäre reißt auch Lulas wichtigsten Koalitionspartner, die von  einer Wunderheilersekte dominierte, rechtsgerichtete Liberale Partei PL,  mit in den Strudel. Ausgerechnet dessen Fraktionschef im  Nationalkongreß, „Bischof“ Carlos Alberto Rodrigues, offizieller  Sprecher der sogenannten „Universalkirche vom Reich Gottes“, ist seit  mindestens fünf Jahren mit Waldomiro Diniz engstens befreundet, trieb  mit ihm gemäß Zeugenaussagen zahlreiche krumme Geschäfte. So wetterten  „Bispo“Rodrigues und seine Sekte zwar stets heftig gegen das  Glücksspiel, zogen gemäß ersten Ermittlungen daraus indessen illegal   kräftigen Profit. Der mächtige Sektengründer Edir Macedo, kurioserweise  früher ein kleiner Lotterieangestellter, hat Rodrigues zur  Schadensbegrenzung direkt überstürzt aus sämtlichen politischen und  religiösen Funktionen entfernt. Sogar Kulte darf der einst  zweitmächtigste Mann neben Macedo nicht mehr zelebrieren. Auch seine  Günstlinge verlieren landesweit Posten und Pfründe.</strong></p>
<p><strong>Brasilianische Regierung nach Mord an US-Missionarin unter Druck – Proteste von Menschenrechtsorganisationen und der Kirche</strong></p>
<p><strong>Nach dem feigen Mord an der nordamerikanischen Missionarin Dorothy  Stang im Amazonasteilstaat Parà wird Brasiliens Regierung mit in-und  ausländischen Protesten überhäuft. Die nationalen Medien befürchten  schweren Image-Schaden für  das Tropenland, aber auch für Staatschef  Luis Inacio Lula da Silva. Seit dessen Amtsantritt vor über zwei Jahren  hatten die Bischofskonferenz, die Landlosenbewegung und  Menschenrechtsorganisationen immer wieder an Brasilia appelliert, wegen  der Morddrohungen gegen Aktivisten der katholischen Bodenpastoral wie  Dorothy Stang, aber auch Führer der Landlosen etwas zu unternehmen,  deren Schutz zu garantieren. Die bei den armen Landarbeiterfamilien  immens beliebte Missionarin selbst hatte in den Wochen vor der Tat sogar  im brasilianischen Fernsehen betont, daß bezahlte Killer von  Großgrundbesitzern und Holzunternehmern sie töten wollten. Immerhin  waren bereits 2003 mindestens 73 Landlose von Pistoleiros erschossen  worden.  Doch nichts geschah.  Der Staat ließ zu, daß die  hochbewaffneten Killermilizen  weiterhin in Siedlungen und Camps der  Landlosenbewegung patrouillieren, die Bewohner terrorisieren,  einschüchtern. Denn der Teilstaat Parà, von der mehrfachen Größe  Deutschlands, ist Brasiliens Wilder Westen, wie ganz Amazonien  größtenteils eine Art Niemandsland, ohne Recht und Gesetz, einer Mafia  aus Großfarmern und Holzfirmen ausgeliefert, die den theoretisch streng  geschützten Urwald vernichten, sogar noch Sklaven halten.  Den beiden  Pistoleiros las die 74-Jährige in den Minuten vor dem Verbrechen noch  mehrere Stellen aus der Bibel vor, wohl um die Täter umzustimmen. Doch  diese töteten sie dennoch skrupellos mit neun Revolverschüssen auf einem  nachtdunklen Urwaldweg. „Sie zeigte unglaublich couragiert  Großgrundbesitzer und Holzunternehmer an, die Amazonien zerstören,  Urwald in Flächen für Export-Soja verwandeln“, sagt Bischof Tomas  Balduino, Präsident der Bodenpastoral. „Dorothy Stang gab als  Nordamerikanerin, Mitglied eines angesehenen Ordens, in Nordbrasilien  jenen einfachen Menschen eine Stimme, die hier von den Autoritäten nie  gehört werden, auf die man nichts gibt. Ganz patriotisch setzte sie sich  für Brasiliens Interessen ein – und wurde gerade deshalb gehaßt,  verteufelt.“ Denn so unglaublich es scheint – Brasiliens  Amazonasurwälder gehören zwar fast durchweg dem Staat, der  Allgemeinheit, werden jedoch seit jeher illegal von der Holz-und  Agrarbranche okkupiert. Bischof Balduino verurteilt scharf, daß die  Regierung wenige Tage vor der Tat  dem Druck der Holzfirmen nachgab,  einen zuvor dekretierten Rodungsstopp wieder aufhob und damit die  weitere illegale Vernichtung von Staatswald fördert. „Durch das  Einknicken der Lula-Regierung sieht sich diese Branche bestärkt – der  Mord an Dorothy Stang ist ebenfalls eine Form des Drucks auf Brasilia,  um weitere Zugeständnisse herauszuholen.“ Die allgemeine Straffreiheit  stimuliere zu noch mehr kriminellen Aktionen. „Doch wir werden ganz im  Sinne Dorothy Stangs weiterarbeiten, uns nicht einschüchtern lassen, die  Amazonasvernichtung weiter anprangern.“</strong></p>
<p><strong>Paulo Adario, Greenpeace-Koordinator für Amazonien, ist ebenfalls  erschüttert von dem Verbrechen. Jahrelang wird er von Pistoleiros  bedroht, trägt deshalb eine kugelsichere Weste, bekommt zeitweise  Polizeischutz. „Die Holzbranche schafft jetzt Fakten“, sagt er „und die  Regierung verhält sich schizophren, bricht ihr Versprechen, die Umwelt  zu schützen. Diese Firmen arbeiten kriminell – letztes Jahr hatten wir  die zweithöchste Abholzungsrate in der Geschichte Brasiliens, 2005 wird  voraussichtlich das gleiche passieren.“ In einem Brief an Staatschef  Lula verurteilen Adario und seine Organisation den politischen Mord als  weiteres „tristes, skandalöses Beispiel“ für die Amazonaspolitik der  Regierung. „Als die G-7-Staaten 1991/92 ihr Pilotprojekt zum Schutz der  brasilianischen Regenwälder  starteten“, so der angesehenen  Greenpeace-Experte, „hat sich die Urwaldvernichtung von 12000 auf heute  23000 Quadratkilometer jährlich erhöht!“ Deutschland sei Hauptfinanzier  des Pilotprojekts und müsse deshalb den „politischen Druck erhöhen,  damit nicht nur das brasilianischen Umweltministerium, sondern  die  gesamte Lula-Regierung ihre Hausaufgaben machen.“</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Kirche verurteilt Kriminalisierung der Landlosenbewegung MST</strong></p>
<p><strong>Die brasilianische Bischofskonferenz(CNBB) hat am Freitag gegen eine  Kriminalisierung der auch von den deutschen Kirchen aktiv unterstützten  Landlosenbewegung MST protestiert. Die CNBB-Bodenpastoral erklärte in  der zentralbrasilianischen Großstadt Goiania,  gegen den MST werde  derzeit von Großgrundbesitzern, ausländischen Agrarmultis und dem  exportorientierten Agrobusiness eine beispiellose Kampagne geführt.  Daran beteiligten sich auch  ausländische Kapitalanleger, die in die  Produktion von Ethanol-Treibstoff aus Zuckerrohr investierten, hieß es  weiter. Absicht sei, mit Hilfe der  Medien eine soziale  Widerstandsbewegung zu disqualifizieren. An der  Kriminalisierungskampagne sei in bestimmter Form auch die Regierung von  Staatschef Luis Inacio Lula da Silva beteiligt, da sie klar für das  Agrobusiness Partei ergreife, von dem die große Masse der Landarbeiter  und Kleinbauern, überhaupt der Menschen auf dem Lande, keinerlei Vorteil  habe. Das Agrobusiness breite sich immer mehr auch in Amazonien aus,  wodurch Kleinbauern und selbst Indianer aus ihrem Lebensraum vertrieben  würden. Eine in den brasilianischen Medien ausführlich publizierte  Meinungsumfrage  hatte ergeben, daß der MST inzwischen als Synonym für  Gewalt angesehen wird. Für über sechzig Prozent der Befragten schädigt  der MST die nationale Wirtschaft, manipuliert und schafft Konflikte,  nähert sich dem Verbrechertum an. Indessen erklärten gleichzeitig 75 der  Befragten, die Landlosenbewegung nur wenig zu kennen. Der Soziologe und  NGO-Experte Ricardo Antunes von der Universität in Campinas erklärte,  Lula sei Sprecher des Agrobusiness, was für die sozialen Bewegungen eine  sehr schwierige Lage schaffe. Neunzig Prozent der in der Studie  Befragten hätten betont, sich  über Sozialbewegungen lediglich durch  Fernsehen und Presse zu informieren. “Somit handelt es sich um Meinungen  über das, was veröffentlicht worden ist.” Die Medien berichteten  indessen nicht über Bildungsinitiativen sowie über Familien, die dank  der Aktionen von Sozialbewegungen ihre Menschenwürde erobert hätten, so  Antunes. Erst kürzlich waren drei MST-Führer von einem Gericht zu einer  Geldstrafe von umgerechnet über zwei Millionen Euro verurteilt worden,  weil diese an der Blockierung des Schienenwegs des brasilianischen  Bergbau-Multis “Vale” teilgenommen hätten. Die breit publizierte Studie  war von der “Vale”-Direktion in Auftrag gegeben worden.</strong></p>
<p><strong>Rebellion im Urwaldkerker</strong></p>
<p><strong>Gefangenenseelsorge:“Folter und Morde, Verrohen statt Resozialisieren“</strong></p>
<p><strong>Der Amazonas-Kerker Urso Branco in der Urwaldstadt Porto Velho zählt  zu den entsetzlichsten Gefängnissen ganz Lateinamerikas und macht in  Brasilien alle paar Monate wegen Folter, Mord, Aufständen und  Massenfluchten Schlagzeilen. Seit dem Wochenende haben die rund tausend  Insassen über zweihundert Geiseln, meist Frauen und Kinder, in ihrer  Gewalt.  Bereits sechzehn Männer sollen von Mithäftlingen umgebracht  worden sein. Erst Mitte Dezember hatten katholische Gefangenenseelsorger  erneut den Interamerikanischen Gerichtshof und die Vereinten Nationen  über die chaotischen Zustände in Urso Branco informiert. Häftlinge  starben wegen fehlender medizinischer Betreuung. Aidskranke erhielten  bereits seit 90 Tagen nicht die ihnen zustehenden Medikamente. In Zellen  für höchstens acht Personen wurden bis zu 25 Häftlinge gepfercht. Laut  Bischof Pedro Luiz Strighini, Präsident der nationalen  Gefangenenseelsorge, werden die Insassen zudem vom organisierten  Verbrechen terrorisiert – wer sich nicht unterordnet, wird ermordet.  Durch die neueste Rebellion sollen nicht nur bessere Haftbedingungen  erzwungen werden – gleichzeitig wird von der Anstaltsleitung gefordert,  die Verlegung des besonders sadistischen Gangsterbosses Birrinha  rückgängig zu machen. Denn der gilt als Herrscher des Kerkers im  Regenwald. “Der Staat hat seit langem die Kontrolle über Urso Branco  verloren“, sagt  Bischof Strighini. „Die Anstaltsdirektion läßt die  Dinge einfach laufen – in so vielen anderen Gefängnissen Brasiliens ist  es genauso.“ Zur komplexen Situation gehöre, daß Gefangene von den  Wärtern gefoltert würden. „Denn Folter existiert ja überall im Land.“  Grausamkeiten würden somit von inkompetenten Beamten, doch auch von  Kriminellengruppen begangen. „Unter solchen Bedingungen verrohen die  Häftlinge – von Resozialisierung kann keine Rede sein. Und das gilt  allgemein für Brasiliens Gefängnissystem.“</strong></p>
<p><strong>Der Bischof erinnert daran, daß 2002 bei einer Revolte in Urso Branco  27 Häftlinge von Mitinsassen getötet wurden, beim Aufstand von 2004  waren es 15. Die meisten davon wurden geköpft und zerstückelt. Hinzu  kommen über zwanzig andere Morde. Seit Sonntag sollen nach  Häftlingsangaben bereits sechzehn Männer umgebracht worden sein.  “Wichtig ist, daß die internationalen Menschenrechtsorganisationen jetzt  handeln und die Zustände anprangern“, sagt Bischof Strighini. „Hier  geht es um das Recht auf Leben. Die internationale Gemeinschaft muß  jetzt ebenso eingreifen wie bei den Menschenrechtsverletzungen im Irak.   Was dort und in Brasilien geschieht, betrifft die ganze Menscheit.“  Deutlich werde, daß Brasiliens Demokratie am Anfang stehe, elementare  Bürgerrechte noch nicht verwirklicht worden seien. Das betreffe auch  Armut und Elend, die extrem ungerechte Einkommensverteilung. Die  Zustände in Urso Branco und vielen anderen Gefängnissen zeigten zugleich  den Verlust menschlicher, familiärer und religiöser Werte in der  brasilianischen Gesellschaft. „Ein großer Teil der Bevölkerung, darunter  Christen, ist überzeugt, daß Gefangene mißhandelt werden müssen – wir  haben noch keine pazifistische Mentalität in Brasilien.“ Nach wie vor  werden Personen wegen Bagetelldelikten, etwa Warenhausdiebstählen, zu  hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Selbst eine 79-jährige Landarbeiterin  mit Krebs im Endstadium hatte man wegen angeblichen Drogenhandels  eingesperrt. Nachdem Bischof Strighini und Sao Paulos Kardinal Claudio  Hummes die Frau vor Weihnachten demonstrativ besucht hatten, wurde sie  überraschend freigelassen. Skandalös ist zudem, daß Häftlinge, die ihre  Strafe längst verbüßt haben, dennoch weiter hinter Gittern bleiben. Denn  die träge, langsame Justiz stellt einfach nicht die Entlassungspapiere  aus. Das geschieht sogar im relativ hochentwickelten Teilstaat Sao  Paulo. “13000 Gefangene, immerhin ein Zehntel aller Häftlinge Sao  Paulos, müßten längst auf freiem Fuß sein.“ In Bezug auf die  Menschenrechte habe Brasilien auch 2005 international einen schlechten  Ruf. „Unter der Regierung von Staatschef Lula sind die erwarteten  Fortschritte ausgeblieben.“</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Reiche drehen auf</strong></p>
<p><strong>Slums und Misere – aber Rekordumsätze bei Luxuswaren</strong></p>
<p><strong>Goldstaub auf Pralinen und Torten, der Kaviar aus Paris oder ein  paar  holländische Tulpensträuße extra mit Privatmaschinen eingeflogen,  gezähmte Villen-Leoparden natürlich mit Diamantenhalsband – Brasiliens  Geldelite schreckt vor keiner Extravaganz zurück. Und wenn Millionäre  vor einer Luxusboutique der Nobelkarosse  zu entsteigen gedenken,  stoppen die vorausfahrenden bewaffneten Body-Guards natürlich den ganzen  Verkehr. Brasilien ist laut UNO Weltmeister in sozialer Ungleichheit –  bei Mindestlöhnen von etwa 74 Euro, Stundenlöhnen von fünfzig Cents,  können sich die Wohlhabenden einen neofeudalen Hofstaat an Bediensteten  leisten, von denen Deutschlands Betuchte bestenfalls träumen. Auf der  ganzen Welt gibt es 7,1 Millionen Millionäre – doch in keinem Erdteil  wächst ihre Zahl schneller als in Lateinamerika. Mindestens jeder Dritte  davon ist ein Brasilianer. Die Reichen vergöttern Staatschef Luis  Inacio Lula da Silva, den Ex-Gewerkschaftsführer, wegen seiner  neoliberalen Politik. Zumal Lula im Präsidentenpalast von Brasilia  selber Spaß am Luxus hat – und einen von Brasiliens Milliardären, den  Großunternehmer Josè Alencar, zu seinem Vize machte.</strong></p>
<p><strong>Gleich in Lulas ersten Amtsjahr schlittert Brasilien in Rezession und  Rekordarbeitslosigkeit, doch immerhin fünftausend Betuchte werden  (Dollar-)Millionäre.  Der Luxusgütermarkt explodiert regelrecht, wuchs  2003  um 35 Prozent, 2004 um  40 Prozent – weltweit sind es nur 15  Prozent jährlich. Nobelmarken aus Paris, New York oder London eröffnen  serienweise neue Läden. Am Wolkenkratzer-Himmel Sao Paulos knattert ein  Privathubschrauber nach dem anderen –  Betuchte fliegen von ihren Villen  der Nobelghettos zu den Bürotürmen, Kaufpalästen, Golfplätzen,  Landsitzen, Stränden, Privatinseln. Nur in den USA werden mehr  Helikopter, überhaupt Privatflugzeuge, verkauft. Mit dem Geld für einen  Ferrari, so errechneten Sozialwissenschaftler, könnte man sieben  vierköpfige brasilianische Familien zwanzig Jahre lang ausreichend  ernähren.</strong></p>
<p><strong>„Ebenso wie die alte französische Aristokratie“, analysiert der  britische Brasilien-Experte Victor Bulmer-Thomas, „fühlen sich die  Eliten Lateinamerikas nur dann erst richtig reich, wenn sie von Armen  umgeben sind.“ Und die Kolonialmentalität, das bestätigen brasilianische  Kardinäle und Bischöfe, ist weiterhin sehr lebendig. Ebenso wie der  Papst verurteilen sie die ungebremste Habgier, das Anhimmeln von Geld  und Kapital. Sao Paulos deutschstämmiger Kardinal Erzbischof Claudio  Hummes beobachtet täglich vor der Kathedrale ein Heer von Bettlern,  Arbeits-und Obdachlosen, Verzweifelten. „Wenn wir auf Brasilien, oder  nur auf Sao Paulo schauen, fällt uns sofort der tiefe Graben zwischen  Reichen und Armen auf. Die Zahl der sozial Ausgegrenzten hat sich durch  die globalisierte Wirtschaft, die offenen Märkte noch erhöht. Wie kann  man die Reichtümer unseres Landes neu verteilen?“ Der Papst habe bei  seinem Brasilienbesuch das Gleichnis vom Reichen und dem armen Lazarus  auf die Situation in dem Tropenland angewendet, den Egoismus und die  Indifferenz der Begüterten angeprangert. „Vierundsechzig Prozent des  Volkseinkommens“, so der bekannte Befreiungstheologe Frei Betto aus Sao  Paulo, „sind in der Hand von nur zehn Prozent der Brasilianer!“</strong></p>
<p><strong>„Lateinamerika ist weiterhin das perfekte Beispiel für  wirtschaftliche Polarisierung zwischen Reichen und Armen“, betont sogar  die US-Investbank Meryll Lynch. In der Upperclass beobachten  Sozialwissenschaftler deutlich mehr „Zynismus, Intoleranz, Rassismus,  reaktionäres Denken“.</strong></p>
<p><strong>Jurandir Freire Costa, Universitätsprofessor und Therapeut in Rio:  „Diese Leute mit ihrem provozierenden Lebensstil, dem hohen  Drogenkonsum, sind in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit so dressiert, daß sie  die Misere, die Verelendeten überhaupt nicht mehr sehen.“ Das glamouröse  Leben der Betuchten – überall in den Medien wird es als nachahmenswert  herausgestellt. Beinahe in der letzten Slumhütte steht ein Fernseher –  und alle drumherum himmeln die Schicken und Reichen an, hassen sie  zugleich. „Ein Teil der Verelendeten wird gewalttätig, will an das Geld  der Begüterten, um dann den Lebensstil der Eliten zu kopieren – weiter  nichts“, so Professor Costa.</strong></p>
<p><strong>Bischofskonferenz Brasiliens für Rückverstaatlichung von Minenkonzern</strong></p>
<p><strong>Die katholische Kirche Brasiliens hat das September-Plebiszit über  eine Rückverstaatlichung des Minenkonzerns „Vale do Rio Doce“ als Erfolg  bezeichnet. Gegen den scharfen publizistischen Widerstand aller  kommerziellen Medien sowie gegen den Willen der Regierung hatte die  Bischofskonferenz(CNBB) gemeinsam mit den nationalen Sozialbewegungen  die einwöchige Aktion gestartet. Gemäß den vorläufigen Resultaten  votierten über vier Millionen Brasilianer. Rund 97 Prozent sind dafür,  daß das zweitgrößte Bergwerksunternehmen der Welt, zugleich größter  Eisenerzexporteur der Erde, wieder in öffentlichen Besitz übergeht.  Gemäß einer neuen Studie ist über die Hälfte der Brasilianer ebenfalls  dieser Auffassung &#8211;  in einem Land mit extrem niedrigem Bildungsniveau  wußten mehr als zwanzig Prozent bei der Meinungsumfrage keinerlei  Antwort.</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Caritas-Präsident, der für die CNBB-Sozialpastoralen  verantwortliche Bischof Demetrio Valentini und Joao Pedro Stedile,  Führer der Landlosenbewegung MST, sowie der katholische Jurist Fabio  Konder Comparato werden am neunten Oktober bei Audienzen im  Präsidentenpalast, im Nationalkongreß und im Obersten Gericht die  Plebiszitergebnisse erläutern und entsprechende politische Schritte  fordern. Valentini und Stedile hatten zuvor in einer gemeinsamen  Erklärung betont, ein strategisches, mit öffentlichen Geldern  errichtetes Unternehmen wie “Vale do Rio Doce” dürfe niemals  privatisiert werden. Die “phantastischen Gewinne” des Konzerns müßten  allen Brasilianern zugute kommen und nicht nur einer Gruppe von  Investoren und Banken. Mit den derzeit realisierten Profiten könnte man  167 Krankenhäuser und über 200000 Wohnungen bauen sowie 1,6 Millionen  Landlose ansiedeln. Nach Darstellung renommierter Rechtsexperten, hieß  es in der Erklärung weiter,  basierte die Privatisierung von 1997 auf  Betrug. “Dies bedeutet Landesverrat durch einen Teil der damaligen  sozialdemokratischen Regierung, die sich dafür eines Tages vor den  Gerichten dieses Landes verantworten muß.” Zudem werden die Argumente  des früheren, inzwischen verstorbenen CNBB-Präsidenten Luciano Mendes  bekräftigt, der die Privatisierung als antiethisch und unverantwortlich  bezeichnet hatte.</strong></p>
<p><strong>Das Unternehmen, so Bischof Valentini,  sei für ein Dreißigstel des  tatsächlichen Wertes verhökert worden. So habe man allein die  Eisenerz-und Bauxitvorkommen bei der entsprechenden Ausschreibung  fälschlich um zehn Milliarden Tonnen niedriger angegeben. Die Regierung  von Präsident Luis Inacio Lula da Silva unterwerfe sich nach wie vor dem  internationalen Finanzkapital. Dadurch werde eine echte Sozialpolitik  nahezu verhindert.</strong></p>
<p><strong>Chico Whitaker, Träger des Alternativen Nobelpreises von 2006 sowie  Mitglied der CNBB-Konferenz für Gerechtigkeit und Frieden, sagte:”Vale  do Rio Doce sollte wieder ein Staatsunternehmen werden &#8211; die Gewinne  könnten dann sozialen Zwecken dienen.”</strong></p>
<p><strong>Angesichts der öffentlichen Kritik hatte sich der Bergbaukonzern  immer wieder als patriotisch, sozial und umweltfreundlich bezeichnet,  für entsprechende landesweite PR-Kampagnen auch den in Europa sehr  bekannten Weltmusik-Star Carlinhos Brown eingespannt.</strong></p>
<p><strong>Das Plebiszit wurde vor allem in katholischen Kirchengemeinden, aber auch auf öffentlichen Plätzen abgehalten.</strong></p>
<p><strong>Laut Presseberichten hatte Lula im Präsidentschaftswahlkampf von 2002  versprochen, den Konzern wieder zu verstaatlichen, war indessen später  davon abgerückt. Zu Lulas Überraschung hatte ein Kongreß seiner  Arbeiterpartei im September mit großer Mehrheit eine Beteiligung an dem  Plebiszit beschlossen. Lula selbst und die gesamte PT-Führung lehnten es  dagegen öffentlich als schädlich und „irreal“ ab. Der Minenkonzern  hatte 2006 Lulas Wiederwahlkampagne mitfinanziert.</strong></p>
<p><strong>Alternativer Nobelpreis für Francisco Whitaker – angesehener  katholischen Menschenrechtsaktivist Brasiliens, Mitgründer des  Weltsozialforums</strong></p>
<p><strong>Francisco Whitaker, 75, in der Megacity Sao Paulo ist aus dem  Häuschen. „Der Alternative Nobelpreis für mich – nicht zu fassen“, sagt  er am Donnerstag überglücklich. In seinem großen Arbeitszimmer empfängt  er neben dem mit Akten, Büchern, Zeitungen vollgepackten Konzertflügel  gleich gruppenweise Freunde und Mitstreiter der von ihm koordinierten  „Kommission für Gerechtigkeit und Frieden“ der brasilianischen  Bischofskonferenz. „Wir wollen die Welt verändern, wollen sie besser,  sozialer, humaner gestalten“, sagt Whitaker. „Der Alternative Nobelpreis  stärkt uns katholischen Menschenrechtlern Brasiliens den Rücken, dient  unserer Sache.“ Natürlich freut ihn, daß die schwedische Stiftung „Right  Livelihood Award“ mit dem Preis auch seinen jahrzehntelangen, teils  sehr risikoreichen Kampf gegen die Militärdiktatur und für die  Demokratisierung Brasiliens würdigt. „Man hat das im fernen Europa also  wahrgenommen, das gibt mir viel Kraft zum Weitermachen – noch so viel  ist hier zu tun!“ Er weist auf Folter, Sklavenarbeit, die rasch  wachsenden Slums, die politische Macht des organisierten Verbrechens.</strong></p>
<p><strong>Daß es bei den Mammutwahlen vom kommenden Sonntag Stimmenkäufer und  korrupte Kandidaten schwerer haben werden, ist auch Whitaker zu  verdanken.  Rechtzeitig hatte er einen Gesetzentwurf gegen die üblichen  Wahlbetrügereien formuliert, stand bei der katholischen Kampagne für  saubere, transparente Abstimmungen mit an der Spitze. Der Mitgründer des  Weltsozialforums kennt sich in der Politik sehr gut aus, war jahrelang  Assessor der Bischofskonferenz sowie von Kardinal Evaristo Arns in Sao  Paulo, zudem Abgeordneter der Arbeiterpartei PT von Staatschef Lula.  Dort gehörte er zu den letzten hochgeachteten „Aufrechten“, nachdem  zahlreiche Mitstreiter ausgeschlossen worden waren oder aus  Unzufriedenheit mit dem neoliberalen Regierungskurs das Parteibuch  zurückgegeben hatten. Anfang des Jahres erklärte auch Whitaker  angesichts der vielen Regierungsskandale um Stimmen-und Parteienkauf  seinen Austritt. Das erregte in der brasilianischen Öffentlichkeit  enormes Aufsehen. „Der Lula-Traum ist aus“, sagte Whitaker. „Was die  katholische Kirche bereits vor den Wahlen von 2002 vorausgesagt hatte,  ist eingetroffen – die Parteibasis ist von der Führungsspitze, von Lula  regelrecht verraten worden.“ Der Menschenrechtler nennt es ein  „Verbrechen“, daß Lulas Regierung mit reaktionären Politikern und  Parteien paktiert, diesen somit das Überleben und eine starke Position  garantiert. Nicht zufällig engagiert sich Whitaker so stark im  Weltsozialforum, in Brasiliens Sozialbewegungen, will keineswegs wieder  in Parteien eintreten. „Brasilien ist nur eine Fassaden-Demokratie, ein  Land der Apartheid – nur eine viel besser organisierte Zivilgesellschaft  kann das ändern.“ Das Weltsozialforum diene dafür als wichtige  Erfahrung. Den Brasilianern ruft Whitaker zu, nicht mehr auf Führer wie  Lula zu hoffen, für eine völlig neue politische Kultur zu kämpfen. Wie  der künftige Träger des Alternativen Nobelpreises die soziokulturelle  Situation des Tropenlandes analysiert, läßt aufhorchen. „In den Slums  unterwirft man sich dem organisierten Verbrechen – doch es gibt auch  Unterwerfung gegenüber korrupten Politikern.“ Gerade unter der armen  Bevölkerungsmehrheit finde man viel „grauenhaften Fatalismus und  Passivität“, was die Lösung der gravierenden Probleme Brasiliens sehr  erschwere. „Die Regierung will das Volk mit Almosen von Unruhen  abhalten, Sozialprogramme sollen dazu dienen, die Masse unterwürfig und  abhängig zu halten.“ Brasiliens Bischöfe haben Whitaker noch am  Donnerstag ganz offiziell per Note  und auch persönlich zum  „Alternativen Nobelpreis“ gratuliert.</strong></p>
<h2>Brasilien &#8211; “Aufschrei der Ausgeschlossenen”,  “Grito dos excluidos 2012? &#8211; landesweite Protestaktion am  Nationalfeiertag(7.September), von der katholischen Kirche organisiert.  Scharfe Kritik an der Wirtschafts-,Sozial-und Menschenrechtspolitik der  Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff.  Bischof Tarcisio Scaramusa in  Sao Paulos Kathedrale:”Wer für soziale Gerechtigkeit kämpft, wird  verfolgt.” <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=13661" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/grito-dos-excluidos-2012-brasilien/" rel="tag">Grito dos Excluidos 2012 &#8211; Brasilien</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito121.jpg" alt="grito121.jpg" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasilien-nach-acht-jahren-lula-regierungwarum-hat-sao-paulo-noch-2627-slums-fragt-die-wichtigste-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><strong>Bischof Scaramusa prangerte beim Aufschrei-Gottesdienst die  gesellschaftliche Ungleichheit Brasiliens an &#8211; ohne Änderungen der  Gesellschaftsstruktur gebe es keine Besserung der Verhältnisse. Er wies  auf Hunger, Slums, Obdachlose, ausufernde Gewalt, die Staatskorruption,  sprach von der “Hoffnung auf eine neue Gesellschaft”. Sprecher der  Sozialbewegungen betonten, bei den bislang 32 Slum-Großfeuern von Sao  Paulo in diesem Jahr handele es sich zumeist um Brandstiftung, um die  Bewohner zu vertreiben. Nur zu oft habe die Polizei nach dem Feuer  verhindert, daß die Bewohner erneut Hütten und Katen errichteten. Es  handele sich bei den betreffenden Slums um Regionen, an denen die  Immobilienspekulanten und Baufirmen größtes Interesse hätten.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</strong></a></p>
<p><strong> Seit Beginn der Präsidentschaft Lulas hatten sich die  Arbeiterpartei PT und die regierungstreuen Gewerkschaften in der  Megacity Sao Paulo demonstrativ nicht mehr am “Grito dos excluidos”  beteiligt &#8211; 2012 indessen, wegen des Wahlkampfs um das Bürgermeisteramt,  führte der PT-Kandidat Haddad kurioserweise als peinlich-banale  Wahlkampfaktion einen zweiten “Grito dos excluidos” von PT und  Regierungsgewerkschaft CUT an, der von der Avenida Paulista bis zum  Ibirapuera-Park führte. Haddad schloß ein Wahlbündnis mit dem für sehr  viele Brasilianer als Symbolfigur der Korruption geltenden Politiker  Paulo Maluf.  <a href="http://www.estadao.com.br/noticias/politica,no-grito-dos-excluidos-haddad-defende-campanha-milionaria-,927359,0.htm">http://www.estadao.com.br/noticias/politica,no-grito-dos-excluidos-haddad-defende-campanha-milionaria-,927359,0.htm</a></strong></p>
<p><strong>Beim echten “Grito dos excluidos” mischte sich anfangs ein  kleines Haddad-Wahlkampfteam in die Protestaktion, machte sich indessen  bald wieder davon, weil mit Maluf-Kumpanen schwerlich jemand der  Grito-Teilnehmer etwas zu tun haben wollte.</strong></p>
<p><strong>Ein Propagandabus des Diktaturaktivisten Maluf kreuzte den Weg des Demonstrationszugs:</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/malufgrito12.jpg" alt="malufgrito12.jpg" /></p>
<p><strong>“Vision der Zukunft!!!”</strong></p>
<p><strong>Maluf-Lula-Haddad: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/18/brasiliens-lula-und-der-diktaturaktivist-maluf-von-interpol-gesucht-nach-wahlbundnis-erhielt-maluf-partei-massiv-staatsgelder-laut-landesmedien-warum-lula-in-landern-wie-deutschland-soviele-sympat/">   http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/18/brasiliens-lula-und-der-diktaturaktivist-maluf-von-interpol-gesucht-nach-wahlbundnis-erhielt-maluf-partei-massiv-staatsgelder-laut-landesmedien-warum-lula-in-landern-wie-deutschland-soviele-sympat/</a></strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito122.jpg" alt="grito122.jpg" /></p>
<p><strong>Grito 2011: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/08/brasilien-aufschrei-der-ausgeschlossenen-2011-proteste-in-sao-paulo-grito-dos-excluidos/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/08/brasilien-aufschrei-der-ausgeschlossenen-2011-proteste-in-sao-paulo-grito-dos-excluidos/</strong></a></p>
<p><strong>Die sozialen Kosten der Staatskorruption unter Lula-Rousseff: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/22/brasilien-nationalsport-korruption-nationale-inforadios-stellen-ironisch-angesichts-neuer-mega-korruptionsskandale-wie-cachoeiragate-die-in-allen-klassen-und-schichten-tiefverwurzelte-korruptio/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/22/brasilien-nationalsport-korruption-nationale-inforadios-stellen-ironisch-angesichts-neuer-mega-korruptionsskandale-wie-cachoeiragate-die-in-allen-klassen-und-schichten-tiefverwurzelte-korruptio/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito12recifran.jpg" alt="grito12recifran.jpg" /></p>
<p><strong>Franziskaner-Projekt RECIFRAN &#8211; “gegen die Kriminalisierung der Obdachlosen”.</strong> <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/919048/"><strong>  http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/919048/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/08/deutscher-franziskaner-johannes-gierse-sao-paulorustungsvertrage-brasiliens-mit-frankreich-sind-unethisch-aufgewendete-mittel-fehlen-dort-wo-es-am-notigsten-ist/#more-2892"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/08/deutscher-franziskaner-johannes-gierse-sao-paulorustungsvertrage-brasiliens-mit-frankreich-sind-unethisch-aufgewendete-mittel-fehlen-dort-wo-es-am-notigsten-ist/#more-2892</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito123.jpg" alt="grito123.jpg" /></p>
<p><strong>Katholischer Priester der “Nationalen Kampagne gegen Gewalt und gegen Ausrottung junger Menschen”.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/07/die-franziskaner-und-der-aufschrei-der-ausgeschlossenen-in-sao-paulo-befreiungstheologe-frei-betto-hat-recht-unter-lula-hat-die-soziale-ungleichheit-zugenommen-vor-wenigen-tagen-wurde-wieder/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/07/die-franziskaner-und-der-aufschrei-der-ausgeschlossenen-in-sao-paulo-befreiungstheologe-frei-betto-hat-recht-unter-lula-hat-die-soziale-ungleichheit-zugenommen-vor-wenigen-tagen-wurde-wieder/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/25/brasiliens-bischof-angelico-sandalo-bernardino-zur-politischen-krise-des-landes-zu-rechtsungleichheit-und-slums/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/25/brasiliens-bischof-angelico-sandalo-bernardino-zur-politischen-krise-des-landes-zu-rechtsungleichheit-und-slums/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito124.jpg" alt="grito124.jpg" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/06/brasilien-realpolitik-in-der-olympia-stadt-rio-de-janeiro-organisiertes-verbrechen-wahlkampf-vize-burgermeister-kandidat-lebt-in-vom-organisierten-verbrechen-kontrollierten-slum-laut-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/06/brasilien-realpolitik-in-der-olympia-stadt-rio-de-janeiro-organisiertes-verbrechen-wahlkampf-vize-burgermeister-kandidat-lebt-in-vom-organisierten-verbrechen-kontrollierten-slum-laut-landesmedien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito125.jpg" alt="grito125.jpg" /></p>
<p><strong>“Regierungseffizienz” unter Dilma Rousseff: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/06/brasilien-neue-statistische-daten-des-weltwirtschaftsforums-fur-2012-bemerkenswerte-verschlechterungen-gegenuber-2011/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/06/brasilien-neue-statistische-daten-des-weltwirtschaftsforums-fur-2012-bemerkenswerte-verschlechterungen-gegenuber-2011/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito126.jpg" alt="grito126.jpg" /></p>
<p><strong>“Gegen die Politik des Genozids an der Jugend.”</strong> <strong>Abschlußkundgebung am Unabhängigkeitsdenkmal von Sao Paulo.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/24/brasiliens-gewaltkultur-offentliche-sicherheit-widersprechende-einschatzungen-aus-mitteleuropa-und-dem-land-selbstdie-gewalt-in-brasilien-ist-auser-kontrolle-die-hauptstadt-der-republik-ist-hoch/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/24/brasiliens-gewaltkultur-offentliche-sicherheit-widersprechende-einschatzungen-aus-mitteleuropa-und-dem-land-selbstdie-gewalt-in-brasilien-ist-auser-kontrolle-die-hauptstadt-der-republik-ist-hoch/</strong></a></p>
<p><strong>Sklavenarbeit unter Dilma Rousseff: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/27/brasilien-sklavenarbeit-unter-dilma-rousseff-neue-verbreitungskarte-veroffentlicht-wer-denkt-das-es-in-brasilien-keine-sklaverei-mehr-gibt-wird-uberrascht-sein/">     http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/27/brasilien-sklavenarbeit-unter-dilma-rousseff-neue-verbreitungskarte-veroffentlicht-wer-denkt-das-es-in-brasilien-keine-sklaverei-mehr-gibt-wird-uberrascht-sein/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito12lancelotti.jpg" alt="grito12lancelotti.jpg" /></p>
<p><strong>Korruption unter Lula-Rousseff: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/30/brasiliens-vielbeachteter-mensalao-prozes-oberstes-gericht-verurteilt-wegen-korruption-ein-mitglied-der-arbeiterpartei-das-prasident-des-abgeordnetenhauses-war-folha-de-sao-paulo-joao-paulo-c/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/30/brasiliens-vielbeachteter-mensalao-prozes-oberstes-gericht-verurteilt-wegen-korruption-ein-mitglied-der-arbeiterpartei-das-prasident-des-abgeordnetenhauses-war-folha-de-sao-paulo-joao-paulo-c/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito127.jpg" alt="grito127.jpg" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/08/flughafen-willy-brandt-in-berlin-wird-verspatete-eingeweiht-was-brasilianer-mit-dem-namen-willy-brandt-verbinden/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/08/flughafen-willy-brandt-in-berlin-wird-verspatete-eingeweiht-was-brasilianer-mit-dem-namen-willy-brandt-verbinden/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.ila-web.de/brasilientexte/slumdiktatur.htm"><strong>http://www.ila-web.de/brasilientexte/slumdiktatur.htm</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito128.jpg" alt="grito128.jpg" /></p>
<p><strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/03/brasilien-die-pastoral-das-favelas-in-der-erzdiozese-rio-de-janeiro-pastoralleiter-monsenhor-luis-antonio-pereira-lopes-vor-der-gemeindekirche-in-jardim-america/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/03/brasilien-die-pastoral-das-favelas-in-der-erzdiozese-rio-de-janeiro-pastoralleiter-monsenhor-luis-antonio-pereira-lopes-vor-der-gemeindekirche-in-jardim-america/</strong></a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/grito129.jpg" alt="grito129.jpg" /></p>
<p><strong>Crack und Kinderstatut:<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/16/brasiliens-crack-kinder-unter-lula-rousseff-trotz-offiziellem-kinderstatut-zahlreiche-kinder-landesweit-als-kunden-der-crack-wachstumsbrance/">   http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/16/brasiliens-crack-kinder-unter-lula-rousseff-trotz-offiziellem-kinderstatut-zahlreiche-kinder-landesweit-als-kunden-der-crack-wachstumsbrance/</a></strong></p>
<p><strong>Menschenrechtspriester Julio Lancelotti der Erzdiözese Sao Paulo.  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/26/julio-lancelotti-brasiliens-ausergewohnlicher-hochst-unbequemer-menschenrechtspriester-ziel-von-morddrohungen-prozessen-verleumdungen-psycho-terror-medienkampagnen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/26/julio-lancelotti-brasiliens-ausergewohnlicher-hochst-unbequemer-menschenrechtspriester-ziel-von-morddrohungen-prozessen-verleumdungen-psycho-terror-medienkampagnen/</a><br />
</strong></p>
<h2>Brasilien und die rasch wachsenden Slums: 32  seit Jahresbeginn in  Sao Paulo durch Großfeuer zerstört.  “Wirtschaftswunder” Brasilien. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=13636" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien-elendsviertel-2012/" rel="tag">Brasilien &#8211; Elendsviertel 2012</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/09/slumfeuersp12.jpg" alt="slumfeuersp12.jpg" /></p>
<p>Ausriß.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/08/brasilien-engel-in-ouro-preto2/#more-15250">http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/08/brasilien-engel-in-ouro-preto2/#more-15250</a></p>
<p><a href="http://www.katholische-sonntagszeitung.de/index.php/sz/Nachrichten/die_kirche_als_su_ndenbock">http://www.katholische-sonntagszeitung.de/index.php/sz/Nachrichten/die_kirche_als_su_ndenbock</a></p>
<p><strong>Katholische Kirche in Brasilien:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/19/der-deutsch-brasilianische-atomvertrag-seine-protagonisten-und-die-damaligen-politischen-rahmenbedingungenfurchtlose-kirche-in-brasilien-gegen-folter-und-barbareireimar-oltmans/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/19/der-deutsch-brasilianische-atomvertrag-seine-protagonisten-und-die-damaligen-politischen-rahmenbedingungenfurchtlose-kirche-in-brasilien-gegen-folter-und-barbareireimar-oltmans/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/19/der-deutsch-brasilianische-atomvertrag-seine-protagonisten-und-die-damaligen-politischen-rahmenbedingungenfurchtlose-kirche-in-brasilien-gegen-folter-und-barbareireimar-oltmans/"></a><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/15/brasiliens-militardiktatur-uberlebende-von-verfolgung-und-folter-clarice-herzog-witwe-des-ermordeten-judischen-journalisten-vladimir-herzog-und-regimegegner-waldemar-rossi-heute-fuhrer-der-bisch/#more-12904">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/15/brasiliens-militardiktatur-uberlebende-von-verfolgung-und-folter-clarice-herzog-witwe-des-ermordeten-judischen-journalisten-vladimir-herzog-und-regimegegner-waldemar-rossi-heute-fuhrer-der-bisch/#more-12904</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/15/brasiliens-militardiktatur-uberlebende-von-verfolgung-und-folter-clarice-herzog-witwe-des-ermordeten-judischen-journalisten-vladimir-herzog-und-regimegegner-waldemar-rossi-heute-fuhrer-der-bisch/#more-12904"></a><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/14/parabens-dom-paulo-evaristo-arns-der-deutschstammige-kardinal-sao-paulos-ist-90-hochengagiert-im-kampf-gegen-das-militarregime-der-foltergenerale1964-1985-wer-mit-den-diktatoren-eng-kooperierte/"><strong><font color="#bb0000">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/14/parabens-dom-paulo-evaristo-arns-der-deutschstammige-kardinal-sao-paulos-ist-90-hochengagiert-im-kampf-gegen-das-militarregime-der-foltergenerale1964-1985-wer-mit-den-diktatoren-eng-kooperierte/</font></strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/26/brasilien-edson-jorge-feltrin-der-couragierte-menschenrechtspriester-von-brasilandiasao-paulo-friedensdemonstration-der-katholischen-kirche-2012/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/26/brasilien-edson-jorge-feltrin-der-couragierte-menschenrechtspriester-von-brasilandiasao-</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/26/brasilien-edson-jorge-feltrin-der-couragierte-menschenrechtspriester-von-brasilandiasao-paulo-friedensdemonstration-der-katholischen-kirche-2012/">paulo-friedensdemonstration-der-katholischen-kirche-2012/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/24/brasilien-sao-paulo-brasiliandia-bischof-milton-kenan-juniorweiterhin-regionen-mit-extremem-elend-groser-armut-im-lande-bischof-ist-initiator-einer-friedensdemonstration-an-der-slumperipherie/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/24/brasilien-sao-paulo-brasiliandia-bischof-milton-kenan-juniorweiterhin-regionen-mit-extremem-elend-groser-armut-im-lande-bischof-ist-initiator-einer-friedensdemonstration-an-der-slumperipherie/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/24/brasilien-sao-paulo-brasiliandia-bischof-milton-kenan-juniorweiterhin-regionen-mit-extremem-elend-groser-armut-im-lande-bischof-ist-initiator-einer-friedensdemonstration-an-der-slumperipherie/"></a><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/28/brasilien-der-deutsche-katholische-priester-konrad-korner-aus-ampferbach-friedenskundgebung-in-brasilandiasao-paulo-2012/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/28/brasilien-der-deutsche-katholische-priester-konrad-korner-aus-ampferbach-friedenskundgebung-in-brasilandiasao-paulo-2012/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/28/brasilien-der-deutsche-katholische-priester-konrad-korner-aus-ampferbach-friedenskundgebung-in-brasilandiasao-paulo-2012/"></a><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/23/katholische-kirche-in-deutschland-und-in-brasilien-warum-die-brasilianische-mit-dem-bau-neuer-kirchen-einfach-nicht-nachkommt-die-priesterseminare-voll-sind/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/23/katholische-kirche-in-deutschland-und-in-brasilien-warum-die-brasilianische-mit-dem-bau-neuer-kirchen-einfach-nicht-nachkommt-die-priesterseminare-voll-sind/</a></p>
<p><strong>Brasilianische katholische Geistliche und ihr deutlich anderer Realitätsbezug:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/14/brasilien-katholische-jugend-in-ouro-pretominas-gerais/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/14/brasilien-katholische-jugend-in-ouro-pretominas-gerais/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/14/brasilien-katholische-jugend-in-ouro-pretominas-gerais/"></a><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/09/brasiliens-weltkulturerbe-stadt-ouro-preto-zu-ostern-2012-leiden-und-sterben-des-jesus-von-nazareth-interpretiert-von-der-jugendpastoral-beklemmende-aktuelle-bezuge/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/09/brasiliens-weltkulturerbe-stadt-ouro-preto-zu-ostern-2012-leiden-und-sterben-des-jesus-von-nazareth-interpretiert-von-der-jugendpastoral-beklemmende-aktuelle-bezuge/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/03/brasilien-franziskanerbischof-fernando-figueiredo-und-padre-marcelo-rossi-zelebrieren-gottesdienst-in-sao-paulos-neuer-groster-kirche/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/03/brasilien-franziskanerbischof-fernando-figueiredo-und-padre-marcelo-rossi-zelebrieren-gottesdienst-in-sao-paulos-neuer-groster-kirche/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/03/brasilien-franziskanerbischof-fernando-figueiredo-und-padre-marcelo-rossi-zelebrieren-gottesdienst-in-sao-paulos-neuer-groster-kirche/"></a><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1814946/">http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1814946/</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1814946/"></a><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/26/brasilien-slum-seelsorge-der-katholischen-kirche-existiert-35-jahre-gottesdienst-von-rio-de-janeiros-erzbischof-dom-orani-tempesta-in-hangslum-santa-martadona-marta/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/26/brasilien-slum-seelsorge-der-katholischen-kirche-existiert-35-jahre-gottesdienst-von-rio-de-janeiros-erzbischof-dom-orani-tempesta-in-hangslum-santa-martadona-marta/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/26/brasilien-slum-seelsorge-der-katholischen-kirche-existiert-35-jahre-gottesdienst-von-rio-de-janeiros-erzbischof-dom-orani-tempesta-in-hangslum-santa-martadona-marta/"></a><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/06/sextourismus-und-kirche-in-brasilienprostituierte-sind-oft-psychisch-gestort-und-drogenabhangig/</a></p>
<p><strong>Hintergrund </strong></p>
<p><strong> „Prophetische Aktion“ in Brasilien:  Mutiger Bischof will mit zweitem Hungerstreik  gigantische Flußumleitung stoppen – Staatschef direkt herausgefordert</strong></p>
<p><strong>„Notfalls gebe ich mein Leben für das Volk und den Fluß“</strong></p>
<p><strong>Welle der Solidarität auch aus Europa, von Misereor und Adveniat</strong></p>
<p><strong>Mitten in der Vorweihnachtszeit rüttelt der katholische Bischof Luiz Flavio Cappio das Tropenland auf, stört mit seinem Protest sogar den künstlich angeheizten Konsumrummel der Megacities Rio de Janeiro und Sao Paulo. Gleich neben riesigen Shopping Centern und vor Kathedralen tun es inzwischen Hunderte dem mutigen Bischof nach – treten ebenfalls in den Hungerstreik. So wurde die Regierung von Staatschef Lula noch nie herausgefordert. Cappio verlangt mit seinem zweiten „Greve de Fome“ den sofortigen Stopp eines gigantischen, milliardenteuren Flußumleitungsprojekts, das von der Armee begonnen worden ist. „Ich werde meinen Protest notfalls bis zum Tode fortsetzen!“</strong></p>
<p><strong>  Cappio ist Franziskaner – der Katholik Francisco Anselmo de Barros, einer der wichtigsten, bekanntesten Umweltaktivisten Brasiliens, hat ebenfalls den Heiligen Franziskus zum Vorbild, nach dem ein großer Nordost-Strom benannt ist. 2005, als Bischof Cappio zum ersten Mal in den Hungerstreik tritt, verbrennt sich Barros selbst, um ein Zeichen gegen die immer brutalere Umwelt-und Naturvernichtung in Brasilien zu setzen. „Der Rio Sao Francisco wird umgeleitet, statt ihn zu revitalisieren“, klagte Barros ebenso wie Bischof Cappio  an. Dieser hat inzwischen durch seinen Hungerstreik im nordostbrasilianischen Sobradinho über vier Kilo Gewicht verloren. Die Capela des Heiligen Franziskus, in der Cappio seine Aktion führt, wurde innerhalb weniger Tage zum neuen nationalen Wallfahrtsort. Kardinal Geraldo Majella, Primas von Brasilien, erklärt ihm dort ebenso seine Solidarität wie dutzende Bischöfe, hunderte Padres, zehntausende Gläubige aus allen Ecken des Riesenlandes. Die gegen Sklavenarbeit und ungerechte Landverteilung kämpfende Bodenpastoral sowie der Indianermissionsrat der Bischofskonferenz sprechen von einer „prophetischen Aktion“ – denn Katholik Francisco Anselmo de Barros, der sich selbst verbrannte, und Bischof Cappio beweisen frappierende Weitsicht: Der Sohn italienischer Einwanderer wächst im Teilstaate Sao Paulo auf, kämpft gegen die Diktatur, schließt sich der Arbeiterseelsorge an, macht sich später als Geistlicher, typisch franziskanisch, mit unbekanntem Ziel zu Fuß in den archaischen, an biblische Problemlagen erinnernden Nordosten auf, findet in der Diözese Barra am Ufer des Sao Francisco seine Wirkungsstätte, wird deren Bischof. Den Strom, immerhin über 2700 Kilometer lang, wandert er ab, kennt ihn heute so genau wie kaum ein anderer. Cappio beobachtet, wie immer mehr giftige Industrieabwässer ebenso wie die Kloake von Millionenstädten eingeleitet, hochgefährliche Pestizide von Riesenplantagen hineingespült werden. Fischsterben ist die Folge. Cappio berät sich immer wieder mit Experten und vielen Betroffenen, darunter Fischern, Indianern, Kleinbauern, Landlosen. Die Uferwälder werden bis auf Restbestände abgeholzt, was zu Versandung und stark absinkendem Wasserstand führt. Einen so geschädigten Fluß will die Regierung für viele Milliarden Steuergelder auch noch umleiten? Selbst die Weltbank spricht sich dagegen aus – in hunderte Kilometer langen Kanälen würde zudem ein Großteil des Wassers bei Tropenhitze unnütz verdunsten.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Der neuerliche Hungerstreik ist für Staatschef Lula eine unangenehme Überraschung, trifft ihn mitten in verschiedenen Korruptionsaffären.</strong></p>
<p><strong>Noch im Präsidentschaftswahlkampf von 2003 ist Lula populistisch gegen die Flußumleitung. Doch dann geschieht Bezeichnendes: Lula wählt sich ausgerechnet Josè Alencar, einen Milliardär, Großunternehmer und früheren Dikaturaktivisten zum Vize – und läßt sich, wie verlautet, „umstimmen“. Vize Alencar gehört zur Republikanischen Partei, die von einer Wunderheilersekte, der Universalkirche vom Reich Gottes, dominiert wird. Lulas Umweltministerin Marina Silva, die für Brasiliens desaströse Umweltsituation direkt politisch mitverantwortlich ist, zählt ebenfalls zu einer großen Wunderheilersekte, der Assembleia de Deus. Just im Sekten-TV Brasiliens, das die katholische Kirche permanent attackiert, kritisiert Lula den Hungerstreik des mutigen Bischofs: „Er</strong></p>
<p><strong> bringt mich in eine komplizierte Situation. Doch zwölf Millionen Brasilianer brauchen das Wasser zum Überleben. Daher werde ich mich auf die Seite dieser Armen und nicht dieses Bischofs stellen. Die Bauarbeiten werden fortgesetzt.“</strong></p>
<p><strong>Cappio reagiert sofort:“Hätte der Präsident die Wahrheit gesagt, würde ich ihn sofort unterstützen – denn wir kämpfen ebenfalls für die Trinkwasserversorgung der Armen in den Dürrezonen. Doch Lula sagt nicht die Wahrheit – das Umleitungsprojekt dient lediglich wirtschaftlichen Interessengruppen, darunter Baukonzernen, Großgrundbesitzern. Ich führe hier meinen Protest, weil Lula seine Versprechen gebrochen, mich und die gesamte Gesellschaft getäuscht hat.“ Denn beim ersten Hungerstreik von 2005 sichert Lula nach elf Tagen den Stopp des Projekts und einen landesweiten Dialog über die nachhaltige Entwicklung des Nordostens zu, aus dem der Ex-Gewerkschaftsführer Lula stammt. Doch dann rückt das Militär aus, beginnt mit den Bauarbeiten.</strong></p>
<p><strong>Einmal wird Cappio in den Präsidentenpalast vorgelassen, sagt Lula klare Franziskaner-Worte:“Senhor, ich habe mitgekämpft, damit sie Presidente werden. Doch sie haben ihre Wurzeln und jenes Volk vergessen, das sie gewählt hat. Senhor – heute sind sie Geisel des Kapitals, großer in-und ausländischer Wirtschaftsgruppen.“ Wie reagierte Lula? „Als ich das sagte, senkte er den Kopf. Ich kann einfach nicht hinnehmen, daß jemand, der zum Präsidenten der Armen gewählt wurde, dann zugunsten der Reichen Brasiliens und der ganzen Welt regiert.“</strong></p>
<p><strong>Bischof Cappio weist auf die zahlreichen, weit kostengünstigeren Alternativprojekte für eine effiziente  Wasserversorgung der Trockenregionen. “Den Alternativen gibt man deshalb keinen Wert, weil für sie keine Riesensummen nötig sind. Die Flußumleitung dagegen kostet sehr viel Geld, das man weit sinnvoller verwenden könnte.“</strong></p>
<p><strong>„Wir sind stolz auf diese Frauen und Männer“</strong></p>
<p><strong>Brasilien: Verfolgung kirchlicher Menschenrechtsaktivisten nimmt dramatisch zu</strong></p>
<p><strong>Killer sogar auf  Bischöfe und Priester angesetzt</strong></p>
<p><strong>Scheiterhaufen für Bürgerrechtler in Rio de Janeiro, sadistische Folter nach KZ-Manier in den Gefängnissen, totgequälte Sklavenarbeiter, ungehemmte Amazonas-Zerstörung – niemand in Lateinamerikas größter Demokratie prangert diese Zustände präziser, heftiger und kontinuierlicher an als die Menschenrechtsaktivisten der katholischen Kirche. Jene, die ihre Stimme am mutigsten erheben, sich nie und nimmer einschüchtern lassen, sollen deshalb liquidiert,  für immer zum Schweigen gebracht werden. Der Verlust für Kirche und Gesellschaft des größten katholischen Landes wäre immens, schmerzhafte Rückschritte beim Kampf für Bürgerrechte wären vorhersehbar. Brasiliens Bischofskonferenz hat deshalb jetzt die Weltöffentlichkeit auf den Ernst der Lage hingewiesen, den Verfolgten in einmaliger Deutlichkeit den Rücken gestärkt. „Wir sind stolz auf diese Männer und Frauen – was sie erleiden, zeigt die ganze Perversität der Gesellschaft. Wir rufen die Christen und alle anderen, die für Gerechtigkeit und Frieden kämpfen, dazu auf, sich nicht an diese Zustände zu gewöhnen.“ In Brasilien, so die Bischofskonferenz, würden die Menschenrechte mit Füßen getreten, jene Persönlichkeiten aus den Reihen der Kirche setzten sich für die Ideale des Lebens ein – und würden just deshalb verfolgt. „Wir leben wie in einem Gefängnis“, sagt der in Europa wohl bekannteste Menschenrechtsverteidiger – Bischof Erwin Kräutler aus Österreich, der das Amazonas-Bistum Altamira leitet. Kräutlers Todfeinde aus Politik und Wirtschaft haben das Kopfgeld auf umgerechnet 400000 Euro erhöht – Brasiliens Regierung hat deshalb angewiesen, Kräutler rund um die Uhr durch zwei Militärpolizisten zu bewachen. Ein neuerlicher Anschlag auf den Bischof – mehrere hat er überlebt – würde dadurch schwerlich verhindert, die ständige Präsenz der Beamten schränkt indessen seine Seelsorgearbeit, sein Alltagsleben deutlich ein, erschreckt und verunsichert die Gläubigen. Die Bischofskonferenz hat deshalb Brasiliens Regierung aufgefordert, endlich den wirksamen Schutz aller Verfolgten, mit Mord Bedrohten zu garantieren, weil Polizeibewachung eben keine Lösung ist. Gegen die auf Kräutler und alle anderen angesetzten Killer und deren Hintermänner müßten ernsthafte Ermittlungen geführt werden. 1996 feuert in Kräutlers Teilstaat Pará eine Sondereinheit der Militärpolizei auf Landlosenfamilien, die eine Straße besetzt hatten.  Nach amtlichen Angaben wurden dabei neunzehn Männer getötet und über fünfzig teils schwer verletzt. Gemäß Zeugenaussagen starben bei dem Blutbad indessen über einhundert Menschen, von denen die meisten in einer verdeckten Aktion abtransportiert worden seien. Das Massaker ist bis heute ungesühnt. Dessen „perverse Logik“, so die große brasilianische Tageszeitung „O Estado de Sao Paulo“ gelte bis heute. „Ich muß meine Stimme für eine gerechte Landverteilung, gegen die Zerstörung der Amazonasnatur erheben, grauenhafte Verbrechen anprangern“, so Bischof Kräutler, „weil der brasilianische Staat seine Funktionen nicht erfüllt, meist gar nicht präsent ist.“ Zwar existiert seit den neunziger Jahren ein sogenanntes Pilotprojekt der G-8-Staaten zum Schutze der Amazonas-Regenwälder, ist Deutschland, sprich, der deutsche Steuerzahler sogar Hauptfinanzier. Doch vor Ort geht die Urwaldzerstörung in Rekordtempo weiter. Und besonders bizarr – Bischöfe wie Kräutler, sehr viele Padres, die eigentlich ganz im Sinne jenes G-8-Pilotprojekts gegen Naturvernichtung protestieren, riskieren damit sogar ihr Leben. Warum wird das in Deutschland kaum bemerkt, schweigt die Regierung, dessen Umweltminister dazu? „Geldgier und das Streben nach raschem Profit“, sagt Kräutler, sind für die Amazonaszerstörung verantwortlich, was stark zum Klimawandel beitrage. Wirtschaftliche Entwicklung sei „gleichbedeutend mit Kahlschlag, Brandrodungen und Mord“.</strong></p>
<p><strong>Bischof Kräutler kämpfte 1996 für die Freilassung einer unschuldigen, mit Schwerkriminellen zusammengesperrten Frau, die sieben Monate lang in einer völlig überfüllten Zelle immer wieder vergewaltigt, attackiert, mit Geschlechtskrankheiten infiziert worden war. Derzeit erhält sein aus Italien stammender Bischofs-Kollege Flavio Giovenale der Nachbar-Diözese Abaetetuba Morddrohungen, weil er sich für eine junge Frau einsetzte, der genau das Gleiche geschah, wie so vielen anderen Geschlechtsgenossinnen im heutigen Brasilien. Sogar auf offener Straße sagen Unbekannte Bischof Giovenale dieser Tage ins Gesicht: „Du wirst umgelegt!“ Bischof Geraldo Verdier aus Frankreich leitet im Amazonas-Teilstaat Rondonia die Diözese Guajará-Mirim, protestierte wiederholt gegen Folter, wird deshalb verfolgt, bedroht. „Einmal haben sie mich gerufen, weil ein Mann von Polizisten gefoltert wurde. Als ich hinkam, lag der Mann mitten in einer tiefen Blutlache.“ Priester Günther Zgubic aus Österreich leitet Brasiliens Gefangenenseelsorge – niemand im Tropenland enthüllte so viele Folterfälle, erarbeitete so viele detaillierte Statistiken für die UNO und andere internationale Menschenrechtsorganisationen wie er. Und zählt deshalb zu jenen in höchster Lebensgefahr, wegen Morddrohungen. Viele andere Verfolgte sind in Europa überhaupt nicht bekannt, darunter die Ordensschwester Leonora Brunetto in der Stadt Alta Floresta. Wie die 2005 in Kräutlers Bistum erschossene nordamerikanische Ordensschwester Dorothy Stang setzt sich auch „Freira“ Brunetto, 62,  für die Landlosen ein, arbeitet in der katholischen Bodenpastoral. Als ihr der Staat wegen der Morddrohungen Polizeischutz anbietet, stellt sie eine Bedingung: „Nur, wenn alle genauso bedrohten Landlosenführer, mit denen ich zusammenarbeite, ebenfalls unter staatlichen Schutz gestellt werden.“ Was nicht geschah. „Vor Gott wäre es nicht gerecht, daß diese Menschen in der Gefahr bleiben, während ich eine Sonderstellung genösse.“ Auch für Leonardo Brunetto und ihre Mitstreiter macht sich jetzt die Bischofskonferenz stark. „Wir alle sind verantwortlich für den Aufbau eines gerechten Landes, in dem die Gesetze respektiert werden und das Recht aller auf ein Leben in Menschenwürde garantiert ist.“</strong></p>
<p><strong>Chico Whitaker</strong></p>
<p><strong>Alternativer Nobelpreis für katholischen Rebell aus Brasilien</strong></p>
<p><strong>Preisverleihung am 8. Dezember in Stockholm</strong></p>
<p><strong>Auf seinem Konzertflügel im Arbeitszimmer stapeln sich Bücher, Aktenberge, Zeitungen &#8211; vom Balkon blickt der praktizierende Katholik auf das häßliche Betonmeer der Megacity Sao Paulo, drittgrößte Stadt der Welt. „Früher habe ich gerne Chopin und Liszt gespielt, Bilder gemalt, war viel in der Natur – heute komme ich kaum noch dazu, die Arbeit frißt mich auf!“ Der sympathisch, bescheiden wirkende 75-Jährige zählt seit jeher zu Brasiliens „Subversiven“ und wird dafür jetzt auch noch hoch geehrt. „Der Premio Nobel Alternativo stärkt uns katholischen Menschenrechtlern Brasiliens den Rücken, gibt mir viel Kraft zum Weitermachen!“ Whitaker lehnte sich gegen die Militärdiktatur auf, mußte deshalb mit seiner Frau und den vier Kindern für fünfzehn Jahre ins Exil. 1985 treten die Generäle ab, doch auch die Regierungen der nachfolgenden „Fassaden-Demokratie“, wie Whitaker sie nennt, haben an ihm keine Freude. Bis heute prangert er Folter, Sklavenarbeit, die rasch wachsenden Slums, die politische Macht des organisierten Verbrechens an. Und hat mit einem engen Mitstreiter die Idee zum Weltsozialforum. 2001 findet es erstmals in der Katholischen Universität des südbrasilianischen Porto Alegre statt. „Ich kann schlecht Nein sagen, wenn man mich ständig bittet, Texte zu schreiben oder irgendwo auf der Erde Vorträge zu halten. Denn da öffnen sich Türen, um Ideen zirkulieren zu lassen, von denen so viele noch nichts wissen! Es gibt jene, die die Welt besser, sozialer, humaner gestalten wollen – und jene, die noch nicht wissen, daß sie es  können. Da müssen wir mit konkreten Aktionen ein Beispiel geben – damit die Leute begreifen,  es ist möglich!“ In der Bewegung der Globalisierungskritiker, so meint er, haben viele immer noch Illusionen. „Alles Volk auf die Straße, um auf revolutionärem Wege die Dinge zu ändern, ein vorgefertigtes Gesellschaftsmodell einzupflanzen – das klappt nicht mehr. Man muß Stück für Stück jene Strukturen verändern, durch die Menschen isoliert und individualistisch leben müssen. Ein anderes Produktionssystem, andere Konsumgewohnheiten sind nötig &#8211; oder unsere Erde geht zugrunde.“Von den Parteien hat Whitaker die Nase voll – war selber Mitglied der Arbeiterpartei von Staatschef Lula, sogar Abgeordneter. Bis er Anfang des Jahres wegen der zahlreichen Regierungsskandale um Stimmen-und Parteienkauf austrat. Ihn freut, daß man selbst in Deutschland den Parteien und eigensüchtigen Politikern immer weniger vertraut, die Zivilgesellschaft aufbegehrt: „Sie muß das Monopol der Parteien auf politische Aktion brechen – das Weltsozialforum dient dafür als wichtige Erfahrung. Hier in Sao Paulo kursiert folgende Idee – bei den nächsten Gemeindewahlen kandidieren nicht mehr Personen, sondern Programme zur Stadtverbesserung!“ Sao Paulo stinkt nach krebserregenden Autoabgasen. Sogar ein Netz von Fahrradwegen, das gerade den Armen der 2000 Slums am meisten nützte, wird von der Präfektur verhindert.</strong></p>
<p><strong>Letzten Oktober wurde der populistische Staatschef Lula wiedergewählt. Auch in Deutschland loben viele sein Anti-Hunger-Programm. „Das sind Almosen, die dazu dienen sollen, das Volk unterwürfig und abhängig zu halten“, kontert der unbequeme Whitaker. „Damit nicht alles bleibt, wie es ist, dürfen wir Lula jetzt nicht mehr ruhig schlafen lassen, muß die Zivilgesellschaft Druck machen.“ In der zehntgrößten Wirtschaftsnation, die Exportweltmeister bei Soja, Fleisch, Zucker und Biosprit ist, kämpft laut Whitaker die Mehrheit der 185 Millionen Brasilianer ums Überleben. „Andererseits soviel Luxus hier für die Reichen – das ist doch eine Tragödie!“ Anders als stets behauptet, habe unter Lula die gesellschaftliche Ungleichheit spürbar zugenommen. Typisch Whitaker: „Ich plane deshalb jetzt im Nationalrat der christlichen Kirchen Brasiliens eine Kampagne für konkrete Schritte gegen die Sozialkontraste mit.“ Zuvor führt er Proteste der Bischofskonferenz gegen den Stimmenkauf bei Wahlen, formuliert sogar ein Verbotsgesetz: „Der Nationalkongreß hat es angenommen, über vierhundert Politiker wurden bereits gefeuert!“ Lulas Amtsvorgänger ließ wichtige Staatsbetriebe wie das Bergbauunternehmen „Vale do Rio Doce“ privatisieren – heute ist es der zweitgrößte Minenkonzern der Erde. Die Kirche kritisiert den Verkauf nach wie vor. “Ich denke, Vale do Rio Doce sollte wieder ein Staatsunternehmen werden, die Gewinne könnten dann sozialen Zwecken dienen.“</strong></p>
<p><strong>Nächsten Mai kommt der Papst ins größte katholische Land – doch der unruhige katholische Rebell sieht Brasiliens Kirche derzeit nicht in ihrer besten Phase. „Sie ist mir manchmal viel zu langsam, eher im Rückzug. Doch immer wieder gibt es unter uns auf einmal Propheten, die Mut machen und mit neuem Schwung die anderen mitreißen.“  </strong></p>
<p><strong>Brasilien diskutiert über Pädophilie-Vorwürfe gegen Menschenrechtspriester</strong></p>
<p><strong>Sekten-TV mobilisiert gegen den Geistlichen – Kirche steht fest zu ihm</strong></p>
<p><strong>Als die „Enthüllungen“ losbrechen, wird Padre Julio Lancelotti auf den Straßen der Megacity Sao Paulo regelrecht gekreuzigt, sogar von ungezählten christlichen Gläubigen hemmungslos vorverurteilt. „Ausgerechnet Lancelotti – wem kann man in der Kirche noch trauen?“, ist vielerorts zu hören.</strong></p>
<p><strong>Denn der Priester ist im größten katholischen Land nicht irgendwer, sondern wegen seines Engagements für die Menschenrechte der Armen und Verelendeten geradezu eine Symbolfigur der Kirche, extrem populär. Und nun das – Anderson Batista, 25, sagt Medien und Justiz,  Lancelotti habe mit ihm als Minderjährigem ganz frech gleich in einer Kirche Sao Paulos, nach dem Gottesdienst hinter dem Altar, in der Sakristei, jahrelang homosexuell verkehrt, ihn dafür bezahlt. Die Aufregung in der Öffentlichkeit ist riesig und für Brasiliens zweitgrößten TV-Sender „Rede Record“, der einer antikatholischen Wunderheilersekte gehört, natürlich das gefundene Fressen. Daß Brasiliens Bischofskonferenz sich mit Lancelotti solidarisch erklärt, die Anschuldigungen völlig unbegründet nennt, geht im Mediengetöse beinahe unter. Ebenso, daß Sao Paulos deutschstämmiger, gerade vom Vatikan als Kardinal nominierter Erzbischof Odilo Scherer deutlich erklärt:“Ich bin überzeugt, daß Lancelottis Unschuld bewiesen wird.“ Es sei Mode geworden, katholische Priester der Pädophilie zu bezichtigen – in anderen Ländern winkten dafür fabelhafte Entschädigungssummen. „Heute ist Lancelotti betroffen – morgen können es andere Geistliche sein.“</strong></p>
<p><strong>Wochen später hat sich die Diskussion um Lancelotti enorm versachlicht: Daß dieser keinerlei sexuellen Mißbrauch getrieben habe, sei erwiesen, erklärt ein zuständiger Kriminalkomissar. Und in der Öffentlichkeit erinnert man sich zahlreicher Fälle im In-und Ausland, wo völlig Unschuldige durch erlogene Zeugenaussagen dieser Art fertiggemacht, psychisch zerstört, ihrer Existenzbasis beraubt worden waren.</strong></p>
<p><strong>Im November zelebrieren Führer der buddhistischen und jüdischen Gemeinden Brasiliens gemeinsam mit methodistischen und anglikanischen Priestern in Sao Paulo einen interreligiösen Gottesdienst für Lancelotti, wo dieser noch einmal die Pädophilie-Vorwürfe von Anderson Batista als Lüge zurückweist.</strong></p>
<p><strong> Über Batista, der inzwischen mit mehreren Komplizen verhaftet wurde, weiß die Öffentlichkeit jetzt eine ganze Menge mehr: Wegen Gewalttaten war er jahrelang in einer Jugendstrafanstalt, erschoß nach der Freilassung einen Mann in einer Bar, fuhr gar mit dem Auto den eigenen, dreijährigen Sohn tot, gilt generell als extrem brutal. Die Polizei verdächtigt Batista, der berüchtigten Verbrecherorganisation PCC anzugehören, die 2006 in Sao Paulo eine ganze Serie von Terroranschlägen verübt hatte. Batista soll zudem Boß des Rauschgifthandels in Sao Paulos Stadtviertel Mooca sein. Dort befindet sich die von Lancelotti geführte Kirchengemeinde „Sao Miguel Arcanjo“. Batista bildete mit Kumpanen zudem eine Erpresserbande, zu dessen Opfern jahrelang auch Lancelotti gehörte. In dieser Zeit wurden auf den Geistlichen mehrere Anschläge verübt, erhielt er Morddrohungen. Zweimal überfiel eine Gruppe Bewaffneter die Wohnung Lancelottis, mißhandelte dort dessen 84-jährige Mutter und eine Nichte.</strong></p>
<p><strong> Lancelotti hat nach wie vor allen Grund, um sein Leben zu fürchten: In Brasilien werden jährlich über 55000 Menschen, darunter auch Geistliche und kirchliche Menschenrechtsaktivisten ermordet. Doch nicht einmal fünf Prozent der Fälle werden aufgeklärt.</strong></p>
<p><strong> Während des interreligiösen Gottesdienstes von Sao Paulo wendet sich Lancelotti energisch gegen „religiösen Krieg“: „Keine Kirche sollte meinen Fall benutzen, um eine andere Kirche zu zerstören.“ Dies zielt klar auf Brasiliens größte neupfingstlerische Wunderheilersekte „Universalkirche vom Reich Gottes“ und deren TV-Sender „Rede Record“.</strong></p>
<p><strong>Denn zum bizarren Kontext gehört: Diese Sekte führt Brasiliens „Republikanische Partei“ (PRB), der Staatspräsident Lulas Vize, der Milliardär Jose Alencar angehört.</strong></p>
<p><strong>Die nationale Menschenrechtsbewegung betont, Lancelotti habe wegen seines Engagements sehr viele Feinde. Die Anschuldigungen gegen den regierungskritischen Priester hätten bereits den Kampf für Bürgerrechte geschwächt. Für Lancelotti sei es psychologisch sehr schwierig gewesen, ausgerechnet jenen Anderson Batista als Erpresser anzuzeigen, den er früher  stets verteidigt und unterstützt habe. Batista hatte er nach dessen Entlassung aus der Jugendhaft sowohl Wohnung als auch Arbeit beschafft.</strong></p>
<p><strong>Der Geistliche leitet  verschiedene kirchliche Projekte für jugendliche Straftäter, ferner für Aids-infizierte Kinder sowie Obdachlose. Wegen des Falles sanken die Spenden an diese Projekte stark, mindestens drei Unternehmen kündigten ihre Hilfe auf. </strong></p>
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		<title>&#8222;Heiße Ware&#8220;. Sextourismus, Brasilien, Klischees, politische Korrektheit. &#8222;Sehr viele Brasilianer reisen als Sextouristen in den Norden und Nordosten &#8211; Ausländer fallen lediglich mehr auf.&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 21:59:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<title>Sextourismus und Kirche in Brasilien:&#8220;Prostituierte sind oft psychisch gestört und drogenabhängig&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 02:31:05 +0000</pubDate>
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<p><strong>Padre Renato Chiera: &#8222;Ihr italienischen Schweine &#8211; macht euch zurück nach Italien!&#8220;</strong></p>
<p><strong>75000 brasilianische Prostituierte verkaufen in Europa illegal oder legal Wegwerf-Sex.</strong></p>
<p><strong>Im Drittweltland Brasilien grassieren weiterhin Sextourismus und Kinderprostitution, treten sogar nordamerikanische Soldaten, die am Irakkrieg teilnehmen und in Rio de Janeiro Fronturlaub machen, als Sextouristen in Erscheinung. Bereits zehn-und elfjährige Mädchen bieten keineswegs nur in den Fremdenverkehrszentren ihren Körper  für umgerechnet achtzig Cents feil.  Brasiliens katholische Kirche bekämpft das sehr komplexe Phänomen mit Projekten verschiedenster Zielrichtung, beklagt indessen die fehlende Unterstützung des Staates ebenso wie die Förderung und Verharmlosung der Prostitution. Diese zerstöre die geistige und körperliche Gesundheit von Frauen so gravierend, daß selbst die brasilianische Caritas eine Frührente für Prostituierte ab vierzig befürworte.</strong></p>
<p><strong><span id="more-194"></span> „Sehr viele Brasilianer reisen als Sextouristen in den Norden und Nordosten, Ausländer fallen lediglich mehr auf&#8220;, sagt Monique Laroche, Präsidentin der katholischen Pastoral für marginalisierte Frauen in ihrem Büro der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo. „Auch von Brasilianern selbst wird sehr viel Geld für Sextourismus ausgegeben. Wer hier in Sao Paulo die Hotels bevölkert, als Sextourist agiert, sind zuallererst Brasilianer.”</strong></p>
<p><strong>Monique Laroche fährt regelmäßig auch in die nordostbrasilianische Küstenstadt Fortaleza, um Projekte der Pastoral zu kontrollieren und anzuleiten. An den Stränden Fortalezas attackiert ihr Kollege, der aus Italien stammende Priester Renato Chiera mit seinem Team ausländische Sextouristen ganz direkt. Sein Ausruf „Ihr italienischen Schweine, macht euch zurück nach Italien”, sorgte für Schlagzeilen &#8211; erstmals wurden Ausländer verhaftet und sogar zwei nur mit italienischen Männern besetzte Chartermaschinen von Fortaleza sofort nach Rom zurückgeschickt. Monique Laroche lobt Brasiliens Bischöfe, welche kontinuierlich auch in den Medien den Sextourismus anprangern, von der Regierung schärfere Gegenmaßnahmen fordern. ”Die Bischöfe haben indessen eine sehr begrenzte Sicht des Problems, kennen nicht den schwierigen Alltag der Prostituierten. Diese werden gewöhnlich von einer Zuhältermafia und sogar Verbrecherkommandos beherrscht, erleiden viel Gewalt, haben eine stark angeschlagene Gesundheit, sind häufig psychisch gestört, drogenabhängig, halten sich für den Müll, den Abschaum der Stadt. Daher ist es sehr schwierig, Prostituierten den Ausstieg zu ermöglichen, sie aus ihrer Lage zu befreien. Viele in der Kirche wollen rasche Erfolge sehen, doch das ist unmöglich. Wir gehen zu den Prostituierten auf die Straße, suchen ihr Vertrauen, überzeugen möglichst viele in langsamen Schritten, daß der Ausstieg, daß ein besseres Leben möglich ist. Dann erarbeiten wir mit ihnen erfolgversprechende Projekte, etwa die Gründung einer Kooperative, berufsbildende Kurse.”In Brasilien herrscht nach wie vor Massenarmut, Massenarbeitslosigkeit “ müssen die Ausstiegsprojekte daher gut überlegt sein. ”Manche Prostituierte absolvieren einen berufsbildenden Kurs, finden hinterher aber keine Arbeit “ und da sie ja von irgendetwas leben müssen, kehren sie in die Prostitution und zu den Drogen zurück. Wir suchen daher gemeinsam mit den Frauen Berufe aus, die tatsächlich passen. Viele Prostituierte wurden Friseusen, Pediküren, andere sogar Anwältinnen “ eine praktiziert heute als Ã„rztin. Eine andere gründete just im Hinterland mit Hilfe von Misereor ein Ausstiegsprojekt für jugendliche Prostituierte. Unsere Pastoral tut landesweit, soviel sie kann “ doch angesichts der gravierenden Lage ist es dennoch viel zu wenig.”Das bestätigt auch Maria do Rosario, Leiterin der Kinderpastoral in der Erzdiözese von Sao Paulo, zu der auch über zweitausend Slums zählen. ”Wir als Kirche können nur einer beschränkten Zahl betroffener Mädchen helfen. Wir leisten ohnehin Sozialarbeit, die eigentlich Sache des Staates ist. Für Mädchen, die der Prostitution entfliehen wollen, gibt es in Brasilien immer noch keine staatliche Struktur, die sie auffängt. Zerrüttete, verwahrloste Familien der Slums stimulieren Mädchen nur zu oft zur Prostitution, um daraus Gewinn zu schlagen. In Sao Paulo betreuen wir daher rund 14000 solcher Familien, um genau das zu verhindern. Und das funktioniert auch. Aber die Zahl bedürftiger Familien ist natürlich viel höher. Daher nimmt die Kinderprostitution weiter zu. Die Regierung hat versprochen, die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen völlig zu stoppen. Doch den Worten folgten keine Taten.”</strong></p>
<p><strong>In europäischen Ländern wird der Hurenjob gewöhnlich aus wirtschaftlichen Motiven verklärt, woran sich auch Sparten des NGO-Business beteiligen.</strong></p>
<h2>75000 brasilianische Prostituierte verkaufen in Europa Wegwerf-Sex. Bevorzugte Länder: Spanien, Holland, Schweiz, Deutschland, Italien, Österreich.Â <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=522" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p><strong>Die brasilianische Presse berichtet unter Berufung auf UNO-Angaben, daß derzeit in Europa etwa 75000 Brasilianerinnen illegal oder legal als Prostituierte arbeiten. Sich in den Sex-Anzeigen der Medien als Brasilianerin auszugeben, bringe mehr Kunden undÂ  mache höhere Preise möglich.</strong></p>
<p><strong>Â Nicht zufällig gäben sich andere ausländische Prostituierten als Brasilianerinnen aus, um beim Anwerben von Konsumenten besser mitkonkurrieren zu können. In den Prostitutionsstraßen von Genf sei Portugiesisch die meistgesprochene Sprache. In Zürich unterhalte ein brasilianischer Transvestit ein dreistöckiges Bordell mitÂ 40 Brasilianerinnen. In Italien seien von den legal im Lande lebendenÂ 19000 Brasilianern immerhin  14000 Frauen, was mit dem hohen Prostituiertenanteil zu tun habe. In Portugal lag Â zwischen 2003 und 2007 an den Orten der Prostitution der Anteil von Brasilianerinnen bei 79,5 Prozent.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/06/aids-in-brasilien-nicht-unter-kontrolle-gesundheitsministerum-weist-auf-deutlichen-anstieg-bei-jungen-homosexuellen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/06/aids-in-brasilien-nicht-unter-kontrolle-gesundheitsministerum-weist-auf-deutlichen-anstieg-bei-jungen-homosexuellen/</strong></a></p>
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<p><strong>Von der Irak-Aggression zum Fronturlaub nach Rio</strong></p>
<p><strong>US-Militärs als Sextouristen machen Negativschlagzeilen<br />
Seit Beginn des Kriegs gegen den Irak bemerkte man sie immer häufiger am Zuckerhut, im Vietnamkrieg flogen sie von Saigon nach Bangkok ein &#8211; Artilleristen, Elite-Scharfschützen, Panzerbesatzungen, Bomber-und Hubschrauberpiloten, reichlich Offiziere. Inzwischen sind sie sogar in der jetzigen Sommer-Hochsaison im Gewimmel an den Rio-Stränden nicht mehr zu übersehen.</strong></p>
<p><strong>Die Stadtregierung und ihre Tourismusverantwortlichen sind gar nicht erfreut, daß die Soldaten als Sextouristen auffallen.<br />
Der Strand von Ipanema zählt zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten der Zuckerhutmetropole –und im weltbekannten Bossa-Nova namens „Girl from Ipanema“ wird die Schönheit und Sinnlichkeit der Frauen des schicken, noblen Strandviertels treffend und poetisch besungen.<br />
In diesen Tagen sonnen sie sich zu Tausenden am Atlantikstrand und haben unter ihren Bewunderern auffällig viele US-Militärs. Zumeist wohltrainierte, muskulöse Männer mit kurzem Militärhaarschnitt, auffälligen Tätowierungen, an denen man häufig ihre Waffengattungen erkennt. Erstmals machen die Soldaten in Brasilien Schlagzeilen, sind in Rio de Janeiro Stadtgespräch, weil sie „turismo sexual“ betreiben, als zahlungskräftige Gäste nicht nur in den exklusivsten Bars, Nachtclubs und Restaurants, sondern auch in den Ipanema-Bordellen und der berüchtigten Prostituierten-Großdiskothek „Help“ an der Copacabana gern gesehen sind. Bereits vor der Diskothek, auf dem Pflaster, bieten sich auch junge schwangere Mulattinnen, in knappstem Glitter-Bikini, hochhackigen Metallic-Sandalen nicht nur den Soldaten an, feilschen um den besten Preis.<br />
„Nach dem Irak – „welcome to Rio“, titelt eine Qualitätszeitung – und eine andere: „Die Truppe auf der Suche nach Sex provoziert Polemik“.<br />
“Wir wollen, daß die amerikanischen Soldaten ebenso wie alle anderen ausländischen Touristen wegen der Naturschönheiten, wegen des Karnevals oder unserer restaurierten Altstadt herkommen“, erklärt Rios Fremdenverkehrsbehörde. „Unter den ausländischen Gästen haben die US-Amerikaner mit 21 Prozent den größten Anteil, und da sie hier viel Geld ausgeben, werben wir um sie besonders. Aber Soldaten als Sextouristen wollen wir hier nicht.“<br />
Daß US-Militärs vorrangig wegen Frauen und Sex nach Rio fliegen, hat indessen gemäß den Medienberichten bereits zu Verstimmung zwischen den Autoritäten Brasiliens und der Vereinigten Staaten geführt. Die Regierung des Teilstaates Rio de Janeiro schaltete das Außenministerium in Brasilia ein, um zu erfahren, auf welche Weise die Soldaten ein Einreisevisum erhalten. Den Angaben zufolge hat das nordamerikanische Konsulat in Rio unterdessen bestätigt, daß Washington den im Irak eingesetzten Militärs den Fronturlaub finanziert. Für Sextourismus würden indessen keine Regierungsgelder ausgegeben.<br />
Seit dem Beginn des Irakkriegs, so heißt es, habe sich die Zahl der nordamerikanischen Soldaten in Rio vervierfacht.<br />
Ausdrücklich kritisiert wird das Reisebüro „Tours gone Wild“ in Miami. Es hat sich offenbar besonders auf die Soldatenkundschaft spezialisiert und wirbt auf seiner Website mit zahlreichen Fotos von Frauen Rios in aufreizenden Posen.<br />
“Diese Art von Propaganda für Rio verurteilen wir scharf“, betont die Fremdenverkehrsbehörde. „Wir werden jetzt gemeinsam mit dem brasilianischen Tourismusministerium eine neue Kampagne gegen Sextourismus starten, die jedoch nicht nur auf die Soldaten aus den USA, sondern generell auf alle Urlauber zielt. Denn Brasilianer sind schließlich auch unter den Sextouristen.“<br />
Gemäß brasilianischen Sozialwissenschaftlerinnen, die Untersuchungen über Prostitution führen, sind entgegen landläufiger Auffassung die Sextouristen hauptsächlich brasilianische Männer – Ausländer stellten nur einen geringen Bruchteil.<br />
&#8211;Weiblicher Sextourismus—<br />
Renommierte Anthropologen wie Dr. Alberto Albergaria von der Bundesuniversität in Salvador da Bahia kritisieren zudem, daß aus Gründen „politischer Korrektheit“ der weibliche Sextourismus nur zu oft völlig unterschlagen wird. „Deutsche Sextouristinnen sind hier meist junge, intellektualisierte Frauen am Ende des Uni-Studiums oder am Berufsbeginn. Sie suchen die Nähe afro-brasilianischer Musikgruppen, treffen schwarze Intellektuelle, Schwarzenführer, gehen mit denen ins Bett. Und für einen Schwarzen ist es außerordentlich spannend und wertsteigernd mit einer weißen Deutschen auszugehen, die als reich gilt, in der Werteskala Bahias weit höher angesiedelt ist als eine Frau von hier. Denn je weißer man ist, umso mehr Wert hat man. Diese deutschen Frauen halten den Schwarzen für einen sexuellen Athleten, obwohl das ja gar nicht stimmt. Ich beobachte diese Dinge häufig unter den Akademikerinnen in meiner Umgebung. Da gibt es auch diesen berühmten Fall einer US-Amerikanerin, die von der staatlichen Indiobehörde nach drei Monaten aus dem Xingu-Reservat ausgewiesen wurde, weil sie mit der Hälfte der Indianer geschlafen hatte. Sie kam nach Bahia, schlief hier mit der Hälfte der Schwarzenführer, wurde richtig berühmt. Wenn ich in Bahia solche Dinge analysiere, schreiben das die Zeitungen nicht, halten solche Informationen für unbequem. Journalisten sind zudem meist Frauen, die Nichtregierungsorganisationen haben viel Kontrolle und Macht über die Medien, da geht nur politisch Korrektes durch. Das ist doch eine Kultur der Scheinheiligkeit.“<br />
Laut Albergaria wurden von feministischen NGOs aus Europa regelrechte Mythen über den Sextourismus geschaffen – auch, um Gelder abfassen zu können. Die Frage sei sehr komplex, doch stets werde unredlich vereinfacht. Das Verhalten von Frauen, die auf der Suche nach Sex in tropische Länder reisten, unterscheide sich nicht im geringsten von dem männlicher Sextouristen, heißt es in neueren Studien.</strong></p>
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<p><strong>Hintergrund Kirche und Sexualität:</strong></p>
<p><strong>In Brasilien, dem größten katholischen Land der Welt, hat sich der angesehene Bischof Amaury Castanho gegen eine absurd verantwortungslose, unethische, kommerzielle Sex-Verherrlichung gewandt &#8211; wie sie in Europa nicht anzutreffen sei.  Die Folgen für den Einzelnen, die Familie, die ganze Gesellschaft seien gravierend &#8211; schließlich begünstige der übersteigerte Sex-und Pornographie-Kult auch Vergewaltigungen, Pädophilie. Bischof Amaury Castanhos Stimme, seine Warnungen werden in Brasilien gehört &#8211; er zählt zu den Journalisten der Bischofskonferenz CNBB. Seine Diözese der Großstadt Jundiai liegt in Brasiliens politisch-wirtschaftlich führendem Teilstaat Sao Paulo &#8211; der Industrielokomotive ganz Lateinamerikas, mit weit über tausend deutschen Unternehmen, von VW bis BASF und Daimler-Benz.</strong></p>
<p><strong>Bischof Amaury Castanho gilt bei den Priestern seiner Diözese als Workoholic, als einer, der die Vorgänge, die Veränderungen in seiner Region, in Brasilien, überhaupt in der Welt besonders scharf beobachtet, analysiert, als gelernter Journalist beschreibt, auffällig engen Kontakt zu den Menschen von Jundiai hält, über deren Sorgen bestens im Bilde ist. Daß Castanho gerade das Thema Sex aufgreift, ist nicht zufällig &#8211; abgesehen von den Geistlichen, den Pädagogen, haben sehr viele Eltern und natürlich die Heranwachsenden damit ihre Probleme, wenden sich an ihn, erwarten klare Antworten. Und bekommen sie auch:</strong></p>
<p><strong>“Sex, Sexualität ist etwas Positives, Gutes, ein Wert &#8211; eine Gabe der Natur, eine Gabe Gottes &#8211; etwas Edles. Sex zielt auf die legitime Befriedigung der Lust, des Fortpflanzungstriebs. Doch Sex existiert aus christlicher Sicht eben nicht nur des Sexes wegen, wie es heute massiv propagiert wird. Ein Sex-Kult, die Suche nach Lust um der Lust willen &#8211; eine grenzenlose Ausbeutung des Erotischen, des Pornographischen &#8211; als Ware, zum Verhökern. Bier, Zigaretten, Autos werden in der Propaganda zusammen mit halbnackten Frauen angepriesen &#8211; die Massenmedien nutzen die Übersteigerung des Sex, der Pornographie zur Verkaufsförderung. Ich glaube, wir sind derzeit in einer Phase des Pansexualismus &#8211; die Geschichte bewegt sich in eine Richtung wie vor Christus, im römischen Imperium.  Wir sehen eine Umkehrung der Werte.”</strong></p>
<p><strong>Bischof Castanho bemerkt viel Pharisäertum, Scheinheiligkeit, Zynismus. Einerseits fördert die Gesellschaft diesen überdrehten Sex-und Pornographie-Kult &#8211; oder verhält sich zumindest passiv &#8211; beklagt dann aber lautstark den Zerfall der Verhaltensnormen, die Zerstörung der Familien, zunehmende auch sexuelle Gewalt gegen Mädchen, Frauen, dazu verfrühte Sexualität, ausufernde Kinderprostitution.</strong></p>
<p><strong>“Überall sieht man die Resultate &#8211; im Leben des Einzelnen und der Ehen, der Familien &#8211; und selbst im Leben der Kirche.”</strong></p>
<p><strong>Überall die Ersatzbefriedigung von Ersatzbedürfnissen &#8211; Bischof Castanho macht besonders das Fernsehen für die Situation, den Wertewandel verantwortlich.</strong></p>
<p><strong>“Unser TV ist technologisch hochmodern &#8211; aber was die Wertevermittlung betrifft, das denkbar schlechteste. Anders als in Europa sieht hier in Brasilien ein aufgewecktes Kind vorm Schlafengehen, zur besten Sendezeit Dinge, für die es psychisch noch nicht vorbereitet ist, noch ohne ohne kritisches Bewußtsein.”</strong></p>
<p><strong>Gelingt es Brasiliens Kirche, in irgendeiner Weise gegenzusteuern? Schließlich gibt es anders als in Deutschland sehr viele katholische Radiosender, katholisches Fernsehen.</strong></p>
<p><strong>“Wir wollen Orientierung geben, jungen Menschen, aber auch den Ehepaaren &#8211; uns geht es um den Respekt vor dem eigenen Körper &#8211; und gerade um die Aufwertung der menschlichen Sexualität. Doch in einem solchen gesellschaftlichen Ambiente ist das sehr, sehr schwierig.  Denn ein einziges abendliches Kapitel einer Fernsehserie von TV Globo, dem quotenstärksten Privatsender Brasiliens, macht nicht selten unsere jahrelange Bildungsarbeit etwa mit Jugendlichen zunichte, anulliert alles. Bildung zu vermitteln, ist heute weit schwieriger als vor fünfzig, hundert Jahren. Und eine so erotisierte, so geprägte Gesellschaft fördert letztlich eben Vergewaltigungen, Pädophilie.”</strong></p>
<p><!--adsense--></p>
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