Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

Gaddafis Tod - “es war kaltblütiger Mord” - Brasiliens befreiungstheologischer Padre Haroldo Coelho in Fortaleza/Ceará im Website-Interview. “Solche rasch wachsenden Elendsviertel wie in Fortaleza, so ein schlechtes Bildungssystem wie in Brasilien - sowas gab es unter Gaddafi in Libyen nicht. Gaddafi starb als Märtyrer.” Fortaleza - Stadt von Dom Helder Camara und Franziskaner-Kardinal Aloisio Lorscheider.

Wegen seiner vom banalen Mainstream abweichenden Position ist der befreiungstheologische Padre Haroldo Coelho aus der Erzdiözese Fortaleza derzeit Hit im brasilianischen Internet. Sein “Pech” - er war lange vor der Intervention in Libyen, im Gegensatz zu Schwätzern, Mainstream-Nachbetern.Im gesteuerten europäischen Mainstream haben Coelho und alle anderen Libyen-”Abweichler” des größten katholischen Landes natürlich keinerlei Chance.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/12/befreiungstheologe-frei-betto-zwischen-1898-und-1994-haben-die-usa-48-lateinamerikanische-regierungen-gesturzt-unter-ihnen-die-von-joao-goulart-1964-in-brasilien/

Priester Haroldo Coelho, der engen Kontakt zu dem deutschstämmigen befreiungstheologischen Kardinal Aloisio Lorscheider, Erzbischof von Fortaleza, hatte, erklärte sich “empört über die Ermordung Gaddafis. Jetzt wollen NATO und UNO der Welt ihre Version über Libyen und Gaddafi überstülpen - ich habe indessen 2010 während meiner Studienreise die ganz andere Realität des Landes gesehen und gefühlt. Wer die Lage verstehen will, muß sich intensiv mit der Geschichte Libyens nach dem Zweiten Weltkrieg befassen, als westliche Länder wie die USA, Frankreich und Großbritannien ausgerechnet diese Marionette König Idris installierten, der als ersten Schritt denen die Ölerkundung übergab. Als dann per Revolution der König gestürzt, die ausländischen Militärs verjagt wurden, gelangte der Ölreichtum in die Hände der Libyer - was die westlichen Länder  Gaddafi und den anderen Offizieren der Militärschule nie verziehen haben.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/24/libyen-intervention-und-mord-an-gaddafi-brasiliens-qualitatszeitungen-vergleichen-mit-der-ermordung-des-kongo-staatschefs-patrice-lumumba/

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“Gaddafi war kein Diktator, ohne die Komitees der Bevölkerung lief nichts, nur mit deren Unterstützung waren Veränderungen möglich - und das war direkte Demokratie. Ich habe mir diese Komitees genau angesehen, war auf deren Treffen, Versammlungen. Wenn man wie ich aus einem Land mit westlich geprägter Demokratie, mit solchen Abgeordneten, solchen Senatoren in ein so völlig anders strukturiertes Land wie Libyen kommt, ist mir dann völlig unverständlich, wie man Gaddafi einen Diktator nennen kann. Der katholische Bischof Martinelli in Tripolis hat Gaddafi verteidigt. Im Unterschied zu anderen islamischen Ländern fiel die religiöse Freiheit ins Auge. Andere Religionen, wie die katholische, hatten alle Freiheiten. Ich trauere jetzt um Gaddafi, bin empört über die Art und Weise, wie sie ihn umbrachten, Menschenwürde zerschmetterten. Diese Scheinheiligkeit der UNO, die jetzt eine Untersuchung der Todesumstände von Gaddafi will - es war kaltblütiger Mord. Und ich bin empört darüber, wie ein unabhängiges Land überfallen wurde, für das ich Sympathie und Solidarität empfand. Libyen hatte die besten Sozialdaten Afrikas, war viel moderner als Brasilien. Daher mußte das dortige System vernichtet werden. Beteiligung der Bevölkerung an der Wirtschaft, an wirtschaftlichen Entscheidungen - nein, das ging nicht”, so Padre Coelho ironisch. “Als vor zwei Jahren die Regierung und Gaddafi bestimmte ökonomische Reformen planten, kamen diese wegen der Komitees nicht durch, die dagegen waren, den Moment nicht für günstig hielten. Solche rasch wachsenden Elendsviertel wie in Fortaleza, so ein schlechtes Bildungswesen wie in Brasilien - sowas gab es unter Gaddafi in Libyen nicht.Welchen Anteil erhalten denn hier die Leute vom Ölreichtum? Keinen.”

“Ausgedachte Wirklichkeiten: Die Distanz des politischen Journalismus zur tatsächlichen Politik war nie zuvor so groß wie heute.” Frankfurter Allgemeine Zeitung 2013 

Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe Frei Betto:

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/12/das-system-libyens-die-dortige-regierung-ist-popular-hat-im-lande-die-mehrheit-hinter-sich-ich-befurchte-das-wie-im-falle-von-bin-laden-ein-solches-kommando-in-libyen-eindringt-um-gaddafi-zu-to/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/879347/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/21/brasiliens-anderdenker-mord-an-gaddafi-katholischer-priester-haroldo-coelho-libyenkenner-emport-uber-ermordung-befreiungstheologe-frei-betto/

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 Padre Haroldo Coelho: “Ich bin mit meiner Libyen-Position in der katholischen Kirche Brasiliens keineswegs allein - viele in der Kirche denken wie ich. Die USA reden immer scheinheilig von der UNO - doch akzeptieren diese nur, wenn sie ihren Interessen dient. Der Irakkrieg ist das beste Beispiel - entgegen UNO-Willen wurde einmarschiert. Ich als Mensch, als Christ, als Priester habe eine andere Sicht der Dinge, der Vorgänge - unsere Richtschnur sind nicht diese UNO, diese NATO, die reichen Länder, die Unterdrückungsmacht in der Welt. Meine Richtschnur ist das Evangelium, das mich die Fakten analysieren läßt. Da gibt es diesen Bericht westlichen Mediziner, die in Libyen ein total rückständiges Gesundheitswesen erwartet hatten - und genau das Gegenteil antrafen, völlig überrascht waren, sich nur durch westliche Zeitungen informiert hatten. Und dann sagten, das sei hier ja wie in der Ersten Welt. Wir können die Welt eben nicht nur über eine bestimmte Art von Quelle wahrnehmen - müssen uns anders informieren. Der Glaube hat auch eine politische Dimension - es gibt keinen Widerspruch zwischen der Mission des Evangeliums und dem Kampf für das Leben, für Menschenrechte, Menschenwürde.  Politische Dimension - natürlich nicht im Sinne von Parteipolitik, sondern von authentischem Bürgerrecht. Die neuen Führer von Libyen werden nicht das Positive, Hervorragende der Revolution weiterführen - alles, was Gaddafi realisierte. Ein Christ muß zu unterscheiden wissen - muß seinen kritischen Sinn bewahren. Einmal fragte mich nach meiner Sonntagsmesse in der Kirche des Zentrums von Fortaleza ein Mann, wie ich denn als Geistlicher das System Libyens und auch noch Gaddafi gutheißen könne. Also habe ich mit ihm ganz sachlich lange geredet - wobei sich herausstellte, es war ein Universitätsprofessor.

Ich habe in Paris studiert. Hier in Fortaleza haben wir einen großartigen Erzbischof verloren - Dom Aloisio Lorscheider, ein Mann der Befreiungstheologie. Die ist keineswegs am Ende, wie manche sagen, ganz im Gegenteil. Denn das Evangelium ist ja in seiner Essenz befreiend. Dom Helder Camara sagte einmal, wir sind eine Minderheit - doch diese erschöpft sich nie - wegen des Heiligen Geistes in jedem von uns.”

Wer war Dom Helder Camara aus Fortaleza?

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A9lder_C%C3%A2mara

Padre Coelho sagte gegenüber der Presse in Fortaleza, er werde für den ermordeten Gaddafi eine Messe zelebrieren.

GRANDE CRIME

“Mataram Kadhafi, mas não poderão matar jamais a luta pela liberdade e pela vida… O Império americano e os países europeus mais uma vez cometem um grande crime, não somente contra o povo líbio, mas contra a humanidade. Kadhafi morre como martir. Descanse em paz Muamar Kadafi, a sua luta jamais será esquecida”.(Tageszeitung O Povo, Fortaleza)
Padre Haroldo Coelho, membro do Psol do Ceará 
Padre Coelho erinnerte im Interview an die Ermordung von Patrice Lumumba sowie an den Präsidenten von Mocambique, Samora Machel, dessen Tod durch einen Flugzeugabsturz, soweit bekannt, vom Militär Südafrikas verursacht worden war. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/24/libya-apparent-execution-of-53-gaddafi-supporters-bodies-found-at-sirte-hotel-used-by-anti-gaddafi-fighters/

Padre Coelho zu Gaddafi, zum “Grünen Buch”, anklicken:

http://www.youtube.com/watch?v=R7B6HxKoID8

Pe. José Haroldo Bezerra Coêlho(kein lauer Christ)

Ordenação Sacerdotal: 29/11/1964

Provisão e outras atividades:
Vigário Paroquial da Paróquia de São Francisco – Jacarecanga. Assessor Nacional do Movimento Familiar Cristão

Histórico Pastoral:
- Vigário cooperador de Pitacuara-RJ, em 1965;
- Vigário de Duas Barras-RJ de 1966 a 1971;
- Permanência em Paris – Estudo e trabalho pastoral na migração -  de 1971 a 1979;
- Vigário cooperador da Paróquia de Nossa Senhora de Fátima, em Fortaleza-CE, 1980;
- Vigário cooperador da Paróquia do Carmo 06/03/1981 a 25/01/1982;
- Vigário ecônomo de Pirambu, Fortaleza-Ce, 26/01/1988 a 30/12/1985;
- Secretario de Educação Municipal 01/01/1986;

(Angaben der Erzdiözese Fortaleza)

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Katholischer Priester Haroldo Coelho, aus derselben Partei wie der Abgeordnete Marcelo Freixo, mit Protest gegen die Ermordung von Gaddafi.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/31/brasiliens-andersdenker-und-die-libyen-intervention-katholischer-befreiungstheologischer-priester-haroldo-coelho-mit-protest-in-fusballstadion-von-fortaleza-kadafi-martyrer/

http://reporterdecristo.com/padre-cearense-haroldo-coelho-esta-de-luto-pela-morte-de-kadafi

Der deutschstämmige Franziskaner-Kardinal Aloisio Lorscheider sagte in Fortaleza im Exklusivinterview: ”Die Herrschenden, zynisch und skrupellos agierende Clans, sind nicht gewillt, Macht und Privilegien abzutreten. Deshalb wird das Volk ganz bewußt dumm gehalten, da es dann leichter manipulierbar ist. Ungebildete, Analphabeten wissen nicht, wie sie sich in der heutigen Welt bewegen sollen. Sie kennen ihre Rechte nicht und fordern sie auch nicht ein. Sie lassen sich fatalistisch treiben, sie verbinden sich nicht mit anderen, sie organisieren sich nicht.”

Dr. Claudio Guimaraes dos Santos, unter den führenden Intellektuellen Brasiliens: “Diese Eliten-Taktik erleichtert die Beherrschung. Es handelt sich um ein bewußt und durchdacht vorangetriebenes Projekt. Die Kapazität der Politiker, die Massen zu manipulieren, ist immens.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/24/cnn-hatte-uber-nato-truppen-in-tripolis-und-anderen-stadten-libyens-berichtet-offenbar-besteht-weiterhin-nachrichtensperre-uber-die-truppenaktivitaten/

Demokratie und Vietnamkrieg:

Wie viele Jahre es im Falle des Vietnamkriegs dauerte:

“Der Vietnamkrieg war illegal” Süddeutsche Zeitung 2011.

“Der illegale Krieg. Die Pentagon Papers werden erstmals vollständig freigegeben.  An diesem Montag wird ein bislang streng gehütetes Staatsgeheimnis preisgegeben: Der Vietnamkrieg war illegal. Er wurde unter falschen Voraussetzungen begonnen, mit Lügen fortgesetzt,und zu gewinnen, auch das wird jetzt offiziell bekanntgemacht, war er auch nicht.”

Der Vietnamkrieg forderte etwa drei Millionen Todesopfer, davon waren zwei Millionen Zivilpersonen. Vier Millionen Menschen erlitten schwere Verletzungen.[2] (Wikipedia)

Demokratie und Irakkrieg:

Die “Folha de Sao Paulo” spricht “von einer Billion Dollar im Irakkrieg vergeudet”. Die Invasion des Irak sei unter Vorwänden erfolgt. Hinterlassen werde eine Spur der Zerstörung, und völlige Perspektivlosigkeit. “Ein Desaster unter allen Gesichtspunkten.”

Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe, der Dominikaner Frei Betto in Sao Paulo, beziffert die Zahl der Toten des Irakkriegs auf etwa eine Million: 

“The Western powers led by the USA vociferously defend human rights in Libya. What about the genocidal occupations of Iraq and Afghanistan? Who tolls the bells for the million dead in Iraq? Who takes confessed assassins in Afghanistan, responsible for crimes against humanity, to the UN International Court of Justice?” Frei Betto 2011) 

“Nicolas Sarkozy - dieser Napoleon in Pocket-Version”.(Brasiliens größte Qualitätszeitung Folha de Sao Paulo)

Ao que tudo indica, os representantes da Alba não são os únicos a rechaçar os planos dos Estados Unidos e da Organização do Tratado do Atlântico Norte (Otan) de intervir militarmente no país norte-africano. Hoje (10), 268 intelectuais da Rede em Defesa da Humanidade divulgaram um manifesto em que ressaltaram a importância de buscar uma saída pacífica ao conflito na Líbia e repudiaram os planos de intervenção militar promovidos pela Otan e pelos Estados Unidos.

“A intromissão imperial tem sido particularmente descarada em torno de complexas circunstâncias que vive Líbia, tanto que as grandes corporações midiáticas competem entre si para legitimar a já anunciada ocupação”, destacaram. (katholische Nachrichtenagentur ADITAL in Brasilien, März 2011)

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/matices-medien-staat-und-gesellschaft-in-lateinamerika-anklicken/

Katholischer Bischof Martinelli in Tripolis:

“In diesem Krieg gibt es nur ein Ziel: sich die besten Förderstellen zu sichern, Libyens Gas- und Ölvorräte auszubeuten. Alle überlegen sich, wie sie als Erste an die Energievorräte herankommen. Tut mir leid, dass ich das so unverblümt sagen muss, aber der Egoismus der beteiligten Länder ist unübersehbar.”(Deutschlandfunk)

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/28/libyenkriegkatar-beliefert-die-rebellen-offen-mit-waffenschweizer-fernsehen-sf-zur-tatsache-das-die-regierungsgegner-mit-munition-aus-der-schweiz-feuern/

Die katholische Kirche im größten katholischen Land Brasilien(rund 130 Millionen Gläubige) und der Libyenkrieg:

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/20/nachtliche-luftangriffe-gegen-hafen-libyens-darunter-der-hauptstadt-tripolis-melden-brasiliens-medien-wie-die-kirche-des-grosten-katholischen-landes-die-libyen-intervention-bewertet-analysen-chan/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/12/das-system-libyens-die-dortige-regierung-ist-popular-hat-im-lande-die-mehrheit-hinter-sich-ich-befurchte-das-wie-im-falle-von-bin-laden-ein-solches-kommando-in-libyen-eindringt-um-gaddafi-zu-to/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/der-libyen-krieg-die-sicht-der-bischoflichen-arbeiterseelsorge-im-grosten-katholischen-land-brasilien-waldemar-rossi-pastoralleiter-in-der-erzdiozese-von-sao-paulo/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/18/libyenkrieg-gaddafi-hat-wachsende-volksunterstutzung-gegen-die-westliche-intervention-laut-candido-mendes-einem-fuhrenden-intellektuellen-brasiliens-in-groster-qualitatszeitung-folha-de-sao/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/01/wir-verabscheuen-die-bombenangriffe-auf-libyen-ich-erklare-mich-solidarisch-mit-dem-libyschen-volk-bischof-angelico-bernardino-in-der-kathedrale-von-sao-paulo-im-arbeiter-gottesdienst-zum-1/

Wie der Libyenkrieg in kleineren katholischen Kirchen beurteilt wird:

http://www.kath.net/detail.php?id=30801

http://www.kath-kirche-vorarlberg.at/organisation/pax-christi/artikel/stoppt-den-krieg-in-lybien

http://www.evangelisch.de/themen/politik/kirchen-zu-libyen-keine-eindeutige-bewertung37597

http://w3.khg.jku.at/pax/blog/wp-content/uploads/2011/04/Sarkozy_Vom-Krieg-gegen-Libyen.pdf

Der Libyen-Einsatz der UN entzweit auch Kirchenvertreter (Domradio Köln)

Kurienkardinal Kurt Koch kritisiert das späte Eingreifen der Staatengemeinschaft. Die Durchsetzung der Flugverbotszone komme „zu spät“, sagte der Schweizer Kardinal am Montag dem deutschsprachigen Programm von Radio Vatikan. „Es ist ein großes Ärgernis, wie die ganze Welt zuschaut, wie ein Diktator sein eigenes Volk umbringt.“ Er finde die Situation in Libyen „äußerst tragisch“, so Koch, der im Vatikan für Ökumenefragen verantwortlich ist. Vor allem bewege ihn „die Hilflosigkeit der internationalen Staatengemeinschaft“, dem Konflikt um Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi entgegenzuwirken.

Der katholische Bischof in Tripolis, Giovanni Martinelli, dagegen fordert ein Ende der Kampfhandlungen. „Der Krieg ist keine Lösung“, sagte Martinelli am Montag dem vatikanischen Pressedienst Fides. Die Waffen sollten schweigen, es müsse umgehend mit Verhandlungen über eine friedliche Lösung begonnen werden. Die Diplomatie habe keine Chance erhalten, kritisierte der aus Italien stammende Bischof. Unterdessen flüchten immer mehr Menschen vor den Bombenangriffen aus Tripolis, wie Martinelli berichtete. In der Stadt seien Bombenangriffe auf Vororte zu hören. Einrichtungen der Kirche versuchten gegenwärtig, Flüchtlinge aus Eritrea an die ägyptische Grenze in Sicherheit zu bringen.

Deutliche Kritik äußerte auch die katholische Friedensbewegung Pax Christi. Die Durchsetzung der Flugverbotszone sei mit wachsendem Leid für die Zivilbevölkerung verbunden, sagte der Vizepräsident der deutschen Sektion, Johannes Schnettler, am Montag im Interview mit domradio.de. Deutliche Vorbehalte äußerte Schnettler auch gegenüber der deutschen Enthaltung im Weltsicherheitsrat. Es handele sich um ein verstecktes Ja zu dem Einsatz.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hält den militärischen Einsatz in Libyen für angemessen. Es sei eine ganz schwierige Entscheidung, denn Krieg solle nach Gottes Willen nicht sein, sagte Schneider in der vorab aufgezeichneten Sendung „THADEUSZ“ im Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb). „Das Tun ist Sünde, aber das Unterlassen ist auch Sünde“, so Schneider. Schneider plädierte für den Einsatz von UNO-Soldaten gegen das Regime des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi. „Wir kommen an der Sünde nicht vorbei, denn hier haben wir eine Form von Gewalt, der man auch mit Gewalt widerstehen muss.“

Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, signalisierte Zustimmung zum Militärschlag gegen das Regime des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi signalisiert. „Das Evangelium weist uns die Pflicht zu, für jene einzutreten, die in Schwierigkeiten sind. Wenn jemand meine Mutter angreift, die im Rollstuhl sitzt, habe ich die Pflicht einzugreifen“, zitiert ihn die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Montag). Zugleich bekundete Bagnasco seine Hoffnung auf ein baldiges Ende der Militäraktion und den Schutz der libyschen Bevölkerung.

Luftangriffe gegen Bodentruppen und Bunker des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi sind nach Ansicht ehemaligen Bischöfin Margot Käßmann theologisch nicht verantwortbar. (Medienzitat)


Dieser Beitrag wurde am Montag, 24. Oktober 2011 um 23:13 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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