Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasilien: Das malerische Bergkloster von Itanhaem, mit einer der ältesten Kirchen Brasiliens – leider immer noch geschlossen. Vitor de Picoli kämpft für die Restaurierung, sammelt Spenden.

Mittwoch, 29. Mai 2013 von Klaus Hart

http://www.google.de/search?q=Itanhaem+convento&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=P0qlUfa0N-Xy0QGH6YDgCw&ved=0CCsQsAQ&biw=1440&bih=775

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 Itanhaem-Konvent und Straßenkünstler. 

http://www.itanhaemvirtual.com.br/LitoralSul_Convento.htm

Laut Vitor de Picoli, Bewohner von Itanhaem, ist die Präfektur bisher nicht bereit, die relativ geringe Summe für eine Restaurierung von Kirche und Kloster entsprechend den Vorschriften der brasilianischen Denkmalsschutzbehörde zur Verfügung zu stellen. Immerhin handelt es sich um die möglicherweise zweitälteste Kirche Brasiliens – malerisch auf einem steilen Felsen gelegen, wichtigste architektonische Attraktion der Stadt. Indessen geschlossen, seitdem dort wohnende Geistliche sogar überfallen wurden, Gelder für die Instandhaltung und Bewachung nicht mehr aufzubringen waren. 

„Die organisierte Kriminalität ist in Brasilien zu einem`Staat` im Staate geworden und hat in den Peripheriegebieten zahlreicher Städte die De-facto-Herrschaft übernommen.“ ADVENIAT, Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche Deutschlands zum brasilianischen Politik-und Gesellschaftsmodell, das aus Mitteleuropa viel offizielles Lob erhält. Mai-Besuch von deutschem Bundespräsident Joachim Gauck in Brasilien.

Dienstag, 28. Mai 2013 von Klaus Hart

 

Wie Barack Obama den Tropenstaat Brasilien bewertet: “Brasilien ist eine beispielhafte Demokratie. Dieses Land ist nicht länger das Land der Zukunft – die Menschen in Brasilien sollten wissen, daß die Zukunft gekommen ist, sie ist hier, jetzt”.

Killer-Games:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/09/killer-games-zur-gewaltforderung-viele-haben-brasilien-als-szenario-favelas-von-rio-und-sao-paulo/

 „So werden in dem sehr armen und abgelegenen Bundesstaat Pará nur etwa 1 % der Tötungsdelikte strafverfolgt. Nur selten kommt es zu einer Verurteilung.“(Pará ist mehrfach größer als Deutschland)

ADVENIAT zu Brasiliens Politikmodell – das aus Mitteleuropa auch offiziell viel Lob erhält:  „Vor allem in den ländlichen Regionen üben auf kommunaler und teils auch auf Landesebene alteingesessene Oligarchien bis heute die tatsächliche politische und wirtschaftliche Macht aus.“

ADVENIAT zur Bildungspolitik unter Lula-Rousseff:  Rate der funktionalen Analphabeten – „nach Pisa-Kriterien 60 % der Über-15-jährigen Brasilianer“

„Dringend notwendige Reformen wurden auch in den acht Jahren der Regierung Lula nicht auf den Weg gebracht.“

„Eng verbunden mit der organisierten Kriminalität ist die Korruption.“

„…ging die PT mit Blick auf Machterhalt Koalitionen mit Parteien ein, die seit langem tief in Korruption verstrickt sind und die eng verbunden sind mit großen Teilen der herrschenden Oligarchien des Landes.“

Bemerkenswert ist, wieviel Lob daher ein Gewalt-Gesellschaftsmodell diesen Zuschnitts von hochrangigen mitteleuropäischen Politikern, darunter aus Deutschland, seit Jahren erhält.

“Gemeinsame Werte”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/30/brasilien-weiter-land-mit-weltweit-hochster-mord-zahl-stellen-landesmedien-zum-jahresende-heraus-regierungsprojekt-fur-mord-reduzierung-gestoppt-hies-es/

Politische Beziehungen

Die deutsch-brasilianischen Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich breit verankert. Sie basieren auf gemeinsamen Werten und übereinstimmenden Auffassungen zur globalen Ordnung. Brasilien ist das einzige Land in Lateinamerika, mit dem Deutschland durch eine „strategische Partnerschaft“ verbunden ist. (Auswärtiges Amt, Berlin)

Wem nützt die Banditendiktatur?

 http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/28/brasilien-kriminalitat-die-sao-paulo-terrorisiert-ist-terrorismus-urteilt-groste-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-unter-bezug-auf-bluttat-von-london/

“Zwischen 2004 und 2007 wurden in Brasilien mehr Menschen gewaltsam getötet als in den 12 wichtigsten kriegerischen Konflikten der Erde dieser Jahre…Der Schauplatz der Gewalt, die harte Realität der Slumperipherien, veränderte sich wenig.” Miguel Reale Junior, Rechtsexperte, Ex-Justizminister,  in Qualitätszeitung O Estado de Sao Paulo 2013

ADVENIAT-Gottesdienst in einem Slum von Sao Paulo – Fotoserie:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/

Die brasilianischen Supermärkte, preiswerteste Einkaufsquelle des Landes, haben im April 2013 über 14 % weniger verkauft als im Vormonat März, laut Branchenstatistik.

“ Vendas reais dos supermercados recuam 14,06% em abril” (Valor economico)

Höchste Lepradichte der Welt:  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/03/brasilien-hat-weiter-hochste-lepra-dichte-der-welt-2009-uber-36000-neue-leprafalle-offiziell-registriert-kein-teilstaat-erfullte-who-vorgaben/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/

Die Aufdringlichkeit der Sinne

Vom machtgeschützten Verlust der gesellschaftlichen Sehkraft – Oskar Negt(2000)

“Der Verlust jener in sinnlicher Erfahrung begründeten Urteilsfähigkeit der Menschen hat in unserem Jahrhundert für viele Menschen tödliche Folgen gehabt. Das Wegsehen, die machtgeschützte Sinnenblindheit, wenn Menschen verfolgt und getrieben, vergewaltigt und öffentlich gequält werden – das gehört nicht der Vergangenheit an.”

Regierungskritische Friedensdemonstration der katholischen Kirche in Sao Paulo:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/26/brasilien-friedensdemo-in-sao-paulo-caminhada-pela-paz-na-regiao-brasilandia-im-november-2012/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/

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 Viele Demo-Teilnehmer trugen T-Shirts mit den Fotos von Mordopfern aus jüngster Zeit: Familienangehörige, Freunde, Bekannte.

Deutscher katholischer Priester Konrad Körner aus Ampferbach/Bayern:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/28/brasilien-der-deutsche-katholische-priester-konrad-korner-aus-ampferbach-friedenskundgebung-in-brasilandiasao-paulo-2012/

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“Was fordert Gott von uns?” Katholische Kirche in Suarao.

Deutscher Pastor Wolfgang Lauer:  http://www.welt-sichten.org/artikel/221/der-hoelle-hinter-gittern

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Ob man in Ampferbach weiß, unter welchen extrem schwierigen Bedingungen Priester Konrad Körner täglich Seelsorge leistet?

Slum-Bischof Milton Kenan Junior:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/24/brasilien-sao-paulo-brasiliandia-bischof-milton-kenan-juniorweiterhin-regionen-mit-extremem-elend-groser-armut-im-lande-bischof-ist-initiator-einer-friedensdemonstration-an-der-slumperipherie/

Zunahme des Elends:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-teuerung-druckt-22-millionen-brasilianer-wieder-ins-elend-laut-landesmedien-langst-wegen-starken-preissteigerungen-uberholter-indikator-versteckt-jene-22-millionen-verelendeten-hies-es/

Ökumenische Protestveranstaltung in der City von Sao Paulo:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/15/brasilien-eine-schwache-regierung-in-geheimem-einverstandnis-mit-dem-organisierten-verbrechen-okumenische-protestveranstaltung-zum-gedenken-an-die-rund-100-bisher-in-sao-paulo-bei-attentaten-d/

Das Mensalao-Demokratieprojekt, Ermittlungsverfahren gegen Lula, mit vielen ausländischen Preisen geehrt:http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/10/bono-vox-lula-treffen-in-london-2013-ermittlungsverfahren-gegen-lula-wegen-abgeordneten-und-parteien-kauf-skandal-lula-schweigt-in-london-zu-journalistenfragen-halt-vortrag-vor-bankern-und-inves/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/01/10/brasilien-das-mensalao-demokratieprojekt-unter-lula-rousseff-mensalao-korruptionssystem-war-viel-groser-und-weitverzweigter-als-sich-im-gerichtsprozes-beweisen-lies-laut-generalstaatsanwalt-ro/

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/brasilien-gewalttaten-in-den-schulen-haeufen-sich/4037582.html

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„Aufschrei der Ausgeschlossenen“ -Protestaktion der katholischen Kirche:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/08/brasilien-aufschrei-der-ausgeschlossenen-2011-proteste-in-sao-paulo-grito-dos-excluidos/

Gewalttote in Afghanistan und in Sao Paulo:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/30/brasilien-gewalttote-in-afghanistan-und-in-sao-paulo-beeindruckende-vergleiche-der-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-zwischen-den-opferzahlen-beider-lander-afghanistan-ist-dagegen-sogar-f/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/01/brasilien-britischer-premierminister-david-cameron-besucht-unter-starkem-geleitschutz-der-militaerpolizei-beruechtigte-slumregion-complexo-da-mare-in-rio-de-janeiro-laut-landesmedien-offenbar-keine/

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Angeli, größte brasilianische Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” Ende Oktober 2012 politisch unkorrekt zur Gewaltkultur in Lateinamerikas größter Demokratie:”Ja, wir überfallen, vergewaltigen und morden. Das hat einen Superspaß gemacht.”

NEW YORK TIMES über „Sex-crimes“ in Rio de Janeiro, Video anklicken:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/28/rio-struggles-with-sex-crimes-the-new-york-times-video-anklicken/

Brasilien – Land mit weltweit höchster Mordzahl:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/30/brasilien-weiter-land-mit-weltweit-hochster-mord-zahl-stellen-landesmedien-zum-jahresende-heraus-regierungsprojekt-fur-mord-reduzierung-gestoppt-hies-es/

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Zeitungsausriß.

Die Sondergerichte des organisierten Verbrechens:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/15/brasiliens-slum-sondergerichte-der-banditen-diktatur-in-zeiten-neoliberaler-herzenskalte-video-anklicken/

Tourismus und Gewaltkriminalität, Reisewarnungen:  http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/09/das-menschenrecht-auf-personliche-sicherheit-unter-lula-die-deutsche-botschaft-in-brasilia-informiert/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/22/gesundheit-und-personliche-sicherheit-sind-die-hauptsorgen-der-brasilianer-laut-neuer-umfrage/

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Ausriß, Rio de Janeiro.

Boomende Drogenbranche des organisierten Verbrechens:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/22/brasilien-und-harte-drogen-kokain-und-crack-etc-de-facto-seit-jahrzehnten-frei-erhaltlich-keine-ernstzunehmende-bekampfung-des-politisch-einflusreichen-drogen-business-laut-landesexperten/

Gefangenenrate in Brasilien – jeder 262. Brasilianer in Haft, doch nicht einmal 8 % der Morde aufgeklärt, ungezählte Schwerverbrecher daher auf freiem Fuß:    http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/25/brasiliens-uberfullte-gefangnisse-und-die-auffallig-grose-zahl-inhaftierter-jeder-262-erwachsene-brasilianer-im-gefangnis-laut-amtlichen-angaben-seit-1995-verdreifachte-sich-die-rate-der-eingespe/ 

Gewalt und soziokulturelle Faktoren:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/12/brasiliens-tiefverwurzelte-gewaltkultur-kulturelle-ursachen-politische-korrektheit-meiste-morde-haben-belanglose-motive-grunde-darunter-simple-meinungsverschiedenheiten-regierungskampagne-mit-mo/

Kindersoldaten:  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/brasiliens-kindersoldaten-junge-kinder-mit-waffen-die-einfach-anderre-kinder-erschossen-haben-die-sie-gerade-mal-schief-angeschaut-habenlesermail/

„Tropa de Elite“ – brasilianischer Spielfilm über die Lage:  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/08/tropa-de-elite-2-noch-dokumentarischer-als-der-berlinale-gewinner-landeskunde-pur-uber-das-heutige-brasilien/

 http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/26/brasiliens-zeitungen-brasilianischer-fotojournalismus-teil-2-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/16/welt-ranking-der-gewaltgepragtesten-stadte-brasiliens-provinzhauptstadt-maceio-an-sechster-stelle/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/

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(more…)

Brasilien: Arbeitsministerium verhängt Strafen gegen 25 Unternehmen im Superhafen-Projekt von Eike Batista bei Rio de Janeiro. Verstöße gegen Sicherheit und zahlreiche Gesetze, laut amtlichen Angaben. Gewerkschaften beklagen Entlassungen.

Dienstag, 28. Mai 2013 von Klaus Hart

Brasilien: Wieder Kraftfahrer nach Unfall durch Anwohner gelyncht. Nicht wenige Autofahrer begehen deshalb zunächst Fahrerflucht, melden sich bei der Polizei. Frauen mit Autpanne erleiden Vergewaltigung.

Freitag, 24. Mai 2013 von Klaus Hart

http://g1.globo.com/espirito-santo/noticia/2013/05/caminhoneiro-atropela-crianca-e-e-morto-por-moradores-no-es.html

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Militärpolizisten schauen nahe der Avenida Paulista von Sao Paulo tatenlos zu, wie Fußgänger massenhaft bei roter Ampel über die Kreuzung laufen – entsprechend hoch ist in Brasilien die Zahl von Fußgängern, die von Autofahrern unabsichtlich getötet werden. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/14/brasilien-angst-von-menschenmenge-gelyncht-zu-werden-haufiges-motiv-fur-fahrerflucht-selbst-bei-offenkundiger-schuldlosigkeit-an-unfall-inforadios-berichten-taglich-uber-solche-falle/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/06/brasilien-die-macht-des-organisierten-verbrechens-w

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/23/brasiliens-vergewaltigungskultur-frau-bei-autopanne-in-sao-paulo-betroffen-auswirkungen-des-brutalen-machismus-unter-rousseff-regierung/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/23/brasilien-weiter-schiesereien-tote-schulschliesungen-in-angeblich-befriedeter-slumregion-complexo-do-alemao-von-rio-de-janeiro/

In der UNESCO-Bildungsstatistik liegt Deutschland auf Platz 13, Brasilien nur auf Platz 88. Entsprechend gering ist in Brasilien u.a. das Verständnis für deutsche Kultur – erheblich größer in Ländern Lateinamerikas, die bessere Plätze belegen.  http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/ED/pdf/gmr2011-efa-development-index.pdf

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/18/brasilien-die-verheerenden-folgen-der-verfehlten-wirtschafts-und-sozialpolitik-unter-der-regierung-lula-rousseff-immer-mehr-indikatoren-zeigen-den-auffalligen-entwicklungsruckstand-gegenuber-anderen/

Brasilien, Crack-Wachstumsbranche: Sao-Paulo-Gouverneur spricht erstmals von Drogen-Epidemie im Tropenland, an der die Zentralregierung schuld sei. Jüngstes Kulturfestival „Virada Cultural“ in Sao Paulo von Gewalt und Crack-Kriminalität überschattet, deutscher Beitrag abgesagt. „Brasilien ist weltweit größter Crack-Verbraucher, zweitgrößter Kokainkonsument.“

Donnerstag, 23. Mai 2013 von Klaus Hart

Sao Paulos Gouverneur Geraldo Alckmin(PSDB) hat nach den fortdauernden öffentlichen Diskussionen um die Gewaltausbrüche bei der Virada Cultural erstmals betont, daß ganz Brasilien vor einer Drogen-Epidemie heimgesucht werde. Für dieses Problem sei einzig und allein die Zentralregierung verantwortlich. Heute gebe es keine brasilianische Stadt mehr ohne „Cracolandia“. Bei vielen Verbrechen seien die Täter unter Drogeneinfluß. Brasilien stehe beim Crack-Verbrauch weltweit an erster Stelle, bei Kokain an zweiter. Alckmin wies in diesem Zusammenhang auch auf die Verwendung von schweren Waffen durch das organisierte Verbrechen hin. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/16/frontex-weist-auf-drogentourismus-junger-mittschichts-brasilianer-laut-landesmedien-bezahlter-urlaub-in-europa-als-honorar-fur-nach-brasilien-geschmuggelte-drogen-wie-lsd-oder-ecstasy/

Nach dem Start der Lula-Rousseff-Regierung von 2003 war der Crack-Vertrieb zu einer boomenden Wachstumsbranche geworden und zu entsprechend massivem Drogenelend, starkem Anstieg der Drogentoten geführt –  hatte das Politikmodell Brasilias aus Mitteleuropa entsprechend viel Lob erhalten. Zügige Gewaltförderung in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Schweden zeigt in jüngster Zeit immer häufiger die erwarteten Resultate. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/23/amnmesty-international-der-neue-report-fur-2013-uber-brasilien-widespread-use-of-torture/

Die schärfste Kritik an dieser Drogenpolitik und den damit verbundenen gravierenden sozialen Folgen war von der katholischen Kirche Brasiliens gekommen, die deshalb von interessierter Seite entsprechend attackiert wird. Papst Benedikt hatte 2007 bei einem Besuch in einem Rehabilitationsprojekt(Fazenda der Hoffnung) der katholischen Kirche bereits vor einer weiteren Ausbreitung des wirtschaftlich sehr lukrativen Drogenhandels gewarnt. Dieser konnte wegen der politischen Rahmenbedingungen indessen weiter stark zunehmen.

Im Juli 2013 wird Papst Franziskus daher erneut das Drogenproblem zu einem Schwerpunkt seiner Brasilienreise machen und ein Crack-Rehabilitationszentrum in einem Franziskanerkrankenhaus von Rio de Janeiro eröffnen.

Das weltweit auch politisch gut vernetzte organisierte Verbrechen steht den „Fazendas der Hoffnung“ der katholischen Kirche entsprechend feindselig gegenüber, Geistliche und andere Mitarbeiter werden nicht selten bedroht und verfolgt. In den brasilianischen Slums ist das Lebensrisiko für katholische Menschenrechtsaktivisten, die sich dem Drogenproblem widmen,  am höchsten – während dort evangelikale Wunderheilersekten häufig direkt mit den Drogenbanden kooperieren, sogar Rauschgift und Waffen  transportieren. Die brasilianischen Landesmedien berichten regelmäßig über die Verwicklung von Sekten-Geistlichen ins organisierte Verbrechen, entsprechende Verhaftungen – die mitteleuropäischen Medien indessen nicht. http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/16/wie-brasiliens-evangelikale-sekten-ihre-gesellschaftliche-prasenz-enorm-ubertreiben-jesusmarsch-organisatoren-feierten-2012-angebliche-funf-millionen-teilnehmer-obwohl-es-laut-qualitatsmedien-nur-3/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/ihr-elenden-irregeleiteten-ehebrecher-masturbierer-auf-sex-versessenen-raucher-trinker-tv-glotzer/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/22/brasilien-und-der-juli-papstbesuch-in-rio-de-janeiro-favela-varginha-wird-vom-staat-vor-franziskus-visite-zum-potemkinschen-dorf-aufgemotzt-laut-landesmedien/

“Pfingstbewegung”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/erst-bandit-und-gefurchteter-killer-dann-sektenpastor/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/16/wie-brasiliens-evangelikale-sekten-ihre-gesellschaftliche-prasenz-enorm-ubertreiben-jesusmarsch-organisatoren-feierten-2012-angebliche-funf-millionen-teilnehmer-obwohl-es-laut-qualitatsmedien-nur-3/

  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/12/brasiliens-antikatholische-evangelikale-wunderheilersekten-pastor-marcos-pereira-derzeit-wegen-mutmaslicher-vergewaltigungen-im-gefangnis-bemerkenswerte-videos-seiner-gottesdienste/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/21/lulas-crack-kinder-nach-sao-paulo-auch-in-rio-immer-mehr-cracolandias-eine-dosis-crack-umgerechnet-etwa-35-cents-crack-geschaft-stimuliert-kinderprostitution/

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Ausriß – Crack-süchtige Schwangere, Sao Paulo.  Kardinal Scherers Menschenrechtspriester Julio Lancelotti zur Drogenfrage:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/20/brasiliens-menschenrechtspriester-julio-lancelotti-aus-sao-paulo-das-elend-wurde-nicht-unter-lula-ausgetilgt-und-wird-auch-nicht-unter-dilma-rousseff-verschwinden-drogen-und-drogenhandel-zahlen/

Brasiliens Menschenrechtspriester Julio Lancelotti aus Sao Paulo: “Das Elend wurde nicht unter Lula ausgetilgt – und wird auch nicht unter Dilma Rousseff verschwinden. Drogen und Drogenhandel zählen zu den Methoden, jenen Bevölkerungsteil zu beherrschen und zu kontrollieren, dem lediglich eine Existenz am Rande zugedacht ist.”

Wie der renommierte Menschenrechtspadre im Website-Interview weiter sagte, befinden sich der Neoliberalismus und dessen Werte derzeit in einem starken Moment, leben wir in der Gegen-Kultur des Individualismus, nicht des Gemeinwohls und auch nicht der Menschenrechte. “Die rasch wachsenden Slums in Brasilien sind Resultat des Systems, in dem wir leben. Das Elend wird nur verschwinden, wenn man das weltweit herrschende neoliberale System ändert, dessen Logik zerbricht. Die großen Drogenbosse sind heute mit dem Bankensystem verquickt, dem es schlecht erginge, falls diese ihre Gelder abziehen würden.”

Koks und Globalisierung:  http://www.ila-web.de/brasilientexte/koks.htm

70-jährige Mutter schläft im Klo, um nicht von Crack-süchtigem Sohn attackiert zu werden – Video:  http://g1.globo.com/sp/sao-carlos-regiao/noticia/2013/05/mae-dorme-em-banheiro-para-evitar-agressao-de-filho-viciado-em-crack.html

Brasiliens soziale Phänomene – die sogenannte informelle Ausgangssperre: Ein Großteil der Straßen in der sehr dichtbesiedelten Megacity Sao Paulo ist nach Einbruch der Dunkelheit menschenleer – aus Angst vor Gewalt, Überfällen, Vergewaltigung bleiben die Menschen zuhause, gehen nur noch in dringenden Fällen auf die Straße. Dies gilt auch für andere große Städte. Der Gewaltfaktor bremst und kontrolliert damit Protestpotential – eine Mobilisierung für politische, soziale Aktivitäten fällt dadurch immer schwerer. Derartige Gesellschaftsmodelle mit einem großen Anteil an No-Go-Areas finden inzwischen auch in Mitteleuropa viel Anklang. 

Kontrolle von Protestpotential heute:  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/

Massenelend 2013:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-teuerung-druckt-22-millionen-brasilianer-wieder-ins-elend-laut-landesmedien-langst-wegen-starken-preissteigerungen-uberholter-indikator-versteckt-jene-22-millionen-verelendeten-hies-es/

Brasilien, Deutschlandjahr – Goethe-Institut Sao Paulo mit nur sehr kurzer facebook-Information zum gescheiterten deutschen Event auf Kulturfestival „Virada Cultural“ der Megacity 2013. „Es tut uns sehr leid, aber unglücklicherweise wurde das Programm der Kultur Tour auf der Virada Cultural aus Sicherheitsgründen abgesagt.“ Katholischer Bischof Erwin Kräutler.

Mittwoch, 22. Mai 2013 von Klaus Hart

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/19/brasilien-erstes-kulturfestival-virada-cultural-von-sao-paulo-unter-neuem-burgermeister-fernando-haddadarbeiterpartei-pt-von-gewalt-darunter-massiven-banditenuberfallen-auf-das-publikum-ubers/

Deutsche katholische ADVENIAT:  Die organisierte Kriminalität ist in Brasilien zu einem „Staat“ im Staate geworden und hat in den Peripheriegebieten zahlreicher Städte die De-facto-Herrschaft übernommen. Daran ändern auch punktuelle Aktionen von Polizei und Militär nichts, die angesichts der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaften und der Olympischen Spiele eher wie der Versuch einer Imagepflege wirken.

Goethe-Institut São Paulo

13 de maio

Não perca a Virada Cultural, o caminhão vai estar no centro de São Paulo e animar a galera com filmes ao ar livre e DJs ao vivo para aquecer o clima na cidade

„Verpasse nicht die Virada Cultural, der LKW wird im Zentrum von Sao Paulo sein und die Leute mit Filmen und DJs in Stimmung bringen, um das Klima der Stadt anzuheizen.“

 

Não perca a Virada Cultural, o caminhão vai estar no centro de São Paulo e animar a galera com filmes ao ar livre e DJs ao vivo para aquecer o clima na cidade

 

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Brasilien: Das Deutschlandjahr-Kulturfiasko auf Festival „Virada Cultural“ – offenbar Nachrichtensperre, nur brasilianische Medien berichteten. Kultur-Tour-Projekt mußte bereits am Start wegen Gewaltsituation abgebrochen werden. „Deutsche Frustration“.(Folha de Sao Paulo) Deutscher Tourist in Rio de Janeiro von Banditen durch Schüsse verwundet.

Mittwoch, 22. Mai 2013 von Klaus Hart

 http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/22/brasilien-deutschlandjahr-goethe-institut-sao-paulo-mit-kurzer-information-zum-gescheiterten-deutschen-event-auf-kulturfestival-virada-cultural-der-megacity-2013/

Bisher haben offenbar auch die zuständigen Stellen noch nicht die deutsche Öffentlichkeit über den bemerkenswerten Vorfall in einer der gefährlichsten, berüchtigtsten Crack-Regionen Sao Paulos unterrichtet. Dies deutet auf Nachrichtensperre hin. Die brasilianischen Medien haben dagegen frei über den Sachverhalt berichtet.

Deutsche katholische ADVENIAT:  Die organisierte Kriminalität ist in Brasilien zu einem „Staat“ im Staate geworden und hat in den Peripheriegebieten zahlreicher Städte die De-facto-Herrschaft übernommen. Daran ändern auch punktuelle Aktionen von Polizei und Militär nichts, die angesichts der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaften und der Olympischen Spiele eher wie der Versuch einer Imagepflege wirken.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-deutschlandjahr-2013-2014-groses-medieninteresse-fur-gescheiterten-deutschen-kulturbus-event-auf-festival-virada-cultural-2013-in-megacity-sao-paulo/

In der UNESCO-Bildungsstatistik liegt Deutschland auf Platz 13, Brasilien nur auf Platz 88. Entsprechend gering ist in Brasilien u.a. das Verständnis für deutsche Kultur – erheblich größer in Ländern Lateinamerikas, die bessere Plätze belegen.  http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/ED/pdf/gmr2011-efa-development-index.pdf

Unterdessen sind die Gewaltausbrüche während des Kulturfestivals weiterhin ein wichtiges Gesprächs-und Medienthema in Brasilien – eine Eskalation dieser Art als Folge der unter der Rousseff-Regierung betriebenen Politik der öffentlichen Sicherheit hatte es bisher noch nie auf derartigen Kulturevents des Landes gegeben.

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Ausriß – Festivalbesucher in seinem Blut.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/09/brasilien-report-2012-uber-die-menschenrechtslage-amnesty-international/

Die  Medien berichten über immer mehr haarsträubende Gewalt-Fälle, in Leserbriefen ist von „Zuständen wie im Mittelalter“ die Rede, wird auf Desorganisation, Dreck und Verwahrlosung verwiesen.

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Cracksüchtiger Junge schläft 2013 in der City von Sao Paulo auf Fußweg.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/21/brasilien-nach-wie-vor-schweigen-zum-eklat-um-geplatzten-deutschen-beitrag-auf-kulturfestival-virada-cultural-von-sao-paulo-bisher-keine-stellungnahmen-von-zustandigen-amtlichen-stellen-medienf/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-kopfschus-opfer-des-kulturfestivals-virada-cultural-beerdigt-wie-der-morder-des-festivalbesuchers-reagiert-brasilianischer-zeitgeist-heute/

Reisewarnung:

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/06/brasilien-reisewarnung-nachts-keine-offentlichen-verkehrsmittel-benutzten-empfiehlt-frankreichs-botschaft-angesichts-jungster-gewalttaten-darunter-vergewaltigungen-von-rio-de-janeiro/

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Nix mit “KULTURTOUR – BERLIN CLUB NACHT 

VIRADA CULTURAL”

 http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/28/auslandische-kinder-zahlen-in-sao-paulo-an-brasilianische-schuler-um-nicht-verprugelt-zu-werden-berichtet-folha-de-sao-paulo-alunos-estrangeiros-de-colegio-no-bras-tem-que-dar-dinheiro-e-lanc/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/18/brasilien-die-folter-das-militarregime-die-wunden-der-diktatur-sind-noch-nicht-verheilt-die-polizei-nutzt-weiter-ausrottungspraktiken-folter-tiago-santiago-autor-der-neuen-sbt-telenovela/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/13/brasilien-und-das-organisierte-verbrechen-unter-dilma-rousseff-die-bewertung-des-weltwirtschaftsforums-2012-platz-122-unter-144-staaten/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/03/25/brasilien-drogenelend-2013-cracksuchtiger-in-fortgeschrittenem-stadiumsehr-abgemagert-in-der-city-von-sao-paulo-unter-burgermeister-haddad-von-der-arbeiterpartei-pt/

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http://www.welt-sichten.org/artikel/221/der-hoelle-hinter-gittern

Was alles vorgesehen war, jedoch nicht stattfand – die Information des Goethe-Instituts:

Information des Goethe-Instituts Sao Paulo:

KulturTour und Berlin Clubnacht auf der Virada Cultural

KulturTour und Berlin Clubnacht auf der Virada Cultural São Paulo

Musik und Filme
18.05 und 19.05.2013
Rua dos Gusmões/Rua Santa Efigênia
+55-11-3296 7000
info@alemanha-e-brasil.org

Die Virada Cultural ist das größte Straßenfest São Paulos, eine Veranstaltung, die mit ihrem 24-stündigen Kulturprogramm alljährlich Millionen von Besuchern ins Stadtzentrum lockt. Anlässlich der Eröffnung des Deutschlandjahrs ist erstmals ein Club DJ-Set aus Deutschland dabei: Stars der Berliner DJ-Szene mischen sich mit DJ-Größen aus São Paulo. Das Virada-Publikum ist außerdem eingeladen, aktuelle Filme aus Deutschland Open Air zu sehen und das mobile Kulturinstitut des Goethe-Instituts, die KulturTour, zu besuchen, noch bevor es dann auf seine Reise durch Brasilien aufbricht.

Virada Cultural, Stadtzentrum von São Paulo, Rua Gusmão

Programm:

Samstag 18.05 

18:00h – 20:00h Lounge Musik
20:00h – 22:00h Film 1
22:00h – 24:00h Film 2
24:00h – 02:00h Film 3

1. Das Leben ist eine Baustelle (A vida é um canteiro de obras) – Wolfgang Becker – 1997 – 118 min – col. – Untertitel: port. – FSK: 12

2. Neukölln Unlimited – Agostino Imondi, Dietmar Ratsch – 2009/2010 – 96 Min – col. – Untertitel: port. – FSK: livre

3. Renn wenn du kannst (Corra se puder) – Dietrich Brüggemann – 2011 – 113‘ – col. – Untertitel: port. – FSK: 12

Sonntag 19.05

14:30h – 18:00h

DJ ABUD, DJ TAHIRA (Green Sunset MIS), Gebrüder Teichmann, DJ THOMASH (Voodoohop)

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Foto Roberto Stuckert/Regierung

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/16/deutscher-bundesprasident-joachim-gauck-in-sao-paulo-2013-begrust-durch-burgermeister-fernando-haddadpt/

Deutliche Kritik aus Kirchenkreisen Brasiliens,  aus der Gemeinde der deutschen evangelischen Kirche in Brasilien, an der fehlenden Positionierung des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck zur gravierenden Menschenrechtslage Brasiliens: 

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/17/brasilien-historischer-besuch-des-deutschen-bundesprasidenten-joachim-gauck-im-tropenland-trotz-gravierender-menschenrechtslage-folter-todesschwadronen-gefangnis-horror-sklavenarbeit-etc-b/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/03/08/brasilien-katholische-nachrichtenagentur-adital-zur-grauenhaften-lage-der-191000-untersuchungshaftlinge-des-landes-menschenrechtsorganisation-conectas-prangert-die-rechtsverletzungen-vor-uno-mensche/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-teuerung-druckt-22-millionen-brasilianer-wieder-ins-elend-laut-landesmedien-langst-wegen-starken-preissteigerungen-uberholter-indikator-versteckt-jene-22-millionen-verelendeten-hies-es/

Rede von Bundespräsident Gauck im Theatro Municipal von Sao Paulo:

São Paulo/Brasilien, 13. Mai 2013

Glückliche Beziehungen sind solche, bei denen man im Anderen Vertrautes findet – zugleich aber auch immer wieder etwas entdeckt, was einen fasziniert und anregt, etwas, woran man sich reiben und wodurch man – im besten Falle gemeinsam – wachsen kann.

Mir scheint, mein Land und Ihres stehen in genau so einer glücklichen Beziehung zueinander – es wissen nur noch nicht alle! Und darum freue ich mich, heute mit Ihnen zusammen das Deutschlandjahr in Brasilien zu eröffnen. Gut 400 Kulturveranstaltungen und Kongresse, Ausstellungen und Begegnungen sind bis jetzt geplant und es werden, so hörte ich, mehr hinzukommen – ein beeindruckendes Programm!

Es zeigt, wie viel uns schon verbindet – und wie viel wir noch voneinander lernen können.

In der kurzen Zeit, die ich nun bei Ihnen bin, habe ich beides schon erlebt, das Vertraute, Verbindende wie auch das Andere und Faszinierende. Zum Beispiel, wenn ich – wie heute Nachmittag – Mitgliedern der jüdischen Gemeinde von São Paulo begegne und mit ihnen zugleich auch der deutschen Geschichte. Wenn ich die Namen der ursprünglich deutschen Siedlungen höre: Blumenau und Rolândia, Novo Hamburgo und Nova Friburgo – Zeugnisse jahrhundertealter Verbindungen zwischen Menschen unserer beiden Länder. Und ziemlich amüsant fand ich es zu erfahren, dass manch ein jüngerer Brasilianer Volkswagen für eine alte brasilianische Traditionsmarke hält!

Umgekehrt wissen nur wenige Deutsche, dass Thomas Mann, wohl einer unserer berühmtesten Schriftsteller, seine künstlerische Ader der in Brasilien geborenen Mutter zuschrieb – die übrigens Zeit ihres Lebens sehnsüchtig an den Ort ihrer Kindheit, an Paraty zurückdachte. Ich habe selbst gestaunt in der Vorbereitung auf diesen Besuch, dass manches Brasilianische in Deutschland steckt. Wenn Sie mich etwa auf den „Edifício Copan“ ansprechen, dann werde ich kontern: Haben wir auch! Ein paar hundert Meter neben meinem Berliner Amtssitz, dem Schloss Bellevue, steht nämlich auf Stelzen ein mehrstöckiges Wohnhaus von Oscar Niemeyer!

Was mir vor allem auffällt, was faszinierend und ungewohnt ist für einen älteren Deutschen – zu sehen, wie viele Menschen mit verschiedenen Ursprüngen, wie viele Geschichten und Lebensschicksale sich in Brasilien kreuzen. Ich habe mir sagen lassen, Sie feiern heute den „Dia do Mulato“, die offizielle Abschaffung der Sklaverei. Auf den Tag genau 125 Jahre ist es her. Der Tag erinnert an ein freudiges Ereignis – und zugleich an die Not derer, die hierher verschleppt wurden. Andere Ihrer Vorfahren kamen aus wirtschaftlicher Not, aus Abenteuerlust oder als politische Flüchtlinge – darunter, wie wir wissen, auch mehrere Hunderttausende Deutsche. Es ist bewundernswert, wie es Brasilien geschafft hat und noch immer schafft, aus dieser Vielfalt etwas Gemeinsames entstehen zu lassen. Hier können wir Deutsche von Ihnen lernen, denn auch Deutschland wird immer mehr und immer bewusster ein Einwanderungsland.

Lernen, Neugier, Offenheit für die Stärken und Erfahrungen des jeweils anderen: Das sind für mich ganz wesentliche Impulse des Deutschlandjahres. Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, die Sie ja beide Länder vielfach schon gut und viel besser kennen als ich: Laden Sie andere ein, Deutschland unvoreingenommen zu begegnen.

Ich habe im Vorfeld meiner Reise in einem Buch von João Ubaldo Ribeiro geblättert. Es heißt „Ein Brasilianer in Berlin. Innenansichten eines Außenseiters“ und entstand vor über 20 Jahren, als Ribeiro kurz nach dem Mauerfall für ein Jahr in Berlin lebte – übrigens mit einem Stipendium des DAAD. Er portraitiert sehr liebevoll die pünktlichen, präzisen und disziplinierten Deutschen und ihr merkwürdiges Land, in dem Busse nach Fahrplan fahren und die Bäume Nummern tragen. Nun können Klischees durchaus auch Wahrheiten enthalten.

Und wenn sie so schön beschrieben werden wie von Ribeiro, kann es lustig sein, sich darin zu spiegeln. Aber Gesellschaften verändern sich, und vielleicht würde auch Ribeiro Deutschland heute etwas anders beschreiben. Unser Land ist in den letzten zwei Jahrzehnten offener geworden, internationaler und auch gelassener. Die Deutschen haben angefangen, sich selbst wieder zu mögen – eine gute Voraussetzung dafür, auch anderen mit Wärme und Neugier zu begegnen.

Manchmal wünsche ich mir von den Deutschen allerdings noch etwas mehr Mut! Das Goethe-Institut, dem wir viele schöne Projekte des Deutschlandjahres zu verdanken haben, buchstabiert in seiner Ausstellung „Deutschland für Anfänger“ unser Land gewissermaßen durch, von „A“ wie „Arbeit“ bis „Z“ wie „Zukunft“. Ich musste schmunzeln, als ich las, was bei „Z“ steht. Ich zitiere: „Die Zukunft wird in Deutschland eher mit einem Hang zum Pessimismus betrachtet.“ Nun schimpfe ich selbst häufig über den deutschen Hang zur Ängstlichkeit. Aber vielleicht müssen wir diesen Hang auch bejahen: Es ist der Zweifel, der uns Deutsche zu Eigen ist. Positiv betrachtet heißt das: Wir geben uns nicht zufrieden, ruhen uns nicht auf dem Erreichten aus, sondern wollen immer noch ein bisschen besser werden.

Für mich steht jedenfalls fest, dass wir allen Grund haben, beim Buchstaben „Z“ das Wort „Zuversicht“ zu gebrauchen – das können uns zum Beispiel die Brasilianer beibringen! Deutschland hat viel zu bieten. Wir haben in unterschiedlichen Epochen gern von anderen gelernt – und heute teilen wir mit anderen auch unsere Erfahrungen. Auf ökonomischem Gebiet heißt das zum Beispiel: Wir haben einen soliden und unglaublich innovativen Mittelstand. Und mit unserer dualen Ausbildung haben wir Generationen von jungen Deutschen eine solide Basis für ein erfolgreiches Berufsleben geschaffen; sie mussten nicht studiert haben, um erfolgreich zu sein. Aber auch was die akademische Ausbildung betrifft, können wir Erfolge vermelden. Unsere Universitäten ziehen Studierende aus aller Welt an. Und mit der so genannten „Energiewende“ hat sich Deutschland ein ehrgeiziges Ziel gesetzt.

Auf all diesen und noch vielen anderen Gebieten können Deutschland und Brasilien gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen – so wie es in einer guten Partnerschaft sein sollte. Das Fundament dafür ist unsere Wertegemeinschaft. Vielleicht gebrauchen wir das Wort manchmal etwas zu leichtfertig – auf unsere beiden Länder trifft es tatsächlich zu!

Jetzt muss es aber endlich ans Eröffnen gehen. Wir könnten das Deutschlandjahr in Brasilien nicht passender eröffnen als mit Ihnen, liebe Gäste. Sie pflegen die deutsch-brasilianische Freundschaft, als Unternehmer, Kulturschaffende oder Politiker, als engagierte Menschen. Wir könnten es nicht schöner tun als mit einem Konzert – schließlich heißt concerto „Übereinstimmung“ und concertare „wetteifern“. Und wir könnten es schließlich nicht besser tun als mit dem Orchester, das wir gleich wieder hören werden. Die jungen deutschen und brasilianischen Musiker werden sich in den kommenden Monaten noch besser kennenlernen, von gleich zu gleich, sie werden sich aufeinander einstimmen und dann, über alle sprachlichen und kulturellen Unterschiede hinweg, gemeinsam etwas schaffen, was uns bereichert: Was für ein schöner Ansatz für „Deutschland + Brasilien 2013-2014″!

Deutscher Tourist in Rio durch Schüsse verwundet:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/31/brasilien-deutscher-tourist-frank-daniel-benjamin-in-rio-favela-rocinha-durch-schusse-schwer-verwundet/

Brasilien: Gewalt und Menschenrechte – unterschiedliche Sichtweisen der Lage im Tropenland(Verschlechterung) und in deutschen Medien(Verbesserung). Wahrnehmung und neoliberale Wertvorstellungen. “Eine Metropole in Panik.” **

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“Sao  Paulo – Hauptstadt des Verbrechens”. Brasilianisches Nachrichtenmagazin “Istoé”, Kiosk an der Avenida Paulista. 

http://www.istoe.com.br/reportagens/305154_UMA+METROPOLE+EM+PANICO

Deutschlandjahr-Fiasko in Sao Paulo 2013:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/22/brasilien-das-deutschlandjahr-kulturfiasko-auf-festival-virada-cultural-offenbar-nachrichtensperre-nur-brasilianische-medien-berichteten-kultur-tour-projekt-muste-bereits-am-start-wegen-gewal/

Während in deutschen Medien von einer Verbesserung der Lage selbst in Rio de Janeiro dank energischer staatlicher Anstrengungen die Rede ist, sehen es Bürger und Medien vor Ort in Brasilien wegen anderer Kriterien und Wertvorstellungen genau entgegengesetzt,  konstatieren eine deutliche Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit, der Basis-Menschenrechte. Ähnlich ist es bei der Bewertung der Wirtschaftssituation Brasiliens. 

Am grauenhaftesten ist die Lage in den Slums – weshalb gemäß heutiger neoliberaler Logik entsprechende authentische Informationen am wenigsten gefragt sind.

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Ausriß. Wie die Medien von Rio de Janeiro die Realitäten deutlich abbilden – Foto vom 10. Juni 2013. 

Brasilien: Gevatter Tod in Sao Paulo. Top-Karikaturist Angeli reflektiert die Gewaltsituation in Brasiliens Wirtschaftsmetropole. Katholischer Bischof Milton Kenan Junior von Brasilandia:”Wir leben heute in einer Kultur des Todes.” Unternehmerschaft kritisiert hohe Staatskorruption. **

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Fotoserie:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/26/brasiliens-zeitungen-brasilianischer-fotojournalismus-teil-2-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/

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Ausriß. “Sao Paulo. Ich will nicht stören, Gouverneur, ich rufe nur an, um zu gratulieren.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/06/10/brasilien-gewaltverbrechen-fur-gangster-immer-risikoloser-laut-neuer-studie-auf-100-gewaltverbrechen-nur-3-festnahmen-in-sao-paulo-viel-offizielles-lob-aus-mitteleuropa-fur-brasilianisches-politik/

Während die brasilianischen Medien frei über die alltäglichen Resultate der Gewaltkultur von Städten wie Rio de Janeiro und Sao Paulo berichten, herrscht offenbar in deutschsprachigen Medien dafür Nachrichtensperre, wie sich per Google-Suche rasch feststellen läßt. Regierungspropaganda wird massiv und kritiklos verbreitet, die Scheiterhaufenpraxis oder die Slum-Sondergerichte sind indessen als Thema bisher tabu. 

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Ausriß, Karikaturist Angeli, Folha de Sao Paulo

ADVENIAT:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/28/die-organisierte-kriminalitat-ist-in-brasilien-zu-einemstaat-im-staate-geworden-und-hat-in-den-peripheriegebieten-zahlreicher-stadte-die-de-facto-herrschaft-ubernommen-adveniat-lateinamerika-h/

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Ausriß,Karikaturist Angeli: “Besuche Sao Paulo”. “Graffiti? Ich weiß nicht, sieht mehr nach Blutbad aus.” Folha de Sao  Paulo, größte Qualitätszeitung Brasiliens, 25.11. 2012, Tag der Friedensdemonstration der katholischen Kirche.    http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/26/brasilien-regierungskritische-friedensdemonstration-in-sao-paulo-slum-madchen-beobachtet-caminhada-pela-paz-da-brasilandia-am-tag-des-formel-1-rennens-der-autoindustrie/

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/terror-rap-statt-samba/763272.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/13/brasilien-und-das-organisierte-verbrechen-unter-dilma-rousseff-die-bewertung-des-weltwirtschaftsforums-2012-platz-122-unter-144-staaten/

“Perfekte Partner”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/06/09/wirtschaftswoche-uber-brasilien-perfekte-partner-rohstoffe-im-uberfluss-wachsende-kaufkraft-junge-bevolkerung-was-brasilien-zu-bieten-hat/

Die Sicht der katholischen Kirche Brasiliens – Bischof Milton Kenan Junior:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/24/brasilien-sao-paulo-brasiliandia-bischof-milton-kenan-juniorweiterhin-regionen-mit-extremem-elend-groser-armut-im-lande-bischof-ist-initiator-einer-friedensdemonstration-an-der-slumperipherie/

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http://www.welt-sichten.org/artikel/221/der-hoelle-hinter-gittern

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/30/brasilien-slum-bischof-milton-kenan-junior-und-menschenrechtspriester-julio-lancelotti-in-sao-paulo/

Erzbistum Köln sagt Rio-Reise ab:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/06/04/erzbistum-koln-sagt-rio-reise-ab-kolner-stadt-anzeiger-dramatische-sicherheitslage-mit-hoher-kriminalitat-brasiliens-mutige-engagierte-katholiken/

Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Brasilien 2013:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/17/brasilien-historischer-besuch-des-deutschen-bundesprasidenten-joachim-gauck-im-tropenland-trotz-gravierender-menschenrechtslage-folter-todesschwadronen-gefangnis-horror-sklavenarbeit-etc-b/

Brasilien – die Pastoral das Favelas in der Erzdiözese Rio de Janeiro, Pastoralleiter Monsenhor Luis Antonio Pereira Lopes vor der Gemeindekirche in Jardim America. Katholische Kirche und gravierende Menschenrechtsverletzungen in Brasilien. **

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Monsenhor Lopes beim Website-Interview 2012.

Laut Monsenhor Lopes dauert der Terror der Banditenkommandos gegen die Favelabewohner weiter an.

Die Slums von Rio de Janeiro vor Fußball-WM und Olympischen Sommerspielen

 

In der Millionenstadt Rio de Janeiro hat ein weiteres Blutbad, bei dem mindestens acht junge Menschen ermordet wurden, jüngste Analysen der Kirche über gravierende Menschenrechtsverletzungen in den über eintausend Elends-und Armenvierteln bestätigt. Die Slum-Seelsorge wirft den Regierenden Brasiliens vor, viele Milliarden für die Vorbereitung von Fußball-WM und Olympischen Sommerspielen auszugeben, statt für die Lösung dringlichster sozialer Probleme.

„Die Herrschaft des organisierten Verbrechens über die Slums bedeutet, daß die Bewohner wie in einem System der Sklaverei, der Versklavung leben. Daß der Staat diese Menschen allein läßt, kostet soviele Menschenleben“, sagt Priester Luis Antonio Lopes, der die Slum-Seelsorge der Erzdiözese von Rio leitet und zudem Gemeindepfarrer in einer Peripherie-Region ist. „Das organisierte Verbrechen herrscht ungehindert dort, wo es keine sogenannten Befriedungseinheiten der Polizei gibt, also in den allermeisten Favelas. Und selbst in einigen Slums, wo der Staat angesichts der herannahenden Sportevents solche Befriedungseinheiten stationierte, geschehen weiter Morde.“

Anfang September 2012 verübte ein Banditenkommando just im Seelsorgebereich von Padre Lopes  ein Blutbad an mindestens acht jungen Menschen, deren Leichen mit grauenhaften Folterspuren an der Stadtautobahn gefunden wurden. Entsprechend empört ist die brasilianische Öffentlichkeit, zumal die meisten dieser Blutbäder den Medien garnicht bekannt werden. Denn in die Parallelstaaten der Slums, wie es Soziologen nennen, wagt sich kaum jemand hinein, der dort nicht gezwungenermaßen hausen muß. Padre Lopes von der Slum-Seelsorge macht folgende Rechnung auf:

“Alle mehr als eintausend Favelas von Rio de Janeiro haben gravierende Gewaltprobleme – der Staat müßte dort etwa 200000 Sicherheitsbeamte stationieren – tut es aber nicht. Wie die Investitionen für Fußball-WM und Olympische Sommerspiele in Rio zeigen, sind Mittel durchaus vorhanden – aber eben nicht für soziale Zwecke, nicht für menschenwürdige Behausungen. Wie kann man angesichts so vieler drängender Probleme soviel Geld für Sportevents ausgeben, die nur ganz kurze Zeit dauern!“

Ein mehrstündiger Gang durch Slums an der Seite eines Priesters, der von den Banditenkommandos die nötige Zutrittserlaubnis hat, führt zu den Brennpunkten der barbarischen, bedrückenden Situation. Zu den Verhaltensregeln zählt: Nicht fotografieren, keine Mikrophonaufnahmen, weil sonst sofortige Ermordung drohte. So tun, als ob man die überall lauernden bewaffneten Banditen garnicht bemerkt und fast durchweg ein angeregtes Gespräch mit dem Priester über Religiöses führt. Elendskaten, Müll und Gestank, Unmengen von geraubten und zu Schrott gefahrenen Autos, sadistischer Gangsta-Rap in Hardrock-Lautstärke rund um die Uhr.

Eine Mitarbeiterin des Priesters berichtet über zahlreiche willkürliche Morde und Folterungen, teils direkt vor ihrer Katentür. Wer sich von den Slumbewohnern weigert, Raubgut oder Drogen zu transportieren, wird sofort erschossen – wer des Kontakts mit der Polizei verdächtigt wird, ebenfalls. Indessen – oft innerhalb von nur Monaten sind die Killer ebenfalls tot – kamen beispielsweise bei Schießereien zwischen rivalisierenden Banditenkommandos um. Und schon werden andere die neuen Slum-Herrscher. Für Padre Lopes von der Slum-Seelsorge handelt es sich  bei jenen jungen Gangstern um Brasilianer, denen Staat und Gesellschaft keinerlei Chance gaben, sich zu bilden und zu entwickeln. Laut neuesten Studien ist beispielsweise der Handel mit harten Billig-Drogen wie Crack und Kokain landesweit der einfachste Weg für junge Menschen, um an Geld für schicke Markenklamotten und andere attraktive Dinge zu kommen.

“Wir haben jetzt bei der UNO und bei Amnesty International Anzeige erstattet, weil wegen der Fußball-WM gleich drei Stadtautobahnen durch Favelas gezogen werden, Zehntausende von Slumbewohnern ihre Behausung verlieren.“

Brasiliens Menschenrechtsministerin Maria do Rosario räumte wegen des neuesten Blutbads von Rio ein, daß bei den Heranwachsenden des Landes Gewalt die Haupt-Todesursache sei. Die katholische Kirche hatte deshalb bereits vor Jahren eine „Kampagne gegen Gewalt und gegen die Ausrottung von Jugendlichen“ gestartet. Priester Geraldo Nascimento zählt zu den Wortführern, den Organisatoren.

“Wir wollen, daß die ganze Welt sieht, was hier vor sich geht. Der brasilianische Polizeiapparat dient nicht dem Verteidigen der Bevölkerung – alle Arten von  Verbrechen existieren weiter, weil die Polizei verwickelt ist.“

Derartige neofeudale Machtstrukturen existieren in den Slums von Rio seit Jahrzehnten – der dokumentarische Spielfilm “Tropa de Elite 2? zeigt auch, wie politisch einflußreich das organisierte Verbrechen ist.

Die Situation u.a. in den Rio-Slums 2012 zeigt anschaulich, daß von ernsthafter Bekämpfung  der Drogenmafia keine Rede sein kann – zumal die Wachstumsbranche Crack weiter stark im Aufwind ist. Daher wird viel offizielle Propaganda über Drogenbekämpfung nach Europa durchgeschaltet.

Weil die Herrschaft des organisierten Verbrechens über die Slumbewohner von den zuständigen Autoritäten zugelassen wird, stößt auch die Seelsorge der katholische Kirche, deren Sozial-und Politisierungsarbeit auf immense, für durchschnittlich über Brasilien informierte Mitteleuropäer schwerlich vorstellbare Schwierigkeiten.

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Die Kirche – von den Gemeindemitgliedern in gemeinsamer Arbeit errichtet.

http://www.ila-web.de/brasilientexte/slumdiktatur.htm

Geistliche, kirchliche Menschenrechtsaktivisten wirken in den Favelas in permanenter Lebensgefahr, erleben tagtäglich bizarre, empörende Situationen. Das in mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland u.a. vom neoliberalen Mainstream gezeichnete Bild der katholischen Kirche ist angesichts ihrer Menschenrechtsarbeit daher entsprechend.

Brasilien: „Vorzeige“-Unternehmer Eike Batista verkauft angesichts wirtschaftlicher Probleme nun sogar seinen Privatjet. Verluste der Batista-Holding EBX immer höher.

Dienstag, 21. Mai 2013 von Klaus Hart

http://g1.globo.com/economia/negocios/noticia/2013/05/eike-batista-coloca-jato-executivo-venda.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/17/brasilien-vorzeige-unternehmer-eike-batista-erstmals-mit-quartals-rekord-verlust-von-uber-einer-milliarde-real-laut-wirtschaftsmedien/

Wie Brasiliens Staatschefin Batista einstuft, bei Besuch des “Superporto do Acu”, dessen Bau sich ständig verzögert:”Eike ist unser Maßstab, unsere Hoffnung und Erwartung,  ist der Stolz von Brasilien.” Batista sei ein fähiger Unternehmer, suche nach den besten Wegen, will neueste Technologie, verstehe die Interessen Brasiliens, sei unseres Respekts würdig. 

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http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/07/brasilien-vorzeige-topunternehmer-eike-batista-sackt-weiter-ab-verkauf-von-olforder-anteilen-entlassungen-finanzierungsprobleme-40-des-olfelds-tubarao-martelo-an-petronasmalaysia-laut-wir/

EBX-Holding-Sitz von “Vorzeige-Unternehmer” Eike Batista in Rio de Janeiros City.

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“Eike Batista. Ist der Traum aus?” Noch unlängst viel Propaganda für Batista in mitteleuropäischen Wirtschaftsmedien.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/17/joachim-gauch-sprachlos-am-zuckerhut-bild-zeitung-2013/

Brasilien: Nach wie vor Schweigen zum Eklat um geplatzten deutschen Beitrag auf Kulturfestival „Virada Cultural“ von Sao Paulo. Bisher keine Stellungnahmen von zuständigen amtlichen Stellen, Medienfunktionären. „Deutsche Frustration“.

Dienstag, 21. Mai 2013 von Klaus Hart

 http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/19/brasilien-erstes-kulturfestival-virada-cultural-von-sao-paulo-unter-neuem-burgermeister-fernando-haddadarbeiterpartei-pt-von-gewalt-darunter-massiven-banditenuberfallen-auf-das-publikum-ubers/

Der deutsche Kulturevent, absurderweise in einer der gefährlichsten und  berüchtigtsten Straßen der offenen Crackszene Sao Paulos, war für das gesamte 24-Stunden-Festival vorgesehen, mußte indessen wegen fehlender Sicherheit bereits kurz nach dem Start abgebrochen werden.  Dieser Fakt fand in den brasilianischen Medien großes Interesse – in den deutschen wurde über den Eklat am Start des Deutschlandjahres bisher kurioserweise nicht berichtet. Zuständige Regierungsfunktionäre gaben bisher keinerlei Stellungnahmen ab. http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-deutschlandjahr-2013-2014-groses-medieninteresse-fur-gescheiterten-deutschen-kulturbus-event-auf-festival-virada-cultural-2013-in-megacity-sao-paulo/

In der UNESCO-Bildungsstatistik liegt Deutschland auf Platz 13, Brasilien nur auf Platz 88. Entsprechend gering ist in Brasilien u.a. das Verständnis für deutsche Kultur – erheblich größer in Ländern Lateinamerikas, die bessere Plätze belegen.  http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/ED/pdf/gmr2011-efa-development-index.pdf

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Ausriß – Festivalbesucher in seinem Blut.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-kopfschus-opfer-des-kulturfestivals-virada-cultural-beerdigt-wie-der-morder-des-festivalbesuchers-reagiert-brasilianischer-zeitgeist-heute/

Unterdessen geht in Brasilien die öffentliche Diskussion über das stark von Gewalt und Konsum harter Drogen wie Crack überschattete Kulturfestival weiter, das von der Präfektur Sao Paulos, aber auch der Staatsregierung des gleichnamigen Teilstaats veranstaltet worden war.  Die Zustände reflektierten plastisch die Resultate der Menschenrechts-und Sicherheitspolitik unter der Regierung von Dilma Rousseff.  Die Präfektur von Sao Paulo ist in der Hand der Arbeiterpartei PT  Lulas. http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/17/brasilien-offentliche-sicherheit-und-basis-menschenrechte-unter-der-rousseff-regierung-hier-wurde-ich-uberfallen-poster-aktion-in-sudbrasilianischer-millionenstadt-porto-alegre-weist-auf-gewalt/

Laut Landesmedien hat sich in Rio de Janeiro gegenüber 2011 die Zahl minderjähriger Verbrecher, die gefaßt werden konnten, verdreifacht.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-heftige-medienkritik-an-prafektur-kulturfestival-virada-cultural-tote-massenhafte-uberfalle-kennzeichnen-virada-cultural-deutscher-beitrag-an-gewalt-gescheitert/

„Virada do Arrastao“:

Besonders empört zeigten sich Familien mit Kindern, die trotz eines scheinbar massiven Polizeiaufgebots zum Attackenziel ungezählter frei agierender Krimineller wurden. Die Qualitätszeitungen forderten Präfektur und Staatsregierung auf, gegenüber der betroffenen Bevölkerung Rede und Antwort zu den unhaltbaren Zuständen zu stehen.  So hatten zahlreiche Gruppen von bis zu 50 bewaffneten Kriminellen immer wieder massiv Publikum überfallen, was zu für mitteleuropäische Begriffe unbeschreiblichen Szenen führte. Vor einer Bühne stürmten Kriminelle sogar den auch für Behinderte vorgesehenen abgesperrten Raum und raubten sämtliche Personen aus – mitten in der City von Sao Paulo, in unmittelbarer Nähe von Polizisten und anderem Wachpersonal. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-sao-paulo-virada-cultural-2013-erstmals-eine-24-stunden-buhne-der-city-fur-pornographische-baile-funk-musik-so-na-xoxota-goza-na-boca/

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Nix mit “KULTURTOUR – BERLIN CLUB NACHT 

VIRADA CULTURAL”

 http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/28/auslandische-kinder-zahlen-in-sao-paulo-an-brasilianische-schuler-um-nicht-verprugelt-zu-werden-berichtet-folha-de-sao-paulo-alunos-estrangeiros-de-colegio-no-bras-tem-que-dar-dinheiro-e-lanc/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/18/brasilien-die-folter-das-militarregime-die-wunden-der-diktatur-sind-noch-nicht-verheilt-die-polizei-nutzt-weiter-ausrottungspraktiken-folter-tiago-santiago-autor-der-neuen-sbt-telenovela/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/13/brasilien-und-das-organisierte-verbrechen-unter-dilma-rousseff-die-bewertung-des-weltwirtschaftsforums-2012-platz-122-unter-144-staaten/

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http://www.welt-sichten.org/artikel/221/der-hoelle-hinter-gittern

Was alles vorgesehen war, jedoch nicht stattfand – die Information des Goethe-Instituts:

Information des Goethe-Instituts Sao Paulo:

KulturTour und Berlin Clubnacht auf der Virada Cultural

KulturTour und Berlin Clubnacht auf der Virada Cultural São Paulo

Musik und Filme
18.05 und 19.05.2013
Rua dos Gusmões/Rua Santa Efigênia
+55-11-3296 7000
info@alemanha-e-brasil.org

Die Virada Cultural ist das größte Straßenfest São Paulos, eine Veranstaltung, die mit ihrem 24-stündigen Kulturprogramm alljährlich Millionen von Besuchern ins Stadtzentrum lockt. Anlässlich der Eröffnung des Deutschlandjahrs ist erstmals ein Club DJ-Set aus Deutschland dabei: Stars der Berliner DJ-Szene mischen sich mit DJ-Größen aus São Paulo. Das Virada-Publikum ist außerdem eingeladen, aktuelle Filme aus Deutschland Open Air zu sehen und das mobile Kulturinstitut des Goethe-Instituts, die KulturTour, zu besuchen, noch bevor es dann auf seine Reise durch Brasilien aufbricht.

Virada Cultural, Stadtzentrum von São Paulo, Rua Gusmão

Programm:

Samstag 18.05 

18:00h – 20:00h Lounge Musik
20:00h – 22:00h Film 1
22:00h – 24:00h Film 2
24:00h – 02:00h Film 3

1. Das Leben ist eine Baustelle (A vida é um canteiro de obras) – Wolfgang Becker – 1997 – 118 min – col. – Untertitel: port. – FSK: 12

2. Neukölln Unlimited – Agostino Imondi, Dietmar Ratsch – 2009/2010 – 96 Min – col. – Untertitel: port. – FSK: livre

3. Renn wenn du kannst (Corra se puder) – Dietrich Brüggemann – 2011 – 113‘ – col. – Untertitel: port. – FSK: 12

Sonntag 19.05

14:30h – 18:00h

DJ ABUD, DJ TAHIRA (Green Sunset MIS), Gebrüder Teichmann, DJ THOMASH (Voodoohop)

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Foto Roberto Stuckert/Regierung

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/16/deutscher-bundesprasident-joachim-gauck-in-sao-paulo-2013-begrust-durch-burgermeister-fernando-haddadpt/

Deutliche Kritik aus Kirchenkreisen Brasiliens,  aus der Gemeinde der deutschen evangelischen Kirche in Brasilien, an der fehlenden Positionierung des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck zur gravierenden Menschenrechtslage Brasiliens: 

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/17/brasilien-historischer-besuch-des-deutschen-bundesprasidenten-joachim-gauck-im-tropenland-trotz-gravierender-menschenrechtslage-folter-todesschwadronen-gefangnis-horror-sklavenarbeit-etc-b/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/03/08/brasilien-katholische-nachrichtenagentur-adital-zur-grauenhaften-lage-der-191000-untersuchungshaftlinge-des-landes-menschenrechtsorganisation-conectas-prangert-die-rechtsverletzungen-vor-uno-mensche/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-teuerung-druckt-22-millionen-brasilianer-wieder-ins-elend-laut-landesmedien-langst-wegen-starken-preissteigerungen-uberholter-indikator-versteckt-jene-22-millionen-verelendeten-hies-es/

Rede von Bundespräsident Gauck im Theatro Municipal von Sao Paulo:

São Paulo/Brasilien, 13. Mai 2013

Glückliche Beziehungen sind solche, bei denen man im Anderen Vertrautes findet – zugleich aber auch immer wieder etwas entdeckt, was einen fasziniert und anregt, etwas, woran man sich reiben und wodurch man – im besten Falle gemeinsam – wachsen kann.

Mir scheint, mein Land und Ihres stehen in genau so einer glücklichen Beziehung zueinander – es wissen nur noch nicht alle! Und darum freue ich mich, heute mit Ihnen zusammen das Deutschlandjahr in Brasilien zu eröffnen. Gut 400 Kulturveranstaltungen und Kongresse, Ausstellungen und Begegnungen sind bis jetzt geplant und es werden, so hörte ich, mehr hinzukommen – ein beeindruckendes Programm!

Es zeigt, wie viel uns schon verbindet – und wie viel wir noch voneinander lernen können.

In der kurzen Zeit, die ich nun bei Ihnen bin, habe ich beides schon erlebt, das Vertraute, Verbindende wie auch das Andere und Faszinierende. Zum Beispiel, wenn ich – wie heute Nachmittag – Mitgliedern der jüdischen Gemeinde von São Paulo begegne und mit ihnen zugleich auch der deutschen Geschichte. Wenn ich die Namen der ursprünglich deutschen Siedlungen höre: Blumenau und Rolândia, Novo Hamburgo und Nova Friburgo – Zeugnisse jahrhundertealter Verbindungen zwischen Menschen unserer beiden Länder. Und ziemlich amüsant fand ich es zu erfahren, dass manch ein jüngerer Brasilianer Volkswagen für eine alte brasilianische Traditionsmarke hält!

Umgekehrt wissen nur wenige Deutsche, dass Thomas Mann, wohl einer unserer berühmtesten Schriftsteller, seine künstlerische Ader der in Brasilien geborenen Mutter zuschrieb – die übrigens Zeit ihres Lebens sehnsüchtig an den Ort ihrer Kindheit, an Paraty zurückdachte. Ich habe selbst gestaunt in der Vorbereitung auf diesen Besuch, dass manches Brasilianische in Deutschland steckt. Wenn Sie mich etwa auf den „Edifício Copan“ ansprechen, dann werde ich kontern: Haben wir auch! Ein paar hundert Meter neben meinem Berliner Amtssitz, dem Schloss Bellevue, steht nämlich auf Stelzen ein mehrstöckiges Wohnhaus von Oscar Niemeyer!

Was mir vor allem auffällt, was faszinierend und ungewohnt ist für einen älteren Deutschen – zu sehen, wie viele Menschen mit verschiedenen Ursprüngen, wie viele Geschichten und Lebensschicksale sich in Brasilien kreuzen. Ich habe mir sagen lassen, Sie feiern heute den „Dia do Mulato“, die offizielle Abschaffung der Sklaverei. Auf den Tag genau 125 Jahre ist es her. Der Tag erinnert an ein freudiges Ereignis – und zugleich an die Not derer, die hierher verschleppt wurden. Andere Ihrer Vorfahren kamen aus wirtschaftlicher Not, aus Abenteuerlust oder als politische Flüchtlinge – darunter, wie wir wissen, auch mehrere Hunderttausende Deutsche. Es ist bewundernswert, wie es Brasilien geschafft hat und noch immer schafft, aus dieser Vielfalt etwas Gemeinsames entstehen zu lassen. Hier können wir Deutsche von Ihnen lernen, denn auch Deutschland wird immer mehr und immer bewusster ein Einwanderungsland.

Lernen, Neugier, Offenheit für die Stärken und Erfahrungen des jeweils anderen: Das sind für mich ganz wesentliche Impulse des Deutschlandjahres. Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, die Sie ja beide Länder vielfach schon gut und viel besser kennen als ich: Laden Sie andere ein, Deutschland unvoreingenommen zu begegnen.

Ich habe im Vorfeld meiner Reise in einem Buch von João Ubaldo Ribeiro geblättert. Es heißt „Ein Brasilianer in Berlin. Innenansichten eines Außenseiters“ und entstand vor über 20 Jahren, als Ribeiro kurz nach dem Mauerfall für ein Jahr in Berlin lebte – übrigens mit einem Stipendium des DAAD. Er portraitiert sehr liebevoll die pünktlichen, präzisen und disziplinierten Deutschen und ihr merkwürdiges Land, in dem Busse nach Fahrplan fahren und die Bäume Nummern tragen. Nun können Klischees durchaus auch Wahrheiten enthalten.

Und wenn sie so schön beschrieben werden wie von Ribeiro, kann es lustig sein, sich darin zu spiegeln. Aber Gesellschaften verändern sich, und vielleicht würde auch Ribeiro Deutschland heute etwas anders beschreiben. Unser Land ist in den letzten zwei Jahrzehnten offener geworden, internationaler und auch gelassener. Die Deutschen haben angefangen, sich selbst wieder zu mögen – eine gute Voraussetzung dafür, auch anderen mit Wärme und Neugier zu begegnen.

Manchmal wünsche ich mir von den Deutschen allerdings noch etwas mehr Mut! Das Goethe-Institut, dem wir viele schöne Projekte des Deutschlandjahres zu verdanken haben, buchstabiert in seiner Ausstellung „Deutschland für Anfänger“ unser Land gewissermaßen durch, von „A“ wie „Arbeit“ bis „Z“ wie „Zukunft“. Ich musste schmunzeln, als ich las, was bei „Z“ steht. Ich zitiere: „Die Zukunft wird in Deutschland eher mit einem Hang zum Pessimismus betrachtet.“ Nun schimpfe ich selbst häufig über den deutschen Hang zur Ängstlichkeit. Aber vielleicht müssen wir diesen Hang auch bejahen: Es ist der Zweifel, der uns Deutsche zu Eigen ist. Positiv betrachtet heißt das: Wir geben uns nicht zufrieden, ruhen uns nicht auf dem Erreichten aus, sondern wollen immer noch ein bisschen besser werden.

Für mich steht jedenfalls fest, dass wir allen Grund haben, beim Buchstaben „Z“ das Wort „Zuversicht“ zu gebrauchen – das können uns zum Beispiel die Brasilianer beibringen! Deutschland hat viel zu bieten. Wir haben in unterschiedlichen Epochen gern von anderen gelernt – und heute teilen wir mit anderen auch unsere Erfahrungen. Auf ökonomischem Gebiet heißt das zum Beispiel: Wir haben einen soliden und unglaublich innovativen Mittelstand. Und mit unserer dualen Ausbildung haben wir Generationen von jungen Deutschen eine solide Basis für ein erfolgreiches Berufsleben geschaffen; sie mussten nicht studiert haben, um erfolgreich zu sein. Aber auch was die akademische Ausbildung betrifft, können wir Erfolge vermelden. Unsere Universitäten ziehen Studierende aus aller Welt an. Und mit der so genannten „Energiewende“ hat sich Deutschland ein ehrgeiziges Ziel gesetzt.

Auf all diesen und noch vielen anderen Gebieten können Deutschland und Brasilien gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen – so wie es in einer guten Partnerschaft sein sollte. Das Fundament dafür ist unsere Wertegemeinschaft. Vielleicht gebrauchen wir das Wort manchmal etwas zu leichtfertig – auf unsere beiden Länder trifft es tatsächlich zu!

Jetzt muss es aber endlich ans Eröffnen gehen. Wir könnten das Deutschlandjahr in Brasilien nicht passender eröffnen als mit Ihnen, liebe Gäste. Sie pflegen die deutsch-brasilianische Freundschaft, als Unternehmer, Kulturschaffende oder Politiker, als engagierte Menschen. Wir könnten es nicht schöner tun als mit einem Konzert – schließlich heißt concerto „Übereinstimmung“ und concertare „wetteifern“. Und wir könnten es schließlich nicht besser tun als mit dem Orchester, das wir gleich wieder hören werden. Die jungen deutschen und brasilianischen Musiker werden sich in den kommenden Monaten noch besser kennenlernen, von gleich zu gleich, sie werden sich aufeinander einstimmen und dann, über alle sprachlichen und kulturellen Unterschiede hinweg, gemeinsam etwas schaffen, was uns bereichert: Was für ein schöner Ansatz für „Deutschland + Brasilien 2013-2014″!

Brasilien, Kopfschuß-Opfer des Kulturfestivals „Virada Cultural“ von Sao Paulo in Embu das Artes beerdigt. Wie der Mörder des Festivalbesuchers reagiert – brasilianischer Zeitgeist heute. Wie der deutsche Festivalbeitrag scheiterte.

Montag, 20. Mai 2013 von Klaus Hart

http://g1.globo.com/sao-paulo/virada-cultural/2013/noticia/2013/05/jovem-baleado-e-morto-na-virada-cultural-e-enterrado-na-grande-sp.html

Laut Landesmedien wählte die Mutter des Ermordeten die Nummer des geraubten Handys an – und bekam vom Mörder zu hören, daß er ihren Sohn in der Tat umgebracht habe. Dieser sei lediglich einer mehr auf der persönlichen Mordliste gewesen. 

Fotoserie:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/26/brasiliens-zeitungen-brasilianischer-fotojournalismus-teil-2-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

Für das Festival waren laut Landesmedien immerhin 3400 Militärpolizisten sowie 1400 Polizisten der Präfektur-Stadtgarde aufgeboten worden… 

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/16/rio-de-janeiro-popularen-scheiterhaufen-rap-microondas-der-scheiterhaufen-stadt-anklicken-vacilou-bem-na-favela-microondas-te-torrou-a-tua-chance-acabou/

In Brasilien werden laut Statistik deutlich weniger als zehn Prozent der Mörder gefaßt – befindet sich also eine Unzahl von Mördern auf freiem Fuß, begeht laut Studien gewöhnlich weitere Mordtaten.  Nahezu jeder Brasilianer kennt unbestrafte Mörder persönlich. Ein beträchtlicher Teil der Mörder ist Konsument harter Drogen wie Crack.

Laut Lokalmedien wurde am Festivalwochenende in Rio de Janeiro eine Slumbewohnerin durch 18 Kugeln einer MG-Garbe getötet – das Foto der Leiche wurde publiziert.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/20/brasilien-heftige-medienkritik-an-prafektur-kulturfestival-virada-cultural-tote-massenhafte-uberfalle-kennzeichnen-virada-cultural-deutscher-beitrag-an-gewalt-gescheitert/

Auf Zeitungsfotos sah man Festivalbesucher in ihrem Blut liegen – Folge von Messerstichen, eine häufige Attacke auf der “Virada Cultural”.

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Nix mit “KULTURTOUR – BERLIN CLUB NACHT 

VIRADA CULTURAL”  

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http://www.welt-sichten.org/artikel/221/der-hoelle-hinter-gittern

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/12/brasilien-das-neueste-blutbad-von-rio-de-janeiro-und-die-unveranderten-soziokulturellen-strukturen-warum-brasilia-die-autoritaten-von-rio-aus-mitteleuropa-soviel-lob-fur-angebliche-sicherheitsanst/

Bei Kulturfestivals in anderen brasilianischen Teilstaaten und sogar in dortigen Karnevals müssen alle Teilnehmer, Besucher zuvor durch eine Leibesvisitation, ausgeführt von Militärpolizei mit Maschinenpistolen. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/29/brasilien-massenleiden-depression-und-ubliches-gruppendruck-zwangsgrinsen-gewalt-und-psyche/

Auch in Deutschland sind inzwischen laut Medienberichten No-Go-Areas eingeführt worden, sogar in der Hauptstadt Berlin.

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Ausriß – Festivalbesucher in seinem Blut.

Menschenrechtssamba von Jorge Aragao:  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/24/der-irak-ist-hier-menschenrechtssamba-von-jorge-aragao-erneut-recht-aktuell-in-der-olympia-stadt-rio-de-janeiro/

Samba anklicken:  http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4

Zeitgeist-Waffen-Rap aus Rio de Janeiro:  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/01/hit-der-fusball-wm-in-sudafrika-rap-das-armas-aus-rio-de-janeiro-musik-des-berlinale-gewinners-tropa-de-elite-anklicken-zeitgeist/

Rap anklicken:  http://www.youtube.com/watch?v=ZthNYozVwNM

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Brasiliens Besonderheiten, Ausriß O Globo. Patrouillierender junger Bandit in Rio de Janeiro, an der Stadtautobahn, über die der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck 2013 fuhr. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/03/17/brasiliens-mentalitat-soziokulturelle-faktoren-bemerkenswerte-selbstkritik-nach-der-jungsten-schlechten-einstufung-auf-dem-uno-index-fur-menschliche-entwicklungwir-sind-sehr-ignorant-folha-de/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/16/rio-de-janeiro-popularen-scheiterhaufen-rap-microondas-der-scheiterhaufen-stadt-anklicken-vacilou-bem-na-favela-microondas-te-torrou-a-tua-chance-acabou/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/12/brasilien-das-neueste-blutbad-von-rio-de-janeiro-und-die-unveranderten-soziokulturellen-strukturen-warum-brasilia-die-autoritaten-von-rio-aus-mitteleuropa-soviel-lob-fur-angebliche-sicherheitsanst/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/29/brasilien-zwangsraumung-fur-olympia-frankfurter-allgemeine-zeitung-das-schicksal-der-obdachlosen/

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Ausriß – Tageszeitung berichtet kurz vor der Virada Cultural über die Filiale der Crack-Wachstumsbranche am Justizpalast Sao Paulos.

Verdreckte, von Cracksucht gezeichnete barfüßige Mütter mit einem Baby auf dem Arm – ein erschreckender Anblick auch auf der Virada Cultural 2013. 

    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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