Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasilien: „Tropa de Elite 2″ – noch dokumentarischer als der Berlinale-Gewinner. Landeskunde pur über die Sicherheits-und Menschenrechtspolitik unter Lula. „Porém, os principais inimigos do herói são mesmo os políticos, mostrados em vários formatos.“ USP-Studenten Sao Paulos: „Genauso ist leider unser Brasilien heute, da wurde nichts übertrieben. Man muß um das Leben von Regisseur Padilha fürchten.“ Constantin Costa-Gavras.

 Lage 2012:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/19/brasilien-sicherheitsexperte-claudio-beato-fur-verhandlungen-mit-dem-organisierten-verbrechen-in-dringlichkeitssituationen/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/14/wagner-moura-und-jose-padilha-bei-debatte-uber-tropa-de-elite-2-in-sao-paulo-ich-votiere-in-der-stichwahl-fur-keinen-der-beiden-kandidatenpadilha/

Brasilien – Schußwaffen in Privathand:  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/22/brasiliens-schuswaffen-in-privathand-476-prozent-illegal-laut-ngo-viva-rio-resultate-achtjahriger-sicherheitspolitik-der-lula-regierung/

Der neue, ab sofort landesweit gezeigte Streifen von Regisseur José Padilha ist noch erheblich näher an der derzeitigen Realität der größten Demokratie Lateinamerikas als Vorläufer und Berlinale-Gewinner „Tropa de Elite“. Wer die hiesigen Zustände aus der Nähe kennt, ersetzt im Film gezeigte Figuren des öffentlichen Lebens beinahe zwangsläufig im Kopf sofort durch passende real existierenden Personen – denkt bei Opfern der Gewaltkultur, der Menschenrechtssituation an brasilianische Freunde und Bekannte, die ebenfalls sadistisch umgebracht, gar lebendig verbrannt worden sind. In dem Film werden eine Journalistin und ein Fotograf Rio de Janeiros verbrannt. Ein Menschenrechtsaktivist, der sich gegen die Slum-Diktatur auflehnt, Abgeordneter wird, erinnert sehr an einen real existierenden politischen Gegner der paramilitärischen Milizen, an Marcelo Freixo.

In der deutschen Parteipropaganda wird die brasilianische Regierung als progressiv eingestuft.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/15/brasilien-scheiterhaufen-microondas-bis-2011-auch-rio-favela-mangueira-sitz-der-gleichnamigen-beruhmten-sambaschule-laut-qualitatszeitung-o-globo/

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Banditen verbrennen die Journalistin und den Fotografen – ein Gangster hält in der Hand einen verkohlten Menschenkopf.  Wie starb der mehrfach preisgekrönte TV-Reporter Tim Lopes? Laut Polizeibericht entdeckten ihn Banditen in der Favela Vila Cruzeiro von Rio de Janeiro – Tim Lopes wurde zuerst gefoltert, dann rammten ihm die Gangster einen Spieß in den Brustkorb, hackten seine Füße ab und verbrannten ihn lebendig in Autoreifen – siehe Szene aus Berlinale-Gewinner ”Tropa de Elite“. http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

“Ich glaube, ihr seid auf einem fabelhaft guten Wege.” Helmut Schmidt(SPD) zu Lula 2009 in Hamburg…

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Ausriß. “Mit der SPD bin ich schon seit den Zeiten verbunden, als ich Gewerkschaftsführer war.” Hochrangige SPD-Politiker wie Willy Brandt und Helmut Schmidt pflegten enge Beziehungen zur nazistisch-antisemitisch orientierten brasilianischen Folterdiktatur. 

-http://www.hart-brasilientexte.de/2014/02/01/brasilien-2014-50-jahre-nach-dem-militarputsch-von-1964-historiker-erinnern-an-sympathie-der-folterdiktatur-fur-lula-militardiktator-golbery-uber-lula-%E2%80%9Cder-mann-der-brasiliens-linke-vern/

”Hitler irrte zwar, hatte aber etwas, das ich an einem Manne bewundere – dieses Feuer, sich einzubringen, um etwas zu erreichen. Was ich bewundere, ist die Bereitschaft, die Kraft, die Hingabe.” Ist das Zitat von Lutz Bachmann, Björn Höcke oder von SPD-Idol Lula?

Merkel und die Brasilianisierung Deutschlands:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/08/18/brasilien-praesentiert-vor-merkel-ankunft-2015-sehr-anschaulich-sein-gewalt-gesellschaftsmodell-mord-und-ueberfallserien-in-rio-und-sao-paulo-feuergefechte-brennende-busse-chaos-und-panik-verschi/

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Ausriß, Rio-Lokalzeitung, Scheiterhaufen-Opfer, 7.11.2012.   http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/

Brasiliens Scheiterhaufen – Tabuthema in deutschsprachigen Medien.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/28/cnn-brasilien-ist-coolste-nation-der-welt/

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BOPE-Capitao Matias und Rio-Bandit.

”Die Politiker erkennen sich wieder. Es gibt keinen Politiker, der nicht auf Fotos an der Seite von Angehörigen paramilitärischer Milizen abgebildet ist.” Regisseur José Padilha. http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/19/erfolgsfilm-tropa-de-elite-2-und-ubersturzte-reaktionen-3-monate-vor-lulas-abtreten-besetzt-spezialeinheit-scheiterhaufen-hinrichtungsstatte-in-rio-slum/

“Mit Tropa de Elite 2 klagt Padilha die Politik und die Politiker an.” Kritiker Luiz Zanin Oricchio in “O Estado de Sao Paulo”

Bizarre Rio-Realität November 2010: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/25/rio-de-janeiro-polizeipannen-ohne-ende-tv-helikopter-zeigt-live-lange-zeit-uber-250-schwerbewaffnete-slum-banditen-wahrend-die-spezialeinheiten-unfahig-zu-entsprechendem-eingreifen-sind/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/04/auch-am-wahltag-patrouillierten-mit-mpis-bewaffnete-banditen-sogar-auf-motorradern-in-rio-slums-wie-rocinha-berichtet-landespresse-politik-und-organisiertes-verbrechen-in-brasilien/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/08/jurandir-freire-costa-therapeut-professor-an-der-staatsuniversitat-von-rio-de-janeirouerj-in-brasilien-herrscht-ethisch-moralische-schizophrenie/

Brasiliens Schriftsteller Zuenir Ventura aus Rio weist in seiner Pressekolumne ebenfalls auf diese Ähnlichkeiten: „Um exercicio é identificar em „Tropa de elite 2″ os personagens reais que se escondem ou se disfarcem em cada tipo criado pelo diretor José Padilha. Eles compoem a paisagem politica do Rio de Janeiro dos ultimos anos. Esse aqui lembra aquele ex-secretario de Seguranca que teria virado deputado federal com apoio dos milicianos. Esse outro é o deputado estadual Marcelo Freixo, ameacado de morte por sua acao contra as milicias. O governador ficticio, porem, `nao é nenhum e sao todos, como informa o diretor…Mais complexo do que o primeiro, o numero 2 desvenda a promiscuidade etre as forcas da ordem e da desordem…Padilha nao perdoa…A seguranca publica do Rio estava nas maos dos bandidos.“  Immer wieder erstaunlich und sehr beneidenswert die Freiheit der brasilianischen Journalisten, über die Realität des eigenen Landes zu berichten.

„Lula besser als Wagner Moura“: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/19/lula-ist-der-groste-schauspieler-des-landes-besser-als-wagner-moura-laut-regisseur-fernando-meirellescity-of-god-blindness/

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Lulas Sicherheits-und Menschenrechtspolitik und der Tourismus: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/03/braslien-tourismus-stagniert-seit-zehn-jahren-degradierung-und-gefuhl-der-unsicherheit-helfen-erklaren-warum-der-jahresdurchschnitt-auslandischer-touristen-seit-1999-nicht-funf-millionen-uberste/

Padilha erweist sich erneut als ausgezeichneter Kenner, intimer Beobachter Brasiliens, das wegen seiner Politik auch aus Mitteleuropa sehr viel Lob erhält – der Film macht mögliche Gründe nachvollziehbar.  Teil der Film-Landeskunde ist ein Hubschrauberflug über die Regierungsbauten von Oscar Niemeyer in Brasilia, von den Ministerien bis zu Nationalkongreß und Präsidentenpalast – politisch-soziologisch eingebunden in die Handlung des Streifens. Die Realitätsnähe könnte dem Kunstwerk einen weiteren Berlinale-Gewinn einbringen – oder noch mehr Verrisse als beim Vorläufer.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/16/achtung-bewohner-vermeidet-an-kriegstagen-die-hauser-zu-verlassen-danke-comando-vermelho/

Regisseur Constantin Costa-Gavras, der den Vorläufer „Tropa de Elite“ 2008 mit dem „Goldenen Bären“ der Berlinale auszeichnete, hat gegenüber der Presse erneut gewürdigt,  wie Kollege José Padilha die Schuld des Staates für die Gewalt herausstellt.

Wem nützt die Slum-Diktatur? http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/06/tropa-de-elite-2-offizieller-trailer-anklicken-interessante-politische-und-soziokulturelle-einblicke-in-den-alltag-des-strategischen-partners-brasilien/

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Rua Augusta, Sao Paulo.

„Die Realität ist schlimmer als der Film“: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/13/tropa-de-elite-2-die-realitat-ist-schlimmer-als-der-film-laut-regisseur-jose-padilha/

http://g1.globo.com/pop-arte/noticia/2010/10/infelizmente-o-brasil-vai-continuar-o-mesmo-depois-do-filme-diz-padilha.html

http://cinema.uol.com.br/ultnot/2010/10/06/em-tropa-de-elite-2-jose-padilha-aponta-culpados-na-esfera-do-poder-publico.jhtm

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/01/hit-der-fusball-wm-in-sudafrika-rap-das-armas-aus-rio-de-janeiro-musik-des-berlinale-gewinners-tropa-de-elite-anklicken-zeitgeist/

„Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst.“ Deutschsprachige Tourismuspropaganda, meist ganzseitig geschaltet.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/01/rio-de-janeiro-schweine-fressen-getotete-auf-banditen-verliesen-slums-in-panzerwagen-bestochener-polizisten-massiver-raub-durch-beamte-und-soldaten-laut-berichten-der-folha-de-sao-paulo/

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Regisseur José Padilha in Sao Paulo.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/15/tropa-de-elite-2-neuer-film-uber-menschenrechtspolitik-in-brasilien-unter-lula-steuert-zuschauerrekord-an/

Film und Realität, Fotodokumentation: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/11/franz-josef-overbeck-neuer-vorsitzender-der-bischoflichen-aktion-adveniat-besucht-erstmals-lateinamerika-im-vorfeld-des-50-jahrigen-bestehens-von-adveniat-2011-overbeck-besucht-franziskanerbischo/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/04/the-worlds-happiest-cities-forbes-rio-de-janeiro-top-of-our-list-good-humor-good-living-carnaval/

Das Erste: Drehstart für “Das Traumhotel – Brasilien” (AT)

 

München (ots) – Am 29. August 2011 ist die erste Klappe für eine neue Folge von “Das Traumhotel” gefallen. Dieses Mal entführt Das Erste seine Zuschauer ins farbenfrohe und temperamentvolle Brasilien. Die Reise mit Hotelbesitzer Markus Winter führt nach Rio de Janeiro und Salvador da Bahia.(Pressetext)

Köln schließt Städtpartnerschaft mit Rio de Janeiro:

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/rio-de-janeiro-und-koln-rucken-naher-zusammen-die-neue-stadtepartnerschaft/

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Ausriß – Rio de Janeiros Präfektur läßt Ausstellung von Menschenrechts-NGO über Morde und Gewalt in Rio entfernen. Zur Begründung hieß es, die Ausstellung schädige den Stadt-Tourismus.  Die NGO “Rio de Paz” protestierte entsprechend.

Endstation Carandiru01.04.2006 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Endstation Carandiru Ein brasilianisches Gericht spricht den Offizier frei, der das größte efängnismassaker in der Geschichte des Landes zu verantworten hat. Von Klaus Hart Ein Gericht in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paulo hat im Februar eine mehrfach lebenslängliche Gefängnisst …

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Menschenrechtler besorgt über Terror von rechts01.11.2000 | Amnesty Journal Artikel | Brasilien Menschenrechtler besorgt über Terror von rechts Der brasilianische Schriftsteller Joao Silvèrio Trevisan, 56, Pionier und intellektueller Kopf der nationalen Schwulenbewegung, hat die Regierung von Präsident Fernando Cardoso aufgefordert, rigoros gegen rechtsextreme Gruppen vorzugehen, um die derzeiti …

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Kolumne: Kopf unter Wasser04.06.2009 | Amnesty Journal Artikel | Kolumne zum Thema “Folter in Brasilien”.

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Ganz normales Vorgehen : Ein Fall von Folter beschäftigt die brasilianische Öffentlichkeit01.05.2001 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Ganz normales Vorgehen Ein Fall von Folter beschäftigt die brasilianische Öffentlichkeit. Er markiert jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Der Fall schien klar: Der 23-jährige Bauarbeiter Alexandre de Oliveira aus Bom Jardim de Minas, einem Ort etwa 200 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt, hatte s …

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Sklavenarbeit nimmt wieder zu01.02.2002 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN SKLAVENARBEIT NIMMT WIEDER ZU Erst im Jahre 1888 hat Brasilien die Sklaverei offiziell abgeschafft, doch es gibt sie bis heute. Vor allem im Norden und Nordosten wird sie von etlichen Großgrundbesitzern in modifizierter Form weitergeführt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Morde an Landgewerkschaftern …

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Kein Ende des Mordens in Sicht01.04.1997 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Kein Ende des Mordens in Sicht In Brasilien sind auch zehn Jahre nach Ende der Diktatur Todesschwadronen aktiv. Die Opfer sind Kinder, Jugendliche, Arme, Menschenrechtler oder politische Gegner – die Gewalt nimmt zu. An einem Februarnachmittag geschieht in Rio de Janeiro wieder einmal das, was …

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Folter bleibt alltäglich01.11.2001 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Folter bleibt alltäglich In Brasilien hat die Regierung eine Kampagne gegen die Folter gestartet. Menschenrechtler sind eher skeptisch, was den Erfolg betrifft. Denn auch das Anti-Folter-Gesetz von 1997 hat bisher nicht die gewünschte Wirkung gehabt. Der Dreißig-Sekunden-TV-Spot ist gut gemacht, drasti …

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Sicherheitskräfte treiben Menschenrechtler in Exil01.10.2000 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Sicherheitskräfte treiben Menschenrechtler ins Exil Der brasilianische Staatschef Cardoso ist stolz auf seine Menschenrechtspolitik. Doch engagierte Menschenrechtler und verfolgte Homosexuelle fliehen ins Ausland und erhalten dort politisches Asyl. Wer sich in Brasilien für die Rechte von Minderh …

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Brasilien: Schießen mit “Wildwest-Zulage”01.02.1998 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Schießen mit “Wildwest-Zulage” Die Militärpolizei Brasiliens ist heute gewalttätiger als während der Diktatur. Massaker an Häftlingen, Straßenkindern und Landlosen häufen sich. Menschenrechtler protestieren gegen eine “Wildwest-Zulage”, die Ermordungen belohnt und zum Töten Unschuldiger anreizt. …

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Geld oder Gewehre: Mit Hilfe einer Kampagne versucht die Regierung Waffen abzukaufen01.09.2004 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Brasilianisches Roulette In kaum einem anderen Land der Welt sterben so viele Einwohner durch Schusswaffen wie in Brasilien. Jetzt versucht die Regierung, die privaten Revolver und Gewehre einzusammeln. Was soll ich noch mit den Schießeisen – in meinem Alter“, sagt die 89-jährige Zulmira de Oli …

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Die “Hölle auf Erden”01.12.1996 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN Die “Hölle auf Erden” Revolten, Hungerstreiks und Aids bestimmen den Alltag in den völlig überfüllten brasilianischen Gefängnissen. Brasilien gilt zwar als die zehntgrößte Wirtschaftsnation, leistet sich aber Haftanstalten, die man eher in Ruanda oder Burundi vermuten würde. Eine im April verkünde …

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Staat im Staate01.10.2002 | Amnesty Journal Artikel | BRASILIEN STAAT IM STAATE In Brasilien haben sich einflussreiche Verbrechersyndikate entwickelt, die vor allem in den Favelas, den Elendsvierteln der Großstädte das soziale Leben kontrollieren. In den über achthundert Favelas von Rio de Janeiro häufen sich Szenen wie diese: Mehrere Dutzend schwer bewaff …

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Ungesühnte Gewaltexzesse01.09.1999 | Amnesty Journal Artikel | Brasilien Ungesühnte Gewaltexzesse In den Armenvierteln der brasilianischen Großstädte gehört der Terror zum Alltag. Bewaffnete Banden, Paramilitärs und die Polizei treiben hier ihr Unwesen. Der Staat schaut zu. Rio de Janeiro, Ende Juli 1999: In Sichtweite des Rathauses und einer Polizeikaserne, ganz in …

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Nachrichten01.11.2000 | Amnesty Journal Artikel | NACHRICHTEN Brasilien Menschenrechtler besorgt über Terror von rechts Der brasilianische Schriftsteller Joao Silvèrio Trevisan, 56, Pionier und intellektueller Kopf der nationalen Schwulenbewegung, hat die Regierung von Präsident Fernando Cardoso aufgefordert, rigoros gegen rechtsextreme Gruppen vorzugehen, …

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Nachrichten01.06.1999 | Amnesty Journal Artikel | Nachrichten Brasilien/Deutschland Keine Schelte für Präsident Cardoso Menschenrechtler hatten sich vor dem Deutschland-Besuch des brasilianischen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso gefragt, was diesmal wohl anders sein würde. Kam Cardoso zu Bundeskanzler Kohl an den Rhein, schlugen ihm Freundlichkeiten und …

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Nachrichten01.06.1998 | Amnesty Journal Artikel | NACHRICHTEN Brasilien Ein Folterer macht Karriere Ricardo Fayad ist heute Brigadegeneral – während der Diktatur von 1964 bis 1985 hatte er sich als ausgebildeter Mediziner an Folterungen politischer Gefangener beteiligt. In einer Kaserne in Rio de Janeiro bestimmte er die Methoden: Celia Manes erhielt im …

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„Cities of Terror“ – WOXX:
 http://archiv.woxx.lu/0700-0799/700-709/703/703p5.pdf

http://www.ila-web.de/brasilientexte/inhalt.htm

Blamierte Berlinale-Kritiker

Bisher hatten Brasiliens Filmschaffende, Intellektuelle und Feuilletonisten Respekt und Hochachtung gegenüber deutscher, europäischer Kulturkritik. Das scheint vorbei zu sein. Auf erste ablehnende Kommentare zum Wettbewerbsstreifen Tropa de Elite, der argumentativ schwach, unintelligent und ohne Tiefgang sei, hatte man noch verwundert bis verständnisvoll reagiert. Doch als der Film den Urso de Ouro erhielt, die meisten Berlinale-Kritiker aber auf ihren kuriosen Negativ-Wertungen beharrten, regnete es fast nur noch Ironie und Spott. Da man von dieser Zunft falsch interpretiert worden sei, kontern Regisseur Josè Padilha und Hauptdarsteller Wagner Moura, handele es sich um eine besonders wertvolle Anerkennung durch die Jury um Constantin Costa-Gavras. Kritik, die Tropa de Elite gar als faschistisch klassifiziert, sei besonders stupide, meint Padilha. Wer seinen Film derart verreiße, solle doch mal beim großen Costa-Gavras anrufen und nachfragen, ob der ihn auch für »fascista« halte. Fernando Meirelles, Regisseur von City of God, stufte die vor politischer Korrektheit triefenden Berlinale-Stimmen als »tolo« “ dumm, töricht, stumpfsinnig “ ein. In Berlin wird die Brutalität der Eliteeinheit herausgestellt, während brasilianische Cineasten wie Arnaldo Jabor auf die »Barbarei« der Verbrecher weisen, von denen das Tropenland dominiert werde. »Schmutzige Politik« paralysiere Brasilien, das Volk habe »Hunger nach Gerechtigkeit« und sei deshalb von dem Film begeistert. In Berlin sieht man in Elitetruppe-Kommandant Capitao Nascimento, gespielt von Wagner Moura, ein ekelhaftes, kaltblütiges Monster “ in Brasilien ist er Held und Identifikationsfigur mit Widersprüchen in einer extrem widersprüchlichen Realität. Bezeichnend ist, daß eine Schlüsselszene aus Tropa de Elite “ das Verbrennen eines lebenden Menschen auf einem modernen Scheiterhaufen aus Autoreifen “ von den Filmkritikern fast ausnahmslos unterschlagen wurde. Unterdessen wurden sogar ein renommierter TV-Journalist und viele Bürgerrechtler Opfer dieser archaischen Hinrichtungs-»Methode«. Jener zynisch »Microondas«, Mikrowelle, genannte Scheiterhaufen ist Beleg und Symbol für den brutalen Terror der neofeudalen Slum-Diktatoren gegen Millionen von Verelendeten, für gravierende Menschenrechtsverletzungen an den Peripherien der brasilianischen Städte. Die Berlinale-Kritik verniedlicht, spricht immer nur von Drogenhändlern, Drogenbossen, Drogenbanden. Da mochte mancher Leser denken, es handele sich in Rio de Janeiro um jene eher harmlose Art von Dealern, die man inzwischen auch in Deutschland kennt. Hier geht es indessen um kriegsmäßig selbst mit NATO-Bazookas, schweren Luftabwehr-MGs und Granaten ausgerüstete Kommandos des organisierten Verbrechens, die durch Auftragsmorde, Attentate, massenhafte Geiselnahmen, illegalen Waffenhandel, Banküberfälle, Fracht- und Autoraub, bewaffnete Attacken auf ganze Wohnblocks und eben auch Drogenhandel gigantische Profite machen.

Wer immer noch nicht verstehen will, sollte sich einfach einmal derartige Szenen in Berlin, Hamburg oder München vorstellen. Scheiterhaufen beispielsweise im Prenzlauer Berg, an der Alster oder im Englischen Garten. Denn auch in Rio oder Sáo Paulo lodern die »Microondas« gar nicht weit entfernt von City und Mittelschichtsvierteln. Und wer jetzt noch Zweifel hat, woher Elitetruppe-Kommandant Wagner Moura einen Teil seiner täglichen Motivation nimmt, sollte sich einmal vorstellen, daß in Deutschland täglich Polizisten bei heimtückischen Attentaten der Verbrechersyndikate liquidiert und selbst in der Freizeit unerbittlich verfolgt würden. Am Tage nach der Berlinale-Preisverleihung traf es alleine in Rio de Janeiro drei Beamte. Einer davon bewachte ein Krankenhaus. Immer wieder werden auf simple, nur mit Revolvern ausgerüstete Streifenpolizisten Handgranaten geworfen, Polizeiwagen und deren Insassen mit MG-Garben durchsiebt. Zeitungen drucken Fotos von zu Fleischfetzen zerschossenen Beamten.

Rio hat übrigens etwa die gleiche Einwohnerzahl wie ganz Kuba.

»Es ist notwendig, endlich einmal das Denken und Fühlen der Polizisten im permanent lebensgefährlichen Einsatz zu verstehen«, meint Regisseur Josè Padilha. Interessant, daß er damit bei den Berlinale-Kritikern größtenteils auf taube Ohren stieß, nicht aber bei der Jury um Costa-Gavras. In Brasilien weiß jeder, daß zweifelhafte NGO, die teilweise sogar Gelder aus der Ersten Welt abfassen, in Slums fragwürdigste »Sozialprojekte« betreiben und dabei mit Gangstersyndikaten und Politikern gemeinsame Sache machen und am Drogengeschäft kräftig mitverdienen. Seit langem ist zudem bekannt, daß sich Politiker und deren Anhang mittels solcher Slum-NGO und »Sozialprojekte«, in denen Unmengen öffentlicher Mittel versickern, bereichern. Padilha zeigt dies im Film exemplarisch und deckt die widerliche Scheinheiligkeit betuchter Mittelschichtsstudenten auf, die lediglich so tun, als rühre sie das Leid der Slumkinder. Doch siehe da –  in Berlinale-Kritiken werden daraus von Idealen beseelte, junge Progressive, die neben der Uni noch wahre Sozialarbeit machen wollen und sich nur deshalb, weil™s nun mal nicht anders geht, halt mit den Banditen gutstellen müssen. Blamabel zudem, daß im Gegensatz zu Costa-Gavras die politische Brisanz des Streifens auch für Länder der Ersten Welt nicht erkannt wurde: Wo das organisierte Verbrechen herrscht und Ausgangssperren verhängt, immer mehr No-Go-Areas entstehen, wird von den lokalen Despoten Protestpotential erstickt, wie Regisseur Padilhas intellektueller Berater Luiz Eduardo Soares betont, einer der renommiertesten brasilianischen Sozialwissenschaftler. Josè Murilo de Carvalho, Mitglied der brasilianischen Dichterakademie und in Rio Tür an Tür mit Olga-Benario-Tochter Anita Prestes Uni-Geschichtsprofessor, sagt es noch deutlicher: »Die Existenz des organisierten Verbrechens in den Slums blockiert die Politisierung der Bewohner, hält sie ruhig, verhindert eine Rebellion, Protestaktionen jeder Art. Auch wenn es absurd klingt: Die Gangsterkommandos dienen damit der Aufrechterhaltung von politischer Stabilität im Lande –  und das ist nicht wenigen Autoritäten sehr recht. Ohne Zweifel gehört zum strategischen Kalkül auch der jetzigen Regierung, daß es wegen der so hilfreichen Gangsterkommandos keine soziale Explosion geben wird –  und das ist natürlich reiner Zynismus.« Falls die Lage in den Slums doch einmal außer Kontrolle gerät, so Luiz Eduardo Soares, würde der Staat die Armee oder Sondereinheiten der Polizei in Marsch setzen. Eine davon ist jene Tropa de Elite von Rio de Janeiro. Deren Beamten ist ihre widersprüchliche Funktion durchaus bewußt.

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 08. Oktober 2010 um 21:49 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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