Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasilien 2019 – Jair Bolsonaro neuer Regierungschef. Deutsche Staats-und Mainstreammedien dürfen nicht klarstellen, daß Bolsonaro bisher politisch in einem Boot mit Lula und Dilma Rousseff saß, deren Koalitionspartner war. GroKo-Merkel nun strategischer Partner von Bolsonaro…”Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Bolsonaro wird oft als Rechtsaußen, Rechtspopulist oder ultra-rechts beschrieben. Warum hat sich die ARD entschieden, ihn sogar rechtsextrem zu nennen?” Tagesschau. Und Bolsonaro-Partner Lula? Brasilien und der Relotius-Journalismus – wie deutsche Medien “komplexe Zusammenhänge einfach und klar erklären”.

http://www.hart-brasilientexte.de/2018/12/21/bolsonarobrasilien-ab-januar-2018-strategischer-partner-von-merkel-auch-spd-idol-schmidt-waere-wohl-ueber-bolsonaro-begeistertnatuerlich-nur-insgeheim-nicht-offiziell/

Estadao: Trump elogia discurso de posse de Bolsonaro: ‘Os EUA estão com você!’

Marcelo Yuka im Koma(Rio, Januar 2019). “Heute siegen in Brasilien Grausamkeit, Faschismus und Dummheit.”(Yuka 2014) Die Resultate der Lula-Politik…Warum Brasilien strategischer Partner der Merkel-GroKo ist:http://www.hart-brasilientexte.de/2019/01/05/marcelo-yuka-im-komario-januar-2019/

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Ausriß.

O Globo, Bolsonaro-Amtsübernahme und ausländische Staatschefs: “Segundo o  Itamaraty, está confirmada a participação dos presidentes de Portugal (Marcelo Rebelo de Sousa), Paraguai (Mario Abdo Benítez), Uruguai (Tabaré Vasquez), Chile (Sebastián Piñera), Bolívia (Evo Morales), Cabo Verde (Jorge Carlos Fonseca) e Honduras (Juan Orlando Alvarado) , além dos primeiros-ministros da Hungria (Viktor Orbán),  Israel ( Benjamin Netanyahu) e Marrocos (Saadeddine Othmani).”

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Israels Ministerpräsident Netanyahu und Bolsonaro. Ausriß.

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Ausriß.

Lula, Diktaturinformant:

http://www.hart-brasilientexte.de/2014/04/01/brasilien-der-militarputsch-vor-50-jahren-deutschsprachiger-mainstream-verschweigt-weiter-das-lula-informant-der-diktatur-geheimpolizei-war-wie-brasilianisches-sachbuch-aufzeigt/

SPD-Schulz besucht Lula im Knast. ”Hitler irrte zwar, hatte aber etwas, das ich an einem Manne bewundere – dieses Feuer, sich einzubringen, um etwas zu erreichen. Was ich bewundere, ist die Bereitschaft, die Kraft, die Hingabe.” Ist die Äußerung von AfD-Höcke oder SPD-und LINKE-Liebling Lula?

Bolsonaro, Yoani Sanchez und der deutsche Regierungssender Deutsche Welle:

„Die Deutsche Welle ist stolz, Blogger und Internetaktivisten wie Sie im Kampf für Menschenrechte und freie Meinungsäußerung unterstützen zu können.“ 2013

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Ausriß,  das historische Foto – Bolsonaro und Kubanerin Yoani Sanchez in Brasilia  – bei Rechten und Rechtsextremisten, darunter in deutschen Medien, kam dieses Treffen sehr gut an. Inzwischen ist Yoani Sanchez Mitarbeiterin des deutschen Regierungssenders Deutsche Welle. Bolsonaro & DW-Yoani – in Deutschland natürlich ein Medien-Tabu:http://www.hart-brasilientexte.de/2013/02/23/brasilien-das-historische-foto-kuba-bloggerin-yoani-sanchez-und-der-als-rechtsextrem-eingestufte-politiker-jair-bolsonaro-im-nationalkongres-von-brasilia-bolsonaro-verteidigt-in-anwesenheit-von-s/.

http://www.hart-brasilientexte.de/2018/10/08/brasilien-wahlzirkus-2018-bolsonaro-46-haddad-29/

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Was alles fehlt…(Ausriß).

Seit März 2014 ist die SWR-Journalistin im ARD-Hauptstadtstudio als politische Korrespondentin tätig. Die Diplom-Journalistin hat sich seit Beginn ihrer Arbeit im Hauptstadtstudio insbesondere auf die Partei AfD spezialisiert. Ihr Motto: Komplexe Zusammenhänge einfach und klar erklären.” ARD

Fotodokumentation: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

Brasilien und Medien-Manipulation:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/09/02/brasilien-2016-amtsenthebung-von-staatspraesidentin-dilma-rousseff-und-fortdauernde-manipulative-berichterstattung-des-europaeischen-mainstreams-ueber-die-situation-im-us-hinterhof-brasilien-rechts/

http://www.hart-brasilientexte.de/2015/08/24/brasilien-und-aktuelle-manipulationsmethoden-wie-medienkonsumenten-teils-ueber-jahrzehnte-fuer-dumm-verkauft-werden-mottowas-kuemmert-mich-mein-geschwaetz-von-gestern-prof-robert-kappel-darf-na/

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/04/13/brasiliens-regierungskrise-2016-und-die-manipulationstricks-im-mitteleuropaeischen-gesteuerten-mainstream-brasilianische-privatwirtschaft-als-hauptbestecher-wichtiger-politischer-akteur-auch-in-der/

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Ausriß, große brasilianische Tageszeitung O Globo – Ehefrau enthüllt ihrem Mann, daß sie lesbisch ist, ein Verhältnis mit einer Freundin hat. Der Ehemann fragt:”Kann ich euch beim Sex zusehen?” (Ehe für alle)

Wie Barack Obama den Tropenstaat Brasilien bewertet: “Brasilien ist eine beispielhafte Demokratie. Dieses Land ist nicht länger das Land der Zukunft – die Menschen in Brasilien sollten wissen, daß die Zukunft gekommen ist, sie ist hier, jetzt”.

Da Lula mit der GroKo-Partei SPD eng liiert ist, darf über ihn – von Ausnahmen abgesehen – nur entsprechend positiv berichtet werden. Seilschaften, Verflechtungen, Abhängigkeiten…

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Ausriß. “Mit der SPD bin ich schon seit den Zeiten verbunden, als ich Gewerkschaftsführer war.” Hochrangige SPD-Politiker wie Willy Brandt und Helmut Schmidt pflegten enge Beziehungen zur nazistisch-antisemitisch orientierten brasilianischen Folterdiktatur. 

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Angeli, Brasiliens größte Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” zu Lula und Castro:”Sag mal, wie gehts denn der brasilianischen Rechten?””Der gehts optimal! Ich habe mich mit ihr verheiratet!”

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Ausriß.

Kuriose Mythenbildung um Schmidt und Lula:

http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/11/helmut-schmidt-2015-gestorben-mainstream-verbreitet-falschmeldungen-kuriose-mythen-schmidt-hatte-angeblich-den-damaligen-gewerkschaftsfuehrer-lula-begehrt-bei-unternehmern-als-verhandlungs-und-g/

Deutscher Regierungssender Deutsche Welle über Lula: “Geradlinigkeit und Verlässlichkeit”.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/28/aufregung-in-brasilien-um-angebliche-kompromittierende-sexuelle-auserungen-lulas-wiedergegeben-von-cesar-benjamin-fruherer-politischer-gefangener-angesehener-mitgrunder-der-arbeiterpartei-pt-nao/

 Die Deutsche Bank und der Diktaturaktivist Paulo Maluf, Lula: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/02/24/deutsche-bank-zahlt-20-millionen-dollar-entschadigung-an-prafektur-von-sao-paulowegen-getatigten-bankgeschaften-mit-ex-prafekt-paulo-maluf-laut-landesmedien/

Lula rechts: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/07/lula-steht-rechts-ich-habe-ihn-immer-fur-einen-rechten-gehalten-ele-e-da-direitafrancisco-de-oliveira-renommierter-brasilianischer-soziologe-in-caros-amigos/

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Ausriß O Globo, Lula und Diktaturaktivist Maluf. “Historische Farce” – Globo-Politikexperte Merval Pereira. “Das Foto schockierte das ganze Land, ist Markstein der politischen Dekadenz Lulas.” “Maluf kann Brasilien nicht mehr verlassen, weil er auf der Interpol-Liste der Meistgesuchten steht.” Pereira erinnert an politische Allianzen mit Diktaturaktivisten wie José Sarney und Fernando Collor.

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Ausriß.

Jair Bolsonaro – politischer Bündnispartner von Lula und Dilma Rousseff: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/04/01/brasilien-putsch-gedenken-2014-proteste-im-nationalkongres-gegen-rechtsextremen-diktatur-verteidiger-jair-bolsonaro-aus-regierungsbundnis-von-prasidentin-dilma-rousseff-gedenksitzung-abgeblasen-b/

Wie Oscar Niemeyer mit der Militärdiktatur zusammenarbeitete:  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/13/wie-oscar-niemeyer-mit-der-brasilianischen-militardiktatur-zusammenarbeitete-die-liste-aller-projekte-in-den-jahren-des-folterregimes-von-1964-bis-1985/

http://www.hart-brasilientexte.de/2018/03/29/deutsche-medien-wie-der-spiegel-greifen-2018-uraltbekanntes-politisch-unkorrektes-auffrauen-missbrauchen-bedraengen-und-verletzen-kaum-seltener-als-maenner-sagt-die-therapeutin-lydia-benecke-sie/

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Zweites Buch zum gleichen Thema laut Romeu Tuma Junior bereits in Arbeit.

“Während der Diktatur war Lula einer der wichtigsten Informanten des Dops(politische Polizei), befehligt von meinem Vater.” Laut Regierungs-Insider Romeu Tuma Junior, Justiz-Staatssekretär unter Lula, Sohn des Dops-Chefs und späteren Kongreßsenators Romeu Tuma,  trug Lula den Decknamen “Bart”, habe nie Geld, aber andere Vorteile für die Informantentätigkeit erhalten. Lula habe wöchentlich sehr wertvolle Informationen geliefert: Über Ort und Datum von Gewerkschaftsversammlungen, über Daten von vorgesehenen Streiks, bei denen dem Besitz multinationaler Unternehmen Risiken drohten. “Lula sprach die Streiks mit Unternehmern ab und informierte darüber den Dops.” Viele der Streiks, die Lula mit den Unternehmern ausgeheckt habe, dienten der Preiserhöhung bei PKW. Nicht zufällig habe Lula später den hochrangigen Automulti-Manager Miguel Jorge zu seinem Minister gemacht. 

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“Die Anführer der PT sind Linke…Der langjährige Präsident Lula war Gewerkschafter in der Automobilindustrie, riskierte in der Diktatur sein Leben.” Zeitschrift “Hintergrund” 2016

(Hintergrund von 2007:   Der vielgerühmte frühere Gewerkschaftsführer Lula hat im März Miguel Jorge zum neuen Entwicklungsminister ernannt, der zur Militärdiktatur der Foltergeneräle gemäß hiesigen Presseerklärungen gleich serienweise Streikende und sogar Gewerkschaftsführer entlassen hatte. Professor Hamilton Octavio de Souza, Leiter des Journalismus-Lehrstuhls an der Katholischen Universität von Sao Paulo, betonte dazu:”Es war Miguel Jorge, der 1979 als Chef-Herausgeber der Zeitung “O Estado de Sao Paulo” die Entlassung aller Journalisten kommandierte, die an einem Streik teilgenommen hatten. Damals wurden von ihm sogar drei Führer der Journalistengewerkschaft des Teilstaates Sao Paulo gefeuert – eine brutale Aggression gegen die Rechte der Beschäftigten.”

Souza nennt es unglaublich, daß jemand, der in Opposition zu den Kämpfen der siebziger und achtziger Jahre für die Redemokratisierung stand, heute zu einer von der Arbeiterpartei Lulas geführten Regierung gehört. Eine derartige “Verbrüderung” sei schwer zu schlucken. Es sollte ein Minimum von Respekt für jene vielen Brasilianer geben, die damals kämpften, litten und sogar getötet wurden.

Laut Souza war Miguel Jorge zum Zeitpunkt der Ernennung zum Minister Vizepräsident der Großbank Santander, zuvor Vizepräsident von Volkswagen do Brasil bzw. von Autolatina, habe dort entsprechend agiert.

Der Professor kennt den neuen Minister persönlich:”Miguel Jorge war mein Chef in der Zeitung O Estado de Sao Paulo – ich bin damals zusammen mit weiteren fünfzig Journalisten nach dem Streik von 1979 entlassen worden. Als Chef-Editor verfolgte Miguel Jorge die linken Journalisten in der Zeitung, näherte das Blatt dem damaligen Gouverneur Paulo Maluf an.”
Maluf, derzeit Kongreßabgeordneter, wird in Brasilien zu den nationalen Symbolfiguren für rechtsgerichtete Politik, Diktaturunterstützung und Korruption gerechnet.
Laut Uni-Prof Souza spielte Miguel Jorge damals eine “sehr schmutzige” Rolle, stand sehr rechts.)

Als Lula festgenommen worden sei, habe er die Privilegien des Informanten genossen und auf dem Ledersofa des Dops-Büros geschlafen – nicht wie die anderen in der Haftzelle, bestenfalls eine oder zwei Nächte seien dort denkbar gewesen.  Lulas Ehefrau Marisa sei sogar ein Dops-Fahrer gestellt worden, um ihren Mann täglich zu besuchen, den “Spezialagenten in geheimer Mission”. Es müsse bekräftigt werden, daß Lula als Staatspräsident von Brasilien seine Abmachungen mit der Vergangenheit und den Kasernen eingehalten habe. 

Jahrzehntelange Kenner und Aktivisten der brasilianischen Gewerkschaftsszene sagten auf Website-Anfrage, die Angaben des Buches müßten relativiert werden – bei den beiden Tumas handele es sich um Rechte. Indessen gebe es keinen Zweifel, daß Lula bestimmte Arten von Informationen geliefert habe. “Lula wollte sich als Mann des Vertrauens der Rechten legitimieren.” Lula habe in der Tat eine enge Freundschaft mit Romeu Tuma gepflegt, dessen Sohn in die Regierung geholt. “Lula pflegte stets Freundschaften mit Leuten dieses Schlages.”

Auch in Ländern wie Deutschland kam dies sehr gut an, darunter in der sog. links-alternativen Szene, entsprechenden Parteien und Alibi-NGO, zudem im Mainstream.

Indessen beantragte Lula laut brasilianischen Medienangaben für jene im Dops-Gebäude verbrachten 31 Tage just eine Verfolgten-Pension – und bekam sie auch. Für viele Regimegegner, Überlebende von Folter etc. handelt es sich bei jener Lula-Pension angesichts von dessen Kooperation mit der Folterdiktatur um einen empörenden, bizarren Fakt. Hintergrund von 2008:

…Wegen des neuerlichen Lobs von Generalspräsidenten der Militärdiktatur stellte Brasiliens Presse die Frage, ob Lula dann nicht eigentlich auf seine hohe “Verfolgten-Rente” verzichten sollte. Gemäß den Zeitungsangaben erhält Lula seit seinem 51. Lebensjahr eine Rente für Verfolgte der Militärdiktatur in Höhe von umgerechnet über 1500 Euro monatlich. Brasiliens Mindestlohn liegt derzeit bei umgerechnet rund 170 Euro monatlich. Im Rahmen des Anti-Hungerprogramms können verarmte, verelendete Familien, die meist kinderreich sind, maximal umgerechnet monatlich rund 45 Euro erhalten. Festangestellte Arbeiter in Brasiliens Privatindustrie bekommen einen durchschnittlichen Bruttolohn von umgerechnet etwa 400 Euro. Der Ex-Gewerkschaftsführer erhalte indessen, wie es heißt,  zu seinen sonstigen Einkünften  noch jene “Verfolgtenrente” von umgerechnet über 1500 Euro. Sie sei ihm zugesprochen worden, weil er zur Diktaturzeit ein Gewerkschaftsmandat verloren und 1980 insgesamt 31 Tage im Gefängnis gesessen habe. Es handele sich um eine “Pensao imoral”, eine unmoralische Pension –  Lula zähle seit langem zu den wohlhabenden Brasilianern…

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Ausriß.

Buchautor Romeu Tuma Junior,  zur Diktaturzeit als Body-Guard von Lula, vor Gebäude der Geheimpolizei Dops in Sao Paulo:

Em maio de 1980, na porta do Dops, Tuma Junior (de bigode, à direita na imagem) atua como guarda-costas de Lula (que aparece ao lado da mulher, Marisa). Romeu Tuma pai achava a tarefa tão importante e tinha tal zelo pessoal pela segurança do sindicalista que escalou o próprio filho. Era uma tarefa de absoluta confiança. Ausriß Veja

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Drei Kongreßsenatoren von Lulas Arbeiterpartei PT, darunter Eduardo Suplicy und Aloisio Mercadante, nehmen an der offiziellen Totenfeier für Tuma in Sao Paulo teil. Mercadante, unterlegener Gouverneurskandidat für den Teilstaat Sao Paulo, lobte das politische Wirken von Senator Tuma.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/26/romeu-tuma-beruchtigter-brasilianischer-diktaturaktivist-einstiger-chef-eines-folterzentrums-in-sao-paulo-gestorben-wie-brasiliens-politiker-reagieren/

http://www.hart-brasilientexte.de/2014/02/12/brasiliens-folterdiktaturwird-die-wahrheitskommission-untersuchen-ob-lula-mit-der-diktatur-zusammenarbeitete-nachrichtenmagazin-veja-uber-aufsehenerregendes-neues-buch-zur-diktaturzeit/

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Ausriß, Präsident Lula und Ex-Dops-Chef Romeu Tuma, links.

Brasiliens Grünen-Politiker Fernando Gabeira über Ex-Chef des Diktatur-Folterzentrums, Romeu Tuma, heutiger Kongreßsenator und Lula-Intimus:”Heute sind wir Freunde, haben alles komplett vergessen.” Romeu Tuma über Diktaturgegner:”Diese Leute muß man töten.”http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/25/brasiliens-grunen-politiker-uber-ex-chef-des-diktatur-folterzentrums-heutiger-kongressenator-und-lula-freundheute-sind-wir-freunde-haben-alles-komplett-vergessen-romeu-tuma-uber-diktaturgegner/

Wikipedia :”Romeu Tuma war DOPS-Chef, Repressionsorgan, das dem Militärregime diente. Während seiner Amtszeit in diesem Organ wurden viele Regimegegner gefoltert und getötet.”

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Fernando Gabeira, Hans Magnus Enzensberger 2009 im Goethe-Institut Sao Paulo.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/15/dr-claudio-guimaraes-dos-santos-mediziner-therapeut-schriftsteller-sprachwissenschaftler-publizist-unter-den-wichtigsten-denkern-brasilien/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/12/lula-und-die-extreme-rechte-romeu-tuma-dops-herbert-cukurs-massenmorder-von-riga/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/24/staatschef-lula-lobt-erneut-folterdiktatoren-nach-dem-deutschstammigen-general-geisel-diesmal-general-medici/

Was in deutschen Medienberichten im Lula-Bolsonaro-Kontext auffällt – kein Wort über Brandt-Intimus Brizola/PDT, Vizepräsident der Sozialistischen Internatonale(Rousseff gehörte zur Brizola-PDT):http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/29/rio-de-janeiro-leonel-brizola-vizeprasident-der-sozialistischen-internationale-spielte-wichtige-rolle-bei-ausbreitung-des-organisierten-verbrechens-erinnern-medien-und-fachleute-brasiliens/

Der deutsche Mainstream darf nicht melden, daß Bolsonaro-Liebling Yoani Sanchez aus Kuba beim deutschen Regierungssender Deutsche Welle arbeitet,

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Auf dem Wahlbündnis-Aufkleber für Dilma Rousseff ist auch die rechts bis rechtsextrem eingestufte Partei”PP” verzeichnet – der damalige PP-Wortführer Jair Bolsonaro wird von Wikipedia wie folgt beschrieben:  “Também é conhecido por defender a ditadura militar no Brasil e por considerar a tortura uma prática legítima. Suas posições políticas geralmente são classificadas como alinhadas aos discursos da extrema-direita política.”

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Dies wäre so, als würde beispielsweise die SPD  oder die Linkspartei im Bundestagswahlkampf zusammen mit der NPD auftreten und die NPD dann auch in die Regierungskoalition aufnehmen.

“DER SPIEGEL” in einer Wahlvorschau 2018: …Bolsonaros Mutter schleppte ihre Kinder zu den berüchtigten “Freiheitsmärschen gottesfürchtiger Familien”, die den Putsch der Militärs mitvorbereiteten.” Was im SPIEGEL fehlt – auch Lula marschierte mit, wie ein wichtiger Zeitzeuge betont: 

Schriftsteller und Kolumnist Carlos Heitor Cony über die Rolle der sogenannten Märsche der Familie – der Putsch-Befürworter. “Selbst Lula nahm an einem dieser Märsche der Familie in Sao Paulo teil.”

Cony, Autor von über 80 Büchern, ungezählten Kolumnen in Qualitätszeitungen, sagte in einem Interview der Folha de Sao Paulo, daß die Mehrheit der Brasilianer 1964 für den Militärputsch gewesen sei. “Selbst Lula nahm an einem dieser Märsche der Familie in Sao Paulo teil. Es gibt dafür kein Foto als Beweis – aber er nahm tatsächlich daran teil.”

“Konvergenz der Ziele, Übereinstimmung der Werte, gleiche Grundkonzeptionen über die Gesellschaft” – SPD-Idol Helmut Schmidt über das brasilianische Folterregime. “Er … lobt die frühere Diktatur”. Süddeutsche Zeitung 2018 über Bolsonaro – kein Wort über das Lob von Brandt, Schmidt, Scheel etc. für die Diktatur…

“Er hasst alle Linken, aber er bekennt, dass er 2002 Lula gewählt hat”. DER SPIEGEL über Bolsonaro. (Daß Lula nie ein Linker war, ist allgemein bekannt).

Insider der Arbeiterpartei PT betonen, Lula sei einst von den deutschen Automultis aufgebaut worden. Dies würde die Sonderstellung dieser Unternehmen in Brasilien, die vielfältigen staatlichen Vergünstigungen erklären, betonen brasilianische Wirtschaftsfachleute. Deutsche Automultis halten in Brasilien traditionell einen hohen Marktanteil.

In der Tat fällt auf, mit welcher Vehemenz sich die Lula-Rousseff-Regierung wehrte, den Forderungen der Unternehmerschaft, der Umweltschützer und der Verkehrsexperten nach einem Ausbau des für ein riesiges Flächenland minimalen Schienennetzes nachzugeben – auch im Interesse niedrigerer Logistikkosten im internationalen Wettbewerb. Allein das Schienennetz von China und Rußland ist mehr als doppelt so groß wie das brasilianische – sogar  das weit kleinere Frankreich transportiert mehr auf der Schiene als Brasilien. Selbst offenkundigste Verkehrsverbesserungen, etwa durch eine Bahnlinie von Sao Paulo zu den Städten der Atlantikküste, werden verhindert.Die Lula-Rousseff-Regierung unterließ den von Experten geforderten Bahnausbau just zu einer Zeit, als andere BRIC-Staaten, allen voran China, zwecks besserer internationaler Wettbewerbsfähigkeit mit Hochdruck ihr Bahnsystem erweiterten und modernisierten.

Im Hinterland Brasiliens fällt immer wieder auf, daß früher existierende Bahnstrecken stillgelegt wurden, um teurere und für die Fahrgäste strapaziöse Busverbindungen einzuführen. Wie Experten betonen, wurde der Bahnverkehr gezielt zerschlagen, damit die Multis mit LKW und Bussen Riesengewinne machen konnten. Jeder ausländische Tourist stellt erstaunt fest, daß zwischen den 430 Kilometer voneinander entfernten Millionenstädten Rio de Janeiro und Sao Paulo, den wichtigsten Wirtschaftszentren, nur enorme Busflotten verkehren, weil der viel effizientere und umweltschonendere Zugverkehr eingestellt worden ist.

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http://www.hart-brasilientexte.de/2014/02/01/brasilien-2014-50-jahre-nach-dem-militarputsch-von-1964-historiker-erinnern-an-sympathie-der-folterdiktatur-fur-lula-militardiktator-golbery-uber-lula-%E2%80%9Cder-mann-der-brasiliens-linke-vern/

Brasilien – Daten, Statistiken, Bewertungen. Was der Merkel-GroKo so gut am Scheiterhaufen-und Folterstaat gefällt:http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/.

Lula und Folter in Brasilien(welche deutschen Parteien nicht protestierten):http://www.hart-brasilientexte.de/2017/01/03/brasilien-gefaengnisrebellion-mit-massakern-2017-das-ist-eine-folter-fabrik-die-gewalt-produziert-und-monster-schafft-valdir-joao-silveira-leiter-der-nationalen-katholischen-gefangenenseelsorg/

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Ausriß Landesmedien – Manaus-Rebellion, mindestens 30 Geköpfte laut offiziellen Angaben. Wie üblich, wurde im Gewaltrausch anderen Häftlingen auch das Herz und weitere innere Organe herausgerissen. Köpfungen etc. wurden per Smartphone gefilmt – das Material wurde sofort landesweit, Lateinamerika-weit verbreitet.

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Rio de Janeiro, Copacabana, von Kleinflugzeug gezogenes Spruchband zwecks Würdigung des Militärputsches von 1964, 50 Jahre später:”Glückwunsch Militärs – dank Euch ist Brasilien nicht Kuba.” Ausriß O Globo

Bundesaußenminister Guido Westerwelle/FDP 2010 in Sao Paulo:

“Die brasilianische Regierung, mit der Autorität ihrer Erfolgsgeschichte im Hintergrund, sie macht ihr Wort in der Weltpolitik…Aber, meine Damen und Herren, was uns verbindet, das sind gemeinsame Werte. Und wenn man gemeinsame Werte hat, wenn man Ansichten zur Rechtsstaatlichkeit, zur Notwendigkeit internationaler Kooperation, zum Primat des Völkerrechts teilt, so ist das eine ganz besonders verlässliche Basis für eine strategische Partnerschaft. Wir haben ähnliche Vorstellungen über den Wert individueller Freiheit…”

Zu den großen Erfolgen der Entpolitisierung unter Merkel-Gabriel zählt, daß selbst Deutsche mit Universitätsabschluß, die die betreffende Amazonasregion und die Stadt Manaus auf heute übliche Weise bereisten,  komplette Unkenntnis über die dortige politische, soziale Situation zeigen und zugeben, von den jüngsten Massakern noch nie etwas gehört zu haben. Den deutschen Machteliten ist wohl bewußt, mit einer zunehmend entpolitisierten, desinformierten und manipulierten Bevölkerungsmehrheit entsprechend leichtes Spiel zu haben – wie in früheren Epochen.

Deutsche Architekturunternehmen entwarfen WM-Stadien wie das am meisten umstrittene in Manaus, dessen Unterhaltung den Teilstaat Amazonas laut amtlichen Angaben nun  umgerechnet jährlich rund 4 Millionen Euro, und damit doppelt so viel wie geplant, kosten wird. Das Manaus-Stadion sei kompliziert,  sehr technisch-wissenschaftlich konzipiert worden. Der Teilstaat habe einen Kredit von umgerechnet über 130 Millionen Euro aufnehmen müssen, um das Stadion bauen zu können – hinzu kämen andere hohe Millionenkosten wegen der WM, hieß es. Angesichts der großen deutschen Wirtschaftsinteressen an der Geldfußball-WM  fiel die deutsche WM-Berichterstattung entsprechend aus. Wegen der strengen Zensurbestimmungen durfte über die gravierende Menschenrechtslage im WM-Austragungsort Manaus, darunter über die Situation in den Manaus-Kerkern, nicht berichtet werden. Welche deutschen Medien sowie Verlage dies betrifft, hat man per Google-Suche rasch heraus. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2014/07/16/brasilien-nach-der-wm-2014freiheit-fur-die-politischen-gefangenen-protestaktion-in-rio-de-janeiro-wie-ublich-schweigen-von-zustandiger-seite-in-mitteleuropa-2/

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Ausriß, Gefängnishof mit Toten.

Außenminister Guido Westerwelle in Sao Paulo 2013:  ”Unsere Partnerschaft gründet sich auf ein solides Fundament: Auf gemeinsame Werte und eine enge kulturelle Verbundenheit. Wir teilen die gleichen Vorstellungen von der Freiheit und Würde des Einzelnen, von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und sozialer Marktwirtschaft, von Multilateralismus und der Geltung des Völkerrechts.”

“In der Hölle hinter Gittern”:  http://www.welt-sichten.org/artikel/221/der-hoelle-hinter-gittern

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Ausriß , Bahia-Medien.

Deutscher Tourist Steffen Neubert in Bahia ermordet – deutsche Medien berichteten nicht: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/07/brasilien-wo-man-den-2012-in-bahia-ermordeten-deutschen-touristen-steffen-neubert-in-einem-nummerngrab-beerdigte-friedhof-neben-einem-gewaltgepragten-elendsviertel-von-ilheus-wo-neubert-liegt/

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Ausriß, Angela Merkel und Joachim Gauck in der Scheiterhaufenstadt Rio de Janeiro:http://www.hart-brasilientexte.de/2017/01/10/bundespraesident-joachim-gauck-ard-agitprop-film-zeigt-ihn-bei-fussball-wm-in-brasilien-doch-unterschlaegt-gaucks-beredtes-schweigen-zu-gravierenden-menschenrechtsverletzungensystematische-folter/

Die Aufdringlichkeit der Sinne

Vom machtgeschützten Verlust der gesellschaftlichen Sehkraft – Oskar Negt(2000)

“Der Verlust jener in sinnlicher Erfahrung begründeten Urteilsfähigkeit der Menschen hat in unserem Jahrhundert für viele Menschen tödliche Folgen gehabt. Das Wegsehen, die machtgeschützte Sinnenblindheit, wenn Menschen verfolgt und getrieben, vergewaltigt und öffentlich gequält werden – das gehört nicht der Vergangenheit an.”

Jeder 262. Brasilianer in Haft, laut Statistik. Tendenz steigend, viele Gefängnisse im Bau, Privatisierungswelle. Investoren legen zunehmend Geld im Gefängnis-Business an.

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Foto: Gefangenenseelsorge.

Bischöfliche Gefangenenseelsorge besucht Gefängnisse in Amazonien: “Total überfüllte Zellen, meist mit Analphabeten ohne Personaldokument, die sogar ihr Geburtsdatum nicht kennen.” Padre Valdir Joao Silveira

 

Die psychischen Belastungen für Gefangenenseelsorger und ihre Mitarbeiter, die immer wieder Zeuge solcher Vorgänge werden, sind enorm. Nicht weniger belastend, dazu verbitternd,  ist für sie die Feststellung, daß es in Brasilien, aber auch in Ländern der Ersten Welt wie Deutschland kaum echtes Interesse an der tatsächlichen Menschenrechtslage Brasiliens gibt, Verdrängungsmechanismen stark wirken. Zumal in diesen Staaten die perversen Machteliten gezielt und planmäßig dafür sorgen, die Bevölkerung(u.a. über massive Dauerberieselung mit Kriminal und -Gewalt-Filmen selbst durch Staatsmedien) an einen zunehmend höheren Grad von Alltagsgewalt zu gewöhnen. 

Silveira: “Zustände dieser Art gibt es in allen brasilianischen Teilstaaten.”

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Ausriß, Landesmedien. Manaus-Rebellion und Geköpfte 2017.

Leonardo Boff :“Lula machte die größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung, ethische Politik.“ 

“Brasilien ist eine Industriemacht, die achtgrößte Wirtschaftsnation der Welt, modern und fortschrittlich.”

“In den vergangenen Jahren hat Rio gemeinsam mit Brasilien ein Wirtschaftswunder hingelegt. Die Favelas sind saniert und weitgehend drogenfrei…” Der Spiegel, Juni 2013

Wie die Merkel-Gabriel-Regierung auf die jahrelangen Warnungen, Appelle von Zgubic und Silveira reagierte, etwa bei Staatsbesuchen, ist allgemein bekannt. 

“Ich glaube, ihr seid auf einem fabelhaft guten Wege.” Helmut Schmidt(SPD) zu Lula 2009 in Hamburg…

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Silveira-Amtsvorgänger Günther Zgubic – österreichischer Priester  und langjähriger Gefangenen-Seelsorger  – bester Kenner des Gefängnis-Horrors von Brasilien. Die Analysen von Zgubic kennt auch die deutsche Regierung sehr genau:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/12/27/oesterreichs-katholischer-priester-guenther-zgubic-unter-den-besten-kennern-brasi

 

Brasilianischer Massakeroberst aus Lulas Koalitionspartei weiter straffrei/Hintergrundtext

Prozeß um Blutbad von 1992 neu aufgerollt

–von Klaus Hart, Sao Paulo–

Der österreichische Priester und Gefangenenseelsorger Günther Zgubic rennt im Oktober 1992 in die Haftanstalt Carandiru von Sao Paulo und sieht Unbeschreibliches: Kurz zuvor hatte eine Polizei-Sondereinheit aus Maschinenpistolen über fünftausend Schuß auf rebellierende Gefangene abgefeuert, diese regelrecht zersiebt, bis sämtliche Munition aufgebraucht war. Viele Häftlinge wurden dann durch Polizeihunde zerrissen. In Zellen und Korridoren steht das Blut knöchelhoch. Priester Zgubic zählt über 160 Tote, doch laut amtlichen Angaben sind es “nur” 111. Er hatte sie alle betreut. Vierzehn Jahre später steht Zgubic jetzt im Gerichtssaal von Sao Paulo jenem Polizeioberst und Politiker Ubiratan Guimaraes direkt gegenüber, der das größte Häftlingsmassaker in der Geschichte des Tropenlandes befohlen und persönlich geleitet hatte. Weder der politisch verantwortliche Gouverneur noch die Todesschützen wurden belangt – und auch Oberst Guimaraes ist weiter auf freiem Fuß.

Erst neun Jahre nach dem Blutbad war er zwar zu 632 Jahren Gefängnis verurteilt worden, genießt indessen als Abgeordneter Immunität. Jetzt will Guimaraes erreichen, daß das Urteil annulliert wird. 
–Straffreiheit für „Schwerstverbrecher aus der Politik“—
Für Zgubic, der heute die gesamte Gefangenenseelsorge des Riesenlandes leitet und bereits mehrere internationale Menschenrechtspreise erhielt, weist der Fall auf den Zustand des brasilianischen Rechtsstaats. „Es ist ein zynischer Witz, eine schwere Beleidigung für alle Bürgerrechtler der Erde – hier zeigt sich, wie tief Brasilien immer noch in Strukturen der Militärdiktatur verwurzelt ist. Vieles wird noch unter den Teppich gekehrt.“ 
Für „Schwerstverbrecher in der Politik“ gelte nach wie vor Straffreiheit. Der Polizeioberst habe auch weiterhin nichts zu befürchten und könne zudem immer wieder in Berufung gehen, falls er jetzt vor Gericht nicht durchkomme. „Das ist das alte Trauerspiel in den lateinamerikanischen Demokratien.“ Damit das Blutbad nicht straffrei bleibt, hatte die Gefangenenseelsorge auf internationalen Druck gehofft, die Weltöffentlichkeit informiert. Leider erfolglos, Brasilien ist schließlich nicht Kuba. Brasilien ist Lateinamerikas größte Demokratie, zu der auch Deutschland laut Auswärtigem Amt „ausgezeichnete Beziehungen“ auf allen Gebieten unterhält. 
Wenn Oberst Guimaraes in den Wahlkampf zieht, stellt er seine Kandidatennummer 111 stets groß heraus – 111 – die amtliche Zahl der getöteten Häftlinge. Auch Brasiliens Gefangenenseelsorge hat dies als Verhöhnung der Opfer, als beispiellosen Zynismus verurteilt, der von den Autoritäten auch noch hingenommen werde. 
–Lula und die Rechtspartei des Massakerobersten—
Doch Oberst Guimaraes versteht sich gut mit den Eliten, ist auch Sicherheitsberater für die Upperclass. “Der Mann nimmt sogar an großen Militärparaden teil, wird dort von allen Obrigkeiten, seinen Freunden begrüßt“, sagt Zgubic. Guimaraes gehört derzeit zur Rechtspartei PTB – Staatschef Luis Inacio Lula machte sie nach seinem Amtsantritt zum politischen Bündnispartner, vergab an PTB-Politiker viele hohe Posten. Zur PTB gehört auch der Kongreßabgeordnete und Ex-Offizier Jair Bolsonaro, der öffentlich regelmäßig die Anwendung der Folter befürwortet. Mehrfach betonte Bolsonaro laut brasilianischen Presseberichten, daß man in Carandiru noch viel mehr Häftlinge hätte töten müssen. „Ich bin weiterhin der Meinung, daß man die Möglichkeit ungenutzt ließ, dort drinnen tausend zu töten“, wird Bolsonaro zitiert. Unter Lula ist Bolsonaro Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses sowie des Ausschusses für Nationale Verteidigung. All dies spricht Bände.
Priester Zgubic kritisiert Lula und dessen Regierung, weist auch auf das Fortbestehen der Folter:“Wir sind bei einer Remilitarisierung Brasiliens und stehen vor einem inneren Bürgerkrieg, solange die sozialen Fragen nicht gelöst werden. Mehr als die Hälfte der Brasilianer hat keine rechtlich abgesicherte Arbeit. Die Erwerbslosigkeit ist unglaublich hoch – die offiziellen Zahlen von acht bis zehn Prozent sind gefälscht.“
–„Die internationalen Medien sind total manipuliert“—
Wie erklärt sich jemand wie der unter Lebensgefahr wirkende Menschenrechtsaktivist Zgubic, daß es um Mißhandlungen in irakischen Gefängnissen auch in den europäischen Medien viel Aufsehen gab, über weit gravierendere Fälle in Brasilien, und auch über die Massaker indessen im Vergleich so gut wie nicht berichtet wird? „Die internationalen Medien sind total manipuliert – wenn eine Oberschicht einfach nicht will, daß international hinterfragt wird, dann wird darüber eben nicht berichtet. Wir brauchten den Druck von Europa auf jeden Fall. Allein in Sao Paulo kommen mehr Menschen um als in den Konflikten zwischen Israel und Palästina.“
Im Gerichtssaal von Sao Paulo sitzt Zgubic neben seinem Mitstreiter Padre Julio Lancelotti, einem der angesehensten brasilianischen Menschenrechtsaktivisten. 
—–„Mehrheit des Volkes für das Massaker“—
Für Lancelotti ist keineswegs überraschend, daß jemand wie Massakeroberst Guimaraes immer wieder ganz demokratisch zum Abgeordneten gewählt wird. 
“Die Mehrheit des brasilianischen Volkes ist für das Massaker, wäre bei einer Befragung auch für die Todesstrafe, für die Exekution von Häftlingen.“ Denn die meisten glaubten nicht an Resozialisierung. „Und die Massaker dauern ja an – die Zahl der Opfer von 1992 wurde bei den nachfolgenden Blutbädern weit übertroffen. Gerechtfertigt wird die Gewalt gegen Häftlinge – das ist Reflex einer Kultur der Gewalt, der Banalisierung des Lebens in Brasilien. Das alles zeigt, wie es heute zugeht. Man hat nicht eine Vision der Gerechtigkeit, sondern der Rache. Es geht nicht darum, für Gerechtigkeit zu sorgen, einen Rechtsstaat zu haben – sondern einen Staat der Unterdrückung, der Gewalt. Man verteidigt vor dem Volke, daß die hohe Gewaltrate in Brasilien nur verringert werden könne, wenn man die sogenannten Gewalttätigen töte.“ Wie steht die Lula-Regierung zu dem Blutbad? „Offiziell ist sie gegen das Massaker – aber diese Position ist nur für den internationalen Verbrauch gedacht, für NGOs, Institutionen. Denn die Massaker gehen ja weiter.“ Lancelotti, der in Sao Paulo zugleich das weltweit einzige bischöfliche Vikariat für das Heer der Obdachlosen leitet, hält sein Engagement für die Menschenrechte trotz der Rückschläge und Niederlagen nicht für vergebens:“Es ist ein Akt des Widerstands und der Hoffnung, daß die Gerechtigkeit eines Tages siegen wird. Ich glaube, es ist uns gelungen, wenigstens einigen Menschen unsere Position zu verdeutlichen. Wir wissen, daß unsere Arbeit weiterhin sehr schwierig und aufreibend sein wird. “ Auch Dissident Lancelotti wirkt unter Lebensgefahr, erhält Morddrohungen, war bereits Ziel von Anschlägen. Unter der Lula-Regierung wurden zahlreiche Dissidenten, darunter aus der Landlosen-und Indianerbewegung, aus politischen Motiven ermordet. Mit wirksamer Solidarität aus Europa, gar Deutschland, können Brasiliens Menschenrechtsaktivisten nicht rechnen. Jeder weiß warum.

 

http://www.hart-brasilientexte.de/2017/01/02/aus-brasilien-nichts-neues-gefaengnis-rebellion-zu-jahresbeginn-2017-mit-offiziell-60-toten-in-amazonas-millionenstadt-manaus-schauplatz-vieler-aehnlicher-gewaltausbrueche-warum-brasilien-strateg/

MerkelBrasilienZgubicSampaio2008

Ausriß, Radio Vatikan. “Die Stimme des Papstes und der Weltkirche”. “Brasilien: Kirchliche Menschenrechtler enttäuscht über Merkel”. Österreichischer Priester Günther Zgubic, Plinio Sampaio…

Kardinal Marx würdigt Bundeskanzlerin Merkel

„POLITIK AUS DEM CHRISTLICHEN GLAUBEN HERAUS“/dbk 2017

“Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat das Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewürdigt, die Welt aus christlicher Perspektive mitzugestalten.”

http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2017/2017-016b-Eugen-Bolz-Preis-Laudatio-Kard.-Marx.pdf

“Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung ist nach dem früheren württembergischen Staatspräsidenten benannt, der 1945 als Widerstandskämpfer 1945 von den Nazis hingerichtet wurde.” DER SPIEGEL

Merkel-Kandidatur 2017:

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/11/21/angela-merkel-was-auftraggebenden-machteliten-westdeutschlands-sowie-der-nato-an-ihr-gefaellt/

Brasiliens bischöfliche Gefangenenseelsorge und der Horror in den Haftanstalten(2013)

Folter, Vergewaltigungen, Massaker, Herrschaft von Verbrecherkommandos,  Sklavenhaltermentalität

„Politik und organisiertes Verbrechen sind liiert “

Mehr als 50 Männer bei 45 Grad schwüler Tropenhitze eingepfercht in eine stockdunkle Zelle für höchstens 10 Häftlinge – nur eine  Kloschüssel,  barbarischer Fäkaliengestank, Hautkrankheiten, offene Wunden, Lepra, Tuberkulose.

In anderen Gefängnissen Nordbrasiliens sind die Frauen direkt neben den Männern untergebracht, wegen offener Zellentüren der Gewalt von machistischen Schwerverbrechern ausgeliefert. „Folter durch  Militärpolizisten oder Wärter ist üblich – Verbrennen der Haut, Kopf ins Wasser oder Plastiksack übergestülpt – Erstickungsanfälle bis zur Ohnmacht.“

Soll das alles wahr sein, was der katholische Padre Valdir Joao Silveira von jüngsten Seelsorgebesuchen berichtet? Das Bizarre – sogar hohe Regierungspolitiker geben ihm Recht. Wegen seines Kampfes gegen die Folter zeichnet ihn 2010 der damalige Staatschef Lula mit dem nationalen Menschenrechtspreis aus – doch heute sitzen  zahlreiche enge prominente Freunde Lulas wegen aktiver Korruption und Bandenbildung im Gefängnis. Sie genießen Vorzugsbehandlung, viele Privilegien – was Padre Silveira wie die allermeisten Brasilianer empört, die die Kerkerrealität kennen.

 „Ich würde lieber sterben, als in solchen mittelalterlichen Strafanstalten eingesperrt zu sein“, gesteht 2012 sogar Justizminister José Cardozo ein. „Unsere Gefängnisse sind wahre Schulen des Verbrechens, unmenschlich, ermöglichen keine Reintegration, stärken die Gangstersyndikate. Wer im Knast überleben will, muß sich ihnen anschließen.“

Der Justizminister bestätigt damit die jahrzehntelange detaillierte Kritik der bischöflichen katholischen Gefangenenseelsorge sowie zahlreicher brasilianischer Menschenrechtsexperten.  Nur – den Worten des Ministers folgen keine Taten –  jährlich  kommen Zehntausenden in diesen Kerkern um, durch Mord, Seuchen, Krankheiten.

 Unermüdlich sind daher Padre Silveira und seine Stellvertreterin, die Deutsche Petra Pfaller, fast das ganze Jahr in dem Riesenland unterwegs, besuchen mit den lokalen Pastoralgruppen eine Haftanstalt nach der anderen. „Wir ermitteln, sammeln Beweise – und gehen dann direkt zu den politisch Verantwortlichen, stellen Anzeige, fordern Sofortmaßnahmen – von lokalen Behörden bis hinauf zum Innen-und Justizministerium, dem  Palast von Staatspräsidentin Dilma Rousseff – natürlich schalten wir auch Amnesty International ein.“ Diese Zähigkeit führt zum Erfolg, leider nicht immer. „Im Teilstaat Amazonas mußten jetzt 20 Prozent aller Gefangenen entlassen werden – die waren alle illegal eingesperrt! Doch in anderen Teilstaaten sind 60 Prozent der Häftlinge garnicht abgeurteilt – warten viele bis zu vier Jahre auf einen Prozeß – wo man nur zu oft deren Unschuld feststellt. Unvorstellbare menschliche Dramen – Menschen vertieren und verfaulen da drinnen regelrecht!“

Gegessen wird mit der Hand, ohne Bestecke – Wäschewechsel etwa einmal im Monat.

 „Eine normale Person hält das nicht aus – also setzt man die Häftlinge unter harte Drogen.“ Ebenfalls kaum zu fassen: De facto dienen Brasiliens Gefängnisse heute dem Rauschgifthandel, werden vom organisierten Verbrechen administriert, das von Häftlingsangehörigen Gelder erpreßt –  alles geduldet vom Staat, „der sich den Gangsterorganisationen landesweit unterwirft.“ Haarsträubend, daß immer mehr Gefängnisse privatisiert werden. In „normalen“ Anstalten kostet ein Häftling den Steuerzahler monatlich umgerechnet rund 430 Euro, in privatisierten bekommen die Investoren dagegen über 1300 pro Kopf. „Ein phantastisches Geschäft“, so Padre Silveira. „Je voller die Gefängnisse, umso höher der Gewinn.“  Allein im Teilstaat Sao Paulo steigt die Gefangenenzahl monatlich(!) um mehr als 4000.

Nicht resozialisierte, animalisierte Häftlinge werden nach der Freilassung meist sofort rückfällig, viele sterben bei Schießereien mit der Polizei.  „Die jetzige Gefängnispolitik erhöht Gewalt und Kriminalität in Brasilien – viele Verbrechen werden in der Haft geplant!“

Wie erträgt der Seelsorger diese seelische Belastung? „Unmöglich, das alles zu verkraften – manchmal fühle ich mich selber psychisch gestört.“ Zumal sein Lebensrisiko wächst. „Ich erfahre tagtäglich, was ich nicht wissen soll – Angst habe ich daher vor der Polizei.“

In Brasilien beseitigt man Unbequeme auch durch vorgetäuschte Verkehrsunglücke, Raubüberfälle. „Daher gehe ich stets in Gruppen, übernachte im Haus des Bischofs.“

 Woher nehmen er, seine Pastoral-Mitstreiter die Energie? „Der christliche Glaube verändert, gibt Hoffnung – darauf bauen wir.“

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US-Hinterhof Brasilien. 17.4. 2016 – Pro-Impeachment-Kundgebung auf der Avenida Paulista in Sao Paulo.

Das historische Foto: Friedensnobelpreisträger Barack Obama und Diktaturaktivist José Sarney, damaliger Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA des Militärregimes(1964-1985) prosten sich in Brasilia 2011 zu. Deutschlands Lügenmedien verzichten derzeit vorhersehbar darauf, auf derartige historische Kontexte zu verweisen.(Temer links neben Obama)

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Zeitungsausriß.

Bodo Ramelow und die Wertvorstellungen seiner Koalitionspartner:http://www.hart-brasilientexte.de/2014/12/05/bodo-ramelow-und-die-wertvorstellungen-seiner-spd-partner/

“Wir hatten bisher nie Demokratie”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/22/fabio-konder-comparato-wir-hatten-bis-heute-nie-demokratie-wir-leben-immer-unter-einem-oligarchischen-regime-menschenrechtsaktivist-rechtsprofessor-an-brasiliens-fuhrender-bundesuniversitat-us/

Gauck sieht Kolumbien und Brasilien “auf gutem Wege”/Deutschlandradio Kultur

“Moderne Scheiterhaufen aus Autoreifen”:http://www.deutschlandradiokultur.de/moderne-scheiterhaufen-aus-autoreifen.1013.de.html?dram:article_id=167263

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Extrem symbolträchtig: Dilma Rousseff feiert mit dem Ex-Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA, José Sarney(inzwischen starker Mann der PMDB-Partei), 2010 ihren Wahlsieg – mit Rousseff hatte auch Sarney gewonnen… Ausriß.
http://www.hart-brasilientexte.de/2014/10/02/brasiliens-folterdiktatur1964-1985-hans-dietrich-genscher-derzeit-wieder-im-deutschen-mainstream/

http://www.hart-brasilientexte.de/2014/04/17/brasilien-unter-lula-und-dilma-448-umweltaktivisten-zwischen-2002-und-2013-ermordet-laut-ngo-global-witness-keinerlei-proteste-aus-berlin-brussel-dafur-vergabe-der-fusball-wm-olympischen-somme/

Petra Pfaller, Vize-Koordenatorin der bischöflichen Gefangenenseelsorge in Brasilien:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/12/brasilienes-wird-immer-noch-sehr-viel-gefoltertdeutsche-petra-pfaller-aus-der-katholischen-gefangenenseelsorge-brasiliens-2011-uber-die-menschenrechtslage-unter-lula-rousseff/

Günter Nooke im Website-Interview: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/

Gefangenenpriester Günther Zgubic: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunther-zgubic-in-brasilien-weiter-folter-in-allen-varianten-eine-deutsche-frau-wurde-unglaublich-mit-elektroschocks-kaputtgemacht-psychisch-ner/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/10/weiterer-haftlingsaufstand-diesmal-in-manausamazonien-mindestens-vier-getotete-bisher-gefangnissituation-unter-lula/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/09/18-ermordete-bei-gefangenenaufstand-in-sao-luisbrasilien-laut-polizei-proteste-gegen-haftbedingungen/

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Lulas vielkritisierte Äußerung über Gewalt gegen Häftlinge.

Brasiliens Menschenrechtsorganisation CONECTAS mit Fotoserie über Gewalt in Haftanstalten – anklicken: http://www.estadao.com.br/especiais/2009/11/crimesnobrasil_if_es.pdf

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/16/die-folter-bleibt-in-brasilien-weiterhin-straflos-zersetzt-polizeiwachen-und-gefangnisse-historiker-cassio-schubsky-erinnert-mitten-in-der-fusball-wm-in-der-grosten-qualitatszeitung-folha-de-s/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/16/brasilien-unterzeichnete-internationales-anti-folter-abkommen-setzte-es-aber-nicht-um-uno-kritik-in-genf-an-barbarischen-haftbedingungen-unter-lula-in-brasilien-szenen-der-barbarei-in-brasili/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/15/uno-in-genf-debattiert-weiter-menschenrechtslage-in-gefangnissen-unter-lula-folter-zerstuckelungen-geforderte-verrohung-keine-resozialisierung-video-anklicken/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/19/mittelalterliche-zustande-in-gefangnis-von-espirito-santo-gefangenensituation-unter-lula-deutschstammige-menschenrechtsaktivistin-maria-nacort-folter-zerstuckelungen-von-haftlingen/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/03/menschenrechtsexperten-lula-ironisiert-alltagliche-folter-in-staatsgefangnissen-brasiliens/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/26/brasilien-folter-unter-der-rousseff-regierung-folter-ist-routine-in-gefangnissen-allgemein-verbreitet-und-institutionalisiert-seit-der-militardiktatur-rechnet-die-gewaltpraxis-in-den-brasiliani/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/26/folter-unter-der-lula-dilma-regierung-amnesty-international-analysiert-viel-lob-fur-brasilias-politik-aus-europa-von-europaischen-regierungen/

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In Rio-City von Gangster erschossener Polizist, November 2010,  Zeitungsausriß O Globo.

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Anschlag auf Polizist von Rio de Janeiro in Lula-Amtszeit.

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Ausriß. Pflichtwahlen 2012 in Rio de Janeiro – wie stets mit bemerkenswertem Armeeeinsatz. 

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Ausriß. Polizei-Spezialeinheit BOPE in Rio de Janeiro:”O BOPE Deseja a todos Feliz Natal!”. Wo deutsche Machteliten ihre Anregungen und Ideen herholen…Brasilien – strategischer Partner der Merkel-Regierung, Testlabor des Neoliberalismus.

Filmhit “Tropa de Elite 2? – Trailer in deutscher Sprache:https://www.youtube.com/watch?v=eTJbVuyDh40.

Original-Trailer:https://www.youtube.com/watch?v=jW_f3XHk3kE

Hanna Schygulla (* 25. Dezember 1943 im oberschlesischen Königshütte bei Kattowitz) ist eine deutsche Schauspielerin und Sängerin:

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/08/tropa-de-elite-2-noch-dokumentarischer-als-der-berlinale-gewinner-landeskunde-pur-uber-das-heutige-brasilien/

Helmut Schmidt/SPD und Brasilien – 100(23.12. 2018). Erwartungsgemäß ungezählte “Würdigungen” im Relotius-Stil, in denen alles Wesentliche fehlt:http://www.hart-brasilientexte.de/2018/12/23/helmut-schmidtspd-10023-12-2018-erwartungsgemaess-ungezaehlte-wuerdigungen-im-relotus-stil-in-denen-alles-wesenliche-fehlt/.

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“Deutschlands politische Spitze: heuchlerisch, brutal, verlogen, erbärmlich”. PI 2018.

«Die Sitten verwildern, die Gerechtigkeit ist obdachlos»“Identitäten lösen sich auf, Gesellschaften verwandeln sich in hypernervöse Gemeinschaften, die Aggressivität nimmt zu: Die Welt scheint aus den Fugen.” Der Philosoph Peter Sloterdijk 2018 in der Neuen Zürcher Zeitung:https://www.nzz.ch/feuilleton/wir-erleben-ein-grosses-gleiten-ld.1370201

Brasilien – Daten, Statistiken:http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/.

“In den vergangenen Jahren hat Rio gemeinsam mit Brasilien ein Wirtschaftswunder hingelegt. Die Favelas sind saniert und weitgehend drogenfrei…” Westdeutsche Illustrierte DER SPIEGEL, Juni 2013(Kein Relotius-Text).

Wem nützt die Banditendiktatur?

 http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/

-http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-politisch-korrekte-mainstream-kritiken-blieben-auf-jury-ohne-wirkung/

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/08/05/rio-de-janeiro-5-8-2016-willkommen-in-der-hoellewelcome-to-hell-polizeibeamte-wiederholen-protest-am-tag-der-spiele-eroeffnung-vor-maracana-stadion/

“Der Irak ist hier” – Menschenrechtssamba von Jorge Aragao, anklicken:http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/12/o-iraque-e-aqui-der-irak-ist-hier-hit-von-jorge-aragao/

Der Sound von Rio de Janeiro. 

Brasiliens populärer Waffen-Rap, zur Fußball-WM von Südafrika in den dortigen Diskotheken häufig gespielt – neoliberaler Zeitgeist heute – anklicken: http://www.youtube.com/watch?v=ZthNYozVwNM

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/21/brasilien-waffen-rap-mit-morro-do-dende-schieserei-im-slum-offiziell-vier-tote-bope-panzerwageneinsatz-sicherheitslage-in-rio-de-janeiro-vor-fusball-wm-und-olympia-2016/

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“Schönheit und Fäulnis”. Neue Zürcher Zeitung/NZZ – Klaus Hart:https://www.nzz.ch/schoenheit_und_faeulnis-1.700750

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Clip-Ausriß.

“Terror-Rap statt Samba” – Tagesspiegel:  http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/terror-rap-statt-samba/763272.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/01/brasiliens-gewaltkultur-der-populare-waffenrap-zur-fusball-wm-in-sudafrika-der-diskotheken-hit/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/brasiliens-kindersoldaten-junge-kinder-mit-waffen-die-einfach-anderre-kinder-erschossen-haben-die-sie-gerade-mal-schief-angeschaut-habenlesermail/

BRASILIEN

Gauck: Von Brasilien lernen

Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013

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Joachim Gauck 2013 in Rio de Janeiro:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/17/brasilien-historischer-besuch-des-deutschen-bundesprasidenten-joachim-gauck-im-tropenland-trotz-gravierender-menschenrechtslage-folter-todesschwadronen-gefangnis-horror-sklavenarbeit-etc-b/

“In der Hölle hinter Gittern” – Langtext:  http://www.welt-sichten.org/artikel/221/der-hoelle-hinter-gittern

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/15/brasilien-groses-echo-auf-protest-in-sao-paulo-gegen-todesschwadronen-menschenrechtsorganisationen-beklagen-polizeigewalt-proteste-wahrend-aufenthalt-von-bundesprasident-joachim-gauck-in-der-megaci/

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Rap das ArmasCidinho e Doca

Parapapapapapapapapa
Paparapaparapapara clack bum
Parapapapapapapapapa

Morro do Dendé  é ruim de invadir
Nois, com os Alemáo, vamo se diverti
Porque no Dendé  eu vo dizer como é que é
Aqui náo tem mole nem pra DRE
Pra subir aqui no morro até a BOPE treme…

Bolsonaro und Merkel:http://www.hart-brasilientexte.de/2018/12/21/bolsonarobrasilien-ab-januar-2018-strategischer-partner-von-merkel-auch-spd-idol-schmidt-waere-wohl-ueber-bolsonaro-begeistertnatuerlich-nur-insgeheim-nicht-offiziell/

Weihnachten in Angst – Banditenterror in Brasilien-Slums unterdrückt Freude über Christi Geburt

„Die Slum-Bewohner werden vom Staat im Stich gelassen.“ Bischof Milton Kenan Junior

Kirchliche Friedensdemonstration in Sao Paulo gegen Attentats-und Mordwelle in Brasilien

Nicht wenigen deutschen Christen ist es ein Herzensbedürfnis, gerade in der Weihnachtszeit solidarisch all jener zu gedenken, die in den Konfliktzonen dieser Erde Christi Geburt weder hoffnungsvoll-fröhlich noch entspannt feiern können. Millionen von Menschen in den Elends-und Armenvierteln von Brasilien, dem größten katholischen Land, gehören dazu. „Die schwerbewaffneten Banditenkommandos des organisierten Verbrechens verhängen Ausgangssperren, verüben immer wieder Blutbäder – hier wirken starke, finstere Kräfte gegen die christlichen Werte“, sagt Priester Edson Jorge Feltrin von der Gemeinde des Heiligen Franziskus. „Das bringt auch mich als Geistlichen in eine komplizierte Situation –  denn die Weihnachtsgottesdienste müssen zuende sein, bevor es dunkel geworden ist. Die Menschen meiner Slumregion Brasilandia leben in Angst und Bedrückung, ziehen sich immer mehr in ihre armseligen Behausungen zurück, gehen kaum noch ins Freie. Wie soll da weihnachtliche Stimmung aufkommen?“ Wenn es ums tägliche Überleben gehe, der Leidensdruck von Jahr zu Jahr höher werde, so Padre Feltrin, könnten die Slumbewohner schwerlich eine starke innere Beziehung zum Weihnachtsfest entwickeln. „Da ist nicht viel Raum für Reflexionen, wenn von draußen Schüsse, sogar MG-Salven zu hören sind, Banditen mit Benzin immer wieder Busse in Brand stecken. Kurz vor Weihnachten verkohlen zwei Menschen, die nicht rechtzeitig aus dem Nahverkehrsbus flüchten konnten. Für Feltrin und seine Gemeindemitglieder sind es nicht die ersten Weihnachten dieser Art. „ Auch letztes Jahr gab es bereits diese Gewalt – mußten wir den günstigsten Zeitpunkt für die Christmetten finden, um das Risiko für die Gläubigen so gering wie möglich zu halten.“ Feltrin spricht über das Netz der Solidarität unter seinen Gemeindemitgliedern, für die Kirche wie eine große, gute Familie ist. Wo man sich trifft, sich hilft, unterstützt, offen seine Sorgen und Nöte aussprechen kann. „Über die diese kleine Kirche hier haben meine Gläubigen in beharrlichem Kampf viel erreicht – daß es überhaupt Strom und Wasser gibt, man eine Buslinie hierher legte.“  Und daß katholische Gemeinden aus bessergestellten Vierteln der Megacity Sao Paulo gerade zu Weihnachten Nahrungsspenden, Geschenke besonders an Kinder und Alte von Brasilandia verteilen. „Es gibt hier mehr Verelendete, als man denkt. Elend versteckt sich heute nicht in Holzkaten, sondern diesen simplen, provisorischen Backsteinhütten. Denn Holz ist ja viel teurer als Backstein“.

Padre Feltrin hat auch sehr viele junge engagierte Katholiken an seiner Seite, die schon jetzt die T-Shirts des bevorstehenden Jugendtreffens mit dem Papst –  2013 in Rio de Janeiro –  tragen – auch zur jüngsten, sehr risikoreichen Friendensdemonstration in Brasilandia.

 „Wir alle hier in der Kirchengemeinde des Heiligen Franziskus sind tagtäglich von Gewalt betroffen – Familienangehörige, Freunde und Bekannte werden überfallen, ermordet“, sagt Ana Cristina de Souza, die unweit der kleinen Gemeindekirche in einer Hang-Kate lebt. „Doch die Regierenden kümmern sich nicht um uns.“

Eine Frau neben ihr trägt ein T-Shirt mit dem Foto eines jungen Mannes:

“Das ist mein Enkel Duda – er kam von der Schule, wurde auf offener Straße erschossen. Niemand kennt den Grund, die Polizei hat nichts aufgeklärt. Gott möge uns beschützen.“

Viele auf der Friedensdemonstration erinnern mit solchen T-Shirts an Gewaltopfer der jüngsten Zeit.

 Mehrere tausend Christen ziehen tagsüber durch eine der gefährlichsten Regionen Sao Paulos und wissen um das Lebensrisiko. Denn wie das organisierte Verbrechen, dessen Banditenkommandos hier herrschen, auf den kirchlichen Protest reagiert, kann niemand voraussagen. Entlang der Route wurden in letzter Zeit zahlreiche Morde verübt, steckten Gangster einen Nahverkehrsbus in Brand und ließen ihn eine steile Straße hinabrollen – vier Slumbewohner wurden zu Tode gequetscht.

“Für ein friedliches Zusammenleben – keine Gewalt“, hallen immer wieder Sprechchöre.

 Auffällig, wie wenige Bewohner auf der Straße sind – hinter stabilen Stahlgittern schauen manche eher mißtrauisch auf den Demonstrationszug. Nachts oft Ausgangssperren –  Polizei läßt sich nur selten blicken. 2012 wurden allein in Sao Paulo bereits über 100 Beamte meist hinterrücks bei Anschlägen erschossen. Laut Statistik wird in Brasilien durchschnittlich alle neun Minuten und 48 Sekunden ein Mensch getötet, bei beträchtlicher Dunkelziffer – weit über 50000 Morde sind es im Jahr, mehr als in jedem anderen Land der Erde, weit mehr als in Konfliktgebieten wie Afghanistan.

“Mich haben die Gangster schon  zweimal zusammengeschlagen“, sagt Gemeindepriester Feltrin. „Ich lebe in Angst wie alle Gläubigen – denn wir sind dem organisierten Verbrechen ausgeliefert, das vor allem Jugendliche anlockt, rekrutiert. Ich beerdige hier größtenteils junge Menschen, die umgebracht wurden. Und dann die verdeckte Gewalt: Frauen werden mißhandelt, viele Kinder sogar vergewaltigt. Wir leben in einer Kultur des Todes.“

Feltrins  Bischof Milton Keno Junior, der die Friedensdemonstration führt,  sieht Gewalt als ein gravierendes Problem von ganz Brasilien, zudem gebe es weiterhin Elendsregionen.

“Verbesserungen sind nur langfristig vorstellbar, sofern der Staat an den Slumperipherien stärker präsent ist und eine echte Sozialpolitik praktiziert, zugunsten von Bildung, Arbeitsplätzen, menschenwürdigen Wohnungen.  Man muß das Drogengeschäft und  den illegalen Waffenhandel stoppen. Brasiliens große Plage ist die Korruption – Gelder für soziale Zwecke werden massiv abgezweigt. Unsere Kirchengemeinden in den Slums befinden sich in prekärer Lage – umso dankbarer sind wir für die Hilfe von Adveniat aus Deutschland.“

Wir laufen mit Bischof Milton Keno Junior und Padre Feltrin in der Nachbargemeinde des deutschen Priesters Konrad Körner aus Ampferbach/Bayern auch an einer kleinen, armseligen Straßenbar vorbei. Eine Woche später verhängen die Banditenkommandos wieder eine Ausgangssperre, doch die Besitzer der Straßenbar überschreiten die festgesetzte Zeit. Motorrad-Killer feuern wahllos in die Gäste –  Leichen, stöhnende Verwundete liegen in einer enormen Blutlache.

Konrad Körner: „In Deutschland kann man sich all dies schwerlich  vorstellen – noch dazu in der Weihnachtszeit.“

Weihnachtswünsche aus dem Elend: Überleben, nicht lebendig verbrannt werden, keine Vertreibung aus dem Slum…(2013)

Oben, an der üppig geschmückten Flanier-Avenida Paulista von Lateinamerikas reichster Megacity Sao Paulo zücken Betuchte in Kaufpalästen und Luxusboutiquen ihre Kreditkarten, erfüllen sich nahezu jeden materiellen Wunsch. Mit dem Fahrrad ist man über abschüssige Straßen rasch bei jenen, die nahe der Kloakeflüsse schon froh sind, wenn sie das Weihnachtsfest lebend überstehen. „Gott möge uns vor Feuer bewahren“, sagt Aline Campos in der Favela Heliopolis – eines von über 30 Elendsvierteln, deren eng aneinander geklebteHütten und Katen aus Abfallholz und Pappe 2013 niederbrannten, nur teilweise wieder aufgebaut werden konnten. Auch die Hütte ihrer Schwester zerfiel zu Asche. „Mein größter Wunsch ist, daß ich sie doch noch lebend wiedertreffe, in so vielen Hospitälern habe ich schon nach ihr gefragt.“

Unter der nahen Straßenbrücke nächtigen Dutzende von Obdachlosen, wie fast überall in Sao Paulo, auch direkt an der Kathedrale. Kurz vor Weihnachten sind wieder mehrere von ihnen im Schlaf erschossen worden – „soziale Säuberung“ heißt das zynisch. In der Nordoststadt Caruaru wird einer mit Benzin übergossen, verbrennt  lebendig. In Rio de Janeiro und Belo Horizonte, Spielorten der Fußball-WM, geschah dies ebenfalls.

 

„Der neue Bürgermeister Eduardo Haddad hat auch uns Obdachlosen  Sao Paulos  im Wahlkampf viel versprochen – könnte er uns nicht wenigstens durch seine Polizei vor solchen Sadisten schützen lassen, gerade in der Weihnachtszeit?“, fragt Antonio Soares.

 In der Favela Cachoeirinha zieht der zehnjährige Pedro dos Santos 2012  den künftigen Bürgermeister am Ärmel ins Hüttenlabyrinth, bittet ihn darum, einen schlammigen vermüllten Platz für die Kinder zum Spielen herzurichten. „Das ist der schlechteste, grauenhafteste Ort ganz Sao Paulos“, entfährt Haddad über die Favela. Den Platz kennt man in Deutschland – 2011 feiert dort Adveniat mit den Slumbewohnern einen Gottesdienst, live übertragen vom ZDF. „Wir leben hier ohne Hoffnung in die Politik“, sagt Gemeindepriester Bernardo Daly. „Klar – mein Wunsch wäre, daß sich die Politiker dafür interessieren, wie es dem Volk tatsächlich geht. Doch Bürgermeister Haddad ist vollauf mit Korruptionsskandalen seiner Präfektur beschäftigt – hier bessert sich nichts.“ Größter Wunsch der Slumbewohner, keineswegs nur zu Weihnachten, so Padre Daly, wäre eine sichere, feste Behausung. Denn hier, am stinkenden Abwässerbach, haben sie illegal ihre Katen errichtet, in ständiger Angst, morgen schon, etwa wegen eines Autobahnbaus, von der Präfektur vertrieben zu werden, dann obdachlos auf der Straße zu liegen. „Auch diese Ungewißheit  macht die Leute fertig – wir von der Kirche kämpfen dafür, daß sie Besitztitel bekommen.“ Einigermaßen gesund bleiben – noch so ein Weihnachtswunsch der „Favelados“. Denn bei heftigen Tropengewittern steigt der Abwässerbach rasch über die Ufer, steht die üble Brühe dann in den Hütten, krachen manche zusammen, werden weggespült. „Ratten, Schlangen, Stechfliegen übertragen viele Krankheiten.“

In der nordöstlichen Küstenstadt Fortaleza, mit etwa soviel Einwohnern wie Berlin, beten Arleane und Silvio zu Gott, nicht entdeckt zu werden, Weihnachten sicher zu überstehen. Ihr Bruder Felipe, 17, wird dieses Jahr von 15 Revolverkugeln durchsiebt. Mit 13, 14 ist er noch ein richtig netter Junge, doch Analphabet, fast nie in der Schule, der Staat kommt seiner Kontrollpflicht nicht nach. Felipe wird  von einem Banditenkommando angeworben, macht eine steile Verbrecherkarriere, ist gefürchtet, wird mehrfach von rivalisierenden Gangstersyndikaten verwundet. Nach dem jähen Tod erschießt seine Gang sofort zwei jugendliche Gegner,  Arleane und Silvio flüchten und verstecken sich aus Angst vor üblicher Rache in einem anderen Slum. „Hier werden auch regelmäßig  Jugendliche abgeknallt, die ihre Drogenschulden nicht bezahlten.“

„Wie halten die Menschen das in diesen Slums nur aus“, hört man oft von deutschen Christen, die Brasilien besuchen. Schlecht, bzw. garnicht, möchte man antworten. Ana, 15, hochsensibel und sehr aufgeweckt, sieht in ihrer Favela von Fortaleza mehrere Morde, dreht dieses Jahr regelrecht durch, wird zum Pflegefall, hockt jetzt vor Weihnachten in einem dunklen Verschlag der Kate, von starken Psychopharmaka halb betäubt. „Ana war die Beste in der Klasse, hätte den Absprung aus dem Slum schaffen können“, sagt die kirchliche Sozialarbeiterin Benedita Graziano. „Alle in ihrer Familie sind Voll-oder Halbanalphabeten, verstehen das Mädchen garnicht. Unser sehnlichster Wunsch ist, daß sie wieder gesund wird.“ Gewalt und Verbrechen machen psychisch krank, konstatiert auch die Weltgesundheitsorganisation. Brasilien ist das Land mit den meisten Morden. Über 20 Prozent sind dort laut Expertenstudien körperlich oder geistig behindert, in Ländern wie Deutschland ist es nur etwa ein Prozent.

Deutschlandfunk-Deutschlandradio-Beiträge – Kirche und Religion:

 http://www.deutschlandfunk.de/befreiungstheologie-50-jahre-nach-dem-militaerputsch-in.886.de.html?dram:article_id=275467

http://www.deutschlandfunk.de/proteste-in-brasilien-mit-dem-segen-der-kirche.886.de.html?dram:article_id=251446

http://www.deutschlandfunk.de/attraktivitaet-des-islams-in-den-favelas.886.de.html?

dram:article_id=244062

http://www.deutschlandradiokultur.de/wunderheilung-am-laufenden-band.954.de.html?dram:article_id=142731

http://www.deutschlandfunk.de/irgendwie-durchschlagen.886.de.html?dram:article_id=220755

http://www.deutschlandfunk.de/jesusmarsch-der-brasilianischen-pfingstler.886.de.html?

dram:article_id=216019

http://www.deutschlandradiokultur.de/da-sein-wo-gelitten-wird.1278.de.html?dram:article_id=192907

http://www.deutschlandradiokultur.de/moenche-als-kulturrevolutionaere.1278.de.html?
dram:article_id=192721

http://www.deutschlandradiokultur.de/kampf-fuer-die-schoepfung.1278.de.html?dram:article_id=192659

http://www.deutschlandradiokultur.de/von-der-buergerrechtlerin-zur-missionarin.1278.de.html?dram:article_id=192551

http://www.domradio.de/nachrichten/2008-01-14/brasilien-waechst-der-widerstand-gegen-die-fluss-umleitung

http://www.deutschlandradiokultur.de/koscher-in-sao-paulo.1079.de.html?dram:article_id=176195

http://www.deutschlandradiokultur.de/echte-und-falsche-wunder.1278.de.html?dram:article_id=192487

http://www.deutschlandradiokultur.de/mit-muell-zum-besseren-leben.1278.de.html?dram:article_id=192297

http://www.deutschlandradiokultur.de/straende-fuer-touristen-dreck-fuer-die-armen.979.de.html?dram:article_id=151993

http://www.deutschlandradiokultur.de/ich-bin-christ-und-sehe-mich-als-revolutionaer.1278.de.html?dram:article_id=192247

Deutschlandfunk-Deutschlandradio-Beiträge – Landeskunde, Kultur:

http://www.deutschlandfunk.de/das-verzehren-der-untiere.1242.de.html?dram:article_id=189856

http://www.deutschlandfunk.de/kolonialvergangenheit-und-weltraumbahnhof.1242.de.html?dram:article_id=189705
http://www.deutschlandfunk.de/idyll-fuer-gestresste-staedter.1242.de.html?dram:article_id=189399

http://www.deutschlandfunk.de/angepasste-denker-unter-dem-zuckerhut.691.de.html?

dram:article_id=52898

http://www.deutschlandradiokultur.de/kommerzieller-mist-statt-genuiner-brasilianischer-kultur.1013.de.html?dram:article_id=166562

http://www.deutschlandradiokultur.de/missbrauch-mord-machismus.979.de.html?dram:article_id=151634

http://www.deutschlandradiokultur.de/mein-kampf-ein-bestseller-in-brasilien.1013.de.html?dram:article_id=167336

http://www.deutschlandradiokultur.de/ohne-boegen-und-schnoerkel.1013.de.html?
dram:article_id=166070

http://www.deutschlandradiokultur.de/ein-festival-der-demagogie.1013.de.html?dram:article_id=165793

http://www.deutschlandfunk.de/truegerische-ruhe.799.de.html?dram:article_id=120110

http://www.deutschlandradiokultur.de/das-erfundene-paradies.1013.de.html?dram:article_id=166512

http://www.deutschlandfunk.de/brasiliens-profitabler-ideenklau.680.de.html?dram:article_id=35851

http://www.deutschlandradiokultur.de/gekaufte-chart-platzierung.1013.de.html?dram:article_id=166383

http://www.deutschlandradiokultur.de/hemmungslos-romantische-volksmusik-aus-brasilien.1013.de.html?dram:article_id=165415

http://www.deutschlandfunk.de/die-vergessene-diktatur.691.de.html?dram:article_id=52655

http://www.deutschlandfunk.de/toedliche-rituale-an-brasiliens-hochschulen.680.de.html?dram:article_id=37345

http://www.deutschlandfunk.de/kindermord-am-parana.691.de.html?dram:article_id=52594

http://www.deutschlandradiokultur.de/moderne-scheiterhaufen-aus-autoreifen.1013.de.html?dram:article_id=167263

http://www.deutschlandradiokultur.de/frontberichterstatter-im-brasilianischen-stadtkrieg.1013.de.html?dram:article_id=166225

http://www.deutschlandfunk.de/unter-einsatz-des-lebens.761.de.html?dram:article_id=114038

http://www.deutschlandradiokultur.de/fast-wie-im-mittelalter.979.de.html?dram:article_id=151784

http://www.deutschlandfunk.de/herzlichkeit-freundschaft-und-gewalt.680.de.html?dram:article_id=36527

http://www.deutschlandradiokultur.de/kreuzzug-gegen-visuelle-verschmutzung.1013.de.html?dram:article_id=166621

http://www.deutschlandfunk.de/sind-wasser-und-boeden-verseucht.697.de.html?dram:article_id=72778

Deutschlandfunk-Deutschlandradio-Beiträge – Wissenschaft und Forschung:

http://www.deutschlandradiokultur.de/wenn-umweltschuetzer-den-umweltschutz-sabotieren.1067.de.html?dram:article_id=224814

 http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/2218551/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1779605/

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/

http://www.wissen.de/thema/nationalpark-iguacu

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1651902/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1081848/

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http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1480331/

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/-/id=660374/nid=660374/did=1641370/svtjys/

 http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/swr2-wissen-das-brasilianische-sao-paulo/-/id=660374/nid=660374/did=1641370/svtjys/index.html

http://www.deutschlandradiokultur.de/die-palme-braucht-den-tukan.1067.de.html?dram:article_id=258181

http://www.dw.de/wie-viel-portugal-steckt-in-brasilien/a-5318083

http://www.domradio.de/nachrichten/2008-05-17/brasiliens-iguacu-wasserfaelle-sind-ein-bedrohtes-unesco-weltnaturerbe

https://www.juedische-allgemeine.de/autor/klaus-hart/

EconomistBrazilsfall15

Ausriß. Ein Land in der Mentalitätsfalle.

„Brasilien ist das Kraftzentrum Südamerikas geworden und zu einer Gestaltungsmacht mit globalem Anspruch herangewachsen“ – Bundesaußenminister Guido Westerwelle.

Dilma Rousseff 2016 – Bischof Erwin Kräutler und die “Zivildiktatur” in Brasilien. Hintergrundtexte, Fotos:

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/05/11/dilma-rousseff-2016-bischof-erwin-kraeutler-und-die-zivildiktatur-in-brasilien-hintergrundtexte/

Economist2009Braziltakesoff

Was das Mainstream-Blatt entgegen der Faktenlage noch 2009 behauptete: “Brazil takes off. A 14-Page-Special Report on Latin Americas Big Success Story”. Nach dem üblichen Motto “Einer schreibt vom andern ab” wurden auch deutsche Mediennutzer mit derartigen “Success Stories” belästigt. Relotius-Journalismus anderswo…

Hanna Schygulla 75(25. Dezember 2018):

Hanna Schygulla wieder in Sao Paulo. “Die Unerträglichkeit des Seins ist hier bis auf die Spitze getrieben.” Filmfestival zeigt Schygulla-Streifen. **

Hintergrundtext von 2002:
Hanna Schygulla, brasilianisch

Vorm ersten Brechtabend in dem Tropenland brauchte sie nur raus aus der Hotelsuite Sao Paulos, runter auf die Rua Augusta,  hatte Mackie-Messer-Szenerien pur: Kleine, große Gangster, Top-Manager, Dealer, Nutten, Luxuslimousinen, Absteigen, teure und billige Restaurants, Geistesgestörte und Besoffene, abgerissene Straßenkinder und verelendete Familien, die in stinkenden Müllsäcken nach Eßbarem wühlen, nachts im Dreck der Bürgersteige schlafen. Gleich daneben Lateinamerikas Wallstreet, Bankenpaläste von Milliardären, Globalisationsgewinnern. Nur Schritte entfernt, trat die von der Kritik als „Amazone, brechtische Anti-Walküre” Gefeierte vors Publikum, hatte, absichtlich oder nicht, überdeutliche Bezüge auf die brasilianische Realität en masse im Programm, durchweg in exzellentem Spanisch.

 Den Mackie-Messer -Song brachte sie zweimal, spielte ihn außerdem mit Brechts Stimme ein –  in einem Land extrem korrupter, zynischer Machteliten, die auch im jetzigen Präsidentschaftswahlkampf nach Kräften versuchen, wieder ihre Leute an die Spitze zu hieven. Damit alles so bleibt, wie es ist: Die weltweit fast krassesten Unterschiede zwischen Arm und Reich, Elend wie in Afrika und sogar noch Sklaverei – in der immerhin elftgrößten Wirtschaftsnation der Welt. ”Die Unerträglichkeit des Seins”, sagt sie mir im Exklusivinterview, „ist hier bis auf die Spitze getrieben, gibt es diese Art von Obszönität – und deshalb denke ich , daß Brecht eben nicht tot ist, sondern hochaktuell, die Haifische schwimmen nach wie vor in den Meeren der großen, umlaufenden Gelder. Globalisacion zielt doch nur auf Maximierung der Profite.”
Und Haifisch, Tubaráo ist in Brasilien geradezu ein fester Begriff, wenn es um Figuren der Geld-und Politikerelite geht, denen auch die größten Bestechungsskandale, Enthüllungen über absurdesten Machtmißbrauch letztlich nichts anhaben können. Hanna Schygulla interessiert natürlich brennend, wie Künstler, Musiker, die einfachen Leute mit diesen Problemen, dieser Realität umgehen. ”Die Lichtseite dieses großen Schattens ist, daß die Menschen viel mehr im Jetzt leben, weil alles so unstabil ist. Da man nicht weiß, ob morgen etwas noch so sein wird wie heute, gibt man sich dem Heute wirklich mehr in die Arme. Während wir doch in Europa doch sehr krampfen, sehr am Festhalten immer sind  und am Planen. Und ist das Leben? In diesem höchst gefährdeten, höchst unausgeglichenen, durch viele Erdbeben sozialer Art erschütterten Brasilien sind indessen trotz allem sehr viel Glücksmomente möglich, passiert kulturell sehr viel.” Anfang der Neunziger steckt ihr jemand bei Dreharbeiten auf Cuba eine Kassette mit Liedern von Maria Bethania zu, die hört sie jeden Tag, ist fasziniert. ”Es gibt ja Stimmen, da hat man das Gefühl, die möchte man trinken, die sind wie ein Elixier – und sie hat so eine – ist für mich eigentlich die Stimme Brasiliens.”1993 sieht, hört sie Maria Bethania in Rio de Janeiro erstmals auf der Bühne, beide treffen sich, werden enge Freundinnen, und jetzt, ebenfalls in Sao Paulo der erste gemeinsame Auftritt, im schönsten Konzertsaal der 17-Millionen-Stadt. Man war gespannt, welchen Titel Hanna Schygulla unbedingt mit Maria Bethania singen wollte. Die Wahl fiel auf Emoçoes, ganz intensiv gelebte Gefühle, ein sentimentaler Bolero-Hit von Roberto Carlos, Brasiliens seit Jahrzehnten erfolgreichstem Sänger, Komponisten und Texter – in Deutschland jedoch von den Worldmusic-Puristen als schnulziger Schlagersänger heruntergemacht, im Radio so gut wie nie gespielt. Für Hanna Schygulla liegt das auch an der Unfähigkeit vieler Deutscher, mit großen, romantischen Gefühlen umzugehen – für Brasilianer gewöhnlich kein Problem. „Deshalb sind auch die deutschen Schlager so schrecklich. Roberto-Carlos-Lieder, noch dazu von Maria Bethania gesungen, finde ich wunderbar. Die Musik des eigenen Landes ist das Blut, das durch die ganze brasilianische Kultur pulsiert, die Texte haben es in sich, das ist kein billiges Zeug, sondern lebendige Poesie!” Man spürt es, Hanna Schygulla liebt Lateinamerika, keine andere deutsche Künstlerin hat so enge Beziehungen zum Theater und zur Musik Brasiliens. Sämtliche ihrer Filme mit und nach Faßbinder hatten hier einen enormen Erfolg. Mit Maria Bethania singt sie nicht nur „Emoçoes” zusammen, auch Französisches, dazu „Lili Marlen”, das Publikum ist vorhersehbar aus dem Häuschen, man hörte beide gerne öfters. Das wird passieren , „Vidas paralelas”, parallele Lebensläufe, heißt ihr nächstes Projekt für Brasilien und sogar Europa, mit viel Wort und Musik, Persönlichem, ein Zeitporträt . „Wir sind nun mal jetzt alle in einem Boot  –  faszinierend, aus verschiedenen Kulturen zu kommen, die Sprache des anderen zu erlernen.”

Kurios, die Reflexionen von Hanna Schygulla 2010 erneut zu lesen. Die Künstlerin wird Sao Paulo, Brasilien sehr verändert vorfinden. Roberto-Carlos-Lieder, die sie so mag,  kommen auch heute in Ländern wie Deutschland kaum durch die Musikzensur, “die Musik des eigenen Landes” hat es heute schwerer denn je – die Autoritäten, darunter ein Kulturminister namens Gilberto Gil, haben gemeinsam mit den interessierten Industrien für zügige Amerikanisierung gesorgt. Schygullas Freundin Maria Bethania nennt sich völlig aus der Mode, das Interesse europäischer Mainstream-Medien an Brasilien-Kultur ist noch weit geringer als 2002.

Mensch und Müll:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/02/12/mensch-und-muell-2016-die-verelendete-sklavennachfahrin-von-sao-paulo-muelltueten-muellsaecke-als-einzige-kleidung-vergebliches-betteln-um-ein-paar-muenzen-keinerlei-zeichen-von-solidaritaet-mi/

GeoSpecialBrasilienVorwort15

Ausriß, die andere Sicht – Geo Special Brasilien. “…Rio…ist nun in den touristischen Vierteln so sicher wie eine europäische Großstadt…dieses überraschend moderne, hochsympathische und unendlich vielfältige Land…”

“Schönheit und Fäulnis”. Neue Zürcher Zeitung/NZZ – Klaus Hart:https://www.nzz.ch/schoenheit_und_faeulnis-1.700750

“Kommunist” Oscar Niemeyer und das Massaker an Bauarbeitern während der Errichtung von Brasilia:

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/

-LulaLINKE17

Ausriß. “Wir sind alle Lula”. http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/29/rio-de-janeiro-leonel-brizola-vizeprasident-der-sozialistischen-internationale-spielte-wichtige-rolle-bei-ausbreitung-des-organisierten-verbrechens-erinnern-medien-und-fachleute-brasiliens/

14. JULI 2017

„Lula Resiste! – Lula, halte durch!“: Solidarität mit Lula!/LINKE-Presseerklärung 2017

Vor wenigen Tagen wurde der in Brasilien noch immer sehr populäre Ex-Präsident Luiz Inácio „Lula“ da Silva wegen vermeintlicher passiver Korruption zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt – von einem dem großbürgerlichen Block willfährigen Richter

Katja Kipping, Bernd Riexinger (Parteivorsitzende der LINKEN) und Heinz Bierbaum (Vorsitzender der Internationalen Kommission der Partei DIE LINKE) erklären dazu:

„Wir sind bestürzt über die Verurteilung des brasilianischen Ex-Präsidenten Lula wegen angeblicher Korruption. Die Anklage wirkt konstruiert und politisch motiviert, die mehr als dürftige Beweislage stützt sich auf Kronzeugenaussagen. Erneut scheint die Justiz für politische Zwecke instrumentalisiert zu werden. Lulas Partei, die Partei der Arbeiter (Partido dos Trabalhadores – PT), sieht darin einen Anschlag auf die Demokratie und die Verfassung. Bereits im letzten Jahr wurde Dilma Rousseff durch einen parlamentarischen Putsch ihres Amtes enthoben. Nun entsteht der Eindruck, dass Lula, der die Umfragen zu den nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2018 anführt, mit einem fadenscheinigen Urteil aus dem Verkehr gezogen werden soll. Mit der PT hoffen wir darauf, dass in den nächsten Instanzen die Gerechtigkeit zum Zuge kommt. Unsere Solidarität gehört der PT und Luiz Inácio Lula da Silva.“

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http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/

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Ausriß.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/28/lulas-einkommen-allein-als-ehrenprasident-der-arbeiterpartei-aufschlusreich-ist-der-vergleich-mit-dem-brasilianischen-mindestlohn-den-satzen-von-bolsa-familia-den-arbeiter-durchschnittslohnen/

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Ex-Gewerkschaftsführer Lula – jetzt Teil der Eliten. Foto aus Ausstellung in Sao Paulo.

Insider der Arbeiterpartei PT betonen, Lula sei einst von den deutschen Automultis aufgebaut worden.Dies würde die Sonderstellung dieser Unternehmen in Brasilien, die vielfältigen staatlichen Vergünstigungen erklären, betonen brasilianische Wirtschaftsfachleute.

http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/15/lula-ist-millionaer-und-du-bist-im-elend-november-proteste-2015-in-brasilien-landesweit-gegen-lula-und-die-rousseff-regierung-fuer-amtsenthebung-der-staatschefin-fuer-inhaftierung-von-lula-und/

Bischof Erwin Kräutler und die Zivildiktatur in Brasilien:

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/05/11/dilma-rousseff-2016-bischof-erwin-kraeutler-und-die-zivildiktatur-in-brasilien-hintergrundtexte/

Bischof Luiz Cappio:

“Diese Regierung dient nicht dem Volk, sondern nur wirtschaftlichen Interessengruppen.Derzeit treibt die brasilianische Armee am Nordoststrom Rio Sao Francisco die Bauarbeiten voran –  doch wir kämpfen weiter gegen das Projekt, lassen uns nicht beirren. Denn dieses Milliarden teure Vorhaben ist unsozial, ungerecht und unethisch. Es wurde der Nation, den Steuerzahlern aufgezwungen und nicht einmal mit den Experten, den Betroffenen vor Ort diskutiert. Nutznießer sind Baukonzerne, Industrie und Exportlandwirtschaft, während der Lebensraum von Kleinbauern und sogar von vielen Indianerstämmen vernichtet, Natur mißhandelt wird.”

Die Lula-Rousseff-Regierung führte besonders die vom Finanzkapital sowie von ausländischen Multis geforderte Wirtschaftspolitik aus – Lula rühmte sich, den Banken Gewinne verschafft zu haben wie nie zuvor.

 “Eu sei que tem gente que tem preconceito contra mim. Mas eu desafiaria qualquer um de vocês: eu duvido que algum empresário já ganhou mais dinheiro nesse país do que no meu mandato. Duvido que os bancos já tiveram mais lucro nesse país do que no meu mandato.”
Lula, ex-presidente da República, falando a empresários na Casa Fasano, em São Paulo – Valor – 06/05/2011

Pseudolinke Parteien, Pseudo-NGO, Regierungspolitiker u.a. Mitteleuropas klatschten dieser Politik und ihren sozialen Folgen  jahrelang viel Beifall. Auch der gesteuerte deutsche Mainstream darf derzeit an die Mitverantwortung westlicher Länder, die bereits die nazistisch-antisemitisch orientierte Folterdiktatur kräftig unterstützt und inspiriert hatten,  für die Lage im US-Hinterhof Brasilien nicht erinnern. Die gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Brasilien sind ebenfalls ein Tabu, selbst im deutschen Staatsfunk. 

In Brasilien gilt vielen als sehr symboltraechtig, dass Lula just vor dem Mensalao-Prozess noch ein Wahlbuendnis mit Paulo Maluf schloss, der geradezu Synonym fuer politische Korruption sei.

Vor dem Hintergrund seiner engen Kontakte zu Rechten und Rechtsextremen wird Lula in Mitteleuropa häufig als fortschrittlich und links eingestuft. 

Maluf sagte vor dem zweiten Wahldurchgang in Sao Paulo ueber sein Verhaeltnis zu Lula und dessen Arbeiterpartei: “Ich habe mich nicht veraendert. Sie haben sich sehr veraendert. Sie haben die multinationalen Unternehmen dermassen gefoerdert, dass ich mir im Vergleich wie ein Kommunist vorkomme.”

Das Mensalao-Demokratieprojekt, aber auch die Menschenrechtslage unter Lula-Rousseff haben die Einordnung der Regierung, der Arbeiterpartei im politischen Links-Rechts-Spektrum stark erleichtert.

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/12/30/brasilien-der-gerichtsprozes-uber-den-grosten-korruptionsfall-in-der-brasilianischen-politischen-geschichte-das-buch-zum-prozes-vor-dem-obersten-gericht-von-2012-autor-marco-antonio-villa/

“Heute haben wir eine Zivildiktatur”.

 Bischof Erwin Kräutler im Interview mit dem brasilianischen Nachrichtenmagazin “Epoca”, Juni 2012:

“Lula und Dilma Rousseff werden als Zerstörer Amazoniens in die Geschichte eingehen…Ich habe Lula zweimal getroffen…Jene Leute, die früher mit uns kämpften, auf unserer Seite waren, die selbe Sache verteidigten, verteidigen jetzt das Gegenteil…2009 war ein sehr freundschaftliches Treffen mit Lula – ich hoffte noch, er ließe sich überzeugen. Und schrieb sogar: Gottseidank, Lula hat verstanden…Doch es war Theater, politisches Spiel. Er hielt damals meinen Arm und sagte: Dom Erwin, wir werden dieses Projekt niemandem aufzwingen. Du kannst auf mich zählen…Ich dachte, gut – der Präsident würde nicht so reden, wenn es nicht die Wahrheit wäre… Nein, Lula würde mir nicht ins Gesicht lügen…In diesem Moment glaubte ich wirklich an den Dialog…”

Epoca-Frage: “Sie hatten tatsächlich an Lulas Dialog-Versprechen geglaubt?”

Kräutler:”Ich glaubte daran…Aber es gab nie einen Dialog…Was Lula da machte, war nur Show, um dem Bischof gefällig zu sein…Nach meinen Informationen sind 61 Wasserkraftwerke in Brasilien geplant, die meisten in Amazonien…Hier hat sich der Widerstand gegen Belo Monte mit der Arbeiterpartei identifiziert…Bis dann Lula sein Präsidentenamt antrat. Als wir entdeckten, daß Lula seine Position geändert hatte, sind wir aus allen Wolken gefallen. Mein Gott, wie ist das möglich? Und die Leute der Arbeiterpartei hier wechselten auch die Seite…Das alles war Verrat, ein gewaltiger Schlag. Es ist sehr hart, von Leuten verraten zu werden, denen du die Hand gereicht hattest. Man hatte mich gefragt, Bischof, wen werden sie wählen? Ich sagte, ich stimme für Lula…Später sagte dann das Volk: Jetzt schluckt der Bischof…Jetzt sagen sie: Der Bischof war sogar für diese Leute von der Arbeiterpartei. Und jetzt muß ich Kröten schlucken…Lula hat Amazonien nie verstanden…Und am Ende seiner Amtszeit fiel er ins Delirium, berauschte sich an Ziffern, Statistiken…Heute haben wir eine Zivildiktatur…Wenn die Regierung sich verfassungswidrig verhält, leben wir erneut in einer Diktatur…Ich mag eine Frau als Präsidentin, aber ich dachte, als Frau wäre sie sensibler gegenüber unserer Lage…Man kann soviel protestieren wie man will. Sie verhindert jeglichen Dialog schon im Ansatz.  Belo Monte ist kein Thema für eine Diskussion. Sie ist sehr hart, unnachgiebig, akzeptiert keine abweichende Meinung…Die Geschichte Amazoniens, Brasiliens und der Erde wird bald Lula und Dilma sehr genau als skrupellose Zerstörerverurteilen – als Verursacher von Einwirkungen, die unumkehrbar das Klima des Planeten veränderten…”

Militär in Brasilien:

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/13/319/

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Militärschau in Sao Paulo, brasilianischer Export-Panzer.

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Militär rückt in “Complexo do Alemao” ein. Ausriß.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/02/01/brasilien-projekt-und-slum-padagogik-wie-in-einer-extrem-gewaltgepragten-favela-von-rio-de-janeiro-in-einem-von-mitteleuropaischen-stiftungen-finanzierten-sozialprojekt-den-kindern-von-lehrerinnen/

Brasilien – Projekt-und Slum-Pädagogik: Wie in einer extrem gewaltgeprägten Favela von Rio de Janeiro in einem von mitteleuropäischen Stiftungen(Schweiz) finanzierten Sozialprojekt den Kindern von Lehrerinnen Orthographie, Grammatik, Artikulation beigebracht wird. Revolverschüsse, Ermordete zählen zur gewohnten Alltagsrealität der Kinder.

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“Anknüpfen an die Erlebniswelt der Kinder”.

http://extra.globo.com/casos-de-policia/com-bebe-no-colo-mulher-morre-atingida-por-bala-perdida-em-sao-joao-de-meriti-7450147.html

Verirrte Kugeln in Rio – Frau getötet 2013, die ihr Baby auf dem Schoß hatte.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/01/03/brasilien-das-soziale-phanomen-der-verirrten-kugeln-in-rio-de-janeiro-innerhalb-von-zehn-tagen-drei-menschen-getotet-zwei-schwer-verwundet-gerausche-von-schussen-mg-salven-alltaglich/

Frankfurter Buchmesse 2013 – Gastland Brasilien – Deutschlandjahr 2013 in Brasilien:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/17/frankfurter-buchmesse-2013-gastland-brasilien-literatur-und-landesrealitaet-keinerlei-veranstalterhinweis-auf-gravierende-menschenrechtslage-auf-daten-und-fakten-von-amnesty-international-und-bras/

SPD-Schulz besucht Lula im Knast. ”Hitler irrte zwar, hatte aber etwas, das ich an einem Manne bewundere – dieses Feuer, sich einzubringen, um etwas zu erreichen. Was ich bewundere, ist die Bereitschaft, die Kraft, die Hingabe.” Ist die Äußerung von AfD-Höcke, Magnitz, Meuthen –  oder SPD-und LINKE-Liebling Lula?

Da Lula mit der GroKo-Partei SPD eng liiert ist, darf über ihn – von Ausnahmen abgesehen – nur entsprechend positiv berichtet werden. Seilschaften, Verflechtungen, Abhängigkeiten…

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Ausriß. “Mit der SPD bin ich schon seit den Zeiten verbunden, als ich Gewerkschaftsführer war.” Hochrangige SPD-Politiker wie Willy Brandt und Helmut Schmidt pflegten enge Beziehungen zur nazistisch-antisemitisch orientierten brasilianischen Folterdiktatur. Wegen strenger Zensurvorschriften dürfen deutsche Staatsmedien u.a. im AfD-Pegida-Kontext, im Wahlkampf 2019 nicht darauf hinweisen, darüber informieren.

http://www.hart-brasilientexte.de/2018/10/08/brasilien-wahlzirkus-2018-bolsonaro-46-haddad-29/

http://www.hart-brasilientexte.de/2019/01/01/brasilien-2019-bolsonaro-neuer-regierungschef-deutsche-staats-und-mainstreammedien-duerfen-nicht-klarstellen-dass-bolsonaro-bisher-politisch-in-einem-boot-mit-lula-und-dilma-rousseff-sass-deren-k/

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Schwarzer Junge mit beliebtem Hakenkreuz-Drachen im Ibirapuera-Stadtpark von Sao Paulo – während der brasilianischen Militärdiktatur, zu der Willy Brandt,  Helmut Schmidt, Genscher etc. sehr enge Beziehungen unterhielten.

Wer in Deutschland stockreaktionär-rechts ist – und wer nicht…

Angesichts der starken Unterstützung für lateinamerikanische Foltergeneräle, nazistisch-antisemitisch orientierte Folterregimes gelten Brandt, Schmidt, Genscher in der offiziellen westdeutschen Geschichtsschreibung als ehrenwerte, vorbildhafte Personen.

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Ausriß, Diktator Ernesto Geisel und Bundeskanzler Helmut Schmidt in Bonn 1978. 

Diktator Geisel nennt die Ermordung von Regimegegnern eine Notwendigkeit – in Gespräch mit General Dale Coutinho(zitiert in Nachrichtenmagazin Veja 2003): 

Geisel: “Brasilien wird heute als eine Oase angesehen.”

Dale Coutinho: “Ah, die Dinge haben sich sehr verbessert. Unter uns gesagt, läuft es besser, seit wir begonnen  haben zu töten. Wir haben begonnen zu töten.”

Geisel:”Denn vorher hat man einen festgenommen – und der kam dann wieder frei. Coutinho, Töten ist zwar barbarisch, aber ich denke, das muß sein.”

Veja:”Der Kongreßabgeordnete Ulysses Guimaraes verglich Geisel mit Ugandas Diktator Idi Amin…Geisel, General der demokratischen Öffnung, war für politischen Mord…Geisel wollte die Fortsetzung der  Ausrottungspolitik.”

Die brasilianische Militärdiktatur produzierte in Rio de Janeiro Napalm im Stadtteil Bonsucesso und setzte es gegen Regimegegner u.a. 1972  in Araguaia ein. 

1978 besuchte Brasiliens Militärdiktator Ernesto Geisel die Bundesrepublik Deutschland – in einer Tischrede lobte Bundeskanzler Helmut Schmidt(SPD) die “Konvergenz der Ziele” und die “Übereinstimmung der Werte” der sozialliberalen Bundesregierung und der brasilianischen Militärdiktatur. Beide Seiten hätten die gleichen Grundkonzeptionen über die Gesellschaft.“Mit Brasilien hatten wir nie Interessenunterschiede oder Divergenzen im Nord-Süd-Dialog”. 

“Konvergenz der Ziele, Übereinstimmung der Werte”, gleiche Grundkonzeptionen über die Gesellschaft – diese Bewertungen von Helmut Schmidt sind politisch und zeitgeschichtlich brisant. Immerhin handelt es sich bei ihm um eine Führungsfigur, ein Idol der deutschen Sozialdemokratie – bei General Geisel indessen um einen Folterdiktator. In Geisels Amtszeit (1974-1979) war u.a. 1975 der sehr bekannte jüdische TV-Direktor, Journalist, Dramaturg und Professor Vladimir Herzog in einem heute unter Denkmalsschutz stehenden Repressionszentrum Sao Paulos extrem sadistisch totgefoltert worden – von vielen anderen Ermordeten, Verschwundenen ganz zu schweigen.Unterdessen wurde ermittelt, daß unter Geisel gefolterte Regimegegner auch durch Giftspritzen umgebracht wurden, das Militär zahlreiche Oppositionelle außergerichtlich exekutierte.

Die SPD, etwa der jetzige Parteichef Gabriel, haben sich nie vom engen Verhältnis von SPD-Politikern wie Brandt und Schmidt zu Brasiliens Folterdiktatur distanziert…(Stehts in Ihrem Lieblingsmedium – oder gilt dort scharfe Zensur?)

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Ausriß, deutschstämmiger Folterdiktator Ernesto Geisel des nazistisch-antisemitisch orientierten Militärregimes von Brasilien und Helmut Schmidt 1978 im Bundeskanzleramt von Bonn. SPD-Schmidt traf sich in Sao Paulo sogar mit Diktaturaktivist Paulo Maluf – der gab ein Bankett für ihn…

GeiselBarbaridade2003

Geisel:”Denn vorher hat man einen festgenommen – und der kam dann wieder frei.  Töten ist zwar barbarisch, aber ich denke, das muß sein.” Ausriß brasilianisches Nachrichtenmagazin Veja.

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 01. Januar 2019 um 17:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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