Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

Lula und die extreme Rechte. Romeu Tuma, DOPS, Herbert Cukurs - “Massenmörder von Riga”.

Die brasilianischen Qualitätszeitungen betonen regelmäßig freundschaftliche Beziehungen Lulas zu bekannten Persönlichkeiten der extremen Rechten.

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Immer wieder wird dabei u.a. Romeu Tuma genannt, der zwei Jahre nach dem Militärputsch von 1964 in die politische Polizei(DOPS), ein gefürchtetes Repressionsorgan des Militärregimes, eintrat und in Sao Paulo die  wichtigste DOPS-Zentrale von 1978 bis 1983 als Direktor führte. Derzeit ist Romeu Tuma Senator der rechtskonservativen Partei “Democratas”, die Sao Paulos Bürgermeister Gilberto Kassab stellt.

“Policia de SP protegeu carrasco nazista” (Folha de Sao Paulo)

Das DOPS von Sao Paulo hat sogar Herbert Cukurs beschützt, nachdem ihn zwei nach Brasilien ausgewanderte KZ-Insassen wegen der Massenmorde von Riga angezeigt hatten. Cukurs hatte Wachposten vor seinem Haus, berichtete u.a. die Folha de Sao Paulo.

Wie Bundesstaatsanwalt Marlon Weichert im Website-Exklusivinterview sagte, werden Diktaturverbrechen vertuscht, um “Biographien bestimmter Leute  zu schützen,  Biographien in der jetzigen Form aufrechterhalten zu können. Viele Leute wollen nicht Rechenschaft darüber ablegen, was sie damals taten.” Käme die Wahrheit heraus, so Weichert, müßten einige Biographien erheblich umformuliert werden. Dies könnte auch Persönlichkeiten der Regierungsallianz betreffen.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/24/staatschef-lula-lobt-erneut-folterdiktatoren-nach-dem-deutschstammigen-general-geisel-diesmal-general-medici/

DOPS und Baltazar Garzón: http://www.correiodobrasil.com.br/noticia.asp?c=142896

http://www.gs1.com.br/TumaCurriculo.htm

http://www.pco.org.br/conoticias/nacional_2006/16dez_romeu_tuma.html

http://www.anakonda.com.br/480-1SinonimoDeTortura.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/28/o-antisemitismo-nas-americas-der-antisemitismus-in-amerika-738-seiten-98-real-das-neue-werk-von-brasiliens-fuhrender-antisemitismus-expertin-maria-luiza-tucci-carneiro-diesmal-herausgeberin/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/

Deutsch-brasilianischer Atomvertrag und Ermordung des jüdischen Journalisten Herzog durch die Militärdiktatur 1975 unter General Ernesto Geisel - Brasiliens größte Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” erinnert an historische Fakten. Grass-Gedicht und Reaktionen in Brasilien. **

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In einer großen Ausstellung in der City Sao Paulos erinnert die Qualitätszeitung an die beiden für das Jahr 1975 bedeutenden historischen Fakten - die Unterzeichnung des Atomvertrages unter Schmidt-Genscher mit der brasilianischen Militärdiktatur sowie die Folterung und Ermordung des jüdischen Journalisten Herzog durch das Militärregime unter dem deutschstämmigen General Ernesto Geisel. Die Herzog-Familie war aus Jugoslawien vor dem Nazismus nach Brasilien geflüchtet - die brasilianische Militärdiktatur war laut Historikerbewertung nazistisch-antisemitisch orientiert.

“Juni 1975. Brasilien und Deutschland schließen Abkommen zum Bau von Atomkraftwerken in Angra dos Reis.

1. November 1975. Etwa 8000 Menschen nehmen am Gottesdienst auf dem Sé-Platz zur Erinnerung an den Journalisten Vladimir Herzog teil, ermordet unter der Folter.

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Diktator Ernesto Geisel, in dessen Amtszeit der jüdische Journalist Herzog gefoltert und ermordet wurde -  und Willy Brandt, Ausriß.   http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/16/helmut-schmidt-und-lula-lulas-sonderbeziehungen-zu-deutschland/

Ausriß:

A questão nuclear no Brasil

Presidente Ernesto Geisel e Primeiro-Ministro Helmut Schmidt/

“Die Zeit” 1974 über den General der Folter-Diktatur, Ernesto Geisel: “In Brasilien ist am Freitag voriger Woche der 65jährige Ernesto Geisel als brasilianischer Präsident vereidigt worden. Die Zeremonie fand unter strengen Sicherheitsmaßnahmen statt: die Kontrolleure verweigerten sogar dem neuen Industrieminister, einem aus Japan stammendem Brasilianer, wegen seines „fremden” Aussehens den Zutritt. Ehrengäste waren die drei Staats- bzw. Regierungschefs Pinochet (Chile), Banzer (Bolivien) und Bordaberry (Uruguay). Die Vereinigten Staaten wurden durch Patricia Nixon und den stellvertretenden Leiter des CIA vertreten.”

Treffen Nixon - Brandt in Florida 1971, laut US-Dokumenten - die Frage des Verhältnisses zur Militärdiktatur der Foltergeneräle:

“President Nixon asked for the Chancellor’s view on Brazil.

Chancellor Brandt stated that Germany has some trade and investment there, especially in the Sao Paolo area. He noted that political relations are good.”

Nixon über Militärdiktator General Ernesto Geisel : “On the other hand, the Brazilian leader9 has been good for Brazil and we continue to maintain that if he takes no foreign policy actions against us, then what he does is acceptable.”

Wer war Herzog? http://educacao.uol.com.br/biografias/vladimir-herzog.jhtm

Nach Folter und Mord an dem jüdischen Journalisten Herzog rief der deutschstämmige Kardinal Paulo Evaristo Arns in Sao Paulo zu einer ökumenischen Trauerfeier in die Kathedrale, zelebrierte mit zwei Rabbinern die Messe,die mit etwa 8000 Teilnehmern zu einem Symbol des Protestes gegen die Folter-Diktatur wurde. Nach der Beerdigung von Herzog auf dem jüdischen Friedhof von Butantá streikten etwa 30000 von 35000 Studenten der Bundesuniversität USP von Sao Paulo - Herzog war dort Professor.

Auffällig, daß außer Brandts Äußerung,  die politischen Beziehungen  zur Militärdiktatur unter General Ernesto Geisel seien gut, zumindest im Internet keinerlei Brandt-Bewertung der Diktaturverbrechen zu finden ist. 

http://womblog.de/die-brasilianische-bombe

Die Diktatur begann mit dem Militärputsch von 1964 - 1969 schloß Bonn mit dem Militärregime laut Jahreschronik ein Kulturabkommen. 

http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/bundesprasident-christian-wulff-dilma-rousseff-und-der-zugige-bau-des-neuen-atomkraftwerks-angra-3-bei-rio-de-janeiro-mit-deutscher-bundesburgschaft/

In den Archiven des Weltkirchenrates in Genf lagern Dokumente der brasilianischen Kirche, die laut Brasiliens Medien für das Diktaturjahr 1970 von “Bürgerkrieg” und etwa 12000 politischen Gefangenen sprechen. Die Diktatur erlaubte dem Internationalen Roten Kreuz nicht den Zugang zu den Gefängnissen, Diktator Medici erklärte, es gebe keine politischen Gefangenen in Brasilien. 1971 wurde ein Appell an die UNO wegen der gravierenden Menschenrechtsverletzungen gerichtet. In den Dokumenten des Weltkirchenrates werden die sadistischen Foltertechniken detailliert beschrieben, Folter werde als politische Waffe angewendet. Die Zahl der Folterzentren wird mit 242 angegeben, weibliche Gefangene seien häufig vergewaltigt worden. Zu den Taktiken gehörte, Oppositionelle in Gegenwart ihrer Ehepartner, teils sogar ihrer Kinder zu foltern. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/25/brasilien-rund-3500-arbeiter-errichten-das-neue-atomkraftwerk-angra-3-bei-rio-de-janeiro-laut-nationalen-wirtschaftsmedien-nuklearteile-aus-deutschland-doppelseitige-regierungspropaganda-fur-angra/

Grass-Gedicht: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/13/grass-gedicht-und-kritische-reaktion-in-brasilien-sein-fuhrer-in-der-jugend-adolf-hitler-hatte-es-nicht-besser-gesagt-groste-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo/

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 12. November 2008 um 21:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

« “Der brasilianische Staat schützt heute Folterer, Mörder, Vergewaltiger, Entführer aus dem Repressionsapparat der Militärdiktatur.” Marlon Weichert, deutschstämmiger Bundes-Staatsanwalt in Sao Paulo im Website-Exklusivinterview. – Soldaten in Sao Paulo. Woche der Streitkräfte. Gesichter Brasiliens. »

6 Kommentare

  1. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/12/lula-und-die-extreme-rechte-romeu-tuma-dops-herbert-cuk… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 14. November 2008 um 12:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasilianische Bundesjustiz stoppt Prozeß gegen berüchtigte Diktaturoffiziere. Deutschstämmiger Bundesstaatsanwalt Marlon Weichert geht in Berufung. – 14. November 2008 @ 12:59

  2. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/12/lula-und-die-extreme-rechte-romeu-tuma-dops-herbert-cuk… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 03. Februar 2009 um 12:50 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Sarney, Ex-Diktaturaktivist, Chef der Regimepartei ARENA ist neuer Präsident des brasilianischen Nationalkongresses. Lula erfreut. – 03. Februar 2009 @ 12:51

  3. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/12/lula-und-die-extreme-rechte-romeu-tuma-dops-herbert-cuk… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Katholischer Gedenk-Gottesdienst für berüchtigten Folteroffizier in Sao Paulo, laut “Brasil de Fato”. Missa zelebriert von Franziskaner Yves Terral. – 20. Mai 2009 @ 20:30

  4. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/12/lula-und-die-extreme-rechte-romeu-tuma-dops-herbert-cuk… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Nixon, Brasiliens Diktator Medici und der Putsch gegen Allende. Lula, Geisel, Medici, Hitler… – 20. August 2009 @ 20:39

  5. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/12/lula-und-die-extreme-rechte-romeu-tuma-dops-herbert-cuk… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Lula knickt erneut vor Militärs ein - nach Regierungskrise wird Dekret über Aufklärung von Diktaturverbrechen revidiert, melden Landesmedien. Amnesty: Fortdauernde Folter und Todesschwadronen sind Diktaturerbe. “ – 30. Dezember 2009 @ 13:59

  6. […] Romeu Tuma Junior, “Nationaler Justizsekretär” im Justizministerium von Brasilia, Sohn des berüchtigten Diktaturaktivisten Romeu Tuma, wurde jetzt nach den Medien bekanntgewordenen Ermittlungen der Bundespolizei “beurlaubt”, weil er u.a. enge freundschaftliche Beziehungen seit 20 Jahren zu einem als Mafiaboß bezeichneten Chinesen namens Pauli Li unterhielt und diesen sogar 2009 auf eine offizielle Chinareise mitgenommen hatte. Paulo Li gilt den Angaben zufolge als Großschmuggler und ist seit September 2009 in Haft. Lula hatte Romeu Tuma Junior anfangs verteidigt, mußte unter dem Druck der Medien im derzeitigen Präsidentschaftswahlkampf indessen seine Haltung ändern. Derzeit wird von den Landesmedien unter Berufung auf Regierungsangaben für unwahrscheinlich gehalten, daß Romeu Tuma Junior auf seinen Posten zurückkehrt. Paulo Li  gab sogar Kung-Fu-Kurse am Sitz der Bundespolizei von Sao Paulo, als der jetzige Kongreßsenator und Lula-Freund Romeu Tuma in den 80er Jahren dort noch Chef der Behörde war, meldet die Presse. Die Lula-Regierung behandele den Fall derzeit mit größter Vorsicht, daß Senator Tuma im jetzigen Präsidentschaftswahlkampf eine wichtige Rolle spiele, man Attacken auf Lulas Wunschkandidatin Dilma Rousseff vermeiden wolle. Erinnert wird daran, daß Tuma einst als Diktatur-Polizeichef Sao Paulos den inhaftierten Lula zur Beerdigung von dessen Mutter Ausgang gewährte. Seitdem existiere ein herzliches Verhältnis zwischen beiden. Brasilianische Systemkritiker und frühere Diktaturgegner bewerten Tuma indessen sehr speziell: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/12/lula-und-die-extreme-rechte-romeu-tuma-dops-herbert-cuk… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Lulas Chef für Mafiabekämpfung ist laut Landespresse mit chinesischem Mafiaboß befreundet - und wird auf Druck der Öffentlichkeit “beurlaubt”. – 13. Mai 2010 @ 15:46

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