Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

Günther Zgubic, Pfarrer und Gefangenenseelsorger aus Österreich: In Brasilien weiter Folter in allen Varianten “Eine deutsche Frau wurde unglaublich mit Elektroschocks kaputtgemacht - psychisch, nervlich zerstört.” Bisher keinerlei EU-Interesse. Günter Nooke, Gilmar Mendes. José Zapatero, EU-Ratspräsident.

Das UNO-Hochkomissariat für Menschenrechte hat erneut Folter und Rassismus sowie Straflosigkeit und erschreckende Sozialkontraste in Brasilien angeprangert. Basisinformationen und entsprechende Statistiken des neuen UNO-Berichts stammen größtenteils von der katholischen Gefangenenseelsorge des Tropenlandes, die von dem österreichischen Pfarrer Günther Zgubic geleitet wird. Im Exklusivinterview vergleicht er die total überfüllten Haftanstalten mit Konzentrationslagern und sagt wegen der unmenschlichen Bedingungen eine neue Welle blutiger Gefangenenrevolten voraus.

CONECTAS-Foto-Dokument anklicken: http://www.estadao.com.br/especiais/2009/11/crimesnobrasil_if_es.pdf

In Deutschland stufen die Grünen das Schwellenland Brasilien unter der Lula-Regierung ausdrücklich als ”fortschrittlich ein.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/10/taglich-ausergerichtliche-exekutionen-in-brasilien-menschenrechts-minister-paulo-vannuchi/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/29/foltertechnologie-der-bundesrepublik-deutschland-an-brasilianische-folter-diktatur-in-den-siebziger-jahren-erlautert-menschenrechtsaktivist-ivan-seixas-auf-expertenseminar-des-goethe-instituts-sao-pa/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/09/jeder-vierte-brasilianer-wurde-verdachtige-foltern-neue-meinungsumfrage/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/23/unesco-zeichnet-lula-in-paris-wegen-forderung-des-friedens-und-der-rechtsgleichheit-aus-preis-mit-150000-dollar-dotiert-jury-von-henry-kissinger-gefuhrt/

Im Jahre 2003, zum Amtsantritt von Präsident Luis Inacio Lula da Silva, hatten die neue brasilianische Regierung und das gesamte Justizwesen der größten lateinamerikanischen Demokratie eine grundlegende Verbesserung der gravierenden Menschenrechtslage versprochen. Gefangenenseelsorger Günther Zgubic war sehr skeptisch. ”Die haben öffentlich im Jahre 2003 erklärt, wir dulden  Folter und andere grausame, unmenschliche Praktiken nicht mehr. Das haben sie gemacht, um die UNO zufriedenzustellen -  das Dokument existiert.”

Weil die Verbesserungen ausblieben, Folter weiterhin alltäglich war, appellierte die Gefangenenseelsorge immer wieder an die Weltöffentlichkeit, an die Vereinten Nationen.  ”Wir hatten einen Rückschritt. Wir haben die UNO-Kommissionen in die Gefängnisse geführt -  das Ergebnis ist jetzt veröffentlicht worden. Alle Gefängnisse sind illegal -  und was da drinnen passiert, ist Folter. Es gibt weiterhin alle Varianten.  Eine deutsche Frau wurde unglaublich mit Elektroschock kaputtgemacht, psychisch, nervlich zerstört.  Leute werden mit Schlagstöcken zusammengehauen, man schiebt Nadeln  unter die Fingernägel, preßt Leute mit dem Kopf in Wassereimer. Bis die Polizei merkt, er könnte sterben -  und dann wird ihm eine Chance gegeben: Willst du sprechen oder nicht?”

Laut UNO-Bericht -  und laut Pfarrer Zgubic werden auf diese Weise auch Menschen zu Geständnissen gezwungen, bekennen sich viele unter der Folter zu Verbrechen, die sie gar nicht begangen haben. Andere werden solange traktiert, bis sie falsche Zeugenaussagen machen, völlig Unschuldige schwer belasten. ”Sogenannte gute, schnelle Aufklärungsarbeit ist in Wirklichkeit schlechteste, sodaß Leute unschuldig in unseren zwei-bis dreifach überbelegten Gefängnissen sitzen. Überfüllt heißt -  die Leute fangen an, durchzudrehen, was zu riesigen Rebellionen führt, das organisierte Verbrechen fördert. Überfüllt heißt auch -  weniger Essen, weniger ärztliche Betreuung. Wer dort herauskommt, ist traumatisiert und hat nichts mehr zu verlieren. Und oft höre ich dann, das erste, was ich, wir machen werden, ist, ein paar Polizisten umzubringen. 2006 hatten wir diese Revolten in Sao Paulo, als Polizisten erschossen wurden, Granaten flogen, Busse angezündet wurden. Diese Sicherheitspolitik bringt nur Rückschritt  -  wirkliche Verbrecher im Polizeiwesen werden befördert auf höhere Machtpositionen, bis zum Polizeigeneral der Militärpolizei eines Bundesstaats. Für mich ist Brasiliens Strafvollzugssystem purer Wahnsinn!”

Nach wie vor werden laut Zgubic die katholischen Gefangenseelsorger ausgerechnet in hochproblematische Haftanstalten gesetzwidrig nicht hineingelassen. „Wir sollen nicht merken, daß dort gefoltert wird  - Gerichte und Medien sollen nicht von den Untaten erfahren. Per Zutrittsverbot wird der Eindruck erweckt, in solchen Gefängnissen sei alles ruhig. In Wirklichkeit sind es aber Zustände wie in Konzentrationslagern. Es wird immer ärger werden, da gibts überhaupt keinen Zweifel.”

Laut UNO-Bericht klassifizieren viele Richter die Folter lediglich als „Machtmißbrauch”. „Dann kann der Fall in zwei Jahren verjährt sein”, erläutert Pfarrer Zgubic.

–Unterschiede zwischen Kuba und Brasilien”

Häufig werden Frauen in überfüllte Männerzellen gesperrt und dann massenhaft vergewaltigt. Zgubic nennt neueste Fälle -  all dies habe Tradition. ”In Brasilien wissen wir, daß zum Beispiel im 19. Jahrhundert Frauen und Männer, also die Armen, die Bettler, die Arbeitslosen in den Gefängnissen zusammengepfercht wurden. Wir kämpfen gegen die Kriminalisierung der Armut an. Armut wird vom Staat, von den Oberschichten produziert, die sich nie für einen Sozialstaat geöffnet haben. Schuld ist das Wirtschafts-und Konsumsystem, für das ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung schlicht überflüssig ist. Länder, die sich diesem System nicht unterwerfen, wie etwa Kuba, werden mit einem Wirtschaftsboykott überzogen. Während Brasilien als Musterland gilt. Doch absolut klar ist -  der größte Menschenrechtsverbrecher ist der Staat. Für Gesundheit, Schulwesen, für sozialpolitische Programme in den Slums, fürs Justizwesen sind keine Mittel da. Das heißt, man fragt sich dann, wer ist verantwortlich für das Ganze?”

Wegen Bagatelldelikten, etwa des Diebstahls von umgerechnet drei Euro, oder von Tellern im Supermarkt, kommen laut Zgubic nach wie vor Menschen jahrelang hinter Gitter. Besonders gravierend sei die Lage in Amazonien: „Der Richter am Bistumssitz des aus Österreich stammenden Bischofs Erwin Kräutler in Altamira ist für einen Gerichtsbezirk von etwa tausend Kilometern Durchmesser zuständig. Häufig gibt es keine Rechtsanwälte, keine Aufklärungspolizei, nur die Militärpolizei. Diese steckt Leute ins Gefängnis, ohne jegliche Ermittlungen, nur nach Hörensagen oder Privatmeinung des Polizisten. Richtern wird gar nicht mitgeteilt, daß jemand eingesperrt wurde -  man weiß gar nicht, wer alles gefangen gehalten wird.” In Brasilien seien zwischen vierzig und siebzig Prozent der Eingesperrten entsetzlicherweise Untersuchungshäftlinge. „Ich kenne einen Gefangenen, der wegen Mordes bereits zehn Jahre in U-Haft sitzt. Und wenn dann herausgefunden wird, daß er unschuldig ist?”

Als vergleichsweise sehr positives Beispiel stellt Zgubic indessen den südlichen, von vielen Deutschstämmigen bewohnten Teilstaat Rio Grande do Sul heraus. Die totale Überfüllung der Haftanstalten nennt Seelsorger Zgubic „strukturelle Folter” -  die UNO habe dies im neuen Brasilien-Bericht betont. Brasilianische Menschenrechtsexperten reagierten jetzt empört auf eine Kundgebungsrede von Staatspräsident Lula. ”Wenn man durch Zusammenschlagen die Leute erziehen könnte, müßte der Bandit das Gefängnis eigentlich als Heiliger verlassen”, sagte Lula ironisch in Rio de Janeiro. Damit, so die Menschenrechtler, habe der Staatschef die gravierende Situation in den Haftanstalten vollauf bestätigt. In der Stadt Sao Carlos bei Sao Paulo ist gemäß Kirche und Menschenrechtsorganisationen seit 1980 eine Straße nach dem berüchtigten Diktatur-Folterer Sergio Fernando Paranhos Fleury benannt. Dieser habe eine Todesschwadron gegründet, Oppositionelle ermordet, im Auftrage eines großen Drogenbosses sogar Konkurrenten liquidiert. Schließlich sei er laut offizieller Version vom Boot ins Wasser gefallen und ertrunken. Doch es heiße, er habe einfach zuviel gewußt und damit gedroht, auszupacken. In Brasilien, längst bekannt, heißen zahlreiche Bürger ganz amtlich Hitler, Himmler, Eichmann -  nd sind Straßen, Plätze und selbst ein Plenarsaal des Nationalkongresses nach Filinto Müller, dem von der GESTAPO ausgebildeten Chef der Politischen Polizei des Judenhassers und Diktators Getulio Vargas benannt. Die Prachtausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf”, hier „Minha Luta”, ist ein Bestseller und jenes bekannte Hitler-Zitat von Lula muß nicht mehr erwähnt werden.

Offenbar wegen dieser Zustände wird Brasilien in Deutschland häufig als “stabile, moderne Demokratie”, mit modernisierter Justiz und Verwaltung, eingestuft. In Ländern wie Deutschland hat die 2003 gestartete Lula-Regierung wegen ihrer Menschenrechtspolitik sehr viele Freunde.

José Zapatero, amtierender EU-Ratspräsident: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/jose-zapatero-spaniens-premierminister-lobt-lula-uber-alle-masen-der-mann-der-die-welt-uberrascht-esse-homem-honesto-integro-e-admiravel-von-amnesty-international-angeprangerte-folter/

Auswärtiges Amt, Berlin:

“Politische Beziehungen

“Die deutsch-brasilianischen Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich breit verankert. Sie basieren auf gemeinsamen Werten und übereinstimmenden Auffassungen zur globalen Ordnung. Im Aktionsplan der deutsch-brasilianischen strategischen Partnerschaft (Mai 208) vereinbarten beide Länder den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit im bilateralen und multilateralen Bereich.
Die bilateralen Beziehungen werden überwölbt von der strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Brasilien.”

Brasiliens katholische Kirche und die deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen - die Sicht von Günther Zgubic, katholischer Priester aus Österreich, Leiter der bischöflichen Gefangenenseelsorge in Brasilien.

„Ökonomische Interessen haben Vorrang - für Deutschland soll wirtschaftlich möglichst viel herausschauen -  deshalb unterbleibt Kritik, prangert man beim brasilianischen Partner nichts an - das ist für uns völlig klar. Ich rechne nicht damit, daß wir Menschenrechtler da in Deutschland in dieser Frage viel ändern können.”

Deutschlands “Grüne” stufen Brasiliens Regierungspolitik als “fortschrittlich” ein:

 ”Trotz der fortschrittlichen Regierungspolitik steht Brasilien weltweit an vorderster Stelle bei Morden an Homosexuellen und Transgendern.”

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Brasilien/Bilateral.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/17/lynchland-brasilien-meiste-opfer-lebendig-verbrannt/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/25/brasiliens-befreiungstheologen-demonstrieren-mit-obdachlosen-tagesschaude/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/05/811/

Pfarrer und Gefangenenseelsorger Günther Zgubic, mit mehreren Menschenrechtspreisen geehrt, immer wieder mit Mord bedroht:

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Günter Nooke, April 2009 in Brasilia: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/30/barbarie-nao-se-anistia-brasilianische-zeitschrift-caros-amigos-in-der-auch-frei-betto-wichtigster-befreiungstheologe-des-tropenlandes-eine-grose-kolumne-hat-mit-einer-sonderausgabe-zur/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/franzosischer-general-brachte-brasiliens-diktaturmilitars-das-foltern-bei/

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Sao Paulo, Ibirapuera-Park, siebziger Jahre.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/19/brasiliens-gefangnissystem-ahnelt-nazistischen-kzs-kritisiert-gilmar-mendes-prasident-des-obersten-gerichts-unmenschliche-absurde-zustande/

Leonardo Boff :“Lula machte die größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung, ethische Politik.“ http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/30/lula-knickt-erneut-vor-militars-ein-dekret-uber-aufklarung-von-diktaturverbrechen-wird-revidiert-melden-landesmedien/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/12/die-folter-in-polizeiwachen-hat-in-ganz-brasilien-stark-zugenommen-gefangenenpriester-valdir-joao-silveira-die-anti-folter-konvention-wird-nicht-eingehalten-was-tut-denn-die-uno-damit-die-k/

http://www.domradio.de/website/elementPrint.asp?id=41073

ai-Journal Dezember 1996

Die “Hölle auf Erden”

BRASILIEN

Die “Hölle auf Erden”

Revolten, Hungerstreiks und Aids bestimmen den Alltag in den völlig überfüllten brasilianischen Gefängnissen. Brasilien gilt zwar als die zehntgrößte Wirtschaftsnation, leistet sich aber Haftanstalten, die man eher in Ruanda oder Burundi vermuten würde. Eine im April verkündete Amnestie entspannte die Situation nicht.

Eine mittelalterlich anmutende Gefangenenzelle in Rios Stadtteil Realengo: Jeder der mehreren Dutzend Insassen hat laut Gesetz Anspruch auf mindestens acht Quadratmeter - hier ist es nicht mal ein einziger. Geschlafen wird deshalb in Schichten. Während ein Teil der Gefangenen auf feuchtem Boden liegt, schlafen die anderen in Hängematten, die an den Gitterstäben befestigt sind. In einer Zelle im Stadtteil Bangu ein ähnliches Bild: 35 fast nackte, schwitzende Männer auf nur sechzehn Quadratmetern bei beißendem Fäkaliengeruch und nächtlichem Besuch von Ratten. Die psychische Spannung ist fast mit Händen greifbar. Neun von zehn Gefangenen haben Furunkel, in der heißesten Jahreszeit herrschen bis zu 60 Grad. Dann fallen täglich etwa 20 Insassen ohnmächtig um, werden von den Wärtern herausgezerrt und durch andere ersetzt.

Um aus dieser Hölle herauszukommen und in eine weniger überfüllte Zelle verlegt zu werden, bestechen Häftlinge ihre Aufseher mit bis zu umgerechnet 5.000 Mark. Es gibt brasilianische Gefängnisse, in denen die Insassen das nötige Geld sammeln, um dann die Begünstigten auszulosen. In Bangu kommen die notwendigen “Real” von der Familie oder Verbrechersyndikaten - je unerträglicher die Hitze, desto höher die Preise auf diesem Schwarzmarkt. Einmal am Tag gibt es schlechtes Essen; die Lebensmittelpakete der Angehörigen werden gewöhnlich nicht ausgehändigt.

Folter ist üblich. Ein Anwalt beschreibt einen Fall von 1996: “Polizisten mit Kapuzen mißhandelten 116 Gefangene, unter anderem mit Elektroschocks. Alle wiesen Blutergüsse auf, wurden zudem zu sexuellen Handlungen gezwungen.” Fast täglich werden Fälle zu Tode gefolterter, erschlagener Häftlinge bekannt - die politisch Verantwortlichen bleiben meist passiv. Nur wenige Intellektuelle protestieren, die Gesellschaft scheint sich an die grauenvollen Zustände gewöhnt zu haben.

Pervertieren statt resozialisieren

Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international oder “Human Rights Watch” prangern die Zustände in den brasilianischen Haftanstalten an - und auch die Gefangenenseelsorge der Katholischen Kirche läßt nicht locker. Padre Geraldo Mauzeroll von der “Pastoral Carceraria” im Teilstaat Sao Paulo gegenüber dem ai-Journal: “Wer ins Gefängnis kommt, wird pervertiert, wird angesehen und behandelt wie ein Tier - niemand ist an einer Besserung oder Resozialisierung interessiert. Die Gesellschaft rächt sich an ihnen, läßt sie intellektuell, spirituell, moralisch und kulturell und nicht selten sogar physisch sterben.” Mauzeroll hört in Polizeiwachen und Gefängnissen sehr häufig den Ausspruch: “Nur ein toter Häftling ist ein guter Häftling!” Der Padre geht seit 1973 in die “Presidios” - was er täglich sieht, sind Bilder wie aus Horrorfilmen: Tuberkulose grassiert, über die Gesichter Todkranker laufen Ameisen. Häftlinge verfaulen buchstäblich in Zellen. Die Gefängnisärzte sind selbst kriminell, weil sie Kranke bewußt

nicht behandeln, sondern sterben lassen. Sie werden aber nie zur Rechenschaft gezogen. Kriminell handeln auch Richter und Staatsanwälte, die über Folter und alle anderen Menschenrechtsverletzungen detailliert informiert sind, jedoch nicht eingreifen.

Das Gefängnispersonal verkauft Lebensmittel, die für Häftlinge bestimmt sind und ermöglicht Rauschgifthandel und -konsum hinter Gitterstäben. Ein Gefängnisdirektor: “Drogen müssen dort drin sein, damit die Gefangenen ruhig bleiben.”

Erzwungenes Schweigen, Morddrohungen

Ein dunkles Kapitel ist auch die sexuelle Gewalt, von Aufsehern sogar gefördert. Mauzeroll zum ai-Journal: “Wird ein wegen Vergewaltigung Verurteilter eingeliefert, stecken die Wärter ihn in bestimmte Massenzellen, damit er dort von 15 oder 20 Häftlingen vergewaltigt wird. Dies ist Gesetz in den Kerkern, und so verbreitet sich Aids sehr schnell.” Nach amtlichen Angaben infizierten sich bereits mehr als 20 Prozent aller Inhaftierten mit dem HIV-Virus - ein Großteil der rund 150.000 brasilianischen Gefangenen hat homosexuellen Verkehr, gewöhnlich ungeschützt.

Vitor Carreiro teilte in Rio de Janeiro jahrelang eine Zelle mit 47 Gefangenen. Er ist von Aids gezeichnet und sagt: “Alle Welt weiß, daß die Frau des Gefangenen der andere Gefangene ist.” Promiskuität ist der Alltag: José Ferreira da Silva, HIV-positiv, berichtet von vier festen und acht gelegentlichen Partnern - keiner benutzt Präservative.

Padre Mauzeroll drückt sich im Gegensatz zu vielen “politisch korrekten” Landsleuten nicht um unbequeme und unangenehme Wahrheiten. Er hat keine Probleme, die von den Autoritäten gerne versteckten und verdrängten Probleme offen anzusprechen. “Wer über die Zustände redet und informiert, stirbt”, lautet eine andere Regel. Berufskiller erledigen das - Mauzeroll weiß, daß auch sein Leben in Gefahr ist. Dennoch klagt er offen die soziale Ordnung Brasiliens an: “Diese ist schuld an der Situation.”

Gemäß einer neuen Studie der Vereinten Nationen lebt heute fast die Hälfte der 150 Millionen Brasilianer in verhältnismäßig entwickelten Gebieten. “Wenn in Sao Paulo und Rio de Janeiro die Lage in den Gefängnissen bereits so schlimm ist”, gibt Padre Mauzeroll zu bedenken, “wie muß sie dann erst in den stark unterentwickelten Regionen des Nordens und Nordostens sein?”

Amnestie nur Kosmetik

Die Rechtsanwältin Zoraide Fernandez weist darauf hin, daß Häftlinge nach verbüßter Strafe oft noch jahrelang gefangengehalten werden. 1995 waren es allein in Rio mindestens 560.

Brasiliens Staatschef Fernando Henrique Cardoso verkündete im April die, wie es offiziell hieß, größte Amnestie in der Geschichte des Landes: Etwa zehn Prozent der Gefangenen sollten freikommen. Wie die Gefängnisbehörden inzwischen einräumten, werden beispielsweise im Teilstaat Rio de Janeiro nur wenig mehr als ein Prozent amnestiert. Die 511 Gefängnisse bieten Platz für höchstens 60.000 Personen, sind aber nach jüngsten offiziellen Angaben mit 148.760 Häftlingen belegt - das sind 15 Prozent mehr als 1994. Notwendig, so hieß es, sei der Bau von 145 zusätzlichen Haftanstalten. Die Lage in der Metropole Sao Paulo ist den Angaben zufolge am dramatischsten. Eine Besserung ist nicht in Sicht: Per Haftbefehl suchte man allein 1996 rund 275.000 Straftäter.

Rund 95 Prozent der Häftlinge sind Arme, 96 Prozent sind männlich und etwa drei Viertel Voll- und Halbanalphabeten. Der typische Gefangene, so eine Studie, ist dunkelhäutig und jünger als 25 Jahre. Jeden Monat kommt es laut Statistik zu mindestens drei großen Häftlingsrevolten, die meisten werden allerdings der Öffentlichkeit verschwiegen. Eine Ausnahme bildet lediglich der südliche, relativ hochentwickelte Teilstaat Rio Grande do Sul - nur dort soll es auch keine irregulär festgehaltenen Häftlinge geben.

Wärter und Spezialeinheiten gehen gewöhnlich äußerst brutal gegen meuternde Häftlinge vor: 1992 wurden im berüchtigten Gefängnis “Carandiru” von Sao Paulo mindestens 111 Insassen erschossen. Die politisch Verantwortlichen und die direkt Beteiligten blieben bisher straffrei. In “Carandiru” ereignete sich auch Ende Oktober wieder eine Revolte: 670 Gefangene nahmen 27 Wärter als Geiseln und forderten die Verlegung in eine andere Haftanstalt. Fünf Häftlinge versuchten währenddessen in einem Müllwagen zu fliehen, vier von ihnen wurden von Militärpolizisten erschossen.
Klaus Hart
Der Autor ist freier Korrespondent in Rio de Janeiro

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 29. Februar 2008 um 17:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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72 Kommentare

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    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Nach Wut auf die Schweiz jetzt Wut auf die Zustände in Brasilien - höchst drastische Leserkommentare geißeln das Verhalten von Staatschef Lula und Außenminister Amorim im Fall Paula Oliveira, verurteilen Rechtlosigkei – 15. Februar 2009 @ 11:49

  19. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Lula soll die Schweiz um Entschuldigung bitten”, wird Yvan Perrin, Vizepräsident der SVP zitiert. – 15. Februar 2009 @ 19:21

  20. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Wir sterben alle vor Schande nach der Wendung im Fall Paula Oliveira…Was für eine Blamage!”. Größte brasilianische Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” übt als erstes nationales Medium – 15. Februar 2009 @ 19:22

  21. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Fall Paula Oliveira: Brasilianische Medien berichten über Verlegenheit in der Regierung angesichts der neuen Entwicklungen. – 15. Februar 2009 @ 19:24

  22. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Der Fall der Paula O. ist ein Lehrstück über Medienmanipulation.” Tagesanzeiger, Zürich. Brasilianische Leserreaktionen. – 15. Februar 2009 @ 19:25

  23. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Montag, 16. Februar 2009 um 15:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Solidaritätskundgebung für Paula Oliveira in Brasilien kurzfristig abgeblasen. “Paula hat Verletzungen an Brüsten, im Intimbereich und im Gesicht”, sagt Vater im brasilianischen TV. Weiterhin keine offiziel – 16. Februar 2009 @ 19:46

  24. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Montag, 16. Februar 2009 um 17:48 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Hakenkreuz-Story vor Gericht - Fall von Mittweida. Urteil: Das Hakenkreuz selbst geritzt. – 16. Februar 2009 @ 19:48

  25. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 18. Februar 2009 um 14:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Schweiz eröffnet Strafverfahren gegen Paula Oliveira wegen des Verdachts der Irreführung von Justiz und Polizei. Sie könne die Geschichte, von Neonazis attackiert worden zu sein, erfunden haben, melden brasilianische M – 18. Februar 2009 @ 14:59

  26. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Gefängnishorror unter Lula: Deutschstämmige Maria Nacort vom Menschenrechtstribunal Sao Paulo geht mit Petition nach Brasilia. Gefangenenseelsorger Günther Zgubic über “Folter in allen Varianten”. – 20. März 2009 @ 14:36

  27. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasiliens wachsender Entwicklungsrückstand: Immer noch kein Fahrradwegnetz in Millionenstädten wie Sao Paulo. Absurde Förderung des PKW-und Busverkehrs. Keine Personenzüge mehr zwischen Rio und Sao Paulo. Vergleich C – 20. März 2009 @ 14:47

  28. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Spanischer Straßenkinder-Priester in Brasilien ermordet. Todesschuß auf 64-jährigen Ramirez Amigo in Recife. Katholische Bischöfe im Visier bezahlter Killer und Todesschwadronen. Bisher kein EU-Interesse an prekärer – 20. März 2009 @ 16:24

  29. […] Bischöfliche Gefängnispastoral und Folter: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Günter Nooke, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, ist am 6.4.2009 zu Gesprächen in Brasilie. Die Themenpalette ist reichhaltig: Alltägliche Folter, Hor – 26. März 2009 @ 23:55

  30. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Pedro Ferreira, Anwalt der bischöflichen Gefängnis-Seelsorge(Pastoral Carceraria) beim Website-Interview in Sao Paulo. – 27. März 2009 @ 21:20

  31. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Gefängnishorror unter Lula - Video anklicken. Günther Zgubic. – 30. März 2009 @ 20:44

  32. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Weltsozialforum 2009 Ende Januar in Belém, Pará - politisch korrekt oder realitätsnah? Staatschef Lula schickt Armee-Spezialeinheit in die stark gewaltgeprägte Forumsstadt. Lula, Hugo Chavez und Evo Morales kommen. &# – 04. Mai 2009 @ 16:06

  33. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 06. Mai 2009 um 20:57 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Kant-Weltbürgerpreis 2009 der Freiburger Kantstiftung an brasilianischen Bischof Luiz Cappio. Lula-Kritiker, Menschenrechts-und Umweltaktivist. Franziskaner in Brasilien. – 06. Mai 2009 @ 21:14

  34. […] Gefangenenseelsorger Günther Zgubic aus Österreich: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Mittelalterliche Zustände” in Gefängnis von Espirito Santo - Menschenrechtslage unter Lula. “Unsägliche Folterpraxis” - Günter Nooke. Deutschstämmige Menschenrechtsaktivistin Maria Nacort. Fo – 19. Mai 2009 @ 15:15

  35. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Mord an Pedro Nacort Filho - Juri Popular in Vitoria, Espirito Santo. Deutschstämmige Menschenrechtsaktivistin Maria Nacort. – 20. Mai 2009 @ 16:26

  36. […] Zgubic: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 22. Mai 2009 um 14:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Totgefoltert mit 15 wegen geklautem Motorrad - Folteroffizier und fünf beteiligte Militärpolizisten lediglich entlassen. “Unsägliche Folter in Brasilien” - Günter Nooke. Bischof Cappio über Lulas Brasilie – 22. Mai 2009 @ 15:07

  37. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 04. Juni 2009 um 19:18 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Amnesty International: “Kopf unter Wasser.” Menschenrechte in Brasilien. – 04. Juni 2009 @ 19:21

  38. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasiliens Gefängnissystem ähnelt nazistischen KZs, kritisiert Gilmar Mendes, Präsident des Obersten Gerichts. “Unmenschliche, absurde Zustände.” – 19. August 2009 @ 15:30

  39. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Goethe-Institut Sao Paulo: Seminar mit Marianne Birthler über Vergangenheitsbewältigung in Brasilien. Günter Nooke zu Folter im Tropenland. Gefangenenpriester Günther Zgubic. – 20. August 2009 @ 17:35

  40. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 28. August 2009 um 17:03 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Ralf Buchenhorst, Martin-Luther-Universität Halle, auf Expertenseminar des Goethe-Instituts in Sao Paulo: “Druck auf Brasilien ist nötig.” Andrea Genest, Zentrum für zeithistorische Forschung in Potsdam: – 28. August 2009 @ 18:07

  41. […] Der frühere politische Gefangene Ivan Seixas, heute Präsident des Menschenrechtsrates im Teilstaat Sao Paulo sowie Leiter einer Gedenkstätte des Widerstands gegen die Militärdiktatur, des “Memorial da Resistencia”, hat auf dem Expertenseminar des Goethe-Instituts erklärt, daß Instrukteure der Bundesrepublik Deutschland in den siebziger Jahren eine Foltertechnologie, den sogenannten “Eisschrank”, nach Brasilien gebracht hätten:”Es handelt sich dabei um einen geschlossenen, völlig dunklen Raum, in dem sehr tiefe rasch mit sehr hohen Temperaturen wechseln, alles begleitet von sehr hohen, schrillen Tönen. Die gefolterte Person kann wegen dieser Einwirkungen das Bewußtsein verlieren, wird dann aber plötzlich in einen extrem hellen Raum gebracht. Diese Foltertechnologie wurde von deutscher Seite etwa vom Jahr 1971 an nach Brasilien gebracht. Es gab Folterinstrukteure der CIA aus den USA, ferner aus Großbritannien, Frankreich und eben auch aus der Bundesrepublik Deutschland. Die Technologie wurde vor allem in Rio de Janeiros Folterzentrum in der Rua Barao de Mesquita angewendet, nicht aber in Sao Paulo. http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Foltertechnologie der Bundesrepublik Deutschland an brasilianische Folter-Diktatur in den siebziger Jahren, erläutert Menschenrechtsaktivist Ivan Seixas auf Expertenseminar des Goethe-Instituts Sao Paulo mit Marianne Bir – 30. August 2009 @ 01:50

  42. […] Österreichischer Gefangenenseelsorger Günther Zgubic: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Gefängnis-Horror in Vitoria, Espirito Santo. Expertenkommission des Nationalrats für Justiz schockiert. “Nao havia banheiro. Os menores eram obrigados a defecar e urinar dentro do conteiner.” – 31. August 2009 @ 15:49

  43. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » 25 neue Atomkraftwerke in Brasilien mit französisch-deutscher Hilfe - Nebeneffekt der Rüstungszusammenarbeit, betonen Landesmedien. An französischer AREVA ist Siemens beteiligt. “Folha de Sao Paulo” bericht – 08. September 2009 @ 15:33

  44. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 09. September 2009 um 20:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Günther Zgubic, Gefangenenpriester aus Österreich: “Etwa 15 Millionen Brasilianer leiden Hunger, das öffentliche Gesundheitswesen ist eine Katastrophe, die öffentlichen Schulen sind miserabel - doch militärisch – 09. September 2009 @ 21:02

  45. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Amnesty International charakterisiert Brasilien als Folterstaat: “Folter durch Strafvollzugsbeamte bei der Festnahme, während des Verhörs und in der Haft immer noch üblich.” Offizielle Kritik aus Deutschlan – 16. September 2009 @ 15:51

  46. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 02. Oktober 2009 um 13:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » CARANDIRU - Brasilien erinnert sich an Häftlingsmassaker vom 2. Oktober 1992. “Ich sah den Holocaust.” 30 % laut Umfragen für Polizeieinsatz von Sao Paulo, 80 % der Getöteten waren nicht einmal verurteilt. – 02. Oktober 2009 @ 14:27

  47. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Riesen-Medieninteresse in Europa für banalen Stromausfall in Brasilien - für alltägliche Folter, sogar Folter von Landlosen-Kindern, Scheiterhaufen und Kindstötungen dagegen nicht. Herzenskälte? – 11. November 2009 @ 12:47

  48. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Kopenhagen-Klimakonferenz und Brasilia-Vorschläge: “In Brasilien werden sogar bindende Vorgaben nicht eingehalten - man kann sich vorstellen, was mit freiwilligen passiert!” José Goldemberg, Uni-Prof, Umwelt – 30. November 2009 @ 19:26

  49. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 11. Dezember 2009 um 19:28 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Lulas Menschenrechtsminister Paulo Vannuchi räumt gravierende Menschenrechtsverletzungen ein:”Die Menschenrechtsverletzungen sind Routine, alltäglich und allgemein verbreitet. Das Gefängnissystem ist im Kollaps.& – 11. Dezember 2009 @ 19:56

  50. […] Österreichischer Priester und Gefangenenseelsorger Günther Zgubic zu Folter unter der Lula-Regierung: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Folter ohne Ende”. (Tortura sem fim). Brasiliens Soziologiezeitschrift “Sociologia” über Folter unter der Lula-Regierung. – 12. Dezember 2009 @ 23:03

  51. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Montag, 21. Dezember 2009 um 13:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Jüdische Gemeinde Sao Paulos verurteilt Regierungssicht zum Zweiten Weltkrieg:”Äußerungen des Ministers für Strategische Angelegenheiten zeigen Ignoranz oder böse Absicht.” – 21. Dezember 2009 @ 14:17

  52. […] Günther Zgubic, Gefangenenpriester aus Österreich, zu Folter unter der Lula-Regierung: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Laut Lula zog die Regierung aus der Diktatur-Folterpraxis, dem Martyrium der Verfolgten, die richtigen Lehren. “Folha de Sao Paulo” nennt dies skandalös, Folterer würden nicht bestraft. “Folter ohne En – 23. Dezember 2009 @ 14:52

  53. […] Gefangenenpriester Günther Zgubic aus Österreich: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Waldemar Rossi, Leiter der Arbeiterseelsorge in der Erzdiözese Sao Paulo: Lula-Regierung macht immer mehr Versprechen, erfüllt sie aber nicht. Menschenrechtsbilanz von zwei Amtszeiten. “Ein beträchtlicher Teil de – 29. Dezember 2009 @ 15:33

  54. […] Günther Zgubic, Pfarrer und Gefangenenseelsorger aus Österreich: In Brasilien weiter Folter in all… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Die Top100-Website-Beiträge des 2.Halbjahrs 2009. Regelmäßige Website-Nutzer in über 90 Ländern. Das meistgenutzte Google-Foto der Website 2009: Gefangenenpriester Günther Zgubic aus Österreich, Koordinator der bra – 30. Dezember 2009 @ 20:10

  55. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Die Top100-Website-Beiträge des 2.Halbjahrs 2009. Regelmäßige Website-Nutzer in über 90 Ländern. Das meistgenutzte Google-Foto der Website 2009: Gefangenenpriester Günther Zgubic aus Österreich, Koordinator der bra – 30. Dezember 2009 @ 20:12

  56. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Die Top100-Website-Beiträge des 2.Halbjahrs 2009. Regelmäßige Website-Nutzer in über 90 Ländern. Das meistgenutzte Google-Foto der Website 2009: Gefangenenpriester Günther Zgubic aus Österreich, Koordinator der bra – 30. Dezember 2009 @ 20:16

  57. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 05. Januar 2010 um 14:16 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Leider sind es nicht mehr so viele, die die ganze Wahrheit wissen wollen. Man biegt sehr schnell ab, um bei seiner Meinung bleiben zu können - und bei den als angenehm empfundenen Lösungen. Ich habe mir angewöhn – 05. Januar 2010 @ 14:19

  58. […] Günther Zgubic aus Österreich: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Sao Paulo ist 456 - interessanten Megacity-Rundblick anklicken. Sao Paulo - reichste Stadt Lateinamerikas, Brasiliens Crack-Metropole, Sitz der nationalen Goethe-Gesellschaft, Lebensumfeld renommierter Menschenrechtsaktiv – 25. Januar 2010 @ 17:06

  59. […] Günther Zgubic aus Österreich: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 28. Januar 2010 um 14:24 Uhr veröffentlicht und wurde […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Deutscher Franziskaner Johannes Gierse über die Rolle der Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Brasiliens. Oded Grajew, Weltsozialforum 2010, Atomkooperationen. – 28. Januar 2010 @ 14:49

  60. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Berlin wirbt um Brasilien.” Financial Times Deutschland. Besuch von Außenminister Guido Westerwelle. Günter Nooke: “Unsägliche Folterpraxis in Brasilien.” – 08. März 2010 @ 15:48

  61. […] Günther Zgubic: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Barbarische Zustände in brasilianischen Gefängnissen - gravierende Menschenrechtslage stößt auch in Mitteleuropa bisher auf massives Desinteresse. – 15. März 2010 @ 19:35

  62. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “In den brasilianischen Gefängnissen sind die Opfer des politisch-wirtschaftlichen Systems eingekerkert.” Anwalt Bruno Alves de Souza, 29, Präsident des Menschenrechtsrates im Teilstaat Espirito Santo, vor d – 17. März 2010 @ 17:39

  63. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Serra - brasilianischer Präsidentschaftskandidat, bisher in den Umfragen für die Oktober-Pflichtwahl vorn. Wahlbündnis mit der Rechtspartei DEM. – 18. April 2010 @ 14:37

  64. […] Österreichischer Gefangenenpriester Günther Zgubic: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Die Folter bleibt in Brasilien weiterhin straflos, zersetzt Polizeiwachen und Gefängnisse.” Historiker Cassio Schubsky erinnert mitten in der Fußball-WM in der größten Qualitätszeitung “Folha de Sa – 16. Juni 2010 @ 15:04

  65. […] Gefangenenseelsorger Günther Zgubic: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Lula und seine Wahlmanager frustriert über gescheiterte Wahlstrategie, Selbstkritik wegen verfrühter Sieges-Arroganz, analysieren Landesmedien. Angebliche 80 Prozent Popularitätsrate für Lula zeigten sich nicht in den Wah – 06. Oktober 2010 @ 13:53

  66. […] Priester Günther Zgubic: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » 18 Ermordete bei Gefangenenaufstand in Sao Luis/Brasilien, laut Polizei. Drei Häftlinge geköpft. Proteste gegen Haftbedingungen unter Gouverneurin Roseane Sarney. Folter unter Lula-Regierung durch Staatsangestellte. Bisch – 09. November 2010 @ 19:34

  67. […] Gefangenenpriester Günther Zgubic: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasiliens Gefängnisse unter Lula: In Manaus-Haftanstalt, Schauplatz des jüngsten Aufstands, achtmal mehr Gefangene eingepfercht als erlaubt, betonen Landesmedien. Günter Nooke zu Folter und Lage in brasilianischen Gefäng – 11. November 2010 @ 13:05

  68. […] Günther Zgubic und die Fakten unter Lula-Rousseff: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Folter in Polizeiwachen hat in ganz Brasilien stark zugenommen.” Gefangenenpriester Valdir Joao Silveira im Website-Exklusivinterview. “Die Anti-Folter-Konvention wird nicht eingehalten - was tut denn d – 16. November 2010 @ 14:26

  69. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 08. Dezember 2010 um 18:13 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasiliens Menschenrechtsanwalt Bruno Alves de Souza Toledo - ebenso wie Amazonasbischof Erwin Kräutler, Träger des Alternativen Nobelpreises, wegen Morddrohungen ständig unter Polizeischutz. Auffällig, wie viele brasilia – 08. Dezember 2010 @ 23:27

  70. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Schwerbewaffnete Drogenbanditen kehrten in “Complexo do Alemao” von Rio de Janeiro zurück, räumt brasilianisches Militär ein. Morde an Slumbewohnern trotz “Militäraufsicht”. Gemeinsame Banditen-und – 11. Januar 2011 @ 14:49

  71. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Schwerbewaffnete Drogenbanditen kehrten in “Complexo do Alemao” von Rio de Janeiro zurück, räumt brasilianisches Militär ein. Morde an Slumbewohnern trotz “Militäraufsicht”. Gemeinsame Banditen-und – 11. Januar 2011 @ 14:49

  72. […] Günther Zgubic aus Österreich: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunth… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Sao Paulo - Fotoserie über Brasiliens Megacity. – 18. Januar 2011 @ 21:44

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    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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