http://oglobo.globo.com/opiniao/mat/2010/07/08/tango-solitario-917098354.asp
Als schändlich wird in den Landesmedien von Psychoanalytiker Ari Roitman u.a. verurteilt, daß beim WM-Spiel Deutschlands gegen Argentinien jedes deutsche Tor sogar mit Feuerwerk gefeiert wurde.

“Wir müssen aufhören, Fußball mit Nation, Religion und Politik zu vermischen…Propagandakampagnen wollten ein Sportereignis in einen Krieg umwandeln. Wichtig war nicht, kompetent und talentiert zu sein, sondern ein Krieger…Wir haben gesehen, wie es ausgegangen ist. Unsere Mannschaft hatte Krieger, einer, noch kriegerischer, trat sogar den Feind auf dem Boden…Aber die Leute hier bessern sich eben nicht.” Zuenir Ventura, brasilianischer Schriftsteller und Kolumnist
Fußballmusik in Brasilien: http://wissen.dradio.de/index.38.de.html?dram:article_id=3979
“Holland, Spanien und Deutschland, drei europäische Teams, sind vorn, weil sie einen Fußball spielen, der Tore will - dabei kombinieren sie individuelle Initiativen mit kollektiver Aktion, Kühnheit mit Solidarität. Man sagt, die Südamerikaner seien kreativer, aber gestern setzte Uruguay mehr Kraft ein und Holland mehr Geschicklichkeit, Gewandtheit.” Daniel Piza, O Estado de Sao Paulo
Brasiliens Wunderheiler-Kirchen mobilisieren für die Fußball-WM
Zugpferd Kaká
Zahlreiche evangelikale Profispieler im WM-Team
„Auf zur WM im Südafrika, aber nicht wegen des Fußballs“ – unter diesem Motto mobilisieren Brasiliens evangelikale Sektenkirchen seit Monaten ihre Anhänger. Die Schlüsselrolle beim Missionieren, dem Anwerben von Gläubigen haben indessen acht hochpopuläre Profispieler der brasilianischen WM-Nationalmannschaft, die sogenannten Athleten von Christus. Zugpferd ist FIFA-Weltfußballer Kaká, der laut Sportpresse ein Tagessalär(!) von etwa 17000 Euro einstreicht, zudem als Werbemodel eines europäischen Textilkonzerns Millionen verdient, von ADIDAS gesponsert wird. „Gott hat mich nach einem schweren Unfall geheilt – und Gott machte mich zum besten Fußballer der Erde“, predigt Kaká  im Tempel seiner evangelikalen Wunderheilerkirche „Renascer em Cristo“ in Sao Paulo. „Alles im Leben habe ich durch Gott, durch Jesus Christus erreicht. Und diese Erfahrung will ich allen Menschen mitteilen – alle sollen dem Weg von Jesus Christus folgen.“Brasiliens starke Sektenmedien, die sogar über den zweitgrößten nationalen TV-Sender verfügen, stellen tagtäglich heraus, was auf Kakás nagelneuen, in Holland gefertigten ADIDAS-WM-Schuhen gut lesbar steht: „Jesus in first place“. Vorrangmeldung im evangelikalen TV war zudem, daß bei der WM in Südafrika mit Kaká sozusagen ein Beinahe-Pastor übers Spielfeld saust, der dafür im  Renascer-Tempel bereits mit großem Pomp die rituellen Weihen erhielt:  „Fußballidol, schön, reich, berühmt – und schon bald Pastor, jawohl Pastor seiner Kirche! Kaká wird nach der Fußballkarriere Geistlicher, belegt  schon Theologiekurse! Halleluja!“Ein Filmchen mit einem lachenden, zum Himmel blickenden Kaká – im T-Shirt mit der Aufschrit „I belong to Jesus“ wird sogar weltweit über die Sektenmedien verbreitet. Mannschaftskapitän Lucio und die anderen evangelikalen WM-Spieler wie Luisao und Felipe Melo stehen Kaká nicht nach.  „Wir wollen das Fieber für den Fußball in Fieber für Jesus Christus verwandeln!“Große Missionsorganisationen Brasiliens bereiten seit Monaten Hunderte von jungen Leuten für den Einsatz bei der WM vor, für eine konzertierte Aktion mit Tausenden von evangelikalen Missionaren aus Afrika selbst und anderen Erdteilen. „Besonders haben wir dafür gebetet, daß sich Nordkorea für die WM klassifiziert, erklärt der frühere brasilianische Profisportler und heutiger Pastor Marcos Grava Vasconcelos. „Doch als wir wußten, daß Nordkoreas WM-Team sogar in derselben Stadt wie die brasilianische Mannschaft untergebracht ist, haben wir Gott gedankt, Gott gerühmt für die große Chance, allen anreisenden Nordkoreanern die Botschaft Jesu verkünden zu können.“ Auf die Reaktion dieser gewöhnlich sehr zugeknöpften kommunistischen Asiaten darf man gespannt sein…Generell soll in Schulen, Hospitälern und Parks, auf Plätzen und natürlich nahe der Stadien missioniert werden, dort, wo die Großleinwände stehen – mit Tanz, Theaterstücken, natürlich viel Musik und Fußball selbst: Speziell trainierte Missionare, mit dem Image der großen Fußballnation Brasilien, sollen Südafrikanern und angereisten WM-Touristen in improvisierten Kursen zeigen, wie man richtig gegen einen Ball tritt. „Bete täglich für unser Missionsprojekt – Gott schaut auf dich“, heißt es in einem Werbe-Video. „Drei Milliarden Menschen verfolgen die Fußball-WM in Südafrika – eine große Möglichkeit, werde Freiwilliger. Soviele zerstörte Familien in Südafrika, soviel Aids – und das Vorrücken des Islam!“ Die FIFA, so steht im evangelikalen Infomaterial, fürchte die islamischen Länder zu vergrätzen, wenn bei den TV-Übertragungen auf einmal betende brasilianische Spieler zu sehen seien, die Jesus dankten - also jene Evangelikalen um Kaká der „Athleten von Christus“, die damit bei früheren Weltmeisterschaften bereits für Aufsehen sorgten. Nicht nur die katholische Kirche Brasiliens, sondern auch kritische Qualitätsmedien des Tropenlandes betrachten jedoch mit Mißfallen, wie zwielichtige, gewinnorientierte Sektenkirchen weltberühmte Fußballprofis für ihre kommerziellen Zwecke einspannen. Jene Kirche von Kaká beispielsweise, hat wegen Betrügereien und Steuerhinterziehung ständig Probleme mit der Justiz. Kaká ist mit den beiden schwerreichen Sektengründern eng befreundet: Die selbsternannte Bischöfin Sonia und ihr Mann, der Ex-Werbemanager und heutige „Apostel“ Estevan Hernandes, saßen bereits in den USA wegen Geldwäsche und Devisenschmuggel im Gefängnis. Kaká hat beide dennoch immer wieder öffentlich verteidigt und überweist nach eigenen Angaben zehn Prozent seines Salärs an „Renascer em Cristo“. Das sind immerhin jährlich mehrere Millionen Euro. Brasiliens Staatsanwalt Marcelo Mendroni nennt die Sektenführer eine „kriminelle Organisation“, die Dokumente fälsche, Geld wasche und sich unrechtmäßig Spenden aneigne. Der Staatsanwalt strengt deshalb ein Verhör von Kaká durch die italienische Justiz an – doch alles verläuft im Sande. Denn Sonia und Estevan Hernandes verfügen laut Mendroni über ein Privatvermögen von 52 Millionen Euro, schalten deshalb stets die teuersten und gewieftesten Rechtsanwälte ein – und sind zudem politisch einflußreich: Kaum aus dem US-Knast zurück, jetten beide zu Staatschef Lula nach Brasilia, der den alljährlich von „Renascer em Cristo“ organisierten „Marsch für Jesus“ an Fronleichnam per Unterschrift zum nationalen Feiertag deklariert. 2010 kommen allein in Sao Paulo zum Jesusmarsch zwei Millionen – doch der mitmarschierende Apostel lehnt es ab, bohrende Journalistenfragen zu den derzeit gegen ihn laufenden Gerichtsprozessen zu beantworten. “Für Lulas Wahlsieg von 2002 waren die evangelikalen Kirchen sehr wichtig - das gilt auch für die Präsidentschaftswahlen vom Oktober 2010“, sagt Soziologe Edin Sued Abumanssur von der Katholischen Universität Sao Paulos. Lulas Wunschkandidatin Dilma Rousseff hat in Brasilia bereits mit Bischof und Apostel inbrünstig gebetet. Und die von den Evangelikalen beherrschte „Republikanische Partei“ stellt sogar Lulas Vize, einen Milliardär. Die Ermittlungen gegen Kaká werden als „religiöse Verfolgung“, Werk des Satans angeprangert – das hat funktioniert. Engagierte katholische Katholiken Brasiliens nehmen mit einem Video namens „Scheinheiligkeit“ jene Athleten um Kaká ironisch aufs Korn: “Früher wurden die Katholiken von den Evangelikalen als satanisch verunglimpft, weil sie sich TV-Sendungen anschauten und Sport trieben“, heißt es darin. „Damals verdienten die Athleten noch wenig. Doch als sie Großverdiener wurden, änderten die Evangelikalen völlig ihre Position. Und jetzt tun diese Athleten so, als seien wahre Christen nur die Evangelikalen. Die katholische Kirche hat stets den Sport gefördert. Doch heute wollen Evangelikale christliche katholische Symbole aus dem Sport entfernen. So ist es immer. Die katholische Kirche bahnt Wege – und die Evangelikalen kommen hinterher und wollen zerstören.“ Wunderheilungen werden von den Evangelikalen als großer Trumpf ihrer Kirchen propagiert – mit Gottes Hilfe seien Bischöfe und Pastoren in der Lage, sogar Blinde, Gelähmte, Aids-und Krebskranke völlig zu kurieren. Indessen – seit 2008 ärgert sich Kaká mit einer Knieverletzung herum, wird operiert, vor der WM stark geschont – und ganz Brasilien hofft, daß er in Südafrika alle Spiele durchhält. Doch warum hat sich Kaká nicht einfach wunderheilen lassen? Das katholische Video dazu spöttisch: „Zwar machen sie Propaganda für Wunderheilungen in ihren Unternehmen, den Kirchen. Aber wenn ein evangelikaler Athlet sich verletzt, geht er nicht etwa zu seinem Pastor, damit der ihn heilt, sondern zum Arzt!“

Zeitungsfoto
Zwangsläufig mußten im Tropenland Programme und Eintrittskarten für das Endspiel-Wochenende schon lange im voraus entworfen, gedruckt werden - aus Fußball-Hurra-Patriotismus entschied man sich, auf den Sieg Brasiliens zu setzen, druckte große patriotische Eintrittskarten für “den großen Super-Sieges-Ballâ€, “Super Baile da Vitoriaâ€. Jetzt werden solche Eintrittskarten teils gratis verteilt, damit man am Endspieltag überhaupt die Häuser vollkriegt. Auf manchen dieser Poster, Eintrittskarten steht für den Endspieltag “Hoch lebe die brasilianische Mannschaft!â€
Hohn, Spott, Haß: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/04/hohn-spott-has-fur-die-brasilianische-mannschaft-brasiliens-landesmedien-leserbriefe/
http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/03/chupa-maradonaaa-vuvuzela-im-goethe-institut-von-sao-paulo-beim-4-0-gegen-argentinien-fotoserie-fusball-wm-2010/
http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/01/hit-der-fusball-wm-in-sudafrika-rap-das-armas-aus-rio-de-janeiro-musik-des-berlinale-gewinners-tropa-de-elite-anklicken-zeitgeist/
Â
Die Megacity Sao Paulo feierte jedes Tor gegen Argentinien mit Böllern und Vuvuzela-Konzerten.
Fußballmusik in Brasilien: http://wissen.dradio.de/index.38.de.html?dram:article_id=3979
Brasilien hat die Niederlage gegen Holland ohne Tränen weggesteckt, war überall von Deutschen zu hören. “Amanha é outro dia.”


Zwangsläufig mußten im Tropenland Programme und Eintrittskarten für das Endspiel-Wochenende schon lange im voraus entworfen, gedruckt werden - aus Fußball-Hurra-Patriotismus entschied man sich, auf den Sieg Brasiliens zu setzen, druckte große patriotische Eintrittskarten für “den großen Super-Sieges-Ballâ€, “Super Baile da Vitoriaâ€. Jetzt werden solche Eintrittskarten teils gratis verteilt, damit man am Endspieltag überhaupt die Häuser vollkriegt. Auf manchen dieser Poster, Eintrittskarten steht für den Endspieltag “Hoch lebe die brasilianische Mannschaft!â€
Romeu Tuma Junior, “Nationaler Justizsekretär” im Justizministerium von Brasilia, Sohn des berüchtigten Diktaturaktivisten Romeu Tuma, wurde jetzt nach den Medien bekanntgewordenen Ermittlungen der Bundespolizei “beurlaubt”, weil er u.a. enge freundschaftliche Beziehungen seit 20 Jahren zu einem als Mafiaboß bezeichneten Chinesen namens Pauli Li unterhielt und diesen sogar 2009 auf eine offizielle Chinareise mitgenommen hatte. Brasiliens größte Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” druckte ein Pressefoto,  das Staatschef Lula eng an der Seite von Paulo Li zeigt. Während der Chinareise fungierte Paulo Li als offizieller “Spezialassessor” von Tuma Junior und wies sich überall mit einer Visitenkarte mit dem Aufdruck des brasilianischen Justizministeriums aus. Paulo Li gilt den Angaben zufolge u.a. als Großschmuggler und ist seit September 2009 in Haft. Lula hatte Romeu Tuma Junior anfangs verteidigt, mußte unter dem Druck der Medien im derzeitigen Präsidentschaftswahlkampf indessen seine Haltung ändern. Derzeit wird von den Landesmedien unter Berufung auf Regierungsangaben für unwahrscheinlich gehalten, daß Romeu Tuma Junior auf seinen Posten zurückkehrt. Ohne Druck der öffentlichen Meinung wäre der Fall rasch wie üblich unter den Tisch gekehrt worden.
Paulo Li gab sogar Kung-Fu-Kurse am Sitz der Bundespolizei von Sao Paulo, als der jetzige Kongreßsenator und Lula-Freund Romeu Tuma in den 80er Jahren dort noch Chef der Behörde war, meldet die Presse. Die Lula-Regierung behandele den Fall derzeit mit größter Vorsicht, da der über gefährliches Insiderwissen verfügende Senator Tuma im jetzigen Präsidentschaftswahlkampf eine wichtige Rolle spiele, man Attacken auf Lulas Wunschkandidatin Dilma Rousseff vermeiden wolle. Erinnert wird daran, daß Tuma einst als Diktatur-Polizeichef Sao Paulos dem inhaftierten Lula zur Beerdigung von dessen Mutter Ausgang gewährte. Seitdem existiere ein herzliches Verhältnis zwischen beiden.
Die Rolle der Tumas in der hohen Politik ist in Brasilien jedem Politikinteressierten bestens bekannt.Â
 Brasilianische Systemkritiker und frühere Diktaturgegner bewerten Romeu Tuma sehr speziell: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/12/lula-und-die-extreme-rechte-romeu-tuma-dops-herbert-cukurs-massenmorder-von-riga/#more-1200
http://www.anakonda.com.br/480-1SinonimoDeTortura.html
Francisco Prado, grauenhaft gefolterter politischer Gefangener der Diktaturzeit, erinnert sich gut an Romeu Tuma:â€Tuma war ein sadistischer Folterer. Am Diktaturende säuberte er hier die Archive, nahm die Hälfte der Dokumente mit. Wir wissen, wo sie sind, aber man kommt nicht ran. Als Lula zum Staatschef gewählt wurde, dachten wir, er öffnet die Geheimarchive der Diktaturzeit - doch er tut es eben nicht. Heute werden auf allen Polizeiwachen Brasiliens die Festgenommenen, die Häftlinge gefoltert.” (Aus Website-Interview)
Goethe-Institut Sao Paulo und Brasiliens Vergangenheitsbewältigung: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/02/memorial-da-resistencia-in-sao-paulo-goethe-institut/
Früheres Diktatur-Folterzentrum in Sao Paulo.
http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/
Gemäß brasilianischen Medienberichten führt der hohe Grad an Korruption dafür, daß Brasilien zu einem Paradies für “Mega-Drogenbosse” wurde. Laut Experten würden in Brasilien sowohl Geldwäsche als auch Polizei-Bestechung sehr erleichtert.
Skandal um Lula-Vize Alencar:Â http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/14/lula-skandal-des-amtsantritts-bei-amtsende-wieder-da-bundespolizei-bestatigt-vorwurfe-gegen-lula-vize-jose-alencar-laut-landespresse-verdacht-auf-bandenbildung-und-betrug/
The Third National Human Rights Plan was established on 21st December 2009 by presidential decree. Its directives, strategic objectives and programme activities, approved by the 11th National Conference on Human Rights, constitute a significant step towards the consolidation of a democratic State of Law.
http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html
Brasiliens Staatschef Lula hat erwartungsgemäß ein neues Dekret zur Vergangenheitsbewältigung unterzeichnet, das die entsprechenden Forderungen von Verteidungsminister Nelson Jobim und den Militärs vollauf erfüllt. Gemäß ersten Einschätzungen der Medien sowie von Regierungsmitarbeitern haben sich damit erneut jene durchgesetzt, die “politische Repression” während der Diktaturzeit bestreiten. Im neuen Dekret ist der Begriff “politische Repression” nicht mehr enthalten. Das nationale Programm der Menschenrechte sei verwässert, sinnentleert worden, Lulas Menschenrechtsminister Paulo Vannuchi habe eine Niederlage erlitten.  Sollte es irgendwann zur Schaffung einer Wahrheitskommission kommen, könne sie gemäß den neuen Formulierungen die Diktaturepoche nur allgemein behandeln und hat sich zudem mit den Zeitraum von 1946 bis 1988 zu befassen. Wie Brasiliens größte Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” analysiert, kann nunmehr auf unbestimmte Zeit verhindert werden, all jenes herauszufinden, was über die Diktaturverbrechen nicht bekannt ist. Lula stelle jetzt die Diktaturgegner den Folterern, Mördern und Verantwortlichen für das Verschwindenlassen gleich. “Das neue Dekret Lulas ist die gravierendste Tat seiner Regierung. Und jene, die am meisten über ihn selbst enthüllt.”
In Ländern wie Deutschland wird immer wieder die “fortschrittliche Regierungspolitik” Brasilias gelobt.
Umgang mit Geschichte: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/
 
Guerrilha-Kämpferin Damaris Oliveira Lucena
Grünen-Politiker Alfredo Sirkis, Ex-Guerrilheiro, über Folter und “lokale Militärdiktatur” unter Lula: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/07/weiter-folter-in-brasilien-lokale-militardiktatur-des-organisierten-verbrechens-uber-slums-unter-lula-regierung-laut-brasilianischem-grunen-politiker-alfredo-sirkis-peter-scholl-latour-uber-bra/
http://www.goethe.de/ins/pt/lis/prj/ama/deindex.htm
http://www.goethe.de/ins/br/sap/deindex.htm
“Endlich sind wir in Sao Paulo, der Hauptstadt Brasiliens, angekommen”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/15/endlich-sind-wir-in-sao-paulo-der-hauptstadt-brasiliens-angekommen/
Kindermord bei Yanomami - “Sie mögen nicht, daß man über diese Frage sprichtâ€: “sendo que a maior causa da mortalidade infantil vem da própria cultura yanomami, com o infanticÃdio.†http://www.folhabv.com.br/fbv/noticia.php?id=56096
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/932552/
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/weltzeit/599498/
Yanomami-Indiomutter tötet Neugeborenes, sofern u.a. dessen Geschlecht nicht den Erwartungen entspricht: “Mas é preciso levar em conta a tradição cultural. No caso dos yanomami, o infanticÃdio é a principal causa de morte entre as crianças com menos de um ano. O que pode parecer uma barbárie aos olhos da sociedade não-Ãndia não passa de um traço cultural desse povo. A Ãndia se isola do grupo e entra na mata quando sente que vai dar a luz. Sozinha, ela decide o destino do filho por diversas razões, como qualquer mal-formação da criança ou se o sexo não corresponde ao esperado.â€
Schamanen und ihre “Deutungen”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/28/schamanendeutung-bei-den-yanomami-auch-ausloser-fur-morderische-konflikte-laut-studie-munchner-biennale-2010/
Kritiken zur Amazonas-Oper: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/amazonas-erzahlte-in-vier-stunden-materialschlacht-nur-was-eh-jeder-wusste-az-munchen-uber-amazonas-oper-munchener-biennale-2010/
Indiokinder am Rio Negro.
Indianer, darunter Yanomami, als umweltzerstörende Goldgräber: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/05/amazonasindianer-als-erfahrene-goldgraber-nach-dem-vorbild-mit-den-techniken-der-stets-offiziell-kritisierten-nichtindianischen-eindringlinge-laut-landesmedien/
“Nur wir Indianer wissen den Urwald zu schützen”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/07/only-we-the-indigenous-people-know-how-to-protect-the-forest-says-davi-kopenawa-from-the-ancient-yanomami-tribe-in-the-brazilian-rainforestsays-davi-kopenawa-from-the-ancient-yanomami-trib/
“Pfeile gegen Flugzeug”: http://www.sueddeutsche.de/wissen/17/443755/text/
…und die Halb-Berichtigung: http://www.sueddeutsche.de/wissen/405/444143/text/
Kannibalismus in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/18/kannibalismus-in-brasilien-nachrichtenmagazin-epoca/
Menschenrechts-Samba - anklicken: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/12/o-iraque-e-aqui-der-irak-ist-hier-hit-von-jorge-aragao/
Umgang mit Geschichte: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/
José Teixeira Coelho, Chefkurator des Museu de Arte de São Paulo, besteht mit Nachdruck auf einer gewissen Traurigkeit der Tropen: »Das Brasilien von heute ist kein erwartungsfrohes Land, man darf sich vom offiziellen Optimismus der Lula-Regierung nicht täuschen lassen. Die meisten misstrauen dem wirtschaftlichen Aufschwung. Die Auswanderung gut ausgebildeter junger Leute ist ein enormes Problem für uns. Wer die Chance hat, geht in die USA. Die Geburtenraten unter jungen Akademikern sind mittlerweile genauso niedrig wie in Westeuropa.« Auch das ist für Schwellenländer charakteristisch: Von den hohen Rohstoffpreisen und der damit finanzierbaren Sozialpolitik profitieren die Armen und die Superreichen. Den Rest erfasst ein geradezu alteuropäisches Endzeitbewusstsein: »Die Abstiegsängste sind enorm, und zwar zu Recht«, fährt Teixeira Coelho fort. »Natürlich durchschauen die Leute die Hohlheit des Linkspopulismus. Die soziale Ungleichheit steigt, die Korruption nimmt nicht ab, das Gewaltproblem in den Städten will niemand angehen, es soll nicht einmal erwähnt werden. An Brasilien kann man beobachten, wie ein Land mit zerstörter Mittelklasse aussieht.«Laymert Garcia dos Santos überträgt diese Lagebeschreibung auf die Kultur Brasiliens: »Die Regierung hat ja keinen Politikwechsel herbeigeführt, sie hat dem Auseinanderfallen der Gesellschaft vielmehr eine bestimmte Rhetorik entgegengesetzt. Es ist eine die Herzen rührende Sprache der Zentrierung. Die Probleme werden anders benannt, sprachlich vermieden, geschönt. Wer die Probleme Brasiliens auf den Punkt bringt, ist schon Abweichler. Ich glaube, Tony Blair hat diese Rhetorik erfunden. Sie ist nach kurzer Zeit tief eingedrungen, weil sie Defiziten der brasilianischen Kultur generell entspricht. Wir pflegen eine Kultur der Freundlichkeit, das ist ja auch schön. Aber wir pflegen damit auch eine Kultur der Verdrängung. Unsere Künstler bringen kaum zur Sprache, was wirklich in der Gesellschaft vorgeht. Sie produzieren zu viel Wie-können-wir-gemeinsam-in-unserem-schönen-Land-leben-Kitsch. Insofern ist unsere Kultur noch viel kolonialer, als wir wahrhaben möchten.«(Die Zeit 2007)Â
Deutsche Theaterkritik zur Amazonasoper: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/12/die-mit-grosen-medialen-vorschuslorbeeren-bedachte-amazonasoper-eine-sammlung-von-theaterkritiken-uber-das-resultat/
Gemäß den Berichten hat das von Lula unterzeichnete Dekret für ein nationales Programm der Menschenrechte eine Regierungskrise ausgelöst, worauf Verteidigungsminister Nelson Jobim und die drei Kommandanten der Teilstreitkräfte dem Staatspräsidenten ihr Entlassungsgesuch übergaben. Wie es hieß, nahm Lula die Gesuche nicht an und argumentierte, den gesamten Inhalt des Dekrets nicht zu kennen. Die kritisierten Punkte sollten revidiert werden. Das Militär ist gemäß den Medienangaben am meisten über die geplante Schaffung einer Wahrheitskommission zur Aufklärung von Diktaturverbrechen sowie über eine mögliche Revision des Amnestiegesetzes verärgert.
Die derzeitige völkerrechtswidrige Auslegung des Gesetzes verhinderte bisher die Bestrafung von Diktaturverbrechern, darunter berüchtigten Folteroffizieren und Mördern von Regimegegnern. Bezeichnenderweise hatte sich Lula mit dem Dekret trotz des Drucks nationaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen bis zum Ende seiner zweiten Amtsperiode Zeit gelassen - im Oktober 2010 sind in Brasilien wieder Präsidentschaftswahlen, kann Lula nicht erneut kandidieren. Lateinamerikas größte bürgerliche Demokratie ist bei der Bewältigung der Diktaturverbrechen am weitesten zurück - die Nachbarstaaten verzeichnen dagegen auffällige Fortschritte. Nach wie vor bleiben Geheimarchive der Diktatoren geschlossen, dürfen die Geheimdokumente des Militärregimes nicht veröffentlicht werden, die u.a. Aufschluß darüber geben würden, wie Brasiliens Foltergeneräle während der 21 Diktaturjahre mit westlichen Regierungen sowie den Diktaturen der Nachbarstaaten kooperierten.
Auch Amnesty International betrachtet die alltägliche Folter sowie die Todesschwadronen in Brasilien unter Lula als Erbe der unbewältigten Vergangenheit.
Goethe-Institut Sao Paulo - Expertenseminar über Vergangenheitsbewältigung - die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zur Militärdiktatur: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/20/goethe-institut-sao-paulo-seminar-mit-marianne-birthler-uber-vergangenheitsbewaltigung-in-brasilien/
Ivan Seixas, ehemals sadistisch gefolterter politischer Gefangener, heute Direktor des Widerstandsmemorials von Sao Paulo - eine Gedenk-und Forschungsstätte über Brasiliens Diktaturvergangenheit. Auf dem Expertenseminar des Goethe-Instituts in Sao Paulos Rechtsfakultät sprach Seixas u.a. zur Problematik der laut Gefangenenaussagen auch aus Europa stammenden Foltertechnologie der Diktatoren.
“Hemmungslose Aktionen der Todesschwadronen, institutionalisierte Barbarei”: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/