Am Rande des vom Goethe-Institut Sao Paulo in der städtischen Rechtsfakultät veranstalteten Expertenseminars über Vergangenheitsbewältigung äußerte sich Ivan Seixas im Website-Interview zu Gabeiras Positionen gegenüber dem Diktaturaktivisten und jetzigen Kongreßsenator Romeu Tuma, der Chef des Folterzentrums der Militärdiktatur war. Gabeira wurde von der brasilianischen Presse  mit den Worten zitiert:”Heute sind wir Freunde, haben alles komplett vergessen.”
http://pt.wikipedia.org/wiki/Romeu_Tuma
http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html
http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/12/o-iraque-e-aqui-der-irak-ist-hier-hit-von-jorge-aragao/
 Ivan Seixas, Direktor des “Memorial da Resistencia” in Sao Paulo sowie Präsident des Rates zur Verteidigung der Menschenrechte im Teilstaat Sao Paulo, nannte Gabeiras Haltung absurd:”Gabeira spielt die Rolle der Desinformation über die Diktaturvergangenheit. Gabeiras Buch`O que isso, companheiro` ist lügnerisch, großer Unsinn. Gabeira ist heute ein Politprofi und macht heute, mit jener Haltung zu Tuma,  eine noch schlechtere Figur als damals. Tuma war Verhörleiter, orientierte die Folterer, aus den politischen Gefangenen ganz bestimmte Informationen herauszuholen. Und die Folterer traktierten dann auch die Regimegegner entsprechend Tumas Linie. Tuma nahm an den Folterungen teil - darüber gibt es Zeugenberichte. Wir alle in dem Gebäude des Repressionszentrums hörten ja die Folterungen mit - es gab keine akustische Abschirmung. Wir hörten, wer getötet wurde, wie er endete. Wenn Gabeira jetzt sagt, alles komplett vergessen, erweist er Brasilien und seiner Geschichte einen schlechten Dienst. Gabeira verhält sich unethisch, ist unglaubwürdig, ein Opportunist, eine Kanaille. Und Opportunisten ist jedes Mittel recht. Von solchen Leuten wird heute Brasiliens Politik geformt. Gabeira verfolgt sein eigenes opportunistisches Projekt, verhält sich wahltaktisch. Seine Beziehung zu Sao Paulos Gouverneur José Serra, die Sache mit Senatorin Marina Silva sagen genug.”
Auf der Eröffnungssitzung des Expertenseminars im “Salao nobre” der Rechtsfakultät nannte Ivan Seixas die heute übliche Folter sowie die häufigen Blutbäder und Massaker ein “Erbe der Militärdiktatur”. Dagegen müsse man kämpfen. Folterer unter Diktator Getulio Vargas seien auch unter dem Militärregime zwischen 1964 und 1985 als Folterer tätig gewesen. Zilda Marcia Iokoi von Sao Paulos Bundesuniversität bekräftigte auf dem Seminar die Analysen von Ivan Seixas. Die Menschenrechtsaktivistin war zur Diktaturzeit ebenso wie Seixas barbarisch gefoltert worden. Die Freundschaft zwischen Staatschef Lula und Folterer Romeu Tuma sei zu verurteilen.
Ivan Seixas auf Expertenseminar des Goethe-Instituts Sao Paulo.
Das Expertenseminar des Goethe-Instituts wird im gleichen Saal veranstaltet wie das internationale Menschenrechtstribunal: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/06/menschenrechtstribunal-in-sao-paulo-verurteilt-brasilianischen-staat-wegen-folter-gefangnis-horror-kriminalisierung-von-armen-und-sozialbewegungen-sowie-wegen-bruchs-internationaler-menschenrechtsab/

Gabeira und Enzensberger im Goethe-Institut Sao Paulo.
http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/13/hans-magnus-enzensberger-sao-paulo-goethe-institut/
« Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, deutscher Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, eröffnet 27. deutsch-brasilianische Wirtschaftstage am 30. August in Vitoria, Teilstaat Espirito Santo. – “Rote Karte für Brasiliens intellektuelle Elite!”. Kolumnist und Filmemacher Arnaldo Jabor kritisiert Schweigen von Intellektuellen, Studenten, Künstlern angesichts des Mega-Skandals um den Diktaturaktivisten und heutigen Senatschef José Sarney, enger politischer Verbündeter Lulas. Nur Mini-Proteste. Arnaldo Jabor bestätigt Dr. Claudio Guimaraes dos Santos. »
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