Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

“Tropa de Elite ” gewann “Goldenen Bären” der Berlinale - politisch korrekte Mainstream-Kritiken blieben auf Jury ohne Wirkung

Regisseur Padilha: Kritik, die den Streifen als faschistisch  klassifiziert, war besonders stupide

Hauptdarsteller Wagner Moura: “Estamos nos bestializando, nos idiotizando. Amigos, a mediocridade è amiga da barbarie! E a coisa ta feia.”

Brasilien ist begeistert über den Berlinale-Preis für “Tropa de Elite” - ein hochaktueller sozialkritischer Film über den widerspruchsvollen Kampf der Polizei-Sondereinheit “BOPE” Rio de Janeiros gegen das in den Slums neofeudal, terroristisch  und diktatorisch herrschende organisierte Verbrechen.

Die Jury hatte sich offenbar von den überwiegend sehr oberflächlichen, politisch korrekten Mainstream-Kritiken vieler Medien nicht beeindrucken lassen. Regisseur Josè Padilha wurde kurioserweise u.a. vorgeworfen, einen argumentativ schwachen Film ohne Tiefgang, eine monotone Gewaltorgie vorgelegt zu haben. Die Berlinale-Kritiker, hieß es, hielten den brasilianischen Streifen nicht für einen Favoriten. Daß Padilha führende Gewaltforscher und Sozialwissenschaftler Brasiliens, wie Luiz Eduardo Soares und Alba Zaluar, an seiner Seite hatte, wurde nicht berichtet. Padilha und Hauptdarsteller Wagner Moura erklärten, da man von der Kritik  falsch interpretiert worden sei, handele es sich um eine große Anerkennung. Brasiliens größte Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” betonte, der Film sei von der ausländischen Kritik abgelehnt, negativ aufgenommen worden. Jury-Präsident Constantin Costa-Gavras habe indessen hervorgehoben, daß der Streifen bei den Jury-Mitgliedern “komplette Akzeptanz” gefunden habe, die jedes Filmdetail diskutiert hätten. Laut Regisseur Padilha, so die Zeitung, hätten viele den Film einfach nicht verstanden, obwohl er keineswegs schwer verständlich sei. “Ich meine, die Mehrheit der Brasilianer hat diesen Film verstanden.” Für einen “Urso de Ouro” sei seine “expectativa zero” gewesen.

Bezeichnend, daß die Scheiterhaufen-Szene, ein Beleg und Symbol für den brutalen Terror der neofeudalen Slum-Diktatoren gegen Millionen von Verelendeten, für gravierende Menschenrechtsverletzungen, von den meisten Kritikern  und Medien unterschlagen worden ist.

Deutschlandradio Kultur - Moderne Scheiterhaufen aus Autoreifen: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/

Der erste Goldene Bär für einen brasilianischen Spielfilm ging 1998 an “Central do Brasil” des Regisseurs Walter Salles.

Eine sehr interessante  Perlentaucher-Kritik von Ekkehard Knörer:  http://www.perlentaucher.de/artikel/4455.html

albazaluarpadilhaklein.jpgRegisseur Padilha und Alba Zaluar in Sao Paulo bei Film-Diskussion

padilhakleiner.jpg

soareskleiner.jpgSozialwissenschaftler Luiz Eduardo Soares bei Tropa-de-Elite-Diskussion in Sao Paulo


Hintergrund-Texte
Wird “Tropa de Elite” zum Hit der Berlinale? 
Rio de Janeiro – Stadt der modernen Scheiterhaufen
Sozialwissenschaftlerin Alba Zaluar „Microondas sind alltäglich“
Bei einer Podiumsdiskussion über den neuen Spielfilm“ Tropa de Elite“ hat die brasilianische Sozialwissenschaftlerin Alba Zaluar in Sao Paulo erklärt, daß es zu den alltäglichen gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Rio de Janeiro gehöre, Menschen so wie in dem Streifen gezeigt, auf modernen Scheiterhaufen aus Autoreifen lebendig zu verbrennen. In der betreffenden Szene des Films, der in Deutschland erstmals auf der  Berlinale zu sehen ist, wird dargestellt, wie ein sadistisches Banditenkommando weithin sichtbar hoch über Rio de Janeiro über einen Mann Autoreifen gestapelt hat, das Opfer dann mit Benzin übergießt und anzündet. „Derartige Vorgänge“, so Alba Zaluar vor einem größtenteils aus Universitätsstudenten bestehenden Publikum, „sind alltäglich – ich habe indessen Berichte von weit grauenhafteren Untaten.“ Danach würden in dem Armenviertel „Cidade de Deus“ von Banditenkommandos sogar Menschen den Alligatoren lebendig zum Fraß vorgeworfen. „Der dortige Verbrecherboß befiehlt, mit Personen, die er nicht mag, so zu verfahren.“ In den Slums, so Brasiliens führende Gewaltexpertin, „ist eine neue tyrannische Kultur feudalistisch-machistischer Werte inzwischen fest installiert – alles hingenommen von den Autoritäten.“
Der Regisseur von „Tropa de Elite“, Josè Padilha, bezeichnete Alba Zaluar als wichtigsten Ideengeber für den brasilianischen Film „City of God“, der auch in Europa erfolgreich lief.
Eine schwarze Menschenrechtsanwältin kennt einen Zeugen, dem zufolge inmitten von Bailes Funk Jugendliche lebendig verbrannt wurden. Baile-Funk-Fans haben nach der Massendisco wiederholt Bettler verbrannt.
Bereits ab 1990 hatte in Rio de Janeiro das vielgelesene Boulevardblatt „A Noticia“ regelmäßig auch Fotos von modernen Scheiterhaufen, den sogenannten „Microondas“(Mikrowelle) gedruckt. Auch eine auf dem Uni-Campus von Rio vergewaltigte und danach lebendig verbrannte 20-jährige Frau wurde in „A Noticia“ als „Presunto“(Schinken) bezeichnet. Das Opfer wurde sexistisch-appellativ fotografiert und kannibalistisch mit zubereitetem Grillfleisch verglichen, im Bildtext mit Toastbrot. Der Beitrag war humorig gehalten.
Der renommierte Therapeut und Direktor des Instituts für Sozialmedizin an der Bundesuniversität von Rio, Jurandir Freire Costa, erklärte dazu, in Brasilien herrsche „ethisch-moralische Schizophrenie“. Arnaldo Jabor, Filmemacher und Brasiliens meistgelesener Kolumnist:“Auffallend ist die Katastrophe unserer wachsenden Unsensibilität angesichts des Horrors. Die Fakten rufen nach mehr als Mitleid. Der Überdruß angesichts von Katastrophen nimmt zu, die Seele wird zur Rhinozeros-Haut.“ Der damalige Primas von Brasilien, Kardinal Lucas Moreira Neves, sprach von „Anstiftung zur Gewalt, Verblödung ganzer Bevölkerungsschichten, Vermischung von Gewalt und Pornographie.“
Die Scheiterhaufen betreffenden Fakten und Hintergründe sind mindestens seit den 80er Jahren in allen Details den für solche Tatsachen Zuständigen auch in den deutschsprachigen Ländern genau bekannt.
Rio de Janeiro hat etwa die gleiche Bevölkerungszahl wie der Karibikstaat Kuba, der gemäß UNO-Statistiken andere Sozialindikatoren aufweist.

Aus “Das Blättchen”, Berlin

Blamierte Berlinale-Kritiker

Bisher hatten Brasiliens Filmschaffende, Intellektuelle und Feuilletonisten Respekt und Hochachtung gegenüber deutscher, europäischer Kulturkritik. Das scheint vorbei zu sein. Auf erste ablehnende Kommentare zum Wettbewerbsstreifen Tropa de Elite, der argumentativ schwach, unintelligent und ohne Tiefgang sei, hatte man noch verwundert bis verständnisvoll reagiert. Doch als der Film den Urso de Ouro erhielt, die meisten Berlinale-Kritiker aber auf ihren kuriosen Negativ-Wertungen beharrten, regnete es fast nur noch Ironie und Spott. Da man von dieser Zunft falsch interpretiert worden sei, kontern Regisseur Josè Padilha und Hauptdarsteller Wagner Moura, handele es sich um eine besonders wertvolle Anerkennung durch die Jury um Constantin Costa-Gavras. Kritik, die Tropa de Elite gar als faschistisch klassifiziert, sei besonders stupide, meint Padilha. Wer seinen Film derart verreiße, solle doch mal beim großen Costa-Gavras anrufen und nachfragen, ob der ihn auch für »fascista« halte. Fernando Meirelles, Regisseur von City of God, stufte die vor politischer Korrektheit triefenden Berlinale-Stimmen als »tolo« – dumm, töricht, stumpfsinnig – ein. In Berlin wird die Brutalität der Eliteeinheit herausgestellt, während brasilianische Cineasten wie Arnaldo Jabor auf die »Barbarei« der Verbrecher weisen, von denen das Tropenland dominiert werde. »Schmutzige Politik« paralysiere Brasilien, das Volk habe »Hunger nach Gerechtigkeit« und sei deshalb von dem Film begeistert. In Berlin sieht man in Elitetruppe-Kommandant Capitao Nascimento, gespielt von Wagner Moura, ein ekelhaftes, kaltblütiges Monster – in Brasilien ist er Held und Identifikationsfigur mit Widersprüchen in einer extrem widersprüchlichen Realität. Bezeichnend ist, daß eine Schlüsselszene aus Tropa de Elite – das Verbrennen eines lebenden Menschen auf einem modernen Scheiterhaufen aus Autoreifen – von den Filmkritikern fast ausnahmslos unterschlagen wurde. Unterdessen wurden sogar ein renommierter TV-Journalist und viele Bürgerrechtler Opfer dieser archaischen Hinrichtungs-»Methode«. Jener zynisch »Microondas«, Mikrowelle, genannte Scheiterhaufen ist Beleg und Symbol für den brutalen Terror der neofeudalen Slum-Diktatoren gegen Millionen von Verelendeten, für gravierende Menschenrechtsverletzungen an den Peripherien der brasilianischen Städte. Die Berlinale-Kritik verniedlicht, spricht immer nur von Drogenhändlern, Drogenbossen, Drogenbanden. Da mochte mancher Leser denken, es handele sich in Rio de Janeiro um jene eher harmlose Art von Dealern, die man inzwischen auch in Deutschland kennt. Hier geht es indessen um kriegsmäßig selbst mit NATO-Bazookas, schweren Luftabwehr-MGs und Granaten ausgerüstete Kommandos des organisierten Verbrechens, die durch Auftragsmorde, Attentate, massenhafte Geiselnahmen, illegalen Waffenhandel, Banküberfälle, Fracht- und Autoraub, bewaffnete Attacken auf ganze Wohnblocks und eben auch Drogenhandel gigantische Profite machen. Wer immer noch nicht verstehen will, sollte sich einfach einmal derartige Szenen in Berlin, Hamburg oder München vorstellen. Scheiterhaufen beispielsweise im Prenzlauer Berg, an der Alster oder im Englischen Garten. Denn auch in Rio oder São Paulo lodern die »Microondas« gar nicht weit entfernt von City und Mittelschichtsvierteln. Und wer jetzt noch Zweifel hat, woher Elitetruppe-Kommandant Wagner Moura einen Teil seiner täglichen Motivation nimmt, sollte sich einmal vorstellen, daß in Deutschland täglich Polizisten bei heimtückischen Attentaten der Verbrechersyndikate liquidiert und selbst in der Freizeit unerbittlich verfolgt würden. Am Tage nach der Berlinale-Preisverleihung traf es alleine in Rio de Janeiro drei Beamte. Einer davon bewachte ein Krankenhaus. Immer wieder werden auf simple, nur mit Revolvern ausgerüstete Streifenpolizisten Handgranaten geworfen, Polizeiwagen und deren Insassen mit MG-Garben durchsiebt. Zeitungen drucken Fotos von zu Fleischfetzen zerschossenen Beamten. Rio hat übrigens etwa die gleiche Einwohnerzahl wie ganz Kuba. »Es ist notwendig, endlich einmal das Denken und Fühlen der Polizisten im permanent lebensgefährlichen Einsatz zu verstehen«, meint Regisseur Josè Padilha. Interessant, daß er damit bei den Berlinale-Kritikern größtenteils auf taube Ohren stieß, nicht aber bei der Jury um Costa-Gavras. In Brasilien weiß jeder, daß zweifelhafte NGO, die teilweise sogar Gelder aus der Ersten Welt abfassen, in Slums fragwürdigste »Sozialprojekte« betreiben und dabei mit Gangstersyndikaten und Politikern gemeinsame Sache machen und am Drogengeschäft kräftig mitverdienen. Seit langem ist zudem bekannt, daß sich Politiker und deren Anhang mittels solcher Slum-NGO und »Sozialprojekte«, in denen Unmengen öffentlicher Mittel versickern, bereichern. Padilha zeigt dies im Film exemplarisch und deckt die widerliche Scheinheiligkeit betuchter Mittelschichtsstudenten auf, die lediglich so tun, als rühre sie das Leid der Slumkinder. Doch siehe da – in Berlinale-Kritiken werden daraus von Idealen beseelte, junge Progressive, die neben der Uni noch wahre Sozialarbeit machen wollen und sich nur deshalb, weil’s nun mal nicht anders geht, halt mit den Banditen gutstellen müssen. Blamabel zudem, daß im Gegensatz zu Costa-Gavras die politische Brisanz des Streifens auch für Länder der Ersten Welt nicht erkannt wurde: Wo das organisierte Verbrechen herrscht und Ausgangssperren verhängt, immer mehr No-Go-Areas entstehen, wird von den lokalen Despoten Protestpotential erstickt, wie Regisseur Padilhas intellektueller Berater Luiz Eduardo Soares betont, einer der renommiertesten brasilianischen Sozialwissenschaftler. Josè Murilo de Carvalho, Mitglied der brasilianischen Dichterakademie und in Rio Tür an Tür mit Olga-Benario-Tochter Anita Prestes Uni-Geschichtsprofessor, sagt es noch deutlicher: »Die Existenz des organisierten Verbrechens in den Slums blockiert die Politisierung der Bewohner, hält sie ruhig, verhindert eine Rebellion, Protestaktionen jeder Art. Auch wenn es absurd klingt: Die Gangsterkommandos dienen damit der Aufrechterhaltung von politischer Stabilität im Lande – und das ist nicht wenigen Autoritäten sehr recht. Ohne Zweifel gehört zum strategischen Kalkül auch der jetzigen Regierung, daß es wegen der so hilfreichen Gangsterkommandos keine soziale Explosion geben wird – und das ist natürlich reiner Zynismus.« Falls die Lage in den Slums doch einmal außer Kontrolle gerät, so Luiz Eduardo Soares, würde der Staat die Armee oder Sondereinheiten der Polizei in Marsch setzen. Eine davon ist jene Tropa de Elite von Rio de Janeiro. Deren Beamten ist ihre widersprüchliche Funktion durchaus bewußt.

rogerioreismicroondasbreitkleiner.jpg 
Foto-Installation “Microondas” über die modernen Scheiterhaufen von Rio. Fotograf Rogerio Reis stellte die Arbeit jetzt in Paris aus.
href=”http://www.swr.de/swr2/programm/extra/lateinamerika/stimmen/beitrag21.html” mce_href=”http://www.swr.de/swr2/programm/extra/lateinamerika/stimmen/beitrag21.html”>SWR Paulo Lins, City of GodBrasiliens Kindersoldaten

Brasiliens Regierung verspricht erneut Gewaltbekämpfung

Banditendiktatur in Slums immer grausamer

Angesichts der ausufernden Gewaltkriminalität hat Brasiliens Staatschef Lula zum wiederholten Male energische Gegenmaßnahmen versprochen. Mit Milliardenaufwand sollen danach der Polizeiapparat ausgebaut und 160 Gefängnisse errichtet werden. Im Unterschied zu den deutschen Medien haben jene in Brasilien über Lulas Ankündigungen nur kurz oder gar nicht berichtet, da nach früheren „Maßnahmenpaketen“ dieser Art in Wahrheit die Ausgaben für öffentliche Sicherheit teils drastisch gekürzt oder vorgesehene Haushaltsmittel gar nicht freigegeben worden waren. In großer Aufmachung betont die Landespresse dagegen, daß seit Lulas Amtsantritt von 2003 ausgerechnet die ärmsten Brasilianer weiterhin am stärksten dem Terror der Banditenmilizen ausgesetzt seien. Allein in Rio de Janeiro, so die auflagenstarke Qualitätszeitung „O Globo“, sind 1, 5 Millionen Slumbewohner der „Diktatur des Verbrechens“ unterworfen und nahezu sämtlicher Menschenrechte beraubt. Es handele sich um eine „kolumbianische“ Tragödie.„Wir haben daher in diesem Land noch keinen demokratischen Rechtsstaat“, analysiert die renommierte Anthropologin und Kolumnistin Alba Zaluar. Gemäß den neuesten Studien ist allein in Rio, mit rund ebensoviel Einwohnern wie Kuba, die Zahl der Verschwundenen bis heute mindestens 54-mal höher als während des 21-jährigen Militärregimes. Wie damals sei unter der vom organisierten Verbrechen sowie von paramilitärischen Milizen errichteten Slum-Diktatur das Foltern von mißliebigen Bewohnern üblich. Zwecks Einschüchterung würden Menschen in aller Öffentlichkeit lebendig verbrannt oder in Stücke gehackt, die Opfer in geheimen Friedhöfen verscharrt. „Das Verschwindenlassen und die Folter sind häufig, Gewalt trifft heute viel mehr Menschen als unter der Militärdiktatur“, betont die Universitätsprofessorin Cecilia Coimbra, Präsidentin der Menschenrechtsorganisation „Nie mehr Folter“(Tortura nunca mais). Toleriert von den Autoritäten, hat das organisierte Verbrechen im Parallelstaat der Slums seit Jahrzehnten auch Sondergerichte installiert, die meist drakonische Strafen verhängen. Dazu zählen das Handabhacken ebenso wie der Scheiterhaufen aus Autoreifen. Ungezählte Familien werden zudem aus ihren Slumkaten vertrieben. Die Banditenkommandos agieren zudem als Zensoren, verbieten Musiktexte und Bands, kontrollieren die gesamte Kulturproduktion, hören Telefongespräche ab, legen Sprachregelungen und Kleidervorschriften fest. Wer sich den Normen nicht fügt, muß zumeist mit Folter oder Tod rechnen.„All diese Grausamkeiten entsprechen der Realität“, erklärte jetzt Rio de Janeiros Gouverneur Sergio Cabral. „Die Parallelmacht agiert mit aller Rohheit.“Auch Brasiliens katholische Kirche ist vom Banditenterror direkt betroffen. Der deutschstämmige Kardinal Eusebio Scheid in Rio de Janeiro hat die Verbrecherdiktatur häufig verurteilt. Immer wieder werden Geistliche ermordet, dringen Gangster mit NATO-MGs und Handgranaten in Slumkirchen ein, erzwingen sogar den Stopp von Sozialprojekten. Menschenrechtsaktivisten kritisierten, daß manche sogar vom Ausland finanzierte Nichtregierungsorganisationen mit dem organisierten Verbrechen kooperieren. Zudem wird an einen bezeichnenden Vorfall erinnert. So hatten Staatschef Lulas Kulturminister Gilberto Gil und der damalige Arbeitsminister Ricardo Berzoini, heute Chef der Arbeiterpartei, vor rund zwei Jahren laut Presseberichten einen Rio-Slum besucht und dafür die Genehmigung der Banditenbosse eingeholt. Der renommierte brasilianische UNO-Berater und Experte für Gewaltfragen, Sergio Pinheiro: “All dies ist ein Skandal – geschähe derartiges in Berlin, Paris oder London, würde das im Parlament debattiert, würde die Regierung stürzen.“Polizeiattacken gegen die Verbrecherhochburgen haben bislang nur die Wirkung von Nadelstichen. Zudem gelten nicht wenige Beamte als korrupt und brutal, werden immer wieder moderne Feuerwaffen an die Gangstermilizen verkauft. In den Millionenstädten sterben tagtäglich niedrig bezahlte Polizisten durch Attentate oder Racheakte.Im Stadtpark von Sao Paulo trauern die ambulanten Fahrradmechaniker derzeit um ihren Kollegen, einen Detektiv und Familienvater. Er flickte dort in der Freizeit für ein Trinkgeld Schläuche, reparierte Gangschaltungen, besserte damit sein mageres Gehalt auf. „Vier Kugeln in den Hinterkopf, sonntagmorgens – so geht das hier zu.“ In Brasilien werden jährlich über 50000 Menschen ermordet, nicht einmal fünf Prozent der Täter ermittelt.Pressefreiheit und Slumdiktatur
Journalisten arbeiten unter hohem Lebensrisiko
Die Herrschaft des organisierten Verbrechens über erhebliche Teile der brasilianischen Städte schränkt die Pressefreiheit, die Recherchemöglichkeiten der Journalisten des Tropenlandes deutlich ein. Falls sie die Aktivitäten der Banditenkommandos im Parallelstaat der Slums konkret kritisieren, drohen zudem Racheakte.
Vergangene Woche wurde auf den brasilianischen Journalisten Amaury Ribeiro ein Attentat verübt. In Tageszeitungen hatte er eine Artikelserie über den Terror des organisierten Verbrechens veröffentlicht, erhielt deshalb Morddrohungen, wagte sich aber dennoch erneut in die Slumperipherie der Hauptstadt Brasilia. Dort feuerte ein junger Mann auf den Journalisten – glücklicherweise konnte Ribeiro rasch in ein Hospital gebracht werden und überlebte den Anschlag. Fälle dieser Art sind in Brasilien nichts Neues. 2002 recherchierte der bekannte Fernsehreporter Tim Lopes allein in einem Slum von Rio de Janeiro, wurde von einem Banditenkommando entdeckt, bestialisch gefoltert und auf einem Scheiterhaufen aus Autoreifen verbrannt. Carla Rocha, eine Kollegin von Tim Lopes, zählt zu den wichtigsten investigativen Journalistinnen des Landes.
“In diesen Slumregionen gelten weder Gesetz noch Verfassung, nur das Diktat bewaffneter Gruppen. Der Staat ist nicht präsent und läßt zu, daß dort Verbrecherorganisationen, Gangsterbosse, paramilitärische Milizen die Regeln gewaltsam bestimmen. Man hält dort die Menschen isoliert, in einer eng begrenzten Welt, diese Slumbewohner sind als Staatsbürger anulliert. Und dies dient den übelsten, schlechtesten, reaktionärsten Teilen unserer Elite, die keinen sozialen Fortschritt, keine Veränderungen wollen. Wer sich den Normen der Verbrecherorganisationen widersetzt, wird sogar mit dem Tode bestraft, lebendig verbrannt. Folter ist gängige Praxis – alles eine mittelalterliche Barbarei.“
In dem neuen brasilianischen Spielfilm „Tropa de Elite“, der auf der nächsten Berlinale gezeigt wird, ist in einer Szene die von Carla Rocha genannte „Microondas“, Mikrowelle der Banditenkommandos zu sehen: Über das Opfer werden an einer gut sichtbaren Stelle hoch über Rio Autoreifen gestapelt und dann mit Benzin angezündet.
Rio-Funk, HipHop aus den Slums, der derzeit auch in Deutschland popularisiert wird, ist laut Carla Rocha keineswegs eine eigenständige Musik unabhängiger, frei arbeitender Komponisten.
„HipHop und Funk sind heute die typische Musik der Slums von Rio, es gibt viele Gruppen, Bands. Doch die gesamte kulturelle Produktion der Ghettos wird heute vom organisierten Verbrechen kontrolliert, zensiert. Dies geht soweit, daß DJs, HipHop-Formationen eines Slums auf keinen Fall die Namen eines anderen Slums nennen dürfen, weil dort eine rivalisierende Gangsterorganisation herrscht. Es ist verboten, in eine Band Mitglieder aus gegnerischen Slums aufzunehmen. Und natürlich darf in Musiktiteln nur die Polizei kritisiert werden, nie das organisierte Verbrechen. Andernfalls würden die Musiker mit dem Tode bestraft. Um die Kontrolle über den Informationsfluß des Slums zu halten, hören die Banditenkommandos sogar die Telefongespräche der Bewohner ab, überwachen selbst den Austausch von E-Mails.Gangsterkommandos befehlen, daß Kleidung bestimmter Marken, aus bestimmten Geschäften nicht getragen werden darf. Die NGOs in Slums müssen sich ebenfalls dem Normendiktat unterwerfen. “
Jetzt hat Carla Rocha gemeinsam mit ihren Kollegen Dimmi Amora, Fabio Vasconcelos und Sergio Ramalho zum wiederholten Male in einer großen Artikelserie der Qualitätszeitung „O Globo“ die Herrschaftsmethoden der Slumdiktatoren ausführlich dokumentiert. Die Serie trägt den Titel „Os Brasileiros que ainda vivem na Ditadura“, Brasilianer, die noch in der Diktatur leben. Didaktisch werden stets jene wichtigen Verfassungsparagraphen und Gesetze Brasiliens genannt, die für Millionen von Landesbewohnern nicht gelten. Berichtet wird über die Sondergerichte, die drakonischen Strafen und die Scheiterhaufen, über Vertreibungen, Ausgangssperren und Zensur. Und belegt wird auch, daß Gewalt heute viel mehr Menschen trifft als unter der Militärdiktatur, daß die Zahl der Verschwundenen viel höher ist als in den 21 Diktaturjahren. Wer über all das schreibt, so die Journalistin Carla Rocha, erleidet ein hohes Lebensrisiko.
“Wir müssen sehr aufpassen, denn Tim Lopes wurde ja in einem solchen Slum von Rio ermordet. Seitdem gehen wir nicht mehr in die Ghettos hinein. Da wir gegen die Interessen der Verbrecherbanden handeln, sind wir vom Tode bedroht, müssen ständig bestimmte Sicherheitsregeln einhalten. Nicht anders als die Polizeibeamten oder Richter und Staatsanwälte.“
Entsprechend schwierig war es für Carla Rocha und ihre Kollegen, handfeste Informationen, Fakten aus den rund 800 Slums von Rio de Janeiro zu bekommen.
“Wir wußten, daß es sehr leicht sein würde, kritische Stellungnahmen über Polizeieinsätze zu bekommen. Doch wir wollten ja alle Aspekte der Unterdrückung in den Slums zeigen, die Aktivitäten der Banditenkommandos, der paramilitärischen Milizen. Indessen hat die Menschenrechtskomission des Stadtparlaments von Rio seit zehn Jahren noch nie eine Anzeige gegen das organisierte Verbrechen erhalten. Nur die Polizei wird dort gelegentlich angeklagt – was stets von den Verbrechersyndikaten unterstützt wird, die ja ein Interesse an solchen Anzeigen haben. Für uns Journalisten schafft das eine komplizierte Situation. Wir haben in unserer Artikelserie über den Präsidenten einer Assoziation von Slumbewohnern berichtet – er wurde jetzt ermordet.“
Carla Rocha ist bedrückt, daß auch die neuesten genau dokumentierten Menschenrechtsverletzungen wiederum typischerweise im Ausland, also auch in Ländern wie Deutschland, keinerlei Echo fanden. Aus den bekannten Gründen.
“In Rio de Janeiro ist es unmöglich, all diese Vorgänge, diese Tatbestände nicht wahrzunehmen. Daher finde ich es traurig, daß es dafür kein internationales Interesse, keinerlei internationalen Druck gibt. Denn Druck aus dem Ausland ist am wichtigsten, damit sich an der Lage in den Ghettos etwas ändert. Unglücklicherweise wird wohl bis dahin noch sehr viel Zeit vergehen, werden bis dahin noch sehr viele Menschen getötet. Im Ausland denken eben noch viele, Brasilien sei das Land des Samba, des Fußball und der fröhlichen, sonnengebräunten Leute. Wir hatten erwartet, daß unsere Artikelserie größere Reaktionen, Empörung auslöst – aber das ist leider nicht passiert.“

microondasklein1.jpgScheiterhaufen-Szene aus Berlinale-Sieger “Tropa de Elite”

ORF Wien Kultur: “Tropa de Elite”
posted by KLAUS HART at 4:02 PM
Neuer Spielfilm „Tropa de Elite“ macht in Brasilien Furore
Der sozialkritische Streifen über den Kampf der Polizei-Elitetruppe „BOPE“ Rio de Janeiros gegen das organisierte Verbrechen ist nach Angaben des brasilianischen Nachrichtenmagazins „Veja“ bereits der meistgesehenen und meistdiskutierte Film in der Geschichte des nationalen Kinos. Der von einem großen US-Verleih kommerzialisierte Streifen zeigt das widerspruchsvolle gesellschaftliche Universum brasilianischer Großstädte wie Rio, die dortigen Privilegiertenviertel und Slums im Vorfeld des Besuchs von Papst Johannes Paul dem Zweiten im Jahre 1997. Der Film bricht zahlreiche wohlgepflegte Tabus und weckt beim Publikum zwiespältigste Gefühle und Reaktionen. Ganz im Sinne der Autoren und Schauspieler. Beim Drehen der Scheiterhaufen-Szene in der Favela “Morro dos Prazeres” von Rio waren laut Presseberichten Dutzende von Banditen, die Mpis, Pistolen und Handgranaten trugen, in der Nähe und schauten zu, gaben aus eigener Scheiterhaufen-Praxis Tips.”Po, der Typ stirbt nicht so, der schreit viel mehr”, sagte einer von ihnen zu den Schauspielern. Die hielten sich, wie es hieß, an die Anweisungen der Banditen, produzierten die Microondas-Szene exakt so. Scheiterhaufen dieser Art loderten bereits häufig in der Amtszeit von Rio de Janeiros Gouverneur Leonel Brizola, der Vizepräsident einer großen weltweiten Parteienassoziation war. Die Favela „Morro dos Prazeres“ befindet sich unweit der weltberühmten Paradestraße des Karnevals, dem Sambodrome.Laut Veja-Umfrage mochten 94 Prozent der Zuschauer den Film. 72 Prozent waren der Meinung, daß in dem Streifen die Banditen so behandelt wurden, wie sie es verdienen. 53 Prozent sehen die Hauptfigur, den Polizeioffizier Nascimento, als einen Helden an. Laut Veja ist 2007 unter Staatschef Lula die Gewalt erstmals Hauptsorge der Brasilianer. Für 59 Prozent ist fehlende Sicherheit ein größeres Problem als Arbeitslosigkeit oder niedrige Löhne.
Wer die konfliktreiche Sozialstruktur brasilianischer Millionenstädte einigermaßen kennt, fühlt sich oft wie in einem Dokumentarfilm – alles scheint echt, nachvollziehbar, präzise und didaktisch geschildert. Denn der Streifen basiert auf dem Bestseller „Elite da Tropa“ des renommierten brasilianischen Sozialwissenschaftlers Luis Eduardo Soares. Dieser war 2003 nur kurze Zeit Staatssekretär für Öffentliche Sicherheit in der Regierung von Staatschef Lula, wurde unter fadenscheinigen Vorwänden entfernt und warf Brasilia wiederholt vor, die gravierende Lage in den Slums, das „Inferno unseres alltäglichen Krieges“, wie er es ausdrückte, hinzunehmen. Da das Gesellschaftssystem kalt und berechnend sei, grausam mit den Verlierern, dazu hierarchisch, machistisch und autoritär, reproduzierten jene jungen Menschen der Verbrecherkommandos dieses System exakt so wie in der Gründerzeit des wilden, kolonialen Kapitalismus. Natürlich freut Soares der enorme Erfolg seines Buches – und des Films: “Ich bin deswegen perplex und glücklich – denn Buch und Film zeigen unsere widersprüchliche Realität, doch auch die widersprüchlichen Erfahrungen der Brasilianer mit dem Thema Gewalt, alle extremen Standpunkte, die in unserer Gesellschaft existieren. Der Film verzichtet auf Vereinfachungen, Stereotype – und deshalb ist bezeichnend, wenn man mir sagt: Der Streifen ist phantastisch, denn ich hasse diese Elitetruppe und liebe sie zugleich, fühle dasselbe auch gegenüber den Verbrechern im Film. Der Hauptheld Wagner Moura ist einfach spektakulär gut!“
Filmkritiker entsetzt, daß in Rio ein Mittelschichtspublikum im Kino jedesmal applaudiert, wenn BOPE-Offizier Nascimento Banditen tötet oder durch Folter aus gefangenen Kriminellen wichtige Informationen etwa über den Aufenthaltsort von Gangsterbossen herauspreßt.
Ist der Streifen gar faschistisch, wie ein Kritiker fragt, werden hier brutale Polizeigewalt und sogar Folter gerechtfertigt, verherrlicht? Jose Padilha, Regisseur von „Tropa de Elite“, weist dies scharf zurück. “Auf meiner Werteskala ist Folter schlimmer als Korruption – ich sehe nicht, daß dieser Film diese Polizei und deren Methoden glorifiziert.“ Es sei notwendig, endlich einmal das Denken und Fühlen der Polizisten im permanent lebensgefährlichen Einsatz zu verstehen. Brasilianische Streifen über Gewalt zeigten stets nur die Perspektive des Verbrechers oder des Slumbewohners, während nordamerikanische, französische, italienische Filme durchaus Polizisten in den Vordergrund stellten. Laut Statistik werden in Brasilien täglich Polizeibeamte Opfer von Attentaten oder bei Schußwechseln mit Gangstern getötet, selbst in der Freizeit unerbittlich verfolgt.
„Tropa de Elite“ verzichtet darauf, die von den Banditenkommandos auch zwecks Einschüchterung der Slumbewohner verwendeten Terrormethoden darzustellen. Eine übliche, seit Jahren alltägliche barbarische Tötungsart namens „Microondas“, Mikrowelle, wird indessen gezeigt. Hoch über Rio de Janeiro und weithin sichtbar werden Autoreifen über einen Mann gestapelt und dann mit Benzin angezündet.
Weder Kulturminister Gilberto Gil noch Tourismusministerin Marty Suplicy hatten sich bisher zur Frage der alltäglichen Scheiterhaufen Rios geäußert, die dem Image Brasiliens und dem Fremdenverkehr der Zuckerhutstadt immerhin erheblich schaden könnten. Interessanterweise bleiben auch sogenannte Menschenrechtsorganisationen bisher stumm.
Rio de Janeiro hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie der Karibikstaat Kuba, der auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung deutlich vor Brasilien rangiert.
Erstmals wird in „Tropa de Elite“ zudem thematisiert, daß zweifelhafte regierungsunabhängige Organisationen in Slums fragwürdige Sozialprojekte betreiben, dabei mit Gangstersyndikaten kooperieren. Zu sehen ist, wie Universitätsstudenten eines solchen Projekts gemeinsam mit extrem grausamen Banditen harte Drogen konsumieren – und sogar als Rauschgifthändler agieren. Der schwarze, aus der Unterschicht stammende Polizist Andre Matias studiert im Film gemeinsam mit diesen weißen Studenten. Als er sie in der Universität bei einer scheinheiligen Anti-Gewalt-Demonstration trifft, gehen ihm die Nerven durch, stellt er sie alle zur Rede, schlägt zu. Danach wird Polizist Matias ein Offizier jener Eliteeinheit „BOPE“, der zwar unbestechlich ist, doch nicht davor zurückschreckt, einen blutrünstigen, verwundet am Boden liegenden Verbrecherboß außergerichtlich zu exekutieren, der zuvor das lebendige Verbrennen eines Mannes ebenso befohlen hatte wie die Ermordung eines BOPE-Beamten.
Brasiliens populäre Gangsta-Raps verherrlichen sadistische Gewalt und die Verbrechersyndikate
Vor Lateinamerikas Leitbörse, vor Banken, Kirchen, Armee-und Polizeikasernen, dem Gouverneurspalast – überall in der brasilianischen Megacity Sao Paulo wird die nationale Gangsta-Rap-Produktion seit den neunziger Jahren ganz offen und massenhaft von Straßenhändlern verkauft. Die CDs sind unter denen mit Samba, Sertaneja, Forrò oder Rock leicht zu erkennen, kosten umgerechnet keinen Euro. Auf den Covern prangen Totenköpfe, Leichen, das World Trade Center in Flammen, Zielfernrohr-MGs, Granaten, die Namen der Verbrecherorganisationen und ihrer Bosse, aber auch von Osama Bin Laden. Eine CD-Serie nennt sich „Taliban – Park der Monster“. Die vorbeischlendernden Militärpolizisten, aber auch die theoretisch zuständigen Behörden für Jugendschutz wissen genau, daß es sich um verbotene, gesellschaftlich brisante Ware handelt. Doch niemand greift ein, für Europäer schwer nachvollziehbare Indifferenz dominiert.
Sao Paulo erlebte jetzt eine Serie von Terroranschlägen, die die drittgrößte Stadt der Welt mit ihren rund tausend deutschen Firmen zeitweise regelrecht lahmlegte. Über vierzig Polizisten, Feuerwehrleute und Gefängniswärter wurden erschossen; Banken, Geschäfte, Busse standen in Flammen. Nichts anderes hatte das „Erste Kommando der Hauptstadt“(Primeiro Comando da Capital), kurz PCC, Brasiliens führende Verbrecherorganisation, in seinen Gewalthymnen dem Staat seit Jahren angedroht, in Stadtguerillataktik bereits nadelstichartig praktiziert. PCC-Hits sind mit MG-Salven und Granatenexplosionen, Todes-und Schmerzenschreien untermalt. Die Botschaft ist in abgewandelter Form stets die gleiche: Unser Gegner ist der Staat, dessen Polizei – unsere Feinde mähen wir nieder, quälen sie zu Tode, verbrennen sie lebendig. Zahlreiche Radios der rasch wachsenden Slumperipherie spielen die PCC-Songs sogar als Wunschmusik. Denn die Slums der brasilianischen Großstädte sind Hochburgen des organisierten Verbrechens, werden von ihm wie ein Parallelstaat neofeudal regiert.
Wer gewisse sozialromantische Vorstellungen über Brasilien kultiviert, könnte sie auf den Bailes Funk, gewalttätig-machistischen Rap-und HipHop-Massenfeten, verlieren. Denn dort singen nicht selten gleich Tausende von tanzenden jungen Leuten diese viehischen Hits lauthals und begeistert mit, identifizieren sich offen mit dem PCC. In den Hallenecken wird mit Kokain und Crack gedealt, der DJ bellt ein Rap-Stakkato mit finsterem Höllenecho in die Menge: „Vai dançar“. Du wirst tanzen, heißt es mechanisch-harmlos übersetzt. Doch jedermann verstehts im Slang-Sinne: Du wirst sterben, gekillt werden, Blei fressen. Tudo mundo vai dançar – alle sind dran.
Der PCC veranstaltet einen Großteil der Bailes Funk in Sao Paulo und seinen Satellitenstädten, das populäre DJ-Duo „Renatinho e Alemao“ komponiert und produziert einen Gangsta-Rap nach dem anderen. „Im Morgengrauen singt das MG, startet ein Kommando neue Aktionen“, heißt es. „Messer an die Kehle, Schuß ins Genick, Hochspannung, Terror, Kopf ab – der Unterdrückte gegen die Unterdrückung.“ Und immer wieder der PCC-Held Bin Laden in den Texten: “Ich plane mit dem Kopf Aktionen nach Art Bin Ladens, zeige so meine Macht/ ich gehöre zur terroristischen Organisation, bin Terrorist, bin Taliban…“ Kein Problem für das Duo, gelegentlich auch Chè Guevara, Saddam Hussein und Jesus Christus als PCC-Vorbilder in einem Rap zu bejubeln. Hohe Politiker, darunter der Gouverneur Sao Paulos, werden als Attentatsziele konkret genannt.
In Rio de Janeiro, Brasiliens zweitwichtigstem Wirtschaftszentrum, haben die beiden mächtigsten Gangstersyndikate „Comando Vermelho“(Rotes Kommando) und „Terceiro Comando“(Drittes Kommando), die mit dem PCC kooperieren, ebenfalls zahlreiche Rapper unter Vertrag. Was Slumbewohnern blüht, die sich dem Normendiktat der Banditenmilizen nicht beugen wollen, wird detailliert beschrieben: „Wir hacken den Kopf, die Beine, die Arme ab, wir töten und vierteilen – wenn du dich nicht an die Regeln hältst, machen wir dich zu gerösteten Grillhuhnstückchen…“ Erst kürzlich hatte Brasiliens Grünen-Abgeordneter Fernando Gabeira, der einst als Diktaturgegner Jahre im Westberliner Exil zubrachte, auf Felsenhöhlen Rio de Janeiros verwiesen, in denen Mißliebige zur Einschüchterung lebendig verbrannt werden. Eine schwarze Menschenrechtsanwältin kennt einen Zeugen, dem zufolge inmitten von Bailes Funk Jugendliche Rios den Feuertod starben. Fotos verkohlter Opfer veröffentlichen die Horror-und Crime-Blätter beinahe täglich. Gruppen junger Männer haben nach Bailes Funk wiederholt Bettler verbrannt.
In zahlreichen Raps stellen die Gangstersyndikate ihre Waffen vor: Das deutsche G 3 von Heckler und Koch, die israelische Uzi, das schweizerische Sig-Sauer-Sturmgewehr, die österreichische Glock-Pistole, das nordamerikanische M-16-MG, schwedische Bazookas zum Abschießen von Helikoptern, Handgranaten aus Argentinien…
Auch im populären „Rap da Bandida“ wird als vergnüglich beschrieben, Leute aus gegnerischen Syndikaten oder Polizisten mit Mpi-Salven zu durchsieben, sie aufzuhängen, zu köpfen. Am Schluß heißt es:“Ich bin Rauschgifthändler und Straßenräuber, mache massenhaft Entführungen, ich will dich an meiner Seite, Banditin von guter Rasse.“ Gelegentlich richtet sich der Rap direkt an potentielle Verbrechensopfer, beschreibt gar die häufigen Überfälle auf Autofahrer:“Laß die Hände am Lenkrad, schau mich nicht an, rühr dich nicht/ los, raus aus dem Wagen, her mit dem Audi, Civic, Citroen und Corolla/ willst du flüchten, kriegst du sofort die Kugel/ das ist der Terror der Nordzone Rios, hier ist Bagdad, ganz im Stile Osama Bin Ladens…“ In Brasilien werden jährlich mehr als fünfzigtausend Menschen getötet, selbst laut UNO-Angaben weit mehr als im Irakkrieg.
Sozialwissenschaftler und Psychologen analysieren regelmäßig neue populäre Gangsta-Raps, die Faszination von deren Texten gerade auf junge Menschen. „Da das Gesellschaftssystem kalt und berechnend ist, grausam mit den Verlierern, dazu hierarchisch, machistisch und autoritär“, so der Anthropologe Luiz Eduardo Soares, „reproduzieren jene Jungen, die beim Verbrechen mitmachen, dieses System exakt so wie in der Gründerzeit des wilden, kolonialen Kapitalismus.“ Ihre Gewalthymnen dokumentierten das „Inferno unseres alltäglichen Krieges“, die Spaltung der Gesellschaft, die perversen Sozialkontraste. Jene auch in Deutschland systematisch gepflegten Brasilienklischees sollen all dies verdecken. Arnaldo Jabor, Schriftsteller, Filmemacher und dazu Brasiliens bekanntester TV-und Zeitungskommentator:“Auf den Bailes Funk pulsiert ein brutaler Strom des Wollens, der Lust – die Gewalt als Hunger nach Ausdruck, das Töten als Erleichterung und Trost nach Erniedrigungen. Eine Normalität des Mordens entsteht, bar jeder Schuld und Sünde. Die Masse der Unglücklichen wächst jeden Tag, wir können sie nicht mehr ignorieren. Die Peripherie wird zur Avantgarde der Verhaltensnormen. Unsere hübschen Sozialprojektchen – wie sind die doch lächerlich. Eine Lösung? Zu spät, vorbei…“

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/23/weit-verbreitete-gleichgultigkeit-gegenuber-der-situation-in-lateinamerika-bischof-erwin-krautler-im-orf/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/05/bye-bye-brasil-weltsozialforum-erfinder-oded-grajew-aus-sao-paulo-zum-massenexodus-von-brasilianern-in-die-erste-welt/

Dieser Beitrag wurde am Samstag, 16. Februar 2008 um 22:12 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

« Màrcio Atherino - Brasiliens wichtigster expressionistischer Maler? – Lynchjustiz, Lynchland Brasilien: Meiste Opfer lebendig verbrannt - gelyncht wird vor allem in Sao Paulo, Salvador da Bahia und Rio de Janeiro. Scheiterhaufen “microondas”, Steinigen. »

21 Kommentare »

  1. […] Hintergrund: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Globo-Serie über die Diktatur in den brasilianischen Slums erhält Transparency-International-Preis. – 31. Juli 2008 @ 14:40

  2. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 11. September 2008 um 03:59 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Gesichter Brasiliens - Márcio Atherino von der Copacabana, bester expressionistischer Maler des Tropenlandes. – 11. September 2008 @ 05:02

  3. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 18. September 2008 um 20:38 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Scheiterhaufen in Rio de Janeiro: Mindestens vier Männer gleichzeitig verbrannt. “Morte no microondas”, meldet O Globo. – 18. September 2008 @ 20:38

  4. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 07. Oktober 2008 um 18:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Kokain schnupfende Jungen mit Maschinenpistolen sind ebenso normal an den Peripherien unserer Metropolen wie Mädchen, die an schönen Nordoststränden neben ausländischen Touristen oder sogar auf deren Schoß sit – 07. Oktober 2008 @ 20:01

  5. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 04. November 2008 um 13:29 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Tropa de Elite - Elite-Squad” - Kino-Zeit. – 04. November 2008 @ 13:30

  6. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 04. November 2008 um 19:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Tropa de Elite - Elite Squad.” Trailer englisch. Scheiterhaufen-Szene zu sehen. – 05. November 2008 @ 20:12

  7. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Copacabana mit “Microondas”: Menschenrechtsaktivisten demonstrieren gegen ” Verschwinden” Tausender in Rio de Janeiro, auch durch lebendiges Verbrennen auf Autoreifen-Scheiterhaufen wie im Berlinal – 09. Dezember 2008 @ 11:32

  8. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 13. Januar 2009 @ 21:15

  9. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 15. Januar 2009 @ 22:01

  10. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 28. Januar 2009 um 18:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Feuergefechte und brennende Busse in Vorkarnevals-Rio de Janeiro. “Clima de guerra na Mangueira”. Fotoserie. – 28. Januar 2009 @ 18:50

  11. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 06. Februar 2009 um 13:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Gotteslästerer in Afghanistan zum Tod verurteilt. “Wir respektieren die Kultur.” – 06. Februar 2009 @ 13:58

  12. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 12. Februar 2009 @ 15:39

  13. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 12. Februar 2009 @ 17:01

  14. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 12. Februar 2009 @ 17:37

  15. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Lulas Parallelgesellschaft: Banditen tanzen mit Mpis, wie in Berlinale-Sieger “Tropa de Elite”. Video über Slumdiktatur-Fest anklicken. – 19. März 2009 @ 19:09

  16. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasiliens Kindersoldaten: “…junge kinder mit Waffen die einfach anderre kinder erschossen haben die sie gerade mal schief angeschaut haben…”(Lesermail) Oberflächlich-infantile offiziöse Intensiv – 23. März 2009 @ 13:34

  17. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 14. April 2009 um 20:49 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Weltwirtschaftsforum Lateinamerika in Rio de Janeiro - laut Medienberichten trotz Krise Zuversicht, Optimismus und Hoffnung. USA und Europa seien stärker von Krise betroffen. Ein Blick auf die Slums und die Menschenrecht – 14. April 2009 @ 21:32

  18. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 12. Juni 2009 um 15:29 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Menschenrechtsorganisationen kritisieren Druck Brasiliens auf UNO-Sonderberichterstatter, berichten Landesmedien. “Negative Haltung Brasilias zu Menschenrechten.” Folter, Scheiterhaufen, außergerichtliche Exe – 12. Juni 2009 @ 16:03

  19. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasiliens führende Medienzeitschrift “Imprensa” bewertet erstmals diese (Hobby-)Website in einer Kolumne. – 12. Juni 2009 @ 16:11

  20. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli…  […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Tropa de Elite - Berlinale-Gewinner, brasilianischer Filmhit überraschend doch noch in den deutschen Kinos. Start am 6. August. Für Brasilieninteressierte(beinahe) ein Muß. Dokumentarischer Spielfilm über die politisc – 09. Juli 2009 @ 11:40

  21. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-poli… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 18. September 2009 @ 01:31

Einen Kommentar hinterlassen

    Diese Website wird ausschliesslich aus Werbeeinnahmen finanziert

    Fotostrecke Wasserfälle Iguacu

    K23 23

interessante Links

Seiten

Ressorts

Suchen


RSS-Feeds

Verwaltung

Bilder vom Karneval 2008

K23 K23
 

© Klaus Hart – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)