Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasilien und Samba. “ Desde que o Samba é Samba“. (Paulo Lins)“Seit der Samba Samba ist.“ „Bossa Nova – eine von dreißig Varianten des Samba.“ (Denn Samba ist nun einmal viel interessanter, wilder, frecher als Salsa oder Tango.) Langtext.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/12/frankfurter-buchmesse-2013-paulo-lins-auf-dem-blauen-sofa-uber-politischen-samba-menschenrechtssamba-von-jorge-aragao/

http://www.hart-brasilientexte.de/2014/11/23/brasiliens-bedrohte-paartanzkultur-2014-banda-luzes-eine-der-besten-professionellsten-ballkapellen-in-sao-paulo-warum-es-brasiliens-kulturministerium-nicht-schafft-mit-ahnlichem-erfolg-wie-a/#more-20134

“Schönheit und Fäulnis”. Neue Zürcher Zeitung/NZZ – Klaus Hart:https://www.nzz.ch/schoenheit_und_faeulnis-1.700750

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Sambafestival in Coburg.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/15/brasilianischer-choreograph-ivaldo-bertazzo-knackt-national-mythos-vom-wiegend-leicht-sinnlichen-gang-der-korper-des-brasilianers-ist-schwerfallig/

Brasilien-Karneval 2016:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/01/31/teatro-oficina-sao-paulo-bloco-pau-brasil-im-karneval-2016-die-raritaet/

 

Paulo Lins ißt mit seinem Sohn Eis in Sao Paulo 2013:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/09/21/frankfurter-buchmesse-2013-gastland-brasilien-paulo-lins-mitglied-der-offiziellen-brasilianischen-schriftstellerdelegation-ist-mit-seinem-sohn-eis-auf-der-avenida-paulista-in-sao-paulo/

http://www.droemer-knaur.de/buch/7786560/seit-der-samba-samba-ist

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http://www.hart-brasilientexte.de/2012/05/24/brasiliens-schriftsteller-paulo-lins-neuer-roman-kommt-bei-droemer-knaur-heraus-laut-landesmedien/

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Burka, “Girl from Ipanema”, sinnliche Bossa Nova in Itanhaem/Teilstaat Sao Paulo an der Statue von Padre Anchieta. “Garota de Ipanema” mit Tom Jobim und Vinicius Morais:https://www.youtube.com/watch?v=KJzBxJ8ExRk –

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Islamische Frauenunterdrückung, Burka, soziokulturelle Kontraste…

Tanzkongreß 2014 in Sao Paulo: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/11/01/brasiliens-bedrohte-paartanzkultur-tanzkongres-2014-in-sao-paulo/

„Marrom Bombom“:

http://www.youtube.com/watch?v=XrbyAl4WGWA

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http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/20/brasilien-samba-strasenkapelle-in-sao-paulo/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/12/johann-sebastian-bach-aus-leipzig-im-karneval-von-brasilien-sao-paulos-sieger-sambaschule-von-2011-vai-vai-auf-der-abschlusparade-fotoserie/

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http://www.schattenblick.de/infopool/musik/fakten/mufhi124.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/13/paulo-moura-brasiliens-genialster-ball-klarinettist-verstorben/

“Ich bin praktisch in den Tanzdielen aufgewachsen”, sagte Paulo Moura, der im Alter von fast 78 Jahren in Rio an Krebs verstorben ist. Moura brachte es fertig, bei Bällen im Circo Voador beinahe eine halbe Stunde lang über ein Sambathema zu improvisieren und damit die Paartänzer in unvergleichliche Rauschzustände, Ekstasen zu treiben.  Unter Kulturminister Gilberto Gil wurde indessen Brasiliens weltweit einmalige Ball-Kultur zugunsten von importiertem Hip-Hop und Gangsta-Rap weiter stark benachteiligt, geschädigt. Der Fußball-WM-Hit “Rap das Armas” symbolisiert treffend die beabsichtigte Trendwende. Unterdessen ist die einst unglaubliche lebendige, große, landesweite Paartanzszene dank offiziell geförderter Amerikanisierung unglaublich geschrumpft, fristet beinahe nur noch ein Nischendasein, könnte, wie brasilianische Skeptiker betonen, zu armseliger Folklore, wie den “Volkstänzen” Deutschlands, werden. Samba-Rock war in Sao Paulo eine regelrechte Bewegung, wurde in zahlreichen Tanzbars, Tanzkneipen gepflegt – ist heute von dort so gut wie verschwunden.Offizielle Kulturpolitik machts möglich…

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“Ich bin früher sogar im Fernsehen aufgetreten – heute bin ich obdachlos, hoffe auf Spenden im Hut.” (Sänger rechts)

Deutlich weniger Brasilianer hören, spielen Samba – und schlimmer noch – viel weniger können ihn überhaupt tanzen. Sambaschwoofs waren noch in den siebziger, achtziger Jahren ein kulturelles Massenphänomen des Nachtlebens der Großstädte und des Hinterlands. Heute sind die Chancen, irgendwo Samba, Bolero oder Forrò tanzen zu können, in Brasilien stark geschrumpft, nur eine ständig geringer werdende Minderheit kann überhaupt noch die Schritte. Außergewöhnliche Tanzprofessoren wie Jaime Aroxa oder Philip Miha halten, so verrückt es scheint, mit enormem Kraftaufwand mühselig am Leben, was vielen in Europa als typisch brasilianisch gilt.

Zouk-Experte Philip Miha in Sao Paulo:“Wir bekommen keinerlei kulturelle Förderung – es gibt dafür bei denen oben einfach kein Interesse, Null, nichts. Alles lebt nur von unserem Idealismus. Die Zahl jener, die in Brasilien überhaupt noch tanzen können, ist trotz stark gewachsener Bevölkerungszahl nicht größer geworden, sondern kleiner.“http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/kulturminister-gilberto-gils-amtszeit-eine-grausige-bilanz-fur-brasilien/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2008/07/29/warum-es-mit-brasiliens-erotischem-sex-bergab-geht-ganz-zu-schweigen-vom-rest-der-welt-stephen-kanitz-nennt-einen-wichtigen-aspekt-die-stupide-abschaffung-des-sinnlichen-paartanzes/

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Samba und Sex und Erotik:

Warum es mit Brasiliens erotischem Sex bergab geht, ganz zu schweigen vom Rest der Welt: Stephen Kanitz nennt einen wichtigen Aspekt – die stupide Abschaffung des sinnlichen Paartanzes. **

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Os Morenos – Marrom Bombom:  http://www.youtube.com/watch?v=XrbyAl4WGWA

Stephen Kanitz, Sozialwissenschaftler und Kolumnist, weist auf  einen gravierenden Kulturverlust  –  die  Abschaffung der noch in den Achtzigern auch bei jungen Leuten Brasiliens so unglaublich populären Paartanz-Bälle, Schule der Nation für sinnliches Körpergefühl. Ja, Brasilien war das letzte Paartanz-Paradies dieser Erde. Eine Frau, argumentiert Kanitz, brauche mehr Informationen als ein Mann, um sich verlieben zu können. Beim Paartanz erfahre sie in wenigen Minuten sehr viel über dessen Intelligenz, Kreativität, Takt, Zärtlichkeit, Körpergefühl, Kooperation, Geduld, Beharrlichkeit.

http://www.tango-ericandjeusa.ch/pdfs/NZZ.pdf

„Die Frauen machten früher auf diesen Bällen einen wahren psychologischen, physischen und sozialen Test potentieller Lebenspartner und erreichten, was wenige Psychotests zeigen.” In einer einzigen Nacht, so Kanitz, konnte eine Frau auf diese Weise zwanzig Männer einschätzen. (Für den Mann galt umgekehrt das gleiche.)Vorbei –  heute habe sie viel weniger Auswahlmöglichkeiten,  tanzten Mann und Frau in den Discos getrennt, berühre er nicht einmal mehr ihren Körper, mache zudem der Lärm von etwa 130 Dezibel jegliche natürliche Konversation und Interaktion zwischen den Geschlechtern unmöglich. Schlimmer noch: Der erste echte Kontakt des Mannes mit dem Körper einer Frau sei der beim Sex –  gewöhnlich mechanisch ausgeführt anstatt romantisch und sozusagen als natürliche Verlängerung eines Tango oder Bolero. Auch in Brasilien dominieren inzwischen Discos für Nichttänzer, wird zu neoliberaler Musik gestampft. Und herumgestampft, aber nicht gerade erotisch, wird dann offenbar auch immer mehr in den Betten. Wer nicht mehr weiß, wie das ist, zu Hits von Tim  Maia oder Roberto Carlos zu tanzen, kriegt dann auch das rechte Körpergefühl beim Sex nicht mehr hin. „Nicht zufällig gehen Romantik, Kameradschaft und Kooperation zwischen den Geschlechtern verloren”, schlußfolgert Stephen Kanitz.

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Jaime Aroxa, Rio de Janeiro/Sao Paulo.

http://www.ila-web.de/brasilientexte/aroxatropical.htm

Geschichte Brasiliens  als modernes Ballett

 Rios Tanzstar Jaime Aroxa mit seinem Ensemble
in den Tropical Islands von Brandenburg

Wer hätte es gedacht – die frühere Cargolifter-Halle – größte freitragende des Erdballs -erlebt demnächst eine Weltpremiere. Achtzig Brasilianer, Brasilianerinnen tanzen im neuen Ambiente der Tropical Islands von Brandenburg – eine Autostunde von Berlin entfernt – erstmals die Geschichte ihres Landes, zeigen die Wurzeln brasilianischer Lebenslust und Sinnlichkeit, frei von den üblichen Klischees. Keine der vielen durch Deutschland tourenden Folkloreshows mit Mulattinnen, sondern eher modernes Ballett, Ausdruckstanz der Spitzenklasse. Schließlich steht hinter dem ganzen Projekt der charismatische Choreograph Jaime Aroxa aus Rio de Janeiro, zudem bester, charmantester Tänzer lateinamerikanischer Rhythmen, zuhause eine Art Nationalidol – auf dem Höhepunkt der Lambadawelle flimmerte er auch über die deutschen Bildschirme.

Ab Mitte November proben die Tänzer bereits in den Tropical Islands – die Show gibt’s mindestens drei Monate lang jeden Abend. Jaime Aroxa will die Deutschen stimulieren, sich wieder für den Paartanz zu begeistern, brasilianische Tanzschritte zu lernen – er hofft, dass von den Tropical Islands vielleicht eine kleine Sambawelle ausgeht. Denn Samba ist nun einmal viel interessanter, wilder, frecher als Salsa oder Tango. „Ich zeige unsere ganze kulturelle Vielfalt – aber auch grausige Dinge, sehr Schmerzhaftes. Millionen von Indios, Millionen von schwarzen Sklaven wurden ausgerottet. Dazu interne Kriege, die zügellose Ausbeutung der Natur. Doch dann das Ende der Sklaverei, die Unabhängigkeit von Portugal, die neuen Freiheiten. Schwer zu erklären, daß es einem Volk mit einer so grausamen Geschichte, gravierenden aktuellen Problemen gelingt, so glücklich zu sein. Nach Brasilien kamen die verrücktesten Europäer, viele tanz begeistert, viele Vagabunden. Die Sklaven brachten aus Afrika ihre ganze Kultur mit, extrem reich an Klängen, an Bewegung. Und dann unsere Indianer, die den Sex so lieben, das Meer, die Götter, die Urwaldnatur. Darunter Stämme von Kannibalen.

Ich zeige das Zusammenleben dieser Rassen, die Vermischung – Musik und Tanz als Quellen unserer so typischen brasilianischen Lebenslust, dieses spontane Feuer in den Leuten. Alle leidenschaftlich in den verschiedensten Extremen. Unsere Euphorien, aufbrodelnden Glücksgefühle, die manchen Ausländern richtig Angst machen.“ Ein Riesenland, 24-mal größer als Deutschland, enorme regionale Unterschiede, Indios im Urwald, Sklavendörfer, Mozart-Menuette, Polka und Walzer tanzende deutsche Einwanderer. Das alles nur mit wohl trainierten Tanzprofis aus Rio darstellen? “Ich bin durch ganz Brasilien gefahren, habe Tanztalente vom Amazonas geholt, aus den Savannen, dem Nordosten, aus dem deutschen Blumenau – ganz normale Leute darunter, ohne Gardemaße, ohne Bildung. Leute, die im heutigen Showbusiness dieser Welt keinerlei Chance hätten. Aber genau das wollte ich: Mich den Normen des Showbusiness verweigern, damit alles echt, authentisch, stark emotional wirkt, Seele hat. Brasilien zeigen, wie es wirklich ist, ohne Klischees. Unser Stück ist auch für die deutschen Kinder gedacht. Ich kritisiere, daß die brasilianische Regierung dieses Ballett nicht sponsert, nicht fördert – schließlich könnte es sozusagen als kulturelles Instrument dienen, um falsche Vorstellungen über Brasilien zu korrigieren.“

Dasitzen, schauen, staunen – und denken – schade, das möchte ich auch können? Jaime Aroxa will sein Publikum motivieren, brasilianischen Paartanz, diesen sinnlichen Dialog zwischen Frau und Mann zu erlernen. „Wir geben vor unseren Auftritten natürlich auch Tanzkurse, wollen die Deutschen auf den Geschmack bringen, ihnen zeigen, wie wichtig und wie phantastisch Paartanzen ist. Die Welt muß doch wieder lernen, zusammmenzutanzen!“ Schwer zu übersehen – nirgendwo sonst auf der Erde wird so häufig, so lustvoll und sinnlich geschwooft, Haut an Haut, Wange an Wange, wie in Brasilien. Jaiminho kann’s am besten, hat in seiner Tanzakademie Rio de Janeiros Maßstäbe für Qualität, Perfektion, Kreativität gesetzt. Den Neulingen zeigt er beim Kursstart die beste Tanzposition von Dama und Cavalheiro. Er hält sie im Arm, jeder spürt Schenkel, Becken und Brust des anderen, beide schauen sich in die Augen. Nichts Neues für die Schüler, wie denn sonst. Nur so machts ja Spaß, ist es ein sinnliches Vergnügen, geht auch das Führen am einfachsten, ob bei Samba, Salsa, Bolero, Lambada, Tango oder Walzer. In Deutschlands Tanzschulen, auf Bällen halten die Partner meistens geradezu absurd großen Abstand voneinander, selbst wenn es deshalb für beide mühselig wird, die Schritte zu koordinieren.

Wochenendball in Aroxas Academia: Keine richtige schicke Bar wie in deutschen Tanzschulen, Getränke gibt’s an einem provisorischen Tapetentischchen, die Bier- oder Colabüchsen werden in großen blauen Plastikfässern mit Eisstückchen gekühlt. Unwichtig – das Publikum auf der Piste ist die Show, lenkt alle Blicke auf sich. Jaiminho war 1996 Monate in der Berliner Tanzszene, hat sich alles angesehen – seine Academia, sein Baile sind dagegen absolute Weltspitze; ein Genuss, den hundert und mehr Paaren bei ihren Drehern, Schlenkern, Pirouetten zuzusehen, alles ein Augen- und Ohrenschmaus, die Paartänzer in Berlin scheinen, verglichen damit, Bewegungsidioten. Wer in Aroxas Academia oder in den wunderschönen alten Tanzdielen Rios jemanden sympathisch findet, nähert sich höflich, legt gar der Dama an den Tischchen die Hand leicht auf die Schulter, fragt „Quer dancar?“ „Das hier ist wie wahrer Sozialismus“, meint Jaiminho, „hier gibt’s keine sozialen Klassen. Hier tanzt der Officeboy mit der Firmen-Finanzchefin, die mittags vornehm speist, während er auf einem Bänkchen irgendwas Billiges hineinschlingt. Aber hier ist der Officeboy Cavalheiro – und als guter Tänzer wird er in diesem Moment für sie, die Dama, viel wichtiger sein als das nervige Finanzressort.“

Tanzende gleichen Kindern mit nackter Seele, hat einmal jemand gesagt, ihre Bewegungen sind so kunstvolle wie unabsichtliche Offenbarungen der Sehnsucht oder der Erinnerung. Brasilianer läßt besonders erschauern, daß man in europäischen Ländern wie Deutschland allen Ernstes Tanzen als muskelwachstumsfördernden Sport, sogar Leistungssport, mit Wettkampfdisziplinen wie Samba und Rumba, betreibt. Die Frauen gleichen dann aufgezogenen Puppen, mit künstlichem Dauerlächeln. Doch auch in Brasilien kopiert man längst den coolen, romantikfreien Disco-Stil der Ersten Welt, konsumiert dazu aus Europa importierte Ecstasy-Pillen. “Die Jugendlichen von heute haben ein sehr individualistisches Profil – alleine, ohne Partner zu tanzen, ist Ausdruck dieses Phänomens“, konstatiert der angesehene brasilianische Jugendspychiater David Lewinsky. Aroxas Philosophie: “Mir geht’s vor allem um Erziehung der Gefühle, nicht ums Eintrichtern möglichst raffinierter, spektakulärer Samba- oder Bolero-Schritte. Tanzen soll ein lustvoller, sensibler Dialog zwischen Dama und Cavalheiro sein, ist wie eine ganz besondere Sprache nur für zwei. Doch um sie sprechen zu können, muss man die Buchstaben, die Wörter lernen, Sätze formen können…“ Zehntausende von Brasilianern haben mit Jaime Kurse absolviert, sich immer wieder auf den Academia-Bailes köstlich ausgetobt. Auch einige Österreicher, Deutsche und Schweizer nahmen ein paar Privatstunden, begriffen damit so unendlich mehr von Rio, der Brasilidade, lernten interessante Leute kennen

„Als ich die Leute auf dem Schwoof tanzen sah, fühlte ich mich steif wie ein Bügelbrett“, erinnert sich eine Deutsche. Doch dann hat sie sich überwunden. Der deutsche Fußball-Bundestrainer Berti Vogts sieht ebenfalls in Rio Tanzenden zu, ist baff:“Im Vergleich dazu tanzt der Deutsche eben wie ein Kühlschrank.“ Man sieht, spürt es – alle aus Jaiminhos Universum leben seitdem intensiver, lieben anders, genießen anders, haben einen anderen Gang. Und strahlen all dies im Alltag, im Berufsleben aus, bilden im zunehmend von Gewalt, Gesetzlosigkeit, Elend und Umweltzerstörung gezeichneten Rio eine Art eiserner Reserve an positiver Energie. Auf die Politikerelite ist Jaiminho indessen nicht gut zu sprechen, weil sie die Kunst, auch seine des Tanzes, Bildung und Kultur geringschätze, marginalisiere: “Die Leute leben heute in einer total verwirrten Welt, in innerer Angst, Unruhe, Spannung – die persönlichen Probleme, die der Stadt, des Viertels nehmen zu; das Fernsehen überschüttet uns mit Gewalt und Terror – wir entmenschlichen uns, verwandeln uns, der Mensch wird Maschine. Doch Tanzen, als Paar, erleuchtet dich, hat etwas Spirituelles. Ich lehre die Frauen, im erotischen Sinne provocantes zu sein. Der Mann muss sich beim Tanzen als sexuelles Wesen fühlen, genauso wie die Frau. Wenn er zum baile geht, sich innerlich, äußerlich vorbereitet, etwas Schönes anzieht, ein Parfüm benutzt, will er sich mit einer Frau treffen, ihr Lust und Vergnügen schenken. Das wird ihm Genuss bereiten.

Salontanz erobert die Harmonie zwischen Mann und Frau zurück. Weißt du, was ich herausfand, in vielen Gesprächen? Die über Vierzigjährigen in meiner Academia sind sexuell dreifach aktiver geworden. Die Zahl der Mädchen, die hier ihre Jungfräulichkeit verloren, ihr Sexualleben begannen, ist direkt absurd hoch. Viele kommen deshalb, sogar von den Müttern geschickt, die unser Ambiente kennen und mögen. Natürlich muss dieser blödsinnige brasilianische Machismo gesprengt werden, wir trainieren das hier, stimulieren die Frauen, aktiver und fordernder zu sein. Und die Cavalheiros, nach dem Erlernen von echtem Körpergefühl , sich hinzugeben, sensibel und harmonisch zu führen, nicht zu diktieren.“ Für die Machistas hat er nur böse Ironie. Je größer der Männlichkeitswahn, umso größer die Chance, mit einem offeneren, sensiblen Mann betrogen zu werden. Aber woran erkennt man eigentlich die wirklich guten Tänzer, Jaiminho? „Wenn die Dama im Dialog mit dem Cavalheiro fühlt, dass es eine Lust, ein Genuss ist, Frau zu sein.“

Jaime Aroxa, Jahrgang 1961, stammt aus dem winzigen Zuckermühlen-Weiler Gamilera, in Pernambuco, weiter nördlich, im Teilstaate Maranhao tanzt man sogar Reggae eng zusammen. Beinahe jede Millionenstadt Brasiliens hat inzwischen Aroxa-Filialen – wären Brasiliens Kulturpolitiker nicht so entsetzlich engstirnig, unkreativ, hätte man Paartanz a la Aroxa längst zum Exportartikel machen können. „In Berlin kann ich überall hingehen“, sagt Jaime, „hier nicht – fast überall in Rio muß ich höllisch aufpassen, gibt es keine Sicherheit, zu vielen Orten kann ich garnicht. Ginge ich auf einen Baile Funk, würde ich erschlagen. Ich denke bereits an Body-Guards, habe Angst, entführt zu werden.“ Seine Tochter ist auf der deutschen Schule, lernt Deutsch, er träumt von einer Academia-Filiale in Berlin. “Dieser Stadt fehlt Jaime Aroxa“, lacht er, ganz Latino, „meine Tanzschule wäre ein absoluter Erfolg, Brasilien könnte der Weltkultur unseren Paartanz geben.“ Doch leider werde der internationale Kulturaustausch von den USA dominiert, „Rap, HipHop, Baile-Funk – alles importiert.“ Immer im Sommer in Europa Tanzkurse geben, das wäre was, schwärmt er. Seine Kollegin Jeusa Vasconcelos aus Rio und ihr Schweizer Partner Eric Müller machens bereits erfolgreich– ausschließlich mit Tango. Ihre Kurse in Rio sind voll, die in Europa ebenfalls, das unzertrennliche Paar ist außerdem öfters in Buenos Aires, bemerkt Unterschiede: “Die Cariocas von Rio tanzen viel mehr als die Argentinier, am Rio de la Plata beherrscht keineswegs jedermann wenigstens die simpelsten Tangoschritte, auf einem Ball mit sechzig Paaren sind vielleicht drei wirklich gut. Dem Carioca steckt das Tanzen einfach mehr im Blut, er ist dafür weit begabter als der Argentino. Brasilianer sind begeisterungsfähiger.“

Samba gibt es in Buenos Aires nicht – der ist zu frech, zu lasziv, verführt zum Improvisieren. Beim argentinischen Tango dagegen können sich Europäer gut hinter Technik, Struktur und großer Geste verstecken, da fehlt das gefährlich Wilde, Ekstatische des schnellen Samba. Deutschlands Tanzkultur ist heute ebenso verkümmert wie die erotische, emanzipierte Frauen halten es häufig für ein Unding, sich vom Mann, vom Macho führen zu lassen, sich ihm beim Tanzen hinzugeben. Viele wollen sozusagen auf dem Parkett ihre Liaison kitten oder gar retten, ihre Probleme mit Körperkontakt und -gefühl lösen, klären aber vorher nicht eindeutig die Rollenfrage. Anstatt entspannt in seinen Armen zu genießen, konkurriert sie mit ihm um die Führung. Frauen rennen weg, halten den Tangokurs nicht aus, betonen ganz offen ihre Unfähigkeit, sich anzuschmiegen, sich umarmen zu lassen. „Wenn das den Damas nicht gelingt, wird’s schwierig“, sagt Jeusa, „Zusammentanzen hat nichts mit Machismus zu tun, lächerlich!“ Eric und Jeusa indessen beobachten, dass europäische Männer nicht mehr authentisch agieren, zu lauen verlorenen Softies wurden, keine Courage mehr haben, Mann zu sein – und beim Tango deutlich und bestimmt zu führen. Denn anders funktioniert’s nun mal nicht. „Der Tanz bringt alles an die Öffentlichkeit, man kann nichts mehr verstecken – am allerwenigsten die Probleme mit dem Partner.“

http://www.ila-bonn.de/musik/cd_besprechungen/cds280.htm

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France Gall – „Zwei Apfelsinen im Haar…“ 1968, Militärdiktatur in Brasilien (A Banda):https://www.youtube.com/watch?v=sllWxhcNFbk

Dalida – A Banda:https://www.youtube.com/watch?v=hL_WiwpLCqE

Mina -A Banda: https://www.youtube.com/watch?v=IoXEFVz3p_4

Terror-Rosita/ 3 Tornados:https://www.youtube.com/watch?v=wXEkYFTy3Xw

https://www.youtube.com/watch?v=kuWMXkT-TO4

Ausriß:

This song is by Die 3 Tornados and appears on the album Tornados a Gogo (1979).

This song is a parody of „Zwei Apfelsinen Im Haar“ by France Gall.
This song is a cover of „A Banda“ by Chico Buarque.
Zwei Tellerminen im Haar
Und an der Hüfte Granaten –
Ja, das ist die Welt
Die Rosita gefällt!
Sicher noch über’s Jahr –
Das kann man heute schon sagen –
Zieht der Terror ins Feld
Gegen jeden mit Geld!Und alle Leute in der Stadt sagen: „O lalala!
Solch eine Terroristin war noch nie da!“
Aus Präsidenten werden überall Leichen
Der Terror setzt Zeichen –
Rosita ist da!Und zwei Kassiber im Arsch
Und in der Akte Raketen –
Ja, das ist die Welt
Die dem Anwalt gefällt!
Sicher noch über’s Jahr
Baut der Terror sein‘ Plan –
Zieht er selber ins Land
Ein MG in der Hand!Und der Anwaltverein, der sagt: „O la-ala!
So eine starke Verteidigung war noch nie da!“
Und der Rechtsanwalt beschreibt mit den Leichen
Sein Aktenzeichen -
Der Terror ist da!/Ausriß

Chico Buarque

Chico Buarque gilt als der größte, genialste Songpoet. Er wird wie ein Nationalheld verehrt, obwohl er schon längst keine Hitparaden mehr erstürmt. Im Kulturleben der größten lateinamerikanischen Nation ist er nach wie vor enorm präsent. Sein dritter Roman, Budapest, ist ein Bestseller, sein zweiter, Benjamin, als gleichnamige Verfilmung landesweit in den Kinos. Und seine Opera do Malandro, Gauneroper, ein spritziges, doch auch sozialkritisches Musical von 1978, läuft seit einem Jahr in Rio vor ausverkauftem Hause. Zu seinen Sambas schwoft die Nation in den Tanzdielen. Und selbst Lateinamerikas bestes Sinfonieorchester, dirigiert von John Neschling in São Paulo, hat Stücke im Repertoire.
»Chico Buarques Bedeutung für die brasilianische Kultur ist unschätzbar hoch«, betonte zum 60. Geburtstag des Künstlers Kulturminister Gilberto Gil, »er war für mich fundamental – für meine musikalische Entwicklung, meine Geschmacksbildung, er hat den Wettbewerb unter uns Künstlern immer in einer sehr gesunden Weise stimuliert.«
Chico Buarque wurde 1944 in Rio geboren, wuchs aber in São Paulo und Italien auf, brach wegen der Musik ein Architekturstudium ab, stand 1964 – dem Jahr des Militärputsches – erstmals als Musiker auf der Bühne, hatte 1966 mit dem poetischen Lied A Banda (Die Kapelle) seinen nationalen und internationalen Durchbruch. In Deutschland wurde daraus ein Schlager mit Latino-Klischee, ein Karnevalsmarsch über eine Mexikanerin namens Rosita, »Zwei Apfelsinen im Haar und an der Hüfte Bananen«. Er konnte sich auch nicht dagegen wehren, daß das Diktaturregime A Banda im Fernsehen zur Rekrutenwerbung benutzte. Sein Vater war ein landesweit bekannter linker Intellektueller, Gründer der Arbeiterpartei PT, deren Führung erst in den vergangenen Jahren nach rechts abdriftete und sozialdemokratisch wurde.
1969 ging Chico Buarque für zwei Jahre ins Exil nach Italien, sein Apesar de voce wurde nach seiner Rückkehr zur Anti-Diktatur-Hymne. Mit Gilberto Gil schrieb er das Protestlied Càlice, das prompt verboten wurde. Gil und Buarque versuchten 1973 dennoch, es bei einem Konzert zu singen, doch die deutsche Polygram, so ist überliefert, ließ hektisch die Mikrophone ausschalten, befürchtete Repressalien des Regimes.
Chico Buarque war der meistverbotene, meistzensierte Künstler Brasiliens, bis heute eine Symbolfigur des Widerstands gegen die einundzwanzig Jahre währende Militärdiktatur. Er trickste die Zensoren eine Weile lang aus, indem er sich hinter der Figur des von ihm erfundenen Julinho da Adelaide versteckte, der sogar Zeitungsinterviews gab, mit Fotos erschien, Chico Buarque schlechtmachte. Was Julinho da Adelaide an Doppelsinnigem einreichte, ließen die Aufpasser durchgehen. Wurde Chico Buarque trotzdem verhaftet, baten ihn die Beamten der politischen Polizei um Autogramme. Er organisierte den Kulturaustausch mit Kuba, nannte den Inselstaat ein Beispiel, das Brasilien nicht kopieren, dem es aber folgen sollte, hatte hohe Wertschätzung für Fidel Castro. Nach dem Ende der Diktatur beteiligte er sich an der Anti-Hunger-Kampagne und an Aktionen der Landlosenbewegung.
Als er sechzig wurde, würdigen die Kritiker Chico Buarque auch als Symbol kulturellen Widerstands bis in unsere Tage – gegen die Korruption im Musikbusiness, die Überschwemmung des Marktes mit Wegwerf-Pop, gegen allgemeine kulturelle Verflachung, kurzlebige, künstliche Trends und Moden. Denen hat sich Chico Buarque schon immer verwehrt. Ein interessantes Detail: In den sechziger Jahren buhten ihn die Fans von Gilberto Gil und Caetano Veloso bei Musikfestivals aus, schrien ihm in Sprechchören entgegen, daß er völlig überholt, out sei, weil er immer noch Sambas spiele. Während Gil und Veloso bereits die Rockgitarre schwangen, sich anglo-amerikanischen Trends anpaßten. Einen Sprechchor gegen Chico Buarque dirigierte Gilberto Gil damals sogar persönlich. Der Sänger beobachtete es oben von der Bühne mit Verdruß, prangerte Gils Verhalten in einem Zeitungsartikel an. Jetzt, als Kulturminister, will Gilberto Gil den Samba als Musik und Tanz von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklären lassen. Die besten, intelligentesten Sambakompositionen Brasiliens, mit dem poetischsten Texten, auch die mit der ätzendsten Sozialkritik, dürften von Chico Buarque sein.
Ein brasilianisches Nachrichtenmagazin ließ durch eine Expertenjury und durch Umfragen den wichtigsten nationalen Musiker des gesamten 20. Jahrhunderts ermitteln – Chico Buarque liegt mit 76,5 Prozent sogar vor dem bereits verstorbenen Bossa-Nova-Miterfinder Tom Jobim (Girl from Ipanema) und deutlich vor dem 62jährigen Caetano Veloso, der auf 56,6 Prozent kommt. Der Perfektionist Chico Buarque hat ästhetische, stilistische Maßstäbe gesetzt – wer heute mit dessen CDs in die Musica Popular Brasileira einsteigt, erkennt mühelos, was dort wirklich etwas taugt und was man getrost vergessen kann. »Durch Chico Buarque bemerken wir unsere eigene Unvollkommenheit«, sagt Chico Cesar (Schöpfer des Hits Mama Africa), »immer wenn wir uns als die Größten fühlen, reicht es, an Chico Buarques Musik zu denken – und schon ist es mit unseren Eitelkeiten, intellektuell-moralischen Anwandlungen vorbei«.
Lieder mit drastischen, sinnlichen Bett-, überhaupt Liebesszenen – niemand hat davon so schöne im Repertoire wie Chico Buarque. Keiner habe die schwierigen, widersprüchlichen, komplexen Beziehungen zwischen Frau und Mann sensibler beschrieben, besungen als er, könne sich so in die weibliche Psyche hineindenken, hineinfühlen. Frauen würdigen ihn daher zum Sechzigsten am überschwenglichsten: »Welche Brasilianerin hat denn nicht geliebt und gelitten, sich von schwersten Enttäuschungen erholt – und dabei Lieder von Chico Buarque gehört und gesungen?« schreibt die Kulturkolumnistin Danuza Leao aus Rio. Eine Unzahl brasilianischer Sängerinnen nahm deshalb auch Chico-Buarque-Lieder auf, sogar ganze CDs, drängelt sich danach, Duette mit ihm herauszubringen. Bis kurz vor dem Geburtstag stand er noch im Studio. Entfleuchte danach gen Paris – denn Rummel um seine Person ertrug der eher schüchtern, scheu wirkende Frauenschwarm noch nie. Alle Feiern fanden ohne ihn statt, doch niemand nahm es ihm übel.

http://www.folker.de/200805/07bossanova.htm

http://www.schlingensief.com/projekt.php?id=a002

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http://www.dw.de/wie-viel-portugal-steckt-in-brasilien/a-5318083-1

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/28/alcione-brasiliens-derzeit-popularste-sangerin-trifft-weiter-den-nerv-der-massen-auffallig-viele-fans-unter-den-frauen-der-slumperipherien-brasiliens-neue-selbst-durch-europa-gescheuchte-wegwer/

“Provinziell ist für mich, daß Brasilianer Rockmusik imitieren – in einem Land, das so starke musikalische Wurzeln hat und so unendlich reich an Rhythmen ist. Verglichen damit ist Rock, musikalisch gesehen, eine recht armselige Angelegenheit. Ich habe keine Angst vor denen, die unsere Kultur zerstören wollen, wir leisten Widerstand – so habe ich auch eine Platte genannt. Es gibt viele sehr gute Sänger in diesem Land, die einfach keinen Plattenvertrag kriegen – und andererseits wird unheimlich viel Mist produziert. Sie wollen aus Brasilien einen Markt für Rock, für ausländische Musik machen – da ist sehr viel Bestechung im Spiel. Amis, die hierherkommen und das Radio anmachen, fühlen sich wie zuhause, weil dieselbe Musik wie dort läuft. Die Plattenfirmen fangen jetzt auch hier an, Wegwerfkünstler zu produzieren; Leute die nach zwei Jahren ausgebrannt sind, weggeschmissen werden. Wenn ich in diesem Land was ändern könnte, würde ich zuerst die Banken verstaatlichen. Noch ist das hier nicht Rambo-Land. Ich habe einen Fuß in Afrika, meine Großeltern waren Sklaven, in Afrika sind meine Wurzeln, auch die musikalischen – für dieses Erbe setze ich mich ein. Ich habe eine starke Struktur aufgebaut – da kann keine Plattenfirma kommen und sagen, wir machen Schluß mit Alcione. Ich weiß, daß ich für meinen Plattenkonzern nur ein Produkt bin,  eine Nummer in einer Serie. Aber ich erlaube ihnen nicht, mir vorzuschreiben, was ich aufnehmen soll, nur weil es Mode ist.” (Alcione im Vor-Website-Exklusiv-Interview in Rio de Janeiro – bei gemeinsamen Streifzügen durch die Musikszene außerhalb des Multi-Mainstreams)

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/neue-hit-cd-de-tudo-que-eu-gosto-von-sangerin-alcione/

http://www.youtube.com/watch?v=O85aPBh99P0

http://www.youtube.com/watch?v=CUmiyoZrwAM

http://www.youtube.com/watch?v=Dy66LbNvDiM

http://www.youtube.com/watch?v=XpHd8oBPgB8

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/12/o-iraque-e-aqui-der-irak-ist-hier-hit-von-jorge-aragao/

http://www.folker.de/200504/04brasilien.htm

Brigit Bardot – „Maria Ninguem“:  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/10/bossa-nova-hit-maria-ninguem-mit-brigitte-bardot-jetzt-einfacher-anklickbar-youtube-mit-fotos/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/30/50-jahre-bossa-nova-tip-fur-speziell-interessierte-cd-serie-der-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-mit-den-wichtigsten-musikern-des-genres-jede-cd-mit-buch-von-bossa-nova-experte-ruy-castro/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/08/die-bossa-nova-vor-funfzig-jahren-gings-los1-eine-von-dreisig-varianten-des-samba/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/07/24/50-jahre-bossa-nova-und-hitler-mussolini-die-ultrarechte-wo-standen-die-bossa-nova-stars-politisch/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/12/samba-tanzen-auf-der-avenida-paulista-sao-paulo-nur-ein-videoclip-wird-gedreht-normale-brasilianer-konnen-das-langst-nicht-mehr-gesichter-brasiliens/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/25/chico-buarque-uber-rio-klischees-in-den-karnevalssambaschulen-wird-schon-lange-kein-samba-mehr-gelehrt-tanzt-doch-keiner-mehr-echten-samba-no-pe-was-man-dort-komponiert-interessiert-mich-langst/

Brasilien. Chico Buarque – die ewig aktuellen Hits. “Bye-bye Brasil.” **

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http://www.youtube.com/watch?v=-OmgdchaKj0

 http://www.youtube.com/watch?v=veeisMvPJm8

http://www.youtube.com/watch?v=a2feGlwPZfg

http://www.youtube.com/watch?v=WPEPj3wpSb0

http://www.youtube.com/watch?v=P7mHf-UCZp0

http://www.youtube.com/watch?v=9A_JrsJF6mM

http://www.youtube.com/watch?v=7fA4k6pE6SM

http://www.youtube.com/watch?v=NDZk_xCe6E4

http://www.youtube.com/watch?v=TiTVzUEdzFc

http://www.youtube.com/watch?v=bh4Fi__2Yj8

http://www.youtube.com/watch?v=NxK9PoHSgPc

http://www.youtube.com/watch?v=KyNUE4Ta-DU&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=ELKpKwG4rzo&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=QVBHfnzhozg&feature=fvwrel

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/14/%E2%80%9Ca-idiotice-nos-rodeia-eu-mesmo-tenho-medo-de-virar-um-idiota%E2%80%9D-chico-buarque-in-rio-de-janeiro-zur-lage-homenagem-ao-malandro-ewig-hochaktueller-samba-anklicken/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/musikstadt-sao-paulo-jeden-sonnabend-spielen-in-der-city-dutzende-von-samba-bands-obdachlose-als-sambasanger/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/12/brasiliens-landlosen-karneval-in-sao-paulo-in-stromendem-regen-unidos-da-lona-preta/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/09/heute-schon-zouk-getanzt-dann-aber-los-eine-kostliche-sinnliche-musik-fur-kostliche-sinnliche-bewegungen/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/22/argentinische-tanzwut-an-der-spree-argentinien-hat-den-tango-erfolgreich-exportiert-und-warum-brasilien-eigentlich-nicht-den-viel-einfacher-zu-tanzenden-samba/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/19/tip-fur-tanzfreunde-zouk-auf-forro-rhythmen-tanzen/

Karnevalsparade ist kein Karneval:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/22/karneval-in-rio-2012-parade-im-sambodromo-ist-kein-karneval-urteilt-absolut-korrekt-janio-de-freitas-chefkommentator-und-karnevalsexperte-von-brasiliens-groster-qualitatszeitung-folha-de-sao-paul/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/12/brasiliens-karneval-drastische-veranderungen-in-letzten-jahren-immer-weniger-samba-gespielt-immer-weniger-kennen-die-neuen-karnevalssambas-immer-weniger-konnen-samba-tanzen/

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Brasiliens bedrohte Paartanzkultur – Tanzkongreß 2014 in Sao Paulo. Samba, Forró, Zouk, Salsa, Tango – alle Fotos und Videos auf Facebook, anklicken…Einfluß der US-Kulturindustrie deutlich. “Semana da Cultura latina”. **

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 Exzellente Tanzkurse, exzellente Tanzlehrer – außergewöhnlich interessante Tanzaufführungen und Bälle – das Beste dieser Art aus ganz Brasilien. Üblicherweise haben mitteleuropäische Medien an derartigen Höhepunkten brasilianischen Kulturlebens keinerlei Interesse. 

Ausländische Kongreßbesucher, darunter aus Deutschland, nutzten die ausgezeichnete Möglichkeit, ihre Tanzkenntnisse zu verbessern. Das Interesse von Mitgliedern der deutschen Gemeinde in Brasilien an landestypischem Paartanz ist extrem gering.

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/21/brasilien-und-samba/

Auffällig ist die weiter wachsende Popularität des Kuba-Salsa – aus einem Karibikstaat mit etwa soviel Einwohnern wie Rio de Janeiro. Während es Argentinien, Kuba mit beträchtlichem Erfolg gelungen ist, eigene Musik-und Tanzkultur zu exportieren, scheiterte dies im Falle Brasiliens an soziokulturellen Faktoren, Ineffizienz, Desorganisation, fehlendem politischen Willen der zuständigen politischen Verantwortlichen. Diese sorgen indessen dafür, daß niedrigwertiger US-Pop von der nordamerikanischen Kulturindustrie problemlos nach Brasilien durchgeschaltet wird, dort dominiert. Gleiches gilt für neoliberale Länder wie Deutschland – siehe den Einfluß der US-Kulturindustrie auf die Musikauswahl deutscher Sender.

“Die Jugendlichen von heute haben ein sehr individualistisches Profil – allein, ohne Partner zu tanzen ist Ausdruck dieses Phänomens.” David Lewinsky, brasilianischer Jugendpsychiater

Selbst auf einem brasilianischen Tanzkongreß wie in Sao Paulo wird daher von interessierter Seite versucht, brasilianische Rhythmen und Tänze mit Techno, Rap, Baile-Funk-Musik zu verwässern, mischen entsprechend orientierte Tanzprofis diese Musik allen Ernstes in Samba oder Forró.  Begleitmusik eines solchen Events ist in Pausen, vor Aufführungen nicht zufällig billigster US-Pop. 

Brasiliens große Zeitungen haben über den Tanzkongreß erwartungsgemäß nicht berichtet.

Der Umfang des Kulturexports aus einem Riesenland wie Brasilien spricht Bände – nur 0,2 % vom Weltvolumen: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/22/brasiliens-kulturexport-nur-02-prozent-vom-weltvolumen-retrato-de-um-pais-que-nao-exporta-sua-cultura-o-estado-de-sao-paulo-brasilianische-musik-verkauft-sich-garnicht-so-gut-im-ausland/

http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasilien-kultur-und-gesellschaft-sammelbandtexte/

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Charmanter Tanzlehrer Marcos Brilho.

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Tanzlehrer Patrick Carvalho.

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Kuba-Salsa in Sao Paulo.

 http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/18/brasilien-sao-paulo-der-zouk-kongress-2012-in-einer-spannungsgeladenen-stadt-auffallig-junges-publikum/

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Samba-Cancao – Tanzlehrer Joao Carlos Ramos

 http://joaocarlosramos.blogspot.com.br/2011/03/joao-carlos-ramos.html

 ”JOÃO CARLOS RAMOS 


Dançarino e coreógrafo carioca, começou a dançar nos concursos das “Discos” dos clubes do subúrbio do Rio de Janeiro, organizando grupos amadores de dança de sua região. 

Aos 19 anos ingressou no “Grupo Coringa Dança” da coreógrafa Graciela Figueroa dedicando-se ao estudo da dança contemporânea. Diversificou seu trabalho em diversas áreas realizando coreografias para teatro e musicais no Brasil, como “Brasil Brasileiro” de Claudio Segóvia, “ARN” – Intrépida Trupe (RJ), shows e vídeo-clipes de Jorge Benjor, Lulu Santos, Zeca Pagodinho e Paulo Moura.

Trabalhos no exterior no Ano Brasil\França – Carreau du temple em Paris, In-Transit – Haus der Kulturen der Welt em Berlin, Summer Dance Festival – Lincon Center Square em Nova Yorque e Printemps de Commediens em Montpellier.” 

 http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/16/internationaler-kongres-fur-salsa-zouk-und-samba-in-sao-paulo-mit-jaime-aroxa-und-philip-miha/

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 http://www.hart-brasilientexte.de/2008/07/29/warum-es-mit-brasiliens-erotischem-sex-bergab-geht-ganz-zu-schweigen-vom-rest-der-welt-stephen-kanitz-nennt-einen-wichtigen-aspekt-die-stupide-abschaffung-des-sinnlichen-paartanzes/

Jaime Aroxa – wie jedes Jahr  Tanzlehrer und Mitorganisator des Tanzkongresses:  http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/jaime-aroxa-gesichter-brasiliens/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/25/jaime-aroxa-und-seine-ilha-da-sensualidade-brasiliens-nationales-paartanz-idol-macht-furore-mit-einem-spektakularen-vermutlich-weltweit-einmaligen-kurs-uber-weibliche-sinnlichkeit-nur-fur-f/

 http://www.ila-web.de/brasilientexte/aroxatropical.htm

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/20/zouk-festival-in-berlin-kaum-zu-fassen/

 http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/21/brasilien-und-samba/

Jaime Aroxa aus Rio de Janeiro, und besonders Zouk-Experte Philip Miha aus Sao Paulo haben den Zouk durch viele neue Schrittkombinationen stark bereichert, diese u.a. durch Workshops auch in Europa bekannt gemacht. Zahlreiche Tanzlehrer in Europa lehren daher Schritte von Miha und Aroxa, den meisten Tanzbegeisterten ist das nicht bewußt. Kurios, daß diese brasilianischen Zouk-Schrittkombinationen inzwischen in Europa auch auf Salsa-Rhythmen getanzt werden.

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http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/09/heute-schon-zouk-getanzt-dann-aber-los-eine-kostliche-sinnliche-musik-fur-kostliche-sinnliche-bewegungen/

Der von den Autoritäten zum Schaden einheimischer Musik-und Tanzkultur geförderte, hochaggressive “Baile Funk” mit sexistischen Primitiv-Rhythmen, kopiert aus den USA –  regelmäßig Schießereien mit Toten, Verletzten – auch am Wochenende des Tanzkongresses von Sao Paulo: http://g1.globo.com/rs/rio-grande-do-sul/noticia/2014/11/tiroteio-dentro-de-boate-com-baile-funk-deixa-feridos-em-porto-alegre.html

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Auf Kuba tanzt der allergrößte Teil der Kinder und Jugendlichen bereits in der Schule, darunter in den Pausen, Salsa, beherrscht viele Schrittkombinationen sehr gut. In neoliberalen Ländern wie Deutschland wurde von interessierter Seite effizient dafür gesorgt, daß entsprechende lokale Kultur in eine Nische gedrängt wurde.  Können deutsche Schüler eigentlich noch die Paartänze der deutschen Kultur?

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Aufforderung zum Tanz.

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Os Morenos – Marrom Bombom:  http://www.youtube.com/watch?v=XrbyAl4WGWA

Gilberto Gils Amtszeit als Kulturminister – eine grausige Bilanz für Brasilien. Befreiungstheologe Frei Betto wandte sich öffentlich gegen Ernennung. Wikileaks. **

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http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/06/ballettstar-richard-cragun-in-rio-de-janeiro-mit-68-gestorben/

Musiker Dori Caymmi: Brasiliens Kultur verarmt generell
Würde Deutschlands Kulturstaatsminister die klassische Musik, das reiche musikalische Erbe links liegenlassen, oder schlimmer noch, boykottieren, wäre er vermutlich binnen kurzem geliefert, seinen Posten los. Und wäre er ein gewiefter schwerreicher Musikunternehmer, mit einschlägigen Interessen in der Popbranche, hätte er aller Wahrscheinlichkeit nach in einem recht zivilisierten Land wie Deutschland den Posten gar nicht bekommen.In Brasilien, der immerhin zehntgrößten Wirtschaftsnation, die nach wie vor von extremen neoliberalen Sozialkontrasten, Analphabetismus, gravierenden Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Sklavenarbeit und neofeudalem Terror der Banditenmilizen gegen Slumbewohner, über 50000 Morden jährlich gezeichnet ist, gehen indessen auch im Kulturbereich die Uhren völlig anders. Entgegen den Warnungen zahlreicher Intellektueller und Künstler ernannte Bankiersliebling Lula vor vier Jahren den Popmusikmillionär Gilberto Gil, gelernter Firmenadministrator vom Multi Gessy-Lever, Popunternehmer und PR-Talent, zu seinem Kulturminister – selbst in deutschen Medien wurde das beklatscht.

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/29/brasiliens-extrem-frauenfeindliche-sehr-populare-musiksparte-im-teilstaat-bahia-nicht-langer-subventioniert-laut-landesmedien-eine-frau-ist-wie-eine-blechbuchse-einer-tritt-sie-weg-und-ein-a/

Die Kritiker in Brasilien verwiesen auf Gils traditionell enge, freundschaftliche Kontakte zu rechtsextremen Diktaturaktivisten wie Bahias Ex-Gouverneur Antonio Carlos Magalhaes. Oder auch auf Gils aktive Unterstützung für Staatschef Lulas Amtsvorgänger Fernando Henrique Cardoso, gemäß internationalen Tribunalen politisch hauptverantwortlich für Massaker an Landlosen sowie andere barbarische Menschenrechtsverletzungen. Gil wird vorgeworfen, zu all dem geschwiegen zu haben – als typischer Opportunist, der für seine teils von der eigenen Frau geleiteten Firmen ja bereits viele Millionen Staatsknete, Subventionen eingesackt habe.
–„geringes“ Ministergehalt—
Gleich zu Beginn der Amtszeit regte sich Gil über das „geringe“ Ministergehalt auf, was selbst in seinem Heimatteilstaat Bahia Schlagzeilen machte. Das Salär betrug immerhin das Vierzigfache des damaligen brasilianischen Mindestlohns.
Gil – privat drei Ehen, sieben Kinder – ist ohne Zweifel ein talentierter Musiker, Komponist und Sänger – nicht wenige in Brasilien hören dessen Hits heute jedoch nur noch mit zwiespältigen Gefühlen, angesichts seiner Ministerbilanz. In vierjähriger Amtszeit wurde die Kultur des Tropenlandes weiter „entbrasilianisiert“, wurden die kommerziellen Megatrends der internationalen Musikkonzerne, darunter Rap, auch extrem sadistischer Gangsta-Rap, Hiphop und Reggae, indessen spürbar favorisiert. Beispiel Karneval in Rio 2008: Noch vor wenigen Jahren kannte fast jedermann die neuesten Karnevalssambas, sang sie bei der berühmten Parade mit, tanzte dazu.  Vorbei. Heute wird die Parade von den allermeisten konsumiert wie ein Konzert mit Folklore vergangener Zeiten. In den Diskotheken an der Paradestrecke wird Rap und HipHop aufgelegt, stört bereits viele der Samba von draußen. ”Gilberto Gil möchte den HipHop als Ausdrucksform Jugendlicher in den Slums gesellschaftlich akzeptabel und massentauglich machen”, heißt es in einer deutschen Zeitschrift. Auch zum Schaden der mehreren Dutzend Sinfonieorchester des Tropenlandes, überhaupt der genuinen brasilianischen Musik, wie ihm seine Kritiker vorwerfen. Nach mehreren  Jahren Gil-Amtszeit ist Brasilien noch weniger Sambaland, Bossa-Nova-Land als zuvor: Deutlich weniger Brasilianer hören, spielen Samba – und schlimmer noch – viel weniger können ihn überhaupt tanzen. Sambaschwoofs waren noch in den siebziger, achtziger Jahren ein kulturelles Massenphänomen des Nachtlebens der Großstädte und des Hinterlands. Heute sind die Chancen, irgendwo Samba, Bolero oder Forrò tanzen zu können, in Brasilien stark geschrumpft, nur eine ständig geringer werdende Minderheit kann überhaupt noch die Schritte. Außergewöhnliche Tanzprofessoren wie Jaime Aroxa oder Philip Miha halten, so verrückt es scheint, mit enormem Kraftaufwand mühselig am Leben, was vielen in Europa als typisch brasilianisch gilt.
Zouk-Experte Philip Miha in Sao Paulo:“Wir bekommen keinerlei kulturelle Förderung – es gibt dafür bei denen oben einfach kein Interesse, Null, nichts. Alles lebt nur von unserem Idealismus. Die Zahl jener, die in Brasilien überhaupt noch tanzen können, ist trotz stark gewachsener Bevölkerungszahl nicht größer geworden, sondern kleiner.“ Danke, Gil.

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Beliebtes brasilianisches T-Shirt.

 

–Immer weniger Sambaland—

Auf den Sambaschwoofs nahm niemand Drogen, kam es nie zu brutalen Schlägereien. Jetzt erlebt Brasilien einen Boom von Raves, auf denen auch deutsche DJs auflegen. Drogen aller Art werden dort massenhaft konsumiert, die Raves schufen einen neuen, zusätzlichen Rauschgiftmarkt – oder wurden extra dafür geschaffen. Massenschlägereien mit Toten, Schwerverletzten machen regelmäßig Schlagzeilen. Von den „Bailes Funk“ mit sexistischen, sadistischen Raps ganz zu schweigen.
Im Dezember 2006 ließ sich Gil in der Megacity Sao Paulo überraschend auf dem ersten Seminar der brasilianischen Sinfonieorchester blicken, die fast durchweg mit enormen existentiellen Problemen zu kämpfen haben und deshalb in dem riesigen Drittweltland auf Vorschlag von John Neschling einen nationalen Orchesterverband gründeten. Minister Gil schlug bei seinem Kurzauftritt unverhohlene Kritik und Skepsis entgegen. Die hatte zuvor bereits Dirigent John Neschling auf den Punkt gebracht, der in Sao Paulo seit 1997 Lateinamerikas bestes Sinfonieorchester leitet. Sein Orchestra Sinfonica do Estado de Sao Paulo(OSESP) ist heute für Brasiliens Kulturszene so wichtig wie die Berliner Philharmoniker oder das Gewandhausorchester Leipzig für Deutschland. Zahlreiche CDs, die Neschling mit dem OSESP für das Label BIS aufnahm, stehen auch in deutschen Geschäften.
“Ich finde, daß unser Kulturminister heute nicht besonders famos die brasilianische Kultur vertritt. Wenn man sich anschaut, was 2005 im Brasilienjahr Frankreichs gezeigt wurde, ist man nicht gerade angetan. Sehr viel der brasilianischen Kultur und Kunst wurde nicht in Frankreich gezeigt. Wir machen unsere Arbeit hier so gut wie möglich – ich glaube nicht, daß sie von unserem Kulturminister sehr geschätzt wird. Er hat ja keinen Bezug zur klassischen Musik. Und selbst als Musiker nicht, hat sich auch sehr wenig dafür eingesetzt. Er ist ein großer Popmusiker, ein Star in der Welt der Popmusik, betreibt als Minister just jene Kultur, die er für gut hält. Und als ich gesehen habe, daß es so ist, habe ich gesagt, wir machen unseren Weg alleine, ohne Kulturministerium. Wir wollen einfach zeigen, daß in Brasilien die Möglichkeit besteht, ein ganz erstklassiges Welt-Sinfonieorchester zu führen, daß wir ein Publikum dafür haben. Und gute Musik, die hier komponiert wurde vom 18. Jahrhundert an bis heute: Von 1708 an gibts brasilianische Musik, die erstklassig ist.“
Das Brasilien-Jahr in Frankreich hatte nicht zufällig den ironischen Beinamen „Ano do BraGil na França“
–Protokoll, Monolog, umstrittene Copa der Kulturen—
Gerade kam Neschling mit dem OSESP von seiner zweiten umjubelten USA-Tournee zurück, erntete hervorragende Kritiken. Im März 2007 führte eine große Europatournee  auch nach Deutschland. Alles einmalig für ein lateinamerikanisches Orchester. Die internationale Anerkennung ist da, Minister Gil kommt um diesen gewichtigen brasilianischen Kulturbotschafter aus Sao Paulo nicht mehr herum. Auf dem Orchesterseminar las Gil vom Blatt sogar etwas Selbstkritik ab, die nicht nur für Deutschlands Klassik-Experten, gar Kulturstaatsminister Neumann, kurios und exotisch klingen dürfte. “Vor vier Jahren hatten wir keine Politik für die klassische Musik – und bis heute sind wir in diesem Bereich nur sehr wenig vorangekommen. Ja, wir müssen den Forderungen der Sinfonieorchester Aufmerksamkeit schenken, denn ohne Zweifel haben viele von ihnen derzeit große Probleme. Der Staat muß den Orchestern helfen, das Kulturministerium ist sich der Dringlichkeit bewußt. Eine systematische Orchesterpolitik ist nötig. Und hoffentlich wird dieses Seminar unseren Dialog verbessern. Die Orchester müssen zugänglich sein für alle, die ihre musikalische Sensibilität kultivieren wollen.“ Kurz darauf stand er auf und verließ mit seinen Beratern den Saal.
Unverständnis, Kritik daher auch bei bei dem Dirigenten Ricardo Rocha aus Rio de Janeiro, der seine Ausbildung in Deutschland gemacht hatte. Rocha sagte, der Minister habe bei der Copa der Kulturen, dem umstrittenen brasilianischen Kulturprogramm anläßlich der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, viel kommerziellen Mist gezeigt, unerträgliche Brasilienklischees gefördert, statt beispielsweise auch Hochkarätiges aus dem Bereich der brasilianischen Klassik zu präsentieren.

“Gil fehlt dafür Interesse – er hat nichts gemacht. Wo sind die Leute vom Kulturminister jetzt? Sie sind weggegangen. Er hätte vielleicht einen Repräsentanten hierlassen müssen. Es gibt niemand mehr – das ist die Realität. Nur Protokoll, Monolog, aus. Für die Copa der Kulturen haben wir ein riesiges Projekt entworfen und ans Ministerium geschickt. Erfolglos. Brasilien wurde repräsentiert mit Populärmusik, die lediglich für einen Teil unserer Kultur steht. Soviele Klischees, soviel Mist – ich kann das nicht mehr ertragen. Das repräsentiert uns nicht. Brasilien ist nicht nur das. Sie machen einfach nichts.“
Bei der Copa der Kulturen, die kurioserweise Brasiliens populärstes Genre, nämlich Sertaneja, ausschloß, wurden auch im Berliner Haus der Kulturen der Welt einige große Namen wie Chico Buarque präsentiert – Kritik richtete sich vor allem gegen Figuren aus der einschlägig bekannten DJ-und Baile-Funk-Szene Brasiliens.
–Kein Musikunterricht an Brasiliens Schulen—fatale Folgen für Musikszene-
Während der Diktaturzeit wurde in Brasilien auch der Musikunterricht an den Schulen abgeschafft. 1985 endete das Militärregime, doch bis heute wurde das vergleichsweise gute Vor-Diktatur-Niveau an den öffentlichen Schulen nicht wieder erreicht, wurde auch der Musikunterricht nicht wieder eingeführt – trotz permanenter Forderungen von Musikexperten, Psychologen, Soziologen, die natürlich auf das Vorbild mitteleuropäischer Länder verweisen.
Selbst Bischöfe, Kardinäle argumentieren, ein niedriges Bildungsniveau sei beabsichtigt, weil man dadurch die Menschen besser manipulieren könne.
Die Folgen solcher Starrköpfigkeit und Verantwortungslosigkeit Brasilias sind zunehmend fataler: Kinder, Jugendliche ohne Stimmschulung durch Musiklehrer singen entsetzlich falsch und merken es nicht. Keineswegs ungewöhnlich, Heranwachsende zu treffen, die auf total verstimmten Gitarren spielen und dazu auch noch völlig schräge singen. Haben alle im Tropenland dennoch das berühmte brasilianische Rhythmusgefühl? Keineswegs, man merkts auch auf den Sambaschwoofs. Gil interessiert all derartiges nicht – obwohl Musiker, hat er den dringend nötigen Musikunterricht nicht durchgesetzt.
Triste für Dirigent John Neschling, daß aufgrund solcher Kulturpolitik gute brasilianische Konzertmusiker kaum noch zu bekommen sind. Wenn sich nichts ändere, gebe es in zehn Jahren in seinem Orchester keine exzellenten Musiker des eigenen Landes mehr, da die entsprechende Ausbildung im Argen liege. „In den letzten zehn Jahren wurde kein Orchestermusiker bei uns eingestellt, der direkt von Universitäten oder Musikschulen kam. Alle hatten zwar hier studiert, danach aber zur weiteren Ausbildung ins Ausland gehen müssen. Hier in Brasilien läuft alles falsch. Man kann eben nicht einfach ins Musikfach überwechseln, nur weil man beispielsweise keinen Medizin-Studienplatz bekam. Man kann nicht erst an der Universität anfangen, Musik zu studieren, nicht erst mit achtzehn Jahren Violine lernen – das ist natürlich viel zu spät!“
Ein Nebeneffekt – manche Sinfonieorchester spielen deutlich falsch, was indessen kaum einer, mangels geschulten Gehörs, merkt.
–Klassische Musik – Wegwerfmusik—
Ohne guten Musikunterricht keine Grundkenntnisse über klassische Musik, kein von klein an gefördertes Interesse daran, keine musikalische Sensibilität, kein Sinn für Echtes, für Qualität. Und dadurch mehr Anfälligkeit für billigste Wegwerfmusik, wie vom Musikbusiness gewollt. Das gilt auch für Deutschland.
Achtzig Prozent des Publikums von Neschlings OSESP sind älter als fünfzig Jahre. 75 von 100 Personen aus der relativ hochgebildeten Mittel-und Oberschicht Brasiliens waren noch nie in einem Konzert mit klassischer Musik. Bei den unteren Schichten sind es 93 bis 96 von 100. Qualitätszeitungen wie „ O Estado de Sao Paulo“ betonen, daß nach vier Jahren Gil die klassische Musik in seinem Ministerium eine Lücke, ein schwarzes Loch sei. Das Ministerium privilegiere indessen musikalische Sektoren, die kommerziell nutzbar seien. Das Blatt lobt just das staatlich finanzierte „Sistema“ im Venezuela von Hugo Chavez als beispielhaft, das bereits hunderttausende Kinder an die klassische Musik herangeführt habe. 15000 Lehrer arbeiteten in Venezuela mit 140 Kinderorchestern, 125 Jugendorchestern und dreißig professionellen Orchestern. Simon Rattle, Claudio Abbado und Daniel Barenboim betrachteten das „Sistema“ als das beste, was der klassischen Musik in der Welt von heute passieren könne.
Über monströse Korruptionsskandale in der Regierung von Hugo Chavez steht nichts in der Zeitung, über Stimmen-und Parteienkauf in Brasilien durch enge Gefolgsleute Lulas dagegen um so mehr. Hiesige Kommentatoren betonen immer wieder, daß in zivilisierten Ländern die Regierung über derartiges natürlich schon gestolpert wäre. Gemäß dem „O Estado de Sao Paulo“ sagte Gil in Genf am Rande einer Konferenz über geistiges Eigentum:“Ich bin zufrieden mit der Regierung.“ Die Praxis der Korruption sei systematisch, allgemein, das Probleme existiere in allen Regierungen und Ländern. Derartige Praktiken würden zwar verurteilt, dann aber von der Gesellschaft doch akzeptiert und toleriert. “O Estado de Sao Paulo” sprach daraufhin von einer “internationalen Blamage”, ausgerechnet vor einem Weltforum in der Schweiz.  Der Kulturminister zähle nunmehr zu den notorischen Verteidigern von Unredlichkeit, fehlender Ethik. Daß Gil für die Freigabe allen Rauschgifts, darunter Kokain, plädiert, sehen manche in diesem Kontext.

Vor rund zwei Jahren wurde in Brasilien heftig diskutiert, daß Kulturminister Gil und der damalige Arbeitsminister Ricardo Berzoini, heute eine Schlüsselfigur in den Regierungsskandalen, sich laut Presseberichten von gefürchteten berüchtigten Gangsterbossen den Besuch eines Rio-Slums genehmigen ließen, wie gefordert ohne Bodyguards, Polizeibegleitung hineinfuhren und damit die neofeudale Diktatur der Banditenmilizen über ihren Parallelstaat der Armenviertel sozusagen offiziell anerkannten. Immerhin terrorisieren diese Milizen des organisierten Verbrechens auf grausame Weise die Bewohner, köpfen und foltern, verbrennen auch gemäß den Aussagen des einst im Westberliner Exil lebenden Kongreßabgeordneten Fernando Gabeira regelmäßig sogar Menschen lebendig. Seit dem Beginn der Aggression gegen den Irak machen immer mehr beteiligte US-Soldaten an Rios Nobelstränden, vor allem Ipanema, “Fronturlaub”. In Rio de Janeiro besuchte Gil zudem die berühmte Sambaschule Mangueira, als dessen Vizedirektor und Chef der hundertköpfigen Perkussionsgruppe gerade vom lokalen Banditenkommando bestialisch umgebracht worden war. Doch der Minister verurteilte keineswegs , wie erwartet, den zunehmenden Druck des organisierten Verbrechens auf die Sambaschulen, sondern überging den Mordfall mit Schweigen, suchte befremdlicherweise Optimismus und Karnevalsvorfreude auszustrahlen. Gegenüber der Presse nannte er später die Hipocrisia, Scheinheiligkeit, ein Werkzeug zivilisierten menschlichen Umgangs  und notwendig für das menschliche Zusammenleben. Er selbst bediene sich der Hipocrisia häufig. Manche Kritiker sehen in Gil seit jeher einen fragwürdigen Opportunisten. Der Befreiungstheologe Frei Betto beispielsweise, einer der führenden Intellektuellen Brasiliens, war vehement gegen die Ernennung Gils zum Minister, wohl auch wegen dessen engen und freundschaftlichen Beziehungen zu rechtsextremen Diktaturaktivisten. Frei Betto hatte schließlich während des Militärregimes Jahre hinter Gittern verbracht, war gefoltert worden.
-Killerspiele seit Jahren als direkte Anleitung zu sadistisch-perversen Gewalttaten-
Kein Geheimnis, daß die Banditenmilizen bereits seit den achtziger Jahren begeisterte Fans von US-Killerspielen, US-Gewaltvideos sind, das dort Gezeigte, Praktizierte als Anregung nutzen und sadistisch-pervers an Slumbewohnern ausprobieren. In Großstädten wie Sao Paulo und Rio de Janeiro verbringen ungezählte Jugendliche einen beträchtlichen Teil der Freizeit damit, am Computer per Killerspiel jedesmal Tausende von Menschen sadistisch zu quälen, zu foltern und zu ermorden, Mädchen und Frauen zu vergewaltigen und ebenfalls zu töten. Die bereits erzielte Brutalisierung, Verrohung, Gewöhnung an Gewalt sowie Gleichgültigkeit gegenüber Gewalttaten wie in den Killerspielen erscheinen manchen nachdenklichen Brasilianern in der neoliberalen sozialdarwinistischen Gesellschaft als vom System politisch gewollt, da ebenso wie in Deutschland ernstzunehmende Gegenmaßnahmen ausbleiben, im Unterschied zu Mitteleuropa Politiker nicht einmal die üblichen Alibiappelle absondern, auch in Brasilien gemäß den Kritikern “Jugendschutz” in völliger Absicht nur auf dem Papier steht. Auf dem riesigen Raubkopienmarkt der Millionenstädte erhalten selbst Kinder unter zehn Jahren problemlos und spottbillig auch das perverseste Killerspiel, notfalls kauft es ihnen, wie in Deutschland bei Pornographie und anderen Gewalt und Perversität fördernden Produkten üblich, eben der nächste Erwachsene. Im Teilstaate Rio de Janeiro werden gemäß einer neuen Studie von 2006 nur 1,31 Prozent der Morde überhaupt aufgeklärt. Nicht zufällig ist die Mordrate Rios  etwa dreißigfach höher als die Deutschlands.
Zu den bekannten Untaten solcher Milizen im betreffenden Slum „Complexo da Marè“ von Rio kein Wort von Gil oder Berzoini. Paulo Sergio Pinheiro, Experte für Gewaltfragen an der Universität von Sao Paulo, sieht durch die Ministervisite bestätigt, daß der brasilianische Staat große Teile seines Territoriums nicht mehr kontrolliert. Beide Minister hätten sich zudem im Slum von fünfzehn Männern unterstützen lassen, die just von den Gangstern ausgesucht worden seien: „All dies ist ein Skandal – geschähe derartiges in Berlin, Paris oder London, würde das im Parlament debattiert, würde die Regierung gestürzt.“ In der Tat – ein deutscher Kulturstaatsminister in solcher Situation – die Aufregung in Deutschland, in den Feuilletons wäre vorhersehbar. Im Falle eines Kulturministers Brasiliens, der in Deutschland erfolgreiche Konzerte gibt, wird dies natürlich anders gesehen, willfährige hochbezahlte Leute für Jubel-PR finden sich immer. Preta Gil, des Ministers aufmüpfige Tochter:“Die Polizei ist korrumpiert, die Regierung ist korrumpiert, alle sind doch verwickelt, das ändert sich nie mehr, ist zu tief verwurzelt.“
–”Stolz, ein Brasilianer zu sein”–
An vielen Supermärkten der Millionenstädte steht draußen in großen Lettern und drinnen noch einmal über den Kassen unübersehbar: „Stolz, ein Brasilianer zu sein“. Woran erinnert einen doch gleich dieser Spruch? Auf manchen Waren, darunter gängigen Mineralwasserflaschen, steht aufgedruckt: „Das Beste an Brasilien ist der Brasilianer“. Die Flugzeuge der großen nationalen Luftlinie TAM tragen die Aufschrift: „Stolz, brasilianisch zu sein.“ Manches Trendige aus Brasilien wird von vielen in Deutschland freudig kopiert. Soll man hoffen, daß die Lufthansa oder andere deutsche Linien auf einen Spruch dieser Art an ihren Maschinen verzichten, ebenso die Supermärkte, Warenfabrikanten? Oder wäre vorstellbar, daß eine Supermarktkette eines Tages dem brasilianischen Beispiel folgt, den Satz in der gefürchteten Version an der Frontseite anbringt, sich der Chef gegenüber der Presse verteidigt:“Na und, wir sind Multikulti – übernehmen gerne Kulturelles auch aus Brasilien, was dagegen?“
Anfang 2007 kamen in Brasilien landesweit massenhaft Schreibhefte mit der Aufschrift “Stolz, ein Brasilianer zu sein” auf den Markt. Und wenn ein deutscher Schulhefteverlag künftig Analoges auf seine Produkte drucken läßt?
Musiker Dori Caymmi meint indessen, patriotisch seien die Brasilianer nur im Fußball.
–Dori Caymmi über Kulturverlust und kulturelle Gleichschaltung in Brasilien—
Wird Brasiliens Populärmusik, werden Samba und Forrò schon in absehbarer Zeit im Museum landen, weil die global agierenden Musikkonzerne in dem Tropenland zunehmend nordamerikanische Rhythmen und Stile wie Rap und Hiphop durchdrücken und heimisch machen, den Musikgeschmack, die Hörgewohnheiten der Brasilianer verändern? Dori Caymmi, aus einer hochkarätigen Musikerfamilie Brasiliens, steht auf diesem Standpunkt. Er kritisiert Kollegen wie den Kulturminister Gilberto Gil und Caetano Veloso, weil sie nach seiner Auffassung sogar als Paten, Förderer nordamerikanischer Trends agieren.
Noch in den achtziger Jahren gaben in Brasiliens Musikmetropolen Rio de Janeiro und Sao Paulo nationale Rhythmen wie Samba, Bossa Nova und Forrò den Ton an. Das scheint vorbei – selbst in den berühmten Sambaschulen tanzt die schwarzhäutige Jugend vor allem nach musikalisch sehr simpel bis primitiv gestrickten Klängen. Ein Hiphop-und Rockfestival folgt in Brasilien dem anderen, alle werden gewöhnlich von großen multinationalen Konzernen gesponsert. Die Zeitungen und das Fernsehen machen dafür massiv Werbung, berichten ausführlich. Motto: Wer dort nicht hingeht, wer diese Musik nicht mag, ist out. Festivals für Samba, Bossa Nova, Forrò? Fehlanzeige. Typisch brasilianische Rhythmen hört man im Alltag immer seltener, die Medien berichten kaum. Im Radio, in den TV-Musikkanälen gibt es gravierende, schleichende Veränderungen.
–„Frischer Wind“ in der Musikszene?—
Der Anteil in Brasilien produzierter Musik ist nach wie vor erstaunlich hoch, erreicht in den Musikmedien etwa achtzig Prozent.
Indessen ist es immer weniger genuiner Samba oder feinster Bossa Nova, sondern Brazilian Rock, Brazilian Rap, Brazilian HipHop, Brazilian Techno, Brazilian Reggae, Brazilian Pop – zumeist banale Imitiationen der Vorbilder, die die Musikmultis liefern. Die Welt, so argumentieren seit langem brasilianische Komponisten, will von uns Originales, typisch Brasilianisches, keine Imitationen und Kopien – das könne man in den jeweiligen Herkunftsländern besser. Entsprechende Erwartungen an Minister Gil wurden bisher enttäuscht.
Das massive Einpeitschen kommerzieller Megatrends mit allen Methoden moderner PR läuft häufig unter dem beliebten Motto „frischer Wind in der Musikszene“ – in Deutschland nicht anders.

Ein Alarmsignal auch für Dorí Caymmi, der zusammen mit Schwester Nana, Bruder Danilo und seinem Vater Dorival Caymmi Brasiliens Populärmusik um zahlreiche Klassiker bereicherte. “Was sich derzeit abspielt, ist sehr dekadent, unsere Musikkultur wird regelrecht demoliert. Als Resultat der Globalisierung sehe ich überall kulturelle Infiltration, unsere Musik verliert diesen typisch brasilianischen Charakter, man imitiert kulturell Minderwertiges. Das macht mich traurig. Brasilien ist nicht das einzige Opfer. Die Massenmedien nutzen nicht mehr unsere Kultur, informieren nicht mehr über sie. In Europa haben wir die beste klassische Musik der Welt, die größten Komponisten, verschiedene davon in Deutschland. Dort hat das Volk ein anderes Informationsniveau als hier, eine andere Reife, eine andere Bildung. Doch wir sind Dritte Welt, das Land ist riesig. Selbst der Teilstaat Cearà hat eine eigene Musik, dort gibt es eine andere Kultur. Doch heute tauschen wir Sao Joao, unser Junifest, für Halloween ein! Das ist ein gravierendes Problem der internationalen Kultur. Heute wird die unterschiedliche Kultur der Länder von den Medien zerstört. Hier in Brasilien wird doch alles aus den USA kopiert, unser Modell ist nordamerikanisch – die Fernsehprogramme, die Ideen, die Kleidung. Alles Neue kommt von dort – und zwar sofort!” Gewaltvideos und Killerspiele geradezu in Massen.
“Unsere Kultur ist heute eine nordamerikanische – aber eben leider die armselige von dort, die des ungebildeten Nordamerikaners. Was die Musikkonzerne jetzt in Brasilien durchdrücken, auch über Bestechung, große Korruption, das berüchtigte Jabaculè, ist entsetzlich kommerziell, selbst die Kultur unserer Schwarzen wurde bereits ausgetauscht – der Samba, die Sambaschulen kamen aus dem Takt. Ich denke, es gibt keine Zukunft mehr für unsere Musik. Echte brasilianische Musik wird bald im Museum landen. Die brasilianische Kultur verarmt generell. Selbst unser Kulturminister Gil ist ein Apologet von Bob Marley.“
Am letzten Nationalfeiertag des Schwarzen Bewußtseins dominierte bei der Schwarzen-Demo in Sao Paulo HipHop, hochgepriesen.
Und was die Bestechungsmethode „Jabaculè“, in den USA „Payola“, betrifft: Nach Gils Amtsantritt rückte Mitte 2003 Andre Midani, einer der mächtigsten multinationalen Musikmanager Brasiliens in den sechziger bis neunziger Jahren, ganz überraschend mit der Sprache heraus, wurde so zitiert: “Ich habe damals Jabaculè bezahlt, damit Gilberto Gil in den Radios gespielt wird.“ Laut Midani sind nur deshalb auch andere bekannte Namen des Bossa Nova, des Tropicalismo und des brasilianischen Rock groß herausgekommen. Als Zahlungsmittel seien in der Branche auch Rauschgift und Prostituierte üblich gewesen. Wie läuft das in Deutschland, wie wars im Kalten Krieg, wie ist es heute, wann packt mal einer aus, schreibts auf?
Aber gab es in Brasilien nicht schon immer kulturelle Einflüsse aus den USA? „In den 50ern kam der Rock `n Roll, dann die Beatles – das mochten die Jugendlichen. Doch zur Ära der Beatles hatten wir hier Tom Jobim, auch meinen Vater Dorival Caymmi – meine Musikergeneration wuchs in dieser Zeit auf. Ich habe das selbe Alter wie Mick Jagger! Musik aus den USA wirkte sich jedoch nie zuvor hier so negativ aus wie heute. In der Dritten Welt ließ man das Volk ohne Kultur, ohne Optionen. Der Sohn des Reichen hat Arbeit, der des Armen hat nichts! Die Slums wachsen unaufhörlich. Erst brauchte man in Sao Paulo die Leute aus dem Nordosten, dann schob man sie weg, zahlt ihnen ein Mindestsalär von 350 Real, während ein Abgeordneter 15000 Real kriegt. Der Nordamerikaner hat all das entdeckt und an unseren Schwarzen-Peripherien HipHop, Rap eingeführt. In den Texten heißt es, schieße auf die Polizei, kille diesen weißen Misthund. Es gibt den Gewalt-Rap, verschiedene Rapper wurden schon ermordet. Hör dir die CDs von Brasiliens führendem Gangstersyndikat PCC an – da hörst du MGs rattern. Alles eine regelrechte Strafe für die brasilianische Gesellschaft. Was man da jetzt durchdrückt, erreicht eine Bevölkerung, die keine anderen Optionen mehr hat – sie hören nur das, lernen nur das. Die Kinder tanzen HipHop, niemand hört doch mehr brasilianische Musik.“
Auffällig ist, daß Dori Caymmi beinahe wie ein Rufer in der Wüste wirkt, niemand sonst auf die Barrikaden geht. “Ja, ich prangere diese Dinge offen an, all das, was hier hereinkommt – und dadurch verliere ich Sponsoren. Die sagen sich, den engagieren wir nicht, der ist unser Gegner. Meine Musikerkollegen verkneifen sich Kritik. Die großen Künstler Brasiliens, in ihrer Mehrheit, wollen keine Einkünfte verlieren, passen sich lieber an, loben diese Trends, die ich scharf verurteile. Das betrifft Kulturminister Gilberto Gil, für dessen erste Platte ich die Arrangements geschrieben habe. Ich meine, der Kulturminister sollte sich für die Erhaltung unserer Kultur einsetzen. Caetano Veloso hat jetzt eine Rockplatte veröffentlicht – für mich ist das eine Dummheit, ich kritisiere das. Caetano und Gil sind stets für jede neue Mode, spielen die Paten für Rio-Funk, Reggae – ich halte sowas für gefährlich.“
–Maria Bethania:“Gil hat in seiner Amtszeit nichts Konkretes gemacht“–

Leicht zu erraten, wen Dori Caymmi lobt: „Chico Buarque ist das größte Idol meiner Generation, ist ein Phänomen, eine Hoffnung. Meine Generation hat noch Edu Lobo, Francis Hime, Tonio Horta, Paulo Cesar Pinheiro, Leute wie mich. Unsere Sängerinnen – Elis Regina, Gal Costa, Maria Bethania, Clara Nunes, meine Schwester Nana – alles wichtige Persönlichkeiten, mit Seele.“
Maria Bethania, Schwester von Caetano Veloso, kritisierte Kulturminister Gil öffentlich:“Er hat in seiner Amtszeit nichts Konkretes gemacht.“
Dori Caymmi komponiert hochkarätige, komplexe Rhythmen, liebt die deutsche Klassik – Bach, Beethoven, auch Wagner. „Der ist absolut genial, Tristan und Isolde höre ich häufig, auch die Werke von Bach. Da sage ich mir, meu Deus, que Beleza! Ich war noch nicht in Deutschland, will aber demnächst dorthin, um den Boden meiner Idole zu betreten. Ich sage immer zu meiner Frau, laß uns Musik hören in einem zivilisierten Land. Deutschland zieht die Menschen an wegen Bach-oder Wagner-Festivals, wegen der Qualität seiner Musiker, Schriftsteller, Denker – all das hat Gewicht, dahinter steckt eine große Kraft. Wunderbare Leute wie Liszt – die haben uns doch geformt! Solche Geniusse wie die Europas haben wir nicht.“
Sprechgesang, Hiphop, Techno, überhaupt primitiv-monotone elektronische Musik hält er für entsprechend armselig, drückt es drastisch aus. “Die Leute hören heute Musik nicht mehr mit den Ohren, sondern mit dem Arsch. Die neue Musikergeneration hat keine Seele, singt simpel, mit wenig Emotion. Dieser neue Stil ist nicht mehr brasilianisch, wie der meiner Generation, ob Maria Bethania, Elis Regina oder Gal Costa. In den Sechzigern, zu den Zeiten von Joao Gilberto oder meinem Vater, sang man sanfter, sensibler, das prägte meine Generation. Selbst die Sphäre der Religion ist heute betroffen, indem man die Gospelmusik einführte. Sie singen, als wären sie Whitney Houston oder Maria Carey, nur auf Portugiesisch, kopieren die Nordamerikaner. Denn damit läßt sich unheimlich viel Geld machen. Ich sehe die Dinge wie ein Europäer, der sich fragt – ist das denn noch brasilianisch? Es wird noch schlimmer kommen, ich habe wirklich nicht viel Hoffnung. A coisa tà preta, wie Chico Buarque singt. All diese Phänomene tragen dazu bei, daß die Menschheit immer mehr verblödet, der Kulturverlust voranschreitet. “
–„Unsere Eliten interessiert nur Reichtum und Macht“—
Chico Buarque sagte einmal im Interview, Brasiliens Elite sei zunehmend kulturloser, ungebildeter. „Klar, so ist es tatsächlich. Unsere Eliten interessiert nur Reichtum und Macht. Der Reiche teilt nicht. Er stellt zwar Leute ein, zahlt ihnen aber schändlich niedrige Löhne. Das haben wir von den portugiesischen Kolonialisten übernommen. Chico Buarques Vater sagte, der Brasilianer sei ein herzlich-inniger Mensch. Aber eben in dem Sinne, daß er die ganze Zeit auf die Birne kriegt und einfach nicht reagiert! Wenn man, wie hier unter der Collor-Regierung, etwa in Deutschland oder Frankreich den Leuten für Jahre die Bankguthaben einfröre, würde man Paris anzünden, Berlin niederbrennen. Hier nicht, hier geht man in die Kneipe und trinkt einen, klagt übers Leben. Das brasilianische Volk ist sehr unterwürfig, ohne Präsenz. Die Leute interessieren sich nicht mehr für Goethe. Neulich fragte mich ein Musiker im Hotel, Goethe, was hat der doch gleich gespielt? Da wirds schwierig. Das Problem ist, wir haben nicht die Reife der Europäer. Dieses Land ist nach über 500 Jahren zwar eine Republik, änderte sich aber nicht wirklich. Leute ohne Arbeit, mit Hunger, denen man immer wieder was verspricht. Nur Versprechen, Versprechen, Versprechen. In Brasilia verbrennt man diesen Indianer, aber die Täter kommen frei, alles endet in Pizza. Das ist hier keine Demokratie. In einer Demokratie wird man nicht zum Wählen gezwungen! Wählt man hier nicht, kriegt man keinen Reisepaß, keine Arbeit im öffentlichen Dienst – das ist doch keine Demokratie, sondern eine Diktatur, sehr elitär dazu. Brasilien ist im Grunde ein feudales Land – und Sao Paulo dessen Lokomotive. Ohne Bildung, ohne Gleichheit kommen wir da nicht raus. Was die brasilianische Musik betrifft, habe ich wirklich nicht viel Hoffnung.“
Nach wie vor nimmt in Brasilien im Grunde nur die Mittel-und Oberschicht am Kulturleben teil, frequentiert Kino, Theater und Konzerte, kauft Literatur. Für die übergroße Mehrheit der Brasilianer ist all dies auch wegen der absurd ungerechten Einkommensverteilung völlig unerschwinglich. Dabei ist das Tropenland von der 24-fachen Größe Deutschlands immerhin die zehnte Wirtschaftsnation des Erdballs – und ein hervorragendes Experimentierlaboratorium für neoliberale Politik.
–Samba wird massakriert–
Nei Lopes, einer der großen Sambakomponisten Brasiliens und zudem Schriftsteller, kritisiert ebenfalls die von den großen Musikkonzernen betriebene kulturelle Gleichschaltung. Lopes nennt “internationale Liedfestivals” der siebziger Jahre die bis dahin größten handstreichartigen Unternehmungen, um Brasiliens Musikkultur zu dominieren. Daraus sei der “Rock Brasil” hervorgegangen, was u.a. derartiges nationale Medienlob gefunden habe:”Brasiliens Musik war langweilig und zurückgeblieben gegenüber dem Rest der Welt. Die Rockmusik hat Brasilien aktualisiert, das Land internationalisiert.” Unter dem Primat der Globalisierung, so Lopes, erreichten diese “Internationalierungsanstrengungen” ihren Höhepunkt. “Die transnationalen Konglomerate attackieren in allen Formen und an allen Fronten, um Brasiliens Musik gleichzuschalten – nach dem Modell jung, reich und schön, das überall im kolonisierten kulturellen Universum bereits herrscht…” Gerade der Samba werde wegen seiner starken symbolisch-ästhetischen Inhalte immer wieder strategisch angegriffen. Samba sei eines der Hauptziele des von den internationalen Musikkonzernen angerichteteten Massakers. An diesem “Massaker” beteiligen sich auch in Deutschland nicht wenige pseudoprogressive Figuren der Musikmedien, die nicht zufällig schon seit Jahren guten brasilianischen Samba beiseiteschieben und stattdessen ganz im Sinne der Auftraggeber die bekannten “Megatrends” entsprechend mitteleuropäischen “Hörgewohnheiten” favorisieren.
–Bankwerbung mit Gil-Hits—
2006 hörte man eine geradezu berühmte Komposition Gilberto Gils namens „Andar com Fè“ andauernd in Radio und Fernsehen. Gil hatte sie der größten brasilianischen Privatbank Bradesco für eine Werbekampagne zugunsten von Haus-und Autokrediten zur Verfügung gestellt. „Andar com Fè“ heißt sinngemäß übersetzt soviel wie „Gehen mit Glauben, mit Gottvertrauen“. Katholiken und Anhänger afrobrasilianischer Kulte sangen den Titel gerne bei ihre Messen. Jetzt war der Sinn ein anderer – Gehe mit Glauben in die Großbank Bradesco und vertraue deren Kreditangeboten. Die Regierung, zu der Gil gehört, sorgte für die welthöchsten Realzinsen, was den Spekulanten, aber auch Banken wie Bradesco Rekordgewinne beschert. 2008 rügt ihn indessen die dem Staatspräsidenten unterstellte Ethikkommission wegen geschäftlicher Beziehungen zur brasilianischen Privatbank Itaú streng. Denn Gil hatte auch dieser für Werbezwecke gegen klingende Münze eine Komposition überlassen, obwohl sein Ministerium auch über Projektsubventionen, Kooperation und Steuererleichterungen für das Itaú-Kulturinstitut entscheidet. Gil wurde ermahnt, künftig privat Geschäftskontakte zu vermeiden, die ministerielle Zuständigkeiten tangierten.
Marco Antonio Villa, Schriftsteller und Geschichtsprofessor an der Bundesuniversität von Sao Carlos, nennt in Brasiliens größter Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“ die fehlende Trennung zwischen öffentlichen Angelegenheiten und privaten Interessen ein Charakteristikum der von Korruptionsskandalen geschüttelten Lula-Regierung. Ein gutes Beispiel dafür seien die Aktivitäten von Gilberto Gil, der das Ministerium in sein persönliches Sprungbrett verwandelt habe. Von guter Kulturpolitik sei indessen nichts zu sehen. „Beklagenswerterweise hat das Kulturministerium kein Projekt für eine Kulturpolitik dieses Landes. Es verfolgt indessen ein persönliches Projekt – und das ist erfolgreich, sehr erfolgreich.“ Für 2008 hat Gilberto Gil seinen Rücktritt angekündigt. Als im Jahr zuvor wegen fehlender Staatsmittel eine Übernahme des Jorge-Amado-Nachlasses durch die Harvard-Universität droht, wirft Joao Ubaldo Ribeiro, der nach Paulo Coelho in Europa meistgelesene lebende Autor Brasiliens, dem Kulturminister öffentlich vor, die Amtspflichten zu verletzen. Schon im Titel einer seiner vielgelesenen Wochenkolumnen erinnert ihn Ribeiro an Amados unschätzbare Verdienste, auch bei der Pflege künstlerischen Nachwuchses: “Gil, ohne Jorge wärst du vielleicht nur eine Hypothese.”

Brasilien – das Gewalt-Gesellschaftsmodell und die wichtige Rolle der Slums/Favelas. Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2017/01/01/brasilien-das-gewalt-gesellschaftsmodell-und-die-wichtige-rolle-der-slumsfavelas-hintergrundtexte-warum-brasilien-strategischer-partner-der-merkel-gabriel-regierung-ist-von-der-deutschen-regieru/

Wirtschaft in Brasilien – Hintergrundtexte:

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/deutsche-firmen-und-wirtschaftskriminalitat-in-brasilien1/


Lula – Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/07/30/brasilien-2016-lula-von-westlichen-regierungen-eu-westlichem-mainstreamlula-superstar-jahrelang-bejubelt-wird-vor-gericht-gestelltpetrobras-affaere-die-ur/

Brasilien und Drogen – Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2017/01/18/aus-brasilien-nichts-neues-2017-drogensuechtige-die-in-grosser-zahl-crack-konsumieren-blockieren-in-der-city-von-sao-paulo-immer-wieder-sogar-strassenkreuzungen-vertreibt-die-polizei-diese-crack-h/

Kirche in Brasilien – Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/05/brasilien-%E2%80%93-kirche-und-gesellschaft-sammelbandtexte/

Juden in Brasilien, Lateinamerika – Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/05/juden-in-brasilien-hintergrundtexte-der-letzten-jahre-mit-dem-arsch-zum-publikum/

Österreichs katholischer Priester Günther Zgubic – unter den besten Kennern Brasiliens. Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/12/27/oesterreichs-katholischer-priester-guenther-zgubic-unter-den-besten-kennern-brasiliens/

Gefängnisse in Brasilien – Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2017/01/02/aus-brasilien-nichts-neues-gefaengnis-rebellion-zu-jahresbeginn-2017-mit-offiziell-60-toten-in-amazonas-millionenstadt-manaus-schauplatz-vieler-aehnlicher-gewaltausbrueche-warum-brasilien-strateg/#more-86916

Brasilien – Kultur, Mentalität, soziokulturelle Faktoren. Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/08/brasilien-kultur-und-gesellschaft-sammelbandtexte/

Brasilien und Karneval – Hintergrundtexte, Fotoserien:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/02/11/rio-de-janeiro-karneval-2016-die-siegerparade-der-sambaschulen-die-unausrottbaren-klischees-des-deutschsprachigen-mainstreams-dominiert-im-rio-karneval-tatsaechlich-samba/

Indianer in Brasilien – Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/25/indianer-lateinamerikas-moegen-politisch-unkorrekt-coca-cola-diabetes-rate-etc-entsprechend-hoch/

Obdachlose, Straßenbewohner in Brasilien – Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/02/12/mensch-und-muell-2016-die-verelendete-sklavennachfahrin-von-sao-paulo-muelltueten-muellsaecke-als-einzige-kleidung-vergebliches-betteln-um-ein-paar-muenzen-keinerlei-zeichen-von-solidaritaet-mi/

Brasilien und Medien-Manipulation:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/09/02/brasilien-2016-amtsenthebung-von-staatspraesidentin-dilma-rousseff-und-fortdauernde-manipulative-berichterstattung-des-europaeischen-mainstreams-ueber-die-situation-im-us-hinterhof-brasilien-rechts/

Dieser Beitrag wurde am Montag, 21. Oktober 2013 um 00:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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