Noblat versetzt sich in die Denkweise des Durchschnittsbrasilianers:”Warum einen Prozeß anstrengen? Um Zeit und Geld zu verlieren? Um ein weiteres Mal klarzustellen, daß die Justiz schlichtweg nicht funktioniert?…Von 83000 Häusern in Nova Friburgo sind etwa 50000 irregulär…In Petropolis wurden etwa 50 Prozent der Häuser an sehr steilen Hängen mit schwacher Walddecke errichtet. Oder an Flüssen und Bächen…Vor 23 Jahren erlitt die “Bateau Mouche” mit 153 Passagieren auf dem Weg zum Copacabana-Silvesterfeuerwerk Schiffbruch, 55 ertranken. Das Schiff war überfüllt, es fehlten Schwimmwesten. Niemand wurde bestraft.”
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/
Angehörige auf Särgen mit vielen Katastrophentoten - 810 bisher amtlich registriert. Zeitungsausriß. http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/22/mitten-in-staatstrauer-weiter-frohlicher-vorkarneval-in-rio-de-janeiro/
Nur einen Monat nach den Oktoberwahlen 2010 erinnerten sich einer Sensus-Studie zufolge bereits 23 Prozent der Wähler nicht mehr, für welchen Kandidaten des Teilstaatsparlaments sie votierten. 21,7 Prozent wußten nicht mehr, welchem Nationalkongreßkandidaten, 20,6 Prozent, welchem Senatskandidaten sie die Stimme gaben. 3,3 Prozent erinnerten sich nicht an ihren bevorzugten Präsidentschaftskandidaten, 11,3 Prozent an ihren Gouverneurskandidaten. 41,4 Prozent wußten nicht, welche Funktion ein Kongreßsenator hat, fast ebenso hoch ist der Prozentsatz in Bezug auf Kongreß-und Teilstaatsabgeordnete. Umfragen dieser Art - mit jeweils gleichartigem Ergebnis - werden in Brasilien stets nach wichtigen Wahlen realisiert.
http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html
Neto schreibt in einer Analyse in der Qualitätszeitung “O Estado de Sao Paulo”: “Nicht nur die Argumente, auch die Worte und Begriffe sind identisch…”
http://www.estadao.com.br/estadaodehoje/20101119/not_imp642101,0.php
Ausriß - Militärdiktator Geisel und Willy Brandt.
Zeitungsausriß O Globo.
Diktator Geisel bei Bundeskanzler Helmut Schmidt und Willy Brandt: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/15/schmidt-kohl-straus-brandt-filbinger-juso-vorsitzender-gerhard-schroder-fischer-trittin-scheisebeutel-auf-diktator-geisel-in-bonn-der-erneut-verlangerte-deutsch-brasilianische-atomvertrag-ha/
Todesschwadronen einst und heute: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/
Iranische Friedensnobelpreisträgerin: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/17/lula-ignorierte-eingekerkerte-gewerkschafter-wahrend-seines-iran-besuchs-bei-ahmadinedschad-irans-friedensnobelpreistragerin-shirin-ebadi-appelliert-an-dilma-rousseff/
“Unsere Politik hat immer zwei Gesichter: Eines für außen, zivilisiert, die Rechte respektierend - und eines für innen, grausam. Für mich ist das Konsequenz des Sklavenhalterregimes, das unsere kollektive Mentalität tief prägte…Wir halten diese Doppelzüngigkeit des Charakters im gesamten politischen Leben aufrecht…Die Wahlen sind Theater…Heute haben die brasilianischen Oligarchen eine Struktur aufgebaut, die die Wahlen schlicht zu einem politischen Theater werden läßt…Lula bewies, daß er für die Oligarchie nicht gefährlich ist. Er ist das größte populistische Talent der politischen Geschichte Brasiliens, viel besser noch als Getulio Vargas…Der Aufstieg Lulas in unserem politischen Leben ist für unsere Oligarchen, wie den höchsten Jackpot zu gewinnen…Wir müssen systematisch im Ausland anklagen, daß die Mörder und Folterer des Militärregimes heute durch die Justiz gedeckt werden…Der Staat, unsere Autoritäten fürchten die Anklagen aus dem Ausland, weil unser Verstellen, Verheimlichen auf internationalem Parkett dann offenläge…In Brasilien haben die Bankiers und Großunternehmer klar mit dem Militärregime zusammengearbeitet… Ich widerspreche dem Begriff Redemokratisierung. Wir hatten bis heute nie Demokratie…”(zitiert aus neuem Interview der Zeitschrift “Caros Amigos” 2010)
Tags: Brasilien, Sao Paulo, Sklavennachfahrin
Comparato war zur Diktaturzeit in Sao Paulo vom deutschstämmigen Kardinal Evaristo Arns in die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden berufen worden, die im Widerstand gegen das Regime eine wichtige Rolle spielte.
http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html

Professor Fabio Konder Comparato auf Konferenz des Goethe-Instituts Sao Paulo in der Rechtsfakultät der Stadt. http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/20/goethe-institut-sao-paulo-seminar-mit-marianne-birthler-uber-vergangenheitsbewaltigung-in-brasilien/
Dilma Rousseff feiert Wahlsieg mit Ex-Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/02/dilma-rousseff-und-partner-jose-sarney-ex-chef-der-diktatorenpartei-arena-bei-der-siegesfeier-linke-politik-unter-lula-und-dilma-rousseff-in-brasilien/
http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/02/memorial-da-resistencia-in-sao-paulo-goethe-institut/
Trailer, anklicken: http://www.youtube.com/watch?v=gsZP9ZX3fsI
Offizieller Blog: http://www.tropa2.com.br/
Hit: http://www.youtube.com/watch?v=ZthNYozVwNM
Passend zum Filmstart haben Rio de Janeiros Sicherheitsbehörden die Lage überhaupt nicht im Griff - eine Welle von Wegelagerei, wobei bewaffnete Banditen in Gruppen mitten in der Stadt den Verkehr stoppen, Autofahrer ausrauben, mit den wertvollsten Wagen davonfahren - erschreckt die Rio-Bewohner. Bei einer Schießerei zwischen Polizei und Banditen wurde ein 12-jähriger Junge getötet.
Film und Realität, Fotodokumentation: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/
Lula-Film und Oscar: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/23/brasilien-schickt-lula-propaganda-spielfilm-ins-rennen-um-oscar-auszeichnung-als-bester-auslandischer-film/

Fakten aus Brasilien - für manche unbequem, für andere interessant zur besseren Bewertung u.a. der Menschenrechtslage von Slumbewohnern in der größten Demokratie Lateinamerikas: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/
http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html
Brasiliens Medien stellen in ihren Wahlanalysen heraus, daß in Venezuela niemand per Gesetz gezwungen wird, an der Stimmabgabe teilzunehmen, also auch keine Sanktionen gegen Nichtwähler existieren. In Brasilien, Lateinamerikas größter Demokratie, wurde indessen auch von der Lula-Regierung das aus der Ära des Diktators Vargas stammende Pflichtwahlsystem beibehalten, obwohl zahreiche Politiker, Soziologen und Politikwissenschaftler seit langem die Abschaffung fordern und dafür triftige Gründe, u.a. den Vergleich mit den Demokratien der Ersten Welt, anführen. Professor Gaudencio Torquato, Politikwissenschaftler an Brasiliens führender Bundesuniversität in Sao Paulo, betonte eine Woche vor den Oktoberwahlen 2010 erneut die erheblichen Nachteile von Pflichtwahlen für die Demokratieentwicklung des Landes. Die Wahlen seien auf die Fortführung des Status quo gerichtet.
“Mais eficaz que o alimento do espirito, o unico que pode fazer de um territorio barbaro uma grande nacao.”
Wahrnehmbare Kritik aus Europa am undemokratischen Pflichtwahlsystem Brasiliens existiert nicht - Pflichtwahlen werden damit offenbar als durchaus normaler Bestandteil einer Demokratie angesehen.
Pflichtwahlen in Deutschland, Österreich, der Schweiz - wie käme das bei den Bürgern an?

Bekannt sind Fotos aus Brasilien, die kilometerlange Schlangen von Pflichtwählern in sengender Hitze vor den Wahllokalen zeigen. Nicht nur in kleineren Städten sowie den Dörfern des Hinterlands ist die Präfektur häufig der wichtigste Arbeitgeber - wer nicht wählt, bekommt gemäß Gesetz indessen künftig weder eine Stelle im öffentlichen Dienst noch einen Reisepaß.
http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html
Brasiliens Bundesjustiz hat die staatliche “Caixa Economica Federal” dazu verurteilt, an den damaligen Hausmeister Francenildo dos Santos Costa wegen des Bruchs von seinem Bankgeheimnis 500000 Real zu zahlen. Francenildo hatte 2006 laut Landesmedien ausgesagt, daß Lulas Finanzminister Antonio Palocci eine Lobbyisten-Villa frequentierte. Palocci hatte dies zuvor als falsch bezeichnet. Derzeit ist Palocci wichtigster Wahlmanager der Präsidentschaftskandidatin Dilma Rousseff.
Dilma Rousseff und die alten Skandale: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/02/dilma-rousseff-und-die-alten-skandale-der-lula-regierung-amtsvorganger-auf-chefministerposten-jose-dirceu-verteidigt-schwerbelasteter-ex-minister-antonio-palocci-rechte-hand-rousseffs-bei-der-regi/
Zeitungsausriß
Hintergrund:
“Palocci bestritt vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß, jemals eine kleine Villa Brasilias betreten zu haben, in der zwielichtige, teils mit ihm befreundete Lobbyisten krumme Geschäfte ausheckten, illegale Gelder aufteilten und Orgien mit Prostituierten feierten. Doch dann sagte der 24-jährige Hausmeister Francenildo Costa glaubhaft aus, Palocci sei häufig in der Villa bei den Lobbyisten und den Huren gewesen. Nach den Gelagen, so Costa, habe er die Zimmer immer von benutzten Präservativen, übriggebliebenen Viagra-Pillen und Schnapsflaschen säubern müssen. Wenn Palocci in der Limousine sich der Villa nahte, hatte Costa stets die Außenbeleuchtung der Villa abschalten müssen, damit niemand von den Nachbarn den Finanzminister erkennen konnte. Diese Aussagen wirkten wie eine Bombe.”
Lula feuert weitere Ministerin: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/brasiliens-erfolgreiche-auslandspropaganda-2009-uber-40-millionen-euro-investiert-laut-brasil-economico-enge-zusammenarbeit-mit-medien-europas/
http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html
Der renommierte Gewaltforscher Martins aus Sao Paulo bezieht sich jetzt in einer veröffentlichten Analyse auf die ungeheure weltweite Aufmerksamkeit für die angekündigte Steinigung der Iranerin Sakineh und kritisiert das kuriose Desinteresse für die zahlreichen bereits vollzogenen Steinigungen und die Lynchjustiz in Brasilien (den Lesern dieser Hobby-Website sicher längst aufgefallen) - ein soziokulturell und medienwissenschaftlich bemerkenswerter Sachverhalt. “Der Unterschied ist, daß man im Iran vor allem Frauen steinigt, während wir vor allem Männer steinigen.” Der Beitrag wird mit einem Foto über Proteste in Berlin gegen Steinigen im Iran illustriert. Über Proteste gegen Steinigen in der größten lateinamerikanischen Demokratie ist indessen merkwürdigerweise nichts bekannt. Auch nach acht Lula-Regierungsjahren ist sadistisches Lynchen weiter Landesrealität - die Medien registrieren offenbar viele Fälle. Anfang 2012 lynchten rund 300 Personen in Campinas bei Sao Paulo einen Mann, der einer Vergewaltigung verdächtigt wurde - die Polizei fand dafür keine Indizien.
In der deutschen Parteipropaganda wird die brasilianische Regierung als progressiv eingestuft.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1651902/
2013 startet Deutschlandjahr in Brasilien: http://www.alemanha-e-brasil.org/de

Ausriß, Rio-Lokalzeitung, Scheiterhaufen-Opfer, 7.11.2012. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/
Transvestit zu Tode gesteinigt 2012 in Salvador da Bahia: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/24/brasilien-transvestit-in-salvador-da-bahia-zu-tode-gesteinigt-steinigungspraxis-landesweit/
Männer zu Tode gesteinigt - Videos: http://www.youtube.com/watch?v=KUShO7kN2Ys
http://www.youtube.com/watch?v=KUShO7kN2Ys
http://www.youtube.com/watch?v=CRKTpZ_W1ds
Gefangenenrate in Brasilien - jeder 262. Brasilianer in Haft: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/25/brasiliens-uberfullte-gefangnisse-und-die-auffallig-grose-zahl-inhaftierter-jeder-262-erwachsene-brasilianer-im-gefangnis-laut-amtlichen-angaben-seit-1995-verdreifachte-sich-die-rate-der-eingespe/
Gemäß der Ibope-Umfrage waren 79 Prozent in den letzten 12 Monaten Zeuge einer Gewalttat, 8 Prozent sahen sogar einem Mord zu. 63 Prozent tragen nie Geld bei sich, 2 Prozent kauften eine Waffe(ein Großteil hat die längst, legal oder illegal). In Millionenstädten wie Rio de Janeiro und Sao Paulo ist zum größten Teil des Stadtgebiets bereits seit Jahren kein freier Zugang mehr möglich, vor allem in den vom organisierten Verbrechen beherrschten Slums. Vor dem Besuch der Elends-und Armenvierteln wird auch in den Reisehinweisen westlicher Länder gewarnt. Angesichts dieser Lage erhält Brasilien im Zuge des Wertewandels aus Mitteleuropa sehr viel Lob.
YouTube über lebendiges Verbrennen in Matupá:
http://www.youtube.com/watch?v=I2ql0CUxXKw&feature=related
Von Slumperipherien wie in Fortaleza wird zum Jahresende 2011 bekannt, daß dort Lynchen auffällig häufiger wird. Schon der Verdacht, ein Fahrrad gestohlen zu haben, reiche aus, um von einer Gruppe oder Menschenmenge totgeschlagen zu werden, betonten Slumbewohner gegenüber dieser Website.
Lynchen in Rio:
Ausriß. Zuschauen, wie jemand in Rio de Janeiro lebendig verbrennt…Könnten Sies?
Am Tag des Adveniat-Gottesdienstes von Sao Paulo 2011 - kranker Busfahrer gelyncht: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasiliens-lynchpraktiken-neuester-fall-in-sao-pauloeine-feige-tat-digeane-alves-ehefrau-des-gelynchten-busfahrers/
“Hätte jedes Land einen Präsidenten wie Lula, dann wäre unsere Welt ein besserer Ort. Er ist kein Politiker, er ist ein Staatsmann.” Deutscher Leserbrief an die “Zeit”.