„Quando me criticavam, eu dizia: Meus personagens sao iguais a todo mundo. Nos somos assim.“(1979)
http://www.forbes.com/sites/alexisglick/2012/08/22/dilma-rousseff-brazil-entrepreneurs-power-women/
“Effizienz” unter Rousseff-Regierung, laut nationalen Wirtschaftsexperten: Wegen der bizarren Staatsbürokratie dauert die Anmeldung selbst der kleinsten Firma 120 Tage. Eine Patentanmeldung dauert bis zur Anerkennung mindestens fünf Jahre, das Registrieren einer neuen Software mindestens ein Jahr. Das für Brasilien eigentlich notwendige Ambiente für das Entstehen neuer Ideen, Programme und kreativer Unternehmen existiere nicht.
“Nach drei Schuljahren ist die Mehrheit der brasilianischen Kinder nicht in der Lage, das Wechselgeld zu berechnen, kennt nicht den Unterschied zwischen einem Dreieck und einem Rechteck, erkennt nicht das Thema eines einfachen Textes und kann die Uhrzeit nicht lesen.” (Folha de Sao Paulo)
Wie China die Rio-Slums bewertet: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/
Tags: Brasilien – Streik 2012


Ausriß, Qualitätszeitung Folha de Sao Paulo. “Jetzt verkauft Lula seine Seele dem Teufel wegen Maluf.”
Zu den sehr speziellen Gründen in Brasilien für durchschnittlich niedrige schulische, studentische und andere Leistungen zählt der für europäische Begriffe auffällig hohe Konsum von Rauschgift, darunter harten Drogen wie Crack, Kokain, LSD etc. Der “Kifferkinder”-Effekt ist seit Jahrzehnten bereits von westdeutschen Schulen bekannt.

(Sept.2012)
Die Szenen vom August 2012 mitten in der City des führenden lateinamerikanischen Wirtschaftszentrums Sao Paulo sprechen Bände: Hunderte von Crack-Süchtigen konsumieren in unmittelbarer Nähe der Kulturbehörde des Teilstaates Sao Paulo, am Konzerthaus des Sinfonieorchesters OSESP völlig frei die geradezu spottbillig angebotene harte Droge Crack – während rundherum stationierte Polizeipatrouillen von Militärpolizei und Stadtgarde zusehen, nicht eingreifen. Gelegentlich fährt an den Horden der grauenhaft verwahrlosten Süchtigen ein Polizeiwagen vorbei. Leicht vorstellbar ist daher möglicherweise selbst für mit den Verhältnissen nicht vertraute Mitteleuropäer, wie problemlos das Geschäft mit harten Drogen dann erst in den über 2600 Slums und den Wohnvierteln der Betuchten Sao Paulos vonstatten geht, wie es in Rio de Janeiro und anderen Milllionenstädten aussieht.
Bemerkenswert ist, wieviel Lob daher ein Gewalt-Gesellschaftsmodell diesen Zuschnitts von hochrangigen mitteleuropäischen Politikern, darunter aus Deutschland, seit Jahren erhält.
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Die deutsch-brasilianischen Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich breit verankert. Sie basieren auf gemeinsamen Werten und übereinstimmenden Auffassungen zur globalen Ordnung. Brasilien ist das einzige Land in Lateinamerika, mit dem Deutschland durch eine „strategische Partnerschaft“ verbunden ist. (Auswärtiges Amt, Berlin)
Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013
Wem nützt die Banditendiktatur?
http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/
Schußwaffen illegal in Privathand – wer davon profitiert: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/22/brasiliens-schuswaffen-in-privathand-476-prozent-illegal-laut-ngo-viva-rio-resultate-achtjahriger-sicherheitspolitik-der-lula-regierung/
sonntag, 20. januar 2013 von klaus hart **

Crack ist auch Anfang 2013 für die Dealer der Wachstumsbranche ein außerordentlich lukratives Geschäft – u.a. in Sao Paulo und Rio de Janeiro. Die sozialen Kosten sind entsprechend hoch. Sao Paulos Bürgermeister ist seit Anfang Januar Fernando Haddad, Ex-Bildungsminister, aus Lulas Arbeiterpartei PT.
Laut neuen brasilianischen Studien haben 7 Prozent der Crack-Konsumenten Aids – eine Rate zehnmal höher als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.
Aktivisten der katholischen Basisgemeinde von Cachoeirinha. “Das ist gegen die Menschenwürde, so viele Leute in diesem Schlamm, diesem Moder hausen zu lassen. So viele Familien, mit vielen Kindern, leben hier nur in einem einzigen Hüttenraum, vor der Türöffnung hängt ein Lappen – so ist das. Die Mafia der Drogengangster ist hier sehr stark, die beobachten alles und jeden hier, das ist furchtbar. Wer jemanden aus dem Drogenmilieu, aus der Sucht rausholen will – also jemanden, der für deren Profit sorgt, da werden die böse, da wird man gnadenlos verfolgt. Die Polizei kommt und geht wieder – aber die Banditenkommandos bleiben, terrorisieren, zwingen den Bewohnern das Gesetz des Schweigens auf. Wer sich nicht unterwirft, weiß, was ihn erwartet. 2014 ist die Fußball-WM, da will man Brasilien als Land der Ersten Welt erscheinen lassen – aber hier an der Peripherie ist es nach wie vor triste. Die meist kinderreichen Familien haben monatlich nur so um die 200, 220 Real maximal. Doch im Ausland wird verbreitet, alles toll, alles gut in Brasilien. Wir merken, es ist schwierig, Menschen von außerhalb für diese Situation zu sensibilisieren, die das hier nicht kennen, es sich nicht vorstellen können. Wir haben unsere christlichen Kriterien, und wir haben Ausdauer – das macht den Unterschied. Denn entweder ist man Christ – oder ist mans nicht, halbe-halbe geht nicht.”
Ausriß.
In der brasilianischen Crack-Szene fällt die große Zahl von Schwangeren auf, viele davon noch minderjährig. Nicht wenige davon prostituieren sich. Auch an der Copacabana oder in Salvador da Bahia bieten sich teils sehr aufreizend aufgepeppte junge schwangere Brasilianerinnen in Glitter-Bikini feil, feilschen mit den sie umringenden Männer-Gruppen um Höchstpreise – eine bizarr-morbide Situation.
Brasiliens hohe Behindertenrate: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/05/brasiliens-hohe-rate-von-behinderten-2391-prozent-der-bevolkerung-gegenuber-rund-1-prozent-in-hochentwickelten-landern-laut-studien/
“Niemand will die Hauptprobleme des Landes angehen.” Kolumnist Arnaldo Jabor, April 2012?Wir haben Horror vor allem Gemeinschaftlichen, sind pathetische Individualisten, ohne Zwecke, Inhalte.”
Wie Landesexperten, darunter kirchliche Menschenrechtsaktivisten seit Jahrzehnten betonen, kann von einem ernstzunehmenden Kampf gegen die Droge, gegen die Drogenmafia nicht zuletzt angesichts des für europäische Verhältnisse wohl unvorstellbar hohen Grades an tiefverwurzelter Korruption keine Rede sein. Wie es heißt, wurde lediglich mit Rücksicht auf entsprechenden Druck des Auslands eine Art Pseudo-Bekämpfung installiert und praktiziert, die vorhersehbar wirkungslos blieb. Nur zu häufig wurden engste Kontakte zwischen Angehörigen von Drogenmafia, Polizeispitze und Landeseliten nachgewiesen. Harte Drogen sind in Brasilien bereits seit den siebziger Jahren unglaublich billig und selbst für die Slumbevölkerung erschwinglich – bekannt sind jene hunderte Meter langen Schlangen von Favela-Bewohnern an den Drogenverkaufspunkten des organisierten Verbrechens, zwecks Erwerb von Kokain etc. Auf Mittelschichtsfeten von Psychologen, Ärzten, überhaupt der Intellligentsia, gehört es beispielsweise in Rio de Janeiro nur zu oft zum guten Ton, daß irgendwann vom Gastgeber auf blitzendem Silbertablett Kokain gereicht wird – zwecks problemloser Beschaffung hatte man halt wie üblich jemanden zu den ambulanten Verkäufern der Straße geschickt. In Rio de Janeiro war nur zu oft zu beobachten, wie gut sich Politiker im Alltag, selbst bei Wahlkampagnen mit den Drogenbossen des organisierten Verbrechens vertrugen: Das Wahlbüro eines Politikers befand sich direkt an einem Verkaufspunkt – bei noblen Wahlfesten mit großem Buffett schickte man stets Bedienstete mit gutbestückten Tabletts zu den Gangstern – sie wurden bestens versorgt. Zweihundert Meter entfernt indessen warteten Polizeipatrouillen, um mögliche Drogenkäufer abzufangen – und zu erpressen – wurde die Lage von Augenzeugen geschildert. Zusätzlichen Auftrieb gewann die Kokain-und Crack-Wachstumsbranche seit der Amtsübernahme von Evo Morales in Bolivien, wie in Brasilien immer wieder bekräftigt wird. Gelegentliche Alibi-Aktionen der Polizei etwa an den Grenzen ändern an der Gesamtlage nichts. Die Drogen-Wachstumsbranche ist hochlukrativ und fügt sich daher in die Strukturen neoliberalen Wirtschaftens, neoliberaler Werte gut ein.
In welcher bizarren Situation sich Beamte von Sondereinheiten der Polizei Brasiliens daher befinden, haben die außerordentlich erfolgreichen Spielfilme „Trope de Elite“ und „Tropa de Elite 2″ sehr anschaulich und dokumentarisch vermittelt.
Von Brasilianern ist seit langem zu hören, daß über eine mögliche Drogen-Freigabe nicht mehr diskutiert werden müsse – die gebe es de facto doch längst.
Vor allem Brasiliens katholische Kirche hat immer wieder auf die gravierenden sozialen Folgen dieser Situation hingewiesen – und wird daher von interessierter Seite entsprechend bekämpft. Daß Geistliche von Drogenbanditen verfolgt, bedroht, liquidiert werden, gehört zum Alltag des Landes.

Mega-Kulturevent „Virada Cultural“ 2012 in Sao Paulo und offene Crack-Szene – gleich neben den Bühnen.

Brasilianische Virada-Teilnehmer kommentierten erstaunt, perplex, daß ungezählte Polizeipatrouillen direkt an den Stellen massenhaften Verkaufs und Konsums von Crack vorbeiliefen, ohne einzugreifen. Laut Presseberichten wurden City-Straßen in der Nacht der Virada Cultural von der Masse der Cracksüchtigen regelrecht blockiert, reagierten Konzertbesucher mit Erschrecken und Entsetzen, machten sich davon. Offiziell existiert angesichts der landesweiten Crack-Epidemie ein Anti-Crack-Programm der Rousseff-Regierung.
Fernando William, Mediziner und Chef der Sozialbehörde Rio de Janeiros, hat die verheerenden Auswirkungen von Crack auf Kinder und Jugendliche benannt. Das organisierte Verbrechen, welches auch das Drogengeschäft beherrsche, habe bei Crack bereits Achtjährige als Kunden und beute diese – Mädchen und Jungen – im Geschäftszweig Kinderprostitution aus. William sprach von “Zuständen der Barbarei”. Es existierten zudem 12-jährige Aids-infizierte Mädchen, die jegliche Behandlung ablehnten – außerdem 16-jährige Crack-süchtige Mütter, die schon dem zweijährigen Sohn Crack gäben. ” Da Crack-Konsumenten gewöhnlich viele Tage ohne Essen und Schlafen verbringen, magern sie erschreckend ab.” Kinder, die früher Leim schnüffelten, nähmen angesichts des niedrigen Preises heute Crack. “O Crack invadiu a cidade.” “Wenn diese Kinder nicht behandelt werden, sterben sie gewöhnlich nach höchstens zwei Jahren.” Es gebe Berichte, wonach man tote Kinder verschwinden lasse, um den Ruf der Crack-Verkaufspunkte nicht zu gefährden.
Brasiliens Crack-Epidemie zählt zu den folgenreichsten Resultaten der Lula-Rousseff-Regierungszeit. Auffällig ist, daß besonders die einfachen Menschen des Landes, ob in Dörfern des Hinterlands oder in großen Städten, bei Gesprächen fast sofort auf die gewachsene Sozialstrukturen zerstörende Wirkung der Crack-Epidemie hinweisen.

http://www.marcelofreixo50.com.br/arquivos/multimidia/Freixo-Caetano-Bounce.mp3
Die Partei PSOL wurde 2004 von früheren Mitgliedern der Arbeiterpartei Lulas gegründet, die diese aus Unzufriedenheit mit der völligen Abweichung vom offiziell propagierten Kurs verlassen hatten.


Ausriß, Qualitätszeitung Folha de Sao Paulo. “Jetzt verkauft Lula seine Seele dem Teufel wegen Maluf.”
Padre Haroldo(PSOL) und Libyen – Brasiliens Andersdenker: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/31/brasiliens-andersdenker-und-die-libyen-intervention-katholischer-befreiungstheologischer-priester-haroldo-coelho-mit-protest-in-fusballstadion-von-fortaleza-kadafi-martyrer/

Ausriß, Rio-Lokalzeitung, Scheiterhaufen-Opfer, 7.11.2012. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/
Marcelo Freixo und ThyssenKrupp: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/25/marcelo-freixo-deutschland-und-die-paramilitarischen-milizen-brasiliens-thyssenkrupp-baustelle-bei-rio-de-janeiro-sandra-quintela/
ThyssenKrupp – Desaster in der WM-und Olympia-Stadt Rio de Janeiro: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/03/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-mit-dem-fus-im-schlamm-brasiliens-fuhrende-wirtschaftszeitschrift-exame-macht-sich-mit-atzender-ironie-uber-die-hochbezahlten-top-entscheider-des-konzerns/
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1375344/
„Bündnis 90/Die Grünen halten Biosprit und Biomasse trotz allen bestehenden Verbesserungsbedarfs für dringend nötige Technologien, um unabhängiger von Erdöl, Kohle und Uran zu werden. „
Forderungen von Umweltverbänden nach einem generellen Stopp von Biosprit wies die Grünen-Politikerin zurück. Solange die Energieversorgung noch am Öl hänge, sei dieser alternative Rohstoff sinnvoll. „Falsch ist die Politik der Bundesregierung, nicht Biosprit an sich“, sagte Höhn. (Süddeutsche Zeitung)
Jürgen Trittin: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/23/jurgen-trittin-und-der-biosprit-rede-im-wortlaut/
Tags: , , „Biokraftstoff“, Alagoas, Dioxin, Penedo, Sklavenarbeit, Zuckerproduktion, Zuckerrohr
Wie wäre das nahe Berlin, Wien, Zürich? Die riesigen, bis zum Horizont reichenden Zuckerrohr-Monokulturen des brasilianischen Nordostens werden je nach Bedarfslage der nächsten Zucker-und Ethanolfabriken abschnittsweise gewöhnlich in den Abend-und Nachtstunden abgefackelt – der Feuerschein brennender Blätter ist dutzende Kilometer weit zu sehen, der Gluthauch über mehrere Kilometer zu spüren. Auto-und Motorradfahrer berichteten im Website-Interview, wie ihnen Giftqualm und Hitze auf den vorbeiführenden Straßen die Sicht und den Atem nehmen, das Unfallrisiko stark erhöhen. “Nach so einer Brandnacht liegt auf Möbeln und anderen Gegenständen im Haus eine dichte Ascheschicht, stinken die Sachen nach Rauch – doch wir können nichts machen – die Zuckerrohrbarone sind hier die Herrscher”, sagte wütend ein Fischer am Rio Sao Francisco.
70 Prozent des europäischen Import-Ethanols stammen laut Statistik aus Brasilien.
Hunger in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/04/brasiliens-hungerproblem-hungernde-essen-vergorenen-abfall-matsch-aus-mulltuten-an-der-strase/
“Wer nicht täuschen kann, soll nicht Politiker werden.” Konrad Adenauer, zitiert nach Weimarer Taschenbuchverlag.
http://www.meiahora.ig.com.br/noticias/bope-deita-4-no-morro-do-dende_6118.html
Marcelo Freixo, Caetano Veloso, Frei Betto: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/22/brasilien-burgermeisterwahlen-in-rio-de-janeiro-im-oktober-caetano-veloso-singt-fur-den-psol-kandidaten-marcelo-freixoder-aus-tropa-de-elite-2/
Gewaltkultur – Langtext: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-die-alltagliche-kriminalitat-verschont-auch-die-reichsten-nicht-2001/
Ausriß O Globo. Laut heutigen gängigen mitteleuropäischen Kriterien sind solche Banditenpatrouillen offenbar ein Beleg für höhere Sicherheit in der Olympia-Stadt.
“Terror-Rap statt Samba” http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/terror-rap-statt-samba/763272.html
Tags: , neoliberaler Zeitgeist und IOC, Olympia-Stadt Rio de Janeiro und Waffen-Rap
Die politisch Verantwortlichen von Sao Paulo und Brasilia haben trotz der für die Bewohner stetig zunehmenden Gesundheitsrisiken bisher auf wirksame Gegenmaßnahmen verzichtet – die Verkehrsdichte wird weiter erhöht, ebenso die Dichte des Betonmeers durch zahlreiche neue Blocks und Wohntürme, bei abnehmender Grünfläche. Gemäß heutigen Kriterien erhält Brasilia daher für seine Sozialpolitik aus Ländern Mitteleuropas sehr viel Lob.
Apathie und Passivität der Stadtbevölkerung Sao Paulos angesichts der Lage sprechen Bände.

Ausriß, Qualitätszeitung Folha de Sao Paulo. “Jetzt verkauft Lula seine Seele dem Teufel wegen Maluf.”
http://www.hart-brasilientexte.de/tag/abgas-giftluft-automulti-forderung-in-brasilien/
Laut neuen Studien liegt Sao Paulo in der Welt-Städte-Statistik für Lebensqualität nur auf dem 92. Platz, in der Statistik der teuersten Städte indessen auf Platz 12.
Dr. Ubiratan de Paula Santos betreibt neben der Klinikarbeit ständig Forschungsprojekte und hat festgestellt, wie der giftige Dauersmog sogar die Fruchtbarkeit und die Sexualität der Stadtbewohner beeinträchtigt: ”Die Luftvergiftung bewirkt auch genetische Veränderungen – so werden die Reproduktionszellen des Mannes regelrecht attackiert, in Sao Paulo deshalb mehr Mädchen als Jungen geboren.” Zigarrettenrauch assoziiere man mit Impotenz – die chemischen Bestandteile einer Zigarette und der Atemluft seien ähnlich. Da die giftige Luft den gesamten Organismus und auch die Psyche beeinträchtige, Depressionen auslöse, sei natürlich selbst die Sexualität betroffen.Der Herzspezialist wirkt resigniert, hat nur wenig Hoffnung, daß von den verantwortlichen Politikern Sao Paulos längst überfällige Schritte für eine gesunde Umwelt unternommen werden. „Wir haben es hier offenbar mit einer Gesellschaft zu tun, die Selbstmord begehen will.“
Tags: Berlin, Grünfläche in Sao Paulo, München
Wie es hieß, fehlen in der City und an der Slumperipherie am meisten Grünflächen, gibt es zahlreiche Viertel mit weniger als einem Quadratmeter pro Einwohner. Indessen wird Brasiliens größte und wichtigste Stadt durch Neubauten weiter zügig verdichtet, nehmen dadurch die Grünflächen weiter ab, die Luftvergiftung zu. Den politisch verantwortlichen Autoritäten sind die internationalen Vergleichsdaten bestens bekannt, auch die UNO-Mindestanforderungen.
„Das ist nicht normal“: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/16/das-ist-nicht-normal-neue-website-uber-lateinamerikas-fuhrende-megacity-sao-paulo-umweltvergiftung-stadtzerstorung-absurditaten/
Der indische Dirigent Zubin Mehta äußerte sich im August 2012 in Rio gegenüber der Landespresse nicht zu den gravierenden Menschenrechtsverletzungen im Lande sowie in der Zuckerhutstadt, weist indessen lobend auf ein „brasilianisches Wirtschaftswunder“. „Die ganze Welt spricht darüber“. Nach Venezuela reise er nicht, weil er gegen Diktaturen sei. Auf der UNO-Statistik für soziale Gleichheit in Lateinamerika steht Venezuela auf dem Spitzenplatz, gefolgt von Uruguay .
Centro Santo Dias de Direitos Humanos da Arquidiocese de São Paulo
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1375344/
Willy Brandt und sein Diktatur-Amtskollege José Magalhaes Pinto: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/
Trittin-Rede zu „Biosprit“: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/23/jurgen-trittin-und-der-biosprit-rede-im-wortlaut/
Tags: , Grüne, Industrieinteressen, Industrielobbyist Trittin, Neoliberalismus, Umweltschutz
“Ganz wie ein Industrielobbyist argumentiert hingegen der frühere grüne
Umweltminister Jürgen Trittin, der seine politische Karriere einst bei der
Anti-Atom-Bewegung begonnen hatte. Er versucht in der umweltbewegten
Zeitschrift politische ökologie die Bedenken gegen die
“Biotreibstoffproduktion” in Ländern des Südens klein zu reden: sie könne
“neue Einkommensmöglichkeiten schaffen” und so “volle Tanks und volle Mägen”
ermöglichen.
Mit stärkerer Mechanisierung des Anbaus lasse sich die
“Energieausbeute noch weiter steigern”, Ziel ist schließlich, die
“individuelle Mobilität der Weltbevölkerung” weiter zu gewährleisten.
Mögliche ökologische und soziale Probleme ließen sich durch den “Königsweg
Zertifizierung” in den Griff bekommen.”
Aus Zeitschrift iz3w, Freiburg
“Wenn Umweltschützer den Umweltschutz sabotieren – die meisten NGOs haben ihre Seele verloren”:
“Die meisten NGOs haben ihre Seele verloren, den Geist ihrer Gründer, die die Natur liebten. Heute sind diese Umweltorganisationen vergiftet mit städtisch geprägten Ökonomen, Soziologen, Anthropologen, denen der emotionale Bezug zur Natur fehlt. Und wenn es in den NGOs Leute gibt, die sich mit der Sache nicht identifizieren, öffnet sich der Weg für Korruption, schützt man Umweltanliegen vor, um persönliche Interessen zu bedienen.
In Brasilien kommt als großes Problem hinzu, dass die Zahl der wirklich aktiven, eingeschriebenen Mitglieder stets nur bei einigen hundert bis einigen tausend liegt – in so einem Riesenland! Nur zu oft sind es Grüppchen, die viel Lärm machen, um Gelder zu erhalten. Die britische Vogelschutzvereinigung beispielsweise hat dagegen über eine Million feste Mitglieder.”
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1897202/
Jürgen Trittin und Bärbel Höhn waren 2007 in Brasilien, um sich u.a. über die Ethanolproduktion zu informieren. Jetzt hat Bärbel Höhn ihr Traktat „Bioenergien sind bio” veröffentlicht, dessen Argumentation in vielen Punkten jener der scharf neoliberalen Regierung von Staatschef Lula mit seiner sehr speziellen Sozial-, Umwelt-und Menschenrechtspolitik(Folter, moderne Scheiterhaufen, Slumdiktatur, Einkommenskontraste, Lepra, Urwaldvernichtung, Bildungskatastrophe, Analphabetismus etc.) gleicht. Was in der Argumentationskette von Lula fehlt, fehlt auch in der von Bärbel Höhn.
Anti-neoliberale Persönlichkeiten wie Frei Betto („Bio-Treibstoff ist Todes-Sprit”), hunderte Umweltgruppen ganz Lateinamerikas(„Menschen ernähren, nicht Autos”) liefern beinahe täglich neue Fakten, Berichte, Positionen und Studien, die den Höhn-und Lula-Traktaten widersprechen. „Wir brauchen aber auch die Biokraftstoffe, das sagen uns alle wissenschaftlichen Studien”, meint Bärbel Höhn. Sind es tatsächlich „alle” “ oder gibt es Studien, die just das Gegenteil beweisen?
Frei Betto nennt die Herstellung von Agrotreibstoffen angesichts des Hungers in der Welt unverantwortlich und unmenschlich – nicht wenige Studien belegen dies klipp und klar.
Bärbel Höhn sieht es so: Das andere große Konfliktthema “ „volle Tanks” oder „volle Teller” “ existiere aber nur bedingt und werde erst mittel-und langfristig relevant. Man muß Bärbel Höhn für diese Klarstellung dankbar sein, um die Grünen im politischen Spektrum präziser einordnen zu können. Schließlich handelt es sich um die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei, zuständig für Umwelt, Energie, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Tierschutz, Bauen und Verkehr.
„Zuckerrohr verdrängt Urwald, Raps den Weizen – der Anbau pflanzlicher Energieträger kommt in Verruf. Doch statt ihn zu verdammen, muß er ökologisch gestaltet werden.” Als die Grünen noch den Bundesumweltminister stellten, ließ sich detailliert beobachten, was sie unter „ökologischer Gestaltung” in diesem Gesellschaftssystem verstehen. Artenvernichtung wurde forciert, Landschaft zerstört und versiegelt, Ressourcenverschwendung auf die Spitze getrieben, der Individualverkehr auf Kosten umweltfreundlicher Transportformen nach Kräften gefördert.

Ausriß. Wie Falschgeld vor Naturschützer-Ständen.
“Wer nicht täuschen kann, soll nicht Politiker werden.” Konrad Adenauer, zitiert nach Weimarer Taschenbuchverlag.
Tags: E 10, Entwicklungsminister Dirk Niebel, Frei Betto
Uraltbekannt: „Die Beimischungspflicht, die die rot-grüne Regierung eingeführt hatte, führt dazu, dass Menschen zu wenig Nahrung haben. Deshalb sollte man E 10 jetzt aussetzen.”
”Biosprit” galt in Brasilien stets als sehr schädlich für den Klimawandel – u.a. die katholische Kirche hat von Anfang an auf die verheerenden Folgen verwiesen.
Blumenau/Sachsen.