Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

Brasilien: Ein Stadtguerrilheiro, Todesschwadronen und Pistoleiros - die alltägliche Kriminalität verschont auch die Reichsten nicht. Langtext(2001) Scheiterhaufen-Rap aus Rio de Janeiro. Guido Westerwelle im Tropenland.

 Auf die Dachterrasse des Othon-Palace Hotels von Copacabana hinaufzufahren, ist in Rio mindestens so ein Muß wie der Zuckerhut und die Christusstatue.

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Finde ich jedenfalls. Wer mich aus Europa besucht, kommt nur  skeptisch bis widerwillig in die Bettenburg  mit, ist dann aber  sofort begeistert, genießt die spektakuläre Aussicht, dazu an der offenen Bar Caipirinhas, Cafezinhos. Von hier oben stimmen die Klischees und die Postkartensichten, erscheint das da unten tatsächlich als Traumstadt. Klarblauer Himmel, eine wundervolle Naturkulisse, auf der Avenida Atlantica Gewimmel; am kilometerlangen Strand, in den Meereswogen  verlustieren sich so viele auffällig schöne Menschen, sinnliche Frauen auf köstlichste Weise. Kein Wunder, daß die internationale Tourismusbranche ihre Kongresse, Schulungen von Reiseagenten gerne in diesem Hotel abhält. Als über dreihundert europäische Fachleute tagen, gehe ich hin, höre mir Vorträge an. Rio de Janeiro habe zu Unrecht dieses Gewalt-Image, erläutert am Mikrophon ein deutscher  Fremdenverkehrsexperte, durch eine professionell gemachte PR-Kampagne, die natürlich nicht ganz billig sei, ließe sich das problemlos ändern, könne man mehr Rio-Reisen verkaufen. In der Kaffeepause komme ich im schicken Foyer mit Fachleuten ins Gespräch, stelle mich als Journalist vor, werde sofort attackiert. Ärgerlich, wieviele erfundene Horrorgeschichten aus purem Sensationalismus über Rio gedruckt würden, wirklich, miesester Journalismus. Die Zuckerhutstadt sei doch nicht gefährlicher als San Francisco, Florida oder Hamburg. Kein Problem, hochprivilegierte Deutsche, Schweizer, Österreicher zu treffen, die seit Jahren in Rio leben und dasselbe behaupten. ”In den Tagen hier habe ich weniger Angst als abends am Frankfurter Hauptbahnhof -  da ist es gefährlich”, redet eine Reiseagenturleiterin auf mich ein. Abends ist sie mit den anderen beim fürstlichen Bankett im Palast des Gouverneurs oder in Sambashows der famosen  heißen Mulattinnen, tagsüber  gibts die Vorträge oder werden in klimatisierten Bussen einige Rio-Highlights abgeklappert. Die Autoritäten lassen  stolz verbreiten, daß einhundertfünfzig auf Stadtkosten eingeladene USA-Journalisten  bisher bereits siebzig positive Rio-Reportagen veröffentlicht hätten. Medienprodukte sind zu häufig nur eine Ware, nichts weiter, immer mehr Menschen begreifen es. „Was haben Globalisierung und Kommunikationsgesellschaft denn eigentlich gebracht”, philosophiert mein Kollege von  der „Neuen Zürcher Zeitung”. „Brasilien ist im Grunde heute weiter weg von Europa als zuvor -  man weiß und übermittelt von dem Land immer weniger.”  Dabei ist gerade das Othon-Palace-Hotel ein guter Ausgangspunkt, um der Erscheinungsebene, Rios Oberfläche zu entfliehen. Ich sitze oben auf der Terrasse, schaue auf den Atlantik, denke an den Satz der Reiseagenturleiterin. Heilige Einfalt.  Wie wäre das in Wien, Frankfurt, Berlin oder München? Über die Hälfte der Einwohner wird bisher  mindestens einmal von Bewaffneten überfallen und beraubt, etwa  jede Stunde ein Mord, alle paar Tage ein Blutbad. Auf dem Graben, an der Hauptwache,  am Ku-Damm, beim Viktualienmarkt in eine Schießerei zu geraten, im Laufschritt flüchten, gar  sich hinwerfen zu müssen  - nichts Außergewöhnliches. Und -  über ein Drittel der Kinder und Jugendlichen Wiens oder Berlins sahen bereits unfreiwillig  zu, wie Leute umgebracht wurden, sahen Geköpfte, Zerstückelte, lebendig Verbrannte.

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Scheiterhaufen “microondas” in Rio de Janeiro - laut Lokalzeitung. http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/05/scheiterhaufen-in-sao-paulo-mindestens-15-menschen-in-der-megacity-seit-jahresbeginn-lebendig-verbrannt-laut-landesmedien-fogo-para-matar-rivais/

Fotodokumentation: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

 Geier, Schweine fressen Leichen auf.  In jeder fünften Familie mindestens ein Mordopfer. Deutsche, österreichische Politiker müssen Einweihungen  abbrechen, sich zu Boden werfen , weil sie mit ihrem Troß unter Feuer gerieten, Wahlkämpfer können sich in Problembezirken nur blicken lassen, wenn die dort herrschenden Verbrechersyndikate ihr Okay geben . Jedes Mehrfamilienhaus hat zur Sicherheit natürlich teils bewaffnete Pförtner , rund um die Uhr passen sie hinter  zwei bis vier Meter hohen Stahlgitterzäunen auf  wie die Schießhunde -  nur sie haben die Schlüssel für die Hauptpforte, entscheiden, ob jemand reindarf oder nicht.  Kinder spielen gelegentlich  mit abgehackten Köpfen Fußball, und regelmäßig werfen Kriminelle aus Hochhäusern Mißliebige, die unten auf Asphalt oder Beton zerschellen. Man ist häufig rein zufällig vor der Polizei am Tatort, selbst den Boulevardzeitungen sind solche Verbrechensfälle schon keine Zeile mehr wert. All dies gilt für Rio de Janeiro. Dennoch streiten drittweltbewegte, alternative Journalisten regelmäßig in Szeneblättern ab, daß der Alltag in Millionenstädten wie Rio oder Sao Paulo dermaßen von Gewalt geprägt ist, hübsch politisch korrekt möchte man es haben und sich auf keinen Fall von gewissen sozialromantischen Vorstellungen oder gar Urlaubserinnerungen trennen.  Ich trinke auf der Othon-Terrasse den Espresso aus, fahre mit dem Elevador hinunter, schließe mein Fahrrad am Hurencafe „Meia Pacata” vom Avenida-Lichtmast, trete in die Pedale. Es ist nachmittags gegen drei an der Copacabana, dem dichtestbesiedelten Viertel Rios, in der Rua Gastao Baiana sehe ich, wie jemand aus über einhundert Metern Höhe aufs Pflaster hinuntergeworfen wird.  Obendrüber klebt der Hangslum Pavao-Pavaozinho an Felsen, Hochburg eines Gangstersyndikats. Die Leute in den Appartementhäusern der Mittelschicht unten sagen mir, das komme öfters vor, manchmal werde die Person so weit hinausgeschleudert, daß sie in irgendeinem Balkon, zwischen den Pflanzen und Blumen aufpralle. Aber tot sei sie dann  immer.

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Ausriß.

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Mein Othon-Palace-Hotel steht dort gleich um die Ecke, wer gerade oben auf der Dachterrasse sitzt, oder auf einem dem Hangslum zugewandten Balkon, würde die fallenden Körper ebenfalls problemlos sehen. Aber mit der Wahrnehmung ist das so eine Sache, es heißt ja, man sieht nur, was man weiß. Keine Zeitung Rios widmet dem Verbrechen, dessen Zeuge ich bin, auch nur eine Zeile. Als Gangster ins Avenida-Reisebüro eines Europäers eindringen, ohne Vorwarnung mit Maschinenpistolen vier, fünf Angestellte erschießen, mit der Kasse und anderem Brauchbaren abhauen, schafft er es, daß kein Medium darüber berichtet, sicherlich eine Großtat für Rios Image.Ein deutscher Korrespondent will mich überzeugen, daß Rios Ilha do Gouvernador, die Gouverneursinsel mit dem Airport, sehr schön und vor allem sicher sei, am selben Tag stirbt dort ein Mädchen in der Warteschlange vor einem Hospital, getroffen von einer verirrten Kugel, Normalität in Rio; Balas Perdidas töten Babies in der Wiege, spielende Kinder, Strand-, Rockkonzert-und Zirkusbesucher, Bus-und Zugpassagiere, Leute im Schlaf, Häftlinge im Knast. Und wie  wäre das in Wien oder Berlin? Frühmorgens schließt die Betreuerin die Kindergartenpforte auf, sieht zu spät, daß auf dem Spielplatz ein von Kriminellen abgeschlagener Männerkopf liegt, die Kinder rennen sofort hin, die Betreuerin ist schockiert, was tun, die Kinder wegscheuchen, den Kopf schnell in eine Mülltonne werfen? Sie steht nur da wie gelähmt, brauchte danach im Grunde  wie die Kinder einen Psychologen. Der  eigentlich ungeheuerliche Vorgang regt in Rio  niemanden in den Sozialbehörden auf, keine Zeile davon in den Medien. Es gibt Schlimmeres, jeden Tag. Ich wohne im  ziemlich heruntergekommenen,  einst vielbesungenen Stadtteil Lapa der Bohemiens, Strich-Transvestiten und Schwulen, der Cabarets, Kirchen, Klöster  und Bordelle, in der schmalen Rua Taylor, Nachbarstraße des schweizerischen Konsulats, der Luxusresidenz des deutschen Generalkonsuls, Zentrum, Altstadt von Rio. Rufe ich bei irgendeinem Pizza-Service an, fragt man zuerst nach meiner Straße  und dann folgt die höfliche Entschuldigung, zu gefährlich für unsere Pizza-Boten, die würden in solchen Ecken Rios nicht nur beraubt, sondern sogar erschossen. Chico Buarque, Brasiliens bester Liedermacher, beklagt in seinem sehr politischen Samba „Huldigung an einen Gauner”, daß es in Lapa jene kleinen Strauchdiebe von früher, mit denen man klarkam, leider nicht mehr gibt. Der Musikus hat auch in Europa eine wachsende Fangemeinde,  wohnt in der Upperclass-Südzone Rios, hätte inzwischen drastischer texten können.  Innerhalb von nur zwölf Monaten werden an meinem Wohnblock im Umkreis von etwa dreihundert Metern  mindestens vierzehn Menschen erschossen, in einem geparkten Fiat liegt im Kofferraum eine zerhackte Leiche. Einen erwischts vorm Liebes-Motel „Ebony”, einen Bankräuber vor der kleinen Bradesco-Filiale.  Die Gründe, um jemanden ins Jenseits zu befördern, sind in Rio  immer häufiger ganz schrecklich banal. Ein sechzigjähriger Brotausträger hat, als er überfallen wird,  nur umgerechnet ein paar Groschen dabei; ärgerlich darüber, erschießen ihn die Straßenräuber. Hühnerdiebe knallen einen Vierzigjährigen  ab, weil er es wagte, die regelmäßigen Klauereien anzuzeigen. Die meisten der von Straftaten betroffenen Brasilianer gehen aus Angst vor Rache nie zur Polizei. Wortwechsel unter Biertrinkern an der offenen Straßenbar meinem Haus  gegenüber, schon fallen Schüsse. Ein  Mann, mit Spitznamen Bira, bricht von fünf Kugeln getroffen, direkt vor meiner Eingangspforte zusammen, sein Blut läuft die abschüssige Straße hinunter. Diesmal bringt eine Sex-und Crime-Tageszeitung davon  sogar  ein Großfoto. Ach ja, mein völlig unbeteiligter Nachbar Jarbas Barros kriegt einen bösen Beinschuß ab, die Täter flüchten im Wagen die Rua Taylor zum malerischen Bergstadtteil Santa Teresa hinauf, wo auch Ronald Biggs, der aus dem düsteren Wandsworth-Knast ausgebrochene berühmte Posträuber  sein hübsches Haus hat.  Als ich es wieder einmal unten knallen höre, ärgerte sich gerade jemand darüber, daß ein anderer am hellerlichten Tage einfach an den Strommast pinkelt. Diesen ärgert die Kritik, er zieht noch beim Pinkeln den Revolver, erschießt den Kritiker, geht seiner Wege, wird nie gefaßt. Logisch, die Polizei gibt ja selber zu, daß nur in etwa acht Prozent der Mordfälle der oder die Täter ermittelt werden - und das heißt noch nicht verhaftet, gar  vor Gericht gestellt, bestraft. Crime compensa, Verbrechen lohnt sich, sagt man in Rio. Ein Stück meine Straße hinauf trifft es den holländischen Touristen Jan Lendert an der Seite seiner Frau und seiner Tochter. Der Chirurg ist nicht bereit, einem Halbwüchsigen wie gefordert, die teure Kamera herauszurücken - und da erschießt der ihn, nur einhundertzwanzig Meter von der nächsten Polizeiwache entfernt,  eben sozusagen zur Strafe, geht ohne Kamera weg, keineswegs unüblich in Rio. Nur ein Stückchen weiter werden im Frühjahr 2000 zwei junge Künstler gefunden, in ihrem Haus an Stühle gefesselt, mit Kopfschüssen, alle Wertsachen geraubt. An die vierhundert  Schritte von meiner Wohnung entfernt ist das Kulturzentrum „Circo Voador” unter dem berühmten Aquädukt von Lapa, auch manchen Wienern, Berlinern wegen der  wundervollen, spritzigen Sambaschwoofs wohlbekannt. Der französische Tourist Marc Eglenne, 35, stoppt dort seinen Wagen, fragt einen Passanten nach dem Weg, gerät an den falschen: Der will ihm den Ring vom Zeigefinger ziehen, schafft es nicht, hackt deshalb mit einem einzigen Messerhieb den Finger ab, verschwindet mit Finger und Ring. Ich sehe an der Stelle zum erstenmal ein Killerkommando in Aktion, es knallt ein paarmal, jemand fällt auf den Asphalt, drei Männer mit Revolvern rennen weg. Die große Kaserne der Militärpolizei am Konservatorium ist nur zweihundert Meter entfernt. Gleich hinterm Kulturzentrum die Rua Mem de Sà hinauf ist das Gerichtsmedizinische Institut. Die Direktorin klagt, daß von zehn Leichen mindestens eine, meistens mehr,  von den Familienangehörigen nicht abgeholt wird, weil sie kein Geld für die Beerdigung haben. „Die nehmen sich den Totenschein, tauchen hier nie wieder auf, während ich auf den vielen Kadavern sitzenbleibe. Das zeigt auch, wie die wirtschaftliche Lage ist.” Dabei landet nur ein Bruchteil der Mordtoten in den Institutskühlschränken, der größere Rest  wird auf geheimen Friedhöfen verscharrt, verfault irgendwo. Beispielsweise ein paar Kilometer von meiner Wohnung entfernt, am Abhang neben der zur berühmten Christusstatue führenden Estrada das Paineiras von Santa Teresa. Einer aus meinem Haus wird dort erschossen, wie so viele andere hinunter ins Tropendickicht geworfen. An einer Stelle sieht die Polizei mal  nach, findet allein elf Skelette. Sage und schreibe fünfunddreißig Prozent der registrierten Mordopfer Rio de Janeiros, so Polizeioffizier Ivan Bastos, werden niemals identifiziert, enden daher in Massengräbern. Die  sumpfigen Inselchen in der Guanabarabucht  dienen den Banditenmilizen als Cemiterio clandestino - bei der Rückkehr von der hübschen Insel Paqueta in meine Altstadt  schippert mich das Touristenboot daran vorbei. Und jeder Müllfahrer Rios weiß es, in den Plastiksäcken, die er an der Slumperipherie in die bei vierzig Grad barbarisch stinkende Öffnung seines COMLURB-LKW hineinwirft, sind regelmäßig zerhackte Leichen, banalste, zynischste Art der Opferentsorgung. 

 zeitungsfotobando.jpg Titelseite - Sex & Crime in der Olympiastadt Rio de Janeiro.

In der Rua da Lapa steht ein leerer Bus, hält den Verkehr auf, Leute  an der Tür sehen sich drinnen, auf dem Bodenblech, die zwei gräßlich blutenden Leichen  an. Ein alter Mann aus meinem Haus ist im Bus, als die Schießerei losgeht:”Die beiden Schwarzen standen plötzlich auf, zogen Revolver, brüllten, daß das hier ein Überfall ist. Hinter mir hat einer sofort seine Knarre gezogen und auf die geballert, die wieder zurück. Der hinter mir hatte aber besseres Zielwasser getrunken, hat einfach klasse geschossen, ich hab mich unter die Bank verdrückt.” Bevor die Polizei kommt, ist der Schütze weg, wie immer, weiß angeblich  keiner, wie er aussah. An manchen Tagen gibts zwanzig, dreißig Busüberfälle.  Eines Nachts gehe ich mit meiner Frau die Rua Taylor zu unserem Wohnblock hoch, als vielleicht dreißig Meter entfernt Männer aus einem fahrenden Auto auf uns feuern,  klar, wir rennen wie die Besengten los. Und als  ich eines Abends  zu meinem Zeitungshändler in Botafogo radle, ist der grade überfallen worden. Paulo Cesar Pires, 29,  will fliehen, hechtet in ein Taxi, dort treffen ihn die tödlichen Schüsse, das ganze Taxi, die Polstersitze, alles voller Blut. Einmal muß ich eine Aufzeichnung mit einem deutschen Radiosender leider abrupt  unterbrechen, denn genau am Hang  unter meinem Balkon beginnt ein Schußwechsel, also werfe  ich mich sicherheitshalber neben dem Schreibtisch auf den Fußboden. Vielen Rio-Bewohnern passiert das. Einer ist so wütend, verzweifelt über die tagtäglichen Schießereien rivalisierender Banditengangs ganz nahe an seinem  wunderschön gelegenen Haus, daß er die Ballerei aufnimmt, teils live ins Internet stellt, ein paar Wochen lang kann man es anklicken.  Alle paar Tage werden in Rio schlafende Bettler angezündet, unten in der  famosen Rua da Lapa, wieder nur Schritte von meinem Haus entfernt,  übergießt vormittags eine gutgekleidete Frau einen Obdachlosen mit Brennspiritus, hält das Feuerzeug dran, verschwindet in der Menschenmenge, der Mann stirbt an seinen schweren Verbrennungen, auch in Sao Paulo kein Einzelfall. In derselben kurzen Straße wird jemand vor einer offenen Kneipe erschossen, Männer stehen mit Biergläsern in der Hand bei  vierzig Grad Hitze um den Toten herum, diskutieren den Fall. Am nächsten Morgen gehe ich zur Bäckerei, neben der einst Che Guevara eine Wohnung hatte, der Tote liegt immer noch da, die Polizei oder sonsteine Behörde haben es nicht geschafft, die blutige Leiche abzutransportieren. Aber das passiert ja auch mitten im Strandtrubel an der Copacabana, oder in Ipanema, richtig, da, wo das „Girl from Ipanema” komponiert wurde. Alle haben sich auf den Badenachmittag gefreut, liegen dicht an dicht, wie die Heringe. Da wird jemand erschossen, soll man deshalb seinen guten Strandplatz aufgeben? Man tut es nicht, über den Toten wird eine schwarze Müll-Plastikplane gedeckt  und fertig. Ich schreibe im Avenida-Café an der Ecke zur Rua Santa Clara, unweit des Othon-Palace-Hotels, an einem Text, als Schüsse fallen. Die tödlichen Kugeln treffen das Opfer  im Sitzen beim Bier, an einem dieser hübschen Strandkioske, die Leute drumherum werfen sich auf  Asphalt und Steinpflaster, die Täter sausen mit dem Motorrad davon, werden nie ermittelt. Für die Bewohner der Rua Santa Clara wird es wieder ein „Dia infernal”, weil sich rivalisierende Verbrechermilizen die Nacht durch Schießereien liefern. An der unglaublich belebten Kreuzung Rua Barata Ribeiro/Rua Siqueira Campos bricht der Schußwechsel  am frühen Nachmittag los, nicht nur ein Gangster, sondern auch  zwei achtzigjährige Frauen werden verwundet. „Mais um dia de faroeste”, wieder ein Tag wie im Wilden Westen, sagt jemand. An der Ecke  knallts keineswegs  das erste Mal, in Ipanema nebenan kampieren regelmäßig die Familien der Hangslums sogar tagelang unten bei den Gutbetuchten an den Boutiquen und den teuren Freßkneipen, solange oben die Gangster-Mpis rattern.  Immer wieder  trifft es Deutsche wie den beliebten Restaurantbesitzer Edmund Hertlein aus Bayern oder jenen Marathon-Leichtathleten, Italiener, Franzosen, Argentinier - dann sagen der Bürgermeister, der Gouverneur von Rio jedesmal  bedauernd, doch unübertroffen zynisch, Gewalt sei leider heutzutage ein weltweites Problem - soetwas könne einem Touristen eben auch in jeder anderen Großstadt der Erde passieren. Also auch in Wien oder  Berlin zum Beispiel, die dortige  Boulevardpresse erweckt diesen Eindruck.  Nur - eben kein Vergleich mit Lateinamerikas reichster Stadt Sao Paulo, oder Rio de Janeiro, da werde ich neunmal überfallen. 1999 ermittelt eine repräsentative Meinungsumfrage, was die rund 160 Millionen Brasilianer am meisten fürchten. Violencia, Gewalt, sagen achtundsechzig Prozent. Arbeitslosigkeit, immerhin um ein Mehrfaches höher als in Deutschland oder Österreich, und nicht durch finanzielle Hilfen abgefedert, kommt erst an zweiter Stelle, mit einundvierzig Prozent.  Eine Bekannte hat ihr Kleinkind im Auto auf dem Hintersitz - als sie an der Copacabana bei Rot halten muß, nähert sich eine Horde verwahrloster Kinder dem Wagen, sie wird beraubt, ihrem Kind wird die Kehle durchgeschnitten, es stirbt noch am Tatort, die Horde rennt weg. In Wien würde man Monate davon reden, in Rio steht kein Satz darüber  in der Zeitung.  Ein Bekannter muß erleben, wie Gangster sein Haus überfallen, seine Frau, seine Tochter vor seinen Augen extrem sadistisch und brutal vergewaltigen. Tage darauf trifft er die Täter  in seiner Straße wieder, sie lachen ihm frech ins Gesicht, sind zu allem Unglück auch noch Freunde des lokalen Distriktpolizisten. Psychisch hält er das immer neue Zusammentreffen mit den Gangstern, die Unmöglichkeit, sie hinter Gitter zu bringen, nicht lange aus. Er tut schließlich, was auch andere in seiner Situation fertigbringen. Berufskillern, Pistoleiros, in fast ganz Brasilien unschwer zu ordern, gibt er umgerechnet einhundert Mark -  dafür  liquidieren sie die Räuber und Vergewaltiger. Unangenehme, gar juristische Folgen für ihn - absolut keine. Meinen Lieblingskellner  Pedro aus Lapa treffe ich eines Tages in einer Szenekneipe für Intellektuelle, progressive Künstler, Studenten und Alternative des Betuchten-Viertels Leblon. Pedro ist an den Stadtrand nach Nova Iguacu gezogen, schwärmt von seinem Viertel:”Da herrscht Ordnung - das ist nicht wie in Lapa.  Wer was macht, klaut oder so, wird sofort umgelegt und in ein kleines Tal geschmissen. Jeder weiß das und hält sich dran - wir alle leben deshalb in Frieden.”

Willy Brandt und sein Diktatur-Amtskollege José Magalhaes Pinto:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/

Reinaldo Guarany, während der Folterdiktatur der Generäle ein besonders couragierter Widerstandskämpfer, Stadtguerrilheiro Rio de Janeiros, will nach dem Übergang zur Scheindemokratie seine Ruhe haben, kauft oben im Bergstadtteil Santa Teresa ein schlichtes Häuschen. Wir sitzen auf der kleinen Terrasse, trinken einen Cafezinho - Guarany ist zunächst wortkarg, was seine Biographie betrifft, zeigt mir lieber  die Dutzenden eigener origineller  Aquarelle und Ölbilder, die er zunehmend erfolgreicher ausstellt, verkauft. Doch dann höre ich doch noch  Details. Dieser kleine, eher zierlich gebaute Mann, heute Romanschreiber, Ghostwriter für Politiker, Übersetzer, Fachbuchautor, Betriebswirt, Rechtsexperte und auch noch Kunstmaler, hantierte einst  perfekt mit Maschinenpistolen. 1970, mitten in der härtesten, schwärzesten Diktaturphase, richtet er eine in meiner Nachbarstraße auf die Bewachertruppe des deutschen Botschafters Ehrenfried von Holleben, setzt sie mit einigen Feuerstößen außer Gefecht, reißt den verdatterten Diplomaten aus der Luxuskarosse, packt ihn mit Hilfe eines Companheiro in eine nach Chlorophorm duftende Holzkiste. Die Entführung gelingt, von Holleben kommt erst frei, nachdem vierzig Diktaturgegner aus den Verließen geholt und nach Algerien ausgeflogen worden sind. Die Resistencia unterteilt damals in geheime Kader , die nur nachts oder im Kofferraum das Haus verlassen können - und in solche wie Reinaldo Guarany, einen Quadro legal, der sich offen bewegen kann, nach dem niemand fahndet. Er studiert an der Uni Psychologie, malt wunderschöne Bilder und arbeitet im Apothekennetz seiner Familie, ist umgänglich zu Kunden, beliebt, kommt herum  - wechselt indessen häufig ganz plötzlich die Haut, agiert als gefürchteter, besonders kühner Bankräuber, leert mit der Mpi im Anschlag Tresore, beschafft damit viel Geld für den Widerstand. Unter der Folter verrät ihn ein Companheiro - die Geheimpolizei beschattet daraufhin Guarany durch Scharen falscher Eis-und Puffreisverkäufer. An der Copacabana, nicht weit vom Othon-Palace-Hotel, wird er schließlich überwältigt, ein Kolbenschlag kostet ihn die meisten Zähne. Jeder Rio-Tourist kommt an den Kais der Kriegsmarine vorbei, damals ein berüchtigtes Folterzentrum.”Ich wog nur vierundvierzig Kilo. Sie gaben mir nachts Elektroschocks, hängten mich kopfunter auf, drückten meinen Kopf unter Wasser - ich wurde ohnmächtig. Jemand gab mir eine Amphetaminspritze, aber nicht mal die weckte mich auf… Erst nach der zweiten Spritze, sechs Uhr früh, war ich erneut vernehmungsfähig, wurde wieder geschlagen - doch weil ich so schwach, so mager war, hauten sie nicht so hart zu wie bei den anderen Companheiros.” Guarany hätte wie so viele andere die Torturen kaum überlebt. Doch 1971 entführen Kameraden wieder in meiner Nachbarstraße den Schweizer Botschafter Giovanni Enrico Bucher, Guarany und neunundsechzig andere kommen frei, werden nach Chile ausgeflogen. Der Stadtguerrilheiro kämpft auch im Exil weiter, fälscht Hunderte von Pässen.”Mein Zimmer in Mexiko hatte deshalb den Beinamen Konsulat.” Er reist von dort mit falschem Paß auch nach Deutschland ein, studiert später in Bochum Betriebswirtschaft. Guaranys erste Frau erhält bei einer Guerilla-Aktion einen Kopfschuß, wird in Deutschland vom selben Arzt wie Rudi Dutschke operiert. Seine zweite Frau nimmt sich in Westberlin das Leben - laut Guarany wird ihm und sieben anderen Brasilianern am Tag darauf das zuvor verweigerte politische Asyl gewährt. Deutsche, belgische oder nordamerikanische Maschinenpistolen, die Guarany seinerzeit vom chilenischen Exil aus für die Guerilla in Argentinien, Uruguay und Brasilien importierte, faßt der inzwischen über Fünfzigjährige nicht mehr an, sieht sie indessen alle Tage, nur Schritte von seinem Häuschen, auf sich gerichtet. Ich sehe erst mal garnichts, hätte die Gegend wie jeder uninformierte Tourist für die friedlichste Ecke Rios halten können. Guarany geht mit mir zum Terrassengeländer, erklärt mir die Geographie. Einen Steinwurf den Hang hinauf, beginnt das pompöse Anwesen einer der reichsten Familien Brasiliens, die ein Bataillon von Hausbediensteten beschäftigt. Zum Empfang für Mick Jagger, der dort, wie es heißt, seinen Scheidungsgrund Luciana Gimenez  Morad kennenlernt und später schwängert, rauschen auch publicity-hungrige Musica-Popular-Stars wie  Caetano Veloso und Gilberto Gil durchs protzige Portal. Dann weist Guarany nach unten, gleich an der Terrasse beginnen Slums, die Favelas. Rivalisierende  Banditenmilizen liefern sich regelmäßig Gefechte, dann sind seine Tochter, seine Frau und er Gefangene im eigenen Haus, wäre der Espresso auf der Terrasse womöglich tödlich. Guarany übertreibt nicht - meine Schweizer Freundin wohnt ein Stück die Straße hinauf, leidet ebenfalls unter dem Horror, übernachtet notfalls mit den Kindern tageweise fern von Santa Teresa. Aber jetzt ist alles herrlich ruhig, doch eben nur Erscheinungsebene. „Kommt mit, ich zeig Dir was”, sagt Guarany, zieht mich zum Wagen. Wir fahren seine enge, eigentlich tropisch-pittoreske Straße hinunter - an der ersten Biegung blinkt bereits eine verchromte Mpi. In fünfzehn unsäglich langen Minuten, bis ein verkeilter LKW vor uns endlich weiterkommt, brauchte der nur mit Shorts bekleidete Zwölfjährige nur einmal durchzuziehen, und wir im Auto wären hinüber. Guarany wird nicht ein bißchen mulmig:”Noch vor zwei Jahren habe ich hier viele Jungs Murmeln spielen sehen, die mir heute mit Mpis begegnen - sie wurden Soldados des organisierten Verbrechens, prahlen damit herum, rühmen die Banditenchefs als ihre Helden.” Die Zeiten haben sich geändert - seit 1985 nennt sich Brasilien eine Democracia, Entführungen von Geldleuten, nicht mehr Diplomaten und Politikern, wurden in Rio so häufig, daß sich kaum noch jemand darüber aufregt und die Medien längst nicht mehr alle Fälle registrieren. Selbst Deutsche sind darunter, einmal sogar eine Unternehmerin. Das Neueste sind Sequestros relampagos, Blitzentführungen, die maximal ein paar Stunden dauern. Gangster greifen sich ein Schulkind auf dem Weg nach Hause, wollen von der per Handy informierten Mutter nur umgerechnet fünfzig, sechzig Mark. Oder eine Mittelschichtlerin ist dran: Der Gangster springt irgendwo zu ihr ins Auto, zwingt sie, mit der Scheckkarte an verschiedenen Geldautomaten der Stadt möglichst viel Geld abzuheben, oder gar Schecks einzulösen. Auch deshalb, und wegen der häufigen Überfälle an Kreuzungen braucht man ab zehn Uhr nachts nicht mehr bei Rot zu halten - ganz offiziell erlaubt.  Zudem stieg in  Rio der  illegale Besitz von Waffen enorm - über 700 000 Mpi, Gewehre und Revolver, dazu ungezählte schwere MG, ausländische Bazookas und Handgranaten sind unrechtmäßig in Privathand. „Wären wir damals nur fünfzehn Minuten bewaffnet in Santa Teresa auf der Straße geblieben”, so Guarany mit bitterem Humor, „hätten die sicher sogar ein Kriegsschiff hierher in die Berge geschickt.” Heute existiere eine „Komplizenschaft des Staates” mit dem organisierten Verbrechen. 1999 wird eine kuriose offizielle Statistik veröffentlicht: Die privaten Sicherheitsfirmen Rios verfügen über  18740 registrierte Waffen, doch exakt 13101 gingen die letzten Jahre in Banditenhand über, wurden den Wächtern entweder bei Überfällen abgenommen oder über korrupte Mitarbeiter aus den Firmen entwendet. In ganz Deutschland werden jährlich um die eintausend Menschen ermordet, man kann sich auf die Polizeistatistik verlassen. Allein im Großraum von Rio de Janeiro sind es dagegen über elftausend - und die Statistik ist, wie jeder weiß, geschönt, die Dunkelziffer ist hoch. Zum Deutschlandurlaub fliege ich gerne mit der russischen Aeroflot, kann so ein  paar interessante Tage in Moskau einlegen, erzähle später den Kollegen eines  deutschen Info-Radios, wie bewußt ich dort die Sicherheit, die mir in Rio fehlende Bewegungsfreiheit genieße. Die Kollegen waren nie in Rio, schwärmen aber von der Copacabana, halten mich für verrückt, freiwillig in diesem kreuzgefährlichen Moskau auszusteigen. Meine Vergleiche beeindrucken nicht: In Washington werden in dem betreffenden  Jahr neunundsechzig von jeweils einhunderttausend Einwohnern ermordet, in Rio gemäß den arg geschönten Zahlen neunundsiebzig, in Moskau  dagegen nur achtzehn. Der Moskau-Korrespondent des größten brasilianischen Nachrichtenmagazins, „Veja”, siehts wie ich, die Schießereien zwischen Gangsterbanden, schreibt er, fordern beispielsweise im ganzen Jahr 1997 dreiundfünfzig Opfer. „Das sind genauso viele wie an einem einzigen „heißen” Wochenende in Sao Paulo”. Schon 1990 weist der renommierte Kriminalexperte José Vilhena nach, daß in den fünfzig Jahren davor über 268000 Cariocas ermordet wurden, rund 91000 zwischen 1980 und 1990, annähernd  doppelt soviele wie der Blutzoll nordamerikanischer Soldaten in Vietnam. In den Neunzigern stieg die Mordrate noch einmal kräftig an. Affonso Romano de Sant `Anna, Schriftsteller und Poet aus Rio, wird auch auf Deutsch verlegt, ist gelegentlich in Europa, stellt bei der Rückkehr die brasilianische „Tagesschau” an, beschreibt im Jornal do Brasil seine Empfindungen:”Ein Horror. Gewalt und noch mehr Gewalt. Wäre ich Ausländer und hätte nach der Ankunft im Hotel den Fernseher angeschaltet, würde ich sofort die Rechnung bezahlen und für immer das Land verlassen.” Der Schöngeist hat sicher ARD-Brennpunkte gesehen, womöglich welche über den NATO-Krieg gegen Jugoslawien - um dann zuhause von den Medien vorgerechnet zu  bekommen, daß in der selben Zeit allein in der Baixada Fluminense, gewaltgeprägte Peripherieregion Rio de Janeiros, viel mehr Menschen getötet wurden. In anderen Konflikten wie dem Golfkrieg, die viele Europäer beunruhigten, in Spannung versetzten, winkte man am Zuckerhut nur ab, wies naive Ausländer auf die „Guerra urbana” von Rio oder Sao Paulo. Brasilien hätte alle paar Stunden Stoff für einen TV-Brennpunkt, wenn wieder mal Indios, Landlose oder Slumbewohner massakriert, ein Polizist, ein sechsjähriges Mädchen lebendig verbrannt werden, in Salvador da Bahia der soundsovielte Unschuldige von einer Menschenmasse gelyncht wird, womöglich vor laufenden Kameras. Die europäische World-Music-Szene liebt Bahia, verehrt die Trommlergruppe Olodum, ignoriert gewöhnlich, daß Salvador auch den Beinamen „Capital da Miseria e Barbarie” trägt. 1991 wird man unten, in den tonangebenden Metropolen Sao Paulo und Rio erstmals aufmerksam, als die Polizei in Brasiliens erster Hauptstadt  in nur vier Monaten dreiundfünfzig „Linchamentos” sogar offiziell registriert, weit mehr tatsächlich geschehen.  Bedrückend, aber auch bezeichnend, wie Brasiliens Eliten, die Liedermacher Chico Buarque heute kulturloser, ungebildeter als je zuvor nennt, jene Guerra urbana zu verdrängen suchen. Als die Ärztin Barbara Rolim, gebürtige Carioca, ihren Freunden der wohlhabenden Südzonenviertel mitteilt, ab sofort für „Ärzte ohne Grenzen” zu arbeiten, lobt man ihre Courage, ist neugierig, in welches Kriegs-oder Katastrophengebiet sie wohl gehen will, denkt an Afrika, den Balkan, Afghanistan. Und ist erstaunt, verblüfft, enttäuscht, als Barbara Rolim erläutert, hier, in Rio selber, doch fern der Nobel-und Touristenviertel, in den über achthundert Slums Gewaltopfer zu betreuen, mit weiteren sechsundzwanzig Ärzten und Sozialarbeitern aus Sophie Clayrfayts Team.  Im Slum Vigario Geral erschießen 1993 Militärpolizisten während eines Massakers einundzwanzig völlig unschuldige Bewohner, jenes Häuschen, in dem man eine ganze achtköpfige Familie auslöschte, wird zum „Casa da Paz”. Dort treffe ich den Schweizer Komponisten und Theatermann Walter Stephan Riedweg, der mit seinem brasilianischen Kollegen Mauricio Dias Slum-und Straßenkindern die Welt der Kunst, der New Public Art öffnet, dabei von Pro Helvetia, Caritas und Terre des Hommes unterstützt wird. Riedweg gerät mit den Kindern in Feuergefechte zwischen schwerbewaffneten Banditenmilizen und der Polizei, weiß nach einigen Monaten mehr über Rios komplexe Realität als viele Boys und Girls from Ipanema, mit den Sorbonne-und Harvard-Diplomen, gerät in die Rolle des Informationsträgers, hält für geradezu absurd, als Ausländer abgehobenen  Intellektuellen und Gutbetuchten erklären zu müssen, wie die Mehrheit der Armen, Verelendeten lebt. Zu denken, daß „die anderen” nicht zur Gesellschaft des unsichtbar geteilten Rio gehören, ist für ihn eine „kranke Sicht”.  „Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert “ probieren Sie es selbst”, locken ganzseitige Anzeigen deutsche und österreichische Touristen an Zuckerhut und Copacabana. Doch Bischof Mauro Morellis Diözese an der Peripherie ist auch Rio. Als direkt vor ihm auf der Straße ein Strich-Transvestit von einem Unbekannten mit zehn Pistolenschüssen liquidiert, ein weiterer schwer verwundet wird, geht der engagierte Kirchenmann erneut an die Öffentlichkeit:”Wir sind Gefangene der Gewalt in einem ungerechten, schlimmen Land. Ich bin es müde, an den Straßenrändern Leichen zu sehen, neben meiner Kirche Schüsse hallen zu hören.”  Rund dreitausend Kilometer die wunderschöne Atlantikküste mit ihren unzähligen paradiesischen Stränden  hinauf liegt der Nationalpark Lencois Maranhenses, des Landes einzige echte Wüste auf 1550 Quadratkilometern, spektakulär und einmalig auf dem Globus, lohnte allein schon eine Brasilienreise. Ich kann mich nicht sattsehen an den surrealistisch geformten  Wanderdünen, manche  bis zu dreißig Meter hoch. Alle aus feinstem weißen Sand, in ständiger Veränderung. Ein Vergnügen, dort barfuß zu gehen, stundenlang, den Sonnenuntergang zu erleben. Hin und wieder kleine bis mittlere flache, ganz wundervoll kristallklare Seen, in denen  Schildkröten schwimmen. Nach einer Weile habe ich den Bogen raus, fange einige mit der Hand. An einer einsamen Lehmhütte mit Palmstrohdach gibt mir  die dicke, freundliche Mammi zu verstehen, bitte nicht laut zu sprechen, macht Pssst, zeigt auf eine Hängematte im Innern. Dort schläft ihr Sohn, zu Tode erschöpft, gerade angekommen, mit sichtbaren Verwundungen, angetrocketem Blut. Hunderte Kilometer weiter, noch in diesem Teilstaate Maranhao annähernd von der Größe Deutschlands, war er Sklave auf einer Fazenda, konnte fliehen, die bewaffneten Aufseher verfolgten ihn vergeblich mit scharfen Hunden. 1888 war die Escravidao offiziell abgeschafft worden, ausgetilgt ist sie noch lange nicht. Als das offizielle Brasilien pompös den 500.Jahrestag seiner „Entdeckung” feiert, werden im Teilstaate Mato Grosso auf einer Farm wieder mal an die dreißig Sklavenarbeiter entdeckt.  Ort des Zugangs zum Nationalpark ist das kleine malerische Barreirinhas. Abends trotten Esel über die Wege, Einwohner stellen mir dort  einen bekannten Pistoleiro vor, ich muß ihm die Hand geben, bin noch recht  neu in Brasilien und deshalb sichtlich schockiert - die Leute lachen, keine Angst, Gringo, der killt nur in anderen Städten, nicht hier, in Barreiras ist er nur, um seine Familie zu besuchen. Wo er killt, schaue ich mir ein paar hundert Kilometer entfernt, in Imperatriz an. Die ländliche  Stadt am breiten Rio Tocantins, in deren Straßen rohes Fleisch auf Leinen zum Trocknen hängt wie Wäsche, hat in Brasilien auch den Beinamen „Hauptstadt der Pistoleiros”. Matadores do Aluguel, Mietkiller, findet man leicht. Als sie sogar noch am Busbahnhof in kleinen Gruppen standen, konnte man sich, wie eine Bewohnerin sagt, „den schönsten und verwegensten aussuchen”, um persönliche und politische Gegner, wirtschaftliche Konkurrenten oder auch heimliche Liebhaber des Ehepartners umbringen zu lassen - manche töteten bisher über einhundert, nach Preistabelle. Für einen Gewerkschafter wurden umgerechnet bis zu fünfhundert Mark verlangt, für einen sozial engagierten Pfarrer mehrere tausend, für einen Bischof, Richter oder Parlamentsabgeordneten bis zu dreißigtausend. Das Opfer muß nicht aus der Region sein, kann  in Rio, Sao Paulo oder irgendwo in Amazonien leben. Der angeheuerte Pistoleiro erhält ein Paßbild oder sonst ein Foto, die Hälfte des Kopfgeldes, macht sich notfalls sofort mit einem Fernbus auf den Weg, bekommt den Rest nach erledigtem Auftrag. Pistoleiros pflegen ihre „Pädagogik des Terrors” “ einer sammelte die abgeschnittenen Ohren von Erschossenen, achtzehn Kollegen vergewaltigten eine Dreizehnjährige und verbrannten sie danach lebendig. In Imperatriz wirkt Bischof Afonso Gregory, steht auf einer Todesliste, erhält Morddrohungen, wird zeitweise von Spezialpolizei geschützt, unweit der Wohnung wird sein Padre Josimo Tavares von einem Pistoleiro liquidiert. Gregory, Präsident von Caritas International, hat hier einen schweren Stand, ich bewundere seine innere Stärke, Schlichtheit, Ausstrahlung. Während der einundzwanzigjährigen Militärdiktatur, erklärt er mir, schanzten  die neofeudalen Agraroligarchien sich und ihren Günstlingen gesetzwidrig immense Territorien zu, ließen die dort lebenden Kleinbauern von Pistoleiros vertreiben. Hunderttausende flohen auch in die Slums von Imperatriz. Jetzt streitet Gregory an der Seite der auch von den österreichischen, deutschen Kirchen unterstützten Landlosenbewegung MST dafür, daß auch die Vertriebenen ungenutzten Großgrundbesitz erhalten. Deshalb hassen ihn die Latifundistas wie die Pest. Gregory zeigt auf den Platz vor seinem Haus “ dort werden Kundgebungen, Autokorsos gegen ihn veranstaltet, steht auf den Spruchbändern „Dom Gregory “ Engel des Bösen!” Sein Wirkungsfeld trägt Züge eines Politkrimis - bei seinen regelmäßigen Reisen zum Papst, nach Österreich und Deutschland spürt er, daß sich auch von den sogenannten Dritte-Welt-Experten und Uni-Soziologen kaum jemand vorstellen kann, wie der brasilianische Alltag wirklich aussieht. Zehn Jahre arbeitete er in den Slums der Zuckerhutstadt, kennt die empörende Indifferenz der Gutbetuchten, Privilegierten gegenüber der Misere. „Die Bessergestellten von Rio”, so seine Erfahrung, „sind den USA oder Europa viel näher als den Armen, nur zehn, zwanzig Meter nebenan in den Favelas.” Die beliebte Charter-Destination Recife, von Wasserarmen durchzogene Hauptstadt Pernambucos, ist touristisch interessanter denn je - endlich wurde die Altstadt am Hafen restauriert, vor dem endgültigen Verfall bewahrt, tanzt man nachts auf schönen Plätzen Samba, Bolero, Forró oder Salsa, amüsiert sich köstlich. Weiter hinten, an der Peripherie, schauen solange Pistoleiros nach neuen Opfern. Auf zweihundert Killer schätzt die Polizei 1996 ihre Zahl im Staate, schnappt selten jemanden, zumal, wie überall in Brasilien, Beamte selber zu den Matadores de Aluguel gehören. Die Sache mit den Pistoleiros, sagt der bekannte pernambucanische  Politiker und Großgrundbesitzer Ricardo Fiuza, liegt in der Seele des Nordostens. Wenn jemand meine Frau schlägt, töte ich ihn oder lasse ihn töten. Und schau her, ich halte mich für einen Zivilisierten, habe die ganze Welt bereist, bin belesen.” Das gilt für Kolngreßsenatoren genauso: Ein Gesetzentwurf von Saldanha Derzi wird  ohne sein Wissen verändert, also droht er vor der Presse:”Wenn ich herausbekomme, wer es war, gebe ich den Auftrag, ihn zu töten.”Sein Senatskollege Alexandre Costa hat Streit mit einem Kongreßabgeordneten, die Killerbranche wird sofort hellhörig:”An die zehn Pistoleiro-Vermittler haben bei mir angerufen, ihre Dienste zwecks Liquidierung des Deputado angeboten. Ich denke darüber nach.” Politische Morde “ normal in Brasilien.  Helinho, 21, ist angeklagt, fünfundsechzig Menschen liquidiert zu haben, sitzt 1998 im Knast von Recife. Sein Stadtteil Camaragibe protestiert lautstark, dort ist Helinho ein Held, hat den Spitznamen Pequeno Principe, kleiner Prinz. Man mag ihn, weil er das Viertel von jenen „säubert”, die jemanden töten, nur um dessen Tennisschuhe, Uhr oder Fahrrad zu rauben. Filmemacher Paulo Caldas dreht über Helinho einen Dokumentarstreifen:”Beeindruckend, wie wenig sich an der  Mentalität änderte, Recht mit den eigenen Händen durchzusetzen.” Recife-Polit-Rapper Garniza widmet Helinho einen Song, stellt bei einem Gespräch  im Knast verblüfft fest, daß ein Straßenräuber, der ihm nur noch die Unterhosen ließ, von dem Killer ins Jenseits befördert worden war. Blutfehden zwischen Nordost-Clans, wegen Bodenstreitigkeiten, politischen Rivalitäten, Verdacht des Ehebruchs  fordern weiterhin hunderte Opfer: Im Hinterland von Recife kommen die Goncalves bis Mitte der Neunziger  auf vierundvierzig Tote, die Benvindo auf vierzig, die Ferraz auf zweiundzwanzig, die Nogueira auf fünfzehn, die Novaes auf dreizehn.  Für den pittoresken, wenngleich archaischen Zuckerrohr-Teilstaat Alagoas gilt das gleiche Schema - als ich dort im wunderschönen Barockstädtchen Penedo direkt am breiten Rio Sao Francisco den Polizeichef interviewe, hat der ganz offen vor sich auf dem Schreibtisch jenen allseits bekannten speziellen Hebel für die Elektroschock-Folterapparatur. Nordost-Sitten gelten längst auch an der Peripherie von Sao Paulo - jede Woche mindestens ein Blutbad, angerichtet von Pistoleiros. Zuhause das Opfer zu erwischen, ist schwierig, besser an öffentlichen Plätzen, an einer Straßenbar. Die brutale Logik: Nur einem gelten die tödlichen Schüsse “ die anderen fünf, sechs oder mehr drumherum wären Zeugen der Tat, müssen deshalb ebenfalls sterben. In Rio de Janeiros Strandviertel Barra da Tijuca leben hellhäutige Knaben und Mädchen aus gutem Hause fast ständig hinter Gittern. Ausgefressen haben sie nichts, gehören indessen wie Hunderttausende anderer junger Brasilianer zur sogenannten Geracao Condominio, zur Kondominium-Generation. Das heißt, sie wohnen in weitläufigen Bilderbuch-Wohnanlagen der Mittel-und Oberschicht mit allem Drum und Dran. Appartementblocks, daneben Swimmingpools, Spiel-und Tennisplätze, Golfwiesen, etwas Park und vor allem Sicherheit im Übermaß.Denn der ganze Condominio ist von hohen Gitterstäben umgeben, wird von einer bewaffneten Spezialgarde überwacht “ ein Berufsstand, dreimal so kopfstark wie die brasilianischen Streitkräfte. Am stabilen Portal mit den TV-Kameras werden Ortsfremde gefilzt “ die Gutbetuchten lassen sich ihre Sicherheit jährlich nicht weniger als achtundzwanzig Milliarden Dollar kosten, schotten sich immer perfekter gegen Kriminelle und die rundum wachsende Misere ab. Fahrer bringen die Kinder morgens zur Privatschule, nachmittags zurück. In Barra da Tijuca, einer Miami-Kopie für Neureiche und Aufsteiger, kennen solche Kids von Rest-Rio weit weniger als Copacabana-Touristen, , sahen das berühmte Opernhaus, Klöster und Kirchen bestenfalls auf Prospektfotos. Michel Lind, neokonservativer Herausgeber der nordamerikanischen Zeitschrift „The New Republic”, hat diese seit Jahrzehnten existierenden Sozialstrukturen nicht nur in Rio, sondern auch in Sao Paulo mit seinen weit über tausend österreichischen und deutschen Multi-Filialen ausgiebig studiert. Im neuesten Buch „The Next American Nation” richtet er deshalb eine ernste Warnung an seine Landsleute:”Wir befinden uns in einem besorgniserregenden Prozeß der Brasilianisierung, hin zu einem tyrannischen System immer ungleicherer sozialer Klassen.”Für Lind bedeutet Brazilianization, „daß sich die dominierende weiße amerikanische Klasse innerhalb der eigenen Nation noch weiter in eine Art Barrikadennation zurückzieht “ in eine Welt abgeschirmter Viertel mit Privatschulen, Privatpolizei, privater Gesundheitsbetreuung und selbst Privatstraßen.”Draußen das dekadente Amerika mit Ungleichheit und Kriminalitätsraten wie in Brasilien, all die Miserablen, Bettler, Straßenkinder, drinnen die prosperierenden Mitglieder der herrschenden Oberschicht, mit all den Privilegien, die auch lateinamerikanische Oligarchien genießen. In den USA, man weiß es, werden jährlich allein über viertausend Kinder erschossen, sogar Zweijährige, auch dank „liberaler”Waffengesetze. Mitte Zweitausend gehen in sechzehn brasilianischen Großstädten erstmals an einem Wochenende gleich Millionen auf die Straße, protestieren auch auf speziellen Gottesdienstes  vehement wie noch nie gegen die immer brutaleren, immer häufigeren Gewalttaten. „Genug des Mordens” steht auf den meisten Spruchbändern. Ich sitze wieder einmal auf der Terrasse des Othon-Palace-Hotel, genieße die spektakuläre Aussicht, erinnere mich an die Tagung der Tourismusexperten, habe grade die Menschenrechtsaktivistin Yvonne Bezerra de Mello interviewt. Ihrem Mann gehört das Hotel, die ganze Othon-Kette des Landes. Dona Yvonne zählt damit zu den reichsten Familien Brasiliens, fällt indessen aus dem Rahmen. Täglich ist die Künstlerin und Sozialarbeiterin in den Slums, bei den Straßenkindern, schreibt systemkritische Bücher, spricht als Expertin alle paar Monate auf internationalen Konferenzen, weist auf die tief eingewurzelte Kultur der Gewalt, von kleinauf erfahren, erlernt, eingeübt. Yvonne Bezerra de Mello ist eine Bekanntheit, man hätte sie natürlich zur Tourismustagung einladen, ein paar Takte zur Lage sagen lassen können. Zum Beispiel, was sie mir gerade über Minderjährige Rios berichtete, die bei kriminellen Aktionen wie dem Rauschgiftgeschäft nicht mitziehen, schwer drogensüchtig werden, den Gangsterbossen statt Profit Verluste bringen:”Die werden eliminiert, die Leichen läßt man meist verschwinden. In den Slums gibt es Ställe mit Schweinen, die Überreste von Kindern auffressen. Oder auch das: Ein Junge, oft nur dreizehn Jahre oder jünger, muß dem an einen Baum gefesselten Opfer mit einer Rasierklinge solange ins Fleisch schneiden, bis es stirbt, sogar das Herz wird herausgetrennt “ alles zur Einschüchterung der Slumbewohner. Derzeit haben die Banditenmilizen vor allem die hochmodernen schweizerischen Sig-Sauer-Sturmgewehre. Wenn mir hier in Rio ein Schweizer etwas über Neutralität erzählt, lache ich laut auf “ die Sig-Sauer-Sturmgewehre werden jetzt von den Gangstern am meisten importiert.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/08/jurandir-freire-costa-therapeut-professor-an-der-staatsuniversitat-von-rio-de-janeirouerj-in-brasilien-herrscht-ethisch-moralische-schizophrenie/

Scheiterhaufen von Rio de Janeiro: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/

Diktatur - Vergangenheitsbewältigung:

http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/21/brasiliens-nazistisch-antisemitische-militardiktatur-hohe-militars-zu-herbert-cukurs-massenmorder-von-rigadu-hast-einen-einzigen-fehler-begangen-du-hattest-alle-juden-toten-sollen-hintergrun/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/15/brasilianische-stadte-mit-totungsraten-wie-im-irak-meldet-landespresse-brasilien-mit-fast-zehn-prozent-der-morde-weltweit/

   http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/04/tropa-de-elite-elite-squad-trailer-englisch/          Â

Wolf Grabendorff: Die Reorganisation des Staates durch die politische und vor allem wirtschaftliche Liberalisierung und ihre sozialen Folgen haben den Demokratien in Lateinamerika einen hohen Grad an Instabilität verliehen. Korruption und Kriminalität haben in einigen Ländern ein unvorstellbares Ausmaß angenommen. 140 000 Morde und 28 Millionen Raubüberfälle werden jährlich in der Region verübt. Angesichts vielfacher Verbindungen zwischen Kriminellen und der Polizei sind zunehmend mafiöse Strukturen entstanden, die längst das Gesetz- und Gewaltmonopol des Staates untergraben haben. Immer stärker wird die Gewalt in vielen Staaten zur akzeptierten Form gesellschaftlicher Auseinandersetzung. (2003)

Carla Rocha, investigative Journalistin in Rio de Janeiro: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/13/carla-rocha-mutige-investigative-journalistin-recherchieren-unter-lebensgefahr-gesichter-brasiliens/

Scheiterhaufen-Rap: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/16/rio-de-janeiro-popularen-scheiterhaufen-rap-microondas-der-scheiterhaufen-stadt-anklicken-vacilou-bem-na-favela-microondas-te-torrou-a-tua-chance-acabou/

Nachruf 2010: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/12/ein-guter-freund-und-langjahriger-nachbar-theaterregisseur-vicente-maiolino-in-rio-de-janeiro-bergstadtteil-santa-teresa-durch-12-schusse-getotet-kein-hinweis-auf-tater/

Köln schließt eine Städtepartnerschaft mit Rio de Janeiro:

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/rio-film-tropa-de-elite-2-fur-oscar-nominiertbester-auslandischer-streifen-stadtepartnerschaft-koln-rio-de-janeiro-trailer-anklicken/

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“Krise - was denn für eine Krise?” - Kloake-Slum in Sao Paulo.

Amnesty Journal 2009:

“KOPF UNTER WASSER

Gravierende Menschenrechtsverletzungen offiziell abzustreiten oder zu vertuschen, kommt heutzutage bei der internationalen Gemeinschaft schlecht an. Das weiß auch die brasilianische Regierung und geht deshalb seit langem einen anderen Weg: Mit erstaunlicher, entwaffnender Offenheit wird in- wie ausländischen Kritikern bestätigt, dass sie völlig im Recht seien. Man sehe die Dinge ganz genau so und habe bereits wirksame Schritte, etwa zur Abschaffung der Folter, eingeleitet. Doch auf die Worte folgen meist keine Taten.

Menschenrechtsaktivisten wie der österreichische Pfarrer Günther Zgubic, der die bischöfliche Gefangenenseelsorge in Brasilien leitet, vermissen seit Jahren deutliche Worte von deutscher Seite. Schließlich ist Lateinamerikas größte Demokratie ein wichtiger strategischer Partner von Deutschland, und die Regierung in Berlin spricht gerne von den “gemeinsamen Werten”, die beide Staaten verbinden würden. Mit dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Günter Nooke, hat jetzt zum ersten Mal endlich ein hochrangiger deutscher Politiker in der Hauptstadt Brasilia die Probleme offen angesprochen.

Zgubic erinnert immer wieder an die wohlklingenden Versprechungen, die Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei seinem Amtsantritt 2003 verkündet hat: “Er hat öffentlich erklärt, dass er Folter und andere grausame, unmenschliche Praktiken nicht mehr duldet.” Leere Worte aus Brasilia, denn nach Informationen von Zgubic existiert die Folter in allen Varianten, um Geständnisse zu erzwingen: “Es werden Elektroschocks eingesetzt, man presst den Kopf unter Wasser. Auf allen Polizeiwachen Brasiliens werden Häftlinge gefoltert”, meint Zgubic.

Nun sieht er sich überraschend durch Nooke bestätigt. “Stehen Menschenrechtsprobleme wie die unsägliche Folterpraxis beim Staatspräsidenten ganz oben auf der Prioritätenliste? Wieso wird nicht stärker kritisiert, dass die Regierung alle internationalen Verpflichtungen eingeht, ohne sie dann auch konsequent umzusetzen? Wir merken, dass sich Brasilien beim Thema Menschenrechte von Europa entfernt”, erklärte Nooke kürzlich. Brasilien dürfe im Menschenrechtsbereich nicht abdriften.

Doch vielleicht ist dies längst passiert. Paulo Vannuchi, Leiter des Staatssekretariats für Menschenrechte in Brasilia, hatte in der Zeitung “Folha de São Paulo” betont, dass das brasilianische Strafgesetz die ­Todesstrafe zwar nicht vorsehe, dennoch aber täglich außergerichtliche Exekutionen stattfinden würden. Gemeinsame Werte? Pedro Ferreira, Anwalt bei der bischöflichen Gefangenenseelsorge, findet es bedrohlich, dass selbst nach offiziellen Angaben derzeit über 126.000 Häftlinge trotz verbüßter Strafe illegal weiter festgehalten werden.

Ehemalige Gegner der Diktatur (1964 bis 1985) weisen zudem auf die fatalen Folgen der nicht bewältigten Gewaltherrschaft hin. Nicht einmal die Öffnung der Geheimarchive aus der Zeit der Diktatur sei unter Lula veranlasst worden, kritisiert Bundesstaatsanwalt Marlon Weichert aus São Paulo. Die Straflosigkeit inspiriert seiner Meinung nach jene Staatsfunktionäre, die heute im Polizeiapparat und im Gefängnissystem “Folter und Ausrottung” betrieben. Mit leeren Worte kann man an diesen ­Zuständen wohl kaum etwas ändern.

Von Klaus Hart.
Der Autor ist Journalist und lebt in São Paulo.

ai-Journal Dezember 1996

Die “Hölle auf Erden”

BRASILIEN

Die “Hölle auf Erden”

Revolten, Hungerstreiks und Aids bestimmen den Alltag in den völlig überfüllten brasilianischen Gefängnissen. Brasilien gilt zwar als die zehntgrößte Wirtschaftsnation, leistet sich aber Haftanstalten, die man eher in Ruanda oder Burundi vermuten würde. Eine im April verkündete Amnestie entspannte die Situation nicht.

Eine mittelalterlich anmutende Gefangenenzelle in Rios Stadtteil Realengo: Jeder der mehreren Dutzend Insassen hat laut Gesetz Anspruch auf mindestens acht Quadratmeter - hier ist es nicht mal ein einziger. Geschlafen wird deshalb in Schichten. Während ein Teil der Gefangenen auf feuchtem Boden liegt, schlafen die anderen in Hängematten, die an den Gitterstäben befestigt sind. In einer Zelle im Stadtteil Bangu ein ähnliches Bild: 35 fast nackte, schwitzende Männer auf nur sechzehn Quadratmetern bei beißendem Fäkaliengeruch und nächtlichem Besuch von Ratten. Die psychische Spannung ist fast mit Händen greifbar. Neun von zehn Gefangenen haben Furunkel, in der heißesten Jahreszeit herrschen bis zu 60 Grad. Dann fallen täglich etwa 20 Insassen ohnmächtig um, werden von den Wärtern herausgezerrt und durch andere ersetzt.

Um aus dieser Hölle herauszukommen und in eine weniger überfüllte Zelle verlegt zu werden, bestechen Häftlinge ihre Aufseher mit bis zu umgerechnet 5.000 Mark. Es gibt brasilianische Gefängnisse, in denen die Insassen das nötige Geld sammeln, um dann die Begünstigten auszulosen. In Bangu kommen die notwendigen “Real” von der Familie oder Verbrechersyndikaten - je unerträglicher die Hitze, desto höher die Preise auf diesem Schwarzmarkt. Einmal am Tag gibt es schlechtes Essen; die Lebensmittelpakete der Angehörigen werden gewöhnlich nicht ausgehändigt.

Folter ist üblich. Ein Anwalt beschreibt einen Fall von 1996: “Polizisten mit Kapuzen mißhandelten 116 Gefangene, unter anderem mit Elektroschocks. Alle wiesen Blutergüsse auf, wurden zudem zu sexuellen Handlungen gezwungen.” Fast täglich werden Fälle zu Tode gefolterter, erschlagener Häftlinge bekannt - die politisch Verantwortlichen bleiben meist passiv. Nur wenige Intellektuelle protestieren, die Gesellschaft scheint sich an die grauenvollen Zustände gewöhnt zu haben.

Pervertieren statt resozialisieren

Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international oder “Human Rights Watch” prangern die Zustände in den brasilianischen Haftanstalten an - und auch die Gefangenenseelsorge der Katholischen Kirche läßt nicht locker. Padre Geraldo Mauzeroll von der “Pastoral Carceraria” im Teilstaat Sao Paulo gegenüber dem ai-Journal: “Wer ins Gefängnis kommt, wird pervertiert, wird angesehen und behandelt wie ein Tier - niemand ist an einer Besserung oder Resozialisierung interessiert. Die Gesellschaft rächt sich an ihnen, läßt sie intellektuell, spirituell, moralisch und kulturell und nicht selten sogar physisch sterben.” Mauzeroll hört in Polizeiwachen und Gefängnissen sehr häufig den Ausspruch: “Nur ein toter Häftling ist ein guter Häftling!” Der Padre geht seit 1973 in die “Presidios” - was er täglich sieht, sind Bilder wie aus Horrorfilmen: Tuberkulose grassiert, über die Gesichter Todkranker laufen Ameisen. Häftlinge verfaulen buchstäblich in Zellen. Die Gefängnisärzte sind selbst kriminell, weil sie Kranke bewußt

nicht behandeln, sondern sterben lassen. Sie werden aber nie zur Rechenschaft gezogen. Kriminell handeln auch Richter und Staatsanwälte, die über Folter und alle anderen Menschenrechtsverletzungen detailliert informiert sind, jedoch nicht eingreifen.

Das Gefängnispersonal verkauft Lebensmittel, die für Häftlinge bestimmt sind und ermöglicht Rauschgifthandel und -konsum hinter Gitterstäben. Ein Gefängnisdirektor: “Drogen müssen dort drin sein, damit die Gefangenen ruhig bleiben.”

Erzwungenes Schweigen, Morddrohungen

Ein dunkles Kapitel ist auch die sexuelle Gewalt, von Aufsehern sogar gefördert. Mauzeroll zum ai-Journal: “Wird ein wegen Vergewaltigung Verurteilter eingeliefert, stecken die Wärter ihn in bestimmte Massenzellen, damit er dort von 15 oder 20 Häftlingen vergewaltigt wird. Dies ist Gesetz in den Kerkern, und so verbreitet sich Aids sehr schnell.” Nach amtlichen Angaben infizierten sich bereits mehr als 20 Prozent aller Inhaftierten mit dem HIV-Virus - ein Großteil der rund 150.000 brasilianischen Gefangenen hat homosexuellen Verkehr, gewöhnlich ungeschützt.

Vitor Carreiro teilte in Rio de Janeiro jahrelang eine Zelle mit 47 Gefangenen. Er ist von Aids gezeichnet und sagt: “Alle Welt weiß, daß die Frau des Gefangenen der andere Gefangene ist.” Promiskuität ist der Alltag: José Ferreira da Silva, HIV-positiv, berichtet von vier festen und acht gelegentlichen Partnern - keiner benutzt Präservative.

Padre Mauzeroll drückt sich im Gegensatz zu vielen “politisch korrekten” Landsleuten nicht um unbequeme und unangenehme Wahrheiten. Er hat keine Probleme, die von den Autoritäten gerne versteckten und verdrängten Probleme offen anzusprechen. “Wer über die Zustände redet und informiert, stirbt”, lautet eine andere Regel. Berufskiller erledigen das - Mauzeroll weiß, daß auch sein Leben in Gefahr ist. Dennoch klagt er offen die soziale Ordnung Brasiliens an: “Diese ist schuld an der Situation.”

Gemäß einer neuen Studie der Vereinten Nationen lebt heute fast die Hälfte der 150 Millionen Brasilianer in verhältnismäßig entwickelten Gebieten. “Wenn in Sao Paulo und Rio de Janeiro die Lage in den Gefängnissen bereits so schlimm ist”, gibt Padre Mauzeroll zu bedenken, “wie muß sie dann erst in den stark unterentwickelten Regionen des Nordens und Nordostens sein?”

Amnestie nur Kosmetik

Die Rechtsanwältin Zoraide Fernandez weist darauf hin, daß Häftlinge nach verbüßter Strafe oft noch jahrelang gefangengehalten werden. 1995 waren es allein in Rio mindestens 560.

Brasiliens Staatschef Fernando Henrique Cardoso verkündete im April die, wie es offiziell hieß, größte Amnestie in der Geschichte des Landes: Etwa zehn Prozent der Gefangenen sollten freikommen. Wie die Gefängnisbehörden inzwischen einräumten, werden beispielsweise im Teilstaat Rio de Janeiro nur wenig mehr als ein Prozent amnestiert. Die 511 Gefängnisse bieten Platz für höchstens 60.000 Personen, sind aber nach jüngsten offiziellen Angaben mit 148.760 Häftlingen belegt - das sind 15 Prozent mehr als 1994. Notwendig, so hieß es, sei der Bau von 145 zusätzlichen Haftanstalten. Die Lage in der Metropole Sao Paulo ist den Angaben zufolge am dramatischsten. Eine Besserung ist nicht in Sicht: Per Haftbefehl suchte man allein 1996 rund 275.000 Straftäter.

Rund 95 Prozent der Häftlinge sind Arme, 96 Prozent sind männlich und etwa drei Viertel Voll- und Halbanalphabeten. Der typische Gefangene, so eine Studie, ist dunkelhäutig und jünger als 25 Jahre. Jeden Monat kommt es laut Statistik zu mindestens drei großen Häftlingsrevolten, die meisten werden allerdings der Öffentlichkeit verschwiegen. Eine Ausnahme bildet lediglich der südliche, relativ hochentwickelte Teilstaat Rio Grande do Sul - nur dort soll es auch keine irregulär festgehaltenen Häftlinge geben.

Wärter und Spezialeinheiten gehen gewöhnlich äußerst brutal gegen meuternde Häftlinge vor: 1992 wurden im berüchtigten Gefängnis “Carandiru” von Sao Paulo mindestens 111 Insassen erschossen. Die politisch Verantwortlichen und die direkt Beteiligten blieben bisher straffrei. In “Carandiru” ereignete sich auch Ende Oktober wieder eine Revolte: 670 Gefangene nahmen 27 Wärter als Geiseln und forderten die Verlegung in eine andere Haftanstalt. Fünf Häftlinge versuchten währenddessen in einem Müllwagen zu fliehen, vier von ihnen wurden von Militärpolizisten erschossen.
Klaus Hart
Der Autor ist freier Korrespondent in Rio de Janeiro

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Ungesühnte Gewaltexzesse01.09.1999 | Amnesty Journal Artikel | Brasilien Ungesühnte Gewaltexzesse In den Armenvierteln der brasilianischen Großstädte gehört der Terror zum Alltag. Bewaffnete Banden, Paramilitärs und die Polizei treiben hier ihr Unwesen. Der Staat schaut zu. Rio de Janeiro, Ende Juli 1999: In Sichtweite des Rathauses und einer Polizeikaserne, ganz in …

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Nachrichten01.11.2000 | Amnesty Journal Artikel | NACHRICHTEN Brasilien Menschenrechtler besorgt über Terror von rechts Der brasilianische Schriftsteller Joao Silvèrio Trevisan, 56, Pionier und intellektueller Kopf der nationalen Schwulenbewegung, hat die Regierung von Präsident Fernando Cardoso aufgefordert, rigoros gegen rechtsextreme Gruppen vorzugehen, …

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Nachrichten01.06.1999 | Amnesty Journal Artikel | Nachrichten Brasilien/Deutschland Keine Schelte für Präsident Cardoso Menschenrechtler hatten sich vor dem Deutschland-Besuch des brasilianischen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso gefragt, was diesmal wohl anders sein würde. Kam Cardoso zu Bundeskanzler Kohl an den Rhein, schlugen ihm Freundlichkeiten und …

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Nachrichten01.06.1998 | Amnesty Journal Artikel | NACHRICHTEN Brasilien Ein Folterer macht Karriere Ricardo Fayad ist heute Brigadegeneral - während der Diktatur von 1964 bis 1985 hatte er sich als ausgebildeter Mediziner an Folterungen politischer Gefangener beteiligt. In einer Kaserne in Rio de Janeiro bestimmte er die Methoden: Celia Manes erhielt im …

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Guido Westerwelle in Brasilien:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/12/26/guido-westerwelle-war-gestern-der-spiegel-westerwelle-in-brasilien-keinerlei-kritik-an-gravierenden-menschenrechtsverletzungensystematische-folter-todesschwadronen-liquidierung-von-menschen/


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« Gewalt-und Kriminalitätsförderung heute. – “USA, Weißes Haus, schwarzer Präsident” - Befreiungstheologe Frei Betto. »

40 Kommentare

  1. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasilien: Mehr Gewalt-Tote als im Irakkrieg. Video anklicken. – 09. Dezember 2008 @ 13:15

  2. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Samstag, 06. Dezember 2008 um 22:34 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Demo mit zerstückeltem Häftling in Vitoria. Extremsituationen, Extremreaktionen. Maria Nacort - eine couragierte Menschenrechtsaktivistin appelliert an Amnesty International und UNO. “Nicht wegschauen, nicht verdr – 09. Dezember 2008 @ 13:17

  3. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 23. Dezember 2008 um 15:07 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Wieder Brandanschlag auf brasilianische Obdachlose - Frau verbrannt. Nachrichtenvideo anklicken. – 23. Dezember 2008 @ 15:47

  4. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Erotik des Reisens”, Enterotisierung der Gesellschaft, Emotions-Management…”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert.Probieren Sie es selbst.” (Reisereklame) – 30. Dezember 2008 @ 22:08

  5. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » (2)Fall Christian Wölffer: Zeugen sahen Fahrerflucht des Killerboots von Paraty. Polizei verhört Verdächtige. 2007 Paraty-Tourist aus Polen erschossen, Raubmörder nicht gefaßt. Brasilianische Presse kritisiert massiv – 04. Januar 2009 @ 18:38

  6. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Porno-und Gewaltvideos in Brasilien. Anleitung zu sadistischen Verbrechen, Produktion von Intensivtätern. Geförderter Kulturverlust, Enterotisierung der Gesellschaft, Propagierung von Wegwerf-Sex. Herbert Marcuse: Der e – 05. Januar 2009 @ 15:31

  7. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Gewalt und Psyche in Brasilien unter Lula: Über 650000 Bewohner Sao Paulos wegen Gewaltkultur mental gestört. – 13. Januar 2009 @ 14:03

  8. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 28. Januar 2009 um 18:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Feuergefechte und brennende Busse in Vorkarnevals-Rio de Janeiro. “Clima de guerra na Mangueira”. Fotoserie. Berlinalesieger 2008 “Tropa de Elite” über Rio-Realität immer noch nicht in den deutsc – 28. Januar 2009 @ 19:38

  9. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 08. Februar 2009 um 19:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Choque de Ordem” (Ordnungs-Schock) durch Rio de Janeiros neuen Bürgermeister Eduardo Paes mit sensationellen Anfangserfolgen. Mehr Sicherheit, Hygiene und zivilisiertes Verhalten in Kernbereichen der Zuckerh – 09. Februar 2009 @ 02:35

  10. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 06. Februar 2009 um 00:36 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Das legendäre Rio-Hotel für Unkonventionelle mit wenig Geld. 45 Real das Doppelzimmer(umgerechnet etwa 15 Euro), die ganze interessante Altstadt Rios gleich um die Ecke. – 09. Februar 2009 @ 02:37

  11. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 12. Februar 2009 @ 15:40

  12. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 12. Februar 2009 @ 17:02

  13. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » José Padilha, Regisseur des Berlinale-Gewinners “Tropa de Elite”, dieses Jahr mit Dokumentarfilm “Garapa” über hungernde Familien von Ceará in Berlin. “Die Vorstellung, daß es in Brasilie – 12. Februar 2009 @ 17:38

  14. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Paula Oliveira verließ Uni-Spital. Sie sagte Unwahrheiten in ihrer Firma, erfand Geschichten, berichtet brasilianisches Nachrichtenmagazin. Ultraschall-Aufnahme der ungeborenen Zwillinge unecht, Ehe mit einem Franzosen g – 18. Februar 2009 @ 19:03

  15. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 18. Februar 2009 um 13:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Was uns hier anfangs als eine klassische und fürchterliche Geschichte von Gewalt, Intoleranz und Fremdenhaß vorgesetzt wurde, könnte gut diese alte und pathetische Geschichte der verrückt gewordenen Frau sein, – 18. Februar 2009 @ 19:05

  16. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Noch keine offizielle Entschuldigung Lulas bei der Schweiz wegen Fall Paula Oliveira. Viele Brasilianer fordern Stellungnahme Lulas, in der er seine Motive für Kritik an der Schweiz erläutert. Weiter scharfe Medien-Selb – 25. Februar 2009 @ 18:07

  17. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Montag, 09. März 2009 um 00:11 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Das Menschenrecht auf persönliche Sicherheit unter Lula - die deutsche Botschaft in Brasilia informiert: – 09. März 2009 @ 00:18

  18. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Gewaltkultur in Brasilien unter Lula - die Schweizer Botschaft informiert: “Rio de Janeiro - in dieser Stadt besteht die Gefahr, auf offener Straße unversehens in eine Schießerei zwischen rivalisierenden kriminell – 09. März 2009 @ 15:09

  19. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Hinter Gittern” - “Atras das Grades”: Die “Schweineställchen” (Chiqueirinhos) von Sao Paulo - zwecks Banditenabwehr im Eingangsbereich von Wohnblocks installiert. Dennoch werden regel – 14. März 2009 @ 03:11

  20. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Wieder europäischer Tourist in Brasilien ermordet - diesmal ein Schwede, Gert Sandgren, 59. Tötung des Deutschen Christian Wölffer in Paraty sowie eines Franzosen in Sao Paulo bisher nicht aufgeklärt. – 20. März 2009 @ 16:52

  21. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Montag, 23. März 2009 um 21:18 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » ThyssenKrupp: Menschenrechtskommission des Teilstaats Rio de Janeiro untersucht mögliche Rechtsverstöße beim Bau des ThyssenKrupp-Stahlwerks. Mitglieder paramilitärischer Milizen im Werkschutz, lauten Vorwürfe. – 23. März 2009 @ 21:50

  22. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Nur 1,3 Prozent der Mordfälle in Rio de Janeiro werden aufgeklärt, laut Institut ISP. Werden Mordfälle mit Festnahme auf frischer Tat hinzugerechnet, steigt Rate auf lediglich 4,1 Prozent. – 28. April 2009 @ 00:47

  23. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Urinieren auf fahrenden Metro-Rolltreppen in Rio de Janeiro - bizarre Hygieneprobleme landesweit: Brasilien diskutiert über die immer populärere Unsitte, für die Notdurft nicht mehr Toiletten aufzusuchen. “Verzei – 06. Juni 2009 @ 00:26

  24. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 20. August 2009 um 18:22 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Lulas Sicherheitslage: Banditenkommandos von Rio de Janeiro feuern mit Leuchtspurmunition auf Polizeihubschrauber. Anklicken. – 20. August 2009 @ 18:30

  25. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 23. August 2009 um 01:51 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Michael Jackson - “They don´t care about us.” Brasiliens Medien erinnern an Aktualität des 1996 in Rio de Janeiro und Salvador da Bahia gedrehten Videoclips. “Basta abrir os jornais e ler as noticias&# – 23. August 2009 @ 16:31

  26. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 23. August 2009 um 01:51 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Michael Jackson - “They don´t care about us.” Brasiliens Medien erinnern an Aktualität des 1996 in Rio de Janeiro und Salvador da Bahia gedrehten Videoclips. “Basta abrir os jornais e ler as noticias&# – 23. August 2009 @ 16:31

  27. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Rio de Janeiro glücklichste Stadt der Welt - laut “Forbes”. Weltumfrage setzt Sydney auf 2. Platz, gefolgt von Barcelona und Amsterdam. “The World´s Happiest Cities”. – 05. September 2009 @ 05:42

  28. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Freitag, 04. September 2009 um 15:32 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “The World`s Happiest Cities” - Forbes. Rio de Janeiro - “top of our list”. Good humor, good living, Carnaval… – 05. September 2009 @ 05:42

  29. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Scheiterhaufenstadt Rio de Janeiro - der grausame Tod einer 48-jährigen Frau in der “Microondas”, laut Lokalzeitung. “Ethisch-moralische Schizophrenie”. Scheiterhaufen-Song von Marcelo Yuka. – 18. September 2009 @ 05:27

  30. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 22. September 2009 um 14:52 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Macholand Brasilien: Hohe Gewaltrate in Beziehungen junger Leute, laut neuer Studie. – 22. September 2009 @ 15:27

  31. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Montag, 21. September 2009 um 18:32 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Bus in Rio entführt, in Slum angezündet, Fahrgäste ausgeraubt. TV-Video. Ferrez. – 22. September 2009 @ 15:30

  32. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 24. März 2009 um 22:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » ThyssenKrupp: 500 Euro brutto umgerechnet verdienen Arbeiter im neuen Stahlwerk bei Rio de Janeiro durchschnittlich, laut Gewerkschaftsangaben. “Viel, viel niedrigere Löhne als in Deutschland!” – 28. September 2009 @ 15:42

  33. […] Lufthansa-Maschinen mit deutschen Politikern, Konzernmanagern und Touristen steuern niedrig über Rio de Janeiros Slumhütten den nahen Airport an - unten, im Gassenlabyrinth der Favelas, gehört die •Mikrowelle”(Microonda) für den knapp dreizehnjährige Joao mit zum Banditenjob: Das Opfer wird angebunden, Autoreifen werden bis in Kopfhöhe drübergestülpt. Aus einem Kanister reichlich Benzin über den modernen Scheiterhaufen – und dann Streichholz dran. Joao fühlt sich bereits stolz als Herr über Leben und Tod. Barfuß, nur mit Shorts bekleidet, doch am Gürtel zwei Armee-Handgranaten und eine zweite Pistole, die andere demonstrativ in der Hand, dazu ein Sprechfunkgerät. Joao von Brasiliens mächtigster Verbrecherorganisation •Comando Vermelho”/CV(Rotes Kommando) bewacht ein Drogendepot, hat ein Auge auf die Slumausgänge, vorübergehende Bewohner, erwartet Respekt. Nahten Soldados des rivalisierenden Terceiro Comando/TC(Drittes Kommando) oder gar Militärpolizisten zu einer Razzia, hätte Joao per Walky-Talky rasch einige hundert CV-Leute mobilisiert, fast alles Minderjährige, die mit deutschen oder nordamerikanischen NATO-Mpi ihre Posten beziehen würden. Brasiliens Mindestlohn liegt bei umgerechnet neunzig Euro, doch Joao hat monatlich weit mehr als der Durchschnitt, über fünfhundert, kann damit locker die ganze Großfamilie unterhalten, von der die meisten arbeitslos sind. •Klar bin ich Bandit, na und? Was soll unsereiner denn sonst machen, um ordentlich Kohle zu verdienen?” Lesen und schreiben kann Joao nicht, aber Schießen hat er bereits gut gelernt. •Wenn sich ein Polizist mit mir anlegt, feuere ich zuerst!” Leute durch Kugeln oder Granatenexplosionen sterben sehen, Exekutionen von Gegnern zuschauen, oder der •Microonda”, ist für ihn längst nichts Neues mehr. Zehntausende Rio-Kids wie er müßten frühmorgens aus den Hangslums zu den öffentlichen Schulen hinuntersteigen – aber bleiben lieber oben. Schule ist langweilig, bringt nichts, finden auch die Eltern. Anstatt in total überfüllten Klassenzimmern zu hocken, erleben die Kids lieber richtige Abenteuer, Spannung, wie in den importierten Brutalo-Filmen aus der Ersten Welt – und haben auch noch weit mehr Real in der Tasche als die Eltern. Merkwürdig spät wollte die Internationale Arbeitsorganisation/IAO in Genf genauer wissen, wie diese Art von Kinderarbeit in der immerhin achtgrößten Wirtschaftsnation, dem laut Kanzler Schröder wichtigsten deutschen Industriestandort Lateinamerikas funktioniert, welche Motive die Minderjährigen antreibt. Auffälligstes Resultat: obwohl es in Millionenstädten wie Rio de Janeiro inzwischen mehr Schulen für Slumkinder gibt, hat das die Attraktivität des organisierten Verbrechens nicht vermindert, ihm keine jugendlichen •Arbeitskräfte” entzogen. Ganz im Gegenteil – jeden Tag werden mehr angeworben. In zweiundfünfzig Rio-Slums befragten die IAO-Experten junge Gangster und hörten immer dasselbe:”Warum soll ich jahrelang zur Schule gehen, wenn mir das später weder beruflichen noch finanziellen Nutzen bringt?” Denn der Unterricht hat ein extrem niedriges Niveau – kein Vergleich mit den unerschwinglichen Privatschulen für die Kinder der Mittel-und Oberschicht, die folgerichtig später alle besserbezahlten Jobs besetzen. Brasilien hat rund 170 Millionen Einwohner - die Hälfte der brasilianischen Beschäftigten verdient monatlich nur umgerechnet bis zu 170 Euro, fünfunddreißig Millionen kommen sogar nur auf höchstens vierzig Euro. Kanzler Schröder schritt in Sao Paulo am arbeitsfreien Aschermittwoch mit Unternehmertroß forsch durch leere Fabrikhallen von VW do Brasil, Lateinamerikas größtem Privatunternehmen, gezeichnet von Konflikten mit den Automobilarbeitern, die nur rund ein Fünftel des Lohns ihrer deutschen Kollegen haben. Da ist die Gehaltstabelle der global verzahnten Verbrechersyndikate in den rasch wachsenden Slums aber verlockender: Wer etwa als Acht-bis Neunjähriger dazu eingeteilt ist, als •Olheiro” oder •Soldado” Rauschgiftdepots zu bewachen, Ausschau nach Polizisten, •verdächtigen” Personen zu halten, kann bereits in der Woche umgerechnet bis zu fünfhundert Euro verdienen – wer als •Endolador” harte Drogen abpackt, kommt sogar auf siebenhundert. Und wer sie als •Vapor” mitverkauft, etwa zur Hauptkundschaft in den Mittel-und Oberschichtsvierteln bringt, hat auf jeden Fall monatlich noch weit mehr in der Tasche, für brasilianische Verhältnisse ein Topgehalt. Weit mehr als Mutter und Vater zusammen zu verdienen, sofern diese irgendwo fest angestellt sind, ist schon einem Zehn-bis Vierzehnjährigen absolut garantiert.Job-Motiv : viel Geld und •Adrenalina”Immer ausreichend Geld zu haben, ob für teure Markenklamotten oder neue Tennisschuhe, gilt daher als Hauptmotiv, die Schule sausenzulassen – gefolgt vom Faktor •Adrenalina”. Normale kindliche Abenteuerlust, sagen selbst katholische Padres, wird von den Banditen schamlos ausgenutzt, •in den Köpfen der Jungen werden diese zu Helden und Vorbildern.” Bereits als Minderjähriger Prestige und Macht zu haben, ist ein weiteres Motiv. Denn außerhalb, in den Cities, in den schicken Strandvierteln Ipanema, Leblon und Barra da Tijuca spüren die Heranwachsenden die •soziale Apartheid” Brasilien, unnütz, ein Nichts, überflüssig zu sein und entsprechend behandelt zu werden. Doch mit der NATO-MPI umgehängt, lässig durch die Favela zu schlendern, Respekt und Unterwerfung zu fühlen – das wertet auf, stärkt das Selbstbewußtsein. Außerdem sind die meisten Slummädchen richtig scharf auf die Jungbanditen, suchen mit ihnen bevorzugt eine Partnerbeziehung. •Für die Mädchen verkörpert der Gangster Attraktivität, Schönheit, Erstrebenswertes, gar ein Lebensideal.” Zwei Vierzehn-Fünfzehnjährige, Bikini-Oberteil, superkurze Shorts, wachsende Bäuche, erklärten stolz, von zwei Top-Gangstern schwanger zu sein. •Hier oben ist es spannend, geil, richtiges, echtes Abenteuer!” Selbst laut offiziellen Statistiken der Mitte-Rechts-Regierung des FU-Berlin-Ehrendoktors Fernando Henrique Cardoso besucht über die Hälfte der Fünfzehn-bis Vierundzwanzigjährigen in den rund achthundert Slums von Rio keinerlei Bildungseinrichtung, gab zumeist jegliche Arbeitssuche auf, hängt nur rum. •Eine fabelhafte Arbeitskraft-Reserve fürs organisierte Verbrechen”, wie die Experten konstatierten. Etwa neunzig Prozent der befragten Kindersoldaten rauchen zwar Haschisch, aber nur fünfzehn Prozent nehmen Kokain:”Die Kinder sagen, diese Droge mache unruhig, verhindere klares Denken – könnte also bei der Arbeit stören.” Daß CV und TC Kinder einstellten, sei ein neues Phänomen, habe es vor 1995 noch nicht gegeben. Komplett falsch, mindestens seit Mitte der achtziger Jahre werden selbst Straßenkinder rekrutiert.•Kriegerin des Lichts” in deutschen KinosAuch Yvonne Bezerra de Mello, Künstlerin, verheiratet mit dem schwerreichen Besitzer der Othon-Hotelkette, weiß es besser, widmet sich schließlich seit Jahrzehnten den Straßen-und Slumkindern Rio de Janeiros, wurde zur Sozialexpertin, schreibt systemkritische Bücher, spricht auf internationalen Konferenzen. Und weiß, was mit Minderjährigen passiert, die bei kriminellen Aktionen nicht mitziehen, schwer drogensüchtig werden, statt Profit Verluste einbringen. •Die werden eliminiert, die Leichen läßt man verschwinden”, sagt sie . •In den Slums gibt es Ställe mit Schweinen, die Überreste von Kindern auffressen. Oder auch das: Ein Junge, oft nur dreizehn Jahr oder jünger, muß dem an einen Baum gefesselten Opfer mit einer Rasierklinge solange ins Fleisch schneiden, bis es stirbt, sogar das Herz wird herausgetrennt – alles zur Einschüchterung der Slumbewohner.” So nahe dran an dieser gerne verdrängten Brasilienrealität, kennt sich Yvonne Bezerra de Mello natürlich auch mit den Heereswaffen der •Soldados do Morro” aus, sagte schon vor Jahren:”Wenn mir hier in Rio ein Schweizer was über Neutralität erzählt, lache ich laut auf. Die hochmodernen schweizerischen Sig-Sauer-Sturmgewehre werden jetzt von den Gangstern am meisten importiert.”Klischee und RealitätYvonne Bezerra de Mello kennt auch die anderen Normendiktate von Rios Taleban, die denen der echten nicht nachstehen: Diebstähle werden mit Handabhacken bestraft, Vergewaltigungen durch Kastrieren oder Erschießen. Jedermann muß Drogen, Waffen, Raubgut, bei Razzien selbst Banditen in seiner Kate verstecken, zeitweilige Ausgangssperren ab zweindzwanzig Uhr einhalten. Und vor allem – zu niemandem ein Wort über interne Slumvorgänge, über die Banditen – nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Derzeit ist die mutige, eigenwillige Sozialarbeiterin in den deutschen Kinos zu sehen – die avantgardistische Regisseurin Monika Treut hat im Streifen •Kriegerin des Lichts” wenigstens einen Teil ihres Rio-Alltags nachgezeichnet. Teile der Oberschicht feinden Dona Yvonne an – Monika Treut ist das natürlich aufgefallen. Über die Verbindungen von Politik, globalisierter Wirtschaft und organisiertem Verbrechen weiß die Filmheldin mehr als genug, reagiert nur zu oft zwangsläufig tiefironisch. •Die wirklich großen Gangster, die eigentlichen Bosse, wohnen nicht in Slums, sondern in den Nobelvierteln Rios, bleiben ungestört, unangetastet.” Und die sind die eigentlichen Arbeitgeber der Kindersoldaten.Linkspopulisten politisch mitverantwortlichDirekter Nachbar des größten Othon-Hotels der Copacabana ist Leonel Brizola, schwerreicher Vizepräsident der Sozialistischen Internationale, mehrfacher Gouverneur des Teilstaates Rio de Janeiro, Parteichef der linkspopulistischen Arbeitspartei PDT. Menschenrechtler werfen ihm vor, das organisierte Verbrechen hochgepäppelt zu haben – im Tausch gegen politische Unterstützung. Schließlich stellen die leicht manipulierbaren Slumbewohner ein wichtiges Wählerpotential dar, kreuzen auf dem Wahlzettel an, was der Slumboß befiehlt. Derzeit ist in Rio die linkssozialdemokratische Arbeiterpartei PT mit am Ruder – die auch in der deutschen drittweltbewegten Szene hochgelobte schwarze PT-Politikern Benedita da Silva wurde sogar Gouverneurin. Was in ihrer mehrjährigen Amtszeit unternommen wurde, um die Herrschaft der neofeudalen Banditenmilizen über die Slums zu brechen, aus Kindersoldaten wieder Schulkinder zu machen, zeigt die neue IAO-Studie – nichts. Unter Benedita da Silva floriert, was die IAO zu den •schlimmsten Formen der Kinderarbeit” zählt. Sogar Vierzehnjährige erreichen inzwischen Chefposten, mit Traumgehältern. Und selbst große Unternehmen unterwerfen sich den Terror-Regeln, Mitarbeiter nutzen sie makabrerweise manchmal für ihre Zwecke: Letztes Jahr stehlen Frauen in einem Supermarkt der französischen Carrefour-Kette einige Flaschen Sonnenschutzmilch, werden erwischt und Banditen des angrenzenden Slums zur •Bestrafung” übergeben. Die richten die Frauen per •Microonda”hin. Die Zahlen sprechen für sich: Seit die Militäraktionen in Afghanistan begannen, kamen dort weniger Menschen gewaltsam ums Leben als zur selben Zeit in Brasilien. Im Jahr 2000 wurden in Deutschland laut BKA 1015 Personen ermordet, in Brasilien, mit etwa doppelter Bevölkerungszahl, jedoch über vierzigtausend – zumeist in den rasch wachsenden Slums. •Die Slumbewohner sind Geiseln der Banditenmilizen, werden unterdrückt, weil der Staat abwesend ist”, konstatiert erst unlängst Marcelo Itagiba, Chef der Bundespolizei in der Zehn-Millionen-Stadt Rio de Janeiro, deren Bruttosozialprodukt immerhin das von ganz Chile übertrifft.Brasilien zweitgrößter KokainmarktDaß schon Kinder zu Topverdienern werden, erklären allein schon die immensen Profite aus dem Drogenhandel: Selbst laut Polizeiangaben setzen CV und TC allein in Rio de Janeiro monatlich sechs Tonnen Kokain um; in Sao Paulo, mit über eintausend deutschen Firmen, etwa ebensoviel. Gleich nach den USA ist Brasilien zweitgrößter Kokainverbraucher. Selbst Brasiliens Bischofskonferenz prangert an, daß in den Slums ganze Generationen von Minderjährigen mit völlig verzerrten ethisch-moralischen Werten aufwachsen, •nämlich Gangsterwerten der Gewalt, des Unrechts und der Rache”. Kindersoldaten, andere gravierende Menschenrechtsprobleme – alles kein Thema, wenn Schröder oder Fischer in Rio, Sao Paulo, Brasilia einfliegen. Prinz Charles hielts beim März-Besuch in zwei Favelas von Rio genauso, ließ sich von Karnevalsmulattinnen umtanzen, der übliche Zirkus wie immer, wenn europäische Politiker kommen. Prinz Charles, wie Schröder von Unternehmern begleitet, hatte schließlich Wichtigeres in Brasilien vor – britische Militärjets verkaufen.  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Krieg auf dem Morro dos Macacos” von Rio de Janeiro - YouTube anklicken. Spezialeinheit BOPE im Einsatz. Alltag der terrorisierten Slumbewohner in der Scheiterhaufenstadt. Menschenrechte. “Das Leben in – 23. Oktober 2009 @ 18:06

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    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Copacabana-Protest gegen Gewalt in Rio de Janeiro. Morro dos Macacos, Vidigal. – 24. Oktober 2009 @ 21:28

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    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Granatenexplosion, Verfolgungsjagd an der Copacabana. “Nacht des Terrors.” – 04. Januar 2010 @ 12:56

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    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Mutterland - die Familie Mann und Brasilien.” “…ist dieses Land ein zentrales Thema als Vorbild freundschaftlichen Beisammenseins von Menschen verschiedener Herkunft, Rassen, Kulturen und Mentalit – 12. Januar 2010 @ 15:07

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    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “O Iraque é aqui”, der Irak ist hier - Hit von Jorge Aragao aus Rio de Janeiro, über Klischee, Erscheinungsebene und Realität. Anklicken, hören, Fotos studieren. Michael Jackson. – 12. Januar 2010 @ 15:08

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