Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Steinigen im Iran unter Ahmadinedschad – und in der “Gestaltungsmacht” Brasilien, strategischer Partner der Merkel-Regierung. “Lula könnte sich über die Tatsache beunruhigen, daß Brasilien zu den Ländern gehört, in denen am meisten gelyncht wird.” (José de Souza Martins) Lula-Regierungsbilanz, viel Lob aus Europa für “fortschrittliche Regierungspolitik”. Martin Sorell, weltgrößte Werbeholding – Gewaltkultur und Brasilientourismus. Paulo Lins, “City of God”. Politrapper zu Lynchjustiz. Feuertod in Haiti, “Tropa de Elite 2″. Realitätsvergleiche – eine Welt. Gregor Gysi, Linkspartei Deutschland. Brasilianisierung 2015.

Dienstag, 14. September 2010 von Klaus Hart

 

Wie Barack Obama den Tropenstaat Brasilien bewertet: “Brasilien ist eine beispielhafte Demokratie. Dieses Land ist nicht länger das Land der Zukunft – die Menschen in Brasilien sollten wissen, daß die Zukunft gekommen ist, sie ist hier, jetzt”.

Angela Merkel und die Brasilianisierung Deutschlands:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/08/18/brasilien-praesentiert-vor-merkel-ankunft-2015-sehr-anschaulich-sein-gewalt-gesellschaftsmodell-mord-und-ueberfallserien-in-rio-und-sao-paulo-feuergefechte-brennende-busse-chaos-und-panik-verschi/

Brasilien ist mit seiner Lebendigkeit, Kreativität und kulturellen Vielfalt ein ungemein inspirierender Partner, der gleichzeitig durch Exzellenz in Wirtschaft und Wissenschaft besticht.” Außenminister Guido Westerwelle, FDP, 2013.

Fußball-WM 2014 – Berichterstattungsvorschriften: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/05/19/fusball-wm-2014-und-strenge-berichterstattungsvorschriften-deutscher-medien-selbst-in-kommentaren-halt-sich-der-deutsche-mainstream-bisher-offenbar-strikt-an-das-vorschriftendiktat/

Brasilien – Daten, Statistiken, Rankings:http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/

-http://www.hart-brasilientexte.de/2013/09/26/brasilien-bolivien-lebendiges-verbrennen-von-menschen-als-lynchjustiz-weiter-ublich-zwei-mutmasliche-motorraddiebe-in-el-volcan-erlitten-feuertod/

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Ausriß: Zu Tode gesteinigter Homosexueller in Brasilien, laut Landesmedien. (Stands in Ihrem Lieblingsmedium?)

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Ausriß, Angela Merkel und Joachim Gauck in der Scheiterhaufenstadt Rio de Janeiro:http://www.hart-brasilientexte.de/2017/01/10/bundespraesident-joachim-gauck-ard-agitprop-film-zeigt-ihn-bei-fussball-wm-in-brasilien-doch-unterschlaegt-gaucks-beredtes-schweigen-zu-gravierenden-menschenrechtsverletzungensystematische-folter/

Die Aufdringlichkeit der Sinne

Vom machtgeschützten Verlust der gesellschaftlichen Sehkraft – Oskar Negt(2000)

“Der Verlust jener in sinnlicher Erfahrung begründeten Urteilsfähigkeit der Menschen hat in unserem Jahrhundert für viele Menschen tödliche Folgen gehabt. Das Wegsehen, die machtgeschützte Sinnenblindheit, wenn Menschen verfolgt und getrieben, vergewaltigt und öffentlich gequält werden – das gehört nicht der Vergangenheit an.”

“Ich glaube, ihr seid auf einem fabelhaft guten Wege.” Helmut Schmidt(SPD) zu Lula 2009 in Hamburg…

Brasilianische Menschenrechtsorganisationen betonen regelmäßig in Studien, daß Frauen des Landes von ihren Beziehungspartnern in einer Weise verstümmelt werden, wie dies aus Indien, Afghanistan und Nahoststaaten bekannt ist. Wie in diesen Ländern werde die Frau dafür “bestraft”, daß sie sich dem Mann nicht in der geforderten Weise unterwerfe, sich gar von diesem trennen  wolle. Nahezu täglich berichten die brasilianischen Landesmedien von Männern, die ihren Ehefrauen Füße, Finger, Brüste, Nasen und Ohren abschnitten, den Frauen gar Säure ins Gesicht schütteten, die Augen ausstachen.

Vergewaltigungskultur in Brasilien – in Deutschland wird die Vergewaltigungskultur gerade eingeführt:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/10/31/weg-mit-der-vergewaltigungskultursao-paulobrasilien-30-10-2015-in-laendern-wie-deutschland-wird-die-vergewaltigungskultur-gerade-eingefuehrt/

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Protestaktion in Sao Paulo am 30.10. 2015 – am darauffolgenden Wochende waren Proteste gleicher Aussage in mindestens zehn Millionenstädten Brasiliens angekündigt. Die Protestaktion von Sao Paulo wurde bereits tags darauf wiederholt – ebenfalls auf der Avenida Paulista. Können/dürfen islamische Frauen in Deutschland gegen ihre Unterdrückung demonstrieren?

Bemerkenswert ist, wieviel Lob daher ein brasilianisches Gewalt-Gesellschaftsmodell diesen Zuschnitts von hochrangigen mitteleuropäischen Politikern, darunter aus Deutschland, seit Jahren erhält.

“Gemeinsame Werte”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/30/brasilien-weiter-land-mit-weltweit-hochster-mord-zahl-stellen-landesmedien-zum-jahresende-heraus-regierungsprojekt-fur-mord-reduzierung-gestoppt-hies-es/

Politische Beziehungen

Die deutsch-brasilianischen Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich breit verankert. Sie basieren auf gemeinsamen Werten und übereinstimmenden Auffassungen zur globalen Ordnung. Brasilien ist das einzige Land in Lateinamerika, mit dem Deutschland durch eine „strategische Partnerschaft“ verbunden ist. (Auswärtiges Amt, Berlin)

Wem nützt die Banditendiktatur?

 http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/

 http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/05/brasilien-%E2%80%93-kirche-und-gesellschaft-sammelbandtexte/

Der renommierte Gewaltforscher Martins aus Sao Paulo bezieht sich jetzt in einer veröffentlichten Analyse auf die ungeheure weltweite Aufmerksamkeit für die angekündigte Steinigung der Iranerin Sakineh und kritisiert das kuriose Desinteresse für die zahlreichen bereits vollzogenen Steinigungen und die Lynchjustiz in Brasilien (den Lesern dieser Hobby-Website sicher längst aufgefallen) – ein soziokulturell und medienwissenschaftlich bemerkenswerter Sachverhalt. “Der Unterschied ist, daß man im Iran vor allem Frauen steinigt, während wir vor allem Männer steinigen.” Der Beitrag wird mit einem Foto über Proteste in Berlin gegen Steinigen im Iran illustriert. Über Proteste gegen Steinigen in der größten lateinamerikanischen Demokratie ist indessen merkwürdigerweise nichts bekannt. Auch nach acht Lula-Regierungsjahren ist sadistisches Lynchen weiter Landesrealität – die Medien registrieren offenbar viele Fälle. Anfang 2012 lynchten rund 300 Personen in Campinas bei Sao Paulo einen Mann, der einer Vergewaltigung verdächtigt wurde – die Polizei fand dafür keine Indizien.

In der deutschen Parteipropaganda wird die brasilianische Regierung als progressiv eingestuft.

Gregor Gysi 70:http://www.hart-brasilientexte.de/2018/01/14/gregor-gysi-70/

Brasiliens heutiger Staatspräsident Luis Inacio Lula da Silva hatte bereits als Gewerkschaftsführer im Jahre 1979 klargestellt, wie er zu Hitler steht. In einem Interview sagte Lula damals: “Hitler irrte zwar, hatte aber etwas, das ich an einem Manne bewundere – dieses Feuer, sich einzubringen, um etwas zu erreichen. Was ich bewundere, ist die Bereitschaft, die Kraft, die Hingabe.”

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Ausriß. “Wir sind alle Lula”.

14. JULI 2017

„Lula Resiste! – Lula, halte durch!“: Solidarität mit Lula!/LINKE-Presseerklärung 2017

Vor wenigen Tagen wurde der in Brasilien noch immer sehr populäre Ex-Präsident Luiz Inácio „Lula“ da Silca wegen vermeintlicher passiver Korruption zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt – von einem dem großbürgerlichen Block willfährigen Richter

Katja Kipping, Bernd Riexinger (Parteivorsitzende der LINKEN) und Heinz Bierbaum (Vorsitzender der Internationalen Kommission der Partei DIE LINKE) erklären dazu:

„Wir sind bestürzt über die Verurteilung des brasilianischen Ex-Präsidenten Lula wegen angeblicher Korruption. Die Anklage wirkt konstruiert und politisch motiviert, die mehr als dürftige Beweislage stützt sich auf Kronzeugenaussagen. Erneut scheint die Justiz für politische Zwecke instrumentalisiert zu werden. Lulas Partei, die Partei der Arbeiter (Partido dos Trabalhadores – PT), sieht darin einen Anschlag auf die Demokratie und die Verfassung. Bereits im letzten Jahr wurde Dilma Rousseff durch einen parlamentarischen Putsch ihres Amtes enthoben. Nun entsteht der Eindruck, dass Lula, der die Umfragen zu den nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2018 anführt, mit einem fadenscheinigen Urteil aus dem Verkehr gezogen werden soll. Mit der PT hoffen wir darauf, dass in den nächsten Instanzen die Gerechtigkeit zum Zuge kommt. Unsere Solidarität gehört der PT und Luiz Inácio Lula da Silva.“

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ewelten/1651902/

2013 startet Deutschlandjahr in Brasilien:  http://www.alemanha-e-brasil.org/de

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Ausriß, Rio-Lokalzeitung, Scheiterhaufen-Opfer, 7.11.2012.   http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/

http://www.spiegel.de/karriere/ausland/auswandern-nach-brasilien-ingenieur-arbeitet-in-belo-horizonte-a-888447.html#spCommentsBoxPager

Brasilien – die Praxis des Köpfens: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/10/14/brasilien-die-praxis-des-kopfens-neue-falle-bei-gefangenenrebellion-in-cascavel-teilstaat-parana/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/16/koln-schliest-stadtepartnerschaft-mit-rio-de-janeiro-oberburgermeister-jurgen-roters-reiste-zum-zuckerhut/

Transvestit zu Tode gesteinigt 2012 in Salvador da Bahia:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/24/brasilien-transvestit-in-salvador-da-bahia-zu-tode-gesteinigt-steinigungspraxis-landesweit/

Männer zu Tode gesteinigt – Videos:  http://www.youtube.com/watch?v=KUShO7kN2Ys

http://www.youtube.com/watch?v=KUShO7kN2Ys

http://www.youtube.com/watch?v=CRKTpZ_W1ds

Gefangenenrate in Brasilien – jeder 262. Brasilianer in Haft:    http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/25/brasiliens-uberfullte-gefangnisse-und-die-auffallig-grose-zahl-inhaftierter-jeder-262-erwachsene-brasilianer-im-gefangnis-laut-amtlichen-angaben-seit-1995-verdreifachte-sich-die-rate-der-eingespe/ 

Rio de Janeiro: Leonel Brizola(PDT), Vizepräsident der Sozialistischen Internationale, spielte wichtige Rolle bei Ausbreitung des organisierten Verbrechens, erinnern Medien und Fachleute Brasiliens. Willy Brandt, die deutsche SPD und Brizola. **

“Brizola foi o responsável por permitir que o crime organizado efetivamente se instalasse nos morros do Rio de Janeiro.”

Wikipedia: “A política de Segurança dos Governos de Leonel Brizola no Estado do Rio de Janeiro, é apontada como um dos fatores preponderantes para a situação caótica em que se encontra a ocupação e a segurança pública carioca atualmente. Sua política de “respeito e valorização dos trabalhadores” acabou por favorer o aumento de construções irregulares do espaço urbano, causando uma proliferação geral das favelas por todos os locais. O governo de Brizola também proibiu qualquer tipo de incursão policial nas favelas, o que multiplicou a violência: tornando as favelas locais “imunes” à qualquer tipo de vigilância do Poder Público, favoreceu a criação de organizações criminosas que existem até hoje, como o Comando Vermelho, especializado em tráfico de drogas.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/19/verhafteter-kolumbianischer-drogenbos-nestor-ramon-caro-chaparra-wohnte-in-luxusappartment-des-durch-leonel-brizola-vieprasident-der-sozialistischen-internationalesi-beruhmten-gebaudes-an-der-copac/ 

Willy Brandt, SPD, Brizola.Enge Beziehungen zu rechtsgerichteten Regimes haben lange Tradition – die nazistisch-antisemitisch orientierte Folterdiktatur Brasiliens: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/

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Pelé mit Brizola, Chef der PDT, der auch lange Zeit Dilma Rousseff angehörte, bevor sie zu Lulas PT wechselte.

“Ausgerechnet ein Vizepräsident der Sozialistischen Internationale(SI), der Linkspopulist und Ex-Gouverneur Leonel Brizola, gilt als politisch hauptverantwortlich dafür, daß die Verbrechersyndikate in Rio de Janeiro seit den 80ern soviel Macht und Einfluß erreichten, sich derart mit der Politik verquickten. Soziologen, Kolumnisten, selbst Bischöfe der katholischen Kirche betonen einhellig, daß er in zwei Amtszeiten dem organisierten Verbrechen faktisch freien Lauf ließ – im Tausch gegen politische Unterstützung. Schließlich sind die Slumbewohner auch ein wichtiges Wählerreservoir, müssen gewöhnlich für jene Kandidaten stimmen, die die Slumbosse vorgeben. Brizola, reicher Großgrundbesitzer, Chef der „Demokratischen Arbeitspartei”(PDT), rühmte sich immer seiner Freundschaft zu Willy Brandt – und erntete von der SPD, in deren Gazetten, viel Lob für seine Politik. Nur ganz, ganz wenige in der Partei griffen sich deshalb stets an den Kopf, konnten sich aber nicht durchsetzen. Ein Filialleiter der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung räumte zumindest ein, Brizolas PDT sei aus „pragmatischen Gründen” in die Sozialistische Internationale aufgenommen worden:”Man war froh, daß überhaupt eine Partei aus Lateinamerika wie die PDT dazugehört – und schaute nicht so genau hin, was diese tut.” Brizola hielt beste Beziehungen zum letzten Diktaturpräsidenten, dem Geheimdienst-General Joao Figueiredo, seine PDT ging immer wieder Wahlbündnisse mit der Partei des Militärregimes ein. Alles kein Problem für SI und SPD. Die Gangsterbosse tauften eines ihrer wichtigsten Produkte, jene kleinen Kokaintütchen, auf „Brizola” – ihm zu Ehren. Des PDT-Chefs rechte Hand, der von Europas Intelligentsia bis heute vergötterte „Anthropologe”, Schriftsteller und Kongreßsenator Darcy Ribeiro, verstand sich gemäß hiesigen Medienberichten ebenfalls bestens mit dem organisierten Verbrechen. Historisch wurde ein Foto von 1986: Gouverneurskandidat Ribeiro auf einem Wahlkampfbankett mit schwerreichen Unterwelt-Bossen – Capitao Guimaraes, laut Zeugenaussagen einer der berüchtigtsten Folterknechte aus der Diktaturzeit sagt neben ihm ins Mikrophon:”Wir unterstützen den Kandidaten, der uns unterstützt.” Darcy Ribeiro, 1997 gestorben, Sexist und Stammtischpornograph der übelsten Sorte, fiel einmal , wie laut Zeitzeugen durchsickerte, beim Interview im Hotelzimmer sogar über eine Schweizer Journalistin her, belästigte sie sexuell. Auf der UNO-Umweltkonferenz von 1992 in Rio de Janeiro ließ sich Ribeiro vor NGO-Machos, so Zeitzeugen,  in nicht zitierfähiger Weise über die “Löcher”(Buracos) der schweizerischen, deutschen und nordamerikanischen Frauen aus. Brizola und Darcy Ribeiro verherrlichten stets den Diktator Getulio Vargas.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/29/rio-de-janeiro-armee-major-von-banditen-erschossen-in-slumregion/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

Hintergrundtext

Köpfen, vierteilen, lebendíg verbrennen.

Luxus und Elend von Rio.

Reinaldo Guarany, Stadtguerrilhero im Ruhestand, weiß, wie man mit Maschinenpistolen umgeht. 1970, wãhrend der Militärdiktatur, richtet er eine in Rio auf die Bewachertruppe des deutschen Botschafters Ehrenfried von Holleben.  Setzt sie mit einigen Feuerstõßen außerGefecht, reißt den verdatterten Dlplomaten aus seiner Luxuskarosse, packt ihn mit Hilfe eines Companheiro in eine nach Chloroform duftende Holzkiste. Die Entführung gelingt, von Holleben kommt frei, nachdem 40 Gegner der Foítergeneräle aus den Verließen geholt und nach Algerien ausgeflogen worden sind.  Deutsche, belgische oder nordamerikanische Maschinenpistolen, die Guarany seinerzeit vom chilenischen Exil aus für die Guerrilla in Argentinien, Uruguay und Brasiiien importierte, faßt der inzwischen úber 50-jährige heute nicht mehr an,sieht sie indessen alleTage, nurSchritte von seinem Hãuschen entfernt, auf sich gerichtet. Wir fahren eine enge steile Straße des malerisch wirkenden Bergstadtteils Santa Teresa hinunter – an der ersten Biegung blinkt bereits eine verchromte MPi. In fünfzehn langen Minuten, bis ein verkeilter LKW endlich weiterkommt, brauchte der nur mit Shorts bekleidete 12-jährige nur einmal durchzuziehen, und alle im Auto wären hinüber.  Guarany wird nicht ein bißchen mulmig: ,,Noch vor zwei Jahren habe ich hier viele Jungs Murmeln spielen sehen, die mir heute mit MPis begegnen – sie wurden Soldados des organisierten Verbrechens, prahlen damit herum, rühmen die Banditenchefs ais ihre Helden!”Die Zeiten haben sich geändert – seit 1985 ist Brasilien wieder eine Demokratie, und Entführungen von Geldleuten, nicht mehr Diplomaten und Politikern, wurden in Rio so hãufig, daß sich kaum noch jemand darüber aufregt und die Medien längst nicht mehr alle Fälle registrieren. Der illegale Besitz von eingeschmuggelten Mpi stieg enorm.  ,,Wáren wir damals nur fünfzehn Minuten bewaffnet in Santa Teresa auf der Straße geblieben”, so Guarany bitter-humorig, ,,hätten die sicher sogar ein Kriegsschiff hierher in die Berge geschickt.”Einen Steinwurf von Guaranys Häuschen entfernt,beginnt das pompöse Anwesen einer der reichsten Familien Brasiliens, die ein Bataillon von Hausbediensteten beschäftigt.  Schaut deralsRomanschreiber.Fachbuchautor, Ghostwriter, Úbersetzer, Rechtsexperte, Betriebswirt und auch noch erfolgreicher Bildermaler vielbeschàftigte Ex-Guerrilheiro dagegen von seinem Balkon die Santa-Teresa-Berge hinunter, sieht er nur Slums, Favelas, die wie sämtliche rund 800 Rios in Feudalmanier grausam wie im Mittelalter von Herren úber Leben und Tod regiert werden.  Manche lassen sich sogar die Füße küssen, haben mit Dutzenden von Geliebten Dutzende von Kindern, erhalten Heldenbegräbnisse. Banditenchefs mit Namen wie Rambo oder Robocop und Minireichen wie Ratolândia(Rattenland) oder Buraco Quente (Heißes Loch) dinieren in den besten Restaurants, kaufen in den teuersten Boutiquen der Mittel- und Oberschichtsviertel Ipanema, Leblon oder Barra, benutzen nicht selten sogar Computer, Laptop und Internet, haben indessen keine Hemmungen, Mißliebige, vom Normendiktat abweichende Slumbewohner zu kastrieren, zu köpfen, zu vierteilen, aufzuspießen oder sogar lebendig zu verbrennen.lm Slum Vidigal, der direkt an das Sheraton-Hotel grenzt, ließ Banditenboß Giovani zwei 14-jährige Màdchen von seinen meist minderjährigen Soldados aus ihren Baracken holen und auf die wichtigste Favela-Straße, die Avenida Presidente João Goulart bringen.  Dort wurden ihnen vor allen Leuten die Füße durchschossen.  Sie hatten gewagt, einem anderen, mit Giovani verwandten Mädchen eine Ohrfeige zu verpassen, weil es mit dem neuen Freund einer der beiden ausgegangen war.  Ein Bewohner kommentíerte: “Die beiden baten, bei der Liebe Gottes, nicht zu schießen, aber das half nichts. Hier ist es so. Wer sich nicht an die Regeln hält, hat die Strafe sicher.” Zu den Regeln gehört das “Lei do Silencio”, Gesetz des Schweigens: Zu niemandem ein Wort über Favela-Vorgänge!Zuvor verdächtigt Gringo, ein anderer Neofeudalist von Vidigal – den Bewohner Boca Mole, für die Polizei zu spionieren. Zeugen sehen, wie dem Mann mit einer Zange die Zunge herausgerissen und mit einem Messer die Ohren abgeschnitten werden. Zunge und Ohren werden auf öffentlichem Platz fúr jedermann sichtbar an einem Pfahl angenagelt.Nebenan in Ipanema, stimuliert derartiges keinen aus derreichlich vertretenen intellektuellen Elite mit den Sorbonne-und Harvard-Diplomen zu tieferem Nachdenken, Reflektieren oder gar zu einer Aktion. Staatschef FernandoHenrique Cardoso, Soziologe, und seine Frau Ruth, Anthropologin, úbergehen das Thema schließlich auch mit Schweigen. Die Boys und Girls from Ipanema, viele davon Uni-Studenten, mucksen sich gleich gar nicht. Sie haben Wichtigeres, Hehreres im Auge – für das Recht auf freien Marihuana-Konsum am vielbesungenen, weltbekannten Strand wurde mit allen politischen Mitteln, darunter Demos, Pfeifkonzerte, Flugblattaktionen und sogar Rund-Tisch-Gesprãche mit Politikern und Intellektuellen heftig gekämpft, die Presse war voll davon. Daß Marihuana (und die anderen ebenso rege verbrauchten Modedrogen wie Kokain und Crack) nur von moralisch-ethisch einwandfreien Lichtgestalten wie Giovani, Gringo und dessen Anhang zu haben ist, die freundschaftliche Beziehungen zu den immer unentbehrlicheren, sozial zusehends aufgewerteten Dienstleistern vom nahen Hügel als Kehrseite, Nebenprodukt das Terrorregime in den Slums haben, fällt dabei glatt unter den Tisch. Charles Fábio Vidal, 18, wollte in der an einem Steilhang úber Ipanema gelegenen Favela ‘Morro do Cantagalo’ kein Soldado an den von Studenten, Alternativen und Jungunternehmern frequentierten Drogendepots sein – zur Strafe durchschossen ihm die Banditen seines Slums die Hände mit einem Revolver. Wer die Rekrutierung ablehnt, kann sogar getòtet werden. In einem Slum der Nordzone wurden nicht weniger ais 21 Jugendlichen nach Folterungen die Hánde mit Schüssen perforiert Alba Zaluar, Brasiliens führende Gewaltexpertin, eine Art einsame Ruferin in der Wüste, sieht in den rasch wachsenden Slums eíneneue tyrannische Kultur feudalistisch-machistiscner Werte inzwischen fest installiert. Von den Autoritäten werde dies hingenommen.Ex-Guerrilheiro Guarany geht noch einen Schritt weiter – spricht von einer “Komplizenschaft des Staates” mit den Drogengangstern dês organísierten Verbrechens. Diese sind übrigens verrúckt nach importierten Brutalo-Filmen, holen sich aus ihnen womõglich Anregungen: Ein Geistlicher sieht, wie in einem Slum Rios mit einem abgehackten Kopf Fußball gespielt wird. Eine Rechtsanwältin kennt einen Zeugen, der ihr berichtete, wie inmitten von Freiluft-Discos Jugendliche lebendig  verbrannt wurden. Derartiges tat auch der 1995 von Rivalen erschossene Gangsterboß Nem Maluco: Ais die Eltern einer Jugendlichen nicht einverstanden waren, daß er ihre Tochter zur Geliebten machte, befahl er Kumpanen, ein großes Loch zu schaufeln.  Die Eltern wurden gezwungen, sích hineinzulegen.Nem Maluco úberschüttete sie mit Spiritus, ließ sie ver-brennen. Der Geruch verkohlten Fleisches zog úber dieFavela – doch jedermann blieb aus Angst passiv in seinerHútte. Ein Mädchen wollte sich nicht hingeben – derGangsterboß einer anderen Favela schlitzte sie daraufhinvon unten bis oben mit einem Messer auf. Leichen sollenoft zwecks Abschreckung ím Gassenlabyrinth liegenbleiben- jedermann jeden Alters muß mit ansehen, wieGeier und freilaufende Schweine diesen die Gedärme meterlang herauszerren, die Toten schlíeßlích ganz oder  teílweíse auffressen.Die Liste von nahezu unvorstellbaren Untaten läßt sich beliebig verlângern. Jurandir Freire Costa, Therapeut und Direktor des Instituts für Sozialmedizin an der Universitát von Rio, hat eine Erklärung fúr das Desinteresse der Bessergestellten Rios, Sao Paulos, Salvadors oder Fortalezas am Los der Slumbewohner: Die Mittel- und Oberschicht spricht diesen den Gleichheitsgrundsatz ab, definiert sie quasi ais Nicht-Menschen, reagiert daher mit extremer Indifferenz und Akzeptanz auf jede Art von Gewalt gegen diesen Bevölkerungsteil. Daß Slumbewohner kaum ein Minimum an Menschenrechten genießen, ist somit irrelevant.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/30/rio-de-janeiro-rund-50-ngo-menschenrechtsaktivisten-fordern-liste-der-bei-militareinsatz-erschossenen-und-unabhangige-ermittlungen-berichten-von-polizeiubergriffen/

Brasiliens Bürgerfreiheiten – über 8o Prozent veränderten wegen zunehmender Gewalt und Kriminalität die Lebensgewohnheiten, 54 Prozent verlassen nachts nicht mehr das Haus, laut neuer Studie. **

Gemäß der Ibope-Umfrage waren 79 Prozent in den letzten 12 Monaten Zeuge einer Gewalttat, 8 Prozent sahen sogar einem Mord zu. 63 Prozent tragen nie Geld bei sich, 2 Prozent kauften eine Waffe(ein Großteil hat die längst, legal oder illegal). In Millionenstädten wie Rio de Janeiro und Sao Paulo ist zum größten Teil des Stadtgebiets bereits seit Jahren kein freier Zugang mehr möglich, vor allem in den vom organisierten Verbrechen beherrschten Slums. Vor dem Besuch der Elends-und Armenvierteln wird auch in den Reisehinweisen westlicher Länder gewarnt. Angesichts dieser Lage erhält Brasilien im Zuge des Wertewandels aus Mitteleuropa sehr viel Lob.

YouTube über lebendiges Verbrennen in Matupá:

http://www.youtube.com/watch?v=I2ql0CUxXKw&feature=related

Von Slumperipherien wie in Fortaleza wird zum Jahresende 2011 bekannt, daß dort Lynchen auffällig häufiger wird. Schon der Verdacht, ein Fahrrad gestohlen zu haben, reiche aus, um von einer Gruppe oder Menschenmenge totgeschlagen zu werden, betonten Slumbewohner gegenüber dieser Website. 

Lynchen in Rio:

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/01/rio-de-janeiro-neue-proteste-gegen-gewaltkultur-in-der-wm-und-olympiastadt-92-prozent-der-morde-straffrei/

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Ausriß. Zuschauen, wie jemand in Rio de Janeiro lebendig verbrennt…Könnten Sies?

”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst.” Deutschsprachige Tourismuspropaganda. Was in Kommerz-Reiseführern fehlt…

Am Tag des Adveniat-Gottesdienstes von Sao Paulo 2011 – kranker Busfahrer gelyncht: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/28/brasiliens-lynchpraktiken-neuester-fall-in-sao-pauloeine-feige-tat-digeane-alves-ehefrau-des-gelynchten-busfahrers/

“Hätte jedes Land einen Präsidenten wie Lula, dann wäre unsere Welt ein besserer Ort. Er ist kein Politiker, er ist ein Staatsmann.” Deutscher Leserbrief an die “Zeit”.

(more…)

Brasiliens Zeitungen, brasilianischer Fotojournalismus – eine Fundgrube für Medieninteressierte, Kommunikations-und Kulturenforscher, sensible Brasilienreisende, politisierte Alternativtouristen, DAAD-Austauschstudenten, Ethik-Lehrer. Armenviertel, Gewaltkultur und Menschenrechte. Befreiungstheologe Frei Betto: “Barbaritycracy”. Schweizer Fotograf Barnabas Bosshart in Rio-Slums, Paulo Lins(City of God), Oskar Negt. Anthropologe Gilberto Velho, CONECTAS-Fotodokumentation, Amnesty.

Sonntag, 05. September 2010 von Klaus Hart

Fotoserie, Teil 2:http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/26/brasiliens-zeitungen-brasilianischer-fotojournalismus-teil-2-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

“Schönheit und Fäulnis”. Neue Zürcher Zeitung/NZZ – Klaus Hart:https://www.nzz.ch/schoenheit_und_faeulnis-1.700750

 

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/1108/nachrichten/0023/index.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/

Wie Barack Obama den Tropenstaat Brasilien bewertet: “Brasilien ist eine beispielhafte Demokratie. Dieses Land ist nicht länger das Land der Zukunft – die Menschen in Brasilien sollten wissen, daß die Zukunft gekommen ist, sie ist hier, jetzt”.

“Von allen linken Präsidenten hat Lula, der als am wenigsten links eingeschätzt wird, die größten Erfolge.” Gregor Gysi

Blutbad September 2012:

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“Ich glaube, ihr seid auf einem fabelhaft guten Wege.” Helmut Schmidt(SPD) zu Lula 2009 in Hamburg…

Wir lernen von anderen und besonders gerne von Brasilien.” Bundesaußenminister Guido Westerwelle/FDP

Deutscher Bundespräsident Walter Scheel, FDP: “Die Toleranz ist das Grundprinzip der brasilianischen Rassendemokratie. Konflikte friedlich zu lösen, ist alte Tradition in ihrem Land.” Scheel zeichnete den Folterdiktator Ernesto Geisel während der Militärdiktatur mit dem Großkreuz zum Bundesverdienstorden der Sonderklasse aus.

Zeitungsausriß.   http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/28/dilma-rousseff-verspricht-auf-siegeskundgebung-als-staatsprasidentin-nicht-zuzulassen-das-die-kinder-und-jugendlichen-zu-opfern-von-crack-und-gewalt-werden-crack-und-damit-verbundene-gewalt/

Wie Lula im Dez. 2012 in Berlin sagte,  lebt Lateinamerika derzeit in einer Ära von “Frieden und Fortschritt”.  (a “era de paz e progresso” que a América Latina está vivendo na atualidade)

In mitteleuropäischen Medien wird auch  2012 wahrheitswidrig behauptet, brasilianische Polizeieinheiten hätten in den letzten Jahren die Slums von Rio de Janeiro aus der Herrschaft von Kommandos der Drogenbanditen befreit.  

Lula in Berlin:  http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/03/pressekonferenz-mit-lula-in-berlin-keine-einzige-frage-zu-gravierenden-von-amnesty-international-kritisierten-menschenrechtsverletzungen-wie-folter-scheiterhaufen-todesschwadronen-sklavenarbeit/

Britischer Premier Cameron in Rio-Slum 2012: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/01/brasilien-britischer-premierminister-david-cameron-besucht-unter-starkem-geleitschutz-der-militaerpolizei-beruechtigte-slumregion-complexo-da-mare-in-rio-de-janeiro-laut-landesmedien-offenbar-keine/

   http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/10/brasilien-wieder-blutbad-an-jugendlichen-in-der-wm-und-olympia-stadt-rio-de-janeiro-sechs-heranwachsende-erschossen-viel-lob-aus-mitteleuropa-fur-angeblich-bessere-sicherheitslage-in-rio/

2013 startet Deutschlandjahr in Brasilien:  http://www.alemanha-e-brasil.org/de

Scheiterhaufen-Rap, anklicken:   http://www.topfunk.net/musica/mr-catra-e-raffa-microondas/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/12/brasilien-das-neueste-blutbad-von-rio-de-janeiro-und-die-unveranderten-soziokulturellen-strukturen-warum-brasilia-die-autoritaten-von-rio-aus-mitteleuropa-soviel-lob-fur-angebliche-sicherheitsanst/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/10/medienqualitat-heute-weitere-gezielte-niveauabsenkung-konstatiert-und-offenbar-wissen-wir-trifft-der-trend-allgemein-zu-der-in-der-schweiz-beobachtet-wurde-von-der-gesellschaft-und-der-welt-im/

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Lynchjustiz in Rio de Janeiro – Ausriß – Nachrichtenmagazin “Isto é “. Das Opfer wird lebendig verbrannt. “Isto é interviewt die Lyncherin, die Holz aufschichtete und das Feuer entzündete, schürte.” Wie das Foto zeigt, sind brasilianischen Kindern und Jugendlichen derartige Situationen geläufig – die Fotos davon ohnehin.

“RIO DE JANEIRO – Stadt der Lebensfreude – Original Stürtz-Kalender 2017″.

“BRASILIEN – Land der Lebensfreude: Original Stürtz-Kalender 2018″.

Brasilianische Autoritäten lassen regelmäßig Beteuerungen über eine Besserung der Gewalt-Situation in auflagenstarke europäische Medien durchschalten.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/0102/medien/0019/index.html

Wie in deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften die  Situation interpretiert wird:

”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst.” Deutschsprachige Tourismuspropaganda. Was in Kommerz-Reiseführern fehlt…

Folter in Lateinamerikas größter Demokratie: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/

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Terrorattacke von Banditenkommandos auf Bus in Rio – mindestens 13 Verletzte. Video anklicken. Banditenterror, Scheiterhaufen, Slum-Diktatur. ThyssenKrupp in Rio. Wie üblich keine Medien-und-Kolumnisten-Proteste gegen gravierende Verletzung von Slumbewohner-Menschenrechten. Paulo Coelho, Tony Blair.

Mittwoch, 03. März 2010 von Klaus Hart

http://g1.globo.com/Noticias/Rio/0,,MUL1513733-5606,00-VIDEO+AMADOR+MOSTRA+ONIBUS+EM+CHAMAS+NA+CIDADE+DE+DEUS.html

Fünf Buspassagiere, darunter mehrere Frauen, liegen mit lebensgefährlichen Brandwunden, vor allem im Gesicht, im Hospital. 2006 waren bei einem Terroranschlag der politisch einflußreichen Banditenkommandos auf einen Bus von Rio de Janeiro acht Menschen durch die Flammen umgekommen. 2005 waren es bei einer ähnlichen Attacke 5 Todesopfer und 14 Verletzte.

Wem nützt die Banditendiktatur? http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/

Grünen-Politiker Alfredo Sirkis: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/07/weiter-folter-in-brasilien-lokale-militardiktatur-des-organisierten-verbrechens-uber-slums-unter-lula-regierung-laut-brasilianischem-grunen-politiker-alfredo-sirkis-peter-scholl-latour-uber-bra/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/

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Kein IS-Terror – Medienfoto von Geköpften aus Brasilien – strategischer Partner der Merkel-Gabriel-Regierung. Ausriß.

Paulo Coelho und die Methoden der britischen Außenpolitik:http://www.hart-brasilientexte.de/2018/03/14/paulo-coelho-und-die-methoden-der-britischen-aussenpolitiku-a-voelkerrechtswidriger-aggressionskrieg-gegen-den-irak-rd-15-mio-tote-meist-zivilisten-wie-theresa-may-2018-tony-blair-kopiert-de/

“Schönheit und Fäulnis”. Neue Zürcher Zeitung/NZZ – Klaus Hart:https://www.nzz.ch/schoenheit_und_faeulnis-1.700750

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Brasilien: “Tropa de Elite 2″ – in Rio de Janeiro beginnen Dreharbeiten für Fortsetzung des Berlinale-Gewinners. “City of God”.

Montag, 01. Februar 2010 von Klaus Hart

Oscar Niemeyer: Gebäude in Sao Paulo – California, Eiffel, Montreal, COPAN. Niemeyers Architektur – in Europa häufig als einzigartig und beispielhaft gerühmt. Niemeyer – “Legende der Moderne”. “Oscar Niemeyer – the godfather of modern architecture in Brazil.” Pritzker-Preisträger Mendes da Rocha. “Memorial da America Latina” – Fotoserie. Wie Niemeyer mit der Militärdiktatur zusammenarbeitete…Wahlhilfe für Diktaturaktivisten. Massaker an Bauarbeitern Brasilias in Mitteleuropa gewöhnlich verschwiegen, ebenso wie die grauenhaften, inhumanen Arbeitsbedingungen.

Sonntag, 31. Januar 2010 von Klaus Hart

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/14/art-das-kunstmagazin-uber-oscar-niemeyer-das-leben-ist-ein-hauch/

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California

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/30/oscar-niemeyer-bauten-in-sao-paulo/

Chris Dercon wird Intendant der Berliner Volksbühne?

http://www.hart-brasilientexte.de/2015/04/23/berliner-volksbuehne-chris-dercon-wird-intendant-illustrierte-der-spiegel-chris-dercon-ueber-oscar-niemeyer-eine-unglaublich-sinnliche-architektur/#more-33926

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Ausriß. Lula bei Schmidt in Hamburg.

“Ich glaube, ihr seid auf einem fabelhaft gutem Wege.” Schmidt zu Lula 2009…

Schmidt:”Ich kenne Oscar Niemeyer – und ich habe einen großen Respekt vor ihm…Ich war einer, der dafür gesorgt hat, daß er den japanischen kaiserlichen Kunstpreis für Architektur bekommen hat. So habe ich Oscar Niemeyer in Tokio kennengelernt.”(Extrem stark beschnittenes Gespräch Schmidt-Lula auf youtube)

“Ist Brasilia unmenschlich?” DIE ZEIT 1967, Helmut Schmidt/SPD ist noch nicht Mitherausgeber, steuert noch nicht die Inhalte:http://www.zeit.de/1967/50/ist-brasilia-unmenschlich/komplettansicht?print=true

Oscar Niemeyer und das Massaker an Bauarbeitern während der Errichtung von Brasilia:

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/11/brasilia-50-und-das-massaker-an-bauarbeitern/

Henry Kissinger spricht auf Trauerfeier für Helmut Schmidt in Hamburg:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/17/henry-kissinger-haelt-rede-auf-staatsakt-fuer-helmut-schmidtspd-am-23-11-2015-in-hamburg-kissinger-und-schmidt-viele-gemeinsame-wertvorstellungen/

DIE ZEIT und der Tod des Mitherausgebers Helmut Schmidt/SPD 2015 – was alles in den Nachrufen fehlt:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/12/die-zeit-und-der-tod-des-mitherausgebers-helmut-schmidtspd-2015-was-alles-in-den-zeit-nachrufen-fehlt/

Kuriose Mythenbildung um Schmidt und Lula:

http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/11/helmut-schmidt-2015-gestorben-mainstream-verbreitet-falschmeldungen-kuriose-mythen-schmidt-hatte-angeblich-den-damaligen-gewerkschaftsfuehrer-lula-begehrt-bei-unternehmern-als-verhandlungs-und-g/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/29/brasilien-memorial-da-america-latina-in-sao-paulo-entworfen-von-oscar-niemeyer-teilweise-in-brand/

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Ausriß, Oscar Niemeyer neben José Sarney, Chef der Diktaturpartei ARENA während des Militärregimes, danach Staatschef Brasiliens – bei der Besichtigung des Memorials für Lateinamerika, 1988.  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/

Kriegsverbrecher Gustav Wagner, stellvertretender Kommandant des KZ Sobibor, SS-Oberscharführer,  berüchtigter sadistischer Judenmörder – von der Militärdiktatur Brasiliens nicht ausgeliefert:   “Die deutsche Regierung stellte ebenfalls ein Ersuchen auf Auslieferung, das jedoch vom Obersten Gerichtshof Brasiliens am 22. Juni 1979 zurückgewiesen wurde.” Wikipedia

Während des Militärregimes projektierte Niemeyer das Hauptquartier der Streitkräfte in Brasilia: “…  o comunista desenhou o projeto do Quartel-General do Exército, no Setor Militar Urbano. A construção monumental saiu do papel nos anos mais difíceis da ditadura. Ainda nessa época, ele projetou o Palácio do Jaburu, que foi ocupado por alguns dos militares mais linha-duras do regime.”(Landesmedien)

Memorial-Fotoserie: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/07/oscar-niemeyer-memorial-da-america-latina-in-sao-paulo-architekturkritik-von-joaquim-guedes-fotoserie/

Architekturkritiker Fernando Serapiao – das 2013 abgebrannte Niemeyer-Auditorium:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/12/02/brasiliens-architekturkritiker-fernando-serapiao-uber-memorial-da-america-latina-dessen-auditorium-2013-abbrannte-memorial-projekt-von-oscar-niemeyer-ging-fehl-ist-eine-farce/

Chris Dercon, Direktor des Hauses der Kunst in München:”Aber immerhin erreicht er mit seiner Ideologie unglaublich sinnliche Architektur.”  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/13/wie-oscar-niemeyer-mit-der-brasilianischen-militardiktatur-zusammenarbeitete-die-liste-aller-projekte-in-den-jahren-des-folterregimes-von-1964-bis-1985/

Die Folha de Sao Paulo gibt 2012  die Position des Herausgebers des Mondadori-Verlags in Milano  über Oscar Niemeyer, den Architekten des Verlagsgebäudes, gegenüber einer brasilianischen Journalistin wieder:

“Sage ihm, daß es eine Folter ist, in diesem Ambiente zu sein. Das Licht von draußen knallt einem direkt ins Genick, die Belüftung ist unerträglich und thermisch, von der Wärmeregulierung her,  ist es die Hölle.” 

“Der Kurvenstar”: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/2345

Wahlhilfe für Diktaturaktivisten: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/10/kommunist-oscar-niemeyer-macht-wahlwerbung-fur-den-oligarchie-rechten-marco-macieldem-maciel-ist-intelligent-und-uberaus-ehrlich-wie-brasiliens-politik-funktioniert-stalin-war-phantasti/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/25/claude-lanzmann-kritisiert-architekt-oscar-niemeyer-er-ist-ein-krimineller-ich-habe-keinerlei-hochachtung-fur-oscar-niemeyer/

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Brasilien, “Oscar Niemeyer – Das Leben ist ein Hauch.” PR-Film über den Stalin-Fan nun auch in den deutschsprachigen Kinos. Was alles fehlt… Lob für Film in Europa, Verrisse in Brasilien(“Huldigungsfilm”, “Beleidigung des Kinos”). Keine Diskussion über die mehr als 500 CIEP-Schulen von Rio – Niemeyers Hauptwerk. “Meine schlimmste Zeit” – Paulo Lins(City of God) als CIEP-Lehrer. Peter Scholl-Latour. “Stalin war phantastisch.” Wie Niemeyer mit der Militärdiktatur zusammenarbeitete…Wahlhilfe für Diktaturaktivist.

Donnerstag, 14. Januar 2010 von Klaus Hart

http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/oscar-niemeyer-das-leben-ist-ein-hauch,3980216,ApplicationMovie.html

http://www.updatefilm.de/trailer/oscar-niemeyer-%E2%80%93-das-leben-ist-ein-hauch

Entstanden 2007 zu seinem 100. Geburtstag, lässt der Film den Stararchitekten selbst die Geschichte seiner großen Bauprojekte erzählen.”

Brasilianische Filmkritik: http://74.125.47.132/search?q=cache:Tq_Jnm-qHx8J:www.revistacinetica.com.br/niemeyersopro.htm+A+vida+e+um+sopro+Niemeyer+critica&cd=23&hl=pt-BR&ct=clnk&gl=de

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Ausriß, Oscar Niemeyer neben José Sarney, Chef der Diktaturpartei ARENA während des Militärregimes, danach Staatschef Brasiliens – bei der Besichtigung des Memorials für Lateinamerika, 1988.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/14/art-das-kunstmagazin-uber-oscar-niemeyer-das-leben-ist-ein-hauch/

“Brasilia – ein teurer Fehler”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/21/brasilia-50-eine-postkartenansicht-umzingelt-von-misere-brasiliens-qualitatszeitung-o-estado-de-sao-paulo/

Wer manche hochgelobte deutsche Kritiken des Niemeyer-Streifens mit brasilianischen Einschätzungen vergleicht, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Stilmätzchen, leeres Geschwätz, Boulevard-Plauderton statt orientierender Information, sogar der mehrfache Versuch, deutsche Leser, Hörer solcher Kritiken ziemlich brutal für dumm zu verkaufen. Motto: Das macht doch nichts, das merkt doch keiner, Brasilien ist weit weg. So vermißt Luiz Zanin Oricchio, einer der wichtigsten brasilianischen Filmkritiker, der gewöhnlich für die Qualitätszeitung “O Estado de Sao Paulo” schreibt, daß auf Widersprüchlichkeiten Niemeyers in dem Film verzichtet wurde – dessen Werk und Vorgehensweisen seien keineswegs vor Polemik geschützt. Manche deutsche Ober-Kritiker schreiben, merken von solchen Widersprüchlichkeiten nichts, verlegen sich, mangels Sachkompetenz(?)  auf Lobhudelei, die die brasilianische Seite just als Schwäche des Niemeyer-Films hervorhebt. Oricchio beispielsweise nennt den Streifen einen “Huldigungsfilm” und zitiert ausdrücklich den auch auf großen Auslands-Filmfestivals vorgestellten, mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm des brasilianischen Regisseurs Vladimir Carvalho über das Massaker an Bauarbeitern Brasilias. Da werde ein wütender Niemeyer gezeigt, als er gebeten worden sei, einige obskure Fakten der Errichtung Brasilias, wie den Tod von Arbeitern, zu erklären. Niemeyer hatte den Bau von Brasilia mitbeaufsichtigt – und somit ganz direkt mit allen derartigen Vorfällen zu tun. Das Massaker wird in Brasilien nicht nur wegen des mehrfach preisgekrönten Carvalho-Dokumentarfilms nach wie vor erörtert, zudem in ausländischen Fachpublikationen beschrieben. Wenn selbst Oricchio in seiner Filmkritik die Leser ausdrücklich an das Massaker erinnert und damit bestimmte Werte, eine  bestimmte Berufsethik manifestiert – warum unterschlagen dann manche deutschen Kritiker, die natürlich von den grauenhaften Vorgängen, den entsetzlichen Arbeitsbedingungen beim Bau Brasilias ebenso wissen, ganz gezielt und systematisch diesen Sachverhalt, und nicht erst seit heute? Man wüßte gerne die Hintergründe, die Interessenlagen, die versteckten Absichten.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/13/wie-oscar-niemeyer-mit-der-brasilianischen-militardiktatur-zusammenarbeitete-die-liste-aller-projekte-in-den-jahren-des-folterregimes-von-1964-bis-1985/

Warum dieses Weiterstricken des Brasilia-Mythos – statt sachlich, objektiv die wenig erbaulichen Fakten zu nennen? Oricchio steht mit seinen Bewertungen keineswegs allein da, andere seriöse brasilianische Kritikerkollegen analysieren noch weit schärfer, zeigen didaktisch die vielen Schwächen des “Huldigungsfilms”und seiner Hauptperson auf. “Uma historia superficial”, eine oberflächliche Geschichte, gar eine Beleidigung des Kinos, lautet ein gut begründetes Kritikerurteil, während man in deutschen Texten nicht selten infantilen Personenkult zu ertragen hat. Und ausgerechnet Niemeyers sehr bezeichnenden Stalin-Kult in den Kritiken permanent zu verheimlichen, wirkt ebenfalls kindisch. Oder gibts da Auflagen? “Stalin war phantastisch”, sagt Niemeyer.

“Stalin war phantastisch”: http://diariodonordeste.globo.com/materia.asp?codigo=494208

Laut deutschen Filmkritiken ist Niemeyer gegen Bauen in Serie, gegen immergleich Eckiges . Ein schlechter Witz, grundfalsch – es reicht, sich Niemeyers eigentliches Hauptwerk, die über 500 öffentlichen CIEP-Schulen von Rio de Janeiro anzusehen. Massenproduktion aus vorfabrizierten Betonteilen, alles seriell, und vor allem abstoßend eckig und grau, von individuellen Formen keine Spur, alles ziemlich entsetzlich für Schüler und Lehrer. Keineswegs ein einmaliger Ausrutscher Niemeyers, Eckig-Serielles von ihm steht vielerorts herum. Deutsche Kritiker-Sachkenntnis also Null. http://www.ila-web.de/brasilientexte/niemeyer.htm

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Niemeyer-Bauten in Sao Paulo: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/31/oscar-niemeyer-gebaude-in-sao-paulo-california-eiffel-montreal-copan/

Ganz verrückt, und zudem politisch interessant wirds, wenn deutsche Kritiker ihre Lobhudelei auch noch ausgerechnet auf die 30er und 40er Jahre Brasiliens ausdehnen. In dieser Zeit kam ein Hitlerfan und Judenhasser in Brasilien hoch, schließlich sogar durch einen Militärputsch an die Macht – Getulio Vargas. Gemäß den brasilianischen Historikerquellen wurde just unter Vargas die Repression institutionalisiert, wurde gefoltert, gemordet, ließ man politische Gegner verschwinden. Großartige Zeiten? Vielleicht aus der Sicht Niemeyers, seiner heutigen Bejubler – große brasilianische Schriftsteller wie Graciliano Ramos, den man wie Ungezählte einkerkerte, haben über diese Phase natürlich andere Positionen. Die Jüdin Olga Benario wurde von Vargas gar an Hitlerdeutschland ausgeliefert, in Bernburg vergast. Die Vargas-Epoche war gemäß den brasilianischen Historikern “Tirania”, Tyrannei – doch siehe da, just Oscar Niemeyer und sein Kumpel Lucio Costa arbeiteten für die Vargas-Diktatur. Solchen Aha-Effekt, der der Wirkung des “Huldigungsfilms” womöglich abträglich wäre,  gönnen manche deutschen Filmkritiker ihren Lesern, Hörern offenbar nicht, setzen weiter aufs infantile Verschweigen. Diktator Vargas war intelligent, zynisch und gerissen – man erinnert sich, wie er sogar den Juden Stefan Zweig einkaufte, im Gegenzug gegen ein Dauervisum jenes entsetzliche “Brasilien, ein Land der Zukunft” hinzuschludern. Leute wie Niemeyer, sogar Komponisten wie Heitor Villa-Lobos ins Boot zu holen, zählte zu den vielen geschickten Schachzügen von Vargas – ein großer deutscher Diktator betrieb damals eine gleiche Politik, man erinnert sich. Und bildete für Vargas gar die Geheimpolizei aus, brachte ihm und seinen Leuten bei, wie man ordentliche PR betreibt. Die “Abteilung für Presse und Propaganda”, geleitet von Lourival Fontes, einem “brillanten rechtsgerichteten Intellektuellen”, wie die brasilianischen Historiker analysieren, kontrollierte sämtliche journalistischen und kulturellen Aktivitäten, förderte den Personenkult um den Diktator Vargas. Noch so ein Aha-Erlebnis, das mit der Thematik intensiv befaßte Filmkritiker den Leuten offenbar nicht gönnen. Sogar der damalige Vargas-Minister Gustavo Capanema kommt in deutschen Filmkritiken gut und kritiklos weg. Capanema war immerhin Mitgründer einer paramilitärischen Legion, die Prinzipien faschistischen Charakters pflegte und den Uniformschnitt von den deutschen Nazis übernahm, wie in Brasilien konstatiert wird. Und auf welcher Seite stand Capanema wohl, als 1964 die Militärs erneut putschten, erneut ein Schreckensregime in den Tropenland installierten, mit Folter und Terror? Claro, auf der Seite der Militärs. Irgendwas darüber in deutschen Filmkritiken? Einfach mal nachschauen.

(Mehr über Getulio Vargas: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/28/o-antisemitismo-nas-americas-der-antisemitismus-in-amerika-738-seiten-98-real-das-neue-werk-von-brasiliens-fuhrender-antisemitismus-expertin-maria-luiza-tucci-carneiro-diesmal-herausgeberin/)

Kolumnist Diego Mainardo über Vargas und Niemeyer:

“Jenes Klischeebild Brasiliens als Land von Samba, Karneval, Fußball, unbändiger Lebensfreude und Rassendemokratie wurde kurioserweise von Diktator Getulio Vargas, einem Hitlerverehrer und Judenhasser, in den dreißiger und vierziger Jahren produziert, wurde Teil der Auslandspropaganda. Diogo Mainardi, provokanter Kolumnist des führenden Nachrichtenmagazins „Veja”, formuliert es so:” D e r Brasilianer existiert gar nicht, ist eine Täuschung, eine Lüge. Wer den Typus des Brasilianers erfunden hat, war die Getulio-Diktatur. Die erfand eine Rasse, glorifizierte die Mischung zwischen Weißen, Schwarzen und Indianern “ Frucht einer kollektiven Vergewaltigung. Erfunden wurden Mythen, der Fußball, der Karneval, die Populärmusik. Die Getulio-Diktatur erfand d e n Brasilianer, um ihn besser beherrschen zu können.” Mussolinis Italien, aber auch Hitlers Deutschland seien hier vorbeigekommen, es habe ein „ambiente goebbeliano” gegeben. „Der Unterschied ist, daß sich Italien und Deutschland von jenem sechzig Jahre zurückliegenden totalitären Diskurs befreit haben. In Brasilien wird er gleich fortgesetzt, werden Ideen von 1930 wiedergekäut. Die großen Namen unserer Intelligentsia und unserer Kultur sind jene alten Kollaborateure der Getulio-Diktatur, die mitgeholfen haben, jenes Image vom Brasilianer zu schmieden.” Diogo Mainardi nennt Namen wie Architekt Oscar Niemeyer, Lucio Costa, Gilberto Freyre und Vinicius de Morais. „Getulio Vargas wußte, daß man am besten mit Künstlern und Intellektuellen fertig wurde, wenn man ihnen einen Job verschaffte.”

Chris Dercon, Direktor des Hauses der Kunst in München:”Aber immerhin erreicht er mit seiner Ideologie unglaublich sinnliche Architektur.”

Larry Rohter von der New York Times, der die weiter unten zitierte Bewertung schrieb, lebte und arbeitete jahrelang in Brasilien, war nahe dran an den Dingen, Ereignissen. Vermutlich schlußfolgert er deshalb über Niemeyer sehr anders als manche Trivialisten ganz weit weg vom Schuß, in der deutschen Provinz. 

“Pode-se estranhar a ausencia do contraditorio nesse filme-homenagem. Afinal, Niemeyer náo é homem de temer a controvérsia. E, como se sabe, pode ser um figuráo nacional e internacional, mas sua obra e sua atuaçáo náo estáo ao abrigo da polemica. Pelo contrario. Só para ficar num exemplo notavel, o documentario Conterraneos Velhos de Guerra, de Vladimir Carvalho, mostra um Niemeyer furioso quando convidado a explicar alguns fatos obscuros da construçáo de Brasi­lia, como a morte de trabalhadores.”(O Estado de Sao Paulo)

New York Times über Niemeyer: “Outro exemplo de um aspecto da cultura brasileira elogiado muito mais do que ele provavelmente merece é a obra do arquiteto Oscar Niemeyer. Sei que isso pode soar chocante, porque há um consenso quase universal aqui no Brasil de que Niemeyer é um genio. (…) Deixando de lado a politica stalinista de Niemeyer, que é execravel, há uma contradiçáo fundamental e irreconciliavel entre o que ele professa e a obra que ele produziu. Ele afirma querer uma sociedade baseada em princi­pios igualitarios, mas sua arquitetura, para usar a linguagem do mundo da computaçáo, náo é user-friendly. Ao contrario: ela é profundamente elitista e mesmo egoi­sta, concentrada principalmente em fazer declaraçoes grandiosas e eloqüentes por si mesmas, para satisfaçáo de Niemeyer e seus admiradores, mesmo que cause desconforto ou inconveniencia ao usuario”.

Architekt Joaquim Guedes, bestinformierter Niemeyer-Kritiker(und deshalb in Kommerzkritiken nie zitiert):”In der Menscheitsgeschichte gab es keinen anderen Architekten, für den der Staat soviel nationale und internationale Reklame organisierte wie für Niemeyer –  denn Niemeyer machte ja auch kräftig Reklame für den Staat. Über Niemeyer wurde nur verbreitet, was dieser selber hören wollte. Er arbeitete für das Militärregime, obwohl er es gleichzeitig kritisierte. Gerade während der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 realisierte Niemeyer viele Projekte. Ich bin traurig “ mit dieser formalistischen Prestigearchitektur, die nichts taugt, aber furchtbar teuer ist, hat Niemeyer meiner Architektengeneration objektiv sehr geschadet. Doch leider leben wir heute in einer Zeit, in der die Erscheinung, die Fassade, das Spektakel, die Propaganda so ungemein wichtig genommen werden. ”

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/04/oscar-niemeyer-das-lateinamerika-memorial-in-sao-paulo-kritisiert-von-architekt-joaquim-guedes-der-text-ein-klassiker-der-architekturkritik-1989-oscar-niemeyer-na-barra-funda-em-sao-paulo/

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Peter Scholl-Latour über Brasilien: “vielfältige Harmonie der Rassen, neue Menschheit”. Mauricio Pestana über das “rassistischste Land der Erde”. Jurandir Freire Costa über “ethisch-moralische Schizophrenie”. Marcus Mazzari. Wesen und Erscheinung, Klischee-Förderung, Entpolitisierung, Scheren im Kopf, Interpretations-und Deutungshoheiten. Günter Nooke und die Wahrheit. Folter und Todesschwadronen als Positiv-Kriterium: “fortschrittliche Schwellenländer wie Brasilien”. José Zapatero, EU-Ratspräsident.

Dienstag, 05. Januar 2010 von Klaus Hart

Hier sind wir nicht nur in der ‘Neuen Welt’ angekommen, hier begegnen wir einer neuen Menschheit, und die Vermutung stellt sich ein, dieses könnte die Menschheit der Zukunft sein. Mit seiner vielfältigen Harmonie der Rassen nimmt Brasilien eine ethnische Vermengung vorweg, die für den ganzen Globus Gültigkeit gewinnen könnte. Noch ist die Verschmelzung sehr unterschiedlich vorangeschritten, spart gewisse Regionen vollends aus. Niemand kann so recht erklären, wie dieses bunte Sammelsurium funktioniert, wie trotz aller Diskrepanzen eine brasilianische Einheitlichkeit und ein wachsendes nationales Selbstbewusstsein entstanden.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/26/brasilien-ist-das-rassistischste-land-der-erde-mauricio-pestana-herausgeber-von-raca-brasil-der-einzigen-schwarzen-zeitschrift-des-tropenlandes/

Scheiterhaufen: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/

Scheiterhaufen in Sao Paulo: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/05/scheiterhaufen-in-sao-paulo-mindestens-15-menschen-in-der-megacity-seit-jahresbeginn-lebendig-verbrannt-laut-landesmedien-fogo-para-matar-rivais/

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“Jeden Tag wird in Brasilien gefoltert.” Ausriß 2011UNO und Lage in Gefängnissen: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/16/brasilien-unterzeichnete-internationales-anti-folter-abkommen-setzte-es-aber-nicht-um-uno-kritik-in-genf-an-barbarischen-haftbedingungen-unter-lula-in-brasilien-szenen-der-barbarei-in-brasili/

Die jetzige Staatschefin Dilma Rousseff wurde 2002 nach dem Wahlsieg Lulas zur Ministerin für Energie und Bergbau ernannt und definiert seitdem auch die Atomenergiepolitik der “Gestaltungsmacht” Brasilien, erhält entsprechend viel Lob aus neoliberalen Ländern wie Deutschland.

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Brasilien: “City of God” – drittbester Spielfilm seit 2000 auf “Slash Film”-Ranking in den USA. Berlinale-Gewinner “Tropa de Elite”.

Sonntag, 27. Dezember 2009 von Klaus Hart

http://g1.globo.com/Noticias/Cinema/0,,MUL1427399-7086,00-CIDADE+DE+DEUS+FICA+EM+TERCEIRO+ENTRE+OS+MELHORES+DOS+ANOS+NO+IMDB.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/22/tim-maia-singt-hit-von-hyldon-aus-spielfilm-city-of-god-anklicken-casinha-de-sape-lenine-kid-abelha/

”Das System hier ist einfach verfault.” Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew 2010 im Website-Interview, als Deutschlands gesteuerter Mainstream noch die Lula-Rousseff-Regierung über den grünen Klee lobte…

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Brasilien: Tim Maia singt Hit von Hyldon aus Spielfilm “City of God” – anklicken. “Casinha de Sapé”. Lenine, Kid Abelha.

Dienstag, 22. Dezember 2009 von Klaus Hart

Das Original von Hyldon: http://www.kboing.com.br/musica-e-letra/hyldon/1017023-na-rua-na-chuva-na-fazenda-casinha-de-sape/

Tim Maia: http://www.youtube.com/watch?v=sj0G2-GiG_8

Lenine, Kid Abelha: http://www.youtube.com/watch?v=kLwNQFs1M_w

Interview mit Hyldon: http://www.mvhp.com.br/hyldonentrevista.htm

Náo estou disposto a esquecer seu rosto de vez
E acho que é táo normal
Dizem que sou louco por eu ter um gosto assim
Gostar de quem náo gosta de mim
Jogue suas máos para o céu e agradeça se acaso tiver
Alguém que você gostaria que estivesse sempre com você
Na rua, na chuva, na fazenda ou numa casinha de sapê.

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Paulo Lins, City of God: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/paulo-lins-gesichter-brasiliens/

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Crack-Kinder in Brasilien wegen Drogenschuld von umgerechnet zwei Euro häufig durch Händlerbanden ermordet, berichten Landesmedien. “Brasilien mordet seine Kinder” – Paulo Lins(“City of God”) Laut neuen brasilianischen Studien haben 7 Prozent der Crack-Konsumenten Aids – eine Rate zehnmal höher als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Sonntag, 29. November 2009 von Klaus Hart

“Maceio luta para salvar criancas do crack.” Schlagzeile von Tageszeitung O Globo.

Dem Bericht zufolge werden in der nordöstlichen Hauptstadt des Teilstaats Alagoas vom “tribunal do trafico” immer wieder Crack-Kinder zum Tode verurteilt und ermordet. “Der durch das Crack-Geschäft erwirtschaftete Reichtum bleibt nicht an der Maceio-Peripherie, sondern zeigt sich in Luxus-Appartements, Luxus-Autos an der Strandzone – zudem werden mit dem  Profit Wahlkampagnen finanziert”, wird Atila Vieira zitiert, der eine NGO leitet, die sich um Crack-Kinder kümmert. Vieira weist auf die Schnelligkeit, mit der Crack-Kinder infolge des Drogenkonsums sterben.”Für die ist nicht mal mehr Zeit, ein Straßenkind zu werden. Die sterben vorher.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/22/obdachlose-bevolkerung-sao-paulos-wachst-unter-lula-jahrlich-um-9-prozent-laut-franziskaner-zeitschrift-franziskaner-mission-fur-2009-groserer-zuwachs-erwartet/

In Sao Paulo, Rio de Janeiro und anderen brasilianischen Großstädten ist die Situation ähnlich oder gleich.

Wie Barack Obama den Tropenstaat Brasilien bewertet: “Brasilien ist eine beispielhafte Demokratie. Dieses Land ist nicht länger das Land der Zukunft – die Menschen in Brasilien sollten wissen, daß die Zukunft gekommen ist, sie ist hier, jetzt”.

 

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Typisches Crack-Kind in Sao Paulo.

Brasilien. Crack-süchtiger Junge in City von Sao Paulo, nach Drogenkonsum, laut Augenzeugen. Die Crack-Epidemie im Tropenland unter Lula-Rousseff. Drogen aus Brasilien in die Schweiz.

Samstag, 25. August 2012 von Klaus Hart   **

BRASILIEN

Gauck: Von Brasilien lernen

Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013

Gauck sieht Kolumbien und Brasilien “auf gutem Wege”/Deutschlandradio Kultur

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“Brasilien mordet seine Kinder”: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/paulo-lins-gesichter-brasiliens/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/strasenkinder-sao-paulos-auf-sperrmull-matratze-direkt-an-abgasverseuchter-city-avenida/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/28/lulas-crack-kinder-konzertsaal-des-osesp-nach-dirigent-john-neschling/

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    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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