Der Fall Paula Oliveira Maciel um eine vorgetäuschte Neonaziattacke hatte in der Schweiz und Brasilien ausführliche Diskussionen über Aspekte der Kultur, Mentalität, Politiker-und Medienqualität ausgelöst.
Die Wirtschaftszeitschrift “Brasil Economico” zitiert einen Regierungsfunktionär zum Ziel der Auslandspropaganda:”Unsere Priorität ist, das Image Brasiliens als einer großen, sozial, politisch und wirtschaftlich stabilen Demokratie zu positionieren.”
“Marca Brasil avanca no exterior com promocao governamental”
http://www.brasileconomico.com.br/noticias/a-caminhada-da-marca-brasil-no-exterior_76004.html
Die Bereitschaft mancher europäischer Medien, über Brasilien angemessen kritisch zu berichten, hat auffällig deutlich abgenommen.
In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.
Brasilien stürzt auf Pressefreiheit-Ranking 2013 weiter ab: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/01/30/brasilien-unter-lula-rousseff-auf-pressefreiheit-ranking-weiter-abgesturzt-nur-noch-platz-108-mali-platz-99-uganda-platz-104-guatemala-platz-95-nicht-zufallig-soviel-lob-aus-mitteleuropa-fur-bra/
Im mitteleuropäischen Mainstream wird auffälligerweise beim Thema Brasilien die gravierende Menschenrechtslage - ob alltägliche Folter, Todesschwadronen, Scheiterhaufen, Slum-Diktatur, Verfolgung von Menschenrechtsaktivisten, Morde an Systemkritikern oder Sklavenarbeit, durchweg u.a. von der Kirche und Amnesty International mit Fakten belegt - fast ausnahmslos gezielt ausgeklammert - was Bände spricht, zahlreiche interessante Rückschlüsse zuläßt.
Nicht selten werden zudem Partei-und Staatsfunktionäre als Autoren geschaltet, ohne dies dem Medienkonsumenten mitzuteilen.
Über die Auftrags-und Honorarvergabe sind Zensur, Mediensteuerung heute sehr leicht zu bewerkstelligen - indessen bemerken immer mehr Leser die dahinter stehenden gesellschaftlichen Absichten und verzichten auf die Lektüre vieler mitteleuropäischer Zeitungen, die früher für Qualitätsjournalismus bekannt waren, inzwischen bemerkenswert absackten. Manche gehen deshalb vorhersehbar sogar ein.
Der dramatische Qualitätsabsturz bei deutschen Zeitungen, von den Lesern natürlich flächendeckend bemerkt, führt zu immer mehr Zeitungsschließungen und drastischen Personalkürzungen.
Auffällig ist, wie unterschiedlich, mit welchen unterschiedlichen Kriterien der Mainstream über den BRIC-Staat Brasilien und den BRIC-Staat Rußland berichtet.
“Ausgedachte Wirklichkeiten: Die Distanz des politischen Journalismus zur tatsächlichen Politik war nie zuvor so groß wie heute.” Frankfurter Allgemeine Zeitung 2013
Der deutsche Piper-Verlag hat in sehr verdienstvoller Weise Auffassungen von Noam Chomsky über “Propaganda im Zeitalter der Mediendemokratie” verlegt. Das Buch hat den Titel “Media Control. Wie die Medien uns manipulieren”. Im Klappentext betont der Piper-Verlag: “Nicht erst im Irakkrieg spielten die US-Massenmedien eine fatale Rolle…Obwohl sie keiner direkten staatlichen Kontrolle unterliegen, verstehen sich die Massenmedien in den USA nicht als kritische Gegner, sondern als Partner der Regierung und ihrer hegemonialen Ziele.” Das Piper-Buch läßt zudem zahlreiche Rückschlüsse über die Steuer-Mechanismen des fortdauernden Kalten Krieges zu. Chomskys Argumentationen lassen sich problemlos auf bestimmte Länder Europas übertragen.
“Es gibt Trends und Moden in der Berichterstattung, die so übermächtig sind, daß es völlig egal ist, was wirklich passiert ist.
Das interessiert niemanden mehr. Aber das ist für mich ganz unverständlich, daß solche Trends nicht von den wichtigsten Presseorganen wenigstens durchbrochen werden, daß die nicht sagen: Moment mal, es ist alles ein bißchen komplizierter. Meine Theorie ist ja, daß diese Flut von Informationen nicht dazu geführt hat, daß die Gesellschaft besser informiert ist, weil ganz einfach die Desinformation viel besser gedeiht als die Information, weil sie viel leichter herzustellen ist und billiger herzustellen ist und weil Desinformation sich viel besser und schneller transportieren läßt als die Information…Jeder glaubte, ich verbreite Fälschungen. Mein eigener Sender hat mich an den Pranger gestellt in einer Sendung und später allerdings hat er sich entschuldigt…Ich glaube, daß die meisten Kollegen einfach die falsche Optik haben, heute. Das ist meine Beobachtung, daß sie gar nicht wissen, wie stark sie sind. Was kann ihnen denn schon passieren? Einem freien Mitarbeiter kann viel passieren, wenn er sich nicht gängeln läßt…Um das zustandezukriegen, müssen sie natürlich alle Sachverhalte so verkürzen, bis sie nicht nur unverständlich sind für einen Zuschauer oder Zuhörer, sondern bis sie falsch sind.”

Ausriß, Rio-Lokalzeitung, Scheiterhaufen-Opfer, 7.11.2012. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/
In vielen deutschsprachigen Medien wird heute mit teils grotesken Methoden gezielt dafür gesorgt, daß Medienkonsumenten keine orientierenden Informationen über andere Kulturen und Länder erhalten, sind soziokulturelle Fakten weitgehend tabu.
Frankfurter Buchmesse 2013: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/17/frankfurter-buchmesse-2013-gastland-brasilien-literatur-und-landesrealitaet-keinerlei-veranstalterhinweis-auf-gravierende-menschenrechtslage-auf-daten-und-fakten-von-amnesty-international-und-bras/
“Zwischen 2004 und 2007 wurden in Brasilien mehr Menschen gewaltsam getötet als in den 12 wichtigsten kriegerischen Konflikten der Erde dieser Jahre…Der Schauplatz der Gewalt, die harte Realität der Slumperipherien, veränderte sich wenig.” Miguel Reale Junior, Rechtsexperte, in Qualitätszeitung O Estado de Sao Paulo 2013
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1698492/
Attentate auf Systemkritiker: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/10/gestaltungsmacht-brasilien-erneut-systemkritischer-journalist-erschossen-nationale-journalistenvereinigung-protestiert-reporter-ohne-grenzen-zur-pressefreiheit-unter-lula-rousseff-bundesau/
“Hätte jedes Land einen Präsidenten wie Lula, dann wäre unsere Welt ein besserer Ort. Er ist kein Politiker, er ist ein Staatsmann.” Deutscher Leserbrief an die “Zeit”.
Ausriß. 2012 ermordeter systemkritischer Journalist.
Morde an systemkritischen Journalisten, UNESCO-Protest 2012: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/23/unesco-verurteilt-jungste-morde-an-journalisten-in-brasilien-angriff-auf-journalismus-und-ausdrucksfreiheit-brasiliens-gravierende-menschenrechtslage/
Morde an Journalisten, brasilianische Menschenrechtsorganisation 2012 vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf:
“Die Image-Fabrikation”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/29/die-image-fabrikation-lula-regierung-gibt-fur-propaganda-weit-mehr-aus-als-fur-sanierung-die-arme-begunstigt/
Pressefreiheit in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/brasiliens-medien-berichten-in-groser-aufmachung-uber-den-absturz-auf-dem-pressefreiheit-ranking-von-reporter-ohne-grenzen-warum-brasilien-aus-mitteleuropa-soviel-lob-erhalt/
Ulrich Saxer, Publizistikwissenschaftler, Universität Zürich, Stephen Kanitz, “Die Ära der Desinformation”: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/05/era-da-desinformacao-stephen-kanitz/
Scheiterhaufen-Rap, anklicken: http://www.topfunk.net/musica/mr-catra-e-raffa-microondas/
“Krise - was denn für eine Krise?” - Kloake-Slum in Sao Paulo.
„Die Lula-Regierung war bei den Menschenrechten eine Enttäuschung“(2009)
Tim Cahill, Brasilienexperte von Amnesty International, über fortdauernde Folter, Todesschwadronen, paramilitärische Milizen und Sklavenarbeit in Lateinamerikas größter Demokratie.
http://www.youtube.com/watch?v=tz4gSsHxsqQ
http://www.youtube.com/watch?v=odu9NzSmK9Y&NR=1
http://www.youtube.com/watch?v=cB9MhbbbtqY&feature=related
http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/16/paula-oliveira-maciel-schuldig-gesprochen-in-zurich/
Der Vater von Paula Oliveira Maciel, der parlamentarischer Sekretär eines Kongreßabgeordneten aus Pernambuco der rechtsgerichteten DEM ist, hatte im Februar erklärt, der auf seine Tochter verübte Angriff sei eine Folge des in Europa verbreiteten nazistischen Fremdenhasses. Er zeigte sich entrüstet darüber, daß die schweizerische Polizei seine Tochter vor allem befragt habe, ob sie sich die Verletzungen nicht selbst beigebracht habe.

Lynchjustiz in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/18/brasilien-land-der-lynchjustiz-3-bis-4-lynchmorde-pro-woche-laut-experte-jose-de-souza-martins/
Wikileaks 2011: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/28/wikileaks-in-sao-paulo-wikileaks-zeigt-wunden/
Philipp Koehler in Brasiliens Qualitätszeitung “O Estado de Sao Paulo”:
“Inacreditavel como este caso ainda provoca noticias tendenciosas no Brasil.
O SVP é um partido de direita e populista, náo um partido ultradireitista. O PT tambem é um partido de esquerda e populista e náo um partido comunista de extrema esquerda.A Paula só quis dar um golpe no namorado. Náo deu certo e envolveu o pai, que usou suas influências politicas no Brasil. Tudo nunca passou de mentira em cima de mentira. Agora se faz de esquecida e de maluca pra justificar a própria burice. A Paula levou muita sorte com a justiça suiça, pois eles apenas quiseram deixar as coisas claras sem prioridade de punir severamente.A advogada Paula náo é vitima e sim uma representante da elite brasiliera que ainda acredita firmemente ser melhor que outros. Um problema de mentalidade e cultura. Um problema brasileiro e náo suiço.
http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/16/paula-oliveira-maciel-schuldig-gesprochen-in-zurich/Â
Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew aus Sao Paulo: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/05/bye-bye-brasil-weltsozialforum-erfinder-oded-grajew-aus-sao-paulo-zum-massenexodus-von-brasilianern-in-die-erste-welt/ (weiterlesen…)
In ersten Straßenreaktionen Brasiliens war zu hören, die vom Gericht in Zürich verhängte Strafe gegen Paula Oliveira Maciel aus dem Teilstaat Pernambuco sei überraschend niedrig. Erwartet habe man eine deutliche, harte Strafe, damit potentielle Nachahmungstäter abgeschreckt würden. Dies sei nun durch das niedrige Strafmaß nicht gegeben. Die Strafe für Paula Oliveira Maciel sei enttäuschend gering. In Leserkommentaren war sogar Gefängnis in der Schweiz für die Angeklagte gefordert worden.
“Magalhaes e o senador Marco Maciel(DEM-PE) haviam acionado o Ministerio das Relacoes Exteriores, como me contaria depois Paulo.”(Noblat)
Oscar Niemeyer - Wahlhilfe für Diktaturaktivisten: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/10/kommunist-oscar-niemeyer-macht-wahlwerbung-fur-den-oligarchie-rechten-marco-macieldem-maciel-ist-intelligent-und-uberaus-ehrlich-wie-brasiliens-politik-funktioniert-stalin-war-phantasti/
Der Verteidiger versuche Paula Oliveira Maciel als jemand hinzustellen, der unter psychologischen Problemen leide, hieß es.
Brasiliens wichtigste Qualitätszeitung “O Estado de Sao Paulo” erinnert, daß im Februar von Brasilia ein “wahrer politischer Zirkus” veranstaltet wurde, um der Brasilianerin zu helfen. Brasilianische Minister hätten an den Holocaust erinnert. Jetzt laute der Befehl, totales Stillschweigen zu wahren.
Der Fall Paula Oliveira Maciel, die mit dem rechtsgerichteten Kongreßsenator und Diktaturaktivisten Marco Maciel aus derselben nordbrasilianischen Stadt Recife nicht verwandt sein soll, wird in Brasilien nach wie vor diskutiert. Angesichts des schweren Imageschadens, der Blamage, die Paula Oliveira Maciel der Nation bereitete, wünschen sich nicht wenige Brasilianer von der schweizerischen Justiz eine harte Bestrafung. Viele Brasilianer argumentieren, die “sehr clevere Frau” hätte in Brasilien angesichts ihrer guten Verbindungen zur hohen Politik keinerlei Prozeß zu erwarten. Paula Oliveira Maciels Vater, der im Abgeordnetenkabinett eines Kongreßabgeordneten arbeitet, ist eng befreundet mit dem Kongreßsenator Marco Maciel, der gemäß den Medieninformationen im Februar 2009 das brasilianische Außenministerium angewiesen hatte, in dem Fall zugunsten der Brasilianerin aktiv zu werden.
O mundo soube que, a 7 de novembro ultimo, a blogueira cubana Yoani Sánchez teria sido golpeada nas ruas de Havana. Segundo relato dela, “jogaram-me dentro de um carro… arranquei um papel que um deles levava e o levei à boca. Fui golpeada para devolver o documento. Dentro do carro estava Orlando (marido dela), imobilizado por uma chave de karatê… Golpearam-me nos rins e na cabeça para que eu devolvesse o papel… Nos largaram na rua… Uma mulher se aproximou: “O que aconteceu?” “Um sequestro”, respondi. (www.desdecuba.com/generaciony) Três dias depois do ocorrido nas ruas da Havana, Yoani Sánchez recebeu em sua casa a imprensa estrangeira. Fernando Ravsberg, da BBC, notou que, apesar de todas as torturas descritas por ela, “náo havia hematomas, marcas ou cicatrizes” (BBC Mundo, 9/11/2009). O que foi confirmado pelas imagens da CNN. A France Press divulgou que ela “náo foi ferida.”
Befreiungstheologe Frei Betto in Sao Paulo - Gesichter Brasiliens.
Kuba hat annähernd soviele Einwohner wie Rio de Janeiro, jedoch andere Sozialindikatoren - siehe UNO-Index für menschliche Entwicklung. Uruguay liegt auf Platz 50, Kuba auf Platz 51, Brasilien auf Platz 75. Bisher in Europa kaum Interesse für systemkritische Blogger Brasiliens, die gravierende Menschenrechtsverletzungen anklagen. Null Interesse für Scheiterhaufen-und Slumdiktatur-Problematik: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/16/scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-der-grausame-tod-einer-48-jahrigen-frau-in-der-microondas-laut-lokalzeitung/
http://www.brasildefato.com.br/v01/agencia/nacional/mst-denuncia-repressao-a-oit

Joao Paulo Rodrigues in Sao Paulo beim Website-Interview.
Organisation Amerikanischer Staaten verurteilt Brasilien: http://www.brasildefato.com.br/v01/agencia/nacional/oea-condena-brasil-por-nao-investigar-assassinato-de-sem-terra