Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Paula Oliveira Maciel, Schweiz: Prozeßbeginn in Zürich wegen “Irreführung der schweizerischen Justiz”. Vorwurf des “nazistischen Fremdenhasses” gegen die Schweiz von Maciels Vater, Parlamentssekretär der brasilianischen Rechtspartei DEM. Fremdenfeindlichkeit in Brasilien. “Folter ohne Ende” laut Soziologiezeitschrift “Sociologia”.

Der Fall Paula Oliveira Maciel, die mit dem rechtsgerichteten Kongreßsenator und Diktaturaktivisten Marco Maciel aus derselben nordbrasilianischen Stadt Recife nicht verwandt sein soll, wird in Brasilien nach wie vor diskutiert. Angesichts des schweren Imageschadens, der Blamage, die Paula Oliveira Maciel der Nation bereitete, wünschen sich nicht wenige Brasilianer von der schweizerischen Justiz eine harte Bestrafung. Viele Brasilianer argumentieren, die “sehr clevere Frau” hätte in Brasilien angesichts ihrer guten Verbindungen zur hohen Politik keinerlei Prozeß zu erwarten. Paula Oliveira Maciels Vater, der im Abgeordnetenkabinett eines Kongreßabgeordneten arbeitet, ist eng befreundet mit dem Kongreßsenator Marco Maciel, der gemäß den Medieninformationen im Februar 2009 das brasilianische Außenministerium angewiesen hatte, in dem Fall zugunsten der Brasilianerin aktiv zu werden.

Marco Maciels Partei DEM  gilt als Sammelbecken von Rechtsgerichteten, die nach wie vor hinter der 21-jährigen Folterdiktatur der Generäle stehen. Die im heutigen Brasilien weiterhin alltägliche Folter wird von Historikern, Politikwissenschaftlern und Amnesty International als unbewältigtes Erbe des Militärregimes betrachtet.

Weiterhin wird jetzt in Brasilien daran erinnert,  daß eine offizielle Entschuldigung von Staatspräsident Lula, der ebenfalls aus Pernambuco stammt,  angekündigt worden war, falls die Version Paula Oliveira Maciels von einem Angriff  schweizerischer Neonazis nicht stimmen sollte. 

Die dem Vernehmen nach gegen Paula Oliveira Maciel von der schweizerischen Justiz beantragte Geldstrafe wird in Brasilien von nicht wenigen als lächerlich gering empfunden.

Allgemein hatte in Erstaunen versetzt, mit welch  großer Bereitwilligkeit viele Menschen in der Schweiz und in Brasilien bereit waren, der offenkundigen Lügengeschichte von Paula Oliveira Maciel aufs Wort zu glauben.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/16/paula-oliveira-wird-in-zurich-wegen-irrefuhrung-der-schweizerischen-justiz-angeklagt-strafantrag-ist-geldstrafe-bisher-noch-keine-entschuldigung-von-lula/

“Folter ohne Ende” in Brasilien: “”Die Praxis der Folter ist als Form institutioneller Gewalt im Alltag des Sicherheitsapparats weiter präsent und richtet sich besonders gegen die Armen.  http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/ 

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/

Laut brasilianischem Pressebericht wurde die brasilianische UNO-Mission aktiv, um den Fall Paula Oliveira Maciel möglicherweise vor die Vereinten Nationen zu bringen: “As cicatrizes diplomáticas também náo estáo apagadas. O envolvimento do pai, Paulo Oliveira, que é assessor parlamentar, influenciara para que o governo brasileiro se empenhasse em dar soluçáo para o caso. A família de Paula, aliás, chegou a pedir emprestado o carro oficial do corpo consular para levá-la de um lado para outro, o que, em certo momento, passou a ser negado pelo Itamaraty. De qualquer forma, até o corpo diplomático suíço no Brasil foi convocado pelo próprio Itamaraty para dar explicações sobre o comportamento da polícia local. A missáo do Brasil perante a ONU ainda se mobilizou para eventualmente levar o caso à entidade. Em Brasília, o Palácio do Planalto cobrou “rigor” da parte dos suíços. Delineava-se a intençáo de usar o caso como bandeira em defesa dos direitos dos imigrantes no exterior, num momento de recrudescimento do controle das fronteiras.”( O Estado de Sao Paulo)

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/01/paula-oliveira-narben-einer-farcecicatrizes-de-uma-farsa-estadao-bilanziert-ganzseitig-den-bizarren-fall-lula-ist-mitte-juni-in-der-schweiz-wird-er-sich-entschuldigen/ 

Für Teresa Sales, Expertin von der Universität UNICAMP in Campinas bei Sao Paulo, ähnelt das Verhalten der Brasilianer gegenüber Einwanderern dem Rassismus: ”Es existiert ein Basis-Widerspruch zwischen dem, was wir sagen und dem,  was wir denken. http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/11/fremdenfeindlichkeit-in-brasilien-xenofobia-verde-amarela-43-prozent-der-brasilianer-fur-einwanderungsverbot-bzw-begrenzung-laut-neuer-uno-studie-das-brasilien-offen-gegenuber-auslandern-is/“Was der Fall Paula Oliveira über Brasilien aussagt”. “O Estado de Sao Paulo”, wichtigste Qualitätszeitung Brasiliens, analysiert: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/17/was-der-fall-paula-oliveira-uber-brasilien-aussagt-leitartikel-im-o-estado-de-sao-paulo-nationalcharakter-mentalitat-soziokulturelle-faktoren-rule-of-law-pmdb-jarbas-vasconcelos-zynis/http://www.hart-brasilientexte.de/2009/02/15/wir-sterben-alle-vor-schande-nach-der-wendung-im-fall-paula-oliveira-groste-brasilianische-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-ubt-als-erstes-nationales-medium-klare-selbstkritik/Zeitdokument: Die erste große falsche brasilianische Story über die “Neonazi-Attacke” auf Paula Oliveira Maciel: http://g1.globo.com/Noticias/Mundo/0,,MUL997835-5602,00-BRASILEIRA+GRAVIDA+E+AGREDIDA+POR+NEONAZISTAS+NA+SUICA+E+PERDE+GEMEOS.htmlhttp://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/07/rogerio-reis-microwaves-microondas-fotoinstallation-uber-scheiterhaufen-brasiliens-vom-maison-de-la-europeenne-de-la-photographie-in-paris-angekauft/

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 16. Dezember 2009 um 10:57 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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