http://www.estadao.com.br/suplementos/not_sup379906,0.htm
Laut Estadao wurde im Februar das Haus der brasilianischen Konsulin Vitoria Cleaver von Polizisten umkreist, die befürchteten, daß die brasilianische Regierung Paula Oliveira bei der Flucht aus der Schweiz hilft. In Brasilia hege man den Verdacht, daß die Telefone des Konsulats abgehört worden seien.
http://www.estadao.com.br/geral/not_ger378982,0.htm
http://www.estadao.com.br/estadaodehoje/20090529/not_imp378869,0.php
http://www.estadao.com.br/estadaodehoje/20090530/not_imp379403,0.php
Den Angaben zufolge könnten diese Untersuchungen Monate dauern, hieß es weiter. Weitere Fakten aus den Ermittlungen wurden nicht mitgeteilt.Â
http://www.estadao.com.br/estadaodehoje/20090317/not_imp340012,0.php
„Warum dieses schlechte Gefühl angesichts des Fakts? Zuerst, weil er im Ausland das Vorurteil verstärkt, daß wir, Brasilianer, nicht vertrauenswürdig sind. Viel wichtiger, daß das Vorurteil vielleicht nicht bar jeder Grundlage ist.“
„Mas quem de nos, brasileiros, há de negar que uma malandra propensáo a driblar a verdade, embrulha-la em artificios retoricos ou esconda-la nas dobras de historias mal contadas é um incomodo traço do nosso modo de ser, náo raro socialmente valorizado como esperteza, „manha“ ou traquejo?“
„Mas convenhamos que no Brasil o desapego verdade dos fatos chegou a extremos.“
„In einer Kultur wie der unseren, in der die Scheinheiligkeit mit Sicherheit die herrschende Moral ist, deklariert man nie die wahren Absichten.“ O Estado de Sao Paulo
Leserkommentare: Parabens!parabens para a Justiça SuÃça, é assim mesmo que se da exemplo de bom carater e conduta. „Escreveu náo leu, o pau comeu“! Nota 10 para a Justiça SuÃiça! Toma exemplo com isso ai viu povinho do PT!
„Schenken Sie deshalb Ihrer persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit.“
Brasilianischer Leserkommentar zu niedrigen Touristenzahlen des Landes: „Gewalt hat seinen Preis.“ Violencia tem seu preço so o „desgoverno“ náo percebe que a violencia e a impunidade destrui o pais. Eu mesmo náo viajo mais no Brasil. Náo é so tiro que o turista recebe no Brasil. Sáo também assaltados, furtados, enganados e explorados.
Im Zusammenhang mit dem Fall Paula Oliveira in Zürich ist kurioserweise auch eine Diskussion über die Existenz von Fremdenhaß, Ausländerfeindlichkeit in Lateinamerika, speziell Brasilien entstanden. Dabei haben Brasiliens Medien über diese Frage in zahlreichen Veröffentlichungen immer wieder Klarheit geschaffen. Besonders häufig zitiert wird von politisch interessierten und informierten Brasilianern dabei ein Bericht aus der größten nationalen Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“, der auch vom führenden Nachrichtenmagazin „Veja“ sowie zahlreichen anderen Medien weiterverbreitet wurde. Brasilien ist, wie es dort heißt, in Lateinamerika das siebte am meisten fremdenfeindliche Land. Nur 15 Prozent der Befragten, steht ferner im Text, äußerten sich zugunsten der Ankunft von Migranten aus ärmeren Ländern. Diese und andere Studien wurden auch im Falle Paula Oliveira in den Berichten und Kommentaren brasilianischer Medien sowie in den zahlreichen Organen der brasilianischen Auslandspropaganda nicht erwähnt – lediglich Leser äußerten sich zur Fremdenfeindlichkeit in Brasilien. In Leserkommentaren zum Rio-Karneval 2009 war wiederholt von einer „wachsenden Welle der Gewalt“ gegen Touristen die Rede, wurden die Gewalttaten gegen Ausländer der Ersten Welt teilweise explizit als Zeichen von „Xenofobia“ gewertet. In Brasilien tätige Ausländer aus Staaten wie Deutschland sind nur zu oft grotesk-absurden Schikanen ausgesetzt – die Berufsausübung wird teils enorm erschwert. Häufig muß für die Lösung banaler Angelegenheiten ein für europäische Begriffe unvertretbar hoher – und teurer – Aufwand betrieben werden, der beispielsweise Freiberuflern mit geringer „Kapitaldecke“ nicht selten das Genick bricht, zum Aufgeben zwingt. Wofür Brasilianer in Deutschland oder der Schweiz teils nur wenige Minuten aufwenden, braucht man in Brasiliens teilweise Jahre. Gewöhnlich sind derartige Probleme den Berufspartnern in Europa nicht mehr zu vermitteln. ”Man kann eigentlich davon ausgehen “ wenn man irgendwie mit den Behörden zu tun hat, hat man erst mal Probleme. Die Fälle, wo etwas sofort durchgeht, sind die Ausnahme.“(Karlheinz Naumann, Unternehmensberater, Sao Paulo)
Gerade im Vorfeld von Fussball-WM 2014 und Olympischen Sommerspielen 2016 scheinen auslaenderfeindliche Verbalattacken gegen mit Auslaendern verheiratete brasilianische Frauen zuzunehmen. Wie landesweit zu beobachten ist, werden diese regelmaessig an der Seite ihres auslaendischen Mannes, der ebenfalls einen Ehering traegt, als Nutten beschimpft. Die Verbalattacken kommen sowohl von Jugendlichen als auch von alten Menschen, darunter auffaellig vielen alten Frauen. Die Beschimpfungen treffen Brasilianerinnen der verschiedensten Berufsgruppen – von der Aerztin und Operationsschwester ueber die Bankmanagerin bis hin zur Anthropologin oder Biologin. Wie es heisst, waere riskant, sich beispielsweise gegenueber einer Gruppe von jungen Maennern gegen solche Verbalattacken zu verwahren – man riskierte, Opfer brutaler Gewalt zu werden. Bereits seit Anfang der 80er Jahre sind Vorfaelle bekannt, bei denen solche Auslaenderfrauen von Brasilianern aller gesellschaftlichen Schichten als Nutten beschimpft und entsprechend behandelt wurden – ob in Rio de Janeiro, Sao Paulo oder selbst an belebten Straenden des Landes. Da es sich um politisch unkorrekte Sachverhalte handelt, gibt es darueber auch u.a. keinerlei Berichterstattung.
Fall Paula Oliveira Maciel:
„In einer Kultur wie der unseren, in der die Scheinheiligkeit mit Sicherheit die herrschende Moral ist, deklariert man nie die wahren Absichten.“ O Estado de Sao Paulo
http://www.hart-brasilientexte.de/2009/02/26/xenofobia-no-brasil-fremdenfeindlichkeit-in-brasilien/
„Estadao“ über brasilianische Mentalität: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/17/was-der-fall-paula-oliveira-uber-brasilien-aussagt-leitartikel-im-o-estado-de-sao-paulo-nationalcharakter-mentalitat-soziokulturelle-faktoren-rule-of-law-pmdb-jarbas-vasconcelos-zynis/
Eurolatina-Chef Karlheinz Naumann über Probleme in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/deutsche-firmen-und-wirtschaftskriminalitat-in-brasilien1/
Empfehlenswertes Naumann-Buch: http://www.amazon.de/Wirtschaftsboom-Zuckerhut-Strategien-langfristigen-Brasilien/dp/3636015591/ref=cm_cr_pr_product_top
Nach dem Fall Paula Oliveira bauen brasilianische Qualitätsmedien derzeit einen ähnlichen „Fall“ auf. Kurioserweise werden dabei erneut journalistische Grundsätze verletzt, wird eine ähnlich wie von Paula Oliveira ohne jegliche Beweise berichtete Version für bare Münze genommen. Diesmal heißt der Betroffene je nach Zeitung Warley Alves oder Warlei Alves Pinto. Der Mann wird als 19-jähriger Mechaniker beschrieben, der just in Dübendorf, dem Wohnort von Paula Oliveira, Ziel einer Attacke schweizerischer Neonazis gewesen sei. Die Tat habe sich bereits vor drei Jahren ereignet.
Laut brasilianischen Medienberichten sind die in der Schweiz lebenden Brasilianer derzeit von  schlechter Stimmung umkreist, man sei perplex, fürchte Imageschaden für das Tropenland. Nach der Solidarität der Brasilianer mit Paula Oliveira sei jetzt der Moment des Zweifelns, wurde eine brasilianische Kulturmitarbeiterin zitiert. In einem Zeitungskommentar werden jüngst begangene Verstöße gegen journalistische Grundsätze humorig-ironisch gegeißelt.
http://brasilblog.net/panorama/5033/schweizer-neonazis-foltern-schwangere-brasilianerin/print/(natürlich inzwischen gelöscht – war ein Zeitdokument)
Sao Paulo, Ibirapuera-Stadtpark, siebziger Jahre