„Mas o que, afinal havia para ver? Pouco.“
Die Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“ erinnert zudem an Gils Aktivitäten als Abgeordneter der berüchtigten Zentrumspartei PMDB in der Millionenstadt Salvador da Bahia: „Seine politische Betätigung ist gekennzeichnet durch Abwesenheit und Urlaub für Konzerte in Brasilien und im Ausland. Laut Statistik fehlte Gil bei 63 Prozent aller Plenarsitzungen des Abgeordnetenhauses.“
Die in Europa kaum wahrgenommene, in Brasilien jedoch mit dem wichtigsten Menschenrechtspreis geehrte Artikelserie der Tageszeitung „O Globo“ über die gravierenden Menschenrechtsverletzungen in den Slums der Demokratie („Os brasileiros que ainda vivem na ditatura“) hat jetzt erstmals zwei wichtige Auszeichnungen von Institutionen Lateinamerikas erhalten: Die für die Karibik und Lateinamerika zuständige Filiale des auch in Europa aktiven Anti-Korruptions-Netzwerks „Transparency International“ sowie das „Instituto Prensa y Sociedad“(IPYS) mit Sitz in Lima vergaben den diesjährigen zweiten Preis an die von der investigativen Journalistin Carla Rocha und ihren Kollegen Dimmi Amora, Fabio Vasconcellos und Sergio Ramalho realisierte  Serie. Der erste Preis ging an Reportagen von Mabel Rehnfeldt von ABC Color in Paraguay über die Bereicherung des Wasserkraftwerksdirektors von Itaipú – sowie an Americo Zambrano von der Zeitschrift „Caretas“ in Peru, der Verbindungen von Mitgliedern der Sanchez-Paredes-Familie mit der Rauschgiftmafia offengelegt hatte.
Carla Rocha bei der Auszeichnung mit dem brasilianischen Menschenrechtspreis in Sao Paulo
Deutschlandradio Fazit: Brasilianischer Kulturminister Gilberto Gil besucht Slums… http://www.dradio.de/dlr/sendungen/fazit/337614/
Deutschlandfunk: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/761337/
Gilberto Gil und die Slum-Diktatur: http://www.swr.de/swr2/programm/extra/lateinamerika/stimmen/beitrag28.html
Transparency International Deutschland: http://www.transparency.de/
Um weiter seiner Lieblingsbeschäftigung im Leben, dem Singen, frönen zu können, brauche er jetzt Zeit, verkündete Pop-Millionär Gil bereits vor mehreren Monaten öffentlich und wies auf die arg strapazierten Stimmbänder. Ministerium und Musikerkarriere hält er daher nicht länger für vereinbar.
Joaquim Guedes, der zu den wichtigsten Architekten des Tropenlandes zählt, bekam zahlreiche Preise, realisierte hunderte Projekte, hatte einen Architekturlehrstuhl an der Bundesuniversität von Sao Paulo, war Präsident des brasilianischen Architekturinstituts. Andreas Hempel, Präsident des Internationalen Architekturkongresses von 2002 in Berlin, hatte Guedes ins wissenschaftliche Komitee des Expertentreffens geholt.
Guedes war Diktaturgegner, stets sehr politisch engagiert. 2008 kandidierte er für einen Parlamentssitz in Sao Paulo, für die Sozialistische Volkspartei(PPS). Auch wegen seiner vielen Medieninterviews, darunter in großen Nachrichtenmagazinen, war er weit über die Grenzen Brasiliens hinaus bekannt.
Joaquim Guedes 2007 bei einer Buchvorstellung in der Livraria Cultura des jüdischen Buchhändlers Herz in Sao Paulo, dem besten und wichtigsten Buchkaufhaus des Tropenlandes – Guedes signiert „Conversas com Gaudi“, übersetzte Ausgabe vom spanischen Verlag Perspectiva.

Ausriß, Oscar Niemeyer neben José Sarney, Chef der Diktaturpartei ARENA während des Militärregimes, danach Staatschef Brasiliens – bei der Besichtigung des Memorials für Lateinamerika, 1988.
Chris Dercon wird Intendant der Berliner Volksbühne?
Ausriß. Lula bei Schmidt in Hamburg.
“Ich glaube, ihr seid auf einem fabelhaft gutem Wege.” Schmidt zu Lula 2009…
Schmidt:”Ich kenne Oscar Niemeyer – und ich habe einen großen Respekt vor ihm…Ich war einer, der dafür gesorgt hat, daß er den japanischen kaiserlichen Kunstpreis für Architektur bekommen hat. So habe ich Oscar Niemeyer in Tokio kennengelernt.”(Extrem stark beschnittenes Gespräch Schmidt-Lula auf youtube)
Henry Kissinger spricht auf Trauerfeier für Helmut Schmidt in Hamburg:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/17/henry-kissinger-haelt-rede-auf-staatsakt-fuer-helmut-schmidtspd-am-23-11-2015-in-hamburg-kissinger-und-schmidt-viele-gemeinsame-wertvorstellungen/
DIE ZEIT und der Tod des Mitherausgebers Helmut Schmidt/SPD 2015 – was alles in den Nachrufen fehlt:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/12/die-zeit-und-der-tod-des-mitherausgebers-helmut-schmidtspd-2015-was-alles-in-den-zeit-nachrufen-fehlt/
Kuriose Mythenbildung um Schmidt und Lula:
Wie Niemeyer mit der Militärdiktatur kooperierte: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/13/wie-oscar-niemeyer-mit-der-brasilianischen-militardiktatur-zusammenarbeitete-die-liste-aller-projekte-in-den-jahren-des-folterregimes-von-1964-bis-1985/
Wegen der in Mitteleuropa geltenden Berichterstattungsregeln wird Oscar Niemeyer dort gewöhnlich gelobt bis bejubelt – ganz im Gegensatz zu Brasilien, mit seiner auch in diesem Punkte viel größeren Presse-und Analysefreiheit.
Hintergrund-Links:

Joaquim Guedes in Sao Paulo beim Website-Interview.
Niemeyer-Bauten in Sao Paulo: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/31/oscar-niemeyer-gebaude-in-sao-paulo-california-eiffel-montreal-copan/
Über 50 Jahre Bossa Nova im Folter-und Scheiterhaufen-Land Brasilien wird aus den bekannten Gründen in Mitteleuropa meist bewußt unpolitisch reflektiert, obwohl der politische Kontext zu den interessantesten, aufschlußreichsten Aspekten gehört. Gewöhnlich wird ausgeklammert, wo die Stars der Bossa Nova politisch standen, wie sie sich beispielsweise zu Hitler und dem zweiten Weltkrieg, zur 21 Jahre währenden Militärdiktatur Brasiliens sowie generell zur grauenhaften Menschenrechtslage in dem Tropenland, zu den entsetzlichen Sozialkontrasten, zum Massenelend verhielten. Da kommt Desillusionierendes zutage.
Lula war Informant der Diktatur-Geheimpolizei Dops, laut neuem Buch: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/02/12/brasilien-die-folterdiktatur-lula-und-die-arbeiterpartei-pt-rufmord-ein-kapitalverbrechen-buch557-seiten-mit-schweren-vorwurfen-gegen-lula-macht-schlagzeilen/

Burka, „Girl from Ipanema“, sinnliche Bossa Nova in Itanhaem/Teilstaat Sao Paulo an der Statue von Padre Anchieta. “Garota de Ipanema” mit Tom Jobim und Vinicius Morais:https://www.youtube.com/watch?v=KJzBxJ8ExRk –
Islamische Frauenunterdrückung, Burka, soziokulturelle Kontraste…
Mexo, remexo na inquisiçáo
Só quem já morreu na fogueira sabe o que é se carváo
Eu sou pau pra toda obra
Deus dá asas à minha cobra
Minha força náo é bruta
Náo sou freira nem sou puta
-http://www.nzz.ch/schlechte-menschen-1.1247073
Nazi-Offizier Helmut Schmidt und der Holocaust:http://www.hart-brasilientexte.de/2017/02/14/der-weg-in-den-holocaust-die-zeit-unterschlaegt-in-ihrer-publikation-von-2017-just-die-rolle-des-langjaehrigen-mitherausgebers-der-spd-ikone-helmut-schmidt-kein-einziges-kapitel-ist-schmidt-al/
Zu den Merkwürdigkeiten der öffentlichen Antisemitismus-Debatten in Deutschland und Brasilien zählt, daß eines der Hauptwerke Luthers, „Von den Juden und ihren Lügen”, fast durchweg ausgeklammert bleibt. Für den Schul-und Konfirmandenunterricht gilt dies ebenfalls. Bis heute veröffentlichen die evangelischen Gemeinden interessanterweise nicht jene Predigten, die zur Hitlerzeit von den Pfarrern sogar in SA-und NSDAP-Uniform gehalten worden waren. Aus Thüringen – Luther lebte zeitweise im thüringischen Eisenach und auf der Wartburg – ist unter anderem bezeugt, daß Juden, die den Terror der Nazis in Konzentrationslagern wie Buchenwald bei Weimar überlebten, nach Kriegsende den amerikanischen und sowjetischen Truppen beim Auffinden von mit der evangelischen Kirche eng verbandelten Naziverbrechern und hohen NS-Funktionsträgern behilflich waren. Sofern diese sich nicht schon in die spätere Bundesrepublik Deutschland abgesetzt hatten, um straffrei zu bleiben und weiter Karriere machen zu können.
Nach 1990 änderte sich das Bild, da u.a. der Rechtsextremismus ganz offiziell eingepflanzt wurde, zuvor streng verbotene, nur im westlichen Deutschland existierende neonazistische Parteien, Organisationen und Gruppierungen gefördert, Nazi-verherrlichende Schriften auf einmal selbst in ostdeutschen Supermärkten massenhaft angeboten werden.
(Erich Kästner: „Ich könnte euch verschiedenes erzählen, was nicht in euern Lesebüchern steht. Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen, sind immer die, um die sich alles dreht“.)
Die „Reichskristallnacht“ der Nazis hatte vom 9. auf den 10. November, dem Geburtstag Luthers, stattgefunden.
Bestimmte europäische Länder haben viele hochaktive Antisemiten, die jedes Attentat auf Juden feiern, ins Land geholt – und damit die tatsächliche Haltung zum Antisemitismus, abseits des Betroffenheitsgeschwätzes offizieller Reden, klar definiert.
Hier Auszüge aus dem Text von 1543:
„Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden?
„Bad People“: http://www.jcrelations.net/en/?item=3036
Käßmann: Es wird keinen Luther-Kult geben
Käßmann erklärte, sie verstehe sich weiterhin als Frau der Kirche und freue sich, in neuer Funktion wieder für die EKD tätig zu sein. Sie wolle mit „Herzen, Mund und Händen“ zum Gelingen des Jubiläums beitragen. Es werde weder einen Luther- noch einen Käßmann-Kult geben. Zu Luthers Schattenseiten gehöre etwa seine Haltung gegenüber den Juden sowie zu den Bauernkriegen. Dies werde man auch thematisieren.(Pressezitat)
Margot Käßmann auf Kirchentag 2011 in Sondershausen(Thüringen).
“Nun hat der Jenaer Historiker Jacob S. Eder in einer preisgekrönten Doktorarbeit Kohls damalige Geschichtspolitik zum Holocaust analysiert. Eder kommt zu einem brisanten Befund: 40 Jahre nach Kriegsende waren antisemitische Vorurteile und Klischees unter CDU-Politikern und konservativen hohen Beamten der Bundesregierung verbreitet. Selbst der Kanzler war nach Eders Recherchen nicht frei davon.” DER SPIEGEL
Margot Käßmann mit Friedrich Schorlemmer in Trinitatis-Kirche von Sondershausen.
Friedrich Schorlemmer in Sondershausen.
“Zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Faschismus von Mühlhausen 1933 – 1945.
Ana, 23, die in einem Slum Sao Paulos lebt, ist fröhlich und stolz, verkündet es all ihren weiter entfernt wohnenden Freunden, Freundinnen:“Jetzt bin ich Federal, endlich, nach so vielen Jahren als Lanchinho“.
Wie die Qualitätszeitung aus Sao Paulo mitteilt, erklärte  Staatschef Lula auf dem Fest im Präsidentenpalast anläßlich seines 34. Hochzeitstages über seine eigene Frau:“Marisa ist die glücklichste Frau der Welt, weil sie den Hengst von Garanhuns heiratete.“ Wie die Zeitung weiter mitteilt, ist Garanhuns jene Stadt im nordöstlichen Teilstaate Pernambuco, in der Lula geboren wurde.
