Joao Pedro Stedile, Führer der brasilianischen Landlosenbewegung MST, hat laut Presseberichten die Präsidenten von vier lateinamerikanischen Ländern als lahm und schlapp bezeichnet, weil sie mit nötigen gesellschaftlichen Veränderungen nicht vorankämen. Stedile wandte sich an Hugo Chavez aus Venezuela, Fernando Lugo aus Paraguay, Evo Morales aus Bolivien und Rafael Correa aus Ekuador. Thema der MST-Veranstaltung war die Integration Lateinamerikas und die Rolle der Sozialbewegungen.
Auf dem Weltsozialforum in Belém hat die von Lula verfügte Mittelkürzung im Umweltministerium um 79 Prozent zu heftigen Protesten geführt. Die offiziell als Reaktion auf die Finanzkrise deklarierte Maßnahme wurde als widersprüchlich und inkohärent bezeichnet.
„Ainda em 2003, entidades e movimentos sociais e de direitos humanos do Brasil organizaram o Tribunal Internacional dos Crimes do Latifúndio no Pará. O júri foi composto por ativistas sociais que condenaram simbolicamente o ex-governador do Pará, Almir Gabriel, e o ex-presidente FHC por crimes ocorridos durante seus mandatos: 113 assassinatos de trabalhadores, 76 tentativas de homicÃdio e quase 300 ameaças de morte. Entre os crimes estava o Massacre de Eldorado dos Carajás.“
Weltsozialforum, Pará-Gouverneurin Carepa und das Landlosenmassaker von Eldorado de Carajas: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/02/haftlings-massaker-von-carandiru-in-sao-paulo-nach-16-jahren-weiter-ungesuhnt-mindestens-111-ermordete/
Aus Amazonien nichts Neues(ila-Hintergrundtext von 2005)
„Die brasilianischen Politiker sind heute enorm in Mißkredit”, sagt der jüdische Unternehmer und Leiter des Ethos-Instituts in Sao Paulo im Exklusivinterview gegenüber dieser Website. „Heute findet man schwerlich jemanden guten Willens, der in die Politik, in eine politische Partei geht. Die Glaubwürdigkeit des politischen Systems, von demokratischen Institutionen, Parlament, Â Justiz hat stark abgenommen. Besorgniserregend, wenn die Menschen weder in Politiker, Justiz, Parlament, Exekutive vertrauen.“

Köln, 11.09.08 | Die Menschenrechtsorganisation FIAN hat die Entscheidung des Energie-Ausschusses des Europäischen Parlaments zur Biospritquote als unzureichend kritisiert: „Solange keine verbindlichen Menschenrechts- und Sozialkriterien sowie wirksame Kontrollen festgeschrieben werden, ist die Biospritquote in Zeiten der Hungerkrise nicht zu verantworten.“
„Biosprit ist nicht gleich Biosprit – und wenn es nachhaltige Biokraftstoffe gibt, dann kommen sie vor allem aus Brasilien. Das sind die Kernaussagen des Handelsblatt-Roundtable zum Thema „Bioethanol“ am Rande der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in Köln.“
„Es ist völlig unstrittig, dass Zuckerrohr die am besten geeignete Pflanze zur Produktion von Biotreibstoffen ist“, sagte Stephan Reimelt, Vorstand des Essener Industriedienstleisters MAN Ferrostaal. Norbert Schmitz, Partner der Wiesbadener Unternehmensberatung Méo Consulting, fasst die Debatte um die umstrittenen Biokraftstoffe so zusammen: „Fragt man, mit welcher Pflanze sich derzeit am nachhaltigsten Energie produzieren lässt, dann ist das Zuckerrohr; fragt man, in welchem Land sich am besten produzieren lässt, dann ist das Brasilien, und fragt man, wer bei der Herstellung von Ethanol die beste Technologie hat, dann ist das ebenfalls Brasilien“.
Selbst Astrid Klug, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, betont, dass Brasilien es viel leichter falle, die Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen als andere Länder. „Brasiliens Bioethanol ist viel nachhaltiger als etwa Palmöl aus Indonesien“, sagte Klug…
Dass dieser Boom auf Kosten des Amazonas-Regenwaldes geht, halten die Experten für ausgeschlossen. „Im Amazonas Zucker anzubauen, ist schon aus rein ökonomischen Gründen sinnlos“, sagt Gross. „Die Zuckerrohrplantagen sind mehr als 2 000 km vom Regenwald entfernt“, bestätigt Reimelt. Es gebe mehr als 100 Mill. Hektar landwirtschaftlich nutzbare Fläche, die noch brach liege. Auch das Argument, dass die Viehwirtschaft immer weiter an das Amazonas-Gebiet gedrängt werde, ziehe daher nicht.
Vor diesem Hintergrund bestreiten Reimelt auch einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Biosprit und den teuren Nahrungsmitteln. „Energiepflanzen für Biotreibstoffe beanspruchen weltweit nicht mehr als ein Prozent der Ackerfläche“. Die hohen Lebensmittelpreise hätten andere Ursachen, etwa die hohe Nachfrage aus den Schwellenländern.
Zuckerrohranbau in Amazonien – das Beispiel Presidente Figueiredo:
http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/17/brasilien-geldfusball-wm-2014-spielort-fortaleza/
Fortaleza berüchtigt: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/03/27/team-brazil-loses-a-star-todesstrafe-der-paralleljustiz-in-brasilien/
“Wer in diesem Wohngebiet klaut, raubt, wird exekutiert.” Großes Warnschild in Viertel der Millionenstadt Fortaleza, aufgestellt vom lokalen Banditenkommando. Auf Website-Anfrage sagen Bewohner, man müsse bei den “Männern” nur das Delikt anzeigen, dann kümmerten sich diese um Tätersuche und sofortige Exekution. “So ist es doch eigentlich in ganz Brasilien.”
Brasilien und die falschen Wirtschaftsvoraussagen, getürkten Wirtschaftsstatistiken(offizielle Angaben aus Brasilia mußten für bare Münze genommen und in deutsche Medien durchgeschaltet werden): http://www.hart-brasilientexte.de/2014/11/10/brasilien-und-jim-o-neill-verbreiter-exzessiven-optimismus-uber-wirtschaftlich-soziale-zukunft-brasiliens-schopfer-der-abkurzung-bric-2014-zu-brasilien-voraussagen-ich-habe-mich-geirrt-fo/
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/
In Europa werden offizielle Statistiken Brasiliens gewöhnlich für bare Münze genommen – im Tropenlande selbst folgen auf beinahe jede neue amtliche „Datensammlung“ Kritik und Relativierung von Fachleuten. Geschönt, so heißt es, werden zumeist jene Statistiken, die mit Landes-und Politikerimage in Verbindung stehen, beispielsweise im Sozialbereich.
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/

Ausriß: “Köpfe rollten in Del Castilho”(Stadtteil von Rio de Janeiro)
Schwule Indios leiden laut einem Bericht der „Folha de Sao Paulo“ unter deutlicher Diskriminierung in ihrem Lebensumfeld, werden von anderen Indianern sogar mit Steinen und Flaschen beworfen, als „meia coisa“, halbe Sache, beschimpft. Im Stamme der Tikuna, der kopfstärksten Ethnie Amazoniens, bekennt sich danach erstmals eine Gruppe von Indios zum Schwulsein, akzeptiert nicht mehr Heiratsregeln, wonach künftige Paare bereits in der Jugend bestimmt werden.
1990 starteten die sieben reichsten Industrieländer das sogenannte Pilotprojekt zum Schutz der tropischen Regenwälder Amazoniens – Deutschland ist Hauptfinanzier. Nach Brasilien flossen bisher mehrere hundert Millionen Euro. Doch just seit 1990 erreichte die jährliche Urwaldvernichtung mehrfach Rekordhöhen.
Der Amazonas werde von der Ethanolindustrie nicht angetastet! So die an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichteten jüngsten Verlautbarungen der brasilianischen Regierung. Der Bundesumweltminister gab sich vergangene Woche damit zufrieden – ohne selbst genau hinzusehen. Denn tatsächlich breitet sich die Ethanolbranche längst auch in der Amazonasregion aus.