Auf dem Weltsozialforum in Belém hat die von Lula verfügte Mittelkürzung im Umweltministerium um 79 Prozent zu heftigen Protesten geführt. Die offiziell als Reaktion auf die Finanzkrise deklarierte Maßnahme wurde als widersprüchlich und inkohärent bezeichnet.
Der Haushalt des Umweltministeriums sei ohnehin angesichts der gewaltigen Umweltprobleme schon viel zu gering gewesen. Gekürzt würden Mittel für die Natur-Überwachung sowie für den Erhalt von Naturschutzgebieten. Greenpeace-Experte Paulo Adario  nannte die Kürzungen skandalös, sie kämen indessen nicht überaschend. Diese Regierung zeige keine Sorge um die Umwelt. Amazoniens großes Problem sei die Abwesenheit des Staates. “Die Lage war schlecht, jetzt wird sie noch schlechter.” Auch in Deutschland waren indessen  immer wieder offiziell sowie in vielen  Medien die “Anstrengungen” der Lula-Regierung zum Schutz Amazoniens gewürdigt worden. Der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler, dessen Bistum im Teilstaat Pará liegt, sagte in Belem, gehe die Amazonaszerstörung in dem von ihm seit 1965 beobachteten Tempo weiter, werde in weniger als dreißig Jahren der größte Teil des Regenwaldes vernichtet sein. “Amazonien geht vor die Hunde.” Kräutler wird wegen Morddrohungen ständig von Polizisten bewacht.
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