Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

“Brasilien auf dem Weg zur Energiesupermacht”. Frankfurter Allgemeine Zeitung. Erneut kuriose Aufregung um Brasiliens zweifelhafte Ölreserven - das Land ist entgegen den Behauptungen nicht einmal Selbstversorger…Zahlreiche gefeierte Lagerstätten-”Entdeckungen” erwiesen sich als Bluff, große internationale Ölkonzerne bohrten vergeblich. Libra-Ölförderstart erst in fünf bis zehn Jahren…Brasilien - Großimporteur von Öl-und Kraftstoff.

Mittwoch, 23. Oktober 2013 von Klaus Hart

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/neue-oelquellen-brasilien-auf-dem-weg-zur-energiesupermacht-12629497.html

Pre-Sal-Ölbohrungen immer wieder erfolglos:  Große internationale Ölkonzerne haben in Brasilien Förderrechte in Pre-Sal-Regionen erworben, die offiziell als außerordentlich reich an Ölvorkommen deklariert worden waren. Indessen stießen diese Ölkonzerne dort auf keinerlei Öl bzw. nur auf winzige Vorkommen, vergeudeten indessen für die Bohrungen viele Millionen Dollar.  http://economia.estadao.com.br/noticias/negocios-industria,exxon-contabiliza-como-perda-2-pocos-do-pre-sal,52961,0.htm

Allein Exxon gab nach vergeblichen Bohrungen, die etwa 400 Millionen Dollar kosteten, auf: http://www.hart-brasilientexte.de/tag/brasiliens-olvorrate-exxon/

Öl-Förderstart erst in fünf bis zehn Jahren: Im Libra-Pre-Sal-Ölfeld vor Rio de Janeiro soll laut offiziellen Angaben frühestens 2018 Öl gefördert werden. 

Experten, doch auch Brasiliens katholische Kirche, fragen, wieso es bei der groß angekündigten Versteigerung der Förderrechte keine Konkurrenten gab, die führenden internationalen Ölkonzerne fernblieben, niemand mit der einzigen Bewerbergruppe, die den Zuschlag erhielt, konkurrieren wollte.  Zuviel sei noch im Dunkel, im Nebel.

Brasiliens staatlich kontrollierter Ölkonzern PETROBRAS, federführend bei der Libra-Ausbeutung, hat derzeit Schulden von umgerechnet mindestens 58,6 Milliarden Euro.

Brasiliens “Ölreichtum”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/17/brasilien-olarbeiterstreik-2013-land-ist-nach-wie-vor-kein-selbstversorger-bei-ol-seit-2006-handelsdefizit-bei-petroleum-und-derivaten-von-45-milliarden-dollar-laut-statistiken/

Ölpest: Derzeit jährlich 20 bis 30 Ölunfälle offiziell registriert, viele verölte Strände.

CO2-Ausstoß durch Libra-Ölfeld: Laut Greenpeace liegt er in der Förderzeit bei 5 Milliarden Tonnen.

Der Lula-Rousseff-Regierung wird in Analysen von Wirtschaftsexperten vorgeworfen, durch massive Subventionen die Produktion der ausländischen Automultis im Lande sowie den PKW-Kauf stark gefördert zu haben - wodurch die Abhängigkeit Brasiliens von Öl-und Benzinimporten stark gestiegen sei.  Ein weiterer Nebeneffekt der Förderung des PKW-Kaufs sei das stark gewachsene Verkehrschaos in den Großstädten. 

“Wir finanzieren weiterhin die Privat-PKW und die Verkehrsstaus in den Großstädten.” Qualitätszeitung O Globo in Umwelt-Kolumne zur Subventionierung der Automultis und des PKW-Kaufs.

Insider der Arbeiterpartei PT betonen, Lula sei einst von den deutschen Automultis aufgebaut worden. Dies würde die Sonderstellung dieser Unternehmen in Brasilien, die vielfältigen staatlichen Vergünstigungen erklären, betonen brasilianische Wirtschafts-und Logistikfachleute. Sie nennen es pure Unvernunft, daß in Brasilien über zwei Drittel aller Fracht auf der Straße transportiert werden, obwohl dies fünfmal so teuer ist wie der Transport per Bahn. In den USA beispielsweise entfalle nur 30 Prozent der Fracht auf den Straßentransport, 38 Prozent auf die Schiene. Die Konzentration auf den Straßentransport in Brasilien bewirke sogar ein Handelsdefizit, weil immer mehr Diesel und Benzin importiert werden müßten. Und verringere zudem die Produktivität bei Commodities. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/

Kein sauberer Strom aus Wasserkraftwerken:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/27/philip-fearnside-weltbekannter-amazonas-biologe-nennt-den-klimaschadlichen-methan-ausstos-des-umstrittenen-wasserkraftwerks-belo-monte-112-millionen-tonnen-jahrlich-mehr-als-die-nach-methan/

“Bio-Treibstoff ist Todes-Sprit” - Frei Betto:  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/13/amazonia-an-ecocide-foreseen/

Brasiliens Atomkraftwerke-Programm, deutsche Hilfe:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/08/brasilien-vier-geplante-atomkraftwerke-mit-beteiligung-privaten-kapitals-laut-regierung-in-brasilia-drittes-atomkraftwerk-derzeit-mit-deutscher-hilfe-bei-rio-de-janeiro-im-bau/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/10/21/brasilien-systemkritikerproteste-in-rio-de-janeiro-wegen-olforderrechte-versteigerung-an-privatfirmen-forderregion-libra-vor-rio-zusammenstose-zwischen-demonstranten-und-armeesoldaten-tranengasgr/

“Demokratie der Scheinheiligkeit”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/24/brasiliens-landlosenfuhrer-joao-pedro-stedilewir-leben-in-einer-demokratie-der-scheinheiligkeit-nationalkongres-und-politiker-haben-die-geringste-glaubwurdigkeit/

Der Energiewende-Bluff: “Windenergie an Land zum Beispiel hat eine Volllastzeit von rund 1.400 bis 2.200 Stunden (Offshore: 3.300 bis 4.000 Stunden). Zur Erinnerung: Das Jahr hat 8.760 Stunden!” Wirtschaftswoche mit Uraltfakten. “Energiewende wird scheitern”.

Donnerstag, 26. September 2013 von Klaus Hart

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/energie-energiewende-wird-scheitern-seite-all/8784460-all.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/09/19/der-energiewende-bluff-die-sache-mit-den-konventionellen-reservekraftwerken-wenn-windrader-mangels-wind-ausfallenhoherer-kohlebedarf-durch-mehr-windkraftwerke/

Greenpeace verzichtet auf Protestaktionen:

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/13/deutschlands-wertloses-bundesnaturschutzgesetz-mindestens-200000-fledermause-aus-nordosteuropa-lassen-jedes-jahr-an-deutschen-windradern-ihr-lebenfrankfurter-allgemeine-zeitung-wie-heute-auc/

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“Grüne” Energieerzeugung, “sauberer” Strom. Zerfetzter Uhu unter deutscher Windkraftanlage - Beweis für deren “Umweltfreundlichkeit”? Einfach mal nachschauen, welche deutschen Parteien  im Wahlkampf 2013 das heikle, gefährliche Thema unter den Tisch kehren…Bisher noch keine Stellungnahme zuständiger politischer und wirtschaftlicher Akteure.

Greenpeace verzichtet weiterhin auf Protestaktionen gegen deutsche Windkraftwerke, die massenhaft geschützte Tiere töten. 

 http://www.hart-brasilientexte.de/2013/08/28/massenhafte-vernichtung-theoretisch-streng-geschutzter-fledermause-durch-windkraftwerke-in-deutschland-wattenrat-ostfriesland-zu-uralt-fakten-bestatigt-durch-eine-neue-studie-umweltfreundlichkeit/

Brasiliens neues Waldgesetz vor der End-Abstimmung im Kongreß. Scharfe Kritik von in-und ausländischen Naturschutzexperten.

Montag, 05. März 2012 von Klaus Hart

 Seit 2008 ist Brasilien größter Agrargiftverbraucher der Erde, überholte in diesem Jahr sogar die USA. Agrargifte werden auch zur Vernichtung von Regenwald eingesetzt, ähnlich wie im Vietnamkrieg.

 http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1081848/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1375344/

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1480331/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/25/brasilien-entsetzen-bei-umwelt-und-menschenrechtsaktivisten-uber-annahme-des-neuen-waldgesetzes-im-abgeordnetenhaus-von-brasilia-viele-proteste-im-internet-legalisierung-der-zerstorung/

Brasiliens erstes Waldgesetz stammt von 1934 und ist durch spätere Neufassungen besonders nach dem Ende der Militärdiktatur und der Verabschiedung einer neuen demokratischen Verfassung von 1988 keineswegs verwässert, sondern angesichts der Problemlage deutlich verbessert worden. Der sogenannte Codigo Florestal zielt nicht nur auf den Schutz des Waldes, sondern sämtlicher Vegetation, zudem auf den Schutz der Wasserreserven, Sumpfgebiete und Dünen, schreibt eine Waldnutzung entsprechend sozialen und Umweltschutzkriterien vor. Landbesitzer müssen bestimmte Teile ihres Eigentums wie Naturschutzgebiete behandeln, dürfen dort nicht abholzen. Das betrifft die Uferstreifen von Flüssen und Seen, Berg-und Hügelkuppen, Steilhänge, Quellgebiete, Sümpfe – auch zwecks Verhinderung von Hochwasser-und Erdrutschkatastrophen, von Dürre und Bodenerosion unter Tropenbedingungen. Und auch von der restlichen Waldfläche darf ein beträchtlicher Teil nur eingeschränkt genutzt werden, ist Kahlschlag untersagt. Ausnahmen muß die staatliche Umweltbehörde IBAMA genehmigen – dann sind Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben. Wohlweislich erhielt eine Bundesbehörde die Kontrollvollmacht – und nicht etwa Teilstaatsregierungen und Präfekturen. Denn die, so wußte man, kungeln nur zu oft mit den Umwelttätern, darunter großen Holzunternehmen, unterliegen deren Einfluß.

 Indessen blieb das Waldgesetz reine Theorie, ist seit langem tot, steht nur auf dem Papier, wie brasilianische Umweltexperten analysieren. Denn laut jüngsten Daten wurden bereits etwa 20 Prozent der Amazonaswälder abgeholzt, 93 Prozent der Atlantik-Küstenwälder – und über die Hälfte der Savannenwälder. 2011 hat die Regierung der Umweltbehörde IBAMA wichtige Machtbefugnisse entzogen. Nicht einmal ein Prozent der gegen illegale Abholzer verhängten Bußgelder hat die IBAMA bislang tatsächlich eingetrieben. Waldvernichtung, auch durch die üblichen Brandrodungen, ist in Brasilien gemäß wissenschaftlichen Studien wichtigste Ursache für die Emission klimaschädlicher Gase.

 Brasiliens Kongreßabgeordnete könnten im günstigsten Falle einige der geplanten Verschlechterungen des Waldgesetzes ablehnen. Aber würde dies wirklich irgendetwas an der gravierenden Situation ändern, fragen brasilianische Umweltexperten. Zumal die allermeisten Grundbesitzurkunden in Amazonien gefälscht seien, Staatswald illegal besetzt und abgeholzt wurde. Der Staat sieht zu – seit Jahrhunderten.

Auch die Farce der bevorstehenden Rio+20-Konferenz wird an der Umweltsituation Brasiliens nichts ändern. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/08/rio20-konferenz-an-den-resultaten-der-uno-umweltkonferenz-von-1992-lassen-sich-die-tatsachlichen-ziele-und-absichten-erkennen-damals-unter-betroffenheitsgeschwatz-und-entschlossenheitsrhetorik-ver/

Nach dem gleichen Schema wie vor dem UNO-Rio-Gipfel von 1992 werden bereits reichlich Alibi-Texte mit der üblichen Entschlossenheits-und Betroffenheitsrhetorik in die Medien durchgeschaltet.

Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew zur Kopenhagen-Konferenz: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/22/warum-kopenhagen-scheiterte-weltsozialforum-erfinder-oded-grajewdie-regierenden-unterwarfen-sich-der-okonomischen-macht-die-ihre-wahlkampagnen-finanziert-diese-politiker-sind-angestellte-inter/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/03/06/wwf-kritischer-wdr-film-der-pakt-mit-dem-panda-wird-wiederholt-film-der-das-grune-bild-des-wwf-entzaubert-wann-werden-entsprechende-filme-uber-andere-jedermann-bekannte-hochst-fragwurdige/

rousseffmerkelcebit2012.JPGAusriß.

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/02/09/parabens-greenpeace-experte-paulo-adario-in-amazonien-mit-uno-preis-held-des-waldes-geehrt-die-walder-leiden-ein-sehr-ernstes-risiko/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/10/brasilien-schwacht-schutz-des-regenwalds-bizarrer-wirbel-um-einen-gesetzentwurf-in-einem-land-mit-sehr-spezieller-gesetzesrealitat/

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André Muggiati, Greenpeace-Experte, beim Website-Interview in Manaus.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/17/lula-ankundigung-zur-senkung-des-ausstoses-klimaschadlicher-giftgase-ist-reine-rhetorik-laut-roberto-smeraldi-direktor-der-ngo-amigos-da-terra/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/13/andre-muggiati-greenpeace-experte-in-manaus-amazonien-gesichter-brasiliens/

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“Coletivo Urubus” - Künstlerischer Protest gegen Naturzerstörung, hohe Luftvergiftung in Sao Paulo, die City-Bäume absterben läßt. “Praca da Republica”.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/14/greenpeace-exekutivdirektor-kumi-naidoo-uber-amazoniendort-existiert-eine-realitat-der-apartheid-in-der-menschen-ermordet-werden-weil-sie-fur-gerechtigkeit-kampfen-das-ist-nicht-jenes-brasilien/

Hintergrund:

Aus Amazonien nichts Neues(2005)

Studie widerlegt geschönte Regierungsangaben über Urwaldvernichtung

Daß Brasiliens Regierungen mit falschen, geschönten Zahlen das wahre Ausmaß der Regenwaldzerstörung herunterspielten, ist für Greenpeace, den WWF und Amazonasbischöfe wie den Österreicher Erwin Kräutler seit Jahrzehnten ein alter Hut. Doch auch in Deutschland nahm man die offiziellen Abholzungsdaten aus Brasilia gewöhnlich für bare Münze, hörte nicht auf die wahren Urwaldkenner. Deren Kritik wird jetzt erstmals durch eine Studie nordamerikanischer und brasilianischer Wissenschaftler bestätigt, die kurioserweise in Europa Überrraschung hervorruft.  Danach wurde etwa doppelt soviel Wald vernichtet als bisher immer vermeldet. Denn Überwachungssatelliten registrierten nur jene „Clear-Cut-Regionen“, in denen kein Baum mehr steht, nicht aber selektive Abholzungen. Diese ließen sich nun durch präzisere Auswertung von Satellitenfotos erstmals quantifizieren.

Kahlschläge fallen selbst in den Weiten Amazoniens leichter auf, könnten zu Ärger mit den Umweltbehörden führen. Deshalb verlegten sich die Holzfirmen seit den Neunzigern auf den illegalen „Corte seletivo“ – Bischof Kräutler im Amazonas-Teilstaat Parà hat die stupide Fäll-und Transportmethode immer wieder als Umweltverbrechen angeprangert. „Besorgniserregend ist, daß man dabei sogar Sklavenarbeiter rücksichtslos ausbeutet.“

Wurde ein Urwaldriese aufgespürt, der nicht selten über fünfhundert Jahre alt ist, wird er angesägt und reißt beim Sturz im Durchschnitt dreißig große Bäume bester Qualität mit um, ganz zu schweigen vom plattgewalzten Unterholz. Arbeiter trennen nun den unteren, dicksten Teil des Stammes von jenem zum Wipfel auslaufenden Rest, nach dem sich jedes europäische Sägewerk die Finger lecken würde. Dieser große Rest wird jedoch ebenso wie die umgerissenen Edelholzbäume liegen gelassen und verfault. Der herbeigerufene Bulldozer zerrt nur das Filetstück des Urwaldriesen hinter sich her. Zurück bleibt ein Ort der Verwüstung und Degeneration. Starke Winde zerbrechen schwache Restbäume. Die relativ dünne Humusschicht ist erstmals Sonne und starkem Tropenregen ausgesetzt, verliert rapide an Fruchtbarkeit. Doch auch der Bulldozer  reißt oft eine mehrere Dutzend Kilometer lange Spur der Zerstörung in den Tropenwald, da ein Wegenetz fehlt. Nur einige Prozent der jährlich anfallenden Edelholzmasse gelangen auf den Weltmarkt – das meiste vermodert oder wird abgefackelt. Wegen der berüchtigten Brandrodungen, mit denen vor allem Flächen für mehr Sojaanbau gewonnen werden, zählt das Drittweltland zu den fünf größten Luftvergiftern der Erde. In gigantischen Flammenwänden verbrennen Millionen von Tieren lebendig, die nationale Liste vom Aussterben bedrohter Arten wird daher rasch länger. Kein Wunder, daß Brasilien im neuesten Guinness-Buch der Rekorde gleich mehrfach als Top-Umweltvernichter negativ herausgestellt wird.

Staatschef Luis Inacio Lula da Silva und seine zu einer großen Pfingstkirche zählende Umweltministerin Marina Silva hatten Anfang 2003 beim Amtsantritt der Weltgemeinschaft radikalen, beispielhaften Naturschutz versprochen. Doch passiert ist das Gegenteil. Selbst gemäß den geschönten amtlichen Angaben wurden jährlich weiterhin über 25000 Quadratkilometer Urwald vernichtet, mehr als in den Jahren der Militärdiktatur -  den „Corte seletivo“ nicht eingerechnet. Greenpeace und Umweltexperten der katholischen Kirche weisen jetzt erneut auf Blairo Maggi - schwerreicher Gouverneur des Amazonasteilstaat Mato Grosso.  Maggi sei zugleich weltgrößter Sojaproduzent und für die Hälfte der jüngsten Abholzungen direkt verantwortlich. Er gehört zur „Sozialistischen Volkspartei“(PPS), einem wichtigen Koalititionspartner von Staatschef Lula.  Der fördert das devisenbringende „Agrobusiness“, besonders die Soja-und Fleischexporteure, nach Kräften.

Auf Brasiliens Umweltaktivisten werden immer wieder Attentate verübt. Im Februar ließen Holzunternehmer und Großfarmer in Bischof Kräutlers Teilstaat Parà die nordamerikanische Missionarin und Regenwaldschützerin Dorothy Stang ermorden. Ende Oktober macht Parà wieder Negativschlagzeilen: Jener Großagrarier Josè Dias Pereira, der die letzten zwei Jahre in einem Schutzgebiet an die zwei Millionen Urwaldbäume fällen ließ und deshalb ins Gefängnis kam, wurde nach 52 Tagen freigelassen.

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/20/grose-deutsche-entscheider-thyssenkrupp-erwagt-verkauf-des-neuen-stahlwerks-in-rio-de-janeiro-laut-manager-magazin-wer-das-werk-bereits-uber-den-grunen-klee-lobte-lula-deutsche-politiker/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/17/rio20-brasiliens-umstrittenes-amazonas-wasserkraftprojekt-belo-monte-am-rio-xingu-katholische-kirche-zu-baufortschritten-darunter-grosflachiger-abholzung/

Brasilien: “Das Ergebnis war bedeutungslos”. Fabio Feldmann, jüdischer Umweltexperte Brasiliens, über G-7-Pilotprojekt zum Schutz der brasilianischen Regenwälder, Hauptfinanzier Deutschland. Wurden also deutsche Steuergelder sinnlos und verantwortungslos verpulvert? Und von wem genau? **

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 http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/04/neue-deutsche-umweltpolitik-in-brasilien-umweltjournalist-norbert-suchanek-uber-die-folgen-des-sojawahns-brachiale-naturvernichtung-dank-immer-hoherer-zucker-und-ethanolimporte-thyssenkrupp/

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Brasiliens Vorzeige-Bergbaukonzern Vale und der Preis von Davos 2012 - Greenpeace-Mitteilung. Warum ThyssenKrupp mit Vale eng kooperiert. Große Entscheider in der Demokratie. Handelsblatt: Brasiliens Regierung hat de facto durch Beteiligungen die Kontrolle über den größten Eisenerzproduzenten der Welt.

Freitag, 27. Januar 2012 von Klaus Hart

The Public Eye Awards 2012: Schmähpreise gehen an Barclays und Vale

In Sichtweite des Weltwirtschaftsforums (WEF) haben die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz heute an einer Medienkonferenz besonders krasse Menschenrechtsverstösse und Umweltsünden von Unternehmen gebrandmarkt. Den Jurypreis erhielt der britische Bankkonzern Barclays für seine Spekulationen mit Nahrungsmitteln auf dem Buckel der Ärmsten. Der Publikumspreis ging via Internet-Voting an Vale. An der Abstimmung beteiligten sich 88′766 Menschen. US-Starökonom und Nobelpreisträger Professor Joseph E. Sitiglitz hielt ein flammendes Plädoyer für mehr Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt.

Mit den Public Eye Awards 2012 prämieren die EvB und Greenpeace zwei Konzerne, die exemplarisch für jene WEF-Mitglieder und Unternehmen stehen, deren soziale und ökologische Vergehen die Kehrseite einer rein profitorientierten Globalisierung zeigen.

ThyssenKrupp will sich mit Gebäude in Ostberlin verewigen - Ostteil zunehmend häßlicher, umweltfeindlicher und seelenloser gestaltet: http://www.tagesspiegel.de/berlin/neubau-am-schlossplatz-der-blick-fuers-ganze-fehlt/6122858.html

“Vale verschafft Thyssen Luft.” Manager-Magazin. Brasiliens Vorzeige-Minenkonzern in Davos ausgezeichnet. Pressefreiheit unter Lula-Rousseff - “Reporter ohne Grenzen”.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,637723,00.html

http://www.onvista.de/news/alle-news/artikel/25.02.2011-20:07:34-rekordergebnis-fuer-brasiliens-eisenerz-giganten-vale

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/27/brasiliens-minenkonzern-vale-unter-lula-rousseff-und-die-auszeichnung-in-davos-2012/

ThyssenKrupp und Vale:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/20/grose-deutsche-entscheider-thyssenkrupp-erwagt-verkauf-des-neuen-stahlwerks-in-rio-de-janeiro-laut-manager-magazin-wer-das-werk-bereits-uber-den-grunen-klee-lobte-lula-deutsche-politiker/

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NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers auf der Super-Baustelle von ThyssenKrupp in Rio de Janeiro: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/23/thyssenkrupp-rio-de-janeiro-wichtige-investition-starkt-auch-den-industriestandort-nordrhein-westfalennrw-ministerprasident-dr-jurgen-ruttgers/ 

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/06/thyssenkrupp-neues-stahlwerk-erhoht-den-co2-ausstos-von-rio-de-janeiro-um-763-prozent-melden-landesmedien-der-preis-des-fortschritts-o-precocruel-do-progressonoblat/

Pressefreiheit: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/brasiliens-medien-berichten-in-groser-aufmachung-uber-den-absturz-auf-dem-pressefreiheit-ranking-von-reporter-ohne-grenzen-warum-brasilien-aus-mitteleuropa-soviel-lob-erhalt/

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Brasiliens Minenkonzern:”Vale konkurriert um den Titel des übelsten Unternehmens der Welt.” Exame. “Oskar der Schande”.

Dienstag, 10. Januar 2012 von Klaus Hart

Brasiliens “Umweltschutz”: Nur 0,75 Prozent der Bußgelder für Umweltverbrechen, Umweltvergehen wurden unter Lula-Rousseff zwischen 2005 und 2010 tatsächlich entrichtet…Fast totale Straffreiheit für Umwelttäter. Belo Monte - Baustopp-Forderung von Interamerikanischer Menschenrechtskommission.

Dienstag, 12. April 2011 von Klaus Hart

Wie die brasilianischen Qualitätsmedien weiter berichten, stammen die Angaben von der zuständigen staatlichen Umweltbehörde IBAMA selbst. 2010, im letzten Jahr der Lula-Rousseff-Regierung, seien sogar nur 0,2 Prozent der verhängten Bußgelder auch tatsächlich entrichtet worden. Der größte Teil der Strafen betreffe Verbrechen gegen die Vegetation, also Abholzungen, Brandrodungen und illegaler Holzverkauf, hieß es.

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http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/20/belo-monte-und-der-indianerprotest-in-sao-paulo-2011-scharfe-kritik-an-brasiliens-prasidentin-dilma-rousseff-belo-monte-de-merda-fotoserie/

Greenpeace hat auf diese Uraltfakten der Umweltpolitik unter der Lula-Regierung ständig hingewiesen - doch aus Ländern wie Deutschland gab es geradezu massiv Lob für angebliche, immer neue Anstrengungen, neue Projekte zum Schutze Amazoniens etc. Die tatsächliche Sachlage wurde nie klar benannt, aus den bekannten Gründen.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/wird-uralt-kritik-von-greenpeace-in-europa-nach-lula-abgang-endlich-wahrgenommen-perverse-kooperation-zwischen-viehindustrie-und-lula-regierung-resultiert-in-mehr-abholzung-sklavenarbeit-und-invas/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/02/greenpeace-lula-regierung-profitiert-als-aktionar-von-amazonas-abholzung-staatliche-entwicklungsbank-an-fleisch-kuhlhausern-beteiligt-die-von-abholz-grosfarmen-beliefert-werden-fleisch-nach-europa/

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Greenpeace-Aktivisten mobilisieren auf Straßen Sao Paulos gegen AKW-Bau-Pläne der Rousseff-Regierung.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/28/greenpeace-contra-atomkraftwerk-angra-3-in-brasilien-eine-deutsch-franzosische-firma-baut-es-bei-rio-de-janeiro-mit-hermes-burgschaft/

Umweltzerstörerisches Wasserkraftwerksprojekt “Belo Monte” in Amazonien - Bischof Erwin Kräutler:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/interamerikanische-menschenrechtskommission-fordert-von-rousseff-regierung-baustopp-fur-umstrittenes-wasserkraftwerk-belo-monte-brasilia-nennt-forderung-ungerechtfertigt-dilma-rousseffs-schlechter/

Bono Vox/U2 trifft Lula in Sao Paulo:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/bono-voxu2-trifft-lula-in-sao-paulo-bisher-keinerlei-position-zu-menschenrechtslage-in-brasilien/

Rio+20. Wird Uralt-Kritik von Greenpeace in Europa nach Lula-Abgang endlich wahrgenommen? “Perverse Kooperation zwischen Viehindustrie und Lula-Regierung resultiert in mehr Abholzung, Sklavenarbeit und Invasion von Indianergebieten.”

Dienstag, 05. April 2011 von Klaus Hart

Greenpeace contra Atomkraftwerk “Angra 3″ in Brasilien - eine deutsch-französische Firma baut es bei Rio de Janeiro, mit Hermes-Bürgschaft. Bischof Erwin Kräutler und Wasserkraftwerksprojekt “Belo Monte” in Amazonien. Deutsche “Umweltpolitik” in Brasilien, Franziskaner Johannes Gierse. Brasiliens vielgelobter “Biosprit”.

Montag, 28. März 2011 von Klaus Hart

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Greenpeace-Aktivisten mobilisieren in der City von Sao Paulo. “Angra 3 - NAO!

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/08/25-neue-atomkraftwerke-in-brasilien-mit-franzosisch-deutscher-hilfe-nebeneffekt-der-rustungszusammenarbeit-betonen-landesmedien-an-franzosischer-areva-ist-siemens-beteiligt-folha-de-sao-paulo/

Die jetzige Staatschefin Dilma Rousseff wurde 2002 nach dem Wahlsieg Lulas zur Ministerin für Energie und Bergbau ernannt und definiert seitdem auch die Atomenergiepolitik der “Gestaltungsmacht” Brasilien, erhält entsprechend viel Lob aus neoliberalen Ländern wie Deutschland.

“Atomkraft ist grüne Energie”: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/04/20/atomenergie-ist-grune-energieenergia-verde-laut-brasiliens-regierungs-atomkonzern-eletronuclear-brasiliens-atompolitik-von-1975-bis-heute-das-deutsche-atomabkommen-mit-der-militardiktatur/

“Willkommen bei der AREVA NP GmbH

AREVA NP, ein Unternehmen von AREVA und Siemens, ist das weltweit führende Kerntechnikunternehmen. An unseren Standorten in Frankreich, Deutschland und den USA setzen sich rund 18.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür ein, dass Kernkraftwerke rund um den Globus ihren Beitrag zu einer sicheren, wettbewerbsfähigen sowie Kohlendioxid-freien und damit umweltschonenden Stromversorgung leisten.”(Zitat Firmenwebsite)

Deutsch-französische AREVA:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/areva-frankreichs-staatlicher-atomkonzern-und-brasilien-die-deutsch-brasilianische-atomkooperation/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/14/brasiliens-atomkraft-plane-und-norbert-suchaneks-anti-atom-filmfestival-in-rio-de-janeiro/

“Atomenergie erweist sich als Alternative”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/29/%e2%80%9eatomenergie-erweist-sich-als-alternative-%e2%80%93-fahig-dazu-den-bedarf-selbst-in-grosen-dimensionen-zu-decken-in-sauberer-und-sicherer-weise-die-regierung-von-prasident-lula-unterstutzt/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/15/schmidt-kohl-straus-brandt-filbinger-juso-vorsitzender-gerhard-schroder-fischer-trittin-scheisebeutel-auf-diktator-geisel-in-bonn-der-erneut-verlangerte-deutsch-brasilianische-atomvertrag-ha/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/26/deutsch-brasilianische-nuklearkooperation-genscher-westerwelle-text-der-burgerinitiative-umweltschutz-hamm-e-v/

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AKWs Angra 1 und Angra 2 - daneben errichten Deutsche und Franzosen “Angra 3″.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/baut-brasilien-eine-atombombe-herr-minister-die-interessante-sicht-des-ministers-zum-zweiten-weltkrieg/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/29/bruderle-auf-strahlender-mission-in-rio-urgewald-zur-deutsch-brasilianischen-nuklearkooperation/#more-5186

Hintergrund von 2006: 

 Lulas Lob der Atomenergie

“Atomkraft sauber und sicher”
Einweihung der Urananreichungsfabrik bei Rio de Janeiro


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Das umstrittene Wasserkraftwerksprojekt “Belo Monte” in Brasilien - Bischof Erwin Kräutlers aktuelle Kritik an der Rousseff-Regierung. Greenpeace contra Atomkraftwerk “Angra 3″ bei Rio de Janeiro.

Montag, 28. März 2011 von Klaus Hart

Das historische Foto: Friedensnobelpreisträger Barack Obama und Diktaturaktivist José Sarney, damaliger Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA des Militärregimes(1964-1985) prosten sich in Brasilia 2011 zu. Chile, die USA und der Militärputsch von 1973. “Obama vermied Entschuldigung”, laut brasilianischen Medien.

Montag, 21. März 2011 von Klaus Hart

obamasarney.JPG

Zeitungsausriß.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/12/befreiungstheologe-frei-betto-zwischen-1898-und-1994-haben-die-usa-48-lateinamerikanische-regierungen-gesturzt-unter-ihnen-die-von-joao-goulart-1964-in-brasilien/

Willy Brandt und sein Diktatur-Amtskollege José Magalhaes Pinto:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/

Kriegsverbrecher Gustav Wagner, stellvertretender Kommandant des KZ Sobibor, SS-Oberscharführer,  berüchtigter sadistischer Judenmörder - von der Militärdiktatur Brasiliens nicht ausgeliefert:   ”Die deutsche Regierung stellte ebenfalls ein Ersuchen auf Auslieferung, das jedoch vom Obersten Gerichtshof Brasiliens am 22. Juni 1979 zurückgewiesen wurde.” Wikipedia

Im KZ Sobibor wurden etwa 250000 Juden ermordet.

Folterlehrer aus Frankreich:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/12/05/brasiliens-militardiktatur1964-1985-folterlehrer-aus-frankreich-general-paul-aussaresses-mit-95-jahren-verstorben-aussaresses-war-wahrend-der-amtszeit-des-deutschstammigen-generals-ernesto-geise/

“Wir wollen mehr Demokratie wagen”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/22/mehr-demokratie-wagen-willy-brandt-1969-jahr-in-dem-er-in-bonn-vertrage-mit-der-brasilianischen-folterdiktatur-unterzeichnete/

Brasiliens größte Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” erinnert am Sonntag des Obama-Besuchs in einer politischen Analyse an die praktische Unterstützung der USA für den Militärputsch - durch Entsendung von Kriegsschiffen:”Ou quando mandou uma frota para auxiliar os golpistas de 1964, just in case.” Dilma Rousseff stand in Opposition zur Militärdiktatur, wurde damals zu ARENA-Zeiten eingesperrt und gefoltert.

Lula hatte die Einladung zu dem zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers Obama gegebenen Essen abgelehnt, stimmt indessen dem Vernehmen nach in kontinuierlichen Telefonaten mit Dilma Rousseff bis ins Detail das politische Vorgehen ab.

In den Archiven des Weltkirchenrates in Genf lagern Dokumente der brasilianischen Kirche, die laut Brasiliens Medien für das Diktaturjahr 1970 von “Bürgerkrieg” und etwa 12000 politischen Gefangenen sprechen. Die Diktatur erlaubte dem Internationalen Roten Kreuz nicht den Zugang zu den Gefängnissen, Diktator Medici erklärte, es gebe keine politischen Gefangenen in Brasilien. 1971 wurde ein Appell an die UNO wegen der gravierenden Menschenrechtsverletzungen gerichtet. In den Dokumenten des Weltkirchenrates werden die sadistischen Foltertechniken detailliert beschrieben, Folter werde als politische Waffe angewendet. Die Zahl der Folterzentren wird mit 242 angegeben, weibliche Gefangene seien häufig vergewaltigt worden. Zu den Taktiken gehörte, Oppositionelle in Gegenwart ihrer Ehepartner, teils sogar ihrer Kinder zu foltern. 

Üblich war zudem, besonders sadistisch gefolterte Regimegegner schließlich durch eine Giftinjektion zu töten, statt diese zu erschießen. 

Bonns Haltung zu Brasiliens Diktaturgenerälen nach dem Militärputsch von 1964:

Laut Geschichtsdaten erfolgte der erste Besuch eines deutschen Bundespräsidenten mit Heinrich Lübke kurz nach dem Militärputsch vom 31. März 1964, vom 7. bis 14. Mai des betreffenden Jahres. Es war der erste offizielle Besuch eines ausländischen Staatschefs nach dem Militärputsch. Zum Lübke-Besuch wurde auch eine deutsche Sonderbriefmarke herausgegeben. 

Laut Nationaler Wahrheitskommission waren bereits im Putschjahr 1964 über 50000 Menschen verhaftet worden.  Wie die Wahrheitskommission weiter mittteilte, wurden die Regimegegner in Fußballstadion und Schiffen gefangen gehalten. Zu den Stadien zählte das Fußballstadion “Caio Martins” in Rio de Janeiro. Schon im Putschjahr 1964 sei vom Militärregime die Folter eingeführt worden - dazu Mord, Verschwindenlassen und Entführung.

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/14/brasiliens-nazistisch-antisemitisch-orientierte-militardiktatur-lieferte-waffen-fur-repression-in-chile-laut-jetzt-veroffentlichten-geheimdokumenten-abkommen-von-diktator-medici-mit-pinochet-geschlo/

1969 schloß Bonn mit dem Militärregime laut Jahreschronik ein Kulturabkommen. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/21/barack-obamas-rede-in-rio-de-janeirochurrascaria-diskurs-war-enttauschend-laut-folha-de-sao-paulo/

Chile, die Militärdiktatur, Salvador Allende, Letelier, der Obama-Besuch: 

Brasiliens Landesmedien berichten, daß in Chile während des Obama-Besuchs die Diktaturproblematik anders behandelt wurde. Während der Obama-Pressekonferenz im Regierungssitz “Palacio de la Moneda” habe ein chilenischer Journalist gefragt, ob Obama und dessen Regierung bereit seien, sich für die Beteiligung am Militärputsch vom 11. September 1973 zu entschuldigen - und ob man bereit sei, bei den gerichtlichen Ermittlungen über Diktaturverbrechen zu kooperieren. Der chilenische Journalist habe bezeichnende Fälle erwähnt, darunter die Ermordung von Orlando Letelier, Außenminister von Salvador Allende, 1976 in Washington. Barack Obama habe sich auch angesichts derartiger öffentlicher Forderungen bereiterklärt, entsprechend jeglicher Bitte Chiles zusammenzuarbeiten. Obama habe indessen vermieden, um Entschuldigung zu bitten. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/30/barack-obama-und-juan-pablo-letelier-sohn-des-in-washington-ermordeten-allende-ausenministers-orlando-letelier-es-fehlen-noch-schuldeingestandnis-und-reue-des-nordens-wegen-dessen-verantwortung-fu/

Anders als in Chile, wurde während Obamas Besuch in Brasilien das sehr heikle Diktatur-Thema nicht berührt, dem Vernehmen nach auch nicht von der militanten Diktaturgegnerin Dilma Rousseff. Während in Chile überhaupt die Möglichkeit geschaffen wurde, daß chilenische Journalisten direkte Fragen an Obama stellen, war in Brasilien eine solche Möglichkeit verhindert worden, gab es gar kein Zusammentreffen von Obama mit brasilianischen Journalisten. Die angesehene Journalistin und Kommentatorin Miriam Leitao äußerte sich daher zur Pressefreiheit und betonte in den Qualitätsmedien der größten Demokratie Lateinamerikas:”Der schwächste Punkt des Lateinamerika-Besuchs war die völlig fehlende Beziehung zur brasilianischen Presse.” Das Stellen heikler Fragen war daher nicht möglich.

In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/25/militarpolizei-todesschwadronen-sao-paulos-mordeten-150-menschen-laut-polizeilichem-untersuchungsbericht-melden-landesmedien-menschenrechte-unter-rousseff-lula/

Laut brasilianischen Medien wurde in Chile die wichtigste Protestmanifestation gegen den Obama-Besuch von Greenpeace veranstaltet.

Deutsche Welle:

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Einer Forderung von chilenischen Parlamentariern, Menschenrechtsorganisationen, Studenten und sozialen Bewegungen, er solle sich für die Rolle seines Landes während der Militärdiktaturen in Lateinamerika und vor allem in Chile (1973-1990) offiziell entschuldigen, kam Obama nicht nach. “Ich kann für vergangene US-Politik nicht die Verantwortung übernehmen, nur für gegenwärtige und künftige”, so der US-Präsident.

In den 60er bis 80er Jahren hatten die USA politisch, logistisch und finanziell mehrere Militärputschs in lateinamerikanischen Staaten gegen demokratisch gewählte linksgerichtete Regierungen unterstützt. Während der Diktaturen wurden zehntausende Andersdenkende verfolgt, gefoltert und ermordet. Viele Militärs waren zuvor in der US-Militärakademie “School of Americas» in Panama ausgebildet worden. 1973 unterstützten die USA in Chile das Militär, als sie den gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stürzten.”

Brasilien, Vergangenheitsbewältigung: http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/05/franzosischer-general-war-folter-lehrer-wahrend-brasiliens-diktaturzeit-regierung-in-paris-wuste-von-regime-verbrechen/

Clemens Schrage im “Spiegel” über Diktaturmethoden:  http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/23/clemens-schrage-in-brasilien-zur-diktaturzeit-gefoltert-torturen-einst-und-jetzt/

Mauricio Pestana, Herausgeber von Brasiliens Schwarzen-Zeitschrift “Raca Brasil” 2010:”Es gibt keinerlei Zweifel, daß im `demokratischen` Brasilien von heute schwarze Bürger mehr  Opfer von Folter, Mord und Verschwindenlassen sind als in irgendeiner autoritären Epoche unserer Geschichte.”

Mauricio Pestana, Herausgeber der Schwarzenzeitschrift “Raca Brasil” im Website-Interview wenige Tage nach dem Obama-Besuch in Brasilien: “Ich saß im Opernhaus von Rio de Janeiro direkt vor Obama, nur etwa fünf Meter entfernt. Hätten wir einen großen nationalen Schwarzenführer, der den Willen der dunkelhäutigen Gemeinde ausdrückt - und hätte dieser mit Obama gesprochen, hätte er sich in Brasilien vielleicht zur Rassenfrage geäußert. In der brasilianischen Schwarzenbewegung war vor Obamas Ankunft allgemeine Hauptposition, daß der US-Präsident zur hiesigen Rassenproblematik Stellung beziehen muß. Die Rassismusfrage ist in der heutigen Welt schließlich gravierend. Ich persönlich bin indessen der Meinung, daß wir in Brasilien in dieser Beziehung erst einmal unsere Hausaufgaben machen müssen, bevor wir Forderungen an Obama stellen können.  Ein Krieg,  wie jetzt der Libyenkrieg, ist schlecht unter jedem Blickwinkel - wir dürfen nicht vergessen, daß dort in Libyen Zivilisten sterben. ”

Die brasilianische Schwarzenbewegung hatte versucht, über die neue Rousseff-Ministerin für Rassengleichheit, Luiza Bairros, Brasiliens Rassenproblematik auf die Agenda des Obama-Besuchs zu setzen. Wie Afropress meldete, habe man indessen von der Ministerin keinerlei Antwort erhalten. Zudem gebe es keinerlei Informationen über unabhängige Initiativen der brasilianischen Regierung in dieser Richtung.

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    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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