http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html
Gemäß einer neuen Studie hat die Zahl der ermordeten Schwarzen zwischen 2002 und 2008 stark zugenommen – im Unterschied zu Weißen. Während 2002 etwa 20 Prozent mehr Schwarze ermordet wurden als Weiße, waren es 2008 indessen 103 Prozent mehr, hieß es. Bezogen auf junge Schwarze und Weiße, sind die Mordraten noch unterschiedlicher. Im nordöstlichen Teilstaat Paraiba wurde danach 2008 1083 Prozent mehr Schwarze als Weiße ermordet, im Teilstaat Alagoas 974,8 Prozent. In elf brasilianischen Teilstaaten sind es stets über 200 Prozent mehr. Im Teilstaat Bahia, mit dem größten dunkelhäutigen Bevölkerungsanteil, liegt die Rate bei 798,5 Prozent. Der Soziologe Julio Waiselfisz, unter dessen Leitung die Studie erarbeitet wurde, sprach von „Charakteristiken der Ausrottung, Vernichtung“, die Unterschiede bei der Mordrate wüchsen sehr rasch. Dies liege an fehlender öffentlicher Sicherheit für die arme Bevölkerung, in der die Schwarzen die Mehrheit seien. Mit der öffentlichen Sicherheit geschehe dasselbe wie in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Sozialversicherung – es werde privatisiert. „Wer kann, zahlt für privaten Sicherheitsdienst. Die Schwarzen zählen zu den Ärmsten, leben in Risikozonen und können nicht zahlen.“
Laut unvollständigen Landesstatistiken werden in Brasilien jährlich etwa 55000 Menschen ermordet.
Zeit-Leser:
“Hätte jedes Land einen Präsidenten wie Lula, dann wäre unsere Welt ein besserer Ort. Er ist kein Politiker, er ist ein Staatsmann.” Deutscher Leserbrief an die “Zeit”.
U.a. aus Europa hat die Lula-Regierung wegen ihrer Politik sehr viel Lob erhalten.
Attentat auf Systemkritiker Ricardo Gama in Rio de Janeiro: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/30/yoani-sanchez-systemkritische-bloggerin-in-kuba-kollege-ricardo-gama-in-brasilien-erlitt-jetzt-attentat-doch-offenbar-keinerlei-reaktion-des-auslands/
„Nordeste tem escalada de mortes violentas em 10 anos, mostra estudo.“http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/22/brasiliens-schuswaffen-in-privathand-476-prozent-illegal-laut-ngo-viva-rio-resultate-achtjahriger-sicherheitspolitik-der-lula-regierung/
Zeitungsfoto, Ausriß – Morde an Frauen in Rio de Janeiro.
Menschenrechtsaktivist und Künstler – Emanoel Araujo: http://www.brasiliennachrichten.de/index.php?option=com_content&task=view&id=61&Itemid=30
Fotoserie über Gewalt in der größten Demokratie Lateinamerikas – anklicken: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/
http://das-blaettchen.de/2011/03/dilma-rousseffs-schlechter-start-3659.html
Tags: Brasilien, Sao Paulo, Sklavennachfahrin
Wie Brasiliens Landesmedien unter Berufung auf Wikileaks weiter berichten, wurde der Vorschlag 2007 dem damaligen Außenminister Celso Amorim unterbreitet, um Brasilien näher an die Länder der sogenannten „Westgruppe“ heranzuführen. Das Projekt sei nicht vorangekommen, habe aber die Besorgnis des NATO-Kommandos über den Weg gezeigt, den die Region eingeschlagen habe. Brasilien habe man daher an den Militärblock annähern wollen.
Folter und Haftbedingungen in Brasilien – Amnesty-Bericht 2010
Nach wie vor waren Häftlinge grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Bedingungen ausgesetzt. Folter wurde als gängige Verhörmethode zur Bestrafung, Kontrolle, Erniedrigung und Erpressung eingesetzt. Auch die Überbelegung der Haftanstalten blieb ein ernsthaftes Problem. Die Kontrolle der Hafteinrichtungen durch Banden führte zu einer hohen Gewalttätigkeit unter den Häftlingen. Das Fehlen unabhängiger Kontrollinstanzen sowie ein hohes Maß an Korruption sorgten für eine weitere Verfestigung der Gewaltprobleme im Straf- und Jugendstrafvollzug.
Wie die Landesmedien jetzt aus Telegrammen von US-Diplomaten in Brasilia und Sao Paulo zitieren, wurde zwischen 2004 und 2009 wiederholt der Rassismus in Brasilien kritisiert. Viele betonten zwar, daß es keinen Rassismus gebe – trotz der erdrückenden Beweise des Gegenteils, hieß es in den von Wikileaks bereitgestellten Dokumenten. Die große Frage sei, ob die Brasilianer überhaupt bereit seien, das Problem anzuerkennen und entsprechend agieren wollten. Erinnert wurde zudem an umstrittene Äußerungen der später entlassenen Ministerin für Rassengleichheit, Matilde Ribeiro.
http://leserbriefe.dasmagazin.ch/2012/03/21/auf-wiedersehen-liebste/
Morde an Schwarzen und Weißen: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/morde-an-schwarzen-in-brasilien-starke-zunahme-unter-der-lula-regierung-von-drei-ermordeten-sind-zwei-schwarz-wikileaks-und-rassismus-in-brasilien/
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&dig=2011%2F02%2F09%2Fa0098&cHash=b0aea71810
Kriegsverbrecher Gustav Wagner, stellvertretender Kommandant des KZ Sobibor, SS-Oberscharführer, berüchtigter sadistischer Judenmörder – von der Militärdiktatur Brasiliens nicht ausgeliefert: „Die deutsche Regierung stellte ebenfalls ein Ersuchen auf Auslieferung, das jedoch vom Obersten Gerichtshof Brasiliens am 22. Juni 1979 zurückgewiesen wurde.“ Wikipedia
Im KZ Sobibor wurden etwa 250000 Juden ermordet.
Insofern ist zusätzlich interessant, warum Kubanerin Yoani Sanchez ausgerechnet engen freundschaftlichen Kontakt zu Rechten und Rechtsextremen Brasiliens sucht, die eine nazistisch-antisemitische Militärdiktatur befürworten, welche berüchtigte sadistische Judenmörder aufnahm, schützte, nicht auslieferte. Auch auf diese Fragen sind bisher Yoani Sanchez selbst noch ihre vielen Unterstützer und Sympathisanten, darunter in deutschsprachigen Medien, NGO, während und nach der Sanchez-Reise, nicht eingegangen – was Bände spricht, zahlreiche Schlüsse zuläßt.
Willy Brandt und sein Diktatur-Amtskollege José Magalhaes Pinto: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/
Sao Paulos Ibirapuera-Stadtpark in den Siebzigern.
Wikileaks und die interessante Deutung des Zweiten Weltkriegs durch die Lula-Regierung: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/16/wikileaks-und-brasilien-der-interessante-fall-des-usa-hassers-und-strategieministers-samuel-pinheiro-guimaraes/
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/28/wikileaks-in-sao-paulo-wikileaks-zeigt-wunden/
Der zuständige Staatsanwalt Cyro Blater veurteilte die Zustände, verlangte eine staatliche Intervention im Gefängnissystem von Alagoas.
Hintergrund – brasilianischer Menschenrechtsanwalt prangert unter Lula Menschenrechtsverletzungen vor der UNO in Genf an: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/08/brasiliens-menschenrechtsanwalt-bruno-alves-de-souza-toledo-ebenso-wie-amazonasbischof-erwin-krautler-trager-des-alternativen-nobelpreises-wegen-morddrohungen-standig-unter-polizeischutz/
Gefangenenpriester Valdir Silveira erhält Menschenrechtspreis von Lula überreicht… http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/14/brasiliens-gefangenenpriester-valdir-silveira-erhalt-von-lula-regierungs-menschenrechtspreis-wegen-kampf-gegen-folter-in-brasilien/
Wandmalerei vor City-Theatern in Sao Paulo.
Noblat schrieb weiter in der Qualitätszeitung „O Globo“, Lula habe zu diesem Zeitpunkt gewußt, daß der Werbemanager Marcos Valerio – einer von jenen, die die Zahlung von Bestechungsgeldern an Parlamentsabgeordnete managten – damit drohte, alles über die Hintergründe des Skandals auszupacken. Der damalige Chefminister des Zivilkabinetts José Dirceu(Amtsvorgänger von Dilma Rousseff)sei daraufhin eingeschaltet worden, um mit Marcos Valerio ein Stillschweigen auszuhandeln und auf diese Weise Lula zu beruhigen. Dirceu habe dies erreicht. Ein, zwei Monate später wurde Dirceu verpflichtet, um seinen Rücktritt zu bitten – Dirceu sei wieder in den Nationalkongreß übergewechselt, dort aber amtsenthoben worden. „Schließlich war nötig, einen der Spitzen-Köpfe zu opfern, damit Lula den eigenen Kopf retten konnte.“
Dirceu blieb indessen hinter den Kulissen einer der politisch einflußreichsten Köpfe der Lula-Regierung, wurde von Lula stets als „Companheiro“, mit außerordentlichem Respekt behandelt und hofiert, stellen Kommentatoren heraus.
Leonardo Boff kritisiert das Urteil des Obersten Gerichts, die Vorgehensweise des schwarzen Präsidenten des Obersten Gerichts, Joaquim Barbosa. Es sei bestraft worden gegen die Prinzipien des Rechts. http://site.adital.com.br/site/noticia.php?lang=PT&cod=78939
Boffs Kritik sagt sehr viel über ihn selbst, seine Wertvorstellungen.
Wahlen in Brasilien, Angeli, Karikaturist der größten Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“ zu Wahl-Fakten, Ausriß: „Informiere dich vor der Stimmabgabe über deinen Kandidaten.“ Suchplakat mit folgenden Straftatbeständen:“Diebstahl, Raub, Raubmord, Betrug, Veruntreuung, Erpressung.“Nach der Enthüllung des Mensalao-Skandals nahmen die Sympathien in der Ersten Welt für Lula und dessen Regierung deutlich zu.
Laut Angaben des Kommunikationsexperten José Arbex verhinderte der Mensalao-Skandal Lulas Wiederwahl nicht, weil dieser von einer Gesellschaftschicht unterstützt werde, die keine Zeitung lese und sich daher nicht betroffen fühle. Aus dem gleichen Grunde habe auch der Skandal um Erenice Guerra keine größeren nachteiligen Wirkungen für die Wahl von Dilma Rousseff gehabt. Guerra sei eine enge Freundin von Rousseff, deren Amtsnachfolgerin als Chefministerin des Zivilkabinetts.

„Den Holocaust gabs nicht!“ „Den Mensalao-Skandal auch nicht!!!“
http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html
Brasiliens Landesmedien haben in Analysen auf die Verurteilung des argentinischen Diktators Videla zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verwiesen und die Weitergeltung des brasilianischen Amnestiegesetzes aus der Diktaturzeit beklagt, das internationalen Menschenrechtsabkommen widerspricht. Besonders hervorgehoben wird, daß die gewählte Präsidentin Dilma Rousseff ausgerechnet Verteidigungsminister Nelson Jobim aus der Lula-Regierung in ihr Kabinett übernahm, der zu den wichtigsten Blockierern der Vergangenheitsbewältigung in Brasiliens gezählt wird.
In den Archiven des Weltkirchenrates in Genf lagern Dokumente der brasilianischen Kirche, die laut Brasiliens Medien für das Diktaturjahr 1970 von “Bürgerkrieg” und etwa 12000 politischen Gefangenen sprechen. Die Diktatur erlaubte dem Internationalen Roten Kreuz nicht den Zugang zu den Gefängnissen, Diktator Medici erklärte, es gebe keine politischen Gefangenen in Brasilien. 1971 wurde ein Appell an die UNO wegen der gravierenden Menschenrechtsverletzungen gerichtet. In den Dokumenten des Weltkirchenrates werden die sadistischen Foltertechniken detailliert beschrieben, Folter werde als politische Waffe angewendet. Die Zahl der Folterzentren wird mit 242 angegeben, weibliche Gefangene seien häufig vergewaltigt worden. Zu den Taktiken gehörte, Oppositionelle in Gegenwart ihrer Ehepartner, teils sogar ihrer Kinder zu foltern.

Viel Lob aus Europa für „Armutsbekämpfung“ unter Lula in der achtgrößten Wirtschaftsnation: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/15/lulas-anti-hunger-programm-uber-40-prozent-der-empfanger-bleiben-weiter-im-elend-laut-regierungsstudie/
In großer Aufmachung hat die brasilianische Qualitätszeitung „O Globo“ über Dirceus vertrauliche Äußerungen zum Parteien-und Stimmenkauf-Skandal „Mensalao“ berichtet, nach dem in der Ersten Welt die Sympathien für die Lula-Regierung deutlich zunahmen. Wie es hieß, beschuldigte Dirceu Führer von Lulas Arbeiterpartei PT eines illegalen Finanzierungschemas, das „verrückt und pervers“ sei. Dirceu habe gegenüber der US-Diplomatie keinerlei Schuld für den gigantischen Mensalao-Skandal auf sich genommen. Dirceu bezweifelte, daß Lula fähig sei, sich vom Mensalao-Skandal zu erholen – die Wiederwahl sei unsicher.

”Die Praxis der Folter ist als Form institutioneller Gewalt im Alltag des Sicherheitsapparats weiter präsent und richtet sich besonders gegen die Armen.“ (brasilianische Soziologie-Zeitschrift “Sociologia”)

Ausriß, SPD-Video. “Mit der SPD bin ich schon seit den Zeiten verbunden, als ich Gewerkschaftsführer war.”
Willy Brandt und sein Diktatur-Amtskollege José Magalhaes Pinto: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/