Der Industriellenverband FIESP argumentierte, die WM werde auf die Wirtschaft Brasiliens keine Auswirkung haben. Auch der deutsche Wirtschaftsmainstream hatte just das Gegenteil behauptet – seit der WM-Vergabe an das Tropenland.
Deutsche Leser machen sich darüber lustig, daß angesichts der Fakten die bisherige lukrative Schönfärbe-Berichterstattung über Brasilien nicht mehr haltbar ist, dieselben Texter auf einmal auf einmal das Gegenteil vom bisherigen schreiben:
Seine liebenswerten Bewohner, sein enormer wirtschaftlicher Aufschwung, seine wunderbare Führungsmannschaft unter Lula und jetzt auch noch der ersten weiblichen Präsidentin.
Die begnadeten Fußballartisten in Badehosen an der Copacabana, die schönheitsbewussten Durchschnittsbürger die sich nur nach einer Komplettüberholung durch die weltbesten Schönheitschirurgen um einen Job als Zimmermädchen in den internationalen Hotels an den schönsten Stränden der Welt bewerben wollen…..und überhaupt dieses unbeschreibliche Lebensgefühl was dieses Land vermittelt, diese nicht enden wollende Leichtigkeit des Seins, die hüftschwingende Sambalebensart in den …fast…tropischen Gefilden. Schön und kaffeebraun.
Alles aus deutscher Presseberichterstattung angelesen. Niemals vor Ort gewesen.
Und nun soll alles so anders sein…?
“Auch Dilma hat sich, ganz im Sinne ihres Vorgängers, der Sozialpolitik verschrieben.” WeltTrends, Potsdam 2012
“Brasilien bietet Europa Finanzhilfen an”: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/01/brasilien-bietet-europa-finanzhilfen-an-handelsblatt-20092011-schon-uberwiesen/
“In den vergangenen Jahren hat Rio gemeinsam mit Brasilien ein Wirtschaftswunder hingelegt. Die Favelas sind saniert und weitgehend drogenfrei…” Der Spiegel, Juni 2013
“Die Wirtschaftskrise hat Brasilien kaum gespürt”(WAZ).
Laut Landesmedien ging das Gerücht um, mit dem Vermieten der eigenen Wohnung während der WM soviel Geld verdienen zu können, um mindestens ein Jahr lang nicht arbeiten zu brauchen. Entsprechend hohe Preise seien auch per Internet weltweit, besonders in der Ersten Welt, für Wohnungen, gar mehrstöckige Häuser, in Rio, Sao Paulo, anderen Städten verlangt worden – angemessene Gegenvorschläge von WM-Besuchern habe man ausgeschlagen. Die Strategie, gar weit höhere Preise zu verlangen als Hotels, sei völlig fehlgeschlagen – oft hätten lediglich ausländische Journalisten die Horrorpreise akzeptiert. Inzwischen gingen zahlreiche Anbieter mit den Preisen herunter – doch zu spät.
http://www.bild.de/sport/fussball/wm-2014/deutsche-fans-in-salvador-ueberfallen-36469372.bild.html

Ausriß, in Bahia ermordeter Homosexueller.
Brasilien und Fußball-Tote: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/18/global-player-brasilien-auf-neuem-welt-sicherheitsranking-2014-gegenuber-2013-vom-81-auf-91-platz-zuruckgestuft/

Der Besuch der Kanzlerin beim ersten WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Portugal war nach Meinung der Bundesbürger überflüssig.
71 Prozent der Deutschen sprechen sich in einer Umfrage dagegen aus, dass Angela Merkel beim Vorrundenauftakt in Brasiliendabei war. Nur fünf Prozent der Befragten halten es für richtig, dass sich die Kanzlerin Vorrundenspiele vor Ort anschaut.
Angela Merkel – WM-Besuch 2014 in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/16/deutsche-bundeskanzlerin-angela-merkel-reist-zur-wm-2014-nach-brasilien-trotz-gravierender-menschenrechtslage-bei-treffen-mit-staatschefin-dilma-rousseff-in-brasilia-waren-schwere-menschenrechtsve/
Angela Merkel, Wertvorstellungen und Völkerrecht – Zeitdokument: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/04/16/ukraine-2014-und-nato-mobilmachung-an-ruslands-grenze-zeitdokument-merkel-verteidigt-irak-kriegfaz-rd15-millionen-kriegstote/
Angela Merkel, Wertvorstellungen und Timoschenko: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/03/27/weiter-warten-auf-merkel-positionierung-zu-ihrer-freundin-timoschenko-bisher-nur-2-satze-armselig-oberflachliche-alibi-kritik-von-regierungssprecher-%E2%80%9Egewaltbilder-gewaltphantasien-liegen-we/

Von Organisatoren der Demonstration wurde während des Zuges durch Stadtteile immer wieder gewarnt, daß Polizeispitzel und agents provocateurs präsent sein dürften.

„Brot ja, Zirkus nein“.

Daniel Cohn-Bendit in Brasilien zur WM: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/18/brasilien-geldfusball-wm-2014-kuriose-realitatsfremde-analysen-von-zugereisten-aus-europa-daniel-cohn-benditja-die-wm-in-brasilien-ist-gut-fur-die-brasilianertaz/

Landesimage schädigende Fotos vermieden: Spezialeinheiten der Militärpolizei kommen erst zum Ort des Kundgebungsendes am Mercedes-Autohaus, als die Demonstranten längst von dannen sind. Die Menge an Personen rechts auf dem Bürgersteig neben den Beamten – alles in-und ausländische Journalisten und Kameraleute.

Scheiben einer Bankfiliale werden eingeworfen – bei Anti-WM-Protesten als „symbolische Gewalt“ gegen große WM-Profiteure/WM-Sponsoren etc. deklariert.

Brasiliens populärer Menschenrechtspriester Julio Lancelotti aus der Erzdiözese Sao Paulo – bei nahezu allen Anti-WM-Straßenprotesten dabei. „Der Staat will mit aller Macht Proteste verhindern, ein falsches Image erzeugen – doch das gelingt nicht. Die Repression fällt jedermann auf. Nicht einmal während der Militärdiktatur wurde die Repressionsmacht des Staates so massiv betont, so gut sichtbar herausgestellt. Ich stimme mit Bischof Erwin Kräutler von Altamira überein – wir haben eine Zivildiktatur . Es handelt sich um eine kapitalistische, wirtschaftliche Diktatur.“ Auf Website-Anfrage kritisierte Padre Lancelotti zudem sehr scharf die großen tonangebenden brasilianischen Medien und deren Berichterstattung über Systemkritikerproteste:“Diese Medien sind ehrlos, sie verstecken Fakten, minimieren, kriminalisieren.“ Laut Lancelotti sind auch Menschenrechtsaktivisten der katholischen Kirche derzeit von der Repression während der WM betroffen. „Man setzt generell auf starke Einschüchterung.“ Besonders betroffen seien davon die Obdachlosen in Megastädten wie Sao Paulo:“Man vertreibt die Straßenbewohner vor allem durch Drohungen:Besser für dich, du verschwindest von hier. Doch man geht auch per Militärpolizei mit Tränengasbomben und Blendgranaten gegen Obdachlose vor, um sie von bestimmten Schlafplätzen, darunter Brücken, zu vertreiben. Gegen diese Repression hat das Obdachlosen-Vikariat der Erzdiözese Sao Paulos beim brasilianischen Innenministerium Anzeige erstattet. Wir sind jetzt zur WM rund um die Uhr im Einsatz, beobachten die Situation der Obdachlosen auf den Straßen, nehmen Anzeigen entgegen, betreiben Nachforschungen.“
Bemerkenswert – die Voraussagen der katholischen Kirche in Bezug auf WM und Menschenrechte haben sich bestätigt.
Lancelotti – Facebook: https://pt-br.facebook.com/PeJulioLancellotti

Geraldo Alckmin (l.), Gouverneur des Teilstaats Sao Paulo, zuständig für den Einsatz der Militärpolizei, Relikt der Folterdiktatur – Fernando Haddad, Bürgermeister Sao Paulos aus Lulas Arbeiterpartei PT, zuvor Bildungsminister in der Lula-Rousseff-Regierung, damit direkt mitverantwortlich für Brasiliens prekäres Bildungswesen – wichtiger Kritikpunkt bei den Anti-WM-Protesten. Lula wohnt nur etwa 20 Kilometer von der Demonstration entfernt in einem Luxusappartement. http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/04/lula-bekommt-500000-dollar-von-lg-fur-vortrag-in-sudkorea-laut-brasilianischen-landesmedien-uber-eine-million-dollar-damit-vier-monate-nach-ende-der-amtszeit-kassiert-laut-kalkulation-von-parte/
Lula und die Folterdiktatur: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/02/12/brasilien-die-folterdiktatur-lula-und-die-arbeiterpartei-pt-rufmord-ein-kapitalverbrechen-buch557-seiten-mit-schweren-vorwurfen-gegen-lula-macht-schlagzeilen/

„Foda-se a selecao“. Neymar-Einkommen: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/17/brasilien-geldfusball-wm-2014-neymar-hat-laut-landesmedien-monatliche-einnahmen-von-umgerechnet-rund-3-millionen-euro-im-jahr-der-wm-erhohe-sich-diese-summe-um-ein-mehrfaches/
Formel-1 in Sao Paulo, ausländische Medien, Kirche und Kampf für Menschenrechte – Parallelen zur Geldfußball-WM: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/26/brasilien-friedensdemo-in-sao-paulo-caminhada-pela-paz-na-regiao-brasilandia-im-november-2012/

Wandbild an Demonstrationsroute der City Sao Paulos. „Welcom to Brazil“.

Wandbild vor der WM.

Angeli, größte Qualitätszeitung Brasiliens, zu Anti-WM-Protesten 2014.
Deutsche in Bahia überfallen und ausgeraubt – Rückreise nach Deutschland :http://g1.globo.com/bahia/noticia/2014/06/estrangeiros-assaltados-em-pousada-deixam-cidade-desistiram-da-copa.html
Willy Brandt und Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/
tags: brasilien-geldfußball-wm 2014, erwin kräutler-zivildiktatur
Wie es hieß, habe die unerwartet massiv präsente Polizei teilweise Straßenproteste bereits im Keim erstickt, zahlreiche Protestierende festgenommen. Das Polizeiaufgebot sei stets mehrfach größer als die Zahl der Demonstranten gewesen. In Rio habe man WM-Gegner gewarnt, Protest-Spruchbänder auszurollen:”Entweder ihr nehmt das alles gleich wieder mit oder wir nehmen alle fest.”
Kommentare von Konsumenten deutscher Medien:
Und bei der WM in Quatar wird man verwundert feststellen, dass hier ja gar niemand demonstriert. Mit diesem Beitrag wird ein falsches Bild der jetzigen, vom polizeilichen Ausnahmezustand beherrschten Situation dargestellt. Es stimmt, dass nicht mehr wie im vergangenen Jahr viele Millionen gleichzeitig auf die Straßen gehen, denn die Mittelschicht hat in Brasilien noch zu viel zu verlieren, um unter diesen Umständen zu Demonstrieren.
Trotzdem wagen sich überall im Land hunderttausende von direkt Betroffenen auf die Straßen, obwohl sie heftigst angegangen werden. Es hat bereits Todesfälle gegeben. Die Polizei versucht Proteste im Keim zu ersticken, stoppt Busse auf den Weg dorthin und verprügelt alle im Bus. Die Journalistin Karinny de Magalhães von Midia Ninja wurde verhaftet und in Haft ohnmächtig geschlagen. Es ist sicher gesünder für Ihre Kollegen die Hot Spots des Widerstandes großräumig zu umgehen und lieber Fußballer zu interviewen.
Ich muss meinen Vorrednern zustimmen und blase ins selbe Horn. Es ist beschämend, welches Bild diese Meldung vom aktuellen Zustand in Brasilien zeichnet. Hier und da Bezug auf die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen. Aber sonst: „Die wollen die WM genießen“ & „Lieber die Mannschaft unterstützen“ (Das sind die Überschriften wohlgemerkt!). Und was soll es aussagen, dass es „kaum Massenproteste“ gibt? Manche wenige also gibt es und viele kleine?! Hut ab vor den Demonstranten, die sich jetzt noch trauen, auf die Straße zu gehen!
Es wird hier in weiten Teilen so getan, als wäre in Brasilien gerade Friede, Freude, Eierkuchen. Das ist nicht der Fall! Und wenn es gerade ruhiger ist, dann weil der Staat und seine Polizisten massiv auf alles einknüppeln was sich kritisch regt.
Da muss einfach differenzierter berichtet werden!
Das System Brot und Spiele funktioniert eben nicht nur in Deutschland und ein massives Aufgebot brutal vorgehender Sicherheitskräfte schreckt den Erlebnissdemonstranten aus der Mittelschicht zusätzlich ab.
Laut Statistik erlitt Brasilien 2013 wegen des hohen Gewaltniveaus einen Gesamtschaden von rund 177 Milliarden Dollar.
“Heute haben wir eine Zivildiktatur”.
Bischof Erwin Kräutler im Interview mit dem brasilianischen Nachrichtenmagazin “Epoca”, Juni 2012:
“Lula und Dilma Rousseff werden als Zerstörer Amazoniens in die Geschichte eingehen…Ich habe Lula zweimal getroffen…Jene Leute, die früher mit uns kämpften, auf unserer Seite waren, die selbe Sache verteidigten, verteidigen jetzt das Gegenteil…2009 war ein sehr freundschaftliches Treffen mit Lula – ich hoffte noch, er ließe sich überzeugen. Und schrieb sogar: Gottseidank, Lula hat verstanden…Doch es war Theater, politisches Spiel. Er hielt damals meinen Arm und sagte: Dom Erwin, wir werden dieses Projekt niemandem aufzwingen. Du kannst auf mich zählen…Ich dachte, gut – der Präsident würde nicht so reden, wenn es nicht die Wahrheit wäre… Nein, Lula würde mir nicht ins Gesicht lügen…In diesem Moment glaubte ich wirklich an den Dialog…”
Epoca-Frage: “Sie hatten tatsächlich an Lulas Dialog-Versprechen geglaubt?”
Kräutler:”Ich glaubte daran…Aber es gab nie einen Dialog…Was Lula da machte, war nur Show, um dem Bischof gefällig zu sein…Nach meinen Informationen sind 61 Wasserkraftwerke in Brasilien geplant, die meisten in Amazonien…Hier hat sich der Widerstand gegen Belo Monte mit der Arbeiterpartei identifiziert…Bis dann Lula sein Präsidentenamt antrat. Als wir entdeckten, daß Lula seine Position geändert hatte, sind wir aus allen Wolken gefallen. Mein Gott, wie ist das möglich? Und die Leute der Arbeiterpartei hier wechselten auch die Seite…Das alles war Verrat, ein gewaltiger Schlag. Es ist sehr hart, von Leuten verraten zu werden, denen du die Hand gereicht hattest. Man hatte mich gefragt, Bischof, wen werden sie wählen? Ich sagte, ich stimme für Lula…Später sagte dann das Volk: Jetzt schluckt der Bischof…Jetzt sagen sie: Der Bischof war sogar für diese Leute von der Arbeiterpartei. Und jetzt muß ich Kröten schlucken…Lula hat Amazonien nie verstanden…Und am Ende seiner Amtszeit fiel er ins Delirium, berauschte sich an Ziffern, Statistiken…Heute haben wir eine Zivildiktatur…Wenn die Regierung sich verfassungswidrig verhält, leben wir erneut in einer Diktatur…Ich mag eine Frau als Präsidentin, aber ich dachte, als Frau wäre sie sensibler gegenüber unserer Lage…Man kann soviel protestieren wie man will. Sie verhindert jeglichen Dialog schon im Ansatz. Belo Monte ist kein Thema für eine Diskussion. Sie ist sehr hart, unnachgiebig, akzeptiert keine abweichende Meinung…Die Geschichte Amazoniens, Brasiliens und der Erde wird bald Lula und Dilma sehr genau als skrupellose Zerstörerverurteilen – als Verursacher von Einwirkungen, die unumkehrbar das Klima des Planeten veränderten…”
Brasilien – Daten, Statistiken: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/

Ausriß. Scheiterhaufenopfer(Microondas), Januar 2013, Rio de Janeiro. http://www.deutschlandradiokultur.de/moderne-scheiterhaufen-aus-autoreifen.1013.de.html?dram:article_id=167263
Bisher keine Distanzierung Berlins von Scheiterhaufenpraxis Brasiliens, die u.a. Protestpotential der Slums einschüchtern soll.
Banditendiktatur zwecks Einschüchterung, Paralysierung von Protestpotential – Methode findet offenbar auch Anklang bei Autoritäten in Deutschland – Schaffung von immer mehr No-Go-Areas: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/
Hohe Staatsbesucher aus Deutschland, zuletzt Joachim Gauck und Guido Westerwelle, legten Wert darauf, sich nicht zur gravierenden Menschenrechtslage Brasiliens zu positionieren.
Deutscher Bundespräsident Joachim Gauck 2013 in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/17/brasilien-historischer-besuch-des-deutschen-bundesprasidenten-joachim-gauck-im-tropenland-trotz-gravierender-menschenrechtslage-folter-todesschwadronen-gefangnis-horror-sklavenarbeit-etc-b/
Angela Merkel zur WM 2014: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/16/deutsche-bundeskanzlerin-angela-merkel-reist-zur-wm-2014-nach-brasilien-trotz-gravierender-menschenrechtslage-bei-treffen-mit-staatschefin-dilma-rousseff-in-brasilia-waren-schwere-menschenrechtsve/
Willy Brandt und Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/
tags: brasilien-geldfußball-wm 2014
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/
Laut Landesmedien mußte sogar der Seilbahnverkehr zum “Complexo do Alemao” zeitweilig gestoppt werden. In einer einzigen Nacht habe es fünf Feuergefechte in der Slumregion gegeben – mit den entsprechenden Wirkungen auf die Basis-Menschenrechte der Bewohner. Auch von deutscher Seite war immer wieder von großen Fortschritten bei der Favela-”Befriedung” die Rede.
Fußball-Tote in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/12/31/fusball-weltmeisterschaft-2014-in-brasilien-land-ist-weltmeister-bei-fusball-toten-laut-fusball-experte-mauricio-murad/
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/30/gewalt-an-den-schulen-brasiliens/
April 2013 – deutlich ansteigende Gewaltkriminalität im Großraum Rio de Janeiros, laut Lokalmedien:

Ausriß.
Wie es hieß, habe die unerwartet massiv präsente Polizei teilweise Straßenproteste bereits im Keim erstickt, zahlreiche Protestierende festgenommen. Das Polizeiaufgebot sei stets mehrfach größer als die Zahl der Demonstranten gewesen. In Rio habe man WM-Gegner gewarnt, Protest-Spruchbänder auszurollen:“Entweder ihr nehmt das alles gleich wieder mit oder wir nehmen alle fest.“
Kommentare von Konsumenten deutscher Medien:
Und bei der WM in Quatar wird man verwundert feststellen, dass hier ja gar niemand demonstriert. Mit diesem Beitrag wird ein falsches Bild der jetzigen, vom polizeilichen Ausnahmezustand beherrschten Situation dargestellt. Es stimmt, dass nicht mehr wie im vergangenen Jahr viele Millionen gleichzeitig auf die Straßen gehen, denn die Mittelschicht hat in Brasilien noch zu viel zu verlieren, um unter diesen Umständen zu Demonstrieren.
Trotzdem wagen sich überall im Land hunderttausende von direkt Betroffenen auf die Straßen, obwohl sie heftigst angegangen werden. Es hat bereits Todesfälle gegeben. Die Polizei versucht Proteste im Keim zu ersticken, stoppt Busse auf den Weg dorthin und verprügelt alle im Bus. Die Journalistin Karinny de Magalhães von Midia Ninja wurde verhaftet und in Haft ohnmächtig geschlagen. Es ist sicher gesünder für Ihre Kollegen die Hot Spots des Widerstandes großräumig zu umgehen und lieber Fußballer zu interviewen.
Das System Brot und Spiele funktioniert eben nicht nur in Deutschland und ein massives Aufgebot brutal vorgehender Sicherheitskräfte schreckt den Erlebnissdemonstranten aus der Mittelschicht zusätzlich ab.
Na da sieht man es mal wieder … die Regierung braucht einfach nur die Polizei härter durchgreifen lassen und schon ist wieder „Ruhe im Land“ (relativ gesehen).
„Die Regierung hat die Sicherheitsmaßnahmen erhöht – das heißt: die Polizei geht härter vor.“
Das dürfte wohl eher der Grund für die geringe Teilnahme zu sein, das und falsche Versprechen, einem Teil der Leute gegenüber, die allerdings nach Ende der wm vergessen sein werden.
Deshalb umso mehr Respekt für diejenigen, die ihre Prinzipien nicht einfach über Bord werfen und weiter auf der Straße verharren.
„Die wollen die WM genießen“ das ist wohl eine Feststellung die vermutlich nur von Gästen so empfunden wird – sie trifft nur auf eine satte Bevölkerungsschicht zu. Die anderen werden sich die Eintrittskarten nicht leisten können und durch die WM-Finanzierungen ihre sozialen Forderungen als vertagt empfinden.
Dashalb empfinde ich diesen Beitrag als sehr flach und beschwichtigend, möglicherweise hier in Deutschland abgefasst.
Der Sicherheitsapparat ist überall, wo man mit Protesten rechnet, präsent. Die Abschreckung ist groß genug und darum passiert auch nicht viel. Das hat aber wenig mit „Die wollen die WM genießen“ zu tun.
“Heute haben wir eine Zivildiktatur”.
Bischof Erwin Kräutler im Interview mit dem brasilianischen Nachrichtenmagazin “Epoca”, Juni 2012:
“Lula und Dilma Rousseff werden als Zerstörer Amazoniens in die Geschichte eingehen…Ich habe Lula zweimal getroffen…Jene Leute, die früher mit uns kämpften, auf unserer Seite waren, die selbe Sache verteidigten, verteidigen jetzt das Gegenteil…2009 war ein sehr freundschaftliches Treffen mit Lula – ich hoffte noch, er ließe sich überzeugen. Und schrieb sogar: Gottseidank, Lula hat verstanden…Doch es war Theater, politisches Spiel. Er hielt damals meinen Arm und sagte: Dom Erwin, wir werden dieses Projekt niemandem aufzwingen. Du kannst auf mich zählen…Ich dachte, gut – der Präsident würde nicht so reden, wenn es nicht die Wahrheit wäre… Nein, Lula würde mir nicht ins Gesicht lügen…In diesem Moment glaubte ich wirklich an den Dialog…”
Epoca-Frage: “Sie hatten tatsächlich an Lulas Dialog-Versprechen geglaubt?”
Kräutler:”Ich glaubte daran…Aber es gab nie einen Dialog…Was Lula da machte, war nur Show, um dem Bischof gefällig zu sein…Nach meinen Informationen sind 61 Wasserkraftwerke in Brasilien geplant, die meisten in Amazonien…Hier hat sich der Widerstand gegen Belo Monte mit der Arbeiterpartei identifiziert…Bis dann Lula sein Präsidentenamt antrat. Als wir entdeckten, daß Lula seine Position geändert hatte, sind wir aus allen Wolken gefallen. Mein Gott, wie ist das möglich? Und die Leute der Arbeiterpartei hier wechselten auch die Seite…Das alles war Verrat, ein gewaltiger Schlag. Es ist sehr hart, von Leuten verraten zu werden, denen du die Hand gereicht hattest. Man hatte mich gefragt, Bischof, wen werden sie wählen? Ich sagte, ich stimme für Lula…Später sagte dann das Volk: Jetzt schluckt der Bischof…Jetzt sagen sie: Der Bischof war sogar für diese Leute von der Arbeiterpartei. Und jetzt muß ich Kröten schlucken…Lula hat Amazonien nie verstanden…Und am Ende seiner Amtszeit fiel er ins Delirium, berauschte sich an Ziffern, Statistiken…Heute haben wir eine Zivildiktatur…Wenn die Regierung sich verfassungswidrig verhält, leben wir erneut in einer Diktatur…Ich mag eine Frau als Präsidentin, aber ich dachte, als Frau wäre sie sensibler gegenüber unserer Lage…Man kann soviel protestieren wie man will. Sie verhindert jeglichen Dialog schon im Ansatz. Belo Monte ist kein Thema für eine Diskussion. Sie ist sehr hart, unnachgiebig, akzeptiert keine abweichende Meinung…Die Geschichte Amazoniens, Brasiliens und der Erde wird bald Lula und Dilma sehr genau als skrupellose Zerstörerverurteilen – als Verursacher von Einwirkungen, die unumkehrbar das Klima des Planeten veränderten…”
Brasilien – Daten, Statistiken: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/
http://aovivo.folha.uol.com.br/2013/06/18/3401-aovivo.shtml
WM kostet allein Brasiliens Regierung laut Landesmedien umgerechnet mindestens 11,6 Milliarden Euro.
Sao Paulo hat über 2600 Favelas: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/27/zdf-adveniat-gottesdienst-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-2011-brasiliens-kontraste-fotoserie/
Angela Merkel zur WM 2014: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/16/deutsche-bundeskanzlerin-angela-merkel-reist-zur-wm-2014-nach-brasilien-trotz-gravierender-menschenrechtslage-bei-treffen-mit-staatschefin-dilma-rousseff-in-brasilia-waren-schwere-menschenrechtsve/
Willy Brandt und Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/
Lula und die Folterdiktatur:

Warum Lula in Ländern wie Deutschland viele Sympathisanten eines bestimmten politischen Spektrums hat – Lula war Informant der Diktatur-Geheimpolizei Dops, laut neuem Buch: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/02/12/brasilien-die-folterdiktatur-lula-und-die-arbeiterpartei-pt-rufmord-ein-kapitalverbrechen-buch557-seiten-mit-schweren-vorwurfen-gegen-lula-macht-schlagzeilen/

Ausriß.
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/
Laut Landesmedien mußte sogar der Seilbahnverkehr zum „Complexo do Alemao“ zeitweilig gestoppt werden. In einer einzigen Nacht habe es fünf Feuergefechte in der Slumregion gegeben – mit den entsprechenden Wirkungen auf die Basis-Menschenrechte der Bewohner. Auch von deutscher Seite war immer wieder von großen Fortschritten bei der Favela-„Befriedung“ die Rede.
Während der WM haben die brasilianischen Medien ihre Berichterstattung über Alltagsverbrechen stark reduziert, verzichten zumeist auch auf Fotos, was offenbar auch gegenüber dem Ausland den Eindruck erwecken soll, die WM-Sicherheitsvorkehrungen hätten Erfolg.
Fußball-Tote in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/12/31/fusball-weltmeisterschaft-2014-in-brasilien-land-ist-weltmeister-bei-fusball-toten-laut-fusball-experte-mauricio-murad/
WM kostet allein Brasiliens Regierung laut Landesmedien umgerechnet mindestens 11,6 Milliarden Euro.
“Heute haben wir eine Zivildiktatur”.
Bischof Erwin Kräutler im Interview mit dem brasilianischen Nachrichtenmagazin “Epoca”, Juni 2012:
“Lula und Dilma Rousseff werden als Zerstörer Amazoniens in die Geschichte eingehen…Ich habe Lula zweimal getroffen…Jene Leute, die früher mit uns kämpften, auf unserer Seite waren, die selbe Sache verteidigten, verteidigen jetzt das Gegenteil…2009 war ein sehr freundschaftliches Treffen mit Lula – ich hoffte noch, er ließe sich überzeugen. Und schrieb sogar: Gottseidank, Lula hat verstanden…Doch es war Theater, politisches Spiel. Er hielt damals meinen Arm und sagte: Dom Erwin, wir werden dieses Projekt niemandem aufzwingen. Du kannst auf mich zählen…Ich dachte, gut – der Präsident würde nicht so reden, wenn es nicht die Wahrheit wäre… Nein, Lula würde mir nicht ins Gesicht lügen…In diesem Moment glaubte ich wirklich an den Dialog…”
Epoca-Frage: “Sie hatten tatsächlich an Lulas Dialog-Versprechen geglaubt?”
Kräutler:”Ich glaubte daran…Aber es gab nie einen Dialog…Was Lula da machte, war nur Show, um dem Bischof gefällig zu sein…Nach meinen Informationen sind 61 Wasserkraftwerke in Brasilien geplant, die meisten in Amazonien…Hier hat sich der Widerstand gegen Belo Monte mit der Arbeiterpartei identifiziert…Bis dann Lula sein Präsidentenamt antrat. Als wir entdeckten, daß Lula seine Position geändert hatte, sind wir aus allen Wolken gefallen. Mein Gott, wie ist das möglich? Und die Leute der Arbeiterpartei hier wechselten auch die Seite…Das alles war Verrat, ein gewaltiger Schlag. Es ist sehr hart, von Leuten verraten zu werden, denen du die Hand gereicht hattest. Man hatte mich gefragt, Bischof, wen werden sie wählen? Ich sagte, ich stimme für Lula…Später sagte dann das Volk: Jetzt schluckt der Bischof…Jetzt sagen sie: Der Bischof war sogar für diese Leute von der Arbeiterpartei. Und jetzt muß ich Kröten schlucken…Lula hat Amazonien nie verstanden…Und am Ende seiner Amtszeit fiel er ins Delirium, berauschte sich an Ziffern, Statistiken…Heute haben wir eine Zivildiktatur…Wenn die Regierung sich verfassungswidrig verhält, leben wir erneut in einer Diktatur…Ich mag eine Frau als Präsidentin, aber ich dachte, als Frau wäre sie sensibler gegenüber unserer Lage…Man kann soviel protestieren wie man will. Sie verhindert jeglichen Dialog schon im Ansatz. Belo Monte ist kein Thema für eine Diskussion. Sie ist sehr hart, unnachgiebig, akzeptiert keine abweichende Meinung…Die Geschichte Amazoniens, Brasiliens und der Erde wird bald Lula und Dilma sehr genau als skrupellose Zerstörerverurteilen – als Verursacher von Einwirkungen, die unumkehrbar das Klima des Planeten veränderten…”
Brasilien – Daten, Statistiken: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/
Lula und die Folterdiktatur:

Warum Lula in Ländern wie Deutschland viele Sympathisanten eines bestimmten politischen Spektrums hat – Lula war Informant der Diktatur-Geheimpolizei Dops, laut neuem Buch: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/02/12/brasilien-die-folterdiktatur-lula-und-die-arbeiterpartei-pt-rufmord-ein-kapitalverbrechen-buch557-seiten-mit-schweren-vorwurfen-gegen-lula-macht-schlagzeilen/
Angela Merkel zur WM 2014: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/16/deutsche-bundeskanzlerin-angela-merkel-reist-zur-wm-2014-nach-brasilien-trotz-gravierender-menschenrechtslage-bei-treffen-mit-staatschefin-dilma-rousseff-in-brasilia-waren-schwere-menschenrechtsve/
Willy Brandt und Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/30/gewalt-an-den-schulen-brasiliens/
April 2013 – deutlich ansteigende Gewaltkriminalität im Großraum Rio de Janeiros, laut Lokalmedien:

Ausriß.
Brasilien ist mit seiner Lebendigkeit, Kreativität und kulturellen Vielfalt ein ungemein inspirierender Partner, der gleichzeitig durch Exzellenz in Wirtschaft und Wissenschaft besticht. Bundesaußenminister Guido Westerwelle, FDP 2013
Willy Brandt und Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/
tags: brasilien-geldfußball-wm 2014
Angela Merkel – WM-Besuch 2014 in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/06/16/deutsche-bundeskanzlerin-angela-merkel-reist-zur-wm-2014-nach-brasilien-trotz-gravierender-menschenrechtslage-bei-treffen-mit-staatschefin-dilma-rousseff-in-brasilia-waren-schwere-menschenrechtsve/

Brasilien: Paulo Lins
Schriftsteller, Filmemacher, Menschenrechtsaktivist
Der aufrüttelnde sozialkritische Streifen „City of God” lief mit großem Erfolg auch in den deutschen Kinos – verfilmt wurde der Romanerstling „Cidade de Deus” des Schwarzen Paulo Lins aus Rio de Janeiro. Das Buch erschien auch bei einem deutschen Verlag. Was Lins, der aus dem gleichnamigen Elendsviertel stammt, da zu Papier brachte, versetzte der brasilianischen Nation einen heilsamen Schock, veränderte die Kulturszene des Tropenlandes nachhaltig.
Barack Obama – Cidade de Deus: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/18/streit-um-obamas-slumbesuch-in-rio-de-janeiro-politrapper-mv-bill-und-favelaorganisation-cufa-lehnen-teilnahme-wegen-obama-auflagen-ab/
Zeitungsausriß.