http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/18/junger-honigmann-in-sao-paulo-gesichter-brasiliens/
http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/16/strandverkauferin-bei-sao-paulo-gesichter-brasiliens/
Wie Brasiliens Landesmedien unter Berufung auf Wikileaks weiter berichten, wurde der Vorschlag 2007 dem damaligen Außenminister Celso Amorim unterbreitet, um Brasilien näher an die Länder der sogenannten „Westgruppe“ heranzuführen. Das Projekt sei nicht vorangekommen, habe aber die Besorgnis des NATO-Kommandos über den Weg gezeigt, den die Region eingeschlagen habe. Brasilien habe man daher an den Militärblock annähern wollen.
Folter und Haftbedingungen in Brasilien – Amnesty-Bericht 2010
Nach wie vor waren Häftlinge grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Bedingungen ausgesetzt. Folter wurde als gängige Verhörmethode zur Bestrafung, Kontrolle, Erniedrigung und Erpressung eingesetzt. Auch die Überbelegung der Haftanstalten blieb ein ernsthaftes Problem. Die Kontrolle der Hafteinrichtungen durch Banden führte zu einer hohen Gewalttätigkeit unter den Häftlingen. Das Fehlen unabhängiger Kontrollinstanzen sowie ein hohes Maß an Korruption sorgten für eine weitere Verfestigung der Gewaltprobleme im Straf- und Jugendstrafvollzug.
Laut Befreiungstheologe Frei Betto, Ex-Lula-Berater beim Anti-Hungerprogramm, liegt die Zahl der in extremer Armut, also in Hunger und Misere, lebenden Brasilianer, nicht wie offiziell angegeben, heute bei 16 Millionen, sondern ist doppelt so hoch. Nach derzeit geltendem mitteleuropäischen Werteverständnis hat damit die internationale Wirtschafts-und Finanzkrise, wie die Lula-Rousseff-Regierung verbreiten ließ, auf Brasilien nur geringe Auswirkungen gehabt.
Brasiliens investigative Journalisten wiesen indessen auf Rekordentlassungen, den Stopp vieler Industrieprojekte, auf Exportprobleme und Deindustrialisierung, geschönte offizielle Statistiken.
Obdachlose, psychisch gestört, an der Avenida Paulista.
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“Schönheit und Fäulnis”. Neue Zürcher Zeitung/NZZ – Klaus Hart:https://www.nzz.ch/schoenheit_und_faeulnis-1.700750
Die große Honigflasche kostet 10, die kleine 5 Real. Der Mann dahinter ist aus Maranhao, lobt den Honig seiner Heimat.
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/18/sao-paulo-fotoserie-uber-brasiliens-megacity/
http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/16/strandverkauferin-bei-sao-paulo-gesichter-brasiliens/
Im Zuge der jüngsten Enthüllungen über die tatsächlichen Vorgänge bei der Besetzung der Slumregion „Complexo do Alemao“ von Rio de Janeiro geraten inzwischen immer mehr die Mainstreammedien und Mainstreamjournalisten in die Kritik, die in heute üblicher Manier offizielle Versionen des Militär-und Polizeieinsatzes verbreitet hatten. Brasiliens wichtigste Qualitätszeitung „O Estado de Sao Paulo“ betont inzwischen, was brasilianische Richter und kirchliche Menschenrechtsexperten bereits seit dem Beginn der Operation vom vergangenen November scharf verurteilt hatten, indessen vorhersehbar bei in-und ausländischen Mainstreammedien kein Gehör fanden. Gemäß der Analyse der Qualitätszeitung handelte es sich um eine große Raubzug-Operation. Die Reporter hätten sich als Teil der Kriegsoperation gesehen und ihr kritisches Potential verloren. „In der Schilderung war alles schön und wunderbar – während real im Schatten Raub und Plünderung abliefen.“ „O Garimpo envolveu o saque de varias casas de cidadaos comuns, perplexos com a furia e a ganancia de seus salvadores…Aves de rapina agradecem.“Brasilianische Menschenrechtsaktivisten, die zu selber Zeit wie in-und ausländische Journalisten im Complexo do Alemao recherchierten, berichteten gegenüber der Website vom vorherrschenden Klima der Einschüchterung, Angst unter den Slumbewohnern, von staatlichem Terror, Raub. Massakrierte habe man in der üblichen Weise zwecks Beseitigung von Schweinen auffressen lassen. Menschenrechtsaktivisten im Complexo do Alemao fürchteten Repressalien und Ermordung, zögen es vor, daß jegliche Art von Protesten gegen die Menschenrechtsverletzungen fern der Slumregion stattfinde und von Gruppierungen außerhalb des Teilstaats Rio de Janeiro organisiert werde. Ein Blick auf Berichte über die Besetzungsaktion zeigt, daß in nicht wenigen Medien offenbar verboten war, derartige kritische Stimmen überhaupt zu erwähnen.
Nicht nur in Brasilien ist allgemein bekannt, daß es bei Polizei-und Militäraktionen in Favelas fast stets zu derartigen gravierenden Menschenrechtsverletzungen kommt. Umso merkwürdiger mutet an, daß just in Berichten von ausländischen Reportern, die vor Ort waren, solche nunmehr offengelegten Fakten komplett fehlen. Was war da passiert, welche Abstimmungen erfolgten mit den zuständigen Redaktionen? Fragen über Fragen, viel Stoff für Kommunikationswissenschaftler.
Zu den gerne weltweit verbreiteten offiziellen Versionen zählte just im November 2010, mitten in den Raub-und Gewaltaktionen, auch die Einschätzung eines Rio-Polizeichefs, wonach man den Bewohnern des Complexo do Alemao die Freiheit gebracht habe. Präsidentin Dilma Rousseffs neuer Justizminister nannte laut Landesmedien die Besetzungsaktion ein „Modell und Beispiel für das ganze Land“.
Militäreinsatz von 2006 im Complexo do Alemao – mit den bekannten Resultaten…
Bundesaußenminister Guido Westerwelle 2010 in Sao Paulo:
“Die brasilianische Regierung, mit der Autorität ihrer Erfolgsgeschichte im Hintergrund, sie macht ihr Wort in der Weltpolitik…Aber, meine Damen und Herren, was uns verbindet, das sind gemeinsame Werte. Und wenn man gemeinsame Werte hat, wenn man Ansichten zur Rechtsstaatlichkeit, zur Notwendigkeit internationaler Kooperation, zum Primat des Völkerrechts teilt, so ist das eine ganz besonders verlässliche Basis für eine strategische Partnerschaft. Wir haben ähnliche Vorstellungen über den Wert individueller Freiheit…”
Die Rio-Äußerung 2010 von Bundesaußenminister Guido Westerwelle(FDP), die wegen der grauenhaften Menschenrechtslage in Brasilien besonders aufhorchen ließ:”Erneut lobte Westerwelle in seiner Rede Brasilien als wichtigen “strategischen Partner” Deutschlands. Die Interessen reichten weit über Wirtschaftsinteressen hinaus. “Wir wissen, dass wir im Geiste sehr eng verbunden sind.” (Tagesspiegel) Außenminister Westerwelle traf diese Bewertung vor dem Hintergrund sehr genauer Kenntnis der gravierenden, von Staat und Regierung/Staats-und Regierungsangestellten begangenen Menschenrechtsverletzungen in Brasilien. Dies läßt wichtige Rückschlüsse auf aktuelle Politikziele in Deutschland zu.
Folter und Haftbedingungen in Brasilien – Amnesty-Bericht 2010
Nach wie vor waren Häftlinge grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Bedingungen ausgesetzt. Folter wurde als gängige Verhörmethode zur Bestrafung, Kontrolle, Erniedrigung und Erpressung eingesetzt. Auch die Überbelegung der Haftanstalten blieb ein ernsthaftes Problem. Die Kontrolle der Hafteinrichtungen durch Banden führte zu einer hohen Gewalttätigkeit unter den Häftlingen. Das Fehlen unabhängiger Kontrollinstanzen sowie ein hohes Maß an Korruption sorgten für eine weitere Verfestigung der Gewaltprobleme im Straf- und Jugendstrafvollzug.
Hintergrund Favelas – Österreichs Südwind-Magazin:
http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?ID=234729&rubrik=31&ausg=200304
http://www.cnbb.org.br/site/articulistas/dom-cristiano-jakob-krapfhttp://www.domcristiano.com.br/home/
„Das Paradies des Finanzkapitals“
O estrangeiro que investiu um milhão de dólares na Bovespa nos primeiros anos do Governo Lula tinha seu capital em dólares dobrado em menos de três anos, se teve a esperteza de retirar seu dinheiro antes de Setembro de 2008. Quem foi que pagou a conta? O povo brasileiro.“
Der Bischof auf youtube: http://www.youtube.com/bispodom
Namoro e Futuro 17/01/2011
O pecado não está na camisinha 17/01/2011
Um Natal sem Jesus? 17/01/2011
A charada do século: poluir menos para produzir mais 17/01/2011
Se queres construir a Paz, preserva a Criação 17/01/2011
O vinho de Caná e as Tentações ( J 2,1-11) 17/01/2011
O amor do padre é da Igreja 17/01/2011
Uma política econômica do poder do dinheiro para o dinheiro 17/01/2011
Escândalos virão, mas ai de quem 17/01/2011
O Papa incomoda muita gente 17/01/2011
Die offiziell als Maßnahme der Verbrechensbekämpfung deklarierte Aktion von Militär und Polizei vom November 2010 wird bereits wenige Monate später von investigativen Journalisten großer brasilianischer Qualitätszeitungen völlig anders beschrieben:“Als die Einnahme des Complexo do Alemao das Land wegen der durch TV und Presse verbreiteten Glorifizierungen begeisterte, waren viele der hochgerühmten Polizisten und Militärs damit befaßt, Behausungen und Bewohner zu überfallen und auszuplündern – so weiß man oder hat es sich jetzt bestätigt“, analysiert Janio de Freitas in der „Folha de Sao Paulo“. Wegen üblichen Enthüllungen nach zahlreichen Einsätzen dieser Art in den letzten Jahrzehnten werden derzeit in der ebenfalls gewohnten Weise lediglich einige Polizeioffiziere ausgewechselt – siehe Berlinale-Film „Tropa de Elite 2″. Brasilianische Richter und kirchliche Menschenrechtsaktivisten, die von Anfang an die Aktionen im Complexo do Alemao als pure „Farce“ bezeichneten und sogar von einem vertuschten Massaker an Slumbewohnern sprachen, hatten auch in europäischen Mainstream-Medien, die der offiziellen Jubel-Version folgten, keinerlei Chance.
http://das-blaettchen.de/2011/01/panzer-und-crack-3265.html
Hintergrund Favelas – Österreichs Südwind-Magazin:
http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?ID=234729&rubrik=31&ausg=200304
Laut amtlichen Regierungsangaben erhalten den „Salario Minimo“ von umgerechnet etwa 248 Euro brutto 29,1 Millionen registriert oder unregistriert Beschäftigte sowie 18,6 Millionen Empfänger von Leistungen der staatlichen Sozialversicherung, darunter Rentner. Zwei von drei Rentnern bekommen das „Salario Minimo“. Ein beträchtlicher Teil gerade der unregistriert, ohne Arbeitsvertrag und rechtliche Absicherung Beschäftigten, hat indessen deutlich geringere Einkünfte – in einem Land mit inzwischen teils deutlich höheren Preisen gerade bei Grundnahrungsmitteln als beispielsweise in Deutschland – und in einer Phase schmerzhafter Preisanstiege.Entsprechend heftig waren am Tage der Abstimmung die Proteste der Gewerkschaften im Nationalkongreß. Die Landesmedien bezeichneten als rares Phänomen der brasilianischen Politik, daß die Gewerkschafter sogar Rechtsparteien applaudierten, die Anträge für einen höheren Mindestlohn gestellt hatten. Bekannte Gewerkschaftsführer wie Vicentinho, inzwischen Abgeordneter von Lulas Arbeiterpartei PT, wurden indessen ausgepfiffen und ausgebuht. Das Abgeordnetenhaus hat 513 Sitze – 388 gehören zu den Parteien des Bündnisses der Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff. Damit war der Abstimmungssieg für die Regierungsvorlage sicher, die nun noch – ebenso unproblematisch – den Kongreßsenat passieren wird. In Anspielung an die Vorgänge auf dem Tahrir-Platz in Kairo sagte Gewerkschaftsverbandspräsident Paulo Pereira da Silva zu den Chancen für Anträge zugunsten eines höheren Mindestlohns:“Um zu gewinnen, müßten die Menschen 18 Tage auf dem Platz schlafen.“ Bei Protesten in Brasilia wurde am Abstimmungstag eine große Dilma-Rousseff-Puppe mit der Wortspiel-Aufschrift „DIL-MÁ“ getragen – „má“ bedeutet im Portugiesischen „schlecht“. Zugleich wurde an vorangegangene enorme Diätenerhöhungen der Kongreßpolitker sowie an das Einkommen Lulas erinnert. Laut Landesmedien lehnte Lula jetzt ab, in einem Unternehmen einen Vortrag für ein Honorar von 100000 US-Dollar zu halten. Wie es hieß, würde er nur für 200000 US-Dollar akzeptieren.Zeitungsausriß.
Die Landesmedien kritisieren, daß inzwischen sogar der Preis für den berühmten „Acarajé“ von Bahia von ohnehin hohen 2.50 auf neuerdings 4.50 Real – und weit mehr – geklettert ist.
Müllsammler in Sao Paulo – kein Mindestlohn in Sicht.
“ Um brasileiro ganha cinco milhões de salários mínimos(von Website des Bischofs Cristiano Jakob Krapf, Jequie, Bahia) (more…)
Wie die Landesmedien jetzt aus Telegrammen von US-Diplomaten in Brasilia und Sao Paulo zitieren, wurde zwischen 2004 und 2009 wiederholt der Rassismus in Brasilien kritisiert. Viele betonten zwar, daß es keinen Rassismus gebe – trotz der erdrückenden Beweise des Gegenteils, hieß es in den von Wikileaks bereitgestellten Dokumenten. Die große Frage sei, ob die Brasilianer überhaupt bereit seien, das Problem anzuerkennen und entsprechend agieren wollten. Erinnert wurde zudem an umstrittene Äußerungen der später entlassenen Ministerin für Rassengleichheit, Matilde Ribeiro.
http://leserbriefe.dasmagazin.ch/2012/03/21/auf-wiedersehen-liebste/
Morde an Schwarzen und Weißen: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/morde-an-schwarzen-in-brasilien-starke-zunahme-unter-der-lula-regierung-von-drei-ermordeten-sind-zwei-schwarz-wikileaks-und-rassismus-in-brasilien/
CPJ-Koordinator Carlos Laura sagte gegenüber Brasiliens Landesmedien, die Zensur habe ein besorgniserregendes Niveau erreicht, kriminelle Organisationen vergrößerten ihre Macht. „Früher mordeten diktatorische Regierungen, heute sind es transnationale Drogenorganisationen, die morden und Journalisten verschwinden lassen“:“De acordo com ele, o principal problema no Brasil é a censura judicial, embora tenha dito que existam outros problemas, como a pressao politica sobre veiculos de comunicacao e ameacas do crime, sobretudo de traficantes de droga.“Dennoch existiert in Ländern wie Brasilien eine relative Pressefreiheit, die in bestimmten Ländern Europas längst abgebaut wurde.
„Der Begriff des politisch Korrekten kam 1793 in die Welt. Und zwar in einem Gerichtsverfahren in den Vereinigten Staaten. Stolze 200 Jahre hat die Begrifflichkeit selbst und die Schleppe seiner ideologischen Folgen benötigt, um über den Atlantik zu kommen. Inzwischen sind das Schlagwort und eine dazu passend geschnitzte Geisteshaltung in Europa gut verbreitet. Leider entwerten sie inzwischen auch die Identität eines pluralen, aufgeklärten demokratischen Rechtsstaates.“ Paul-Hermann Gruner im Deutschlandradio Kultur, „Die Selbstfesselung“.
Gezielte Gewaltförderung in Deutschland – Vorbild Rio?: http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/jugendliche-tatverdaechtige-wegen-versuchten-raubmordes-vorgefuehrt/3845942.html