Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

“Die USA - ein sicherer Hafen für Naziverbrecher.” Süddeutsche Zeitung. Wie glaubwürdig offizielle Angaben, Regierungspropaganda sind. Mengele, Demjanjuk, Treblinka-Chef Wagner.

Dienstag, 16. November 2010 von Klaus Hart

http://www.sueddeutsche.de/politik/bericht-des-justizministeriums-die-usa-ein-sicherer-hafen-fuer-naziverbrecher-1.1023974

15. November 2010 16:40

Bericht des Justizministeriums. Die USA, ein sicherer Hafen für Nazis

Ingenieure und Geheimdienstler gesucht, Vergangenheit egal: Die USA holten nach 1945 Nazis ins Land. Ein Bericht zeigt, in welchem Ausmaß Amerika mit einstigen Hitler-Getreuen kollaborierte.

Von Michael König

Otto von Bolschwing war in den USA ein willkommener Gast. Einer mit einer schwierigen Geschichte zwar, aber sollte es deswegen Probleme geben, solle von Bolschwing alles abstreiten oder “auf mildernde Umstände verweisen”. Dazu riet ihm sein Arbeitgeber, die Central Intelligence Agency. Bevor der Deutsche 1954 bei dem amerikanischen Geheimdienst anheuerte, war er im Zweiten Weltkrieg ein Mitarbeiter des Holocaust-Organisator Adolf Eichmann gewesen. Er soll zu dessen Plänen zur Ermordung der europäischen Juden beigetragen haben.

So wie Bolschwing ging es offenbar vielen Naziverbrechern: Sie durften nachAmerika einreisen, obwohl ihre dunkle Vergangenheit den US-Behörden bekannt war. In manchen Fällen haben die amerikanischen Geheimdienste bewusst mit Helfern des Hitler-Regimes zusammengearbeitet, um von deren Wissen zu profitieren. Das geht aus einem 600 Seiten starken Bericht des US-Justizministeriums hervor, aus dem die New York Times (NYT) zitiert.

Im Auftrag des Office of Special Investigation (OSI), einer 1979 gegründeten Sondereinheit des Justizministeriums, hatten sich Anwälte, Historiker und Ermittler auf die Fährte von in Amerika lebenden Naziverbrechern gemacht. Ihr Fazit: “Amerika, das sich dafür rühmte, ein sicherer Hafen für die Verfolgten zu sein, wurde - in kleinerem Maße - auch ein sicherer Hafen für die Verfolger.” Die USA hätten teilweise diplomatischen Streit in Kauf genommen, um mit Naziverbrechern zusammenarbeiten zu können.

Ganz neu ist diese Erkenntnis nicht - dass etwa der langjährige stellvertretende Direktor der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa, Wernher von Braun, eine unrühmliche Vergangenheit als Entwickler der Nazi-Rakete V2hatte, ist hinlänglich bekannt. Der Bericht macht allerdings deutlich, wie großzügig die amerikanischen Geheimdienste über Verfehlungen ehemaliger Nazis hinweg sahen.

Auch deshalb sollte der Bericht wohl nie veröffentlicht werden. Fertiggestellt worden sei er schon 2006, berichtet die NYT. Doch das Justizministerium habe auf formale Unzulänglichkeiten und “faktische Fehler” hingewiesen und eine Freigabe verweigert. Erst als eine private Forschungsgruppe mit einer Klage drohte, habe die Behörde eingelenkt.

Zu dem Fall des Eichmann-Assistenten Otto von Bolschwing heißt in dem Bericht, die CIA habe ihm 1954 zu einer Einwanderung in die USA verholfen. Darauf deuteten interne Memos des Geheimdienstes hin. Nach der Gründung der Nazi-Jäger-Behörde OSI im Jahre 1979 dauerte es noch zwei weitere Jahre, ehe das Justizministerium eine Ausweisung des Deutschen anstrebte. Im gleichen Jahr starb von Bolschwing.

Ein weiterer prominenter Fall, über den die Zeitung berichtet, ist der deutsche Ingenieur Arthur Rudolph. Er war - wie Wernher von Braun - nach dem Krieg in die USA gebracht worden, um die amerikanische Raketentechnologie voranzutreiben. Rudolph reüssierte als Entwickler der Saturn-V-Trägerrakete, die 1969 erstmals Menschen auf den Mond brachte. Die Nasa verlieh ihm zwei Ehrenmedaillen.

Während des Zweiten Weltkriegs hatte er Waffen für die Nazis entwickelt und die unterirdische V2-Fabrik im Kohnstein bei Nordhausen als Betriebsdirektor geleitet. In der Raketenproduktion unter Tage wurden Zwangsarbeiter aus dem Konzentrationslager Mittelbau-Dora eingesetzt.

Nach Kriegsende sorgten amerikanische Behörden dafür, dass Rudolph mitsamt seiner Familie problemlos in die USA einwandern konnte. Im Jahr 1949 habe die Spitze des Justizministeriums die Grenzbeamten angewiesen, Rudolph nach einem Aufenthalt in Mexiko unbedingt in die USA einreisen zu lassen, zitiert die NYT aus dem neuen Bericht. Das sei “von nationalem Interesse” gewesen.

Erst 1983 holte Rudolph die Vergangenheit wieder ein. Die 1979 gegründete Spezialabteilung OSI brachte ihn mit Fragen nach seiner Tätigkeit für das NS-Regime dazu, die amerikanische Staatsbürgerschaft wieder abzugeben. Daraufhin wanderte Rudolph nach Hamburg aus, wo er 1996 starb.

Trotz der prominenten Fallbeispiele liege die Zahl der Nazis, die es nach Kriegsende in die USA schafften und dort arbeiteten, deutlich unter 10.000 - und ist damit geringer als bisher von US-Behörden angegeben…”

Kriegsverbrecher Gustav Wagner, stellvertretender Kommandant des KZ Sobibor, SS-Oberscharführer,  berüchtigter sadistischer Judenmörder - von der Militärdiktatur Brasiliens nicht ausgeliefert:   ”Die deutsche Regierung stellte ebenfalls ein Ersuchen auf Auslieferung, das jedoch vom Obersten Gerichtshof Brasiliens am 22. Juni 1979 zurückgewiesen wurde.” Wikipedia

Im KZ Sobibor wurden etwa 250000 Juden ermordet. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/03/die-kontinuitat-der-eliten-frankfurter-rundschau-die-bundesrepublik-deutschland-und-brasiliens-judenhasser-getulio-vargas/

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Schwarzer Junge im Stadtpark Ibirapuera von Sao Paulo in den 70er Jahren, während der Militärdiktatur.

Kriegsverbrecher, nazistisch inspirierte Diktatur in Brasilien - bis heute ungeklärt, vertuscht, welche nach Brasilien Zurückgekehrten an Nazi-Kriegsverbrechen beteiligt waren: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/19/gestapo-folter-unter-brasiliens-diktator-getulio-vargas-trager-des-bundesverdienstkreuzes-der-fall-des-deutschen-harry-berger/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/12/die-folter-in-polizeiwachen-hat-in-ganz-brasilien-stark-zugenommen-gefangenenpriester-valdir-joao-silveira-die-anti-folter-konvention-wird-nicht-eingehalten-was-tut-denn-die-uno-damit-die-k/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/12/demjanjuk-vor-gericht-ausgeliefert-von-den-usa-demjanjuks-kz-vorgesetzter-gustav-wagner-von-brasilien-nicht-ausgeliefert-der-kz-lagerleiter-verbrachte-seinen-lebensabend-bei-sao-paulo/

http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/

“Gestaltungsmacht” “Brasilien - Land der Lynchjustiz.” 3 bis 4 Lynchmorde pro Woche, laut Experte José de Souza Martins. “Meiste Opfer lebendig verbrannt.” “In Sao Paulo wird am meisten gelyncht.” Alltägliche Blutbäder. Menschenrechte unter der Lula-Regierung in Lateinamerikas größter Demokratie. José Zapatero, EU-Ratspräsident.

Freitag, 18. Dezember 2009 von Klaus Hart

Kampagne gegen Amnestie für Folterknechte in Brasilien. Wer unterschreiben will, anklicken…”Folter ohne Ende”.

Montag, 14. Dezember 2009 von Klaus Hart

Weltwirtschaftsforum Lateinamerika in Rio de Janeiro - teilnehmender Befreiungstheologe Frei Betto analysiert: 200 Jahre dominierender Kapitalismus, soziale Resultate weltweit, aktuelle Finanzkrise systembedingt…

Samstag, 18. April 2009 von Klaus Hart

“Es begann mit einer Lüge.” WDR-Film über den Krieg gegen Jugoslawien. Rudolf Scharping, Henning Hensch, Heinz Loquai, Joseph Fischers Auschwitz-Vergleich, “Kriegslügen”. Über viele andere Lügen fehlen noch solche Filme. Täglich verbreiten Medien neue Lügen - für weitere Filme.

Dienstag, 24. März 2009 von Klaus Hart

http://video.google.de/videoplay?docid=-5884882720546967347

Zum Vergleich “Die Zeit”: Der “linke” Krieg: http://www.zeit.de/2009/13/10-Jahre-Kosovo?page=2

..und die taz: http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&dig=2009%2F03%2F23%2Fa0112&cHash=c35b116149


“Wer nicht täuschen kann, soll nicht Politiker werden” - Konrad Adenauer.  (zitiert nach Weimarer Taschenbuchverlag)

Brasilien: Lulas spektakuläre Erfolge in der neoliberalen Bildungspolitik - deutliche Verschlechterung des Schulsystems laut UNESCO. 25000 funktionelle Analphabeten in vierten bis sechsten Klassen Rio de Janeiros. Zunehmende Schulgewalt, Schießereien, Banditengefechte. Sonderfall japanische Minderheit. DAAD-Stipendiat Joao Ubaldo Ribeiro, Yvonne Bezerra de Mello.

Freitag, 20. März 2009 von Klaus Hart

Auf dem UNESCO-Bildungsindex von 2006 belegte Lateinamerikas größte Demokratie einen keineswegs ehrenvollen 72. Platz. Gegen Ende von Lulas zweiter Amtszeit  ist Brasilien 2009 sogar auf den 80. Platz zurückgefallen. Die Sitzenbleiberquote ist danach lediglich in den afrikanischen Staaten höher. In Portugiesisch und Mathematik sind die Schülerleistungen schlechter als 1995. 

DAAD-Stipendiat und Bestsellerautor Joao Ubaldo Ribeiro: http://www.swr.de/swr2/programm/extra/lateinamerika/stimmen/beitrag20.html

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Brasilien, Lulas Parallelgesellschaft: Banditen tanzen mit Mpis, wie in Berlinale-Sieger “Tropa de Elite”. Video über Slumdiktatur-Fest anklicken. “Churrascao dos Bandidos”, vergoldetes MG.

Donnerstag, 19. März 2009 von Klaus Hart

Trote: Bildungsexperten sehen Verrohung der brasilianischen Gesellschaft. Helio Liberador, Vize-Rektor der Katholischen Universität von Sao Paulo: Kein Trote in Deutschland wegen “kulturellen Faktoren”. “Moralische und intellektuelle Verrohung” - Ex-Bildungsminister Cristovam Buarque. Günter Nooke.

Donnerstag, 12. März 2009 von Klaus Hart

Brasilianische Bildungsexperten haben 2009 die studentischen Aufnahmerituale namens Trote  als  stupide, faschistoid und sadomasochistisch definiert - als eine Form der Rückkehr zur Barbarei, ein Zeichen der Verrohung, eine gesellschaftliche Krankheit. Der Vize-Rektor der Katholischen Universität (PUC) Sao Paulos, gleichzeitig Professor und Psychologe, hat dort nach zähem Kampf die Trote-Tradition ausgetilgt, nicht aber Alkoholexzesse, die sogar zunehmen, zahlreiche Unfälle, auch Verkehrsunfälle bewirken.

 http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/12/trote-unterjocht-wie-ein-jude-im-konzentrationslager-brasiliens-schriftsteller-ronaldo-correia-de-brito-erinnert-sich/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/04/tropa-de-elite-elite-squad-trailer-englisch/#more-1156

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/

Gewalt an den Schulen Brasiliens: 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/30/gewalt-an-den-schulen-brasiliens/

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Brasiliens organisiertes Verbrechen und der massive Drogenexport nach Europa: Bestochene Flughafenbeamte lassen 50-Kilo-Kokain-Koffer durchgehen. Schwerbewaffnete Kinder und Jugendliche arbeiten in Drogenbranche mit.

Mittwoch, 11. März 2009 von Klaus Hart

 Drogenschmuggel per Geschlechtsteil: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/01/04/brasilien-frauen-schmuggeln-im-geschlechtsteil-harte-drogen-in-gefangnisse-erneut-sechs-brasilianerinnen-bei-rio-de-janeiro-gefast/

Brasiliens Bundespolizei hat ein weiteres Mal Mitarbeiter der Drogenexport-Branche  verhaftet, die über den internationalen Flughafen von Cumbica bei Sao Paulo große Mengen Rauschgift in Länder Europas, darunter Holland, Spanien und Portugal ausführten. Das Schema war wie üblich jenes seit Jahrzehnten beinahe jedem Brasilianer bestens bekannte: Angesichts der allgemein sehr hohen Korruptionsanfälligkeit staatlicher Beamter wurden folgerichtig Beamte des Zolls und der Luftaufsicht, aber auch Angestellte von Fluggesellschaften bestochen, sodaß, wie die brasilianische Presse weiter berichtete, Koffer mit jeweils 50 Kilo Kokain problemlos zu den Empfängern in Europa, doch auch Südafrika durchgelassen wurden.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/brasiliens-kindersoldaten-junge-kinder-mit-waffen-die-einfach-anderre-kinder-erschossen-haben-die-sie-gerade-mal-schief-angeschaut-habenlesermail/

crackfrau1.JPG

Brasiliens Crack-Markt: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-clima-de-guerra-na-mangueira-fotoserie/

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“Bundesweit gibt es jährlich über 1000 Zwangsverheiratungen.” Der Tagesspiegel. Sichtbare Fortschritte bei neoliberaler Frauenpolitik. Kulturrelativismus.

Mittwoch, 11. März 2009 von Klaus Hart

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Zwangsheirat;art270,2747988

Auf überraschende Weise wird in Deutschland die brutalmachistische Kultur wieder eingeführt - überraschenderweise von politischen Kräften, die offiziell eine entgegengesetzte Linie propagieren.

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    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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