Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

Weltsozialforum 2009 und Slum-Diktatur: Feuergefechte und brennende Busse in Vorkarnevals-Rio de Janeiro. “Clima de guerra na Mangueira”. Fotoserie. Berlinalesieger 2008 “Tropa de Elite” über Rio-Realität immer noch nicht in den deutschen Kinos…”Barbaritycracy” - Frei Betto.

http://odia.terra.com.br/rio/galeria_foto/09/280109_mangueira/

Unter Staatschef Lula ist es gelungen, daß laut einer neuen Universitätsuntersuchung Crack, die “zerstörerischste aller Drogen”, inzwischen von sämtlichen Straßenkindern der Millionenstadt Rio de Janeiro konsumiert wird. Gemäß  Presseberichten befinden sich wie in Sao Paulo auch in Rio de Janeiro die Hauptumschlagplätze für Crack in unmittelbarer Nähe von Polizeistationen. “Wir müssen sofort etwas tun, oder sämtliche Kinder werden in kurzer Zeit sterben”, sagte Jairo Werner, Drogenexperte der Rio-Universität UERJ. “Besonders erschreckend sind die Fälle Crack-süchtiger Mädchen. Eine Neunjährige wollte sich nicht von einem Mann trennen, der sie sexuell mißbraucht hatte und deshalb verhaftet worden war. Das Mädchen betrachtete ihn als eine gutherzige Person, weil er ihr im Tausch gegen Sex stets gratis Crack gab.”( http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/15/franziskanerpater-hans-stapel-aus-paderborn-in-alagoas-piaui-und-ceara-weihte-er-jetzt-drei-weitere-fazendas-der-hoffnung-fur-drogensuchtige-ein-weltweit-bereits-60/ ) In verschiedenen Rio-Slums ist Crack inzwischen die meistverkaufte Droge. Das demokratisch regierte Rio de Janeiro hat etwa die gleiche Bevölkerungszahl wie Kuba, indessen  andere Sozialindikatoren.

In  Bahia ist unter Gouverneur Jaques Wagner aus Lulas Arbeiterpartei PT die Gewaltkultur auch in den Touristenzonen Salvadors so sichtbar geworden, daß immer mehr in-und ausländische Touristen nur noch mit Polizeibewachung die Sehenswürdigkeiten der Stadt aufsuchen. Die Polizeibegleitung ist ein Gratis-Service der Touristenbehörde, zudem greifen viele Touristen auf private Bodyguards zurück. Von 2007 bis 2008 ist die Zahl der Morde in Salvador - als Lynchstadt bekannt -  gemäß neuesten Angaben um 31,5 Prozent gestiegen. In Sao Paulo nahm die Zahl der Raubmorde gemäß offiziellen Angaben 2008 um 64 Prozent zu.

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/15/brasilianische-stadte-mit-totungsraten-wie-im-irak-meldet-landespresse-brasilien-mit-fast-zehn-prozent-der-morde-weltweit/

http://g1.globo.com/Noticias/Rio/0,,MUL975772-5606,00-CASA+SUBTERRANEA+ABRIGAVA+PAIOL+DO+TRAFICO+DE+DROGAS+NA+MANGUEIRA.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/09/sehr-argerlich-das-die-deutschen-bis-heute-den-berlinale-gewinner-%c2%b4tropa-de-elite%c2%b4nicht-in-ihren-kinos-sehen-konnen-regisseur-jose-padilha-im-website-exklusiv-interview/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/16/tropa-de-elite-gewann-goldenen-baren-der-berlinale-politisch-korrekte-mainstream-kritiken-blieben-auf-jury-ohne-wirkung/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/brasiliens-kindersoldaten-junge-kinder-mit-waffen-die-einfach-anderre-kinder-erschossen-haben-die-sie-gerade-mal-schief-angeschaut-habenlesermail/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/24/barbaritycracy-the-regime-of-barbarity-imposed-through-terror-befreiungstheologe-frei-betto-uber-die-slum-diktatur-in-lulas-spezialdemokratie/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/21/ein-stadtguerillheiro-todesschwadronen-und-pistoleiros-die-alltagliche-kriminalitat-verschont-auch-die-reichsten-nicht-2001/

“Terror de Trafico mata 3 de uma familia”, Zeitung “O Dia” am 26.1. 2009 über die Menschenrechtslage in Rio de Janeiro.

Rüttgers/NRW in Rio de Janeiro: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/02/ruttgers-im-nebelunglaublich-aber-wahr-die-sicherheitsbehorden-haben-den-ruttgers-besuch-bei-den-gangstern-angemeldet-um-misverstandnisse-wegen-der-polizeiprasenz-zu-klaren-die-bosse-stimmte/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/26/porno-und-gewaltvideos-in-brasilien-anleitung-zu-sadistischen-verbrechen/

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 28. Januar 2009 um 18:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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8 Kommentare

  1. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-cl… Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 05. Februar 2009 um 12:51 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Berlinale eröffnet - warum wurde “Tropa de Elite”, Berlinale-Sieger von 2008 den Deutschen vorenthalten, kam nicht in die Kinos? Brasilianischer Regisseur Padilha verärgert. – 05. Februar 2009 @ 12:53

  2. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-cl… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Gewöhnen an Gewaltkultur: Raubüberfall auf Deutsche in Touristenbus in Brasilien “allgemeines Lebensrisiko”. Häufig bereits Polizeieskorten für Touristenbusse im Tropenland – 11. Februar 2009 @ 13:11

  3. […]  Rio-Karneval und BanditendiktaturBrasiliens berühmteste Sambaschule „Mangueira“ steht ein weiteres Mal im Zwielicht, steckt in der Krise. Wie Polizei und Medien herausfanden, sind die Beziehungen zwischen Brasiliens mächtigster Verbrecherorganisation „Comando Vermelho“(Rotes Kommando) und dem Karnevalsverein enger denn je. Die über 700 Rio-Slums werden fast durchweg von Gangstersyndikaten neofeudal und terroristisch beherrscht – die Mangueira-Favela nahe der City ist seit Jahrzehnten in der Hand des Comando Vermelho. In einer einzigen  Nacht werden dort acht Frauen erschossen, die gewagt hatten, das Diktat der perversen Schwerverbrecher zu kritisieren. „Das sind Tyrannen – sie verbrennen Menschen lebendig, zerstückeln Personen, begehen Greueltaten jeder Art“, sagt Chefinspektorin Marina Maggessi, inzwischen Kongreßabgeordnete, über Rios Banditenkommandos. Sie nutzen Sambaschulen zur Geldwäsche und zum Geldverdienen, finanzieren teuerste Allegorienwagen, bezahlen vielen Ärmsten die Kostüme, spielen sich als Gönner, Mäzene auf. Verbessern damit ihr Image, werden gesellschaftsfähig, bestimmen indessen als karnevalsfremde Figuren die Regeln des Festes, was diesem immer schlechter bekommt, dem Kommerz Vorschub leistet. Zwar ist direkt vor dem Eingang der Mangueira-Sambaschule neuerdings ein Posten der Militärpolizei, doch gleich um die Ecke, im Favela-Labyrinth patrouillieren sogar Kinder und Jugendliche des „Comando Vermelho“ mit Revolvern und Maschinenpistolen. Fernandinho Beira-Mar zählt zu Brasiliens grauenhaftesten Verbrecherbossen, sitzt derzeit im Knast. Letzten Oktober veranstaltet Beira-Mar eine rauschende Hochzeitsfeier, an der Percival Pires, Präsident der Sambaschule Mangueira teilnimmt. „Das ist ein glücklicher Tag für alle Anhänger von Mangueira“, erklärt Pires und überreicht eine Gedenktafel. „Die heutige Karnevalsprobe widmen wir dem neuen Ehepaar!“ Die berühmte Percussionsgruppe der Sambaschule spielt auf, ebenso der auch in Deutschland inzwischen recht bekannte Rapper Mr. Catra. Mestre-Sala und Porta-Bandeira von Mangueira „Saalmeister und Fahnenträgerin“, Blickfang jeder Sambaschule bei der Karnevalsparade, präsentieren sich ebenfalls. Später fällt der Bundespolizei das Hochzeitsfeier-Video in die Hände, der Skandal ist enorm, Mangueira-Präsident Pires muß gehen. Chef jener Percussionsgruppe ist damals Ivo Meirelles, der öfters mit seiner Band auch durch Deutschland tourt. Inzwischen mußte auch er abtreten. Rios Zivilpolizeichef Gilberto Ribeira startet die „Operation Karneval“, beschuldigt Mangueira enger Beziehungen zum Comando Vermelho. Nach anonymen Hinweisen entdeckt die Polizei einen geheimen Eingang, über den, wie es heißt, die Verbrecherbosse von der Favela aus unbemerkt zu Luxuslogen in der Sambaschule gelangten – und im Falle einer Polizeirazzia problemlos wieder verschwinden konnten. Ivo Meirelles wird vorgeworfen, jenen Extra-Eingang installiert zu haben. Der bestreitet das.Derzeit ist Tuchinha Boß des Comando Vermelho in der Favela Mangueira, die Polizei fahndet nach ihm fieberhaft. Doch immer wieder nimmt er an den Proben und Karnevalsfesten teil, mischt sich unter die bis zu zehntausend Feiernden. Den diesjährigen Mangueira-Karnevalssamba, der dem Nordost-Rhythmus Frevo gewidmet ist, hat Tuchinha mitkomponiert, was Bände spricht. Laut Zivilpolizei macht das Comando Vermelho wegen der Wochenend-Proben in der Sambaschule blendende Extraprofite bei harten Drogen. Sechzig Prozent der Umsätze würden an diesen Tagen erzielt. Tuchinha, so ergeben abgehörte Telefongespräche, nutzt die Sambaschule offenbar sogar als Büro. Unweit der „Escola de Samba“ entdeckt die Polizei eine Art Festung mit Schießscharten, von denen die Banditenkommandos die Region beobachten und auf Polizeieinheiten oder rivalisierende Gangstergruppen feuern konnten. Bürgermeister Cesar Maia nennt die Beziehung zwischen der Sambaschule und dem Comando Vermelho uralt. „Jahrelang haben unsere sogenannten Intellektuellen und die Presse immer Mangueira als einzige Escola de Samba gelobt, in der die Glücksspielmafia keine Chance hatte. Dafür hatte Mangueira halt das organisierte Verbrechen, wie man seit langem sah und wußte.“ Viele Kölner Karnevalisten, selbst der Kölner Polizeichor waren schon in der Sambaschule. Brasiliens gravierende Widersprüche sind auch im Karneval so präsent, daß es häufig zwischendurch richtig weh tut. 1987 und 1989 werden die jeweiligen Präsidenten der Mangueira-Sambaschule ermordet, der ermittelnde Kriminalist gleich mit. 1993 defilieren über viertausend Mangueira-Fans am Rosenmontag, stehen Caetano Veloso, Gilberto Gil, Maria Bethania und Gal Costa oben auf dem Allegorienwagen, während exakt zur selben Stunde am Sitz der Sambaschule heftige Gefechte zwischen Comando Vermelho und dem rivalisierenden Terceiro Comando toben. Handgranaten explodieren, MGs rattern – mindestens 35 Menschen, auch völlig unbeteiligte kleine Kinder werden getötet. 2004 widerspricht der überaus beliebte Percussionschef Robson Roque einem Mangueira-Banditenboß, wird sofort liquidiert. Auch in späteren Jahren defilieren immer wieder Mangueiras Gangsterchefs bei der berühmten Parade mit, die Waffe dezent versteckt. Bevor es losgeht, stehe ich einmal in einer Gruppe von Armee-und Polizeioffizieren, die ebenfalls bei Mangueira kostümiert mitmachen, über alles Bescheid wissen. Karneval in Rio – schöner, schrecklicher Wahnsinn. 2009 - wieder Unruhe um die Sambaschule Mangueira: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-cl… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “Mulata do Gois 2009″ - Videos über die Karnevalsmulattin jeder Spitzen-Sambaschule Rio de Janeiros. Kulturphänomen Rio-Karneval. – 12. Februar 2009 @ 14:41

  4. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-cl… Dieser Beitrag wurde am Montag, 16. Februar 2009 um 16:32 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Vierzehnjährige in Sambaschule Rio de Janeiros erschossen. Etwa 55000 Mordtote jährlich in Brasilien. Aufklärungsquote weit unter zehn Prozent. – 16. Februar 2009 @ 16:32

  5. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-cl… Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 11. März 2009 um 15:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasiliens organisiertes Verbrechen und der massive Drogenexport nach Europa: Bestochene Flughafenbeamte lassen 50-Kilo-Kokain-Koffer durchgehen. Schwerbewaffnete Kinder und Jugendliche arbeiten in Drogenbranche mit. – 11. März 2009 @ 15:58

  6. […] Crack-Boom in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-cl… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Kinderprostitution in Brasilien: Sex für umgerechnet 66 Cents, um dafür Crack zu kaufen, berichtet Qualitätszeitung “O Globo”. Wegwerfsex-Kultur. Crack-Boom. – 06. April 2009 @ 16:17

  7. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-cl… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Lulas Crack-Kinder - nach Sao Paulo auch in Rio immer mehr “Cracolandias”. Eine Dosis Crack umgerechnet etwa 35 Cents. Crack-Geschäft stimuliert Kinderprostitution. – 21. April 2009 @ 14:19

  8. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/28/feuergefechte-und-brennenden-busse-in-rio-de-janeiro-cl… […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Terrorattacke von Banditenkommandos auf Bus in Rio - mindestens 13 Verletzte. Video anklicken. Banditenterror, Scheiterhaufen, Slum-Diktatur. ThyssenKrupp in Rio. Wie üblich keine Medien-und-Kolumnisten-Proteste gegen gr – 04. März 2010 @ 14:31

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