Neue Website von Bischof Christian Krapf aus der Schweiz: http://domcristianopartilha.blogspot.com.br/
Wie es hieß, bekam Chevron von der Bundesjustiz Recht, weil das entsprechende Gutachten der staatlichen Umweltbehörde IBAMA überstürzt erstellt worden war. In Brasilien werden gemäß Statistik nur relativ selten Bußgelder für Umweltvergehen auch tatsächlich entrichtet. Auch der brasilianische Ölkonzern PETROBRAS trägt als Teilhaber Mitschuld an der neuesten Ölkatastrophe.
Kurz vor Weihnachten 2011 sind aus einer PETROBRAS-Ölplattform nahe der Ilha Grande bei Rio de Janeiro größere Mengen Öl ausgelaufen und haben Strände verschmutzt. Der Vorfall wird als weiterer Hinweis auf die Risiken bevorstehender Pre-Sal-Tiefseebohrungen vor Touristengebieten betrachtet.
Wie die brasilianischen Qualitätsmedien weiter berichten, stammen die Angaben von der zuständigen staatlichen Umweltbehörde IBAMA selbst. 2010, im letzten Jahr der Lula-Rousseff-Regierung, seien sogar nur 0,2 Prozent der verhängten Bußgelder auch tatsächlich entrichtet worden. Der größte Teil der Strafen betreffe Verbrechen gegen die Vegetation, also Abholzungen, Brandrodungen und illegaler Holzverkauf, hieß es.
„Die Katastrophenbaustelle führt zu Horrorverlusten, die die Zukunft des Konzerns gefährden.“
Aufschlußreich ist, heute die Reden jener nachzulesen, die selbst bei Baustellenbesuchen, das Desaster direkt vor Augen, eine angebliche Meisterleistung lobten. Auch Lula hielt entsprechende Reden, war auf der Baustelle, bei der Einweihung.
„Ein ganz besonderer Dank gilt aber Ihnen, Herr Präsident
Luiz Inacio Lula da Silva. Sie haben unseren Bau von
Beginn an mit größtem Rückhalt begleitet. Ihre Regierung
war in der Projekt- wie in der Bauphase immer ein
verlässlicher und kompetenter Partner. Vielen Dank, lieber
Herr Präsident, für Ihre Unterstützung und für Ihre
Freundschaft! Ich möchte persönlich anmerken, dass die
vielen Zusammentreffen mit Ihnen – zuletzt bei Ihrem
Deutschlandbesuch im vergangenen Dezember in Berlin
und in Hamburg – für mich immer mit sehr positiven und
anregenden Gesprächen verbunden waren.“ Ekkehard Schulz bei der Einweihung des Stahlwerks.

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers auf der Super-Baustelle von ThyssenKrupp in Rio de Janeiro: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/23/thyssenkrupp-rio-de-janeiro-wichtige-investition-starkt-auch-den-industriestandort-nordrhein-westfalennrw-ministerprasident-dr-jurgen-ruttgers/
Richtigstellungen verboten – Unterschiede zwischen der katholischen Kirche Deutschlands und Brasiliens. Medien in der Realdemokratie.
„Pronto. Die Korrupte Partei Brasiliens ist hiermit gegründet.“
Der neueste Fall des Ministers Pimentel:“ E como agiu Dilma? Mandou investiga-lo? Nao. Mandou-o se explicar no Congresso? Tambem nao. Ordenou:“Resista“. (O Globo)
Ironisch wird an Rousseffs Antrittsrede erinnert, in der es hieß:“Nao havera compromisso com o malfeito, a corrupcao será combatida permanentemente.“
Bischof Bernardino sagte in Sao Paulo den Kirchenmedien vor dem Adveniat-Gottesdienst, Brasiliens durchlebe derzeit eine enorme politische Krise. Brasilien sei zwar theoretisch eine Republik, doch die republikanischen Prinzipien würden mißachtet. In der Verfassung von 1988 heiße es, alle Brasilianer hätten die gleichen Rechte. “Doch in Wahrheit ist dies eine Lüge.” Es reiche aus, in die Slums zu gehen. “Wir müssen uns von der Diktatur der wirtschaftlichen Macht befreien – und von einer politischen Macht, die sich der wirtschaftlichen Macht unterwirft.”
Die andere Sicht: Hillary Clinton bezeichnete 2012 laut Landesmedien den Kampf von Dilma Rousseff gegen die Korruption sowie die Regierungstransparenz unter Rousseff als beispielhaft. Die Staatschefin habe damit entsprechende globale Standards und Normen geschaffen.
Fall Francenildo Santos Costa -Antonio Palocci: Die Landesmedien erinnern daran, daß sich die Klage des Hausmeisters gegen die staatliche Bank „Caixa Economica“, wegen Bruch des Bankgeheimnisses, bereits rund sechs Jahre erfolglos hinzieht. Die Bank sei zu einer Entschädigung von 500000 Real an Francenildo Santos Costa verurteilt worden, habe indessen erfolgreich Berufung eingelegt. Der Anwalt des Hausmeisters befürchte, der Prozeß werde sich über weitere acht Jahre hinziehen. Der Hausmeister ist seit dem Palocci-Skandal arbeitslos, hieß es. Ex-Minister Palocci wurde inzwischen laut Landesmedien schwerreich, war Wahlkampfchef von Dilma Rousseff, die ihren engen Freund zur rechten Hand, zum Chefminister machte – worauf er nach Medienenthüllungen entlassen werden mußte.
Die jetzige Staatschefin Dilma Rousseff wurde 2002 nach dem Wahlsieg Lulas zur Ministerin für Energie und Bergbau ernannt und definiert seitdem auch die Atomenergiepolitik der “Gestaltungsmacht” Brasilien, erhält entsprechend viel Lob aus neoliberalen Ländern wie Deutschland.
Hintergrund:
„Orgien, Viagra, Huren“: “Palocci bestritt vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß, jemals eine kleine Villa Brasilias betreten zu haben, in der zwielichtige, teils mit ihm befreundete Lobbyisten krumme Geschäfte ausheckten, illegale Gelder aufteilten und Orgien mit Prostituierten feierten. Doch dann sagte der 24-jährige Hausmeister Francenildo Costa glaubhaft aus, Palocci sei häufig in der Villa bei den Lobbyisten und den Huren gewesen. Nach den Gelagen, so Costa, habe er die Zimmer immer von benutzten Präservativen, übriggebliebenen Viagra-Pillen und Schnapsflaschen säubern müssen. Wenn Palocci in der Limousine sich der Villa nahte, hatte Costa stets die Außenbeleuchtung der Villa abschalten müssen, damit niemand von den Nachbarn den Finanzminister erkennen konnte. Diese Aussagen wirkten wie eine Bombe.”
Genannt werden die Minister für Entwicklung, Industrie und Außenhandel, für Justiz, für strategische Angelegenheiten, für nationale Integration sowie Hafenwesen.
Palocci-Skandal um unbequemen Zeugen Francenildo…”Bankgeheimnis gebrochen” – Zeitungsausriß.
Palocci und Rousseff Mai 2011 – viel Lob aus Europa für den Start der Regierung. Zeitungsausriß.
Wie es hieß, segnete Rousseff ein Gesetz ab, das der IBAMA wichtige Machtbefugnisse entzieht. Umweltministerin Izabella Teixeira, derzeit auf der grotesk-realitätsfremden Alibi-Klimakonferenz in Durban, hatte zuvor noch von Roussef ein Veto für acht Gesetzesartikel erbeten, die Teilstaatsregierungen und Präfekturen das Recht geben, illegale Abholzung zu bestrafen. Bislang war dafür IBAMA zuständig. Greenpeace-Experte Paulo Adario erklärte dazu, diese Maßnahme sei Teil des Prozesses der beschleunigten Kastrierung der IBAMA und des Abbaus der brasilianischen Umweltgesetzgebung. Nunmehr hätten jene mehr Macht, die den Umweltverbrechen sehr nahe seien – nämlich Teilstaaten und Gemeinden. Die lokalen Verantwortlichen unterlägen viel mehr dem Einfluß der Umwelttäter als die Bundesbehörden. IBAMA-Experten betonten bereits, daß das neue Gesetz die Umwelt-Kontrollen schädigen werde.

Paulo Adario, brasilianischer Greenpeace-Experte, in Manaus/Amazonien, beim Website-Interview.
Eine derartige Umweltpolitik unter Dilma Rousseff war allgemein erwartet worden – nicht zufällig hatte die Präsidentin daher aus Mitteleuropa auch vor dem Hintergrund von Großprojekten wie Belo Monte und neuen Atomkraftwerken, an deren Errichtung Firmen der Ersten Welt stark beteiligt sind, sehr viel Lob für ihren Regierungsstil erhalten.
Die jüngste Reportage der Qualitätszeitung „O Estado de Sao Paulo“ über die Situation des von Lula und Marina Silva gefeierten Megaprojekts hat in Brasilien eine innenpolitische Diskussion ausgelöst.
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/07/brasiliens-boom-und-die-slumhutten/
Slumkind aus Sao Paulo.
In den vielen deutschsprachigen Presseveröffentlichungen über die ThyssenKrupp-Probleme fehlen kurioserweise durchweg Angaben zu den an die brasilianischen Beschäftigten gezahlten Löhnen.
Brasiliens hausgemachte Krisenfaktoren: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/30/brasiliens-viele-hausgemachte-krisenfaktoren-hochzinspolitik-uberbewertete-landeswahrung-deindustrialisierung-absurd-ineffiziente-und-kostentrachtige-infrastruktur/
Schwerbewaffnete Karnevalstänzerin – Wandmalerei in Rio de Janeiro. Ausriß.http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/10/thyssenkrupp-rio-de-janeiro-altbekannt/
“Projekt hat Segen von Oscar Niemeyer”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/20/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-neffe-von-architekt-oscar-niemeyer-entwarf-verwaltungsgebaude-laut-presseberichten-projekt-hat-den-segen-von-oskar-niemeyer/
Slumkind aus Sao Paulo.
„Managementrisiken“: http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/bwl/oeffentlichewirtschaft/strategischesmanagement/Mar2_BSc_Seminarkonzeption_SS2011_ohne_Teilnehmer.pdf
Mittelschicht in Brasilien ab 1500 Real:“Nao adianta dizer, como dizem os pesquisadores governistas, que uma familia, que ganha 1500 Real per mes é de classe media.“(O Estado de Sao Paulo)
“Managementrisiken”: http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/bwl/oeffentlichewirtschaft/strategischesmanagement/Mar2_BSc_Seminarkonzeption_SS2011_ohne_Teilnehmer.pdf
„Das Desaster in Brasilien nimmt kein Ende, das Stahlwerk in den brasilianischen Mangroven-Sümpfen verbrennt eine Milliarde nach der anderen. Statt 1,3 Milliarden kostete es acht; so richtig in Gang kommt es nicht, weil die Oberen die Chinesen ran ließen statt die konzerneigene Premiumtochter Uhde, und weil nun die Nachfrage aus den USA ausbleibt. Stahlwerk, Sumpf, China-Kokerei – war da keiner, der aufpasst? Berthold Beitz, der Ehrenaufsichtsratschef, war dagegen. Das Management um Ekkehard Schulz hat ihn umgestimmt. Thyssen-Krupp steckt in Schwierigkeiten. Die Schuldenlast drückt und schränkt die Handlungsfähigkeit ein.“
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/03/thyssenkruppdas-brasilianische-stahlwerksdrama/
Brasiliens hausgemachte Krisenfaktoren: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/30/brasiliens-viele-hausgemachte-krisenfaktoren-hochzinspolitik-uberbewertete-landeswahrung-deindustrialisierung-absurd-ineffiziente-und-kostentrachtige-infrastruktur/
“Projekt hat Segen von Oscar Niemeyer”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/20/thyssenkrupp-in-rio-de-janeiro-neffe-von-architekt-oscar-niemeyer-entwarf-verwaltungsgebaude-laut-presseberichten-projekt-hat-den-segen-von-oskar-niemeyer/
Das politische Umfeld der ThyssenKrupp-Investition: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers auf der Super-Baustelle von ThyssenKrupp in Rio de Janeiro – auch Lula war dort.
Laut Brasiliens Landesmedien zahlt die Rousseff-Regierung seit April die fällige Quote von 6,5 Millionen Dollar nicht, was die Organisation zu drastischen Einsparungen, darunter Entlassungen zwinge. Die Interamerikanische Menschenrechtskommission der Organisation hatte von der Rousseff-Regierung den Stopp des Baus des Amazonas-Wasserkraftwerks „Belo Monte“ verlangt. Die Rede ist von „Repressalien Brasiliens“ gegen die Organisation Amerikanischer Staaten.
http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html
Folter in der größten Demokratie Lateinamerikas: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/