
Finanzkrise in Brasilien: Kirche mit Lösungsvorschlägen an Regierung
Brasiliens Bischofskonferenz und die nationalen Sozialbewegungen haben der Regierung vorgeschlagen, die Finanz-und Wirtschaftskrise als Chance zu nutzen, um die neoliberale Politik aufzugeben und ein soziales Entwicklungsmodell voranzutreiben. So müßten Brasiliens wachstumshemmendes Zinsniveau, das zu den höchsten der Welt gehöre, sofort reduziert sowie spekulatives Kapital rigoros kontrolliert werden. Öffentliche Gelder dürfe man jetzt auf keinen Fall zugunsten von Banken und Spekulationsfirmen einsetzen, die bisher enorme Gewinne gemacht hätten. Stattdessen sollten die Einkommen gerechter verteilt, Arbeitsplätze geschaffen und der Binnenmarkt Brasiliens gestärkt werden. Nötig sei zudem, die wirtschaftliche Integration mit den Nachbarländern zu verbessern und dafür eine “Bank des Südens” zu gründen. Unglücklicherweise würden den allermeisten Brasilianern bisher wichtige Grundrechte vorenthalten, kriminalisiere man die Armen und die Sozialbewegungen. Angesichts der jetzigen Krisensituation sollten daher endlich das Recht auf kostenlose Bildung, menschenwürdiges Wohnen, Zugang zur Kultur sowie auf Sozialreformen in Stadt und Land garantiert werden, hieß es in dem Dokument weiter. Die Regierung müsse jetzt massiv in den Bau von Schulen sowie in den öffentlichen Nahverkehr investieren sowie die Produktion von Nahrungsmitteln fördern. In-und ausländische Unternehmen konzentrierten in Brasilien immer mehr Einkommen und verhinderten, daß das brasilianische Volk aus dem von ihm produzierten Reichtum Nutzen ziehe.
Die Medien der zehntgrößten Wirtschaftsnation berichten derzeit täglich über Massenentlassungen, Firmenzusammenbrüche und eine zurückgehende Industrieproduktion. Seitens der katholischen Kirche wird darauf verwiesen, daß sich unter der Regierung von Staatspräsident Luis Inacio Lula da Silva die soziale Ungleichheit stark vertieft habe. Die Finanz-und Wirtschaftskrise treffe ausgerechnet die ohnehin Unterprivilegierten in den Slums am heftigsten.
Kranker Obdachloser an abgasverseuchter Avenida Sao Paulos.
« Emanoel Araújo, Menschenrechtsaktivist, Künstler, “Filho de Ogum”, Direktor des “Museu AfroBrasil” in Sao Paulo. “Es gibt sehr gute schwarze Künstler, die in Brasilien nicht bekannt sind, die man aber in Europa kennen sollte.” – Brasilianisierung, Brazilianization, Bresilianisation (der Menschenrechte). »
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