Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Libyenkrieg-Karikatur der brasilianischen Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“, Befreiungstheologe Frei Betto zu den Hintergründen des neuen Kriegs. Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew in Sao Paulo. Auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung liegt Libyen auf dem 53. Platz, Brasilien abgeschlagen auf dem 73. Platz. “Ich kenne Libyen nicht.” Thomas Friedman, führender Libyenkrieg-Analyst der New York Times.

Samstag, 26. März 2011 von Klaus Hart

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http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/25/sarkozy-obama-die-deutsche-regierung-nennen-die-jetzigen-vorgange-in-der-arabischen-welt-eine-uberraschung-weil-sie-auf-die-mobilisierung-der-zivilgesellschaft-nicht-achtgeben-weltsozialforum/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/protest-in-sao-paulo-gegen-libyen-krieg-zumeist-araber-und-arabischstammige-islamische-wurdentrager-verurteilen-zudem-gewalt-in-bahrein-jemen-saudi-arabien/

Vorhersehbare Terroranschläge von Paris im November 2015 – eindringliche Warnungen von Pegida-Legida und AfD:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/14/terroranschlaege-in-paris-angesichts-der-von-den-politisch-verantwortlichen-in-eu-staaten-und-nato-verfolgten-politik-ist-jeder-kommentar-ueberfluessig/

“Bispo de Tripoli diz que coalizao matou 40 civis.“

Statistik der US-Interventionen:  http://www.midiaindependente.org/pt/red/2007/09/392656.shtml?comment=on

Auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung liegt Libyen auf dem  53. Platz, der Iran auf dem 70. und Brasilien abgeschlagen auf dem 73. Platz.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/24/die-eigenartige-doktrin-des-humanitaren-bombardements-brasiliens-schriftsteller-und-kolumnist-verissimo-zum-libyenkrieg/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/30/libyenkrieg-brasiliens-qualitatsmedien-analysieren-weiterhin-mit-ironie-die-widerspruche-zwischen-barack-obamas-worten-und-den-fakten/

GADDAFI AND THE WESTERN POWERS

Frei  Betto*

The Western powers led by the USA vociferously defend human rights in Libya. What about the genocidal occupations of Iraq and Afghanistan? Who tolls the bells for the million dead in Iraq? Who takes confessed assassins in Afghanistan, responsible for crimes against humanity, to the UN International Court of Justice? Why does the UN Security Council not say a word against the massacres practised against the peoples of Iraq, Afghanistan and Palestine?

Defending human rights in Libya is not what interests the USA or the European Union. They are interested in the control of a region which produces 1.7 million barrels of oil daily on which countries such as Italy, Portugal, Austria and Ireland depend for their energy.

http://de.rian.ru/politics/20110328/258691799.html


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Arabische Revolte und Weltsozialforum: „Sarkozy, Obama, die deutsche Regierung nennen die jetzigen Vorgänge in der arabischen Welt eine Überraschung, weil sie auf die Mobilisierung der Zivilgesellschaft nicht achtgeben.“ Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew im Website-Interview in Sao Paulo zu Protesten in der arabischen Welt und zum Libyen-Konflikt. Die Andersdenker Brasiliens – im mitteleuropäischen Mainstream chancenlos. José Fiori, Frei Betto.

Freitag, 25. März 2011 von Klaus Hart

Grajew sagte weiter im Website-Interview, man rede jetzt von Überraschung, weil man solche Mobilisierungen zudem nicht ernst nehme, auch geringschätze und verachte aus ideologischen Gründen. Immerhin habe es die letzten Jahre Sozialforen in Ägypten, Tunesien und Marokko gegeben – das Weltsozialforum von Senegal 2011 sei lediglich eine weitere Etappe gewesen – vor den Revolten in der arabischen Welt. „2010 waren auf den 55 Sozialforen rund um den Erdball stets stark präsent auch Organisationen der arabischen Welt, die offenkundig und unbestreitbar arbeiteten und sich stärkten, um Veränderungen für mehr Freiheit und mehr Demokratie zu erreichen. Für jene, die das Weltsozialforum mit Interesse und Sensibilität frequentieren, ist alles, was derzeit in der arabischen Welt geschieht, keinerlei Überraschung. Dies alles wurde vorbereitet durch die verschiedensten Organisationen, seit dem Beginn der Existenz des Weltsozialforums. Ich frage mich: Wieviele in Europa und den USA haben denn mitbekommen, was 2011 in Dakar, Senegal auf dem Weltsozialforum vor sich ging? Da waren just zahlreiche Organisationen aus Afrika, aus Ägypten oder Marokko, aus jenen Ländern, die die jetzt auf mehr Freiheit und mehr Demokratie aus sind.“

BND-Chef Uhrlau:“Tunesien war eine Überraschung“:  http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article12581476/BND-Chef-Uhrlau-Tunesien-war-eine-Ueberraschung.html

„… der Westen so unendlich überrascht durch die Revolutionen ist. Natürlich: Direkt vorausgesagt hat sie niemand, auch keiner der arabischen Intellektuellen hat es für möglich gehalten, dass sie so schnell und vor allem in solcher Schärfe ausbrechen würden.“(Deutschlandradio)

“Ich kenne Libyen nicht.” Thomas Friedman, führender Libyenkrieg-Analyst der New York Times.  

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/13/cleverer-sarkozy-brasiliens-landesmedien-uber-rio-werft-fur-atom-u-boote-mit-franzosischer-technologie/

In Bezug auf den Libyen-Konflikt existiere derzeit Scheinheiligkeit. „Verschiedene Länder reden von Demokratie, aber unterstützen Diktaturen, die für sie günstig sind. Im Falle Libyens agieren diese Länder anders als im Falle Saudi-Arabiens und anderer Diktaturen in der Welt. Deshalb erscheinen Interventionen wie die der NATO ohne viel Legitimität. Denn man fragt sich, warum ist die NATO in Libyen und agiert nicht in anderen Ländern, wo es ähnliche Manifestationen gibt? Und dies stellt die Glaubwürdigkeit dieser jetzigen Aktionen der NATO in Zweifel. Wir von der Zivilgesellschaft verlangen Kohärenz in Bezug auf die Werte und die Demokratie – denn es gibt da nicht schlechtere und bessere Diktaturen. Wir in Lateinamerika wissen das sehr gut  – denn Länder der Ersten Welt haben hier Militärdiktaturen unterstützt. Die entwickelten Länder mit militärischer und wirtschaftlicher Macht sollten in ihrem Diskurs kohärent sein.“

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/brasilianischer-karikaturist-hatte-bereits-vor-einer-woche-die-morde-an-zivilisten-in-libyen-angedeutet/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/22/warum-kopenhagen-scheiterte-weltsozialforum-erfinder-oded-grajewdie-regierenden-unterwarfen-sich-der-okonomischen-macht-die-ihre-wahlkampagnen-finanziert-diese-politiker-sind-angestellte-inter/

Grajew wies auf die Lage in Ländern wie Jemen, Bahrein und Syrien. Er kritisierte auffällig scharf die Medienqualität in den Ländern der Ersten Welt, nannte als Beispiel die Berichterstattung und das Interesse der Medien in Bezug auf das Weltwirtschaftsforum in Davos sowie auf das Weltsozialforum. „Regierungen und die großen Medien in ihrer Mehrheit interessieren sich nicht dafür, was in der Zivilgesellschaft geschieht.“

-Medien und Weltsozialforum-

Die großen internationalen Medien berichteten nur über folkloristische, oberflächliche Aspekte des Weltsozialforums – „sehr zum Schaden dieser Veranstaltung“. Dies fällt in der Tat seit Jahren sehr stark auf;  gewöhnlich werden selbst in  Druckfassungen der Grajew-Interviews dessen Worte und Ideen komplett und geradezu hinterhältig ihrer Brisanz beraubt – sicherlich ein interessanter Untersuchungsgegenstand für Kommunikationswissenschaftler. (Auch 2010 zählt offenbar zur Taktik der Kommerzmedien, das Forum zu verharmlosen und möglichst langweilig darzustellen, die Brisanz der Debatten, Argumente und Hintergründe zu verschweigen.“ Website-Zitat) 

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/02/02/weltsozialforum-2009-brisanteste-debatten-von-medien-fast-durchweg-unterschlagen-nichts-uber-folter-sklavenarbeit-scheiterhaufen-slum-diktatur-unter-lula/

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„Die eigenartige Doktrin des humanitären Bombardements.“ Brasiliens Schriftsteller und Kolumnist Verissimo zum Libyenkrieg. Dilma Rousseff beklagt in Portugal-TV Attacke gegen Libyen, laut Landesmedien. Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew in Sao Paulo.

Donnerstag, 24. März 2011 von Klaus Hart

Verissimo schreibt in seiner neuesten, in zahlreichen Zeitungen Brasiliens abgedruckten Kolumne:“Alles wiederholt sich in Libyen, angefangen mit der Scheinheiligkeit der selektiven Empörung: Einige Tyrannen, zuvor toleriert, wenn nicht gar offen unterstützt wie Saddam, werden unakzeptabel und attackierbar, während der Knüppel andere schont, die noch zunütze sind. Danach folgen die Verluste an Zivilisten, angeklagt von der einen Seite und bestritten von der anderen, die Fotos der verstümmelten Kinder, die Diskussionen über die Effizienz von `chirurgischen“ Luftschlägen. Und so haben wir ein weiteres Beispiel dieses modernen Beitrags zu den Kriegstaktiken, die eigenartige Doktrin des humanitären Bombardements.“  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/at-least-40-civilians-killed-in-humanitarian-airstrikes-bishop-says-catholic-news-service-vatican-city/

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http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/23/der-libyen-krieg-und-die-heftigen-diskussionen-in-lulas-arbeiterpartei-pt-parteiflugel-weiterhin-nicht-auf-mainstream-linie/

“Bispo de Tripoli diz que coalizao matou 40 civis.“ (Schlagzeile in Brasilien)

http://pt.wikipedia.org/wiki/Luis_Fernando_Verissimo

Auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung liegt Libyen auf dem  53. Platz, der Iran auf dem 70. und Brasilien abgeschlagen auf dem 73. Platz.

“Ich kenne Libyen nicht.” Thomas Friedman, führender Libyenkrieg-Analyst der New York Times. 

Oded Grajew:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/25/sarkozy-obama-die-deutsche-regierung-nennen-die-jetzigen-vorgange-in-der-arabischen-welt-eine-uberraschung-weil-sie-auf-die-mobilisierung-der-zivilgesellschaft-nicht-achtgeben-weltsozialforum/

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„Gaddafi und die westlichen Mächte.“ Wie Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe Frei Betto den Libyen-Konflikt bewertet. „Der Diskurs des Westens ist Demokratie. Das Interesse ist Öl.“ Was viele Christen Brasiliens denken, Positionen aus katholischen Informationsmedien. Anti-Folter-Organisation zu Libyen-Krieg. Schriftsteller Verissimo.

Dienstag, 22. März 2011 von Klaus Hart

Katholische Nachrichtenagentur Brasiliens mit Frei Bettos Analyse: http://www.adital.com.br/site/noticia.asp?lang=PT&cod=54801

“Bispo de Tripoli diz que coalizao matou 40 civis.“

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/at-least-40-civilians-killed-in-humanitarian-airstrikes-bishop-says-catholic-news-service-vatican-city/

Franziskaner zum Libyen-Bombardement:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/morde-an-zivilisten-in-libyen-durch-bombardements-brasilianischer-franziskaner-jose-francisco-fordert-bestrafung-der-tater-und-auftraggeber-rasche-entschadigung-und-wiedergutmachung-fur-die-hinterbl/

Vorhersehbare Terroranschläge von Paris im November 2015 – eindringliche Warnungen von Pegida-Legida und AfD:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/14/terroranschlaege-in-paris-angesichts-der-von-den-politisch-verantwortlichen-in-eu-staaten-und-nato-verfolgten-politik-ist-jeder-kommentar-ueberfluessig/

GADDAFI AND THE WESTERN POWERS

Frei  Betto*

The Western powers led by the USA vociferously defend human rights in Libya. What about the genocidal occupations of Iraq and Afghanistan? Who tolls the bells for the million dead in Iraq? Who takes confessed assassins in Afghanistan, responsible for crimes against humanity, to the UN International Court of Justice? Why does the UN Security Council not say a word against the massacres practised against the peoples of Iraq, Afghanistan and Palestine?

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/30/barack-obama-und-juan-pablo-letelier-sohn-des-in-washington-ermordeten-allende-ausenministers-orlando-letelier-es-fehlen-noch-schuldeingestandnis-und-reue-des-nordens-wegen-dessen-verantwortung-fu/

Defending human rights in Libya is not what interests the USA or the European Union. They are interested in the control of a region which produces 1.7 million barrels of oil daily on which countries such as Italy, Portugal, Austria and Ireland depend for their energy.

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Das historische Foto: Friedensnobelpreisträger Barack Obama und Diktaturaktivist José Sarney, damaliger Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA des Militärregimes(1964-1985) prosten sich in Brasilia 2011 zu. Chile, die USA und der Militärputsch von 1973. „Obama vermied Entschuldigung“, laut brasilianischen Medien.

Montag, 21. März 2011 von Klaus Hart

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Zeitungsausriß. Obama und der Diktaturaktivist – US-Vasall während des nazistisch-antisemitisch orientierten Militärregimes(1964-1985)

Barack Obama – die Amtszeit. Unter Obama wird sogar Merkels Telefon gehackt, deutsche Politik massiv beeinflußt, Deutschland ausspioniert und weiter amerikanisiert:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/12/29/barack-obama-die-amtszeit/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/12/befreiungstheologe-frei-betto-zwischen-1898-und-1994-haben-die-usa-48-lateinamerikanische-regierungen-gesturzt-unter-ihnen-die-von-joao-goulart-1964-in-brasilien/

USA und Vietnamkrieg:http://www.ardmediathek.de/tv/Gott-und-die-Welt/Auf-ewig-verseucht/Das-Erste/Video?documentId=32231182&bcastId=2833732

Willy Brandt und sein Diktatur-Amtskollege José Magalhaes Pinto:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/19/brasiliens-folter-diktatur1964-1985-mit-wem-bundesausenminister-willy-brandt-damals-bilaterale-vertrage-unterzeichnet-das-massaker-an-stahlarbeitern-unter-gouverneur-jose-magalhaes-pinto/

Kriegsverbrecher Gustav Wagner, stellvertretender Kommandant des KZ Sobibor, SS-Oberscharführer,  berüchtigter sadistischer Judenmörder – von der Militärdiktatur Brasiliens nicht ausgeliefert:   ”Die deutsche Regierung stellte ebenfalls ein Ersuchen auf Auslieferung, das jedoch vom Obersten Gerichtshof Brasiliens am 22. Juni 1979 zurückgewiesen wurde.” Wikipedia

Im KZ Sobibor wurden etwa 250000 Juden ermordet.

Folterlehrer aus Frankreich:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/12/05/brasiliens-militardiktatur1964-1985-folterlehrer-aus-frankreich-general-paul-aussaresses-mit-95-jahren-verstorben-aussaresses-war-wahrend-der-amtszeit-des-deutschstammigen-generals-ernesto-geise/

Deutscher Bundespräsident Walter Scheel, FDP: “Die Toleranz ist das Grundprinzip der brasilianischen Rassendemokratie. Konflikte friedlich zu lösen, ist alte Tradition in ihrem Land.” Scheel zeichnete den Folterdiktator Ernesto Geisel während der Militärdiktatur mit dem Großkreuz zum Bundesverdienstorden der Sonderklasse aus.

“Wir wollen mehr Demokratie wagen”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/22/mehr-demokratie-wagen-willy-brandt-1969-jahr-in-dem-er-in-bonn-vertrage-mit-der-brasilianischen-folterdiktatur-unterzeichnete/

Brasiliens größte Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” erinnert am Sonntag des Obama-Besuchs in einer politischen Analyse an die praktische Unterstützung der USA für den Militärputsch – durch Entsendung von Kriegsschiffen:”Ou quando mandou uma frota para auxiliar os golpistas de 1964, just in case.” Dilma Rousseff stand in Opposition zur Militärdiktatur, wurde damals zu ARENA-Zeiten eingesperrt und gefoltert.

Lula hatte die Einladung zu dem zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers Obama gegebenen Essen abgelehnt, stimmt indessen dem Vernehmen nach in kontinuierlichen Telefonaten mit Dilma Rousseff bis ins Detail das politische Vorgehen ab.

In den Archiven des Weltkirchenrates in Genf lagern Dokumente der brasilianischen Kirche, die laut Brasiliens Medien für das Diktaturjahr 1970 von “Bürgerkrieg” und etwa 12000 politischen Gefangenen sprechen. Die Diktatur erlaubte dem Internationalen Roten Kreuz nicht den Zugang zu den Gefängnissen, Diktator Medici erklärte, es gebe keine politischen Gefangenen in Brasilien. 1971 wurde ein Appell an die UNO wegen der gravierenden Menschenrechtsverletzungen gerichtet. In den Dokumenten des Weltkirchenrates werden die sadistischen Foltertechniken detailliert beschrieben, Folter werde als politische Waffe angewendet. Die Zahl der Folterzentren wird mit 242 angegeben, weibliche Gefangene seien häufig vergewaltigt worden. Zu den Taktiken gehörte, Oppositionelle in Gegenwart ihrer Ehepartner, teils sogar ihrer Kinder zu foltern. 

Üblich war zudem, besonders sadistisch gefolterte Regimegegner schließlich durch eine Giftinjektion zu töten, statt diese zu erschießen. 

Bonns Haltung zu Brasiliens Diktaturgenerälen nach dem Militärputsch von 1964:

Laut Geschichtsdaten erfolgte der erste Besuch eines deutschen Bundespräsidenten mit Heinrich Lübke kurz nach dem Militärputsch vom 31. März 1964, vom 7. bis 14. Mai des betreffenden Jahres. Es war der erste offizielle Besuch eines ausländischen Staatschefs nach dem Militärputsch. Zum Lübke-Besuch wurde auch eine deutsche Sonderbriefmarke herausgegeben. 

Laut Nationaler Wahrheitskommission waren bereits im Putschjahr 1964 über 50000 Menschen verhaftet worden.  Wie die Wahrheitskommission weiter mittteilte, wurden die Regimegegner in Fußballstadion und Schiffen gefangen gehalten. Zu den Stadien zählte das Fußballstadion “Caio Martins” in Rio de Janeiro. Schon im Putschjahr 1964 sei vom Militärregime die Folter eingeführt worden – dazu Mord, Verschwindenlassen und Entführung.

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/14/brasiliens-nazistisch-antisemitisch-orientierte-militardiktatur-lieferte-waffen-fur-repression-in-chile-laut-jetzt-veroffentlichten-geheimdokumenten-abkommen-von-diktator-medici-mit-pinochet-geschlo/

1969 schloß Bonn mit dem Militärregime laut Jahreschronik ein Kulturabkommen. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/21/barack-obamas-rede-in-rio-de-janeirochurrascaria-diskurs-war-enttauschend-laut-folha-de-sao-paulo/

Chile, die Militärdiktatur, Salvador Allende, Letelier, der Obama-Besuch: 

Brasiliens Landesmedien berichten, daß in Chile während des Obama-Besuchs die Diktaturproblematik anders behandelt wurde. Während der Obama-Pressekonferenz im Regierungssitz „Palacio de la Moneda“ habe ein chilenischer Journalist gefragt, ob Obama und dessen Regierung bereit seien, sich für die Beteiligung am Militärputsch vom 11. September 1973 zu entschuldigen – und ob man bereit sei, bei den gerichtlichen Ermittlungen über Diktaturverbrechen zu kooperieren. Der chilenische Journalist habe bezeichnende Fälle erwähnt, darunter die Ermordung von Orlando Letelier, Außenminister von Salvador Allende, 1976 in Washington. Barack Obama habe sich auch angesichts derartiger öffentlicher Forderungen bereiterklärt, entsprechend jeglicher Bitte Chiles zusammenzuarbeiten. Obama habe indessen vermieden, um Entschuldigung zu bitten. 

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/30/barack-obama-und-juan-pablo-letelier-sohn-des-in-washington-ermordeten-allende-ausenministers-orlando-letelier-es-fehlen-noch-schuldeingestandnis-und-reue-des-nordens-wegen-dessen-verantwortung-fu/

Anders als in Chile, wurde während Obamas Besuch in Brasilien das sehr heikle Diktatur-Thema nicht berührt, dem Vernehmen nach auch nicht von der militanten Diktaturgegnerin Dilma Rousseff. Während in Chile überhaupt die Möglichkeit geschaffen wurde, daß chilenische Journalisten direkte Fragen an Obama stellen, war in Brasilien eine solche Möglichkeit verhindert worden, gab es gar kein Zusammentreffen von Obama mit brasilianischen Journalisten. Die angesehene Journalistin und Kommentatorin Miriam Leitao äußerte sich daher zur Pressefreiheit und betonte in den Qualitätsmedien der größten Demokratie Lateinamerikas:“Der schwächste Punkt des Lateinamerika-Besuchs war die völlig fehlende Beziehung zur brasilianischen Presse.“ Das Stellen heikler Fragen war daher nicht möglich.

In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/25/militarpolizei-todesschwadronen-sao-paulos-mordeten-150-menschen-laut-polizeilichem-untersuchungsbericht-melden-landesmedien-menschenrechte-unter-rousseff-lula/

Laut brasilianischen Medien wurde in Chile die wichtigste Protestmanifestation gegen den Obama-Besuch von Greenpeace veranstaltet.

Deutsche Welle:

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Einer Forderung von chilenischen Parlamentariern, Menschenrechtsorganisationen, Studenten und sozialen Bewegungen, er solle sich für die Rolle seines Landes während der Militärdiktaturen in Lateinamerika und vor allem in Chile (1973-1990) offiziell entschuldigen, kam Obama nicht nach. „Ich kann für vergangene US-Politik nicht die Verantwortung übernehmen, nur für gegenwärtige und künftige“, so der US-Präsident.

In den 60er bis 80er Jahren hatten die USA politisch, logistisch und finanziell mehrere Militärputschs in lateinamerikanischen Staaten gegen demokratisch gewählte linksgerichtete Regierungen unterstützt. Während der Diktaturen wurden zehntausende Andersdenkende verfolgt, gefoltert und ermordet. Viele Militärs waren zuvor in der US-Militärakademie „School of Americas» in Panama ausgebildet worden. 1973 unterstützten die USA in Chile das Militär, als sie den gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stürzten.“

Brasilien, Vergangenheitsbewältigung: http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/05/franzosischer-general-war-folter-lehrer-wahrend-brasiliens-diktaturzeit-regierung-in-paris-wuste-von-regime-verbrechen/

Clemens Schrage im „Spiegel“ über Diktaturmethoden:  http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/23/clemens-schrage-in-brasilien-zur-diktaturzeit-gefoltert-torturen-einst-und-jetzt/

Mauricio Pestana, Herausgeber von Brasiliens Schwarzen-Zeitschrift “Raca Brasil” 2010:”Es gibt keinerlei Zweifel, daß im `demokratischen` Brasilien von heute schwarze Bürger mehr  Opfer von Folter, Mord und Verschwindenlassen sind als in irgendeiner autoritären Epoche unserer Geschichte.”

Mauricio Pestana, Herausgeber der Schwarzenzeitschrift “Raca Brasil” im Website-Interview wenige Tage nach dem Obama-Besuch in Brasilien: “Ich saß im Opernhaus von Rio de Janeiro direkt vor Obama, nur etwa fünf Meter entfernt. Hätten wir einen großen nationalen Schwarzenführer, der den Willen der dunkelhäutigen Gemeinde ausdrückt – und hätte dieser mit Obama gesprochen, hätte er sich in Brasilien vielleicht zur Rassenfrage geäußert. In der brasilianischen Schwarzenbewegung war vor Obamas Ankunft allgemeine Hauptposition, daß der US-Präsident zur hiesigen Rassenproblematik Stellung beziehen muß. Die Rassismusfrage ist in der heutigen Welt schließlich gravierend. Ich persönlich bin indessen der Meinung, daß wir in Brasilien in dieser Beziehung erst einmal unsere Hausaufgaben machen müssen, bevor wir Forderungen an Obama stellen können.  Ein Krieg,  wie jetzt der Libyenkrieg, ist schlecht unter jedem Blickwinkel – wir dürfen nicht vergessen, daß dort in Libyen Zivilisten sterben. ”

Die brasilianische Schwarzenbewegung hatte versucht, über die neue Rousseff-Ministerin für Rassengleichheit, Luiza Bairros, Brasiliens Rassenproblematik auf die Agenda des Obama-Besuchs zu setzen. Wie Afropress meldete, habe man indessen von der Ministerin keinerlei Antwort erhalten. Zudem gebe es keinerlei Informationen über unabhängige Initiativen der brasilianischen Regierung in dieser Richtung.

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Proteste gegen Barack Obama auch in Chile geplant, meldet Brasilien katholische Nachrichtenagentur ADITAL. Befreiungstheologe Frei Betto zur US-Politik.

Freitag, 18. März 2011 von Klaus Hart

Greenpeace gegen Atommeiler in Brasilien – Anti-AKW-Protest vor Präsidentenpalast von Dilma Rousseff in Brasilia.

Freitag, 18. März 2011 von Klaus Hart

Barack Obama zieht sich angesichts geplanter Proteste überraschend in Rios Opernhaus zurück – Sonntags-Rede nicht mehr vor Bevölkerung, sondern vor Handverlesenen. Streit um Obamas Slumbesuch. Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe Frei Betto zur Respektierung der Menschenrechte durch die USA. Bush-Besuch von 2007. Wikileaks.

Freitag, 18. März 2011 von Klaus Hart

http://g1.globo.com/obama-no-brasil/noticia/2011/03/embaixada-confirma-cancelamento-de-discurso-de-obama-na-cinelandia.html

Die US-Botschaft hat offiziell Berichte der Zeitung „O Globo“ bestätigt, daß Barack Obama nicht mehr wie geplant am Sonntag auf einer Bühne vor dem Opernhaus auf Rio de Janeiros Protest-Platz in Cinelandia zum Volk reden, sondern sich lediglich an ein kleines Publikum  im Opernhaus wenden wird. Unterdessen haben die Techniker die Metallbühne vor dem Opernhaus wieder abgebaut. In einer offiziellen Note wurde der Rückzug ins Opernhaus unkonkret  „mit einer Serie von Besorgnissen über die Realisierung der Veranstaltung im Freien“ begründet.

„Devido a uma série de preocupações sobre a realização do evento ao ar livre, decidimos que a melhor opção é realizar o discurso em um local fechado.“

Obama-Rede:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/20/barack-obama-spricht-vor-handverlesenem-publikum-im-opernhaus-von-rio-de-janeiro-rede-vor-bevolkerung-wegen-befurchteten-protesten-abgeblasen/

Befreiungstheologe Frei Betto:  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/21/a-green-light-for-torture-befreiungstheologe-frei-betto-uber-die-respektierung-der-menschenrechte-durch-hochgeschatzte-westliche-demokratien-wie-usa-und-brasilien/

„Between 1898 and 1994 the USA who pose as the champions of democracy and accuse other countries of not respecting human rights, overthrew 48 governments in Latin America, amongst which Brazil™s Joáo Goulart in 1964. (Do you know why there has never been a coup in the US? – because there is no American Embassy there).

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Frei Betto beim Website-Interview im Kloster von Sao Paulo.

„There comes the Fourth Fleet“:  http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/08/ther-comes-the-fourth-fleet-befreiungstheologe-frei-betto/

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Barack Obama 2011 in Brasilia am Tisch mit José Sarney, einst Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA des von den USA unterstützten Militärregimes.  (Michelle Obama unterhält sich mit Sarney)

Brasiliens größte Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“ erinnert am Sonntag des Obama-Besuchs in einer politischen Analyse an die praktische Unterstützung der USA für den Militärputsch – durch Entsendung von Kriegsschiffen:“Ou quando mandou uma frota para auxiliar os golpistas de 1964, just in case.“

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/18/obama-und-brasiliens-schwarze-hohe-erwartungen-laut-franziskaner-frei-david-santos-leiter-von-educafro-brasiliens-gravierender-rassismus-brasilien-ist-das-rassistischste-land/

Hintergrund:

„CIA spionierte Brasiliens Kirche aus, fördert Sekten”
Bischofskonferenz analysiert freigegebene Geheimdokumente

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„Die Kunst der Verführung“ – Brasiliens wichtigster Befreiungstheologe Frei Betto.

Donnerstag, 24. Februar 2011 von Klaus Hart

Ägypten, Mubarak, die USA, Kuba, die Menschenrechte – eine Analyse von Frei Betto, Brasiliens wichtigstem Befreiungstheologen.

Samstag, 12. Februar 2011 von Klaus Hart

http://www.adital.com.br/site/noticia.asp?lang=PT&cod=53929

NEBUCHADNEZZER’S DREAMThe rich Western countries, whose democracy is based merely on the power of money, have interests but lack principles. They accuse Cuba of being a dictatorship that does not respect human rights because they cannot accept the socialist character of the Revolution which for over 50 years has resisted the aggressions of the greatest economic and bellicose empire in the history of humanity.However they sing China’s praises and turn a blind eye to a regime of proslavery and cheap labour which produces everything that in the West would requires higher salaries and would reduce the profit margin of Western businesses. Innumerable products sold in our shops, in spite of having Western trademarks, are “Made in China”. (more…)

    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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