Brasiliens wichtigste Qualitätszeitung „O Estado de Sao Paulo“ hat laut eigenen Angaben eine derartige Studie vom Sozialministerium in Brasilia erbeten – in den Jahren zuvor habe das Ministerium abgelehnt, derartige Informationen herauszugeben. 5,3 Millionen Brasilianer, die die Hilfe „Bolsa Familia“ erhielten, also 42 Prozent aller Empfänger, seien nach wie vor verelendet. Die Basishilfe pro Familie von derzeit umgerechnet etwa 30 Euro monatlich, so das Ministerium, müßte mehr als verdoppelt werden. Die Zeitung kritisiert in ihrer Analyse:“Die Möglichkeit, eine angemessene Hilfe zu zahlen, die umgehend das Elend unter den Bezugsempfängern beseitigt, wird nicht einmal erwogen.“
Lateinamerikas teure Lebensmittel – Preissteigerungen um 40 Prozent in den letzten vier Jahren – Gefahr für Hungerbekämpfung: http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos–2
In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.
Laut Befreiungstheologe Frei Betto, Ex-Lula-Berater beim Anti-Hungerprogramm, liegt die Zahl der in extremer Armut, also in Hunger und Misere, lebenden Brasilianer, nicht wie offiziell angegeben, heute bei 16 Millionen, sondern ist doppelt so hoch. Nach derzeit geltendem mitteleuropäischen Werteverständnis hat damit die internationale Wirtschafts-und Finanzkrise, wie die Lula-Rousseff-Regierung verbreiten ließ, auf Brasilien nur geringe Auswirkungen gehabt.
Brasiliens investigative Journalisten wiesen indessen auf Rekordentlassungen, den Stopp vieler Industrieprojekte, auf Exportprobleme und Deindustrialisierung, geschönte offizielle Statistiken.
Der niedrigste Hilfssatz pro Familie liegt den Angaben zufolge derzeit bei umgerechnet etwa zehn Euro monatlich – der höchste bei rund 90 Euro. Viele Grundnahrungsmittel, von Frischmilch bis Käse und Joghurt, sind in Brasilien deutlich teurer als beispielsweise in Deutschland.
Bettelnde kranke alte Frau in der City von Sao Paulo, reichste Stadt Lateinamerikas.
Obdachloser Alubüchsensammler, an katholischer Kirche.

Brasilien – Verelendung und menschliche Verhaltensweisen:http://www.hart-brasilientexte.de/2014/03/17/brasilien-2014-wie-verelendung-menschliche-verhaltensweisen-andert-altere-obdachlose-frau-wascht-sich-allabendlich-vollig-nackt-an-strasenkreuzung-von-sao-paulo-reichste-stadt-lateinamerikas-viele/
Obdachloser greift zum Mikrophon vor der Kathedrale Sao Paulos, schreit Verzweiflung heraus. Wie üblich bei den landesweiten Protestaktionen des “Grito dos Excluidos” seit dem Amtsantritt der Lula-Rousseff-Regierung von 2003 – keine Medienfunktionäre, TV-Kamerateams des gesteuerten mitteleuropäischen Mainstreams für eventuelle Berichterstattung präsent, auch nicht bei den Protestgottesdiensten.
Brasilien – Daten, Statistiken, Rankings:http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/
“Schlafen” mittags in Abgasgestank an der Avenida Paulista in Sao Paulo – erschöpfter verdreckter Obdachloser, Habseligkeiten in Plastiktüten am Fahrrad.

Kurioses Schönreden Brasiliens durch mitteleuropäische Politiker, Schönschreiben durch gesteuerten europäischen Mainstream, obwohl Brasilien auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung lediglich Platz 79 belegt…Dieser Ranking-Platz wird vom Mainstream fast ausnahmslos unterschlagen.
Zeitungsausriß.
O Estado de Sao Paulo: „…o toque de impropriedade que o episodio da violacao do sigilo bancario do caseiro Francenildo Costa confere á presenca dele em tao estrategico posto…È bonito todo isso? Feio de doer, mas é assim que a banda toca no retrogrado e viciado modo brasileiro de fazer politica e governar o pais.“
Die andere Sicht: Hillary Clinton bezeichnete 2012 laut Landesmedien den Kampf von Dilma Rousseff gegen die Korruption sowie die Regierungstransparenz unter Rousseff als beispielhaft. Die Staatschefin habe damit entsprechende globale Standards und Normen geschaffen.
Zeitungsausriß.
Fotodoku über Menschenrechtsverletzungen unter Lula-Rousseff: http://www.estadao.com.br/especiais/2009/11/crimesnobrasil_if_es.pdf
Menschenrechtsanwalt Bruno Alves de Souza Toledo – wichtigster Debatten-Experte in der Rechtsfakultät von Sao Paulo im Dezember 2010.
Anwaltskollege 2011 unter Rousseff-Regierung ermordet: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/01/brasilianischer-menschenrechtsanwalt-sebastiao-bezerra-da-silva-gefoltert-und-ermordet-laut-nationaler-menschenrechtsbewegung-erster-mord-an-bekanntem-systemkritiker-unter-der-rousseff-regierung/
Der Anwalt erinnerte im Website-Interview an die Rolle der gewählten Präsidentin Dilma Rousseff als Chefministerin des Zivilkabinetts der Lula-Regierung – zuständig also auch für Soziales, die Menschenrechte. Rousseff habe ihren Wahlsieg just mit José Sarney gefeiert, Ex-Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA. Dabei sei Dilma Rousseff selber während der Diktatur gefoltert worden:“Eine Gefolterte unterliegt, unterwirft sich also heute den Folterern.“
Leonardo Boff :“Lula machte die größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung, ethische Politik.“ Geköpfte 2011 in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/08/gekopfte-in-brasilien-landesmedien-zeigen-realitat-des-gefangnishorrors-haftlingsaufstand-beendet-laut-amtlichen-angaben/
Dilma Rousseff feiert ihren Wahlsieg mit José Sarney, während des Militärregimes Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA.
Lula war Diktatur-Informant, laut neuem Buch:
Nach der Rede des Anwalts vor dem Genfer UNO-Menschenrechtsrat über den Gefängnishorror in Brasilien, das Foltern, Ermorden und Zerstückeln von Häftlingen, meldete sich ein UNO-Repräsentant zu Wort:”Dies ist also das Land, das einen ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat will? Ein Land, das das Zerstückeln von Häftlingen in den eigenen Gefängnissen erlaubt? Wieso will ein solches Land, will Brasilien dann einen Sicherheitsratssitz? Wie kann Brasilien einerseits immer diesen Diskurs von der Verteidigung der Menschenrechte pflegen und andererseits erlauben, daß all derartiges geschieht?”
Menschenrechtsanwalt Bruno Alves de Souza Toledo auf Expertenseminar in Sao Paulo im Dezember 2010. Toledo ist Präsident des Menschenrechtsrates im brasilianischen Teilstaat Espirito Santo – steht ebenso wie Amazonasbischof Erwin Kräutler, Träger des Alternativen Nobelpreises, wegen Morddrohungen ständig unter Polizeischutz.
Nach der Rede des Anwalts vor dem Genfer UNO-Menschenrechtsrat über den Gefängnishorror in Brasilien, das Foltern, Ermorden und Zerstückeln von Häftlingen, meldete sich ein UNO-Repräsentant zu Wort:“Dies ist also das Land, das einen ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat will? Ein Land, das das Zerstückeln von Häftlingen in den eigenen Gefängnissen erlaubt? Wieso will ein solches Land, will Brasilien dann einen Sicherheitsratssitz? Wie kann Brasilien einerseits immer diesen Diskurs von der Verteidigung der Menschenrechte pflegen und anderseits erlauben, daß all derartiges geschieht?“
„Von allen linken Präsidenten hat Lula, der als am wenigsten links eingeschätzt wird, die größten Erfolge.“ Gregor Gysi, Linkspartei, Deutschland, 2010.http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/08/massenhafte-einkerkerung-in-brasilien-expertenseminar-in-sao-paulo-begann-auf-pressekonferenz-polizeigewalt-sowie-folter-in-gefangnissen-angeklagt-analyse-des-polizei-und-militareinsatzes-von/
Folia d`Arte zum Auftakt vor Rechtsfakultät Sao Paulos.
Bewohner der „erstürmten“ Favela Vila Cruzeiro sprachen laut Landesmedien von Leichengeruch, der aus dem Wald über dem Viertel komme. Polizisten hätten Waren und Geld geraubt, es habe Plünderungen durch die Spezialeinheiten gegeben. (É triste saber tambem que a policia continua a mesma.“) Ein Pastor stellte bei einer Polizeiwache Anzeige wegen des Raubs von 31000 Real, hieß es. Nachbarn beschuldigten einen schwarz uniformierten Elitepolizisten. Vorwürfe dieser Art sind nach solchen Militär-und Polizeioperationen häufig. Laut Landesmedien ist üblich, daß Polizisten sich bei derartigen Operationen den Besitz von Banditen aneignen – als „Kriegsbeute“(espolio da guerra). Unabhängige ausländische Beobachter waren bei den jüngsten Polizei-und Militäroperationen offenbar nicht zugelassen.
„Sem um alvo aparente, a todo o momento, policiais disparavam rajadas de fuzil de grosso calibre em direção aos frágeis barracos do morro da Baiana e riam em seguida, visivelmente despreocupados.“
„Wo sind die Waffen und die Banditen?“: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/30/rio-de-janeiro-wo-sind-die-waffen-und-die-banditen-fragt-qualitatszeitung-o-globo-ruckzug-mit-guerrilhataktik-offenbar-wie-immer-gelungen-gute-geschaftsbedingungen-derzeit-im-mega-slum-ro/
Folter unter der Lula-Rousseff-Regierung: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/12/die-folter-in-polizeiwachen-hat-in-ganz-brasilien-stark-zugenommen-gefangenenpriester-valdir-joao-silveira-die-anti-folter-konvention-wird-nicht-eingehalten-was-tut-denn-die-uno-damit-die-k/
Lula und Dilma Rousseff im Präsidentschaftswahlkampf – Tabuthema Folter in Brasilien(auch im Medienzirkus).
Manifest gegen Megaoperation von 2007 im Complexo do Alemao: http://www.direitos.org.br/index.php?option=com_content&task=view&id=3503&Itemid=2
Richtervereinigung verurteilt Militäreinsatz: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/01/rio-de-janeiro-richtervereinigung-fur-demokratieajd-verurteilt-militar-und-polizeieinsatz-in-slums-staat-verletzt-verfassung-summarische-exekutionen-ausrottung-unerwunschter-bevolkerung/
„Irak ist hier“: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/26/irak-ist-hier-tageszeitung-von-rio-de-janeiro-publiziert-vergleichsfotos/

„Gleichheit“ – Protest in Sao Paulo.
„Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst.“ Wie die europäische Tourismusindustrie in ganzseitigen deutschsprachigen Anzeigen die Situation in dem Tropenland interpretiert
Brasiliens gewählte Präsidentin Dilma Rousseff, bisherige Chefministerin der Lula-Regierung, begann ihre erste Rede an die Nation mit einem bemerkenswerten Eingeständnis: In Lateinamerikas größter Demokratie, der immerhin achtgrößten Wirtschaftsmacht der Erde, existieren weiterhin Hunger und Elend. Dabei hatte der jetzige Staatschef Lula bereits vor seinem Amtsantritt 2002 versprochen, mit Hunger und Elend Schluß zu machen, dieses Problem zu lösen. Kritik der Kirche und selbst der UNO an unzureichender Elendsbekämpfung war bisher stets als grundlos zurückgewiesen worden.
Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013
„Mit aller Energie werden wir ein Programm gegen den Hunger verwirklichen. Wir werden garantieren, daß alle Brasilianer ihre drei Mahlzeiten am Tag haben – morgens, mittags und abends“ – erklärte 2002 Luis Inacio Lula da Silva.
Brasilien – Gesundheits-Ranking: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/14/brasilien-und-die-40-lander-mit-der-hochsten-gesundheitsqualitat-laut-bloomberg-das-tropenland-ist-nicht-darunter-auch-nicht-unter-den-besten-zehn-landern-von-nord-und-sudamerika/
Bundesaußenminister Guido Westerwelle:
“Brasilien ist das Kraftzentrum Südamerikas geworden und zu einer Gestaltungsmacht mit globalem Anspruch herangewachsen”.
Dilma Rousseff und Lula feiern Wahlsieg 2010 mit José Sarney, Ex-Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA.
Now that the elections are over and Dilma Rousseff has won, it is time to face Brazil’s reality. There is much to be done. The numbers below are official.
In spite of the Lula government’s social advancements, a House to House National Survey – PNAD 2009 – IBGE (National Institute for Geography and Statistics) published on 8th September, showed that Brazilian average income calculated at R$1106 in 2009, was 2.2% lower than 2008.
UNO verurteilt Steinigen: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/20/uno-verurteilt-steinigen-im-iran-brasilia-enthalt-sich-steinigen-in-brasilien-menschenrechtsbilanz-der-lula-rousseff-regierung/
http://www.adital.com.br/site/noticia.asp?boletim=1&lang=PT&cod=52412
„Lula hat offenbar vergessen, daß im Iran Menschen eingekerkert, getötet werden“, sagte Shirin Ebado den brasilianischen Medien. „Die Internationale Arbeitsorganisation hat sich für die Freilassung des iranischen Gewerkschaftsführers Mansour Osanlou eingesetzt – doch Lula hat ihn ignoriert. Ich habe Botschaften an Lula gesandt, der ein Gewerkschafter war und ihn gebeten, sich mit Angehörigen eingekerkerter iranischer Arbeiter zu treffen. Die Art und Weise, wie die brasilianische Regierung agierte, war nicht positiv.“
“Präsident Lula ist ein Meister der politischen Manipulierung.” Merval Pereira, 2010, Mitglied der brasilianischen Philosophen-Akademie, Kommentator
Leonardo Boff :“Lula machte die größte Revolution der sozialen Ökologie des Planeten, eine Revolution für die Bildung, ethische Politik.“
Shirin Ebadi – Zeitungsausriß Estadao. http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/24/ahmadinedschad-bei-lula-brasilien-sollte-sich-zuerst-auf-seine-inneren-probleme-konzentrierenefraim-inbar-universitat-bar-ilan-in-israel/
Die Friedensnobelpreisträgerin verurteilte die Unterdrückung der Frauen im Iran, und bat die gewählte Präsidentin Dilma Rousseff, der eingekerkerten Anwältin Nasrin Soutodeh zu helfen. Rousseff sollte bei einem Besuch des Iran keinen Schleier tragen. Shirin Ebadi prangerte zudem Steinigen, Kreuzigen und Handabhacken an. „Anstatt nur eine Kampagne für Sakineh zu machen, sollten wir für die Abschaffung der Strafe des Steinigens kämpfen.“ Auf das Steinigen in Brasilien ging Shirin Ebadi nicht ein.

Viel Lob und Bewunderung für Lulas Außenpolitik aus Europa.
“Von allen linken Präsidenten hat Lula, der als am wenigsten links eingeschätzt wird, die größten Erfolge.” Gregor Gysi, Linkspartei, Deutschland, 2010.
http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?ID=234433&rubrik=7&ausg=200210
Angesichts der Foltersituation unter der Lula-Rousseff-Regierung sagte Zgubic im Website-Interview in Sao Paulo:“An die Gefangenen wird zuletzt gedacht.“ Zgubic übergab jetzt seine Funktion als Leiter der bischöflichen Gefangenenseelsorge Brasiliens an den bisherigen Stellvertreter, Padre Valdir Joao Silveira. Dieser betonte im Website-Interview, Folter in Polizeiwachen führe sogar zu Todesopfern. Allein im Teilstaat Sao Paulo seien innerhalb weniger Monate neun Tote registriert worden. „Wir haben im November eine Frau betreut, die hier in der Megacity Sao Paulo gefoltert worden ist – man hat ihr einen Plastiksack über den Kopf gestülpt, was u.a. zu Erstickungsanfällen führt. Der nordöstliche Teilstaat Maranhao, in dem jetzt bei einem Gefangenenaufstand mindestens 18 Häftlinge umkamen, steht nach unseren Ermittlungen bei Folter im Gefängnissystem landesweit an der Spitze.
Ausriß, Radio Vatikan. “Die Stimme des Papstes und der Weltkirche”. “Brasilien: Kirchliche Menschenrechtler enttäuscht über Merkel”. Österreichischer Priester Günther Zgubic, Plinio Sampaio…
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/
Angela Merkel und Menschenrechte in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/11/lateinamerika-reise-von-bundeskanzlerin-angela-merkel-und-die-menschenrechtelaut-dihk-prasident-braun-keine-notwendigkeit-das-thema-besonders-zu-betonen/
http://www.domradio.de/website/elementPrint.asp?id=41073
„Jeden Tag wird in Brasilien gefoltert.“ Ausriß 2011Aufstände sind ein Aufschrei der Gefangenen, um angesichts unmenschlicher, gesetz-und verfassungswidriger Zustände von der Gesellschaft gehört zu werden. In Brasilien wird massenhaft festgenommen und eingesperrt, selbst bei Bagatelldelikten wie kleinen Ladendiebstählen. Und man bestraft selektiv – nämlich die Armen aus der Unterschicht. In einem Gefängnissystem, das niemanden resozialisiert, sondern ganz im Gegenteil, die Menschen deformiert und zerstört. Heute haben die Brasilianer daher Angst, neben einem Ex-Häftling zu wohnen, fürchtet diesen regelrecht, weil man weiß, daß er ein hochgradig gewalttätiges und persönlichkeitsveränderndes Gefängnissystem durchlaufen hat.“ Entsprechend schwierig oder gar unmöglich ist es, sich wieder einzugliedern, eine Arbeit zu finden. Auch haftentlassene Frauen klagen :“Niemand gibt mir eine Chance, weil ich ja im Knast war.“ Die Kirche wirft dem Staat vor, nicht nur in den Armenvierteln, sondern selbst in den Gefängnissen dem organisierten Verbrechen das Feld zu überlassen – mit immer grausameren Folgen. “Die Verbrechersyndikate“, so Silveira, „haben einen Parallelstaat gebildet, der heute die Haftanstalten kommandiert, über Leben und Tod entscheidet, nach eigenem Regelkodex sogar Todesstrafen verhängt. Hinzu kommt das Problem der Folterungen durch Staatsangestellte – bereits in den Polizeiwachen mit den ebenfalls total überfüllten Zellen. In ganz Brasilien hat das Foltern bei Festnahme und Verhör stark zugenommen, werden dabei viele Menschen getötet. Dabei hat Brasilia die internationale Anti-Folter-Konvention unterzeichnet. Es ist empörend.“ Bis heute stellt die Gefangenenseelsorge absurdeste Dinge fest. Nachweislich Unschuldige werden jahrelang eingesperrt, wegen des Durcheinanders im Justizapparat gar Opfer und Täter verwechselt, massenhaft Dokumente vertauscht, Häftlinge in Anstalten vergessen. Gefangenenpriester Silveira nennt barbarisch, wenn Menschen bis zu 14 Jahre eingesperrt werden, ohne ein einziges Mal mit einem Richter oder Verteidiger sprechen zu können. Seit Jahrzehnten prangert die Seelsorge immergleiche Probleme an, macht immergleiche Vorschläge – ist dies nicht frustrierend, entmutigend? “Wir geben nicht auf, kämpfen weiter für Menschenrechte, weil es andernfalls noch weit mehr Gefangene, Gewalt und Gesetzesverstöße gäbe. Brasilien braucht dringend Programme der Gewaltprävention. Und dazu gehören auch Bildung, bessere Wohnverhältnisse, Berufschancen für die Armen. Wir wollen alternative Strafen, andere Wege der Konfliktlösung – statt immer gleich massenhaft einzusperren. Deshalb sind doch die Rückfallquoten auch so hoch, gibt es diese vielen Aufstände, Rebellionen.“ Amnesty International in London zeigt sich enttäuscht über die Lula-Regierung – Brasilienexperte Tim Cahill vermißt politischen Willen, Menschenrechtskonventionen einzuhalten. “Es gab große Versprechen und einen konstruktiven Diskurs – doch es wird weiter gefoltert und die Lage in den Gefängnissen ist weiter grauenhaft. Unglaublich ist, daß manche Autoritäten die Fakten offen anerkennen, aber so tun, als seien sie dafür nicht verantwortlich.“
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In meinungsbildenden deutschen Analysen wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.
Lula und Dilma Rousseff halten besonders enge Beziehungen zu Maranhaos Clan-Oberhaupt José Sarney, Ex-Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA, feierten mit ihm den Sieg bei der Präsidentschaftswahl.
„Sowohl im wirtschaftlichen als auch im sozialen Bereich ist das größte Land Südamerikas zu einem Vorbild in der Region geworden. “ WeltTrends, Potsdam 2012
Überfüllte Gefängnisse unter Lula: http://www.carceraria.org.br/default2.asp?pg=sys/layouts/content&ct_cod=5228
Iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi kritisiert Lula scharf: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/17/lula-ignorierte-eingekerkerte-gewerkschafter-wahrend-seines-iran-besuchs-bei-ahmadinedschad-irans-friedensnobelpreistragerin-shirin-ebadi-appelliert-an-dilma-rousseff/
http://www.marcelofreixo.com.br/site/noticias_do.php?codigo=103
Alltägliche Folter in der größten Demokratie Lateinamerikas zählt für die brasilianischen Qualitätsmedien zu den wichtigen Themen – für die mitteleuropäischen Medien in Ländern, die strategischer Partner Brasiliens sind, aus den bekannten Gründen nicht.
Deutsches Hilfswerk Misereor und Folterdokumentation: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/13/misereor-deutsches-katholisches-hilfswerk-unterstutzt-brasilianische-folter-dokumentation-folter-unter-der-lula-regierung-youtube-video-25-jahre-nach-dem-ende-der-militardiktatur-weiter-folter/
http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/12/Beilage/006.html

„Barbarei amnestiert man nicht“ – „fortschrittliche Regierungspolitik“ laut mitteleuropäischen Analysen.
Wie die Militärdiktatur Frauen folterte: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/03/26/brasiliens-komplizierte-vergangenheitsbewaltigung-maria-amelia-de-almeida-teles-grauenhaft-gefolterte-regimegnerin-heute-mitglied-der-wahrheitskommission-des-teilstaats-sao-paulo-zur-aufklarung-der/
Acht Jahre Lula-Regierung, die Ministerinnen-und Gouverneurinnen-Riege – die Bilanz: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/28/8-jahre-lula-regierung-die-ministerinnen-riege-veranderungen-bei-geschlechterungleichheit-und-frauenrechten/
Iranische Friedensnobelpreisträgerin kritisiert Lula scharf: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/17/lula-ignorierte-eingekerkerte-gewerkschafter-wahrend-seines-iran-besuchs-bei-ahmadinedschad-irans-friedensnobelpreistragerin-shirin-ebadi-appelliert-an-dilma-rousseff/
Ausriß, Radio Vatikan. „Die Stimme des Papstes und der Weltkirche“. “Brasilien: Kirchliche Menschenrechtler enttäuscht über Merkel”. Österreichischer Priester Günther Zgubic, Plinio Sampaio…
Gefangenenpriester Xavier Paolillo im Website-Interview: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/18/haftlinge-wurden-in-stucke-gehackt-anderen-wurde-das-herz-herausgerissen-zerstuckelte-gefangene-wurden-in-abfallkubeln-gefunden-padre-xavier-paolillo-leiter-der-gefangenenseelsorge-im-brasilia/