http://kibeloco.com.br/2013/06/27/porta-dos-fundos-reuniao-de-emergencia/
Dilma Rousseff hatte als Präsidentschaftskandidatin 2010 im ersten Wahlgang 47,6 % der Pflichtwählerstimmen erhalten, im zweiten dann 56,05 %.

Joachim Gauck im Mai 2013 in Sao Paulo: ”Und zweitens ist der weitere Erfolg Brasiliens auch deswegen für uns eine Chance, da Brasilien unsere Werte – Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit – teilt und seine wirtschaftliche Potenz in den Dienst auch dieser Werte stellt.”
http://www.welt-sichten.org/artikel/221/der-hoelle-hinter-gittern
Vor dem Hintergrund gravierender Menschenrechtsverletzungen war Lulas Politik u.a. von Partei-und Regierungsfunktionären in mitteleuropäischen Medien als progressiv, links, wegweisend, beispielhaft, hoffnungsvoll eingestuft worden. Inzwischen kommentieren selbst brasilianische Qualitätsmedien, daß Lula sich während der jetzigen landesweiten Proteste bedeckt hält.
Über 55000 Gewalt-Tote jährlich in Brasilien.
Folter – auch im eklig scheinheiligen pseudo-progressiven Spektrum Mitteleuropas, geprägt von neoliberaler Herzenskälte, offenbar ein Pluspunkt der Lula-Ära: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/
“Die Praxis der Folter ist als Form institutioneller Gewalt im Alltag des Sicherheitsapparats weiter präsent und richtet sich besonders gegen die Armen.” (Textzitat aus der Soziologiezeitschrift)
“Der Linksruck in Lateinamerika in den vergangenen Jahren weckt Hoffnungen.” Rosa-Luxemburg-Stiftung
Lula-Rousseff-Bündnisse mit Rechten und Rechtsextremen – „links“ ist, wenn…: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/06/24/brasilien-systemkritikerproteste-2013-mit-wem-prasidentin-dilma-rousseff-politik-macht-wen-sie-sich-fur-ihr-regierungsbundnis-aussuchte-beispiel-jair-bolsonaro-hier-mit-yoani-sanchez-bemerkenswer/
Die Rolle der Todesschwadronen: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/
http://fotografia.folha.uol.com.br/galerias/17360-protesto-em-belo-horizonte#foto-294030
http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/22/tribunal-da-terra-sao-paulo-gesichter-brasiliens/

Revolte in Millionenstadt Belo Horizonte- brennende Autorhäuser.
Während sich die Protestwelle gegen die prekäre, teils grauenhafte Infrastruktur wendet, erhält diese just in diesen Tagen von mitteleuropäischen Medienfunktionären Lob.
Der Umgang mit einem brasilianischen Systemkritiker in Berlin, laut Landesmedien: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/12/08/brasiliens-ex-prasident-lula-in-berlin-2012-brasilianer-in-berlin-weisen-auf-fehlende-kritische-fragen-an-lula-ua-angesichts-der-verurteilung-von-engen-lula-mitarbeiternmensalao-skandalheikle/
Laut “Jornal do Brasil” war ein brasilianischer Systemkritiker, der Spruchbänder(”Brasilien ist das Land der Korruption – Brasilien verbreitet Lügen über seine wirtschaftliche Realität”) entrollt hatte, aus dem Saal “rasch entfernt” worden – per Internetsuche wurden in deutschsprachigen Medien keinerlei Hinweise auf diesen Vorfall gefunden, was Bände spricht. (Hatten Sie was darüber in ihrem Leitmedium gesehen? Über ein halbes Jahr später, im Juni 2013, sind die Themen des brasilianischen Systemkritikers auf einmal “in”…)
Der Umgang mit einem brasilianischen Systemkritiker in Berlin, laut Landesmedien: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/12/08/brasiliens-ex-prasident-lula-in-berlin-2012-brasilianer-in-berlin-weisen-auf-fehlende-kritische-fragen-an-lula-ua-angesichts-der-verurteilung-von-engen-lula-mitarbeiternmensalao-skandalheikle/

17.4. 2016, US-Hinterhof Brasilien – Pro-Impeachment-Kundgebung auf der Avenida Paulista in Sao Paulo.Daß Eduardo Cunha die Abstimmung im Abgeordnetenhaus leitet, degradiert nach Ansicht vieler Brasilianer das Land zur Bananenrepublik. Unter Lula-Rousseff wurde Brasilien weiter spürbar u.a. soziokulturell amerikanisiert – Brasilien und die USA haben u.a. ein Gewalt-Gesellschaftsmodell als auffällige Gemeinsamkeit.
Umstrittene halbgare Vorschläge Rousseffs werden im mitteleuropäischen Mainstream als echter politischer Wille der Präsidentin verkauft, wie vor der Protestwelle dominiert wieder plattester Rousseff-und Lula-Agitprop. Mitteleuropäische Regierungsfunktionäre werden als Stichwortgeber, Kommentatoren eingeschaltet.
Brasilianische Kenner der Materie, aus der Protestbewegung, sind weiter chancenlos im gesteuerten Mainstream.
In den brasilianischen Qualitätsmedien erntet Rousseff indessen derzeit ätzende, tiefironische Kritik wegen ihrer Äußerungen, Vorschläge. In Kommentaren werden die Rousseff-Anregungen für Verbesserungen in öffentlichem Transport, Gesundheits-und Bildungswesen als aufgewärmte, bereits früher angekündigte Schritte klassifiziert. Derzeit werde von Brasilia ein „Marketing-Krieg“ geführt.
Teuerung, Kaufzurückhaltung 2013: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/05/29/brasilien-teuerung-und-kaufzuruckhaltung-2013-die-supermarkte-preiswerteste-einkaufsquelle-des-landes-ua-fur-grundnahrungsmittel-verkauften-im-april-2013-uber-14-weniger-als-im-vormonat-marz-l/
Filmemacher Padilha(45) argumentiert in Brasiliens größter Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“, daß die brasilianische Bevölkerung verschiedene Parasiten ernähre, „darunter eine korrupte politische Klasse und eine brutale Polizei. Fast die gesamt Staatsstruktur operiert in parasitärer Weise, raubt den Brasilianern einen bedeutenden Teil ihrer Arbeit und Energie, in Form von Korruption und exzessiver Steuerbelastung.“
Padilha bezieht sich mit seinem Parasiten-Vergleich ausdrücklich auf Regierung und politisch Klasse, der Dilma Rousseff jetzt rate:“ Laßt uns jetzt die Demonstranten loben.“
Joachim Gauck im Mai 2013 in Sao Paulo: ”Und zweitens ist der weitere Erfolg Brasiliens auch deswegen für uns eine Chance, da Brasilien unsere Werte – Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit – teilt und seine wirtschaftliche Potenz in den Dienst auch dieser Werte stellt.”
tags: brasilien-systemkritikerproteste 2013

Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013
“Moderne Scheiterhaufen aus Autoreifen”:
Der Slumkomplex liegt unweit der Favela Varginha, die Papst Franziskus besuchen wird – und sehr weit entfernt von der Rio-Vorzeige-Favela Dona Marta, die der deutsche Bundespräsident Gauck besuchte.
Da Präsidentin Dilma Rousseff derzeit nur verlautbart, was man ähnlich oder gleich von ihr seit der Lula-Präsidentschaft kennt, der sie als Ministerin angehörte, bleibt das Gros der Demonstranten von derzeitigen Brasilia-Verlautbarungen unbeeindruckt. Unvergessen ist, wie Dilma Rousseff in den letzten Jahren selbst vor der UNO und in Europa just all dies über den grünen Klee lobte – u.a. die Lage im Gesundheits-und Bildungswesen, in öffentlicher Sicherheit etc. sowie angebliches Vorgehen gegen die Korruption – was derzeit von den Demonstranten am schärfsten kritisiert wird. Viele Brasilianer betonen, daß man Rousseff ausreichend Zeit gegeben habe, um zu zeigen, ob sie an echten sozialen Verbesserungen tatsächlich interessiert sei. Nun sei der Ruf der Straße „Weg mit Dilma“ entsprechend laut und deutlich.
Protestorganisatoren über Treffen: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/06/25/brasilien-systemkritikerproteste-20123-lediglich-eine-masnahme-um-die-bevolkerung-zu-tauschen-reaktionen-auf-vorschlage-von-prasidentin-dilma-rousseff-nach-den-ersten-strasenprotesten/
„Was ist der wirkliche Treibstoff der Manifestationen?“ „Treibstoff ist der innere Haß, den die Menschen haben gegen die soziale Ungerechtigkeit.“ Filmemacher und Dramaturg Domingos Oliveira in „O Estado de Sao Paulo“, der Präsidentin Rousseff scharf kritisiert. „Sie sagte nicht, was gesagt werden müßte.“
„Der Rückschritt ist sehr gut geplant.“ Top-Kommentator Arnaldo Jabor, O Globo, zur politischen Struktur des heutigen Brasilien, angesichts der Massenproteste.
Hauptbegünstigter werde die FIFA sein, hieß es.
Korruption unter Lula-Rousseff – viel offizielles Lob aus Mitteleuropa für Brasilia: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/18/brasiliens-korruption-unter-lula-rousseff-laut-fiesp-2010-uber-22-milliarden-euro-vom-staat-abgezweigt-geld-des-steuerzahlers/
Ausriß: “Brasilien in Europa. Unser Gesundheitssystem funktioniert perfekt, ebenso wie unser Bildungswesen und das Verkehrssystem. Die öffentliche Sicherheit ist in perfektem Zustand und der Wirtschaft geht es gut…Ich meine, sie können auf unser Know-How zur Überwindung der Krise zählen!”
„Der Rückschritt ist sehr gut geplant.“ Top-Kommentator Arnaldo Jabor, O Globo, zur politischen Struktur des heutigen Brasilien, angesichts der Massenproteste.

Sao Paulo, Avenida Paulista, MASP.