Potsdam/Berlin – Nun ist es also amtlich: Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass der mosambikanische Vertragsarbeiter Manuel Diogo 1986 von Neonazis ermordet wurde. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass es sich um ein Verbrechen handelt, das von der Staatssicherheit vertuscht wurde.

Länger als acht Monate prüfte die Staatsanwaltschaft Potsdam den mehr als 30 Jahre zurückliegenden Fall und erklärte nun gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, „intensive Prüfungen der Todesermittlungsakten aus dem Jahr 1986 und der beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen vorhandenen Dokumente“ hätten keinen Anhaltspunkt für ein Tötungsdelikt oder Manipulationen ergeben.

 

Damit bestätigte die Justizbehörde die investigativen Recherchen der Berliner Zeitung, die am 30. September 2020 erstmals veröffentlicht wurden und derzeit in einem Podcast erzählt werden: Nicht die Unfalltheorie der DDR-Behörden aus dem Jahr 1986 ist erfunden, sondern die Mordtheorie, die für eine staatsanwaltliche Prüfung des Falles 34 Jahre später sorgte.

Der Mosambikaner Manuel Diogo gehörte zu einer Gruppe von 25 Männern, die aufgrund eines Regierungsabkommens zwischen der DDR und der Volksrepublik Mosambik im Oktober 1981 in die DDR kamen und im Sägewerk Jeber-Bergfrieden, Sachsen-Anhalt, arbeiteten. Fünf Jahre später, in der Nacht nach dem Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko-Stadt, das Diogo mit Freunden in einer Kneipe in Dessau gesehen hatte, wurde seine Leiche auf einem Gleis in Brandenburg gefunden. Für die DDR-Ermittler stand fest: Es war ein Unfall. Manuel Diogo verpasste den Ausstieg, sprang auf freier Strecke aus dem Zug, um zu seinem Wohnheim zurückzulaufen und wurde dabei von einem entgegenkommenden Güterzug erfasst.  

Die Akten zum Fall sind umfangreich, Hinweise auf Manipulationen gibt es nicht, wie nun auch die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigt. Trotzdem kam 30 Jahre später eine ganz andere Version in die Welt: Manuel Diogo hätte den Tag nicht in Dessau verbracht, sondern in Berlin. Auf dem Heimweg hätte ihn eine Bande Neonazis zusammengeschlagen, an Händen und Füßen gefesselt und mit dem Kopf nach unten aus dem Zug hängen lassen, bis er elendig starb. Die Staatssicherheit habe alles vertuscht. Die Täter seien nie bestraft worden.

Der ehemalige mosambikanische Vertragsarbeiter Ibraimo Alberto verbreitete 2014 die Mordtheorie in seiner Autobiografie „Ich wollte leben wie die Götter“ (KiWi-Verlag). Etwa zur gleichen Zeit behauptete auch der westdeutsche Historiker Harry Waibel, die Staatssicherheit habe den Mord verschwiegen, weil rassistische Verbrechen nicht zur DDR-Staatsdoktrin gepasst hätten. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender MDR verbreitete die Mordtheorie in mehreren Dokumentationen, stellte die Neonazi-Szene im Zug mit Laiendarstellern nach, ein Fernsehteam flog nach Mosambik, um vor laufender Kamera der alten Mutter von Manuel Diogo die Nachricht vom Neonazi-Mord zu überbringen.

Deutschlandweit berühmt wurde der Fall durch den Krimibestseller von Max Annas. In „Morduntersuchungskommission“ beschreibt Annas, wie ein ostdeutscher Kommissar aus einem rassistischen Verbrechen einen Unfall machen soll. Das Buch, Manuel Diogo gewidmet, wurde vom Rowohlt-Verlag als „der erste große Kriminalroman, der in der DDR spielt“ beworben, von den deutschen Feuilletons als „wahre Geschichte“ hochgelobt und mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet. 

Der ostdeutsche Historiker Ulrich van der Heyden, Autor mehrerer Mosambik-Bücher, wies immer wieder darauf hin, bei der Mordtheorie handele es sich um „Fake-News“, sprach sogar von einem „Fälschungsskandal à la Relotius“. Er schrieb deutsche Verlagshäuser an, machte auf Fehler in der Berichterstattung aufmerksam, legte Beschwerde beim Rundfunkrat und bei der MDR-Intendantin ein. Das Ergebnis: eine Unterlassungserklärung für van der Heyden. 

Historiker Ulrich van der Heyden spricht von einem Fälschungsskandal à la Relotius.
 

Als vor einem Jahr die Nachricht vom grausamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA um die Welt ging, erreichte der Fall Diogo schließlich die deutsche Politik und die Justiz. Die Brandenburger Linkenpolitikerin Andrea Johlige forderte in einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung, die wahren Todesumstände endlich ans Licht zu bringen. Am 30. Juni 2020, genau 34 Jahre nach dem Tod von Manuel Diogo, gab die Staatsanwaltschaft Potsdam bekannt zu prüfen, ob ein Anfangsverdacht vorliegt. Ein Kriminalkommissar wurde beauftragt, die DDR-Akten zu prüfen und noch lebende Zeugen zu befragen.

Nach Informationen der Berliner Zeitung wurden unter anderem der Lokführer Markward Michel befragt, der damals die Leiche Manuel Diogos auf den Gleisen fand, aber auch der Historiker Harry Waibel sowie der ehemalige Vertragsarbeiter und Buchautor Ibraimo Alberto. Der hatte im Sommer ein Interview mit der Berliner Zeitung abgelehnt, aber, mit den Widersprüchen konfrontiert, Erinnerungslücken eingeräumt.

Nach der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Potsdam wächst der Druck auf diejenigen, die die falsche Mordtheorie verbreitet haben, sich zu erklären. Bisher beriefen sie sich gegenüber der Berliner Zeitung stets auf die noch laufenden Prüfungen der Staatsanwaltschaft. Vom Verlag Kiepenheuer & Witsch hieß es zunächst, Ibraimo Albertos Lektor sei bereits im Ruhestand und in seiner Datscha in Russland „gerade schwer erreichbar“. Später teilten der ehemalige KiWi-Verleger Helge Malchow und die heutige Verlegerin Kerstin Gleba mit: „Wir werden bei Neuauflagen die entsprechenden Passagen verändern, sofern sich die Zweifel an der Mordthese als berechtigt herausstellen.“

Krimiautor Max Annas ließ per Mail verlauten: Sein Buch sei ein Roman und auch als solcher markiert. Er schreibe Fiktion, da er True Crime – „gerade sehr en vogue“ – nicht interessant finde. Der Roman sei Manuel Diogo gewidmet, weil sich um dessen Fall seit langem eine exemplarische Diskussion drehe zwischen „DDR-Funktionären“ und „AktivistInnen“.

Der MDR stellte sich bisher vor die Autoren der Beiträge zum Fall Diogo, Tom Fugmann und Christian Bergmann. Auf die erste Anfrage um eine Stellungnahme zu den Recherchen vom September 2020 gab es nur schriftliche Antworten, davon durfte eine einzige zitiert werden. Diese bezieht sich auf ein Interview mit dem ehemaligen mosambikanischen Botschafter in der DDR, Julio Braga, in dem Braga sagt: DDR-Offizielle hätten ihn über den Mord informiert. Sieht man sich die Interviewszene an, stellt man allerdings fest, dass Braga nicht ein einziges Mal den Namen „Manuel Diogo“ nennt und die Details zu einem ganz anderen, wahren Mordfall ein Jahr später passen. Der mosambikanische Lehrling Carlos Conceicao wurde am 19. September 1987 in Staßfurt getötet, der Täter zu fünf Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

Auf die Fragen, ob es Beweise dafür gebe, dass sich Braga im Interview zum Fall Diogo äußere und nicht zu einem anderen Fall und ob der MDR den Rohschnitt des Botschafter-Interviews zur Verfügung stellen könnte, gibt es keine Antworten. Stattdessen wirft die MDR-Pressestelle der Berliner Zeitung vor, „tendenziös und voreingenommen“ zu sein und weist „vorsorglich“ darauf hin, „dass wir uns gegen jegliche Falschbehauptungen und ehrenrührige Behauptungen zur Wehr setzen werden, ggf. auch juristisch“.

Ralf Straßburg, der damals in der DDR beim Staatssekretariat für Arbeit und Löhne für den Einsatz der mosambikanischen Vertragsarbeiter zuständig war, sagt: „Es stimmt einfach nicht, dass wir irgendjemandem erklärt hätten, dass Manuel Diogo aus dem Zug gestoßen wurde.“ Es sei immer von einem Unfall die Rede gewesen. Zitat Berliner Zeitung

 

DiogoAkbulut20

Ausriß 2020. Gökay Akbulut: Muß sie jetzt zurücktreten, den Bundestag verlassen, ihr Parteibuch abgeben? Andernfalls muß die Linkspartei sehr stichhaltige Beweise liefern, daß es ein DDR-Neonazi-Mord war.

Die Totalblamage/Demaskierung der sog. Linkspartei – weiter warten auf Rücktritte von Akbulut und Johlige: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/06/30/andrea-johligelinke-und-der-fall-des-mosambikaners-manuel-diogo-was-die-linkspartei-irgendwie-nicht-interessiertbnd-renamo-ermordete-ostdeutsche-entwicklungshelfer-etc/http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/08/04/der-fall-des-mosambikaners-manuel-diogo-welche-ard-version-stimmt-denn-nun-laut-einer-ard-doku-von-2017-hat-die-ddr-dem-afrikanischen-land-offiziell-mitgeteilt-ddr-neonazis-haetten-manuel-diogo-er/

Johlige1

Ausriß. Muß Johlige jetzt zurücktreten, ihr Parteibuch abgeben, wird sie gefeuert?

Typisch Neues Deutschland – woran man erkennt, ob das ND tatsächlich ein Linksblatt ist – oder stockreaktionär(?):

DiogoND20

Ausriß ND 2020: Der Tod von Diogo war zu DDR-Zeiten nach sehr kurzer Zeit aufgeklärt. Keineswegs hatten Freunde mitgeteilt, Diogo sei im Zug von Neonazis zusammengeschlagen und an den Füßen gefesselt aus dem Zug geworfen worden. Jetzt muß sich das ND bei den Lesern für die Falschdarstellung entschuldigen, ebenso die LINKE-Spitze, da die Partei sich auf die Seite von Ibraimo Alberto gestellt, ihn unterstützt hatte. Außerdem stehen die Parteiausschlüsse von Johlige/Akbulut an, wird dem Vernehmen nach in der Leserschaft gefordert. 

DIE ZEIT – was fehlt: https://www.zeit.de/news/2021-03/12/fall-des-ddr-vertragsarbeiters-diogo-nicht-neu-aufgerollt

http://www.hart-brasilientexte.de/2020/10/26/egon-krenz-in-der-berliner-zeitung-zum-fall-des-mosambikaners-manuel-diogo-ueber-einen-neonazi-mord-waere-ich-informiert-worden/

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/12/21/harry-waibel-der-fall-des-mosambikaners-manuel-diogo-die-analyse-der-berliner-zeitung-2020-das-geschaeft-mit-der-ddr-wie-der-historiker-harry-waibel-seit-30-jahren-stasi-unterlagen-zieht-und-ges/

Erstaunlich, wieviele sog. alternative Medien das brisante Diogo-Thema ebenfalls totschwiegen…

ManuelDiogoMZ20

So war das Stasi-Zonenregime – Nazi-Horror, Nazi-Terror ohne Ende(?). Ausriß MZ 2020

 

“Mord, den es nicht geben durfte”. Mitteldeutsche Zeitung. Entschuldigt sie sich jetzt bei ihren Lesern, druckt sie eine ausführliche Richtigstellung?

Die FAZ-Version – Wahrheit oder Lüge? “Am Morgen des 16. Juni 1981 landen Alberto, Diogo und neunzig andere Mosambikaner auf dem Flughafen Schönefeld, Ost-Berlin, Hauptstadt der DDR.”https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/rassismus-in-der-ddr-der-boxer-15086878.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2, “Sein Freund wird von Neonazis ermordet. Am 30. Juni 1986 bringt Alberto seinen Freund Diogo zum Berliner Ostbahnhof. Zusammen hatten sie das Wochenende verbracht, mit Freunden Fußball gespielt, bis in den Morgen getanzt. Diogo muss zurück nach Dessau in sein Wohnheim…lässt Waibel zu einem einfachen Urteil kommen: „Der Antifaschismus der DDR war gescheitert.“ Eine Entnazifizierung hatte, wenn überhaupt, nur halbherzig stattgefunden.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2020/10/07/staendige-publikumskonferenz-der-oeffentlich-rechtlichen-medien-e-v-verurteilt-2020-zwangsfinanzierten-mdr-wegen-ausgedachter-story-zu-mosambikaner-manuel-diogo-mit-reisemitteln-der-oeffentlic/

Mosambik-Insider werfen dem MDR vor, in Deutschland und auch in Mosambik von einem Neonazi-Mord an Manuel Diogo zu sprechen, den Mord als Fakt hinzustellen, ohne dafür Beweise zu haben. Selbst gegenüber den Hinterbliebenen von Manuel Diogo habe man so gehandelt. Wird jetzt die MDR-Spitze gefeuert?

http://www.hart-brasilientexte.de/2020/10/07/frankfurter-buchmesse-2020-werden-wieder-buecher-ausgestellt-die-offenbar-luegen-enthalten/

IbraimoSteinmeier181

Ibraimo Alberto mit Bundespräsident Steinmeier/SPD: “Wie die Götter”. Ausriß.

Die Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V. sprach zudem von einem “Fälscherskandal,  wirklich ganz dickes Kaliber”. Steinmeier und andere hätten sich hier Meriten als Lügenbarone erworben, hieß es. 

Lange Liste der in den “Fälscherskandal”(Publikumskonferenz) verwickelten Politiker, Kirchen, ARD-Anstalten, Rundfunkräte, Schriftsteller, TV-Autoren, Verlage, politischen Stiftungen etc…

“Es setzt sich nur soviel Wahrheit durch, wie wir durchsetzen.”Bertolt Brecht

http://www.hart-brasilientexte.de/2020/10/03/ex-geheimdienstkoordinator-steinmeierspd-schwingt-am-3-oktober-2020-wieder-grosse-reden-ob-er-den-fall-ibraimo-alberto-wegen-der-deutsch-deutschen-brisanzanspricht-oder-verschweigt/

http://www.hart-brasilientexte.de/2020/10/02/systematische-geschichtsfaelschung-ueber-die-ddr-wie-ausnahmsweise-just-um-den-3-oktober-2020-einmal-ein-luegengebaeude-zusammenbricht-der-fall-manuel-diogo/

Der Fall des Mosambikaners Manuel Diogo: “Am 29. Juni 2020 gibt die Staatsanwaltschaft Potsdam bekannt, den Fall neu aufzurollen. Ein Kriminalkommissar wird beauftragt, die Ermittlungen von damals zu prüfen und Zeugen erneut zu vernehmen.” Berliner Zeitung. Dem Vernehmen nach sind die Ermittlungen längst abgeschlossen, werde wegen der negativen politischen Folgen für Steinmeier, Schäuble, Linkspartei-und SPD-Politiker, für die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, verwickelte Verlage und ARD-Anstalten etc. eine offizielle Erklärung der Staatsanwaltschaft Potsdam bewußt hinausgezögert, werde nach Kräften “gemauert”:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/11/05/der-fall-des-mosambikaners-manuel-diogo-am-29-juni-2020-gibt-die-staatsanwaltschaft-potsdam-bekannt-den-fall-neu-aufzurollen-ein-kriminalkommissar-wird-beauftragt-die-ermittlungen-von-damals-z/

BZ1

“Der Fall Diogo. Wie aus einem tragischen Unfall ein brutaler Neonazi-Mord wurde”. Berliner Zeitung, 30.9.2020.

Schmeißfliegengrüne1

Max Annas. “Morduntersuchungskommission”. rowohlt HUNDERT AUGEN. “Für Manuel Diogo(1963 – 1986)”. Ein neuer Krimi von 2019, der Mosambikaner Manuel Diogo in der DDR, kuriose Ungereimtheiten. Wird das Annas-Buch nun eingestampft? Mosambik-Dossier 6:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/27/max-annas-morduntersuchungskommission-rowohlt-hundert-augen-fuer-manuel-diogo1963-1986-ein-neuer-krimi-von-2019-der-mosambikaner-manuel-diogo-in-der-ddr-kuriose-ungereimtheiten-mosa/

Der Annas-Krimi wird sogar von Staat und Regierung auf Steuerzahlerkosten  gefördert – siehe Lesung in Rudolstadt:

“In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen”. Wird jetzt die Spitze der Landeszentrale in Ramelow-Thüringen gefeuert?

Andrea Johlige/LINKE und der Fall des Mosambikaners Manuel Diogo. “Ich hoffe sehr, dass nun endlich Licht ins Dunkel kommt und die Täter ermittelt und ihrer Strafe zugeführt werden können. Mord verjährt nicht!” Was die Linkspartei irgendwie nicht interessiert(BND, Renamo, ermordete ostdeutsche Entwicklungshelfer etc.):http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/06/30/andrea-johligelinke-und-der-fall-des-mosambikaners-manuel-diogo-was-die-linkspartei-irgendwie-nicht-interessiertbnd-renamo-ermordete-ostdeutsche-entwicklungshelfer-etc/

Ein westdeutscher Aktivist lügt einen rassistischen Mord in der DDR herbei, der MDR verbreitet die Lügengeschichte, ein „Schriftsteller“ springt auf und wird dafür von Bundespräsident Steinmeier in einer Delegation nach Afrika mitgenommen. Der Fall – wahre Geschichte war ein Unfall im Vollrausch – zeigt exemplarisch, wie der Osten delegitimiert wird: alles Rassisten und Mörder. So soll jedes politische Selbstbewusstsein verhindert werden. Dr. Maximilian Krah/AfD

KrahTwitt1

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/09/04/regime-change-in-der-ddr-mosambik-und-die-rolle-des-gehlen-kinkel-bnd-wie-brueder-und-schwestern-mit-ss-terrormethoden-dafuer-sorgten-dass-die-ostdeutschen-weder-an-dringend-benoetigte-devisen/

Die Parallelen zum Fall Sebnitz:https://www.heise.de/tp/features/Studie-untersucht-die-Berichterstattung-im-Fall-Joseph-und-Sebnitz-3451514.html

SebnitzNeonazisertränkenKind

Ausriß, Sebnitz/Sachsen: “Neonazis ertränken Kind. Am hellichten Tag im Schwimmbad. Keiner half. Und eine ganze Stadt hat es totgeschwiegen.”

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und die groteske Propaganda für ein heftig umstrittenes Buch: “Ende der 1980er Jahre wird sein bester Freund von Rechtsextremen ermordet”. Wahrheit oder dreiste Lüge? Weiter warten auf eine offizielle Stellungnahme vom ostdeutschen bpb-Chef Thomas Krüger/SPD…Lange Liste der in den “Fälscherskandal”(Publikumskonferenz) verwickelten Politiker, Kirchen, ARD-Anstalten, Rundfunkräte, Schriftsteller, TV-Autoren, Verlage, politischen Stiftungen, Strippenzieher aller Art. **

Krügerbpb2

Ausriß – bpb-Chef Thomas Krüger/SPD aus Buttstädt/Thüringen. Muß er jetzt gehen?

 

bpbIbraimo1

Ausriß.

bpbIbraimo2

CDU-Schäuble zeichnet Ibraimo Alberto aus:

IbraimoBuch3

Ausriß, Kiepenheuer & Witsch. 

Krügerbpb3

Wie es der Berliner Tagesspiegel darstellt – Wahrheit oder Lüge? 

“Mit vier Landsleuten war der Vertragsarbeiter auf dem Weg nach Jeber-Bergfrieden, einem Ortsteil der Stadt Coswig im heutigen Sachsen-Anhalt, wo er als Holzfacharbeiter tätig war.

Nach Angaben seiner Begleiter war Diogo in dem Zug von Neonazis angegriffen und zusammengeschlagen worden. An den Füßen gefesselt soll er noch lebend aus dem fahrenden Zug geworfen worden sein.”

Die Berliner Zeitung zitiert jene Begleiter:

“Der Zug Richtung Belzig ist in ihrer Erinnerung leer, von Neonazis keine Spur”.

Wie tief die evangelische Kirche in den Steinmeier-Ibraimo-Alberto-Skandal verwickelt ist – Julia Oelkers und Ibraimo Alberto sogar im Organisationsteam der Magdeburger Tagung: https://www.ekmd.de/aktuell/nachrichten/respekt-und-anerkennung-internationale-tagung-zur-entwicklungszusammenarbeit-mosambik-deutschland.html.

-OelkersNeumannBecker1

Ausriß Tagungsband – “Herausgegeben von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur”.

IbraimoMagde1

Ibraimo Alberto – gleich an erster Stelle in der Liste der Mitglieder des Vorbereitungsteams und Fortsetzungsausschusses genannt…

https://www.oekumenezentrum-ekm.de/entwicklung-umwelt/Mosambik-Tagung-2019/. Wie ausgerechnet die evangelische Kirche Ibraimo Alberto unterstützt – ihm ermöglicht, sogar auf einer Tagung Propaganda für sein Buch zu machen:

IbraimoLesungMagd1Ausriß.

…Kurzpräsentationen

Ibraimo Alberto: Lesung aus “Ich wollte leben wie die Götter”…

-

Die Sponsoren von Ibraimo Alberto & Co.: Brot für die Welt, Fonds Kirchlicher Entwicklungsdienst…Nun hat auch Ostdeutschland seinen Kirchenskandal, viele Austritte drohen…http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/27/das-gescheiterte-experiment-vertragsarbeiter-aus-mosambik-in-der-ddr-wirtschaft1979-1990-autor-dr-ulrich-van-der-heyden-widerlegt-kuriose-luegen-zur-mosambik-und-ddr-geschichte-prueft-den-wa/

IbraimoSponsoren1

 Ausriß Tagungsband. Sogar Markus Meckel verwickelt…

Wo man viele Akteure wiederfindet – Ibraimo Alberto, Julia Oelkers etc.:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/04/01/markus-meckel-almuth-berger-dr-hans-joachim-doering-guenter-nooke-u-a-im-bizarren-mosambik-sachbuch-fuer-respekt-und-anerkennung-die-mosambikanischen-vertragsarbeiter-und-das-schwierige-erbe-a/

Wie der MDR und zahlreiche andere deutsche TV-Sender die Sache darstellten –  lange vor dem Bericht der Berliner Zeitung waren in zahlreichen Veröffentlichungen gleiche Schlußfolgerungen wie später in dem Hauptstadtmedium zu lesen:

Diogo1

“Juni 1986: Ein mosambikanischer Vertragsarbeiter wird im Zug bei Potsdam von Neonazis gelyncht”. ARD-Ausriß. Wahrheit oder Lüge? Der MDR muß jetzt zu jeder Szene klarstellen: Zuschauer frech angelogen oder nicht? 

ARDWilhelmGebühren18

“Unser Angebot hat seinen Preis”. ARD-Chef Ulrich Wilhelm, Ex-Sprecher von GroKo-Chefin Angela Merkel/CDU…Wie Regierungspolitik & Medien verzahnt sind. Ausriß westdeutsche Thüringer Allgemeine(Funke-Medienkonzern Essen/NRW)http://www.hart-brasilientexte.de/2019/07/15/der-ostdeutsche-laeuft-massenweise-zur-afd-ueber-herr-doktor-maaz-bitte-sagen-sie-uns-warum-weil-die-wirkung-des-opiums-nachlaesst-antwortet-er-dann-der-spiegel-2018-ueber-hans/

Diogo11

-

Hatte man den Statisten(wieviel Honorar aus Zwangsgebühren bekamen die?) gesagt, worum es genau geht, wie die Faktenlage tatsächlich ist? Fragen über Fragen…

DiogoMDR

Ausriß MDR Januar 2020.

MDRDiogox

Video anklicken:https://www.facebook.com/reportmainz/videos/mediathek-tipp/710416699083469/.

 https://www.facebook.com/mdrinvestigativ/videos/710337229091416/?comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22O%22%7D

 

Diogo3

Diogo5

-

Diogo2

-

Diogo4

Typischer Nazi unter Honecker(?)DDR-Neonazis hatten offenbar sehr markante Gebisse.

“Wie im Fall von Manuel Diogo aus Mosambik. Er wurde am 30. Juni 1986 in einem Zug zwischen Berlin und Dessau von Neonazis ermordet.” Zwangsfinanzierte ARD, 2017 – Wahrheit oder Lüge?

Diogo7

“Ich bin froh, jetzt zu wissen, wie mein Sohn gestorben ist.” ARD-Ausriß. Wahrheit oder Lüge?

Markus Meckel(SPD), Almuth Berger, Dr. Hans-Joachim Döring, Günter Nooke u.a. im bizarren Mosambik-Sachbuch “Für Respekt und Anerkennung. Die mosambikanischen Vertragsarbeiter und das schwierige Erbe aus der DDR” – ein Leckerbissen für Politologen, Kommunikationswissenschaftler und Historiker (falls sie sich an eine Analyse trauen). Besonders aufschlußreich und erhellend der Vergleich mit dem Sachbuch “Das gescheiterte Experiment. Vertragsarbeiter aus Mosambik in der DDR-Wirtschaft(1979-1990)” von Dr. Ulrich van der Heyden, Humboldt-Universität Berlin. SPD-Meckel und Willy Brandt – und FDP-Genscher. Mosambik-Dossier 11:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/04/01/markus-meckel-almuth-berger-dr-hans-joachim-doering-guenter-nooke-u-a-im-bizarren-mosambik-sachbuch-fuer-respekt-und-anerkennung-die-mosambikanischen-vertragsarbeiter-und-das-schwierige-erbe-a/

“Dass der Mosambikaner Manuel Diogo, dem das Buch gewidmet ist, von Rassisten ermordet wurde, haben Sensationsjournalisten erfunden.” Hartmut Mechtel, ostdeutscher Krimiautor, Glauser-Preisträger:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/02/09/aufregung-um-max-annas-von-hartmut-mechtel-ostdeutscher-krimiautor-februar-2020/.http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/02/09/aufregung-um-max-annas-von-hartmut-mechtel-ostdeutscher-krimiautor-februar-2020/

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/27/max-annas-morduntersuchungskommission-rowohlt-hundert-augen-fuer-manuel-diogo1963-1986-ein-neuer-krimi-von-2019-der-mosambikaner-manuel-diogo-in-der-ddr-kuriose-ungereimtheiten-mosa/

Was macht SPD-Steinmeier, wenn sich klipp und klar herausstellt, daß er einem notorischen Lügner eine Luxusreise in der Bundespräsidentenmaschine auf Steuerzahlerkosten nach Afrika spendiert hat?Wäre das Machtmißbrauch, strafbar?

Und was macht CDU-Schäuble, der den Mann sogar auszeichnete? Die ostdeutsche Öffentlichkeit ist sehr gespannt.

Wie aus dem Fall Manuel Diogo ein Fall Steinmeier/Schäuble wird…http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/08/14/der-fall-des-mosambikaners-manuel-diogo-und-brisante-ungereimtheiten-ein-recht-auf-aufklaerung-die-website-madgermanes-net-in-mosambik-2020-mit-interessanten-fakten-die-berichten-von-deutsc/

Die taz Berlin und Max Annas:https://taz.de/Max-Annas-Kriminalroman-aus-Thueringen/!5634078/. “Max Annas fiktionalisiert in seinem neuen Buch den Mord an einem mosambikanischen Vertragsarbeiter. Der wurde in der DDR von Nazis erschlagen.” Wahrheit oder dreiste Lüge?

“Gewidmet ist das Buch Antonio Manuel Dio­go, einem Vertragsarbeiter aus Mosambik, der 1986 auf der Strecke zwischen Berlin und Dessau von ostdeutschen Neonazis geprügelt, bes­tia­lisch geschunden und zum Schluss tot aus einem fahrenden Zug geworfen worden ist, wo er dann völlig entstellt aufgefunden wurde. Indem er dessen Geschichte aufgreift, bleibt Annas seinem Thema Rassismus treu.” taz Berlin

max4

Ausriß, Rowohlt, “Morduntersuchungskommission”(Max Annas)

West-Autor Max Annas, Rowohlt-Verlag und Krimipreis-Jury besonders in der Bredouille:

BZ2

 

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/09/07/krimiautor-max-annas-aus-koeln-crime-cologne-award-2020-was-in-der-jury-wuerdigung-alles-fehlt-die-annas-darstellung-der-ddr-realitaet-wahrheit-oder-luege/

Rowohlt-Krimi “Morduntersuchungskommission” von Max Annas – scharfe, tiefgründige Kritik, bemerkenswerter Verriß von Hans Thiers – bekanntester ostdeutscher Kriminalistikexperte, früherer Leiter der Morduntersuchungskommission im DDR-Bezirk Gera. Laut Thiers ist das Annas-Buch fehlerhaft, realitätsfremd, schlecht recherchiert, platt propagandistisch. Thiers in ZDF-Dokus – anklicken. **

Thiers sagte in Gera gegenüber der Website, die Annas-Behauptung, daß in der DDR aus politischen Gründen u.a. von der Stasi Ermittlungen gestoppt, Verbrechen vertuscht wurden, sei absurd und schlichtweg falsch. Das Gegenteil sei der Fall – so habe das MfS beispielsweise im Bezirk Gera auch bei Mordfällen auf rasche Aufklärung gedrungen, sich über alle Ermittlungsschritte informieren lassen. Die Öffentlichkeit sei nach Morden direkt in die Fahndung einbezogen worden – sogar per Lautsprecherwagen in den Städten und Dörfern, per Fahndungsanzeigen in den DDR-Medien. Kriminalisten, Polizisten hätten sogar in den Schulen konkret über Verbrechen und laufende Fahndungen informiert, um Mithilfe gebeten. 

Das Annas-Buch sei dem mosambikanischen Vertragsarbeiter Manuel Diogo gewidmet  – “Für Manuel Diogo (1963 – 1986)” – der angeblich von DDR-Neonazis ermordet worden sei. “Mein damals zuständiger Kollege, der Leiter der Morduntersuchungskommission Halle, sagte mir 2020, daß er sich an einen solchen spektakulären Mordfall auf jeden Fall erinnern würde, wenn es ihn denn gegeben hätte”, so Thiers.http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/02/13/hans-thiers-aus-gera-ostdeutschlands-bekanntester-kriminalitaetsexperteein-hoch-auf-kriminalistisches-gespuer-ostthueringer-zeitung-13-februar-2020-thiers-kritisiert-scharf-den-krimi-mord/

Thiers1

Hans Thiers in Gera 2020 nach dem Website-Gespräch. Die Thiers-Kollegen hatten vorhersehbar korrekt ermittelt.

Dr. Ulrich van der Heyden  in Neues Deutschland, 23. 10. 2019. “Ein Mord, der keiner war”:

…Ein Staatsanwalt, der heute für den Fall zuständiger wäre und dem das Filmteam die Mordtheorie sozusagen in den Mund legen wollte, lehnte eine Neuaufnahme des Verfahrens nach eingehenden Überprüfungen der vorhandenen Akten ab…

 https://www.neues-deutschland.de/artikel/1127551.ein-mord-der-keiner-war.html

…In der TV-Sendung wird behauptet, dass der junge Mosambikaner von rechtsgerichteten Schlägern zusammengeschlagen und dann an den Beinen gefesselt aus dem Zug geworfen worden wäre. Statisten waren extra angeheuert worden, um diesen Fake staunenden Zuschauern glaubhafter zu machen. Die Filmemacher Christian Bergmann und Tom Fugmann konnten keinen Beleg für diese Gewalttat vorlegen. Keine Augen- und Ohrenzeugen aufbringen, kein Dokument. Ihr einziger »Zeuge« ist ein Mosambikaner, der gehört haben will, dass ein solches Verbrechen geschah. Reines Hörensagen also.

Jeder weiß: Was eine Person aus Erzählungen unbekannter Dritter erfahren haben will, ist kein stichhaltiger Beweis. Ein Staatsanwalt, der heute für den Fall zuständiger wäre und dem das Filmteam die Mordtheorie sozusagen in den Mund legen wollte, lehnte eine Neuaufnahme des Verfahrens nach eingehenden Überprüfungen der vorhandenen Akten ab. Die Journalisten waren sichtlich enttäuscht und spannen trotzdem trotzig und abenteuerlich ihren Faden weiter, geprägt von ihren ideologischen Vorurteilen gegenüber der ostdeutschen Vergangenheit… Was ist wahr und was fiktiv an der Story von Bergmann/Fugmann? In der Tat kam ein mosambikanischer Vertragsarbeiter in der Nacht vom 29. zum 30. Juni 1986 während einer Eisenbahnfahrt im Bezirk Halle ums Leben. Trotz damaliger intensiver, akribischer polizeilicher Untersuchungen konnte jedoch kein Tötungsdelikt rechtsgerichteter Schläger festgestellt werden, es konnten auch keine Rechtsextremisten ausfindig gemacht werden, die sich laut der nachträglich erfundenen Geschichte in jenem Zug befunden haben sollen. Einen Mordvorwurf hatte damals niemand erhoben, weder die Kollegen des Getöteten noch Vertreter der mosambikanischen Botschaft oder sonst jemand.  Die kriminalistischen Untersuchungen hatten ergeben, dass der Mosambikaner Manuel Diogo vor seinem Tod »umfangreich Alkohol« zu sich genommen hatte und dann – wie einige andere Mosambikaner bestätigten – im Zug eingeschlafen sei. Die Deutung der Todesumstände lautete wie folgt: Diogo habe den Ausstieg auf dem Bahnhof – nicht zum ersten Mal – verfehlt und sei entweder beim Versuch abzuspringen tödlich verunglückt oder später beim unachtsamen Wandeln auf den Schienen von einem folgenden D-Zug erfasst, überrollt und mitgeschleift worden. Die ermittelnden Polizisten konstatierten: »Hinweise auf Auseinandersetzungen mit anderen Personen liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor.« Und: »Hinweise auf (eine) Straftat liegen nicht vor.« Für die Filmemacher offenbar kein Grund, nicht das Gegenteil, ausgeschmückt mit dramatisierten Trugbildern, zu behaupten…Die dreiste MDR-Produktion, die das Bild vom »Unrechtsstaat« DDR verfestigen soll, wird auch in anderen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gezeigt, zum Beispiel im 3 Sat. Das hat das Opfer nicht verdient. Das haben aber auch nicht die professionellen DDR-Ermittler verdient. Worauf stützen Bergmann/Fugmann ihre Anschuldigung, herzlose DDR-Bonzen hätten den angeblichen Mordfall unter den Tisch kehren wollen?  Es verwundert nicht, dass die reißerische Story von anderen Journalisten aufgegriffen wird, so Anfang August 2019 von der »Leipziger Volkszeitung« und von der »Mitteldeutschen Zeitung«. Traurig, dass dieser Fake sich nun per Interview mit dem Krimi-Autor Max Annas auch ins »neue deutschland« eingeschlichen hat, in der Ausgabe vom vergangenen Freitag. Seinen neuen Roman »Morduntersuchungskommission« baute Annas auf dem behaupteten Mord an Diogo auf. Das Buch soll laut Eigenwerbung des Verlags gar der »erste große Kriminalroman aus der DDR« sein – weil er »auf realen Tatsachen basiert«, wie er im nd-Interview behauptet?…Im Film des MDR wird ein Vertreter der vormaligen verbrecherisch agierenden RENAMO (Resistência Nacional Moçambicana) in Maputo kommentarlos interviewt, der eine Aufklärung des Todes »seines Landsmannes« fordert. Der Zuschauer erfährt nicht, dass die jungen in die DDR gekommenen Mosambikaner vor den brutalen Methoden ebendieser Organisation, die vom südafrikanischen Apartheidregime unterstützt worden war, geflohen sind – in die DDR. Um einen Beruf zu erlernen – und in Sicherheit zu leben. In der Manier des Boulevards schwenkt die Kamera auf die alte, noch heute trauernde Mutter des verunglückten Vertragsarbeiters – die natürlich in Tränen ausbricht, als man ihr mitteilt, dass ihr Sohn nicht bei einem Arbeitsunfall umgekommen sei, wie ihr die mosambikanische Botschaft in Berlin übermittelte, sondern von Neonazis in der DDR ermordet wurde. Mit reißerischer Thematik hoffen Medien ein größeres Interesse beim Publikum zu erreichen. Und dies auf Kosten der Wahrheit. In diesem Fall auch auf Kosten der Erinnerung an Manuel Diogo und der ehemals ermittelnden Polizeibeamten. Und unterm Strich auf Kosten einer redlichen Geschichtsschreibung.

Der Autor ist Kolonialhistoriker, verfasste unter anderem zwei Bücher über mosambikanische Vertragsarbeiter in der DDR.

Der Annas-Krimi wird sogar von Staat und Regierung auf Steuerzahlerkosten  gefördert – siehe Lesung in Rudolstadt:

“In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen”.

Der erste große Kriminalroman, der in der DDR spielt:An einer Bahnstrecke nahe Jena wird 1983 eine entstellte Leiche gefunden. Wie ist der junge Mosambikaner zu Tode gekommen? Oberleutnant Otto Castorp von der Morduntersuchungskommission in Gera sucht Zeugen und stößt auf Schweigen. Doch Indizienlassen ein Verbrechen aus Rassismus vermuten. Als diese Spur sich nicht länger übersehen lässt, wird die Morduntersuchungskommission angewiesen, die Ermittlungen einzustellen. Denn ein Mord wie dieser ist in der Deutschen Demokratischen Republik nicht vorstellbar. Also ermittelt Castorp ohne Wissen seiner Kollegen weiter –und wird dabei beobachtet. Max Annas, Preisträger des Deutschen Krimipreises, hat mit „Morduntersuchungskommission“ ein eminent politisches Buch geschrieben, das weit über die 80er Jahre und die DDR hinausweist.

Eintritt: 6 €

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

 -

(Politische Bildung durch Max Annas? Ist der etwa jetzt ein Staatsdichter, mutmaßen manche.)

“Schwer zu rekonstruieren: der Fall Diogo

Speziell im Fall Diogo ist die Rekonstruktion der Geschehnisse schwierig. Der Historiker Ulrich van der Heyden verteidigt öffentlich die DDR-Ermittler und deren Ergebnisse, etwa kürzlich in dieser Zeitung.” Neues Deutschland.

Antonio Manuel Diogo/”Initiative 12. August”

30. Juni 1986 Coswig (Anhalt)

Antonio Manuel Diogo landete am 16. Juni 1981 auf dem Flughafen Berlin Schönefeld. Der damals 18-Jährige kam als Vertragsarbeiter aus Mosambik in die DDR mit dem Wunsch, eine Ausbildung zu absolvieren und seine Familie unterstützen zu können. Er arbeitete in einem Sägewerk in Coswig bei Dessau.
Am 30. Juni 1986 wurde die Leiche des 23-Jährigen an der Bahnstrecke zwischen Berlin und Dessau in Höhe Borne aufgefunden. MDR-Recherchen ergaben, dass Diogo im Zug auf eine Gruppe Neonazis traf, die ihn zunächst verbal attackierten, auf ihn einschlugen und schließlich an seinen Beinen gefesselt aus dem fahrenden Zug auf die Gleise hängen ließen. Laut Obduktion erlitt Antonio Manuel Diogo eine offene Schädelfraktur mit Zertrümmerung der Schädelbasis sowie schwere innere Verletzungen.[1] Er verstarb an den Folgen der massiven Gewalteinwirkungen noch im Gleisbett.

Den Angehörigen wird bei der Rückführung der Leiche mitgeteilt, dass es sich um einen Arbeitsunfall gehandelt habe und sie den Sarg nicht öffnen sollen. Die weiteren Widersprüche in diesem Fall sind kaum zu übersehen: so wurde in der Akte des Ministeriums für Staatssicherheit (kurz: MfS) vermerkt, dass Diogo aus dem Zug gefallen und überfahren worden sei. Die Volkspolizei ermittelte jedoch die Täter, von denen zwei auch verurteilt wurden, jedoch nach der Wiedervereinigung wieder frei gelassen wurden.

https://initiative12august.de/in-gedenken/aktuelles/

…Van der Heyden bestreitet den mutmaßlich rassistisch-motivierten Mord an Antonio Manuel Diogo. Er tut diesen als „Unfalltod eines alkoholisierten Migranten“[3] ab. Einem guten Freund, des 1986 bei Borne ermordeten mosambikanischen Vertragsarbeiters, unterstellt er eine „erfundene Story“ zu verbreiten, obwohl sich dieser sehr genau auf Hinweise an einen rassistischen Mord durch Neonazis erinnern kann. Er prangert die fehlende Beweislage an und stützt sich in seiner Argumentation allein auf Ermittlungsakten der damaligen Volkspolizei…

“Sie haben meinen Freund, den Antonio Manuel Diogo, zusammengeschlagen. Beide Füße gefesselt. Und dann haben sie seine Körperteile nach unten … ganz langsam, mit dem Seil immer nach unten. Da haben sie genau mit dem Kopf angefangen. Bis sie alles zerstückelt haben.
Ibraimo Alberto, ehem. Vertragsarbeiter”. Forum Deutsche Einheit

https://www.tumult-magazine.net/post/ulrich-van-der-heyden-mit-fake-news-gegen-rechtspopulismus

Ulrich van der Heyden: MIT FAKE NEWS GEGEN RECHTSPOPULISMUS?

Aktualisiert: 11. Dez 2018

Undenkbar, den nächtlichen Unfalltod eines alkoholisierten Migranten kurzerhand zur fremdenfeindlichen Eskalation umzudeuten, selbst Leichen also noch vor den eigenen Gesinnungskarren zu spannen? Nicht für zwei rührige Redakteure des MDR, der auch sonst mit Verve daran zu arbeiten scheint, den ostdeutschen Bundesländern nachträglich jene rassistische Kriminalgeschichte unterzuschieben, die autochthone Abwehrkräfte in regionalem Rahmen ebenso schwächen soll wie es postkoloniale Selbstbezichtigungen auf nationaler und europäischer Ebene bereits erfolgreich leisten.

*

Kann man mit Fake News den Rechtspopulismus abschwächen? Der MDR versucht dies.

In einer TV-Dokumentation des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) wurde im August 2016 nicht zum ersten Mal ein Film über den Einsatz von Vertragsarbeitern aus Ländern der Dritten Welt in Betrieben und Kombinaten der DDR gezeigt. Eigentlich eine gute Idee, könnte doch so langsam das in Deutschland vorherrschende Bild von den angeblich ausgebeuteten und unterbezahlten Vertragsarbeitern (die oftmals mehr verdienten als Angehörige der Funktionselite im ostdeutschen Staat) vom Kopf auf die Füße gestellt werden. An einigen Aussagen der bisher erschienenen Filme – wie kann es anders sein? – waren vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen Einwände angebracht, vor allem dann, wenn die dafür verantwortlichen Journalisten Recherchen vernachlässigten, wie etwa Aussagen von ehemaligen Vertragsarbeitern oder genügend vorhandene schriftliche Quellen aus Archiven nicht zur Kenntnis genommen haben.

Nunmehr, nach mehr als einem Vierteljahrhundert verflossener Zeit seit dem Ende der DDR konnte man auf eine realitätsnahe, den Fakten verpflichtete Darstellung hoffen. Doch weit gefehlt! Dabei wäre eine realistische Schilderung der zeitweiligen Integration von »ausländischen Werktätigen«, wie die Vertragsarbeiter damals hießen, in Betrieben der DDR-Wirtschaft ein wichtiger Beitrag zur Erklärung von der Existenz von in der ostdeutschen Bevölkerung nicht zu bezweifelnden rassistischen Ressentiments, die schon unmittelbar in einigen Regionen nach der Wende in offenen Rassismus umgeschlagen sind, gewesen. Wie so oft in jener Zeit kamen die Anführer und Ideologen aus dem Westen Deutschlands, die im Osten auf eine Menge unzufriedener, von den realen Bedingungen der staatlichen Vereinigung enttäuschter und orientierungsloser Jugendliche trafen und diese zu mobilisieren versuchten. Es hätte etwa nachgezeichnet werden können, wie die alles in allem guten Beziehungen der DDR-Bevölkerung zu den außereuropäischen Vertragsarbeitern, über rassistisch motivierte Gewalttaten nach der deutschen Vereinigung bis zu den heutigen zu beantwortenden Fragen nach der Akzeptanz von Zuwanderung sich wandelten.

Die Filmemacher und ihre Vorgesetzten hatten sich im Jahre 2016 jedoch allen Ernstes die Aufgabe gestellt, nachweisen zu wollen, dass Rassismus und fremdenfeindliche Gewalt in der DDR »stärker verbreitet gewesen« sein sollen, »als bisher bekannt.«[1] Da drängt sich die Frage auf, was war bzw. ist darüber bislang bekannt? Stichhaltige Belege über Rassismus in der DDR konnten auch in dieser TV-Dokumentation, entstanden 25 Jahre nach der deutschen Vereinigung, zwar nicht erbracht, dafür allerdings umso hemmungsloser behauptet werden.

In bekannter Weise wurde mit Vermutungen und Halbwahrheiten von den beiden Filmemachern Christian Bergmann und Tom Fugmann argumentiert, um dem Titel ihrer Dokumentation Nahrung zu geben. Sie stellten in einer Mischung von bekannten Tatsachen, weil schon mehrfach darüber berichtet wurde, gemischt mit reißerisch aufgemachten Fiktionen vier Fälle von Tötungsdelikten an zu Zehntausenden in der DDR präsenten Vertragsarbeitern dar. Damit sollte vor allem nachgewiesen werden, dass sich die Regierung in Ostberlin angeblich bemüht hatte, diese Tatsachen zu vertuschen, was dann zu der Behauptung »Schuld ohne Sühne« führte. Jedoch Belege, etwa in Form von überprüfbaren Dokumenten, werden den Zuschauern des Films nicht angeboten. Lediglich aus dem Zusammenhang gerissene Ausschnitte aus Schriftstücken werden kurz eingeblendet, die in Archiven nicht nachweisbar sind. Es wird aus Dokumenten zitiert, die in den Archiven nicht auffindbar sind.

Einige der in der Reportage angesprochenen Straftaten, die zum Tode von jungen kubanischen Vertragsarbeitern in der DDR führten, deren Untersuchung sich die Journalisten zur Aufgabe gestellt hatten, werden von der Wissenschaft nicht in Abrede gestellt und jede einzelne ist nicht nur strafrechtlich (was auch geschehen ist!), sondern auch moralisch zu verurteilen. Jedoch sei die Frage erlaubt, wenn es drei oder vier solche Fälle zu Zeiten der DDR gegeben hat, warum werden nicht – weder in dieser noch in kaum einer anderen TV-Sendung – andere Fälle des Umgangs der DDR-Bürger mit Ausländern, von denen viele sich noch heute dankbar daran erinnern, geschildert, etwa solche, in denen Ausländer in deutschen Familien Aufnahme fanden oder in sonstiger Weise Hilfe erhielten? Unter den fast 17 Millionen DDR-Bürgern dürften von Menschen mit dieser Einstellung weitaus mehr zu finden gewesen sein als solche Kriminelle, die Gewalt gegen ausländische Mitbürger anwandten. Und wo der Eindruck zwangsläufig entsteht, dass die Bevölkerungsmajorität dies akzeptiert.

In der Fernsehdokumentation wird nicht oder bestenfalls am Rande auf die Hintergründe, Ursachen und Anlässe solcher Straftaten eingegangen. Eigentlich sollte man solche Hintergrundinformationen erwarten können, denn immerhin wird in der zur Diskussion stehenden Sendung mit dem Begriff Rassismus geradezu inflationär umgegangen. Aber waren es wirklich rassistisch motivierte Angriffe? Haben sich die Täter aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Geburt, ihrer Herkunft den Anderen, Fremden, den Angegriffenen auf den Tanzflächen oder vor den Diskotheken, wo die meisten Schlägereien von der Polizei aufgenommen wurden, aufgrund ihrer »Rasse« überlegen gefühlt? Wollten sie wirklich ihre angebliche Überlegenheit durch Gewalt demonstrieren? Oder war es doch anders? Denn nach dem bekannten Rassismus-Forscher Albert Memmi ist Rassismus »die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.«[2] Aber war dies der Fall bei Schlägereien auf der Tanzfläche oder nach starkem Alkoholkonsum?

Handelte es sich also in den meisten der heute in der »Aufarbeitungsliteratur« und »-publizistik« oder auch in journalistischen Fernsehdokumentationen herangezogenen Fällen von Gewalt gegenüber Ausländern in der DDR-Gesellschaft nicht vielmehr um »ganz normale« Schlägereien auf Tanzveranstaltungen zumeist in Dörfern und Kleinstädten, wo diese auch ohne Ausländer zwischen männlichen Jugendlichen aus verschiedenen Ortschaften nicht selten vorkamen? Waren die deutschen Jugendlichen die alleinigen Auslöser der Keilereien, bei denen die aus anderen Kulturen kommenden jungen Männer schnell mit dem Messer in der Hand dabei waren? Provozierte das nicht wiederum die andere Seite? Statistische Übersichten der staatlichen Organe der DDR sagen da nämlich im Gegensatz zu den Kommentaren in der TV-Dokumentation etwas ganz anderes aus, etwa dass in den ersten neun Monaten des Jahres 1987 allein von mosambikanischen Vertragsarbeitern 45 vorsätzliche Körperverletzungen, 4 Vergewaltigungen, je 1 Fall von Rowdytum bzw. Raub, 4 Verkehrsunfälle, 10 sonstige Rechtsverletzungen wie Widerstand gegen Polizei, Beleidigung, Diebstahl u. a. ausgingen. Im gleichen Zeitraum ereigneten sich „zum Nachteil mosambikanischer Bürger« 28 vorsätzliche Körperverletzungen, 5 Fälle von Rowdytum, 4 Beleidigungen wegen Zugehörigkeit zu einer anderen Nation oder Rasse, 5 Fälle des Raubes, 3 sonstige Rechtsverletzungen.[3] Wenn auf die Anlässe und Hintergründe von solchen Gewalttaten, wie die in dem Film geschilderten, nicht eingegangen wird, läuft die gesamte Argumentation über angeblich rassistisch motivierte Vorfälle ins Leere.

In der hier zur Diskussion stehenden TV-Dokumentation der relativ jungen Filmemacher wird der Mord an einem mosambikanischen Jugendlichen in Staßfurt reißerisch geschildert, der von einem vorbestraften deutschen Kriminellen verübt worden war. Der Fall war sowohl in der zeitgenössischen regionalen Öffentlichkeit als auch später in der internationalen Fachliteratur durchaus bekannt, dennoch wurde in der TV-Reportage unter anderem die obskure Behauptung aufgestellt, dass der Vorfall in der DDR »offiziell verschwiegen« werden sollte. Geradezu spannend wäre es zu erfahren, ob die »Gewalttaten« auch inoffiziell hätten verschwiegen werden können. Der Vorfall wurde in der betreffenden Region damals sehr wohl ausgewertet und es existieren darüber Dutzende von Akten. Die beiden Filmemacher, die anscheinend nicht viel von Recherche halten, sollten doch einmal erklären, wie ein »Verschweigen« möglich gewesen ist, wenn bereits unmittelbar nach der Tat etwa 650 mosambikanische Lehrlinge aus der »Schule der Freundschaft« über den Tod ihres Kameraden informiert wurden und sodann die in der Region Verantwortung tragenden Funktionsträger, wie Polizisten, Lehrer, kommunale Verwaltungsmitarbeiter, Mitglieder von Parteien und Gewerkschaften, Vertreter von Betrieben, in denen die Mosambikaner ihre Berufsausbildung erhielten, Mitglieder der Jugendklubs und Sportstätten etc.[4] Kann man die Vorhaltungen der Filmemacher nach einem angeblichen Verschweigen der kriminellen Tat noch bei gutem Willen zu entschuldigen versuchen, weil die überregionale Presse hierüber nicht berichtete, so ist es vollkommen unverständlich, wenn dann noch ein dritter Aufguss der Reportage im November 2017 im MDR mit den gleichen Fake News gesendet wurde. Nunmehr wussten die Journalisten sogar, dass damals in der DDR der »Vorfall nur kurz thematisiert« worden sein sollte. Dann jedoch »verordnete man Schweigen«. Das Gegenteil war in der Region indes der Fall. Zudem drängt sich die Frage angesichts dieser Feststellung auf, wer wem Schweigen geboten haben soll. Belege konnten dafür nicht erbracht werden. Wer die DDR-Verhältnisse kennt, und dies sollte man bei Journalisten und Historikern, die sich mit deren Geschichte befassen, voraussetzen, wird nicht überrascht sein, dass über Gewaltverbrechen nichts oder kaum etwas in den überregionalen Zeitungen des ostdeutschen Staates zu lesen war, und können die gekünstelte Empörung hierüber nicht verstehen.

Da der Täter schon bald nach der Tat ausfindig gemacht und verhaftet worden war und dies den in der Region Verantwortung Tragenden sowie den Mitschülern des Getöteten mitgeteilt worden ist, sind deren Empörung und Wut und Rufe nach Rache verständlich. Die Funktionäre in Staßfurt hatten dann auch Mühe, den jungen Mosambikanern zu erklären, dass ein Tötungsdelikt nach DDR-Rechtsordnung nicht nach dem Prinzip »Gleiches mit Gleichem« geahndet werden kann.[5]

Auffallend ist neben dem Verschweigen derjenigen Hintergrundinformationen, die das Verhältnis der DDR-Bevölkerung zu Ausländern realistischer hätten darstellen können und die insbesondere mehr Licht in einen solchen Tatvorgang gebracht hätten, darüber hinaus die Tatsache, dass ganze Themenbereiche ausgeschlossen bleiben. So etwa wenn deutsche Jugendliche bei tätlichen Auseinandersetzungen schwer verletzt oder gar zu Tode gekommen sind. Ein solcher »Abgleich« des historischen Kontextes gehört jedoch zu einer ausgewogenen Berichterstattung vor allem von sensiblen politisch relevanten Themen. Ein Verschweigen von Tatsachen hat sich schon immer bei der Akzeptanz von bildungspolitischen Aufträgen, die ja öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten haben, als kontraproduktiv erwiesen.

Die Auswertung der Akten zu einer schwerwiegenden Auseinandersetzung nach einer Tanzveranstaltung mit einem Toten ergab beispielsweise, dass, wie bei allen ähnlich bekannt gewordenen kriminellen Handlungen, die Polizei sofort ermittelte und den Tathergang rekapitulierte. So stellte die Polizei in einem Fall am 19. Juni 1988 fest, als es zwischen Afrikanern und Einheimischen zu Schlägereien gekommen war, dass diese von zwei jungen deutschen Arbeitern provoziert worden waren, weil sie die ausländischen Jugendlichen beleidigt hatten. Schon »in der Vergangenheit (waren sie, die deutschen Jugendlichen – UvdH) durch rowdyhaftes Verhalten in Erscheinung getreten«, heißt es im Bericht der Stasi. Gegen die Anstifter wurde Anklage erhoben wegen »Rowdytum« und »Beleidigung wegen Zugehörigkeit an einer anderen Rasse oder Nation«[6] und verurteilt. Was ist aber mit dem mosambikanischen Totschläger geworden? Wurde er verurteilt? Musste er in seine Heimat zurückkehren und hat er dort einen Prozess erhalten? Oder kam er in der DDR vor Gericht? Über diese und ähnliche Fakten breiten die Journalisten den Mangel des Schweigens. Für investigative Journalisten sind das doch eigentlich interessante Fragen!

Solche verdrängten und vertuschten Taten haben noch eine andere Dimension, der man nachgehen könnte, statt Rassismus zu wittern, wo es keinen gab. Vor allem der Einsatz von Stichwaffen trug dazu bei, dass sich rassistische Ressentiments verbreiteten oder verfestigten. Denn Stichwaffen kamen traditionell bei Schlägereien auf Tanzböden und vor Gaststätten unter den einheimischen Jugendlichen kaum zur Anwendung.

Selbst in westdeutschen Zeitungen war man damals der Realität näher gekommen als in der MDR-Dokumentation. Denn diese berichteten, dass die Ursache für Prügeleien »oft derselbe Anlass wie Wirtshausprügeleien auf der ganzen Welt … (seien): Streit um Mädchen, zu reichlich genossener Alkohol.«[7] Und ehemalige mosambikanische Vertragsarbeiter selbst, wie Julio Mussane, antwortete auf eine Frage nach erlebter fremdenfeindlicher Gewalt: »Nein, während der DDR-Zeit haben wir nichts von Fremdenhass oder Rassismus gespürt. Wir brauchten keine Angst zu haben. Wir konnten damals auch nachts ohne Angst mit dem Zug in andere Städte reisen und wurden, egal wo wir auch waren, niemals bewusst rassistisch angegangen. Natürlich gab es auch Auseinandersetzungen, insbesondere in Diskos, wo es dann auch zu Schlägereien kam. Da ging es aber um die Mädchen, bei denen wir ganz gut ankamen, was uns die deutschen Jungs aber nicht gönnten[8]

Da solche Meinungen über Selbsterfahrungen von ehemaligen Vertragsarbeitern von Journalisten zumeist nicht zu Kenntnis genommen werden, hier noch ein Zitat eines »Ehemaligen« auf eine Frage nach erlebtem Rassismus: »Wenn ich diese Frage ins Verhältnis zur heutigen Situation stelle, dann muss ich eindeutig sagen, nein – mit Fremdenhass und Rassismus wurden wir nicht konfrontiert. Natürlich gab es hin und wieder Auseinandersetzungen mit deutschen Jugendlichen, da spielten aber meistens der Alkohol und das Werben um die Mädchen eine große Rolle. Ich hatte den Eindruck, dass sich die DDR-Regierung sehr mühte, um solche Konfrontationen zu vermeiden.«[9]

Solche erklärenden Stellungnahmen von denjenigen zeitweilig in der DDR lernenden und arbeitenden Afrikanern passen natürlich nicht in die ideologische Voreingenommenheit der MDR-Journalisten. Man verschwieg lieber durchweg die Meinungen der Betroffenen. Schon die Anmoderation des erwähnten Films des MDR hatte schon die Aussage- und damit die gewünschte Denkrichtung für die Zuschauer festgelegt: Die Ausländer seien von der DDR-Führung angeworben worden, heißt es dort. So etwas hat es jedoch nie gegeben. Die DDR-Regierung kam vielmehr den Bitten der Regierung Mosambiks zur Aufnahme und Ausbildung junger Menschen entgegen. Es kommt in der Anmoderation dann noch dreister: Angeblich hätte es »mehrere tausend Vorfälle« gegeben, die zu »tausenden Verletzten und sogar Todesopfern« geführt hätten. Exakte Belege der Behauptung sowie konkrete Ursachenforschung der belegbaren Fälle sind sowohl bei einem interviewten nicht gerade für seriöse Forschungen bekannten »Fachmann«, als auch bei den Filmemachern, die ihn zum Interview luden, offensichtlich unbekannt.

Schon andere, jedoch weitaus seriösere Untersuchungen sind Angriffen auf oder vereinzelten Tötungsdelikten von Ausländern in der DDR, wie dem erwähnten in Staßfurt, nachgegangen. Eine Bildungsforscherin, die insbesondere in der sachsen-anhaltinischen Kleinstadt recherchiert hatte, kommt nach Befragungen von Absolventen und Pädagogen aus Mosambik, die jahrelang in Staßfurt gelebt haben, zu der Schlussfolgerung, »dass sie sich in der DDR nicht rassistisch abgelehnt oder gar bedroht gefühlt haben«[10]. Das hat Bergmann und Fugmann allerdings nicht interessiert. Im Gegenteil, sowohl die von ihnen vor die Kamera Gestellten als auch ihre Kommentare konnten nicht darlegen, ob die im Film geschilderten Straftaten durch rassistische Überheblichkeit motiviert waren oder als kriminelle Handlungen zu bezeichnen sind. Nicht einmal die Frage wurde aufgeworfen. Wenn es mehr als die im Film geschilderten vier gewaltsamen Todesfälle gegeben hätte, wären sie sicherlich in den Akten des MfS vermerkt worden. Weder dort noch anderswo sind sie jedoch zu finden.

Die im MDR zuerst gezeigte Version der Dokumentation, die in reißerischer Weise Rassismus in der DDR belegen wollte, muss den Programmmachern der ARD so gut gefallen haben, dass dort unter dem Titel Schatten auf der Völkerfreundschaft eine weitere und erweiterte Reportage am 10. April 2017 nachgereicht wurde. Ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang! Ansonsten gilt die Devise: »Gesendet ist gesendet!« Was mögen wohl die Beweggründe für die ARD-Verantwortlichen gewesen sein? Jedenfalls wurden mit der Extra-Story des MDR noch ein weiteres Mal Fantasie-Geschichten als Realität ausgegeben und fanden dennoch auch in anderen Fernsehanstalten ein warmes Sendeplätzchen.

Einige Monate nach der ersten MDR-Ausstrahlung leitete übrigens die zuständige Staatsanwaltschaft in Halle (Saale) eine Überprüfung des im Film geschilderten Falles der Tötung eines Vertragsarbeiters ein. Jene kam aber zu einer anderen Schlussfolgerung, als es die Filmemacher gern hätten. Es gibt absolut keinen Grund, warum die ermittelnde Staatsanwaltschaft bei einer Jahrzehnte zurückliegenden Tötungstat etwas verschweigen sollte. Jedoch besteht die sehr wahrscheinliche Vermutung, dass sie gründlicher recherchiert hat als die Journalisten. Diese sprechen in ihrem Film weiterhin dreist von einem Mordverdacht, den sie jedoch nicht belegen können. Neue Ermittlungen lehnt die Staatsanwaltschaft auch selbstverständlich ab: »Das Verfahren ist damals durch die DDR-Behörden eingestellt worden. Wir haben es aus heutiger Sicht erneut geprüft mit dem Ergebnis: Wir sehen keinen Anfangsverdacht auf einen Mord. Mithin habe ich auch keine Veranlassung, hier irgendwelchen Personen hinterherzulaufen«, sagte Staatsanwalt Klaus Wiechmann im Interview für die Dokumentation unter dem Titel Schatten auf der Völkerfreundschaft, den man gern mit allen Mitteln herbeifabulieren möchte.

Am Ende der TV-Dokumentation Schuld ohne Sühne, die sich explizit mit den vier Todesfällen von Vertragsarbeitern (nicht mit jenen etwas einen Dutzend Fällen, die durch Auseinandersetzungen untereinander zu verzeichnen waren oder wo deutsche Jugendliche die Opfer waren) beschäftigt, kommt ein in Stuttgart geborener Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, europäisches Strafrecht und neuere Rechtsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin ausführlich zu Wort, wenngleich nicht bekannt ist, dass er zur Rechtsgeschichte der DDR jemals gearbeitet oder publiziert hat, sondern vor allem zum Umweltstrafrecht. Er schließt sich der Kritik der Filmemacher über die Entscheidung der Hallenser Staatsanwaltschaft an und verbindet diese mit einem gewaltigen Rundumschlag, wenngleich ihm bekannt sein müsste, dass die wenigsten Mitarbeiter in den ostdeutschen Staatsanwaltschaften aus dem Osten kommen: »Leider hat man in der Tat den Eindruck, dass die Staatsanwaltschaften in den neuen Bundesländern (die vor allem mit westdeutschen Juristen besitzt! – d. V.) hier etwas Manschetten haben, dass sie sehr vorsichtig an die Themen herangehen. Und das ist natürlich sehr schade, zumal es um Ausländerfeindlichkeit geht und gerade Rassismus ja nun in der deutschen Geschichte generell ein Problem ist. Rassistisch motivierte Tötungen … sind ein riesen Problem. Aber umso wichtiger wäre, dass man für alle Phasen der deutschen Geschichte, soweit man noch Anhaltspunkte hat und soweit man noch Personen verfolgen kann, diese auch verfolgt. Das heißt auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR

*

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist ebenfalls der von Bergmann und Fugmann spektakulär aufgemachte und mit Statisten nachgestellte Todesfall eines Mosambikaners in der Nacht vom 29. zum 30. Juni 1986 während einer Eisenbahnfahrt im Bezirk Halle. Es wird suggeriert, dass Rechtsextremisten daran schuld gewesen wären. Trotz damaliger intensiver polizeilicher Untersuchungen konnte jedoch ein Tötungsdelikt nicht festgestellt werden, ja nicht einmal Rechtsextremisten konnten ausfindig gemacht werden, die damals laut fiktiver Story des MDR im Zug gewesen sein sollen. Einen Mordvorwurf hatte damals niemand erhoben, weder die Kameraden des Getöteten noch Vertreter der mosambikanischen Botschaft oder sonst jemand. Aber nunmehr die beiden genannten Journalisten! Vor einer Kamera des MDR-Fernsehteams nach etwa dreißig Jahren gestellt, wusste ein Mosambikaner, der kein Augenzeuge war, ausführlich Einzelheiten über den tragischen Tod zu berichten. Er sprach davon, dass der später zwischen den Schienen gefundene Leichnam zu einem Mosambikaner gehörte, der an den Beinen an einem Strick hinter dem Zug her zu Tode geschleift worden sei. Nach der Ausstrahlung der Fernsehreportage bei ihm persönlich nachgefragt, konnte er nur zugeben, er habe gehört, dass … Für die Filmemacher war dies indes kein Grund, solche ausgedachten Phantasien zu prüfen und im Zweifelsfall nicht zu senden.

Überhaupt scheint der vor der Kamera interviewte Freund des Getöteten keine klaren Erinnerungen mehr zu besitzen. In einem späteren Interview sagte er nämlich aus, dass er mit seinem Freund Manuel Diogo zuvor in Berlin den Tierpark besucht und ihn dann zum Bahnhof gebracht hätte.[11] Die polizeilichen Ermittlungen haben jedoch ergeben, dass Diogo am 29. Juni in Dessau eine Diskothekveranstaltung in der Gaststätte Stadtgarten besucht hat.[12] Einen Grund hier nachzufragen, sahen die Filmemacher auch jetzt noch nicht.

Wie ungeprüft, weil als Wahrheit aufgefasst, solche fiktiven Geschichten von Journalisten aufgenommen und verbreitet werden, macht ein späterer Artikel in der Leipziger Volkszeitung deutlich, wo beklagt wurde, dass der angebliche Mordfall »in der Öffentlichkeit … nicht erwähnt« worden ist.[13] Wo nichts gewesen ist, kann darüber freilich auch nicht berichtet werden.

Einschlägige Archiv-Recherchen haben jedoch ergeben, dass der Mosambikaner Manuel Diogo vor seinem Tod »umfangreich Alkohol zu sich« genommen hatte, dann – so bestätigten vier andere Mosambikaner – im Zug eingeschlafen sei. Er hätte deshalb den Ausstieg auf dem Bahnhof – nicht zum ersten Mal – verfehlt und sei entweder schon beim Sturz oder dann, als er auf den Schienen zu Fuß gegangen ist, von einem sich schnell nähernden D-Zug erfasst und überrollt und mitgeschleift worden. Außerdem hätten polizeiliche Ermittlungen ergeben, dass sich anscheinend keine deutschen Jugendlichen im Zug aufhielten. So konstatierte das MfS: »Hinweise auf Auseinandersetzungen mit anderen Personen liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor.«[14] Warum werden aber dann in der TV-Dokumentation Szenen nachgestellt, die zeigen sollen, dass der Mosambikaner angegriffen und aus dem Zug geworfen worden sein soll? Das Ergebnis der polizeilichen Untersuchung lautete vielmehr: »Hinweise auf (eine) Straftat liegen nicht vor«.[15] Das ist allerdings für die Filmemacher kein Grund, nicht das Gegenteil, ausgeschmückt mit ihren dramatisierten Visionen, zu behaupten.

Die TV-Dokumentation weist auch ansonsten eine Reihe von Manipulationen auf, die den Zuschauer fragen lassen, wofür seine Steuergelder ausgegeben werden. So kommt ausgerechnet der Pressechef der RENAMO, Antonio Muchanga, also ein führendes Mitglied der Partei, die Millionen Menschen in Mosambik grausam ermordet, vertrieben oder mit heute kaum vorstellbaren Grausamkeiten drangsaliert hat und vor der viele der jungen Mosambikaner geflohen sind und in der DDR aufgenommen worden waren, in dem Film zu Wort und fordert »als Landsmann der zu Tode Gekommenen« im Namen der Familien und Hinterbliebenen eine lückenlose Aufklärung der Todesfälle der zwei Mosambikaner in der DDR. Scheinheiliger – und die wirklichen Verbrechen jener Zeit verharmlosender – geht es nicht!

Es sei noch einmal betont, dass jeder Todesfall in der Geschichte, auch nach einem Vierteljahrhundert, journalistisch untersucht werden kann und sollte. Jedoch seriös und nicht manipulativ. Und ein bisschen Verständnis für Geschichte sollte man bei solchen Untersuchungen mitbringen. Was dem Fernsehzuschauer jedoch geboten wurde, war Journaille in Reinkultur. Mit Reisemitteln der öffentlich-rechtlichen Sender ausgestattet, reiste das Team nach Mosambik und erzählte der alten Mutter und der Familie des Getöteten ihre ausgedachte Story. Die Kamera hielt voll drauf: Es sollte wohl das Mindeste sein, dass sich die beiden Fake News verbreitenden Journalisten und der Sender MDR bei der Mutter, der Familie, den mosambikanischen Kameraden, den deutschen Kollegen und den Fernsehzuschauern entschuldigen.

Inzwischen gibt es vonseiten einiger Mosambikaner die Idee, dass der Mutter und der Familie die Wahrheit über die Todesumstände des Sohnes und Bruders mitgeteilt werden sollen. Ein mosambikanischer Filmemacher zeigt sich von ehemaligen Vertragsarbeitern, die eine andere Realität in der DDR erlebt haben als in der MDR-Doku dargestellt, aufgerüttelt und nunmehr daran interessiert, die Überbringung der Nachricht über die wahren Umstände des Todes zu filmen. Ob dieser Film dann auch vom MDR gesendet wird?

*

[1] »Vertuscht und verdrängt. Warum starben Vertragsarbeiter in der DDR?«, MDR, 17.08.2016; noch einmal ausgestrahlt als in Schuld ohne Sühne, MDR, 17.11.2017, danach noch einmal in arte.

[2] Memmi, Albert: Rassismus, Frankfurt am Main 1987, S. 164.

[3] BStU: MfS, HA VII, Nr. 2752: Information des Miniteriums: »Vorkommnisse mit Bürgern der Volksrepublik Mocambique, die gemäß Regierungsabkommen in der DDR tätig sind, im Zeitraum vom 1.01. bis 30.09.1987«.

[4] Vgl. BStU: MfS, HA XVIII, Nr. 26643, Bl. 1-8.

[5] Vgl. BStU: MfS, HA VIII, Nr. 26643, Bl. 5.

[6] BStU: MfS, HA II, Nr. 27433: »Information zur Konzentration von Vorkommnissen unter Beteiligung mocambiquanischer Werktätiger in der DDR«, Juni 1988, Bl. 2.

[7] Dose, Dieter: In der »DDR« nimmt der Ausländerhaß zu, in: Die Welt, 26.08.1988.

[8] Mussane, Julio: Es war immer jemand da, der half, Probleme zu lösen, in: van der Heyden, Ulrich/Semmler, Wolfgang/Straßburg, Ralf (Hrsg.): Mosambikanische Vertragsarbeiter in der DDR-Wirtschaft. Hintergründe – Verlauf – Folgen, Berlin/Münster 2014, S. 229.

[9] Reis, José: Keine leichten Lebensumstände in der DDR, in: van der Heyden, Ulrich/Semmler, Wolfgang/Straßburg, Ralf (Hrsg.): Mosambikanische Vertragsarbeiter…, a.a.O., S. 235.

[10] Schuch, Jana: Mosambik im pädagogischen Raum der DDR. Eine bildungsanalytische Studie zur »Schule der Freundschaft« in Staßfurt, Wiesbaden 2013, S. 31.

[11] Kleindienst, Jürgen: Erinnerungslücke – Vor 32 Jahren wurde Antonio Manuel Diogo ermordet, in: Leipziger Volkszeitung, 2.07.2018.

[12] BStU: MfS, BV Halle, KD Roßlau, Nr. 8658, Bl. 5–6.

[13] Kleindienst, Jürgen. Erinnerungslücke…, a.a.O.

[14] BStU: MfS, BV Halle, Abt. XIX, Nr. 1115: »Information über den Tod eines mocambiqueanischen Staatsbürgers«, 3.07.1986, Bl. 52.

[15] Ebenda, Bl. 51.

*

Über den Autor:

Ulrich van der Heyden (Jg. 1954) ist Historiker und Politikwissenschaftler in Berlin und Gastprofessor an der University of South Africa in Pretoria. Zitiert aus “TUMULT”

-

Der Krimi “Morduntersuchungskommission” von Max Annas – basiert er auf Fakten oder auf Lügen, fragen sich viele.

Der Amazon-Text zum Buch:

“Von Krimipreisträger Max Annas: Der erste große Kriminalroman, der in der DDR spielt. An einer Bahnstrecke nahe Jena wird 1983 eine entstellte Leiche gefunden. Wie ist der junge Mosambikaner zu Tode gekommen? Oberleutnant Otto Castorp von der Morduntersuchungskommission Gera sucht Zeugen und stößt auf Schweigen. Doch Indizien weisen auf ein rassistisches Verbrechen. Als sich dies nicht länger übersehen lässt, werden die Ermittlungen auf Weisung von oben eingestellt. Denn so ein Mord ist in der DDR nicht vorstellbar. Also ermittelt Otto Castorp auf eigene Faust weiter. Und wird dabei beobachtet. Ein eminent politisches Buch nach einem historischen Fall.”

“Der Fall, um den es geht, hat ein reales Vorbild; Annas verlegt allerdings Zeit und Ort. Im Juni 1986 wurde der Vertragsarbeiter – so bezeichnete man in der DDR Menschen aus den sogenannten sozialistischen Bruderländern, die für ein paar Jahre in Ostdeutschland niedere Arbeiten verrichten mussten – Manuel Diogo aus Mosambik am Rand der Bahnstrecke zwischen Ost-Berlin und Dessau tot aufgefunden, die Leichenteile über Kilometer entlang der Gleise verteilt. Ein Hassverbrechen, begangen von Neonazis, das zwar teilweise aufgeklärt wurde, aber erst nach dem Ende der DDR an die Öffentlichkeit gelangte.” DER SPIEGEL. https://www.spiegel.de/kultur/literatur/morduntersuchungskommission-von-max-annas-ottonormalpolizist-ost-a-1280477.html.

Perlentaucher: https://www.perlentaucher.de/buch/max-annas/morduntersuchungskommission.html

-

DIE ZEIT:https://www.zeit.de/2019/34/morduntersuchungskommission-max-anna-krimi-rezension.

 https://literaturkritik.de/max-annas-morduntersuchungskommission,25951.html.

Viele weitere Kritiken/Rezensionen gleicher Aussage

SteinmeierErfurt2

 

Ex-Geheimdienst-Koordinator Steinmeier(SPD)  in Erfurt 2017 und die fehlende Positionierung zum Mosambik-Fall:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2017/12/05/deutscher-bundespraesident-steinmeierspd-am-5-12-2017-in-erfurt/

MosambikGrajek2

 

MosambikGrajek3

 

MosambikGrajek4

 

MosambikGrajek5

Ausriß. Wie die DDR und die BRD in Mosambik agierten. 

Die Aufdringlichkeit der Sinne

Vom machtgeschützten Verlust der gesellschaftlichen Sehkraft – Oskar Negt(2000)

“Der Verlust jener in sinnlicher Erfahrung begründeten Urteilsfähigkeit der Menschen hat in unserem Jahrhundert für viele Menschen tödliche Folgen gehabt. Das Wegsehen, die machtgeschützte Sinnenblindheit, wenn Menschen verfolgt und getrieben, vergewaltigt und öffentlich gequält werden – das gehört nicht der Vergangenheit an.”

Wie war das mit dem Attentat von Unango?

Mosambik-Dossier 1:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2019/12/28/1984-wurden-in-mosambik-acht-ddr-helfer-ermordet-darunter-auch-thueringer-manfred-grunewald-laesst-die-erinnerung-daran-nicht-los-die-westdeutsche-thueringer-allgemeinefunke-medienkonzern-esse/.

http://www.hart-brasilientexte.de/2019/04/24/mosambik-dorothea-graefin-razumovsky-bnd-und-kindersoldaten-letzte-hoffnung-am-kap-deutsche-verlags-anstalt-stuttgart-explosive-informationen-zu-denen-maasspd-steinmeierspd-etc-lieber/.

Mosambik-Dossier 2: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/03/mosambik-dossier-2-die-ermordeten-ddr-entwicklungshelfer-das-kriegsbuendnis-nato-der-bnd/.

Moz1

Ausriß Thüringer Allgemeine 2019, Manfred Grunewald – Frauenprießnitz.

GrunewaldPorträt

 

AfD-Pegida, ostdeutsche Systemkritiker als Schwerpunkt deutscher/westlicher Geheimdienste, besonders im Wahlkampf 2019. Die BND-Trilogie des ostdeutschen Bestsellerautors Hartmut Mechtel: 1. Der unsichtbare Zweite” (GLAUSER / Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur) 2. “Das Netz der Schatten” 3. “Die Spitze des Kreises”. BND & Kindersoldaten in Mosambik – warum die ostdeutschen Kirchen dazu schweigen:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2019/02/16/afd-pegida-ostdeutsche-systemkritiker-als-schwerpunkt-deutscherwestlicher-geheimdienste-besonders-im-wahlkampf-2019-die-bnd-trilogie-des-ostdeutschen-bestsellerautors-hartmut-mechtel-1-der-unsi/

Der zweite BND-Thriller von Hartmut Mechtel, Argument-Verlag Berlin-Hamburg (Mocambique-Teil auf Seite 120):

MechtelNetzSchatten1

“Das Netz der Schatten”:https://www.amazon.de/Das-Netz-Schatten-Hartmut-Mechtel/dp/3886199169. …Meist überfielen sie Dörfer und haben Zivilisten umgelegt. Bauern, ihre Frauen und Kinder. Das war eine so blutrünstige Bande, daß ich es nicht aushielt. Ob sie wirklich eine Million Menschen umgebracht haben, weiß ich nicht. Vielleicht waren es mehr, vielleicht auch bloß die Hälfte. Das ist nicht wichtig. Wichtig ist, daß wir sie unterstützt haben…(Mocambique-Teil)

MechtelMocambique1

Ausriß. “…unsere diensteigenen Mörder…”

Westliche Ölinteressen und der kalte/heiße Krieg. Gerd Bonk, ostdeutscher Geophysiker, Mosambik-Experte. (Mosambik-Dossier 3):http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/10/westliche-oelinteressen-und-der-kalteheisse-krieg-gert-bonk-ostdeutscher-geophysiker-mosambik-experte-mosambik-dossier-3/

Regime Change in der DDR und die Rolle westlicher Geheimdienste, deren Terroranschläge, Sabotageakte, Destabilisierungsstrategien. Die 550-Seiten-Studie von Enrico Heitzer – Nitroglyzerin für die offizielle westdeutsche Geschichtsschreibung über die DDR. “Die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit(KgU). Widerstand und Spionage im Kalten Krieg 1948-1959.” Viele Nazi-Verbrecher, SS-Leute in der CIA-finanzierten KgU:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/10/17/regime-change-in-der-ddr-und-die-rolle-westlicher-geheimdienste-deren-terroranschlaege-sabotageakte-destabilisierungsstrategien-die-550-seiten-studie-von-enrico-heitzer-nitroglyzerin-fuer-die-of/

Grimme-Preis und Lügen?

Im Theater von Aalen liest Albertos neue Partnerin Julia Oelkers aus dem Buch vor:

“Journalistin Julia Oelkers liest aus Ibraimo Albertos Buch “Ich wollte leben wie die Götter”. Begleitet wird sie musikalisch von Daniel Bachmann. Ibraimo Alberto wurde in Mosambik geboren, ist dort noch während der Kolonialzeit aufgewachsen, erkämpft sich das Recht, zur Schule zu gehen, wandert in die DDR aus und ist dort rassistischen Anfeindungen ausgeliefert. Nach der Lesung geht Ibraimo Alberto mit dem Publikum ins Gespräch. Der Eintritt ist frei.”https://bruderland.de/background/impressum/

2020 erhält der Beitrag “Eigensinn im Bruderland” den Grimme-Fernseh-Preis – zu sehen ist darin der Lebenspartner Ibraimo Alberto von Co-Autorin Julia Oelkers. Sogar die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und die Superillu machen mit:https://www.einheitspreis.de/Einreichungen/eigensinn-im-bruderland/.

Julia Oelkers, Ibraimo Alberto und der Grimme-Preis: https://www.grimme-online-award.de/2020/nominierte/n/d/eigensinn-im-bruderland/

IbraimoGrimmepreis20

Ausriß:https://www.grimme-online-award.de/2020/preistraeger/p/d/eigensinn-im-bruderland-1/

https://bruderland.de/episodes/ende-der-freundschaft/.

Julia Oelkers und Ibraimo Alberto – sogar von der Rosa-Luxemburg-Stiftung der Linkspartei gefördert:https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/RMPXC/madgermanes-diese-deutschen?cHash=2c9c774b918fa520e4370944b71cb8a9.

Version 1:https://archive.org/details/Rassistische-Vorfaelle-in-der-DDR_ARD_2017

ARD-Doku von 2017, “Schatten auf der Völkerfreundschaft”, rund eine Dreiviertelstunde lang. Darin heißt es:”…Julio Goncalo Braga war ab 1984 fünf Jahre lang mosambikanischer Botschafter in Ostberlin. Und er bestätigt uns: Manuel Diogo wurde ermordet. `Die zuständigen Regierungsoffiziellen der DDR informierten uns über den Sachverhalt und entschuldigten sich bei uns, daß soetwas passiert wäre. Soetwas sei nicht normal`…Der Botschafter wurde informiert, bei den Tätern habe es sich um Neonazis gehandelt. Für ihn damals nichts Neues…Neonazis töten brutal einen mosambikanischen Staatsbürger. Es kommt zum Prozeß. Die Strafen fallen lächerlich gering aus. `Ja nao me lembro…Ich glaube, einige wurden für zwei bis fünf Jahre verurteilt.`…”

Das Kuriose, Auffällige – just jene entscheidenden Sätze zur Tötung werden nicht im O-Ton wiedergegeben, sondern nur in indirekter Rede. Und handelt es sich hier um eine Falschübersetzung? Der Botschafter sagt: “Ja nao me lembro” – ich erinnere mich nicht mehr. Doch im MDR-Beitrag heißt es: “Ich glaube…”

Nun stellt sich die Frage – wo sind die Prozeßakten, warum wurden die der Öffentlichkeit noch nicht präsentiert? Und wie paßt das zu den Angaben von Max Annas? Wenn es einen Abschlußbericht der mosambikanischen Botschaft zu dem Fall gibt, müßte in dem alles stehen, auch zum Prozeß gegen die Täter. https://archive.org/details/Rassistische-Vorfaelle-in-der-DDR_ARD_2017

DiogoBraga1

Ausriß. Laut ARD-Version von 2017 wurde dem Botschafter damals direkt bestätigt, daß Manuel Diogo durch DDR-Rechtsextremisten ermordet wurde, diese sogar vor Gericht gestellt, verurteilt werden. Pedro Taimo aus dem Arbeitsministerium von Mosambik sagt davon nichts…

Version 2 – Juni 2020: “Pedro Taimo war für die mosambikanischen Vertragsarbeiter in der DDR zuständig…`Die Staatssicherheit der DDR und andere Behörden, mit denen wir in Kontakt standen, haben uns nie direkt bestätigt, daß es sich um ein Tötungsdelikt durch Skinheads handelte.Hätten sie dies getan, wäre das ein ernsthaftes politisches Problem. Aber wir selbst haben die Ermittlungsergebnisse der DDR in Frage gestellt”.

Video anklicken: https://www.facebook.com/mdrinvestigativ/videos/1888684127950898/

Zitiert wird Ibraimo Alberto, dem zufolge Diogo von DDR-Neonazis erst zusammengeschlagen, dann an Beinen, Füßen gefesselt, ganz langsam kopfunter aus der Waggontür zu den Gleisen heruntergelassen wurde, bis dieser zerstückelt gewesen sei: “Von den Umständen des Todes seines Freundes Manuel Diogo erfuhr er durch den mosambikanischen Botschafter”. Was stimmt denn nun?

Das Deutsche Nationaltheater Weimar – ebenfalls Waibel-Fan – und jetzt unter gehörigem Rechtfertigungsdruck. Wieviel Honorar wurde Waibel gezahlt, damit er die Geschichte vom Neonazi-Mord an Manuel Diogo erzählt?

WaibelDNT1

Ausriß – wie das DNT heute tickt…

WaibelDNT2

“Aufregung um Max Annas. Von Hartmut Mechtel”(ostdeutscher Krimiautor), Februar 2020. http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/02/09/aufregung-um-max-annas-von-hartmut-mechtel-ostdeutscher-krimiautor-februar-2020/

Aufregung um Max Annashttp://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2019/02/16/afd-pegida-ostdeutsche-systemkritiker-als-schwerpunkt-deutscherwestlicher-geheimdienste-besonders-im-wahlkampf-2019-die-bnd-trilogie-des-ostdeutschen-bestsellerautors-hartmut-mechtel-1-der-unsi/

Es gibt zwei mögliche Betrachtungsweisen. Zum einen kann man “Morduntersuchungskommission” als Krimi betrachten. Zum anderen kommt später dran. Ein Krimi also, gar ein historischer. Er spielt vor 37 Jahren in einem Land, das es seit 30 Jahren nicht mehr gibt. Der Autor hatte es bestenfalls besuchsweise kennengelernt, aber wenn der Krimi in noch fernerer Vergangenheit spielen würde, in der Blütezeit der Hanse oder unter Mönchen im Mittelalter, wäre nicht mal das möglich gewesen. Darf der Westdeutsche einen Krimi schreiben, der in der DDR spielt? Auf jeden Fall. Die DDR bietet sich an für romanhaft düstere Begebenheiten unter den wachsamen Augen der Stasi. Annas schuf eine MUK (die sprachökonomische Abkürzung versteht heute keiner mehr, also schrieb er das Wort im Titel aus), schildert den trotz der Blutspritzer grauen Alltag, und dann geschieht ein Verbrechen, das so ekelhaft ist, wie es sich für einen Krimi gehört. Natürlich wird der redliche Detektiv (ein Oberleutnant, heute würde man Oberkommissar sagen) von oben (das sind die eigenen Vorgesetzten und zusätzlich noch der Geheimdienst) behindert, auch das gehört zum Genre und geschieht in hunderten von Westkrimis. Der Kommissar trinkt viel, sogar im Dienst. Auch wenn so etwas in der Wirklichkeit selten vorgekommen sein dürfte, gehört es zum Genre. Sherlock Holmes hat sogar gekokst. Was im Krimi geschieht, sollte einerseits spektakulär (ein Mord, den aufzuklären lohnt) und andererseits möglich sein. Die zertrümmerte Leiche eines Afrikaners wird an einer Thüringer Bahnstrecke gefunden. Hinreichend spektakulär. Gab es in der DDR Ausländerfeindlichkeit? Natürlich. Wurde in der DDR die Öffentlichkeit für unangenehme Wahrheiten behindert? Allerdings. Darf ein Krimi Verbrechen erfinden, die nie geschehen sind? Klar darf er das, davon lebt das Genre, davon lebte es auch schon in der DDR, in der auf den Buchseiten viel mehr Mordopfer ausbluteten, als es in der Wirklichkeit gab. Die Handlung ist prinzipiell möglich unter Berücksichtigung der Genrekonvention. Der Autor hat mit dem Schreiben von Dialogen Probleme, sie sind oft gestelzt und fast immer witzlos. In der DDR wurden bis zum Überdruss Phrasen gedroschen. Aber nicht unbedingt im Privatgespräch, nicht mal unter Polizisten. Das permanente Anagitieren im Privatgespräch ist unglaubwürdig. Ich empfand die Erzählweise als langweilig. Die Charaktere bleiben blass, selbst der redliche Detektiv hat wenig Profil, und dass er am Ende zum Vigilanten wird wie der Punisher, ist nur deshalb nachvollziehbar, weil Otto Castorp so blass bleibt, dass alles möglich ist (außer, vielleicht, seinem aus Thomas Manns “Zauberberg” entlehnten Familiennamen, der denn doch hochstaplerisch wirkt für den, es mitbekommt). Zusammengefasst: “Morduntersuchungskommission” ist ein durchschnittlicher Krimi, der das Genre bedient. “Durchschnittlich” mag im Einerseits der wichtigste Begriff sein.

Das Andererseits freilich kann selbst ich nicht schönreden: Andererseits ist das Buch eine propagandistische Kampfschrift, vom Autor gewollt, vom Verlag gepusht, von Kritikern wegen seiner Authentizität bejubelt. Es wird behauptet, das sei mehr als ein Krimi. Den Fall habe es, wenn auch an einem anderen Ort und in einem anderen Jahr, wirklich gegeben. Die Wahrheit? Dass der Mosambikaner Manuel Diogo, dem das Buch gewidmet ist, von Rassisten ermordet wurde, haben Sensationsjournalisten erfunden. Realer Rassismus im Osten – das waren Beschimpfungen, Spottnamen, allenfalls Schlägereien (von denen man nichts in Zeitungen las; Öffentlichkeit über Unerwünschtes wurde in der DDR durch Klatsch und Tratsch und auch durch das Westfernsehen hergestellt; hätte es einen rassistischen Mord an einem Mosambikaner gegeben, dann hätte die Stasi vertuschen können, soviel sie wollte, wir hätten davon erfahren). Die bekanntesten “Neonazis”, die Ost-Skinheads, waren zunächst eher unpolitisch, bis sich ein kleiner Teil dann nach rechts orientierte, aber selbst dann eher Linke (oder was sie dafür hielten) attackierte als Ausländer. So bekannt, dass sich ihre Existenz nicht mehr vertuschen ließ, wurden sie 1987, als eine Gruppe die Berliner Zionskirche stürmte, auf die Besucher eines Konzerts einschlug, dabei rechtsradikale Parolen brüllte und eine Massenpanik auslöste. Die Polizei griff nicht zeitnah ein, vermutlich, weil die Konzertbesucher oppositionsverdächtig waren und man ihnen die Dresche gönnte, nahm aber dann doch die Schlägerbande fest. Rechtsradikalismus wurde zwar verschwiegen, aber nicht toleriert. Wobei nicht alles rechts war, was so genannt wurde. Selbst ein Hakenkreuz war nicht immer eindeutiges Symbol rechter Gesinnung. Der verordnete Antifaschismus weckte Überdruss; mit nichts konnte man die Machthaber besser ärgern als mit einem Hakenkreuz. Und dann gar noch auf die Mauer eines jüdischen Friedhofs geschmiert, so groß, dass es die Vorbeigehenden sahen, es sich also im Buschfunk mit Sicherheit verbreiten würde. War das antijüdisch? Ja, aber nicht nur. Es war, was heute gern vergessen wird, gegen die verordnete politische Korrektheit gerichtet, unreif oppositionell. Die Skinheads waren von Stasispitzeln unterwandert, und fielen sie deutlich auf (durch Schlägereien oder rechte Parolen in der Öffentlichkeit), wurden sie festgenommen, eingesperrt und oft vom Westen freigekauft und als Märtyrer des Unrechtsregimes begrüßt; bis dahin beschreibt es Ottos Stasi-Bruder in Annas’ Buch richtig, dann geht der Propaganda-Gaul mit dem Autor durch. Die (de facto wenige Dutzend) abgeschobenen nationalistischen Rowdys vernetzen sich im Westen. “Wir produzieren die Neonazis für die BRD?” fragt daraufhin Otto seinen Stasibruder. Tolle Erklärung. Selbst die Westneonazis sind also (zu großen Teilen) Ostprodukte. Da sind sie drüben ja fein raus. Was auch immer sie selbst taten, die DDR war schlimmer. Warum ist das Mordopfer im Buch ausgerechnet Mosambikaner? Auf den ersten Blick: weil der zugrundegelegte Unfall einen Mosambikaner betraf. Auf den zweiten Blick: um vergessen zu machen, dass die Bundesrepublik (der BND) in Mosambik eine Mörderbande unterstützte, die Hunderttausende ermordete, darunter auch Entwicklungshelfer aus der DDR. Die Beteiligung des BND ist hinreichend bekannt, auch wenn sie von der (jetzigen) Regierung bestritten wird. Im Buch kommt sie nicht vor, dafür aber, dass die DDR schuld daran sei, dass ein Mosambikaner aus rassistischen Gründen ermordet wurde, weil existierender Rassismus vertuscht worden sei. Annas werfe die Frage auf, heißt es in einer Rezension, “inwieweit die verordnete Ignoranz gegenüber rassistischen und neonazistischen Tendenzen in der DDR die heutige fremdenfeindliche Gewalt in Ostdeutschland befeuert.” Nicht etwa die Realitäten der Gegenwart befördern Fremdenfeindlichkeit, sondern die Ignoranz eines vor 30 Jahren abgeschafften Staates. So einfach kann man sich die Welt machen.

Das wäre ein schöner Schlusssatz gewesen, obwohl längst nicht alles gesagt ist, doch auf einen Satz (der nicht von Annas stammt, sondern von seinem Lektor oder den PR-Strategen seines Verlages) muss ich noch eingehen: “Der erste große Kriminalroman, der in der DDR spielt.” Spiegel-Kritiker Marcus Müntefering mildert die maßlose Übertreibung der Formulierung leicht ab, um dann desto kräftiger nachzutreten: “Aktuelle Kriminalromane, die in der DDR angesiedelt sind, gibt es bislang ähnlich wenige, wie es Möglichkeiten gibt, nachzuvollziehen, wie es eigentlich um die Kriminalliteratur der DDR bestellt war. Viel wird es da wohl nicht zu entdecken geben, das Genre war von den Machthabern eher ungern gesehen; schließlich konnte es Verbrechen, vor allem aus ideologischen Motiven, nur im Westen geben, als Folge der Verfehlungen des Kapitalismus.” Als hätte Bosheit allein noch nicht gereicht, musste sie auch noch mit Unwissenheit gepaart werden. Krimis waren die auflagenstärkste Genreliteratur der DDR. Erstauflage der wichtigsten Edition “DIE-Reihe”: 100.000 Exemplare; es gab Nachauflagen, weil die erste Auflage meist in einer Woche restlos verkauft wurde; der Verlag Das Neue Berlin war, wie fast alle Verlage, in Parteihand; dass die Machthaber das Genre ungern sahen, ist Blödsinn. Was sie tatsächlich ungern sahen, war Kritik an der Gesellschaft, unabhängig vom Genre, aber der Krimi durfte sich mehr erlauben, weil er von Verbrechen erzählte, die außer in den Fünfzigern eher nichts mit dem Kapitalismus zu tun hatten, also hausgemacht waren. Der Krimi ist seiner Natur nach gesellschaftskritisch, das war in der DDR nicht anders als überall auf der Welt. Und er wurde massenhaft gelesen, weil er als eine Art Presseersatz diente: Was die Zeitungen nicht druckten, stand im Krimi. Ging man zu weit in der Kritik, griff freilich die Zensur ein und stoppte das Buch (ist mir selbst einmal passiert; “Unter der Yacht”, 1988 geschrieben, erschien erst 1991; Verbrechenshintergrund war übrigens die zur Existenzvernichtung eingesetzte verordnete Ideologie), aber auch die erschienenen Krimis waren eher kritisch als apologetisch. Ob sie auch groß waren, sei dahingestellt, die meisten eher nicht, aber es waren Dutzende dabei, die die Größe des Annas-Krimis mindestens erreichten (was freilich nicht wirklich schwer ist). Was der DDR-Krimi soll, kann und darf, wurde bereits zu DDR-Zeiten – zuweilen heftig – öffentlich diskutiert (dokumentiert in “Tatbestand. Ansichten zur Kriminalliteratur der DDR 1947-1986? von Reinhard Hillich, © Akademie-Verlag 1988), inzwischen sind etliche neuere Betrachtungen zum Krimi Ost erschienen. Dabei geht es um Krimis aus der DDR. Kurz nach 1990 erschienen auch einige Krimis von Ost-Autoren über den gerade untergegangenen Staat; wer auf sich hielt, schrieb seinen Wendekrimi, so kritisch wie Annas, aber im Unterschied zu ihm dabei wahrhaftig. Um nicht nur mich anzupreisen, nenne ich ein paar Namen und Titel: Tom Wittgen, “Staatsjagd”. Jan Eik: “Wer nicht stirbt zur rechten Zeit”. Karl Heinz Berger: “Was ich weiß, macht mich heiß”. Wolfgang Schreyer: “Nebel”. Das war es noch lange nicht, mag hier aber reichen. Es gab Krimis in der DDR, und es gab einigermaßen große Krimis über die DDR, so wie es auch zugängliche Bücher über den Krimi Ost gibt. Es wäre nicht wirklich schwer, etwas darüber zu erfahren, wenn man es denn wissen wollte. Aber Wissen stört, wenn es um Propaganda geht.

-

Andere Manipulationsfälle: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/05/23/naftali-fuerst-haifa-israel-es-war-der-11-april-1945-gegen-mittag-auf-dem-appellplatz-waren-schuesse-und-freudenrufe-zu-hoeren-die-haeftlinge-verliessen-ihre-baracken-und-vertrieben-die-ss-ma/.

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/04/23/kz-buchenwald-nackt-unter-woelfen-von-regisseur-philipp-kadelbach-und-beraterin-susanne-hantke-ideologischer-lehrfilm-ueber-boese-sadistisch-brutale-kommunistische-kapos-die-schluesselsze/

 http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/05/19/kz-buchenwald-willy-blum-stefan-jerzy-zweig-und-der-opfertausch-welches-wichtige-detail-interessanterweise-bei-hans-joachim-schaedlichroman-anders-volkhard-knigge-susanne-hantke-fehlt/.

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/04/25/kz-buchenwald-die-selbstbefreiung-vom-11-april-1945-bezeugt-in-einem-bericht-der-aufklaerungsabteilung-der-3-us-army-an-den-stab-merkwuerdig-in-den-unter-dem-westdeutschen-gedenkstaettenchef-v/.

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/04/20/hitlers-zweimal-getoetete-opfer-westdeutsche-endloesung-des-antifaschismus-auf-dem-gebiet-der-ddr-herausgegeben-von-monika-zorn-ahriman-verlag-freiburg-die-bizarre-deformierung-der-buchenwald/#more-46710.

http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/04/13/buchenwaldfilm-nackt-unter-woelfen-die-ddr-version-weiter-ein-hervorragender-klassikerfuer-ostdeutsche-die-neue-west-version-bemerkenswert-schlecht-fuer-viele-im-osten-eine-zumutung/.

 http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/05/17/kz-buchenwald-hans-joachim-schaedlich-verreisst-im-staatlich-gefoerderten-roman-andersrowohlt-bruno-apitz-nackt-unter-woelfen-und-vergisst-beim-thema-opfertausch-ein-sehr-wichtiges/