Bild-Zeitung spricht von „Nazi-Rede“. Auch Marcus Pretzell distanziert sich scharf. Dabei haben Martin Walser und Rudolf Augstein dasselbe gesagt wie Höcke!

Neue Hexenjagd auf Björn Höcke. Seine Rede gestern bei der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ in Dresden war ein Riesenauftritt, 500 Teilnehmer waren begeistert, fast nach jedem Satz gab es stürmischen Beifall. Weitere 3.400 Interessierte verfolgten die Rede live in COMPACT-TV (hier noch anzusehen oder im Fenster oben. Höckes Rede beginnt etwa nach 0:56:00).

Die Lügenpresse, die nicht akkreditiert wurde, schaute ebenfalls auf COMPACT-TV fleißig zu und hetzt seit heute früh auf allen Rohren gegen den Thüringer AfD-Chef, „Bild“ sprach explizit von einer „Nazi-Rede“.

Angegriffen werden vor allem die geschichtspolitischen Aussagen. Höcke sagte, dass die deutsche Geschichte „immer nur mies und lächerlich gemacht“ werde. Und weiter: „Diese lächerliche Bewältigungspolitik lähmt uns. Wir brauchen eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad.“ Daraus machte die „Bild-Zeitung“: „Damit würde in Zukunft statt den Juden und anderen Verfolgten des NS-Regimes nur den deutschen Opfern des Zweiten Weltkriegs gedacht.“ Genau das, werte Kollegen, hat Höcke nicht gesagt, das ist eine Unterstellung, eine Lüge!

Höcke zum Holocaust-Mahnmal: „Die Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in seine Hauptstadt pflanzt.“ Dieser Satz brachte den Mainstream zum Hyperventilieren…Dabei hat Martin Walser bei der Verleihung des „Friedenspreises des Deutschen Buchhandels“ im Oktober 1998 in seiner Dankesrede ganz ähnlich, vielleicht noch schärfer argumentiert. Walser wörtlich: „In der Diskussion um das Holocaustdenkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichteten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlten. Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fußballfeldgroßen Alptraum. Die Monumentalisierung der Schande.“ Walser sprach gegen die „Instrumentalisierung des Holocausts“, Auschwitz dürfe nicht zur „Moralkeule“ verkommen, die „Dauerpräsentation unserer Schande“ werde dazu instrumentalisiert, den Deutschen wehzutun oder gar politische Forderungen daraus abzuleiten.

Auch Spiegel-Gründer und – Herausgeber Rudolf Augstein formulierte damals ganz ähnlich: Dieses „Schandmal“ sei „gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland“ gerichtet. Augstein bedauerte die Rückgratlosigkeit der Regierenden: „Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität“.

Nichts verdeutlicht den Niedergang der politischen Kultur und Meinungsfreiheit in Deutschland mehr als der Umstand, dass es für Walsers Rede im Oktober 1998 „standing ovations“ gab – auch die versammelte Regierungsspitze einschließlich des Bundeskanzlers Gerhard Schröder und vieler Minister erhoben sich von den Plätzen. Wenn heute aber ein AfD-Politiker dasselbe sagt, wird von einer „Nazi-Rede“ gesprochen…

Leider reihte sich auch AfD-Landeschef Marcus Pretzell in die Front gegen Höcke ein. Ausgerechnet gegenüber der Bild-Zeitung warf der Politiker seinem Parteifreund Höcke vor, er treibe „zum wiederholten Male“ „kluge und kritische bürgerliche Wähler“ der Partei „zurück in das Lager der Nichtwähler“. Und weiter: „Zum wiederholten Male drückt sich Björn Höcke sehr missverständlich aus, um es vorsichtig zu formulieren. Zum wiederholten Male rührt er dabei mit größter Ignoranz an einer 12-jährigen Geschichtsepoche, deren Revision wahrlich nicht die Aufgabe der AfD ist.“ Wo bitteschön hat denn Höcke Geschichtsrevisionismus betrieben? Er mahnt eine Erinnerungskultur an, wo AUCH der deutschen Opfer würdig gedacht wird. Jedes andere Volk macht das ebenso. Oder gibt es ein Denkmal für die ermordeten Armenier in Ankara, ein Denkmal für die ermordeten Indianer in Washington, ein Denkmal für die ermordeten Dresdner in London? Höcke fordert nicht Revisionismus, sondern NORMALITÄT für Deutschland: Nicht über, aber auch nicht unter anderen Völkern wollen wir sein!

Die AfD kann nur überleben, wenn sie Streitfragen im Innern austrägt – aber noch außen, gegen das Regime und seine Medien, geschlossen agiert. Die AfD-Spitze täte gut daran, gegen diese Hetze der Etablierten Solidarität mit Höcke zu demonstrieren!