Ausriß.
Der Unterschied zwischen der katholischen Kirche Brasiliens und den Staats-und Regierungskirchen Deutschlands ist sehr groß.
Die Rio-Äußerung 2010 von Bundesaußenminister Guido Westerwelle(FDP), die wegen der grauenhaften Menschenrechtslage in Brasilien besonders aufhorchen ließ:”Erneut lobte Westerwelle in seiner Rede Brasilien als wichtigen “strategischen Partner” Deutschlands. Die Interessen reichten weit über Wirtschaftsinteressen hinaus. “Wir wissen, dass wir im Geiste sehr eng verbunden sind.” (Tagesspiegel) Außenminister Westerwelle traf diese Bewertung vor dem Hintergrund sehr genauer Kenntnis der gravierenden, von Staat und Regierung/Staats-und Regierungsangestellten begangenen Menschenrechtsverletzungen in Brasilien. Dies läßt wichtige Rückschlüsse auf aktuelle Politikziele in Deutschland zu.
Brasilien hat laut nationalen Wirtschaftsmedien den internationalen Spitzenplatz bei niedrigsten Zuckerrohr-Produktionskosten an entwickeltere Länder verloren. Seit 2005 seien die Kosten um etwa 40 Prozent gestiegen – immerhin in einer Sklavenarbeiter-Branche. Wegen der zahlreichen neuen Ethanolfabriken seien die Preise für Ackerland indessen, wie vorausgesagt, stark gestiegen. Entgegen offiziellen Verlautbarungen, wonach die Wirtschafts-und Finanzkrise von 2008 nur geringe Wirkung auf Brasilien hatte, ging den Angaben zufolge immerhin ein Drittel der wirtschaftlich wichtigen Zuckerrohrbranche pleite, sank die Produktivität.
In Wirtschaftsanalysen heißt es, von der geschürten Euphorie, wonach Brasilien zum „Saudi-Arabien der Agrotreibstoffe“ werde, sei derzeit nichts mehr zu spüren – sei Brasilien zum größten Importeur von US-Ethanol aus Mais geworden.
Wirtschaftslage und Rousseff-Korruptionskrise:
Nach Angaben des Industriellenverbands FIESP von Sao Paulo hat die Lula-Rousseff-Politik vor allem hochqualifizierten Industriearbeitern die Stelle gekostet. So wurden im ersten Halbjahr 2011 rund 180000 entlassen, weil die Exporte von Industrieprodukten wegen der künstlich überbewerteten Währung zurückgingen, im Ausland immer schwerer absetzbar sind, stattdessen Importe von Industriewaren stark zunehmen. Die FIESP hat bereits in der Lula-Amtszeit kontinuierlich vor den verhängnisvollen Folgen einer solchen unsozialen Deindustrialisierungpolitik gewarnt, jedoch aus dem bekannten Gründen kein Gehör gefunden. In Europa hatte der Wirtschaftskurs Brasilias viel Beifall gefunden, war auch die Ernennung des zwielichtigen Ex-Wirtschaftsministers Antonio Palocci zum Chefminister der Rousseff-Regierung gelobt worden. Palocci war indessen vorhersehbar der erste, der wegen neuer grober Verfehlungen, die die Medien enthüllt hatten, entlassen werden mußte. Unter Lula-Rousseff neu geschaffene Arbeitsplätze gehören zumeist zum Niedriglohnsektor niedrigen Qualifikationsniveaus.
Unter Rousseff, so der FIESP-Vorwurf, würden brasilianische Industrie-Arbeitsplätze faktisch „exportiert“ – in Länder mit durchdachter Wirtschaftspolitik und hohem Industrieanteil wie z.B. China.
FIESP-Warnungen:
FIESP-Fachdirektor José Roriz Coelho im Website-Interview.
Brasiliens Mindestlohn – und das Preisniveau:
Arbeitslosigkeit unter ärmsten Brasilianern:
Wirtschaftslage und Rousseff-Korruptionskrise:
Die britische Studie basiert auf der Befragung von etwa 2000 Finanzmanagern. Brasilien gilt danach als schwierig, teuer und wenig wirtschaftsfreundlich.
Im Ranking liegt Schanghai an erster Stelle, gefolgt von Singapur, Seul, Hongkong und Peking.
Wirtschaftslage und Rousseff-Korruptionskrise:
Brasiliens Wirtschaftsexperten bewerten die neuesten Wachstumszahlen als klaren Hinweis auf die seit langem fortschreitende Deindustrialisierung. Lateinamerikas führender Industriellenverband FIESP in Sao Paulo sieht sich in seinen Analysen erneut bestätigt. Für das dritte Quartal 2011 wird laut nationalen Wirtschaftsmedien sogar bereits mit leichter Rezession gerechnet. Zitiert wird die Credit Suisse Brasil, die von 0,3 Prozent Minuswachstum und einem Gesamt-Wirtschaftswachstum für 2011 von nur noch 2,8 Prozent ausgeht. Finanzminister Guido Mantega hatte als realistische Prognose immerhin 5,5 Prozent ausgegeben.
Betont wird von nationalen Wirtschaftsexperten, daß sich Brasiliens Wirtschaftstätigkeit bereits vor der internationalen Krise, vor der Verschlechterung der externen Faktoren, wegen hausgemachter Gründe verlangsamt hatte.
In Europa wird Brasilien nicht selten als Industrienation bezeichnet.
Brasiliens wuchs im zweiten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent, China indessen um 9,5 Prozent, Rußland um 3,4 Prozent, Indien um 7,7 Prozent, Chile um 6,8 Prozent, Mexiko um 3,3 Prozent.
Führende brasilianische Wirtschaftsexperten haben die Hochzinspolitik der Regierung wiederholt heftig kritisiert. José Roriz Coelho, Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie in Lateinamerikas wichtigstem Industriellenverband FIESP in Sao Paulo, verglich 2011 im Website-Interview das Zinsniveau Brasiliens mit hohem Fieber, einer Krankheit: “Brasiliens Zinsen sind die höchsten der Welt – also ist die Krankheit sehr gravierend. Wieso sagen dann viele, die Zeitungen, daß im Lande alles wunderbar läuft, obwohl wir 40 Grad Fieber haben? Also läuft da etwas falsch. Denn die meisten Devisenzuflüsse, die unsere Landeswährung Real so ungünstig aufwerten, sind nur Spekulation mit Zinsgewinnen und leider keine Investitionen. Wo soll da für Brasilien ein Vorteil liegen? Zu einer Wirtschaftsmacht können wir nur werden, wenn der jetzige Kurs deutlich korrigiert wird.”
Führende brasilianische Wirtschaftsexperten haben die Hochzinspolitik der Regierung wiederholt heftig kritisiert. José Roriz Coelho, Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie in Lateinamerikas wichtigstem Industriellenverband FIESP in Sao Paulo, verglich 2011 im Website-Interview das Zinsniveau Brasiliens mit hohem Fieber, einer Krankheit: “Brasiliens Zinsen sind die höchsten der Welt – also ist die Krankheit sehr gravierend. Wieso sagen dann viele, die Zeitungen, daß im Lande alles wunderbar läuft, obwohl wir 40 Grad Fieber haben? Also läuft da etwas falsch. Denn die meisten Devisenzuflüsse, die unsere Landeswährung Real so ungünstig aufwerten, sind nur Spekulation mit Zinsgewinnen und leider keine Investitionen. Wo soll da für Brasilien ein Vorteil liegen? Zu einer Wirtschaftsmacht können wir nur werden, wenn der jetzige Kurs deutlich korrigiert wird.”
Rußland zählte bislang zu Brasiliens wichtigsten Fleischabnehmern, bis sich Klagen über verletzte Hygienevorschriften häuften.
Die offiziellen Daten – unabhängige Daten liegen noch nicht vor – stehen in interessantem Gegensatz zu den bisher verkündeten offiziellen Jubel-Prognosen ohne Fundament, die einen großartigen Boom in der Wirtschaft und auch an der Börse betonten. Das deutliche Wachstum von 2010 wird von den Experten mit dem starken Absturz im Krisenjahr 2009 erklärt.
Kurios sind auch die Entwicklungen im Erdöl-und Treibstoffsektor laut nationalen Wirtschaftsmedien. Entgegen dem vorausgesagten Boom schrumpft derzeit die Produktion des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Petrobras, muß dieser immer mehr Benzin importieren, das unter dem Einkaufspreis verkauft wird. Auch der Boom beim sogenannten „Biosprit“ aus Zuckerrohr bleibt bisher aus, stattdessen sinkt die Produktion, muß Brasilien immer mehr „Biosprit“ ausgerechnet aus den USA einführen, das als großer Absatzmarkt ins Auge gefaßt worden war. Aus angeblich klimatischen Gründen“ soll die diesjährige Zuckerrohrproduktion um 150 Millionen Tonnen niedriger ausgefallen sein.
An der Börse verzeichnete Petrobras deutliche Verluste – statt der für 2011 prognostizierten starken Kursgewinne. So ist sehr lohnend, die vielfältigen, auch nach Europa durchgeschalteten Jubelprognosen mit dem derzeitigen Stand zu vergleichen.
Tiefe Korruptionskrise der Rousseff-Regierung, fehlende Mittel für soziale Zwecke, bemerkenswerte Kreditaufnahme im Ausland:
Bau des Atomkraftwerks Angra 3 mit deutschen Nuklearteilen bei Rio:
Der Streik stoppt die medizinische Betreuung für 24500 Indianer Amazoniens, hieß es, Lohn werde bereits den zweiten Monat nicht gezahlt, es fehlten Medikamente und Transportmittel.

Foto Carmem Vaught
http://www.bpb.de/themen/AG8OHL,0,Brasiliens_Widerspr%FCche.html
Wie es hieß, motivierte die Prognose-Korrektur auch die jüngste Leitzinssenkung auf 12 Prozent.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Brasilien-boomt-article1383711.html
Wie Brasiliens Unternehmerschaft mit Regierungspropaganda umgeht, laut dem führenden Wirtschaftsmagazin „Exame“: „Wer nicht an das Geschwätz aus Brasilia glaubt, spart viel Zeit.“(September 2011)
„Energie für neue Zeiten“ – doppelseitige Propaganda für im Bau befindliches Atomkraftwerk „Angra 3″ bei Rio. Nuklearteile aus Deutschland. Ausriß.