Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Indianer in Brasilien, Hintergrundfakten und Analysen. Indios – Naturschützer oder Naturzerstörer? Hatte Karl May Recht? “Indioführer verursachen in der Natur ein Desaster.”

Kritik von Biologen und Umweltaktivisten an indianischen Praktiken

In der südbrasilianischen Millionenstadt Porto Alegre, wo zweimal das Weltsozialforum stattgefunden hatte, betonten die Guarani-Indianer Südamerikas  auf ihrer „Kontinentalversammlung”, stets mitten in der Natur gelebt und diese Natur stets respektiert zu haben. Andere Stämme Lateinamerikas bekräftigen ebenfalls die Harmonie zwischen Indio, Tier und Pflanze. Indianer, so liest man auch in Deutschland immer wieder, seien die reinsten Ökologen, geradezu geniale Naturschützer.

Neues Gesetz über Indianerverbrechen: http://www.hart-brasilientexte.de/2015/10/09/brasilien-2015-spektakulaeres-politisch-unkorrektes-gesetz-gegen-indianer-verbrechen-von-abgeordnetenhaus-in-brasilia-erlassen-buerger-staatliche-institutionen-und-ngo-muessen-indio-verbrechen-anz/

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/15/abholzung-fuhrte-zum-ende-der-nazca-bevolkerung-im-heutigen-peru-laut-neuer-studie-our-research-contradicts-the-popular-view-that-native-american-people-always-lived-in-harmony-with-their-envi/

IndianerFörsterSüddeutsche17

Wahrheit oder Fake News? Ausriß Süddeutsche Zeitung 2017. “Brasiliens erste Förster”.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/03/indios-als-illegale-fischer-und-fischhandler-zusammenstos-mit-bundespolizei/

“Ein italienischer Priester bei den Indios in Brasilien”: http://www.wdr5.de/nachhoeren/diesseits-von-eden.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/16/padre-claudio-bombieri-indianerexperte-sao-luis-gesichter-brasiliens/

Umweltverbrechen Palmherz-Kommerzialisierung: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/13/indianer-begehen-umweltverbrechen-verkaufen-palmherz-aus-kustenurwald-mata-atlantica-laut-umweltschutzbehorde-ibama-crime-ambiental/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/09/miskito-indianer-nicaraguas-rotten-grose-meeresschildkroten-aus-bereits-auf-liste-der-vom-aussterben-bedrohten-arten/

Indianer als umweltzerstörende Goldgräber: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/05/amazonasindianer-als-erfahrene-goldgraber-nach-dem-vorbild-mit-den-techniken-der-stets-offiziell-kritisierten-nichtindianischen-eindringlinge-laut-landesmedien/

“Wir lernen von anderen und besonders gerne von Brasilien.” Merkels Bundesaußenminister Guido Westerwelle/FDP

Yanomami-Traditionen, Time-Life-Buch “Der Amazonas”:

Yanomamibuchzitat1

Behinderte Kinder werden getötet, die eigene Frau wird dem Gast zum Geschlechtsverkehr angeboten. Auch die lukrative Indianer-Industrie Deutschlands legt großen Wert darauf, solche wichtigen Details indianischen Lebens, indianischer Wertvorstellungen zu verheimlichen, zu vertuschen, zu unterschlagen. “…und der Gastgeber – nun, er bietet ihm seine Frau an. Eine Form von Gastfreundschaft…Natürlich ist die Frau nicht immer einverstanden, und dann gibt es Ärger”.

Yanomamibuchzitat2

Ausriß: “Häufig werden Frauen aus anderen Stämmen geraubt. Einige von ihnen werden die Ehefrauen der Männer, die sie geraubt haben. Sie können sich glücklich preisen, denn nicht wenige ihrer Leidensgenossinnen erwartet ein anderes Schicksal – das von Prostituierten in dem neuen Verband. Diese Frauen haben kaum den Rang von menschlichen Wesen…”

Indianer agierten durchweg umweltfreundlich, entnähmen der Natur nur, was unbedingt nötig sei. Zerstörung der Natur durch Indianer –  undenkbar, unmöglich. Selbst der bekannte brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff nennt die Indios „unsere großen Meister im Hinblick auf die Haltung gegenüber der Natur.” Technologisch gesehen, seien die Indianer rückständig, aber zivilisatorisch seien sie reicher als wir. Indianer respektierten auf natürliche Weise die Bäume, das Wasser und die Tiere.

In Europa ist diese Sicht der Dinge weit verbreitet. Doch renommierte brasilianische Biologen und Umweltaktivisten sagen, es handele sich um Unsinn, Dummheiten, sogar Lügen. Was Indianer allein die letzten zehn Jahre in ihren eigenen Reservaten, dazu in großen Schutzgebieten angerichtet hätten, spreche Bände.
Bereits ein Blick in die brasilianische Qualitätspresse fördert Verwirrendes bis Beunruhigendes zutage. Antonio Miquiles, Stammesführer der Saterè-Mauè in Amazonien erklärt, daß Indios seiner Region mit Dynamit fischten und deshalb die Fische selten wurden. Amazonasindianer, liest man weiter, benutzten zur Jagd nicht mehr Pfeil und Bogen, gar Blasrohre, sondern moderne Gewehre und sogar Maschinenpistolen. Indios mit Jagdflinten sind in der Tat immer wieder auf Fotos abgebildet “ Maschinenpistolen tatsächlich illegal für jedermann leicht zu beschaffen. Primaten waren früher im Amazonasurwald häufig. Doch heute sind weiten Teilen größere Arten bereits extrem selten oder gar lokal ausgerottet, betonen dieses Jahr die Umweltschutzorganisationen Pro Wildlife und Care for the Wild International(CWI). Und nennen einen wichtigen Verursacher:
”Nahezu alle indigenen Gruppen verwenden inzwischen statt traditioneller Blasrohre die effektiveren Gewehre. Während die Jagd auf Gorillas und Schimpansen in Afrika seit Jahren in den Schlagzeilen ist, ist die drohende Ausrottung von Affen in Lateinamerika nahezu unbekannt.” Brasiliens Zeitungen berichten, daß sich der Konflikt zwischen Indianern und Umweltschützern ständig verschärft, weil Indianerstämme die eigenen, teils riesigen Reservate abholzen, dabei Komplizen von Holzunternehmen sind. Und weil Indianerstämme systematisch in Schutzgebiete mit vom Aussterben bedrohten Arten eindringen, diese Regionen kommerziell ausbeuten, systematisch zerstören. Im Mai hat die Bundespolizei deshalb erstmals fünf Indioführer verhaftet, die zu einer Bande von illegalen Edelholzvermarktern gehörten.
Wer hätte es gedacht “ Indianer roden mit Motorsägen sogar Urwald in einem Unesco-Welterbe-Schutzgebiet, dem Nationalpark „Monte Pascoal” in Bahia.
Wie steht Mario Mantovani, Präsident der angesehenen Umweltstiftung „SOS Mata Atlantica” in Sao Paulo, zu Auffassungen, wonach den Indios als exzellenten Hütern des Regenwaldes jede zerstörerische, gar kommerzielle Nutzung der Natur völlig fremd sei? ”Das ist natürlich eine idealisierte Sicht. Diese idyllische, vereinfachende Darstellung der Indios lassen wir lieber beiseite. Die Indianer handeln wie jeder andere Naturzerstörer auch. Und deren Fähigkeit zur Zerstörung, deren Druck auf die Natur wächst “ je mehr sich der Staat zurückhält, untätig bleibt. Indioführer verursachen in der Natur ein Desaster.”
Vor allem Häuptlinge wurden durch illegalen Handel mit Edelhölzern, Edelsteinen und Rauschgift zu Millionären. Jeder Brasilientourist kann es beobachten: Indianer bieten vom Aussterben bedrohte Tiere feil und beliefern Souvenirläden, Souvenirfirmen selbst mit den Federn seltenster Vögel. Und man kann Indiofamilien antreffen, die gerade per Taxi mit vollen Einkaufstüten vom nächsten Supermarkt zurückkehren.
Die große Schriftstellerin Rachel de Queiroz, die zu den Klassikern der brasilianischen Literatur zählt und sich intensiv mit den Ureinwohnern beschäftigte, erklärte einmal: „Der Indianer war nie ein Naturschützer. Einen größeren Schaden hat er nur deshalb in der Natur nicht angerichtet, weil ihm dazu die Hilfsmittel fehlten. Ich habe noch nie von einem Indianer gehört, der ein Tier nur deshalb nicht tötete, um die Art zu erhalten.”
So argumentiert auch Brasiliens bekanntester Umweltjournalist Marcos Sà Correia: ”Daß der Indianer Natur schützt, ist ein romantischer Mythos und eigentlich schon längst widerlegt. Doch dieser Mythos hält sich, weil er einfach so schön ist, dazu gutgemacht. Doch um diesen Mythos aufrechtzuerhalten, will man einfach bestimmte Fakten nicht zur Kenntnis nehmen. Soetwas wie eine Philosophie der Naturerhaltung haben die Ureinwohner nicht.”
Natürlich sei es politisch unkorrekt, soetwas zu publizieren. „Und wenn man es trotzdem tut, braucht man ein dickes Fell, weil man sich viele Unverschämtheiten gefallen lassen muß.”
Nur zu oft heißt es beispielsweise, die portugiesischen Kolonialisten hätten die grauenhaften Brandrodungen in Brasilien eingeführt, die bis heute landesweit, und nicht nur in Amazonien, die Wälder, die Savannen dezimieren, den entsetzlichen Feuertod ungezählter Tiere bewirken. Marcos Sà Correia sieht es differenzierter, weist auf seriöse Studien: „Die Indianer pflegten Urwald abzubrennen, um sich die Jagd zu erleichtern oder um Anbauflächen zu gewinnen. Schauen wir auf die Wüsten von Neu-Mexiko “ bereits vor der Entdeckung waren sie von den Indianern durch Waldvernichtung geschaffen worden. Auch auf den Osterinseln wurde aller Wald durch Indios zerstört.” Große Regionen mit Savannenvegetation in Amazonien sind danach keineswegs natürlich entstanden, sondern durch Brandrodungen der Indianer, lange vor der Entdeckung des heutigen Brasilien.
Bis heute, betonen selbst Behörden, nutzen Stämme das Feuer zur Jagd, treibe man den Jägern das Wild mittels Flammenwänden zu. Problematisch sei, daß Feuer außer Kontrolle gerate und sogar enorme Reservatsflächen zerstöre.
Fabio Olmos, Doktor der Biologie, arbeitete bereits als Berater für das Umweltprogramm der UNO(PNUD) aber auch für die Welternährungsorgansation FAO. „Analysieren wir die Fakten “ ohne Vorurteile. Die Völker Polynesiens haben mindestens 2000 Vogelarten ausgerottet “ viel mehr als wir aus der westlichen Industriekultur. Schauen wir in die Berichte der Entdecker Amerikas “ da wird die Brandrodung ebenso beschrieben wie die unintelligente Jagd. In Nordamerika zum Beispiel haben die Indianer viel mehr Büffel getötet, viel mehr Tiere über Felsklippen in den Abgrund getrieben, als sie konsumieren konnten. Wir sehen also: Indianergruppen betreiben Artenvernichtung, agieren keineswegs umweltverträglich, führen wichtige Naturressourcen zum Kollaps, schaden sich damit selbst am meisten. Die These, daß Indios Selbstversorger sind, die Natur lediglich moderat ausbeuten, ist damit eine Dummheit, eine Lüge. Die sogenannten traditionellen Völker besitzen keine Philosophie der Naturbewahrung.” Wie stand das bei Karl May?
Brasilien gehört zu den korruptesten Ländern des Erdballs und auch die Szene der sogenannten regierungsunabhängigen Organisationen, der NGOs ist wegen Korruption und anderen betrügerischen Machenschaften regelmäßig in den Schlagzeilen. ”Der berühmte Staatspark Intervales bei Sao Paulo war sozusagen die Perle in der Krone des brasilianischen Atlantikwaldes, war seine bestgeschützte Region. Doch dann holten NGOs Guarani-Indianer aus anderen brasilianischen Teilstaaten und sogar aus Paraguay, transportierten sie mit Bussen in diesen Staatspark, pflanzten sie dort hinein. Und nun zerstören diese Indios das Schutzgebiet. Jene NGOs leben davon, sogenannte nachhaltige Entwicklungsprojekte für Indios zu realisieren, und kriegen dafür sogar Gelder aus dem Ausland, von Regierungen. Es gibt eben Gauner in dieser Szene, die schlicht und einfach Gelder abfassen wollen, per Umweltbetrug. Im Staatspark Intervales leben hunderte bedrohter Vogelarten, die man auf der ganzen Welt nur noch dort relativ leicht zu sehen bekommt. Und nun werden diese Tropenvögel zur Nahrung der Indianer, wird dort Urwald abgebrannt, zerfällt zu Asche. Das ist so, als wenn jemand in den Pariser Louvre geht, und die Gemälde verbrennt, um Holzkohle für den Fleischgrill zu gewinnen. Mit so einer gigantischen Barbarei haben wir es hier zu tun, ja, mit einem Verbrechen!”
Laut Olmos kommerzialisieren die Guarani-Dörfer der Atlantikwälder illegal seltenste Orchideen und Bromelien, schießen selbst im Staatspark Intervales mit ihren Jagdflinten seltene Tiere ab, verkaufen das Wildbret an Restaurants und Privatpersonen. Und schaffen damit auch soziale Spannungen in der Region. Weil die Indios eben dürfen, was den Nicht-Indios laut Gesetz strengstens verboten ist. Zudem brachten die Guarani in die besetzten Naturschutzgebiete ihre Hunde mit, die dort ungehindert Wildtiere jagen.
Viele Brasilianer haben Indios als Vorfahren, sind Mischlinge. Wie gehen diese mit der Natur um? Elena Silveira aus dem nordöstlichen Teilstaate Cearà diskutierte in der Kindheit mit dem eigenen Vater, einem Indionachfahren, weil dieser illegal mit dem Gewehr den nahen Wald bis zum allerletzten Tier leerwilderte. Und auch den nahen See komplett leerfischte, zum Schaden der eigenen Familie. „In Brasilien fehlt diese Idee, für kommende Generationen die Natur zu bewahren. Man denkt, Hauptsache für mich reicht es jetzt. Morgen bin ich ohnehin nicht mehr auf der Welt. Und wenn es heißt, ein Tier stehe vor der Ausrottung, sagt man: Na und? Ist doch egal. Man denkt nur an heute.”

Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” über Feuerjagd, Brandrodungen durch Indianer: “…e tinham um sistema de caca que implicava queimar cuntiuamente a floresta. A fim de obrigar suas vitimas seguirem para o local onde as matariam, nossos ancestrais nativos tocavam fogo na floresta de modo impiedoso, sem nenhuma sensibilidade para com o ambiente…Muitos negros na Africa lutaram contra o fim do comercio de escravos proposto pela Inglaterra.”

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/20/indianer-brasiliens-jagen-mit-feuer-umweltzerstorerischer-irrsinn-von-umweltschutzern-scharf-kritisiert-problem-in-europa-meist-politisch-korrekt-verschwiegen/

”Wir leben seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur, ohne sie zu zerstören. Guiseppe Villaluz, Indio-Vertreter der Klimakarawane,  2010 in Köln.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/27/weltsozialforum-2009-und-caiapo-indios-bekannt-wegen-illegaler-urwaldrodung-illegalen-edelholzgeschaften-mahagoni-export-nach-europa-rocksanger-sting-stieg-aus/

Greenpeace-Experte André Muggiati hat in Manaus im Website-Interview bestätigt, daß die Caiapo Edelholz ihres Reservats verkauften.

Sting und Raoni: ”Als der Rockstar Sting 1989 mit dem tellerlippigen Kayapó-Häuptling Raoni auf Welttournee ging, griff das Spenden-Publikum gerührt zu den Schecks, denn es ging darum, den Regenwald zu retten und damit den Indios einen Teil jenes Paradieses wiederzugeben, aus dem sie einst vertrieben worden waren. Zwei Jahre später wurde Raoni dabei ertappt, wie er illegal geschlagene Edelhölzer im Wert von 150 Millionen Dollar aus genau diesem Paradies verschob, und das Publikum wendete sich enttäuscht ab.(Der Spiegel 2001)

http://www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/brasilien/indigene-volker-und-naturschutz-in-amazonien-2.html

Der Fall “Ilha do Bananal”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-indianer-verpachten-stammesgebiete-an-grosgrundbesitzer-und-viehzuchter-justiz-verbot-dies-jetzt-auf-weltgroster-flusinsel-ilha-do-bananal/

Sammlung von Theaterkritiken zur “Amazonasoper”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/12/die-mit-grosen-medialen-vorschuslorbeeren-bedachte-amazonasoper-eine-sammlung-von-theaterkritiken-uber-das-resultat/

Amazonas-Indigene im Berliner Wald

WWF überreicht Manifest an Brasiliens Ureinwohner / Kampf um Landrechte und Regenwaldschutz in vollem Gange

Berlin, 15.10.2015: Ungewöhnlicher Besuch im Berliner Wald: Um auf die Bedrohung ihrer Heimat aufmerksam zu machen, sind Indigene aus dem Amazonas in den Tegeler Forst gekommen. Eingeladen hatte der WWF Deutschland. Vor dem ältesten Baum der Stadt, der „Dicken Marie“, überreichten die Umweltschützer ein Manifest, um den brasilianischen Ureinwohnern Rückenwind beim Kampf um ihre Landrechte und den Erhalt des größten Regenwaldes der Erde zu geben. Rund 40.000 Menschen haben den Aufruf in Deutschland unterzeichnet. „Dass uns Menschen sogar am anderen Ende der Welt unterstützen gibt uns große Hoffnung. Wir werden unsere Territorien nicht kampflos aufgeben“, sagte Sonia Guajajara vom Dachverband der Indigenen Brasiliens.

 

„Die Zerstörung des Amazonas geht uns alle an“, warnte Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand beim WWF Deutschland. „Zuerst trifft es die Indigenen und den Lebensraum tausender Arten, aber am Ende werden die Menschen auf der ganzen Welt die Konsequenzen zu spüren bekommen.“

 

Laut WWF ist der Regenwald in Brasilien so bedroht wie noch nie. Nach aktuellen Reformplänen sollen staatliche Schutzgebiete und indigene Territorien aufgelöst werden können. Nach Angaben der Umweltschützer liegen bereits heute rund 33.000 Anträge für Bergbaukonzessionen in bislang geschützten Gebieten beim zuständigen Ministerium vor. Mit den anvisierten Reformen könnten diese weitestgehend erteilt werden, so der WWF. Hunderte Naturschutzgebiete und indigene Territorien wären betroffen. Als größter Förderer für Schutzgebiete und indigene Territorien habe Deutschland eine besondere Verantwortung, dass die aktuellen Pläne der Industrielobby nicht umgesetzt werden.

 

Der Erhalt der staatlichen Schutzgebiete und indigenen Territorien spiele eine entscheidende Rolle für den weltweiten Arten- und Klimaschutz, so der WWF. Rund zehn Prozent aller Tier- und Pflanzenarten seien im Amazonas zuhause, daneben speichere der Regenwald riesige Mengen Kohlenstoff, die bei seiner Zerstörung den Klimawandel zusätzlich anheizen würden. Der brasilianische Teil des Amazonas habe in den vergangenen 50 Jahren bereits rund 17 Prozent seiner ursprünglichen Fläche verloren. Die Konsequenzen seien schon heute spürbar: So gehe die seit einigen Jahren im Großraum São Paulo herrschende Wasserknappheit vor allem auf Abholzungen im Amazonas-Regenwald zurück.

 

 

Weitere Informationen:

Immo Fischer, Pressestelle WWF, Tel.: 030-311 777 427, immo.fischer@wwf.de

 

Terminhinweis: Am Donnerstagabend, den 15.10.2015 veranstaltet der WWF um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion zur aktuellen Lage in Brasilien, an der auch Sonia Guajajara teilnehmen wird. Alle Informationen und Anmeldung unter http://www.wwf.de/anmeldung-viva-amazonia/.

Indianer in Brasilien – Hintergrundtexte:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/25/indianer-lateinamerikas-moegen-politisch-unkorrekt-coca-cola-diabetes-rate-etc-entsprechend-hoch/

Waia3

Indianer in Amapá.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 12. März 2008 um 19:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Naturschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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