„Die brasilianischen Politiker sind heute enorm in Mißkredit”, sagt der jüdische Unternehmer und Leiter des Ethos-Instituts in Sao Paulo im Exklusivinterview gegenüber dieser Website. „Heute findet man schwerlich jemanden guten Willens, der in die Politik, in eine politische Partei geht. Die Glaubwürdigkeit des politischen Systems, von demokratischen Institutionen, Parlament, Â Justiz hat stark abgenommen. Besorgniserregend, wenn die Menschen weder in Politiker, Justiz, Parlament, Exekutive vertrauen.“

Brasiliens größte Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“ hat den zwei offiziellen Statistikinstituten Ipea und IBGE erneut Falschinformation über den Grad der sozialen Ungleichheit im Tropenland vorgeworfen.
Am 25. September wurde der PPS-Kandidat Carlos de Souza Silva, 47, in Nova Iguacu bei Rio de Janeiro von einem Killer mit 12 Schüssen getötet. Im Teilstaate Rio waren zuvor zwei weitere Kandidaten ermordet worden.
Brasiliens führende Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“ über die Sicht auf die größte weibliche Berufsgruppe des Tropenlandes, die meist in den Slums lebt. Laut Angaben der katholischen Kirche von 2008 arbeiten über sechs Millionen Brasilianerinnen als Hausangestellte, Hausdienerinnen – weit über siebzig Prozent davon unregistriert. In Autoreklame wird darauf hingewiesen, daß selbst fürs Kindermädchen genügend Platz im Wagen sei.
Im demokratisch regierten Rio de Janeiro sind im Ghetto „Complexo do Alemao“ laut Qualitätszeitung „O Globo“ mindestens vier Männer gleichzeitig auf einem Scheiterhaufen aus Autoreifen, der sogenannten „microondas“(Mikrowelle), lebendig verbrannt worden. Die Zeitung publizierte ein Foto, das die noch rauchenden Reste der Körper und der Reifen zeigte.
Bemerkenswert ist, wieviel Lob daher ein Gewalt-Gesellschaftsmodell diesen Zuschnitts von hochrangigen mitteleuropäischen Politikern, darunter aus Deutschland, seit Jahren erhält.
Die deutsch-brasilianischen Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich breit verankert. Sie basieren auf gemeinsamen Werten und übereinstimmenden Auffassungen zur globalen Ordnung. Brasilien ist das einzige Land in Lateinamerika, mit dem Deutschland durch eine „strategische Partnerschaft“ verbunden ist. (Auswärtiges Amt, Berlin)
Wem nützt die Banditendiktatur?
http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/
„Man schaue sich nur die TV-Programme an“, sagte Frei Betto weiter im Exklusivinterview gegenüber dieser Website. „Diese Programme nähren nicht unser Bewußtsein, unseren Geist. Der kulturelle Nutzen von einer Woche TV-Konsum ist sehr gering. Nur Unterhaltung, Zerstreuung – alles Dinge, die uns nicht humanisieren.“
Der UNO-Sonderberichterstatter Philip Alston hat den Einmarsch von Militär in Rio-Slums kurz vor den Oktoberwahlen als sinnlos bezeichnet.
In der Megacity Sao Paulo floriert gemäß Presseberichten die Kinderprostitution selbst im Gemüse-Großmarkt Ceagesp. Mädchen ab 9 Jahren verkaufen danach ihren Körper für jeweils durchschnittlich umgerechnet 12 Euro, viele hätten erklärt, dafür die Zustimmung der eigenen Familie zu haben. Die Mütter der Kinderprostituierten, wird eine Ex-Prostituierte zitiert, wüßten genau, was ihre Töchter dort machten, und akzeptierten, von deren Lohn unterhalten zu werden. „Das ist doch kein Leben.“
Kinderprostitution ist in Brasilien vor allem fernab der Touristenzentren weit verbreitet.
Wie Brasiliens Presse unter Berufung auf eine von der Schweizer Regierung finanzierte Studie meldet, entfallen von den etwa 490000 weltweit registrierten Morden fast zehn Prozent auf das Tropenland – mit lediglich rund 190 Millionen Einwohnern, etwas mehr als doppelt so viel wie Deutschland. Dabei wird indessen von etwa 48000 Morden jährlich in Brasilien ausgegangen – brasilianische Experten nennen weit höhere Zahlen. Offizielle Mordraten gelten als stark geschönt, die Landespresse bringt dafür immer wieder zahlreiche Belege. (more…)