„Por que os brasileiros não reagem?
Juan Arias, O Globo, 12/07/11
O fato de que em apenas seis meses de governo a presidente Dilma Rousseff tenha tido que afastar dois ministros importantes, herdados do gabinete de seu antecessor Luiz Inácio Lula da Silva (o da Casa Civil da Presidência, Antonio Palocci – uma espécie de primeiro-ministro – e o dos Transportes, Alfredo Nascimento), ambos caídos sob os escombros da corrupção política, tem feito sociólogos se perguntarem por que neste país, onde a impunidade dos políticos corruptos chegou a criar uma verdadeira cultura de que “todos são ladrões” e que “ninguém vai para a prisão”, não existe o fenômeno, hoje em moda no mundo, do movimento dos indignados.
Zeitungsausriß.
Weiter täglich Schlagzeilen zum bemerkenswerten Regierungsstil der aus Europa mit viel Lob bedachten neuen Staatschefin Brasiliens. Wie es im Unterschied zu brasilianischen Einschätzungen hieß, setzt sich Rousseff für demokratische Werte ein. Die jüngsten innenpolitischen Vorgänge sprechen indessen Bände.”Nach sechs Monaten ist die Rousseff-Regierung von verfrühter Senilität befallen.”(Folha de Sao Paulo) “Es riecht nach politischem Kontrollverlust.”
Spendenklau in Blumenau: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/16/spendenklau-in-blumenau-soldaten-und-freiwillige-tem-coisa-boa-vou-levar-este-aqui-pro-meu-guri/
Tiririca: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=r_N8Q8dsoFM
http://www.trailerspy.com/trailer/8035/Serbian-Film-Red-Band-Trailer
Der Film war bereits auf zwei brasilianischen Festivals gezeigt worden, hieß es – Fantaspoa in Porto Alegre und Festival Lume de Cinema in Sao Luis. In Rio de Janeiro wird der Streifen indessen im großen Odeon-Kino zu sehen sein. Er sollte danach landesweit in die Kinos kommen – Gerichte haben dies indessen verhindert.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/
Brasilien werde außer Serbien das einzige Land sein, das den Film ohne jegliche Kürzungen original aufführt.
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/A_Serbian_Film

Ein Nachdenklicher sprüht diese Botschaft in ganz Sao Paulo.
„Die tägliche Kulturlosigkeit“: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/31/die-tagliche-kulturlosigkeit-eine-zeitgeist-analyse-von-teixeira-coelho-in-brasiliens-groster-qualitatszeitung-folha-de-sao-paulo-incultura-brasileira/
„Brasil tem 1,2 milhao sem protecao. Censo mostra defizit de 700 centros na rede do Brasil sem Miseria“(O Globo)
Die Qualitätsmedien berichten in der selben Ausgabe über den zum Millionär aufgestiegenen Ex-Arbeiterführer Lula.
Hintergrund von Anfang 2011:
Brasiliens vielgelobter „Biosprit“ in der Bredouille
Die brasilianische Regierung wirbt rund um den Erdball – und auch in Deutschland – kräftig für Ethanol aus Zuckerrohr als alternativen Kraftstoff, möchte die europäischen Länder zu höheren Importen überreden. Doch zuhause stiegen die Autofahrer 2011 wieder massiv auf Benzin um, ist das Ethanol-Image schlecht wie selten.
Schild in Blumenau/Sachsen.
„…fica cada vez mais dificil nao reconhecer, vamos e venhamos, que somos um povo desonesto.“
Joao Ubaldo Ribeiro in einer landesweit publizierten Wochenkolumne des Juni 2011, betitelt „Desonestidade é cultura“.
„Nos sabemos de tudo e nao somos bobos, somos apenas omissos, submissos, cinicos e cada vez mais moralmente insensiveis – ningem é perfeito.“ (Kolumne „Estao querendo enganar quem?“)

Joao Ubaldo Ribeiro beim Website-Interview in Rio de Janeiro. http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/joao-ubaldo-ribeiro-gesichter-brasiliens/
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/974006/
Literaturzeitschrift LETTRE 2011:
„Der Partido dos Trabalhadores hatte wenig Anlaß, sich seiner Erfolge zu rühmen.
Dies war deprimierend genug, doch sollte es noch schlimmer kommen. Im Frühjahr 2005 geriet der Führer einer der kleineren Parteien im Parlament (von denen es mehr als ein Dutzend gab) unter Druck, weil einer seiner Leute beim Entgegennehmen einer Bestechungssumme gefilmt worden war. Er schlug zurück mit der Enthüllung, die Regierung habe systematisch Abgeordnetenstimmen gekauft (für jeweils 7 000 Dollar), um Mehrheiten im Parlament zu sichern. Verantwortlich für diese Operation war Lulas Kabinettschef José Dirceu, der das Geld diversen illegalen Fonds entnahm, welche der PT kontrollierte und über seinen Schatzmeister Delúbio Soares verteilte. Wenige Wochen nach diesem Donnerschlag wurde der Bruder des Parteivorsitzenden José Genoino beim Einsteigen ins Flugzeug verhaftet, 200 000 Real im Koffer und 100 000 Dollar in der Unterhose. Einen Monat später gestand der Leiter von Lulas Wahlkampfbüro Duda Mendonça (eine prominent zwielichtige Figur der Public-Relations-Branche), die Kampagne sei den Gesetzen zuwider durch geheime Mittel finanziert worden, die man interessierten Banken und Unternehmen abgepreßt habe, und er selbst sei für seine guten Dienste mit illegalen Zahlungen auf ein Konto auf den Bahamas belohnt worden. Als nächster geriet einer der engsten politischen Vertrauten Lulas in die Schußlinie, der ehemalige Gewerkschaftsführer Luiz Gushiken, der als Kommunikationsminister zurücktreten mußte, weil er Mittel der Rentenkasse zur Finanzierung politischer Operationen umgeleitet hatte. In noch schwärzerem Dunkel lag der unaufgeklärte Mord zu Beginn des Jahres 2002, dem Celso Daniel zum Opfer fiel, der Bürgermeister der PT-Hochburg Santo André; man glaubte allgemein, es sei dies ein Auftragsmord gewesen, der mit den von lokalen Busunternehmern erpreßten Geldern zusammenhing.“
Lateinamerikas wichtigste Metropole Sao Paulo hat nach wie vor kein Radwegenetz, was den gravierenden Entwicklungsrückstand gegenüber Ländern der Ersten Welt wie Deutschland nachdrücklich dokumentiert.Brasiliens Grüne Partei(Partido Verde) gehört zur Präfektur Sao Paulos, unterstützt den bislang zu einer Rechtspartei gehörenden Bürgermeister Kassab, der den Auto-Individualverkehr nach Kräften fördert. Brasiliens Ex-Umweltministerin und evangelikale Sektenpredigerin Marina Silva war Symbolfigur der Grünen Partei, trat indessen 2011 aus.
http://www.abenteuerbrasilien.de/2013/11/fahrradfahren-in-sao-paulo-ein-selbstversuch-und-plaedoyer/
Laut Studie fahren 42 Prozent der jungen Autofahrer Sao Paulos ohne Führerschein – 83 Prozent räumten ein, bereits alkoholisiert gefahren zu sein, 49 Prozent nehmen Leute mit, die Marihuana oder andere Drogen konsumieren. In einer Stadt des Nordostens kamen auf fast 5000 Autos nur 44 Führerscheine, laut Landesmedien 2010. “Uma situacao absurdo e comum.”
2012 führte zu öffentlichen Diskussionen, daß die Dauerstaus auf den Fernstraßen zu den Stränden bei Sao Paulo ständig zunähmen, die Fahrt statt der früher ein bis zwei Stunden inzwischen bis zu sieben Stunden dauere. Von nicht wenigen Brasilianern wird dies auf die unter Lula-Rousseff verfolgte Verkehrspolitik zurückgeführt, die zwecks Begünstigung der Automultis den ökologischen, preisgünstigen Schienen-Nahverkehr, der der Bevölkerungsmehrheit dienen würde, zielgerichtet benachteilige. In den Informationsradios wurde 2012 von Brasilianern auf den Bahn-und S-Bahn-Verkehr in Mitteleuropa als nachahmenswertes Beispiel verwiesen. Hätte Brasilien ein solches Verkehrssystem, käme es nicht zu den immer absurderen Staus, die mit enormer Luftvergiftung, viel höherem Kraftstoffverbrauch und Streß verbunden seien. Indessen existierte bereits ein relativ gut ausgebautes Schienennetz in Brasilien, konnte man sogar von Sao Paulo mit dem Zug an die Küste fahren, gab es Bahnstrecken entlang der Küste. Jedoch wurden diese Zugverbindungen von interessierter Seite aus den bekannten Gründen gestoppt, zerstört. In diesem Zusammenhang werden stets Lulas sehr gute Beziehungen zu den Automultis betont.
Oktober 2011, Rio de Janeiro: „Junge Frau fährt ohne Führerschein, überfährt und tötet alten Mann in Rio“(Folha) Bei dem Toten handelt es sich um den Österreicher Rudolf Lessak
Marina Silva: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/07/20/marina-silva-verlast-im-juli-2011-die-grune-partei-partido-verde-brasiliens/

“Coletivo Urubus” – Künstlerischer Protest gegen Naturzerstörung, hohe Luftvergiftung in Sao Paulo, die City-Bäume absterben läßt. “Praca da Republica”.
Arnaldo Jabor, Brasiliens Filmemacher und populärster Medienkolumnist 2011: “A buracracia é miseria, nossa corrupcao é miseria, a estupidez politica é miseria. A miseria nao está nas periferias e favelas – está no centro da vida brasileira. Somos uns miseraveis cercados de miseraveis por todos os lados.”
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/
Deutscher Bundespräsident Christian Wulff 2011 in Obdachlosen-Werkstattprojekt der katholischen Kirche in Sao Paulo.
In Mitteleuropa ist u.a. in Medien kein Mitgefühl für die bei Luftangriffen zerfetzten libyschen Zivilisten spürbar, für entsprechende Fotos herrscht offenbar eine Sperre.