Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasiliens klima-und umweltfeindliche Zucker-und Ethanolproduktion – die hohen sozialen Kosten archaischer Herstellungsmethoden. Greenaction, Greenpeace. Ramsauer bei Rousseff. Warum sich der kirchliche Umweltaktivist Francelmo selbst verbrannte…

Die achtgrößte Wirtschaftsnation Brasilien ist der weltweit führende Zuckerproduzent und –exporteur, zudem der zweitwichtigste Hersteller des Agrotreibstoffs Ethanol. Zwischen 2009 und 2010 hat die EU ihre Zuckerkäufe in Brasilien verdreifacht – das Bundesumweltministerium rechnet laut eigenen Angaben zudem mit umfangreichen deutschen Importen brasilianischen Ethanols. Wenig bekannt ist indessen, wie extrem umweltfeindlich Zucker und Ethanol hergestellt werden. Brasiliens Biologen und Umweltexperten weisen besonders auf das verheerende Abbrennen der riesigen Zuckerrohrplantagen kurz vor der Ernte, wobei große Mengen von Dioxin und klimaschädlichen Gasen freigesetzt werden, ungezählte Tiere lebendig verbrennen.

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http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/alternative-kraftstoffe-regierung-in-berlin-und-brasilia-beschliesen-absichtserklarung/

Auf den Werbefotos der Zucker-und Ethanolbranche wirkt das grüne, wogende Meer der Zuckerrohrplantagen für viele direkt sympathisch. Doch wenn es in der Erntezeit zum Flammenmeer wird, dichte, ätzende Rauchwolken die Sonne verdunkeln, sich das Feuer bis an die Straßen heranfrißt, fühlen Auto-und Motorradfahrer nur Angst und Schrecken, häufen sich wegen der Gluthitze und der fehlenden Sicht tödliche Verkehrsunfälle.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/12/samba-im-autotank-und-hungrige-zeiten-greenaction-zitiert-aus-website-text-uber-umwelt-und-menschenfeindliche-ethanol-und-zuckererzeugung-in-brasilien/

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/01/deutscher-bundesverkehrsminister-peter-ramsauer-trifft-brasiliens-prasidentin-dilma-rousseff-pressemitteilung/

Roberto Malvezzi, Umweltexperte der brasilianischen Kirche, kann auch deshalb an der Zucker-und Ethanolbranche nichts Positives entdecken: “Zuckerrohr ist eine umweltschädliche Monokultur. Und Ethanol aus Zuckerrohr ist kein sauberer Kraftstoff. Immer wieder brechen Arbeiter auf den Feldern an Überanstrengung tot zusammen. Um die Anbauflächen zu erweitern, wird abgeholzt, vertreibt das exportorientierte Agrobusiness Indiostämme und Kleinbauern sogar durch Terror und Mord. Hinter moderner Fassade verstecken Großfirmen nur zu oft Sklavenarbeit.“

Und nur durch solch  abstoßendes, inhumanes Sozialdumping, betonen auch andere kirchliche Experten, seien brasilianischer Zucker und Ethanol auf dem Weltmarkt so billig und so wettbewerbsfähig. Mario Mantovani ist Präsident der angesehenen Umweltstiftung „SOS Mata Atlantica“ – und gegen die seit der Kolonialzeit gepflegte Methode, vor der Ernte des Zuckerrohrs die nicht benötigten Seitenblätter einfach abzufackeln, kämpft er auch auf juristischem Wege.

“Brasilien ist der viertgrößte Erzeuger klimaschädlicher Gase – wegen der Brandrodungen im Regenwald und dieser Plantagenbrände, die seit Jahrhunderten als normal angesehen werden. Schaut man sich allein den Dioxin-und Kohlenmonoxid-Ausstoß an, dann sind alle Vorteile, die Ethanol-Kraftstoff haben sollte, praktisch aufgehoben. Doch der heutige Weltmarkt will garnicht wissen, ob das Zuckerrohr von Sklavenarbeitern geerntet wurde und ob man die Plantagen abgebrannt hat. Dem Markt ist das alles völlig egal.“

http://wissen.dradio.de/brandrodung-notstand-am-amazonas.37.de.html?dram:article_id=5577&sid=

Mantovani nennt zuerst die Kosten für die Natur: Die Feuer zerstören die Bodenfruchtbarkeit, vernichten die natürlichen Feinde von Zuckerrohr-Schädlingen. Folgerichtig werden immer mehr Agrargifte eingesetzt, ist deshalb Brasilien heute weltgrößter Verbraucher selbst solcher Gifte, die in der EU längst verboten sind. Ungezählte Tiere werden von den Flammen umzingelt, können nicht fliehen, verbrennen lebendig. Doch auch die sozialen Kosten sind laut Mantovani enorm: Giftiger Ascheregen auf Städte und Dörfer, krebserzeugender Brandruß wird über Haut und Atmung vor allem von den Zuckerrohrarbeitern aufgenommen. “Wegen der Flächenbrände sind die Gesundheitsposten voller Leute, die sich Atemkrankheiten holten, Sauerstoffbehandlungen brauchen. Doch für all diese Krankheiten, die medizinischen Kosten muß nicht die Zucker-und Ethanolbranche aufkommen. Den Schaden hat der Staat, haben wir – die Firmen dagegen den Gewinn, alle Vorteile – und bekommen sogar Gelder von der Regierung, werden von deren Entwicklungsbank finanziert. Ökologische Gegenleistungen werden nicht gefordert.“

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1247712/

Viele Firmen der Zuckerrohrbranche, die nach Deutschland exportieren, sind laut Mantovani derzeit völlig unbesorgt, weil niemand von ihnen Produktionszertifikate fordert. Er appelliert deshalb an die deutschen Umweltschützer, sich für die Einführung von Nachweisen einzusetzen, daß Zucker und Ethanol für Deutschland ohne Umweltschäden sowie gemäß sozialen Standards erzeugt worden ist.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/14/belo-monte-wasserkraftwerksprojekt-in-amazonien-dokfilm-von-martin-kesler-anklicken-interamerikanische-menschenrechtskommission-fordert-baustopp-von-rousseff-regierung-bischof-erwin-krautle/

Mídia estrangeira contribuiu para a imagem positiva do Brasil no exterior

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Qui, 10 de Março de 2011 10:03

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Últimas Notícias – Mídia

Publicado em: 09/03/2011
Por Luiz Gustavo Pacete/Redação Revista IMPRENSA

Pesquisa encomendada pela emissora britânica BBC ao Instituto de Pesquisas GlobeScan e ao Programa de Atitudes em Política Internacional da Universidade de Maryland (EUA), apontou que a popularidade e a imagem positiva do Brasil no mundo aumentou de 40% para 49% entre o final de 2010 e inicio de 2011.

A pesquisa avaliou a imagem de 16 países mais a União Europeia nesse período. Foram ouvidas 28 mil pessoas em 27 países. O Brasil foi o único país que cresceu nove pontos ficando com a 7º posição, uma a frente dos Estados Unidos. A África do Sul cresceu de 35% para 42% por conta do espaço que teve na mídia em função da Copa do Mundo.

Segundo a pesquisa, entre os fatores que contribuíram para o desempenho do Brasil na pesquisa estão o desempenho econômico do país no governo Lula, o fortalecimento da política externa e a transição democrática de governo em 2011. Todos temas amplamente divulgados pela imprensa internacional.

Já em 2009, um levantamento da CDN Análise & Tendências apontava que somente 15% das matérias publicadas sobre o Brasil no exterior possuíam viés negativo. O levantamento, contratado pela Secretária de Comunicação Social (Secom), identificou que nos 49 principais veículos internacionais o destaque para o Brasil já era positivo.

Presença dos correspondentes
A presença de correspondentes estrangeiros no Brasil foi fundamental para a repercussão positiva da imagem do país na imprensa mundial. Em 2001, no governo Fernando Henrique Cardoso, estavam registrados 200 correspondentes no país. Atualmente o número de jornalistas estrangeiros ultrapassa 420. Chantal Rayes, dos jornais Liberation (França) e Le Temps (Suíça), chegou ao Brasil nesta época. “Antes de me transferir do Líbano para o Brasil, em 2001, políticos me diziam ‘boa sorte, vai ser difícil emplacar matérias por lá”, lembra.

O repórter da revista econômica alemã Wirtschafts Woche, Alexander Busch, comenta que apesar de o interesse pelo Brasil ter aumentado ele ainda não vê tantas demandas. “Acho que especificamente em relação à Alemanha o interesse pelo Brasil precisa crescer. Vejo que outras pautas são prioritárias como China, por exemplo,”. Para o correspondente da agência Ansa, Dario Pignotti, a figura do ex-presidente Lula foi fundamental para a exposição. “Ele, sem dúvida, era pauta para a maioria dos veículos”, diz.

Apesar do carisma de Lula, a relação entre o Itamaraty e os jornalistas foi fundamental para acolher e fornecer estrutura adequada à mídia internacional. Na matéria “Imagem em Construção” da edição de janeiro/fevereiro, (número 264), a revista IMPRENSA ouviu um grupo de 13 correspondentes estrangeiros no Brasil. Os jornalistas apontaram pontos positivos e negativos no governo Lula em relação ao tratamento dado à imprensa estrangeira (veja quadro abaixo).

Com o início do governo Dilma, resta saber o que mudará no relacionamento com a imprensa e de que forma isso pode refletir na imagem do Brasil no exterior. Os últimos anos já mostraram a influência e a importância que essa relação pode ter para o país.

“Biosprit” und die Selbstverbrennung von Francelmo 

2005 verbrennt sich Francisco Anselmo de Barros, genannt Francelmo, selbst, um ein Zeichen gegen die immer brutalere Umwelt-und Naturvernichtung in Brasilien zu setzen. Francelmo ist einer der wichtigsten, bekanntesten Umweltaktivisten des Tropenlandes. Direkter Anlaß seines Protests ist die Ausweitung der Ethanolproduktion auf Kosten der Natur.Unter der Lula-Regierung erklärt Francelmo, „in Umweltfragen werden wir heute hintergangen durch Interessen schlechter Politiker, schlechter Unternehmer. In Bezug auf Brasilien sehen wir, wie das Schiff untergeht – doch niemand sagt etwas dagegen. In den Süden werden genmanipulierte Pflanzen eingeschmuggelt – und die Regierung unterstützt das. Brandrodungen in Amazonien – die Regierung ist unempfindlich, gleichmütig.  Es gibt Leute mit Landbesitz so groß wie ein Teilstaat – und es gibt die Landlosen. Der Rio Sao Francisco wird umgeleitet, statt ihn zu revitalisieren.“ Brasiliens Umweltministerin Marina Silva gehört einer großen Wunderheilersekte an – die Resultate von Silvas Politik sieht, spürt man in Amazonien genauso wie in Sao Paulo. Europäische Alibi-Umwelt-und Menschenrechtsorganisationen, die der Öffentlichkeit vorgaukeln sollen, daß sich jemand für Natur und Bürgerrechte engagiert, belassen es wie im Falle der Selbstverbrennung Francelmos gewöhnlich bei Alibi-Erklärungen – echte, wirksame Aktionen werden, weil unerwünscht, unterlassen. Wie es um Deutschlands Natur, die biologische Vielfalt, die Artenentwicklung und den Schutz der Landschaften dank des „Engagements“ dieser teils hoch gesponserten Alibi-Organisationen steht, zeigen die Fakten überdeutlich. Und daher ist auch Francelmo in Europa so gut wie unbekannt, wird sein Name, sein Protest in der Diskussion um „Todes-Sprit“ (Frei Betto) nur selten erwähnt. „Menschen ernähren, nicht Autos“, fordern hunderte Umweltgruppen Lateinamerikas, zudem einen EU-Verzicht auf Agrotreibstoffe wie Ethanol.  Doch Wirtschaftsinteressen von Minoritäten setzen sich durch – mehr Autos, mehr Agrotreibstoffe statt Schutz von Umwelt und Gesundheit.

Francelmo setzte sich auch für den bedrohten Nordost-Strom Rio Sao Francisco ein – 2005, im Jahr der Selbstverbrennung, startet dort Bischof Luiz Flavio Cappio seinen ersten Hungerstreik gegen jenes gigantische Umleitungsprojekt der Regierung.

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 15. April 2011 um 02:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Naturschutz, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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