Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasiliens Schriftsteller Joao Ubaldo Ribeiro zum Polizei-und Militäreinsatz in Rio de Janeiro:“Ein Krieg, der nicht aufhört.“ „Wo sind die Getöteten?“ (Folha de Sao Paulo) „Fast ein Afghanistan-Krieg ist die Arbeit, die noch zu tun ist.“(Lya Luft)

Montag, 06. Dezember 2010 von Klaus Hart

Ribeiro fragt in seiner Wochenkolumne, warum der blutige Krieg gegen die Drogenmafia weitergeführt wird:“Weil kein Interesse an einem Sieg und weniger noch an einem Ende besteht. Wer denkt, daß solch ein Interesse besteht, sind wir, die Doofen….der Drogenhändler bedankt sich für die Repression, weil sie ihm lukrative Geschäfte ermöglicht – die Repression und deren Instrumente bedanken sich beim Drogenhändler, weil er sie prosperieren läßt – und der Korrupte dankt beiden für den Geldsegen, der auf geheimen Konten landet.“

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/02/der-militar-und-polizeieinsatz-von-rio-de-janeiro-ist-eine-farce-und-entbehrt-jeglicher-rechtsstaatlichkeit-luis-de-barros-vidal-prasident-der-brasilianischen-richtervereinigung-fur-demokratiea/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/29/rio-de-janeiro-armee-major-von-banditen-erschossen-in-slumregion/

Gilberto Dimenstein, Folha de Sao Paulo: „Je größer die Repression, um so größer der Wert der Produkte – und daher die Attraktivität des Marktes – und logisch, umso größer die Bestechungsgelder. Jetzt kommt es nicht zum Ende des Drogenhandels, sondern zu dessen Perfektionierung, also weniger primitiv und gewalttätig.“

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/02/der-militar-und-polizeieinsatz-von-rio-de-janeiro-ist-eine-farce-und-entbehrt-jeglicher-rechtsstaatlichkeit-luis-de-barros-vidal-prasident-der-brasilianischen-richtervereinigung-fur-demokratiea/

„Wo sind die Getöteten?“, fragt Brasiliens größte Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“ :“Bei den Operationen in Vila Cruzeiro und Complexo do Alemao gab es 37 Tote – man weiß nicht, wie es zu den Tötungen kam und auch nicht, wer Bandit oder Unschuldiger war.“

Zu den kuriosen Fakten des Polizei-und Militäreinsatzes von Rio de Janeiro zählt nach Darstellung der Landesmedien, daß die mit Guerrilhataktik operierenden Banditenkommandos des Complexo do Alemao ausreichend Zeit hatten, sich in andere der über 1000 Slums von Rio zurückzuziehen. Dadurch, so hieß es, sei es nicht zu der erwarteten End-Schlacht gegen die konzentrierten Kräfte des organisierten Verbrechens gekommen. In Medien der Ersten Welt hieß es dagegen, es sei der Complexo do Alemao gestürmt worden, in dem sich bis zu 600 Drogengangster aufhielten. Kurios war auch das unablässige heftige Feuern der Spezialeinheiten auf nicht vorhandene Feinde im Gassengewirr der Slumregion – was vor allem von den in-und ausländischen TV-Teams fleißig abgefilmt wurde.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/04/lula-lobt-in-rio-uberschwenglich-auslandsmedien-fur-deren-berichterstattung-stets-harsche-kritik-an-nationalen-medien-elogios-para-a-imprensa-de-fora/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/

Die Zeitung nennt u.a. den Fall einer Schülerin, die einen tödlichen Schuß in den Rücken erhielt, als sie zuhause vor dem Computer saß und für die Schule lernte. Zudem seien eine Hausfrau, ein alter Mann und ein weiterer Unbewaffneter getötet worden.

Gewalttätigste Region Brasiliens sei nicht etwa der Südosten mit Rio de Janeiro, sondern der Nordosten – zu Gewalt-Explosionen um das Drogengeschäft komme es in den Slums von Salvador da Bahia, Maceio und Belem, hieß es weiter in den Landesmedien.

saoluismpipolizei.jpg

Nordöstliche Provinzhauptstadt Sao Luis – auffällig gewaltgeprägt.

„Fast ein Afghanistan-Krieg ist die Arbeit, die noch zu tun ist.“ Schriftstellerin Lya Luft, in Veja-Kolumne.

Kuba-Systemvergleich:

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/05/03/kuba-2016-islamisierung-und-forcierte-installierung-des-organisierten-verbrechens-treiben-dem-islamisierungsfreien-nationalstaat-immer-mehr-touristen-zu-denen-frueher-weit-mehr-interessante-urlaubsz/

(more…)

Brasiliens unglaubliche Talente: Carlinhos Luz haut regelmäßig in Sao Paulos Luz-Bahnhof ekstatisch in die Tasten – auf dem Klavier für alle.

Sonntag, 05. Dezember 2010 von Klaus Hart

Crack-Boom in Brasilien: Auch während Polizei-und Militäroperationen von Rio de Janeiro offener Drogenhandel selbst in der City von Sao Paulo. Paulo Lins, „City of God“.

Sonntag, 05. Dezember 2010 von Klaus Hart

 http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/paulo-lins-gesichter-brasiliens/

crackjungermann.JPG

Der offiziell ein weiteres Mal verkündete Kampf von Polizei und Militär gegen die Drogenmafia und ihre Banditenkommandos hat auch in Sao Paulo, Brasiliens wichtigstem Drogenumschlagplatz, zu keinerlei sichtbaren Auswirkungen geführt. Selbst in der City der wichtgsten lateinamerikanischen Wirtschaftsmetropole geht der Crack-Handel unter den Augen der Polizei wie bisher offen weiter, sammeln sich Crack-Süchtige in Horden bis zu mehreren hundert Personen für Kauf und Konsum selbst in unmittelbarer Nähe von Polizeiwachen. Von Crack gezeichnete Kinder und Jugendliche, häufig völlig verdreckt und abgemagert, liegen auf Gehsteigen und Plätzen.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/01/rio-de-janeiroich-habe-nicht-die-absicht-mit-dem-drogenhandel-schlus-zu-machen-sagt-sicherheitschef-beltrame-drogenhandel-gibts-auch-in-london-und-paris/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/

Laut neuen brasilianischen Studien haben 7 Prozent der Crack-Konsumenten Aids – eine Rate zehnmal höher als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung

(more…)

Rio de Janeiro: Polizisten zwangen Zehnjährigen, zu erfinden, daß er von Banditen verwundet wurde, berichtet Lokalzeitung. Junge wurde zum kleinen Helden von Rio. „“Extra revela como ate orgaos oficiais ajudaram a transformar mentiras em verdades.“ Paulo Lins, „City of God“.

Sonntag, 05. Dezember 2010 von Klaus Hart

http://extra.globo.com/geral/casodepolicia/#346796

„EXTRA descobre que menino tratado com heroi ao desafiar traficante foi forcado a inventar a historia.“

„Ganz Brasilien glaubte, daß der Junge von Drogengangstern angeschossen wurde, weil er sich weigerte, Autos anzuzünden. Es war eine Lüge.  Und schlimmer noch: Eine Lüge mit offiziellem Stempel.“

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/

Landesweit und international per TV und Presse verbreitete Version: „Um menino de 12 anos foi baleado em uma das pernas na Favela do Jacarezinho na madrugada deste sábado (27). Segundo soldados do 3º BPM (Méier), o garoto disse que foi alvejado por traficantes ao se recusar a pegar material inflamável para jogar em veículos na cidade.“ 

Leserzuschrift: „Esse menino deveria se tornar o símbolo da reação do Rio de Janeiro, tanto quanto aquele menino chinês que entrou na frente dos tanques nos anos 80. É a prova de que as coisas estão mudando nesta cidade.“ 

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/paulo-lins-gesichter-brasiliens/

Die Zeitung EXTRA zitiert den zehnjährigen Jungen:“Die Polizisten drohten damit, meine Eltern zu töten, falls ich nicht aussage, was sie wollten.“

rioboatoextra.JPG

Titelseite der Zeitung „Extra“ in Rio de Janeiro.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/02/der-militar-und-polizeieinsatz-von-rio-de-janeiro-ist-eine-farce-und-entbehrt-jeglicher-rechtsstaatlichkeit-luis-de-barros-vidal-prasident-der-brasilianischen-richtervereinigung-fur-demokratiea/

(more…)

Lula lobt in Rio überschwenglich Auslandsmedien für deren Berichterstattung über das heutige Brasilien – während er die regierungskritischen Landesmedien häufig scharf rügt. Günstige Berichterstattung der internationalen Presse sei verantwortlich für das gute Image Brasiliens im Ausland. Wikileaks.

Samstag, 04. Dezember 2010 von Klaus Hart

Wie die Landesmedien hervorheben, agierte Lula gegenüber Auslandskorrespondenten völlig anders als gegenüber der nationalen Presse, die er konstant und viele Male sogar wütend kritisiert habe, ihr vorwerfe, ihn zu verfolgen oder nicht die guten Seiten seiner Regierung zu zeigen. Die Auslandspresse, so Lula, halte sich an die Fakten. Die günstige Berichterstattung der internationalen Presse sei verantwortlich für das gute Image, das das Land derzeit im Ausland genieße. Auffällig in den letzten Jahren: Je schärfer die Kritik von innen, um so lauter das Lob von außen.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/23/rekord-entlassungen-in-brasilien-lula-spricht-von-porretada-im-dezember-fiquei-puto/

luladilma6.JPG

Brasiliens Medien hatten u.a. zahlreiche gravierende Fälle von Korruption und Machtmißbrauch in der Regierung aufgedeckt, was Lula häufig stark verärgerte. Wegen der Enthüllungen blieb Lula unter dem Druck der öffentlichen Meinung nichts weiter übrig, als zahlreiche enge Freunde und Vertraute aus hohen Staatsämtern zu entfernen. Im Ausland hat Lula, verglichen mit dem investigativen Vorgehen brasilianischer Journalisten, eine sehr gute Presse.

BRASILIEN

Gauck: Von Brasilien lernen

Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013

Gauck sieht Kolumbien und Brasilien “auf gutem Wege”/Deutschlandradio Kultur

“Moderne Scheiterhaufen aus Autoreifen”:

-http://www.deutschlandradiokultur.de/moderne-scheiterhaufen-aus-autoreifen.1013.de.html?dram:article_id=167263

 

 

 

slumkloakesp1.JPG

“Krise – was denn für eine Krise?” – Kloake-Slum in Sao Paulo.

2013:

“Der geplatzte Traum vom Boom der Schwellenländer” Handelsblatt. Große europäische Wirtschaftsblätter stoppen Brasilien-Agitprop.

(more…)

„Krieg in Rio – gegen wen? Krieg in Rio gegen die Diktatur des organisierten Drogen-Verbrechens? Krieg gegen die Jungen und Heranwachsenden, die von Gesellschaft und Regierenden seit vielen Jahren vergessen worden sind?“ Italienischer Priester Renato Chiera, Doktor der Philosophie, Gründer des Jugend-Sozialprojekts „Casa do Menor S.M. Arcanjo“ in Rio de Janeiro. „Wer schuf das Drogenbusiness und die Drogengangster? Wer profitiert in Wahrheit von den Milliarden, die das organisierte Verbrechen erwirtschaftet?“

Samstag, 04. Dezember 2010 von Klaus Hart

ThyssenKrupp in Rio de Janeiro: Anzeige wegen Umweltverbrechen – Führungskräften Friedrich-Wilhelm Schaefer und Alvaro Boechat drohen 19 Jahre Gefängnis, laut Landesmedien.

Samstag, 04. Dezember 2010 von Klaus Hart

Die Anzeige wurde vom Innenministerium des Teilstaats Rio de Janeiro gestellt – seit Juni 2010 verschmutze das Stahlwerk von ThyssenKrupp die Luft in gesundheitsschädlicher Weise, betroffen sei hauptsächlich die angrenzende Gemeinde in Santa Cruz, hieß es weiter. ThyssenKrupp habe die Anschuldigungen zurückgewiesen.

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/06/thyssenkrupp-neues-stahlwerk-erhoht-den-co2-ausstos-von-rio-de-janeiro-um-763-prozent-melden-landesmedien-der-preis-des-fortschritts-o-precocruel-do-progressonoblat/

http://www.jcom.com.br/noticia/128864/MP_do_Rio_denuncia_ThyssenKrupp_por_crimes_ambientais

ruttgersthyssenkrupp.jpg

Wie es 2011 weitergeht: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/07/thyssenkrupp-in-rio-europaische-medien-nehmen-das-neue-problem-stahlwerk-starker-zur-kenntnis-vorhergesagte-pannen-ohne-ende-geldbusen-klagen/

(more…)

Rio de Janeiro: Fotos über den Polizei-und Militäreinsatz, die in Mainstream-Medien gut ankommen. Manche halten die Fotos für gestellt. C.V. – Comando Vermelho, eine der größten Verbrecherorganisationen Brasiliens.

Samstag, 04. Dezember 2010 von Klaus Hart

Angst vor Ermordung in Brasilien: Zwischen 70 und 86 Prozent der Bevölkerung, je nach Region. Sicherheitspolitik der Lula-Regierung.

Freitag, 03. Dezember 2010 von Klaus Hart

Rio de Janeiro – mehr als vier Aids-Tote täglich, laut viel zu niedrigen offiziellen Angaben. Höchste Aids-Todesrate angeblich in Rio Grande do Sul.

Freitag, 03. Dezember 2010 von Klaus Hart

Laut Landesmedien ist die Betreuung von Aidspatienten schlecht bis sehr mangelhaft – während die Auslandspropaganda das Gegenteil behauptet. Es gebe viel zu wenige Ärzte, Behandlungsstellen seien überfüllt, Patienten bekämen nur zu oft keinen Arzttermin, würden vielerorts abgelehnt, staatliche Versprechungen von 2009 würden nicht eingehalten, hieß es von Aids-NGO.

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/22/der-papst-und-die-kondome-fortdauernde-desinformation-uber-katholische-praxis-bei-aids-pravention-kirchliche-kondomverteilung-seit-16-jahren-in-brasilien-dem-grosten-katholischen-land-unterstellt/

aidspostercefran.JPG

(more…)

    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

interessante Links

Seiten

Ressorts

Suchen


RSS-Feeds

Verwaltung

 

© Klaus Hart – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)