Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Kannibalismus-Fall in Amazonien?(1) “Kulina-Indianer brieten und aßen Herz, Teile der Eingeweide, Leber und Teil eines Schenkels des Ermordeten”, sagt ermittelnde Polizei. PT-Kongreßabgeordneter Henrique Afonso im Website-Interview:”Ich bekomme zahlreiche schockierende Anzeigen über Kannibalismus.”

http://g1.globo.com/Noticias/Brasil/0,,MUL996110-5598,00-FUNAI+DESCARTA+CANIBALISMO+ENTRE+TRIBOS+INDIGENAS+NO+BRASIL.html

Der Polizeichef von Envira im Teilstaat Amazonas  sagte im brasilianischen Fernsehen, die an dem Mord eines 21-jährigen nichtindianischen Viehhirten beteiligten sechs Kulina-Indianer hätten gegenüber einem Beamten der staatlichen Indianerbehörde FUNAI erklärt, das Herz, Teile der Eingeweide, die Leber sowie den Teil eines Schenkels des Opfers gegessen zu haben. Die Indianer seien auf der Flucht. Es sei nicht der erste Mord durch Kulina gewesen – zuvor hätten diese in Envira bereits einen Mann ermordet. In der Region leben etwa 2500 Kulina, hieß es – Kulina nahmen am Weltsozialforum in Belém teil.

 Der Polizeichef beklagte, daß die FUNAI als zuständige Behörde viel zu spät in dem Fall ermittelt habe. Der Ermordete sei bereits am 2.Februar aufgefunden worden. Angehörige hätten die Überreste des Toten aus dem Indiodorf geholt,  dabei ebenfalls ermordet werden können. Gemäß weiteren Polizeiangaben war ein tatbeteiligter Indianer bereits festgenommen, durch Einflußnahme der FUNAI aber wieder freigelassen worden. Den Nicht-Indio habe man durch etwa 60 Messerstiche getötet. Danach sei er zerhackt worden, habe man die betreffenden inneren Organe in dem Indianerdorf gebraten und gegessen. Der bischöfliche Indianermissionsrat CIMI hat gegenüber dieser Website den Kindermord sowie Sex mit Kindern bei brasilianischen Indiostämmen bestätigt, jedoch zur Frage fortexistierenden Kannibalismus keine Angaben gemacht. Der für die Ermittlungen zuständige FUNAI-Chef – siehe SWR-Beitrag: http://www.swr.de/swr2/programm/extra/lateinamerika/stimmen/beitrag32.html

Kannibalismus in Brasilien – noch in den sechziger Jahren laut brasilianischen Quellen. Der Deutsche Hans Staden und die Kannibalen. Machistische Indiostämme. Musikinstrumente aus Menschenknochen in Mexiko.Â

Laut brasilianischen Angaben, darunter dem Nachrichtenmagazin ”Epoca, hat es in dem Tropenland noch bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts  Fälle von Kannibalismus gegeben. Genannt wird der Stamm der Cintas-Largas im Amazonas-Teilstaat Rondonia. Ob es bis heute derartige Fälle gibt, läßt sich schwer ermitteln, da die Kenner der Situation, darunter  Anthropologen,  offenbar aus Gründen politischer Korrektheit nur in Ausnahmefällen bereit sind, über derartige Sachverhalte Informationen freizugeben. Die Geheimnistuerei um Kindermord und Pädophilie bei teils extrem machistisch strukturierten Indiostämmen zeigt dies beispielhaft.  In Europa wird nicht selten bestritten, daß  in Brasilien überhaupt Kannibalismus existiert hat.

Gemäß neuen anthropologischen Studien war auch im heutigen Mexiko vor der Ankunft der Spanier der Kannibalismus weit üblicher als bisher angenommen. Menschenfleisch wurde danach nie gebraten, sondern stets gekocht. Als starkes Indiz, daß Menschenfresserei systematisch betrieben wurde, gilt die Entdeckung von über 2000 Gegenständen, ob Waffen oder Musikinstrumente, die mit Menschenknochen angefertigt wurden. Diese, so hieß es, seien damals Grundwerkstoff des Kunsthandwerks gewesen.

Auf dem Weltsozialforum 2009 in Belém waren zwar zahlreiche Indianer Amazoniens vertreten, darunter auch Kulina-Indios –  indessen durften  offenbar Themen wie Naturzerstörung durch Stämme, Indio-Bräuche wie Kindermord und Pädophilie nicht offen als Umwelt-und Menschenrechtsthemen diskutiert werden. Ein Blick auf Medienberichte vom Weltsozialforum läßt ebenfalls derartige Themen vermissen. Indianerverklärung a la Karl May ist in Ländern der Ersten Welt wie Deutschland ein sehr profitables Geschäft, unter anderem im Verlags-, Ausstellungs-und Medienbusiness.

PT-Kongreßabgeordneter  Henrique Afonso aus dem Amazonas-Teilstaat Acre, Lebensraum der Kulina-Indianer, im Website-Interview: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/18/brasilia-plant-gesetz-gegen-kindstotungen-bei-indiostammen/

“Wir haben im Kongo Kindersoldaten befragt: Zehn Prozent von ihnen essen regelmäßig Menschenfleisch – die jagen Menschen und essen sie! …Diese in der der eigenen Gruppe cruel people genannten  Soldaten neigen zum Beispiel dazu, ihren Opfern Ohren, Lippen und Genitalien abzuschneiden, Blut muß fließen…Als wir zu den Kindersoldaten gingen und deren Kannibalismus bemerkten, mußten wir uns anfangs übergeben.”  Süddeutsche Zeitung, Wissen, “Im Killer-Modus”, Interview mit Neuropsychologe Thomas Elbert, August 2010

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/29/sklaverei-unter-indianerstammen-lateinamerikas-vor-der-ankunft-der-portugiesen-war-im-heutigen-brasilien-gemas-historischen-quellen-die-sklaverei-bereits-unter-den-indianern-ublich/#more-1523

http://de.wikipedia.org/wiki/Kannibalismus

http://pt.wikipedia.org/wiki/Envira

http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/27/weltsozialforum-2009-und-caiapo-indios-bekannt-wegen-illegaler-urwaldrodung-illegalen-edelholzgeschaften-mahagoni-export-nach-europa-rocksanger-sting-stieg-aus/

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/20/indianer-brasiliens-jagen-mit-feuer-umweltzerstorerischer-irrsinn-von-umweltschutzern-scharf-kritisiert-problem-in-europa-meist-politisch-korrekt-verschwiegen/

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 10. Februar 2009 um 18:49 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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