Die Bischofskonferenz der größten bürgerlichen Demokratie Lateinamerikas hat Staat und Regierung erneut gravierende Verletzungen der Menschenrechte vorgeworfen. CNBB-Generalsekretär Dimas Lara Barbosa sagte im Nationalkongreß von Brasilia, Folterungen seien in Gefängnissen und Polizeiwachen nach wie vor alltäglich. Selbst die Praxis der Sklaverei gehöre zu den immer noch nicht überwundenen Problemen.
Der Bischof stellte zudem besonders den Menschenhandel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern heraus. Brasiliens konkrete Realität beweise, daß das Land noch weit davon entfernt sei, die Gebote der vor 60 Jahren verkündeten UNO-Menschenrechtsdeklaration zu erfüllen. Die erträumte Demokratie müsse erst noch aufgebaut werden. Sogar zum Abhalten von Wahlen werde nach wie vor das Militär eingesetzt. Auch die Slums der brasilianischen Großstädte sind laut Barbosa ein Beispiel markanter Menschenrechtsverletzungen. Der Staat sei dort nicht präsent, die Bewohner würden diskriminiert und litten unter dem vom organisierten Verbrechen verursachten Konflikten. Im heutigen Brasilien würden zudem die Sozialbewegungen kriminalisiert.
Laut Kirchenangaben gibt es in Lateinamerika noch etwa 50000 Sklavenarbeiter, der für Menschenrechtsfragen zuständige Minister Paulo Vannuchi hält sogar etwa 100000 für möglich.
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