Wie die Landesmedien hervorheben, agierte Lula gegenüber Auslandskorrespondenten völlig anders als gegenüber der nationalen Presse, die er konstant und viele Male sogar wütend kritisiert habe, ihr vorwerfe, ihn zu verfolgen oder nicht die guten Seiten seiner Regierung zu zeigen. Die Auslandspresse, so Lula, halte sich an die Fakten. Die günstige Berichterstattung der internationalen Presse sei verantwortlich für das gute Image, das das Land derzeit im Ausland genieße. Auffällig in den letzten Jahren: Je schärfer die Kritik von innen, um so lauter das Lob von außen.
Brasiliens Medien hatten u.a. zahlreiche gravierende Fälle von Korruption und Machtmißbrauch in der Regierung aufgedeckt, was Lula häufig stark verärgerte. Wegen der Enthüllungen blieb Lula unter dem Druck der öffentlichen Meinung nichts weiter übrig, als zahlreiche enge Freunde und Vertraute aus hohen Staatsämtern zu entfernen. Im Ausland hat Lula, verglichen mit dem investigativen Vorgehen brasilianischer Journalisten, eine sehr gute Presse.
Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013
“Moderne Scheiterhaufen aus Autoreifen”:
“Krise – was denn für eine Krise?” – Kloake-Slum in Sao Paulo.
2013:
Brasiliens auflagenstärkste Qualitätszeitung weist auf die engen Verbindungen zwischen „Sektoren der Polizei“ und dem organisierten Verbrechen Brasiliens und hinterfragt zudem, aus welchen tatsächlichen Motiven die jüngsten Polizei-und Militäroperationen geschahen. So wird als Möglichkeit genannt, daß Unstimmigkeiten über die Höhe der von den Banditenkommandos an die Polizei zu zahlenden Gelder der eigentliche Grund für die derzeitigen Zusammenstöße und Spannungen in der Zuckerhutstadt sind. In den Rio-Slums stationierte Soldaten könnten jetzt vom organisierten Verbrechen oder von den paramilitärischen Milizen kooptiert werden – viele der jetzt vorgeschickten Soldaten stammen just aus diesen Rio-Slums. http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/05/brasiliens-streitkrafte-und-die-slumdiktatur5-opposition-und-menschenrechtsorganisationen-verurteilen-verbrechen-der-militarswir-leben-in-einem-sozialfaschismus-heute-geht-es-gegen-die-armen-a/
Es gebe zahlreiche Berichte über die Abzweigung der jetzt beschlagnahmten Drogen, Waffen und Banditengelder durch Staatsangestellte, sowie über gefolterte Slumbewohner. Ein Führer der Slumassoziation von „Complexo do Alemao“ sah den Angaben zufolge, wie Getötete von Schweinen aufgefressen wurden. „Warum ist der Slum jetzt voller Polizisten, die Rucksäcke tragen? Munition tragen die darin jedenfalls nicht fort“, wird ein Bewohner zitiert. Viele Slumbewohner klagen über offenen Raub durch Polizisten und Soldaten, bevorzugt würden elektrische Geräte bis hin zum Fernseher, mitgenommen. Polizisten nähmen Armen und Verelendeten in Slumkaten die Lebensmittel weg oder verzehrten sie gar vor deren Augen. Der katholische Priester Barnabé Cunha beklagte die Zerstörung der Innenräume seiner Kirche durch die Polizei. Ärgerlich über den beobachteten Raub von Fernsehgeräten, hätten Angehörige der Spezialeinheit BOPE just in die Bildschirme geschossen, hieß es weiter.
Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013
„Militäreinsatz ist Farce„: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/02/der-militar-und-polizeieinsatz-von-rio-de-janeiro-ist-eine-farce-und-entbehrt-jeglicher-rechtsstaatlichkeit-luis-de-barros-vidal-prasident-der-brasilianischen-richtervereinigung-fur-demokratiea/
Berichte dieser Art häufen sich seit Jahrzehnten jedesmal nach Polizei-und Militäroperationen in den Rio-Slums, fehlten indessen auch diesmal im hochlukrativen Agitprop-Medienzirkus. Der „Complexo do Alemao“ nahe dem internationalen Flughafen ist von der Polizei regelmäßig „gestürmt“ und „erobert“ worden – Staatschef Lula war zuletzt im Oktober 2010 dort.
Nicht wenige Rio-Bewohner betonen, Autos und Busse seien lediglich angezündet worden, um einen Vorwand für die Polizei-und Militäroperationen zu schaffen. Es entbehre der Logik, daß das organisierte Verbrechen die zahlreichen Fahrzeuge abfackelte – weil auf diese Weise lediglich Zorn der Bevölkerung gegen die Banditenkommandos geschürt und Polizeiaktionen provoziert würden. Man habe es in Wirklichkeit mit einer gut geplanten geheimen Aktion der Polizei zu tun, lauteten Auffassungen u.a. von Angehörigen der Rio-Mittelschicht.
Allgemein wird bestätigt, daß just in der Mega-Favela Rocinha nahe der Nobel-und Eliteviertel wie Ipanema und Leblon der Rauschgifthandel offen und ungehindert weitergeht – Polizei und Militär dort derzeit nicht eingreifen. Rocinha wird ebenfalls regelmäßig „erstürmt“ und „erobert“, schalten dann die Autoritäten bis nach Europa durch, daß man das organisierte Verbrechen, den Drogenhandel nun aber wirklich ernsthaft bekämpfen wolle.
Bewohner der „erstürmten“ Favela Vila Cruzeiro sprachen laut Landesmedien von Leichengeruch, der aus dem Wald über dem Viertel komme. Polizisten hätten Waren und Geld geraubt, es habe Plünderungen durch die Spezialeinheiten gegeben. (É triste saber tambem que a policia continua a mesma.“) Ein Pastor stellte bei einer Polizeiwache Anzeige wegen des Raubs von 31000 Real, hieß es. Nachbarn beschuldigten einen schwarz uniformierten Elitepolizisten. Vorwürfe dieser Art sind nach solchen Militär-und Polizeioperationen häufig. Laut Landesmedien ist üblich, daß Polizisten sich bei derartigen Operationen den Besitz von Banditen aneignen – als „Kriegsbeute“(espolio da guerra). Unabhängige ausländische Beobachter waren bei den jüngsten Polizei-und Militäroperationen offenbar nicht zugelassen.
„Sem um alvo aparente, a todo o momento, policiais disparavam rajadas de fuzil de grosso calibre em direção aos frágeis barracos do morro da Baiana e riam em seguida, visivelmente despreocupados.“
„Wo sind die Waffen und die Banditen?“: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/30/rio-de-janeiro-wo-sind-die-waffen-und-die-banditen-fragt-qualitatszeitung-o-globo-ruckzug-mit-guerrilhataktik-offenbar-wie-immer-gelungen-gute-geschaftsbedingungen-derzeit-im-mega-slum-ro/
Folter unter der Lula-Rousseff-Regierung: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/12/die-folter-in-polizeiwachen-hat-in-ganz-brasilien-stark-zugenommen-gefangenenpriester-valdir-joao-silveira-die-anti-folter-konvention-wird-nicht-eingehalten-was-tut-denn-die-uno-damit-die-k/
Lula und Dilma Rousseff im Präsidentschaftswahlkampf – Tabuthema Folter in Brasilien(auch im Medienzirkus).
Manifest gegen Megaoperation von 2007 im Complexo do Alemao: http://www.direitos.org.br/index.php?option=com_content&task=view&id=3503&Itemid=2
Richtervereinigung verurteilt Militäreinsatz: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/01/rio-de-janeiro-richtervereinigung-fur-demokratieajd-verurteilt-militar-und-polizeieinsatz-in-slums-staat-verletzt-verfassung-summarische-exekutionen-ausrottung-unerwunschter-bevolkerung/
„Irak ist hier“: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/26/irak-ist-hier-tageszeitung-von-rio-de-janeiro-publiziert-vergleichsfotos/

„Gleichheit“ – Protest in Sao Paulo.
„Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst.“ Wie die europäische Tourismusindustrie in ganzseitigen deutschsprachigen Anzeigen die Situation in dem Tropenland interpretiert
Rios Autoritäten versprechen derzeit zum x-ten Male in mehreren Jahrzehnten, das organisierte Verbrechen effizient zu bekämpfen. Laut Landesmedien hat die Polizei indessen einen beträchtlichen Teil der gewaltgeprägtesten Slums die letzten zehn Jahre nicht ein einziges Mal betreten, hatten also die dortigen Banditenkommandos in ihrem Parallelstaat völlig freie Hand. http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/25/banditenorganisationen-in-rio-de-janeiro-wer-herrscht-wo-stadtkarten-anklicken-satellitenfotos-nutzen/
„Frieden ist möglich“ – Panzer in Vila Cruzeiro, Medienfotoausriß.
Mit Rücksicht auf das Rio-Image angesichts der herannahenden Fußball-WM und der olympischen Spiele berichten die lokalen Medien derzeit weit weniger konkret und anschaulich als zuvor. Interessierte sind daher weitgehend auf eigene Recherchen angewiesen, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Amtliche Angaben sind wie üblich wenig brauchbar.
Fotodokumentation: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/
Scheiterhaufen-Rap, anklicken: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/16/rio-de-janeiro-popularen-scheiterhaufen-rap-microondas-der-scheiterhaufen-stadt-anklicken-vacilou-bem-na-favela-microondas-te-torrou-a-tua-chance-acabou/
Brasiliens gewählte Präsidentin Dilma Rousseff, bisherige Chefministerin der Lula-Regierung, begann ihre erste Rede an die Nation mit einem bemerkenswerten Eingeständnis: In Lateinamerikas größter Demokratie, der immerhin achtgrößten Wirtschaftsmacht der Erde, existieren weiterhin Hunger und Elend. Dabei hatte der jetzige Staatschef Lula bereits vor seinem Amtsantritt 2002 versprochen, mit Hunger und Elend Schluß zu machen, dieses Problem zu lösen. Kritik der Kirche und selbst der UNO an unzureichender Elendsbekämpfung war bisher stets als grundlos zurückgewiesen worden.
Brasilien bewegt den Bundespräsidenten: Während seines Besuchs zeigte sich Joachim Gauck beeindruckt von der Aufbruchstimmung im Land. Deutschland könne von dem Mut zu Veränderungen lernen. Regierungssender Deutsche Welle 2013
„Mit aller Energie werden wir ein Programm gegen den Hunger verwirklichen. Wir werden garantieren, daß alle Brasilianer ihre drei Mahlzeiten am Tag haben – morgens, mittags und abends“ – erklärte 2002 Luis Inacio Lula da Silva.
Brasilien – Gesundheits-Ranking: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/14/brasilien-und-die-40-lander-mit-der-hochsten-gesundheitsqualitat-laut-bloomberg-das-tropenland-ist-nicht-darunter-auch-nicht-unter-den-besten-zehn-landern-von-nord-und-sudamerika/
Bundesaußenminister Guido Westerwelle:
“Brasilien ist das Kraftzentrum Südamerikas geworden und zu einer Gestaltungsmacht mit globalem Anspruch herangewachsen”.
Dilma Rousseff und Lula feiern Wahlsieg 2010 mit José Sarney, Ex-Chef der Folterdiktatorenpartei ARENA.
Wie ein Sprecher der 600 Familien, die zuvor ein seit 20 Jahren leerstehendes öffentliches Gebäude besetzt hatten, im Website-Interview sagte, gäbe es im Zentrum Sao Paulos zahlreiche öffentliche Gebäude dieser Art, die Wohnungslosen dienen könnten. Leider fehle politischer Wille der Autoritäten. Lateinamerikas reichste Megacity zählt über 2000 Slums. Unterdessen wurde bei Sao Paulo in Sao Bernardo do Campo jenes Gebäude „Condominio Residencial Hill House“ von vier Gangstern überfallen, in dessen luxuriös ausgebautem Obergeschoß Lula künftig wohnen will. Wie es hieß, waren seine Frau und deren Leibwächter im Gebäude, bemerkten aber nichts von dem Überfall – die Gangster konnten mit der Beute flüchten.
Protest gegen Rassismus in Sao Paulo 2010.
Die regierungsunabhängigen Qualitätsmedien Brasiliens haben in großer Aufmachung über Brasilias Stimmenthaltung bei der jüngsten UNO-Abstimmung zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran berichtet und die Position der Lula-Regierung kritisiert.

Iranische Friedensnobelpreisträgerin kritisiert Lula scharf: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/17/lula-ignorierte-eingekerkerte-gewerkschafter-wahrend-seines-iran-besuchs-bei-ahmadinedschad-irans-friedensnobelpreistragerin-shirin-ebadi-appelliert-an-dilma-rousseff/
Gefängnishorror, „fortschrittliche, linke Regierungspolitik“: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/12/die-folter-in-polizeiwachen-hat-in-ganz-brasilien-stark-zugenommen-gefangenenpriester-valdir-joao-silveira-die-anti-folter-konvention-wird-nicht-eingehalten-was-tut-denn-die-uno-damit-die-k/
Im Website-Interview protestierte Giannazi gegen die jüngsten Gewalttaten gegen Homosexuelle mitten auf Sao Paulos wichtigster Flaniermeile, der Avenida Paulista. Empörend sei zudem die Jahr für Jahr unvermindert hohe Zahl an ermordeten Schwulen. http://www.carlosgiannazi.com.br/
Fußball-WM 2014 und Morde an Homosexuellen: http://www.hart-brasilientexte.de/2014/01/18/brasilien-land-der-fusball-wm-2014-ist-der-staat-mit-den-weltweit-meisten-morden-an-schwulen-laut-nationaler-homosexuellenbewegung-dennoch-redet-mitteleuropas-gesteuerter-mainstream-derzeit-nur-di/

Ausriß: Zu Tode gesteinigter Homosexueller in Brasilien, laut Landesmedien. (Stands in Ihrem Lieblingsmedium?)
Ausriß – auf Schwule spezialisiertes Todeskommando ermordet zwei Männer in Rio.