Auf die Dachterrasse des Othon-Palace Hotels von Copacabana hinaufzufahren, ist in Rio mindestens so ein Muß wie der Zuckerhut und die Christusstatue.
http://www.fr-online.de/top_news/1609406_Pornos-gucken-mit-Mama.html
http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/26/deutschlands-sexuelle-tragodie-bernd-siggelkow/
Am 25. September wurde der PPS-Kandidat Carlos de Souza Silva, 47, in Nova Iguacu bei Rio de Janeiro von einem Killer mit 12 Schüssen getötet. Im Teilstaate Rio waren zuvor zwei weitere Kandidaten ermordet worden.
Wie Brasiliens Presse unter Berufung auf eine von der Schweizer Regierung finanzierte Studie meldet, entfallen von den etwa 490000 weltweit registrierten Morden fast zehn Prozent auf das Tropenland - mit lediglich rund 190 Millionen Einwohnern, etwas mehr als doppelt so viel wie Deutschland. Dabei wird indessen von etwa 48000 Morden jährlich in Brasilien ausgegangen - brasilianische Experten nennen weit höhere Zahlen. Offizielle Mordraten gelten als stark geschönt, die Landespresse bringt dafür immer wieder zahlreiche Belege.

Rio-Bewohner betrachten Ermordete - Zeitungsfoto.
Das Blutbad wurde gemäß ersten Berichten von rund zwanzig Bewaffneten verübt. Die Aktion, hieß es weiter, sollte Terror in der Slumregion verbreiten. Vermutet wird, daß das Blutbad mit dem jetzigen Wahlkampf zu tun hat. In der demokratisch regierten Scheiterhaufen-Stadt Rio, mit etwa der gleichen Einwohnerzahl wie Kuba, gehören Massaker dieser Art zum Alltag. Für die Kommunalwahlen im Oktober kandidieren in Rio de Janeiro laut Justizangaben mehr als 100 Politiker, die bereits in erster Instanz wegen Mordes verurteilt wurden oder wegen Mord angeklagt sind. Einige Kandidaten  sind zudem angeklagt, kriminellen Banden anzugehören.
Julia Franck, aber auch Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Antje Ravic Strubel, Bas Böttcher, Dalibor Makovic, Perikles Monioudis und Robert Menasse  sind Gäste der Buchbiennale Sao Paulo und einer Literatur-und Filmwoche des dortigen Goetheinstituts. Brasiliens Verlag “Nova Fronteira” bringt den Roman “Die Mittagsfrau” mit dem portugiesischen Titel “A mulher do meio-dia” heraus.
Biennale-Hintergrund von 2006: http://www.ila-bonn.de/brasilientexte/2006/buchbiennalesaopaulo.htm
Hochbewaffnete Verbrechersyndikate und paramilitärische Milizen nominieren eigene Kandidaten, lassen deren politische Rivalen nicht in die Slum-Hochburgen, setzen dort die Pflichtwähler unter massiven Druck. Des Mordes oder anderer schwerer Verbrechen angeklagte Politiker organisieren ihre Wiederwahl, um weiter parlamentarische Immunität zu genießen. Vor dem Urnengang im Oktober startet deshalb Brasiliens katholische Kirche erneut  zahlreiche politische Initiativen, um die antiethischen Absurdidäten in Lateinamerikas größter Demokratie wenigstens zu begrenzen. Teilerfolge lassen hoffen.
Wahlen in Brasilien, Angeli, Karikaturist der größten Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” zu Wahl-Fakten, Ausriß: “Informiere dich vor der Stimmabgabe über deinen Kandidaten.” Suchplakat mit folgenden Straftatbeständen:”Diebstahl, Raub, Raubmord, Betrug, Veruntreuung, Erpressung.” (weiterlesen…)