An der Copacabana in der Scheiterhaufenstadt Rio de Janeiro kämpfen derzeit erneut rivalisierende Banditenkommandos um die Vorherrschaft über die dortigen Hangslums mit den Verkaufspunkten für harte Drogen. Die lokalen Zeitungen berichten von „Nächten des Krieges“, MG-Feuer und Granatenexplosionen.
Werk von Márcio Atherino, der unweit der Geschehnisse sein Atelier hat und mit seinen Bildern hinter die scheinheilige Klischee-Fassade Rios, Brasiliens blickt.
„Im brasilianischen Entwicklungsmodell für die Landwirtschaft, das auf Großgrundbesitz und Export-Monokulturen basiert, ist die Gewalt wichtiger Bestandteil“, hat Moacyr Grecchi, Erzbischof von Porto Velho, Hauptstadt des Amazonasteilstaates Rondonia, erklärt. Urwald werde illegal und irrational vernichtet, um noch mehr Zuckerrohr und Soja anzubauen, die Rinderzucht auszuweiten. Die Bodenverteilung in Rondonia sei pervers, Großgrundbesitzer eigneten sich massiv Staatsland an.
In Rio de Janeiro haben Gewalttaten gegen Frauen von 2006 bis 2007 laut amtlichen Angaben deutlich zugenommen.
Gemäß einer Universitätsstudie werden etwa 20 Prozent der schwangeren Unterschichtsfrauen Brasiliens Opfer verschiedenster Formen häuslicher Gewalt, wozu sogar Tritte in den Bauch zählten.
Camamu 2011 – Mann tritt, schlägt auf offener Straße eine Frau zusammen, Bus muß deshalb anhalten – Bewohner schauen zu (more…)
Amnesty International: Brasilien womens lives shattered
http://www.amnesty.org/en/news-and-updates/report/brazilian-women039s-lives-shattered-20080417
http://g1.globo.com/Noticias/Brasil/0,,MUL413452-5598,00.html

Welthaus Bielefeld in Kooperation mit Misereor und dem Deutschen Entwicklungsdienst
208 Seiten plus CD, Peter-Hammer-Verlag 2006. Bestellung: Rolf.Schulz@msw.nrw.de
Auszüge des Buches: Das Arbeitsbuch für Oberstufe und Erwachsenenbildung analysiert die Folgen von Krieg und Gewalt für Armut und Entwicklung. Es beleuchtet Phänomene, die in unseren Schulbüchern noch nicht vorkommen: Warlords und Gewaltökonomien, den Zerfall der schwachen Staaten und das notwendige neue Verständnis von „Human Security”.

Zeitungsfoto – Rio-Bewohner betrachten Ermordete. http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/14/steinigen-im-iran-unter-ahmadinedschad-und-in-brasilien-unter-lula-lula-konnte-sich-uber-die-tatsache-beunruhigen-das-brasilien-zu-den-landern-gehort-in-denen-am-meisten-gelyncht-wird-jose/
Brasilia verschärft Strafgesetz gegen häusliche Gewalt – Ehrenmorde weiter häufig
Wegen des starken Anstiegs von Macho-Brutalität soll ein neues Gesetz die häusliche Gewalt gegen Frauen effizienter bekämpfen. Das Strafmaß wurde von maximal einem auf drei Jahre Gefängnis erhöht. Auf frischer Tat ertappte Männer könnten erstmals sofort verhaftet werden.
Die Schwulenpolitik des Tropenlandes bleibt weiter höchst widersprüchlich: Zwar startete die Lula-Regierung eine Kampagne gegen Homosexuellen-Feindlichkeit, doch werden nach wie vor selbst laut Amnesty International so viele Gays ermordet wie in keinem anderen Land. In Großstädten wie Sao Paulo und Rio de Janeiro geht die Hatz auf Homosexuelle ungehindert weiter.
Schwieriger Kampf gegen tödliche Unterernährung
Zelick Trajber entkam in Polen als kleiner Junge mit der ganzen Familie dem Genozid der Nazis, wurde in Brasilien Kinderarzt und rettet seit Jahren geradezu serienweise kleinen Indios das Leben. Das westbrasilianische Indianerreservat von Dourados, für das er seit sieben Jahren zuständig ist, macht indessen immer wieder Negativschlagzeilen. Auch das Fernsehen zeigt anrührend die Beerdigung von Indiokindern vom Stamme der Guarani-Kaiowa, die Opfer von Hunger, Unterernährung und entsetzlicher Misere geworden seien.
Neues Gesetz über Indianerverbrechen: http://www.hart-brasilientexte.de/2015/10/09/brasilien-2015-spektakulaeres-politisch-unkorrektes-gesetz-gegen-indianer-verbrechen-von-abgeordnetenhaus-in-brasilia-erlassen-buerger-staatliche-institutionen-und-ngo-muessen-indio-verbrechen-anz/

Zelick Trajber und seine Mitarbeiterin im Indioreservat von Dourados