Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Afghanistan und Manipulationsmethoden 2016. Deutsches Staatsfernsehen unterschlägt, daß es ohne die massive USA-NATO-Unterstützung für Islamisten das IS-und Taliban-Problem überhaupt nicht gäbe. “Deutschland half Islamisten in Afghanistan…Damit wurde der Islamismus massiv gefördert.”(N24) Die NATO-Unterstützung für islamische Terroristen in Afghanistan, der Olympia-Boykott von Moskau 1980, initiiert durch die US-Regierung unter Präsident Jimmy Carter.

“Afghanen unter IS-Herrschaft

“Wir haben in der Hölle gelebt”

Stand: 31.07.2016 01:59 U

Seit zwei Jahren kontrolliert die Terrormiliz IS auch Teile Afghanistans. Die jüngste Offensive der Armee hat die Extremisten etwas zurückgedrängt. In den befreiten Gebieten berichten die Menschen vom Grauen der IS-Herrschaft.” Tagesschau-Tagesthemen

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/07/28/deutschland-half-islamisten-in-afghanistan-damit-wurde-der-islamismus-massiv-gefoerdert-deutscher-nachrichtensender-n24-bereits-2010-zur-geheimen-brd-unterstuetzung-fuer-islamistische-terrorist/

Die Taliban,  andere islamistische Terrororganisationen, verübten, finanziert u.a. von den deutschen Steuerzahlern, grauenhafte Kriegsverbrechen an der afghanischen Zivilbevölkerung – bemerkenswert, daß sich sog. deutsche Menschenrechtsorganisationen für die politisch Verantwortlichen dieser per BRD-Hilfe erst ermöglichten Kriegsverbrechen einfach nicht interessieren wollen. 

Neue Zürcher Zeitung, 11. Oktober 1995:”Jede Grausamkeit wird mit dem Islam gerechtfertigt. Durch den gnadenlosen Machtkampf unter den siegreichen Mujahedin,die 1992 das kommunistische Najibullah-Regime verjagt hatten, ist die afghanische Hauptstadt Kabul stärker verwüstet worden als während des langjährigen Guerillakrieges gegen die sowjetischen Invasionstruppen und ihre lokalen Alliierten. Islamische Fundamentalisten terrorisieren willkürlich die noch verbliebene Zivilbevölkerung…Selbst unter sowjetischer Besatzung, angesichts ihrer militärischen Präsenz, lebte und pulsierte die Stadt…Mit den Frauen ging die islamische Revolution besonders grausam um. Nach der Machtübernahme der Muhajedin wurden Frauen, die keine islamische Kleidung trugen, im Fluss ertränkt. Tausende von Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt und verschleppt…Die neuen Herrscher leben Korruption und Verbrechen vor.” Zitat NZZ – bisher keinerlei Wiedergutmachung an Frauen, Mädchen, die Opfer der Mujahedin wurden, welche nur durch die starke Unterstützung durch USA-NATO an die Macht kommen konnten.

Zwischen 1979 und 1989 galt im deutschen Mainstream die strenge Vorschrift, daß u.a. islamistische Terroristen Afghanistans als “Freiheitskämpfer” bezeichnet werden mußten, selbst in Staatsfunk-Nachrichtensendungen. Später wurde diese Zensurvorschrift wieder abgeschafft, dürfen heute  islamistische Terroristen, die die gleichen Greueltaten verübten wie in Afghanistan, nicht mehr “Freiheitskämpfer” genannt werden. Ein oberflächlicher Blick auf Deutschlands Medienlandschaft zeigt, daß weiterhin strenge Sprachregelungen in vielen Themenbereichen gelten. So müssen im Mainstream, im Staatsfunk u.a. auch Nicht-Flüchtlinge unbedingt als Flüchtlinge bezeichnet werden, wurde die Flüchtlingsdefinition außer Kraft gesetzt. Wie in Zeiten der Goebbels-Propaganda gelten Sprachregelungen zu den wichtigsten neoliberalen Manipulierungsmethoden. Wer die Zustände u.a. im Staatsfunk kennt, weiß, mit welcher Aggressivität CDUSPD-Chefredakteure derartige Sprachregelungen durchpeitschen. Wer sich nicht an die Zensurvorschriften hält, fliegt – oder wird im Falle freier Mitarbeiter “abgeschaltet”, bekommt keine journalistischen Aufträge mehr.

Paris11

 

Hôtel de Ville.

Paris, November 2017:http://www.hart-brasilientexte.de/2017/11/16/paris-november-2017/

“Ob das Radio ist, ob das Fernsehen ist, ich guck’ mir diese Scheiße eigentlich nur an, um zu sehen, wie gelogen und betrogen wird.” Zitat Propagandaschau 2015

Neue Zürcher Zeitung 1998, Ausriß: “Die USA lange Zeit der wichtigste Geldgeber der Islamisten.” Worüber Medienfunktionäre des deutschen Staatsfunks im Zusammenhang mit dem Würzburg-Attentat nicht berichten dürfen…Darf es SPD-Steinmeier offen aussprechen – oder muß er ebenfalls brav schweigen? Bisher keinerlei Wiedergutmachung der USA für jene, die in Jahrzehnten weltweit Opfer der von den USA installierten, finanzierten islamistischen Terrororganisationen wurden, darunter in Ländern wie Afghanistan. 

NZZIslamisten98

 

“Der Krieg der Afghanen gegen die Kommunisten war gleichzeitig eine Trainingsgelegenheit für radikale Islamisten aus vielen Ländern.” Neue Zürcher Zeitung zu der von der NATO in Afghanistan geschaffenen “Trainingsgelegenheit”.

“In Afghanistan bildete die CIA nicht nur die Taliban aus, sondern gab auch zu, 25.000 arabische Freiwillige zum Kampf gegen die Rote Armee aufgestellt zu haben, wie die Financial Times berichtete…

…Zumindest ebenso Besorgnis erregend ist die Unterstützung fundamentalistischer Politik durch den so genannten “freien Westen”. Diese Hilfe, gewährt unter dem Vorwand der Verteidigung der Demokratie, ist nichts Neues. Imam Khomeini hielt sich 1978 mehrere Monate in Frankreich auf, bevor er in den Iran zurückkehrte, um die Führung der “islamischen” Revolution zu übernehmen. ” Österreichische Drittwelt-Zeitschrift Südwind-Magazin 11/2000

Kabarett “Die Anstalt”: “Sie rüsten radikale Islamisten auf…Radikale Islamisten – gegen die Russen – toll!..Anführer in Afghanistan.,.Osama bin Laden…” Landtagswahlen 2016 und stockreaktionäre Islamisierungsparteien.

“Jeder dritte deutsche Gefallene in Afghanistan aus den neuen Ländern.” Thüringer Allgemeine, Juni 2012

“Ich kann mir Fernsehsendungen über Afghanistan gar nicht anschauen”, sagt eine Frau, deren Sohn gerade Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigt. Thüringer Allgemeine, 2012

“Die Bundeswehr, ursprünglich in Nordafghanistan stationiert, um dort den Rechtsstaat aufbauen zu helfen, droht sich zum Aufbauhelfer der organisierten Kriminalität zu entwickeln.”

“Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat das Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewürdigt, die Welt aus christlicher Perspektive mitzugestalten.”

AfghanistanReaganFreiheitskämpfer85

Ausriß – USA-Präsident Ronald Reagan empfängt 1985 Anführer von islamistischen Terrororganisationen im Weißen Haus in Washington,nennt sie “Freiheitskämpfer” – eine u.a. im deutschen Staatsfunk damals für islamistische Terroristen übliche Bezeichnung. 

Die aufschlußreiche Sprachregelung 2016wie einst im Afghanistankrieg der “Rebellen”, Freiheitskämpfer”, “Aufständischen” – die “befreiten” :

“Kampf gegen Assad-Regime

Syrische Rebellen versuchen blockiertes Aleppo zu befreien

Derzeit liefern sich islamistische Rebellen mit den syrischen Regimetruppen heftige Kämpfe um Aleppo – in der Stadt sind bis zu 300.000 Menschen eingeschlossen.” FAZ, August 2016

Illustrierte DER SPIEGEL: 

“Belagertes Aleppo: Rebellen starten Offensive gegen Assad-Truppen.

Russland und das syrische Regime bombardieren Aleppos Rebellenviertel. Dort sitzen etwa 300.000 Menschen fest. Rebellengruppen versuchen nun, den Belagerungsring zu durchbrechen.”

Medienkonsumenten reagieren auf Tagesschau-Sprachregelung 2016:

“Krieg in Syrien: Kampf um Aleppo neu entbrannt “

Die Terroristen der Al-Nusra werden wieder ein Mal als “Rebellen” Weichgespült. Was hat das mit Journalismus zu tun für den wir bezahlen müssen?

alles zivilisten

” um Kämpfer und Zivilisten dort zur Aufgabe zu bringen”was für eine wortwahl?
auch in syrien hat der staat das gewaltmonopol,demnach sind die kämpfer dort allesamt terroristen und es ist das recht des syrischen staates die bewaffneten kämpfer zu entwaffnen,währe hier nicht anders.aleppo?ist das nicht die stadt wo”rebellen”die postbeamten von den dächern geworfen haben,die stadt wo”rebellen”ganze wasserwerke an erdogan`s schwiegersohn verscherbellt haben.zumindest sind die”moderaten”terroristen prowestlich,zumindest was ihre waffenlieferanten betrifft.

Seltsame Berichterstattung

Immer wenn es für die Terroristen, Söldner oder sogenannten Rebellen “eng” wird, fallen angeblich Faßbomben. Beweise dafür fehlen natürlich wie immer!

Das die “sogenannten Rebellen” die Bewohner, welche Aleppo verlassen wollten an der Benutzung der Fluchtkorridore aktiv hinderte, ist des erwähnens nicht wert!

http://www.tt.com/home/11821906-91/rebellen-riegeln-fluchtkorridore-f%C3…

http://www.stol.it/Artikel/Politik-im-Ueberblick/Politik/Syrien-Fluchtko…

Warum müssen die Zivilisten in Aleppo bleiben, wenn nicht als Geißeln der “sogenannten Rebellen”, oder was noch schlimmer ist als menschliche Schutzschilde!

Die “sogenannten Rebellen” nehmen den Tod tausender Zivilisten in Aleppo billigst in Kauf, nur um ihre Ziele zu erreichen!

Von den Gräultaten der “sogenannten Rebellen” gibt es scheinbar auch nichts zu berichten.

http://www.dw.com/de/syrien-auch-kriegsverbrecher-wurden-von-den-usa-unt…

Wer schreibt so etwas ?

da werden wieder Fassbomben geworfen,
da sind IS- Terroristen wieder mal Rebellen
und kämpfen mit der Zivilbevölkerung um
ihr täglich Brot, da werden Autoreifen angezündet , um russische Kampfpiloten
zu blenden , bevor diese Krankenhäuser zerstören.
Besser können es die Sprecher des IS
auch nicht formulieren.
Kein Wort, dass die IS Terroristen mit
allen Mittel der Zivilbevölkerung es
fast unmöglich machen, die Fluchtkorridore
zu nutzen. Da werden sogar zur Abschreckung
Kinder geköpft.
Die IS Milizen brauchen die Zivilbevölkerung damit sie nicht in Grund und Boden
gestampft werden.
Der Belagerungsring um Aleppo wurde von der syrischen Arme hart erkämpft, um die Versorgung der Terrormilizen mit neuen
Kämpfern und Waffen aus OSTEN – Richtung Türkei..- zu unterbinden.
Russische Kampfpiloten zielen ähnlich
wie amerikanische Kampfpiloten und
Fassbomben sind letztlich nur Billigbomben
in der Herstellung und haben weniger Sprengkraft als normale Bomben und
wurden in Vietnam eingesetzt.

“Freiheitskämpfer” in Afghanistan, Juli 1980, Mannheimer Morgen – gleichlautende Version in zahlreichen westdeutschen Medien…

AfghanistanFreiheitskämpferMannheimer

 

Ausriß, Afghanistan. “…die Freiheitskämpfer die Kontrolle über die Stadt gewonnen hätten.”

“Afghanistan, bin Laden und die USA”:http://www.holger-niederhausen.de/index.php?id=312

Afghanistan – Anwesenheit der Bundeswehr:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/03/20/islamisierung-in-deutschland-und-afghanistan-2015-nato-besatzer-und-von-ihnen-geschulte-polizisten-schauen-zu-wie-eine-frau-lebendig-verbrannt-wird-die-angeblich-ein-koranbuch-verbrannte/

Islamisierung in Deutschland und Afghanistan 2015, Scheiterhaufen: NATO-Besatzer und von ihnen geschulte Polizisten schauen zu, wie in Kabul eine Frau lebendig verbrannt wird, die angeblich ein Koranbuch verbrannte. Keineswegs ein Einzelfall. Keine Medienangaben, wonach NATO-Zuständige eingriffen. Viele deutsche Frauen bei NATO-Einsatz in Afghanistan. Zügige Erhöhung der Zahl militanter Judenhasser in Deutschland. **

AfghanistanFrauverbrannt2015

Ausriß. Warten auf Positionierung von Merkel/Gauck/Steinmeier…

…Der Wiederaufbau des Landes müsse stärker “ein afghanisches Gesicht” bekommen. Angela Merkel bei Kabul-Besuch, Medienbericht

AfghanistanVerabschiedung2

Ostdeutsche Einheit vor Abflug nach Afghanistan.Kosten für den Steuerzahler wurden nicht genannt.

BundeswehrOlympiaE16

2016, Olympische Sommerspiele und Bundeswehr, Theater. “Wir kämpfen für die Freiheit. Und um Medaillen.”

Der Olympia-Boykott von 1980:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/07/21/die-nato-unterstuetzung-fuer-islamische-terroristen-in-afghanistan-der-olympia-boykott-von-moskau-initiiert-durch-die-us-regierung-unter-praesident-jimmy-carter-kalter-krieg-und-olympische-sommersp/

 

 

telegraph #102/103
TODESSTRAFE FÜR SCHWULE IN TSCHETSCHENIEN/Hintergrundtext

Klaus Hart

Die tschetschenischen Rebellen halten sich – wie ihre Mitkämpfer aus Afghanistan und Saudi-Arabien – ans islamische Recht, fundamentalistische Werte. Im Westen stört das kaum jemanden.

Die Lage in Tschetschenien gehört seit Jahren zu den herausragenden Themen der deutschen Medien. Kaum ein Tag, an dem nicht Politiker, aber auch Intellektuelle eindeutig Position beziehen. Die fehlt indessen gewöhnlich, wenn es um die Frage geht, für welche doch sicherlich fortschrittlichen, freiheitlich-demokratischen Grundwerte die tschet-schenischen Kämpfer ihr Leben einsetzen. Das war zuvor in Afghanistan nicht anders, als die USA mit Dollarmilliarden den Heiligen Krieg radikal-fundamentalistischer Islamistengruppen finanzierten, die jetzt kräftig in Tschetschenien mitmischen.

Unlängst berichtete der TV-Sender ARTE in einer mehrstündigen Spezialsendung über die Situation der Schwulen weltweit, wies besonders auf die Diskriminierung und extrem brutale Verfolgung in islamischen Ländern hin. Wer sich dort etwa als Reisender längere Zeit aufhält, bemerkt unschwer, dass Homosexuelle keineswegs zu einer verschwindenden Minderheit gehören, entsprechende Umgangsformen im Alltag auffallen. Ein schwuler Kurde bringt es in der ARTE – Sendung auf den Punkt: „Islamische Männer sind analfixiert.“ Genannt werden ausdrücklich jene Staaten, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht – Saudi-Arabien, Afghanistan und Tschetschenien. Als in der Kaukasusrepublik noch sowjetisches bzw. russisches Recht galt, hatte Holger Beck, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, kaum Anlass, aktiv zu werden. Das änderte sich spätestens am 11.November 1996, als das neue tschetschenische Parlament den Islam zur Staatsreligion erklärte, erwartungsgemäß die Sharia, der islamische Strafkodex, nun auch bindend eingeführt wurde. Beck richtete deshalb noch 1996 eine entsprechende, von Joseph Fischer mitunterschriebene Kleine Anfrage an die Kohl-Regierung, forderte sie auf, „alle diplomatischen Mittel einzusetzen, um die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle in Tschetschenien zu verhindern.“ Außenminister Kinkel dürfe sich nicht auf „stille Diplomatie“ verlassen, laut Heiner Geißler sei Einmischen gefragt. Doch Bonn dachte gar nicht daran, wiegelte in der Antwort ab: Über gesetzliche Regelungen zu homosexuellen Beziehungen sei nichts bekannt, wenngleich man davon ausgehen müsse, dass irgendwann auch Bestimmungen, die islamische Vorstellungen zur Homosexualität und zu Homosexuellen reflektieren, erlassen würden. Homosexuelle, hieß es weiter, seien bislang von Menschenrechtsverletzungen nicht in auffälliger Weise betroffen. „Die Menschenrechtslage in Tschetschenien ist innerhalb bestimmter Clan-Strukturen – und mit den Eigentümlichkeiten des islamischen Rechts – als stabil zu bezeichnen.“ Ein schlechter Witz angesichts der Situation vor Ort – deshalb musste erwartet werden, dass nach dem Regierungswechsel sich Rot-Grün nicht nur für die tschetschenischen Homosexuellen, sondern für alle von den drakonischen Sharia-Strafen Betroffenen einsetzen würde. Doch dies unterblieb. In den Medien wurde für die Schwulenehe in Deutschland gestritten, am Artikel 148 der Sharia-Rechtsnormen Präsident Aslan Maschadows in Grosny stieß man sich indessen nicht.

Schwule steinigen oder enthaupten
Wenigstens in der ai-Broschüre „Das Schweigen brechen – Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Orientierung“ von 1999 wird die barbarische Praxis der Todesstrafe für Schwule angeprangert, vollzogen „z.b. durch Steinigen oder durch Enthauptung. Vermutlich fallen alle homosexuellen Handlungen unter den im Gesetz erwähnten Begriff „analer Geschlechtsverkehr“ ganz gleich, ob dieser tatsächlich stattgefunden hat oder nicht.“ Doch auch auf sogenannte Verbrechen gegen die Religion, etwa „Gotteslästerung“, steht die Todesstrafe, ebenso auf Ehebruch. Sofern der betreffende Mann bzw. die Frau verheiratet waren, müssen sie den neuen Regeln zufolge gesteinigt werden. Sergej Kowaljow, ehemaliger politischer Gefangener, Duma-Mitglied und Präsident des Instituts für Menschenrechte in Moskau, analysierte in der „Frankfurter Rundschau“: “Überdies wurden die islamischen Rechtsnormen in Tschetschenien in besonders harter Form eingeführt, unter anderem die Prügelstrafe, die Amputation von Gliedmaßen und öffentliche Hinrichtungen, die im dortigen Fernsehen übertragen wurden.“ Präsident Maschadow habe die eigentliche Macht an die sogenannten „Feldkommandeure“, darunter Leute wie die Sklavenhändler Arbi Barajew und Ruslan Chaichorojew, die Terroristen Salman Radujew und Schamil Bassajew sowie den jordanischen islamischen Fanatiker Chattab übergeben, den viele für einen Verbündeten von Osama bin Laden, dem saudi-arabischen Ölmilliardär, hielten. Den radikalen Islamisten Bassajew immerhin machte Maschadow zum Regierungschef – mit seiner Miliz hatte dieser zuvor die südrussische Stadt Budjonnowsk attackiert, in einem Krankenhaus mehrere hundert Geiseln genommen, zweiundvierzig Menschen kamen ums Leben. Während auch in Deutschland das Verständnis und die Sympathien für die islamischen Macho-Kämpfer stetig zunahmen, machte vor Ort die Islamisierung große Fortschritte, sind wie in Afghanistan Frauen die Hauptleidtragenden. Bei der ersten öffentlichen Exekution schauen in Grosny über zweitausend Menschen zu, laut Agenturberichten wird die „Zeremonie“ von Allah-Akbar-Sprechchören begleitet. Kopiert wurde damit lediglich, was in den wichtigsten stockreaktionären Unterstützerstaaten Afghanistan und Saudi-Arabien, die Geld, Waffen und wohltrainierte fundamentalistische Milizen schicken, seit langem gang und gäbe ist: 1998 beispielsweise wurden laut ai drei afghanische Männer wegen angeblicher „Unzucht mit kleinen Jungen“ hingerichtet, in dem man vor Tausenden von Zuschauern mittels eines Kampfpanzers eine Steinmauer auf sie stürzte. Im selben Jahr wurden in der Stadt Herat zwei der „Sodomie“ angeklagte Männer im Stadion auf ähnliche Weise getötet – eine Planierraupe schob über beide eine Lehmmauer. Rundfunk und Presse berichteten wie üblich ganz ausführlich, natürlich auch über das sehr häufige Handabhacken bei Dieben, oder das öffentliche Auspeitschen. Laut ai wurden 2000 in Saudi-Arabien mindestens sieben Männer wegen „sodomitischer Kontakte“ gehenkt, in Afghanistan sei die häufigste Methode immer noch das Steinigen.

„Die Ultras passen ins geopolitische Konzept“
Wirksamer Druck auf Riad unterbleibt indessen aus strategischem und wirtschaftlichem Interesse – über Afghanistan schrieb 1996 wenigstens der Spiegel: “Steinigen von Ehebrechern, Händeabhacken bei Dieben, öffentliches Prügeln. Am schlimmsten unterdrückt werden die Frauen. Doch fast der gesamte Westen schweigt – die Ultras passen ins geopolitische Konzept.“ Schwule würden dort zudem mit geschwärzten Gesichtern in sogenannten „Schand-Zügen“ durch die Straßen gekarrt. Dass in Tschetschenien nach Einführung der Sharia genauso verfahren wurde, die fundamentalistischen Milizen auf mittelalterliche, neofeudale Art für „Ordnung“ sorgten, erwähnten die europäischen Medien nur höchst selten, kaum einmal wurde ein Foto gedruckt, das die Anwendung des neuen islamischen Rechts zeigte.

Vorzüglich organisiertes Drogengeschäft
Tschetscheniens neue Machthaber schwimmen im Geld – vor allem dank des Rauschgifthandels. Die Kaukasusrepublik wurde rasch Teil der international vernetzten Drogenkartelle, die sich zumindest in Teilen der deutschen Wirtschafts- und Politikereliten allergrößter Beliebtheit erfreuen. Schließlich liefert das organisierte Verbrechen den Stoff für die Antreiber des Turbo-Kapitalismus, deren Aufsichtsratssitzungen und Partys – für Fußballtrainer wie Daum, Künstler und natürlich die Top-Journaille fällt ebenfalls noch genug ab. In Europa ist Deutschland der wichtigste Drogenimporteur – die Ware wird flächendeckend vertrieben, von einer ernstzunehmenden Bekämpfung der Kartelle kann, für jedermann offensichtlich, absolut keine Rede sein. Nie wurde unter Aufsicht der Taliban-Milizen in Afghanistan, aber auch Tschetschenien soviel Rauschgift erzeugt, über den Kaukasus, die Türkei, den Balkan nach Deutschland gebracht, ein Milliardengeschäft. „Die Doppelmoral feiert Triumphe“, betont denn auch Jürgen Roth in seinem neuesten Buch „Schmutzige Hände – Wie die westlichen Staaten mit der Drogenmafia kooperieren“ (Bertelsmann, 2000). „Klammheimlich haben sich die Mächtigen der demokratischen Staaten längst mit den mafiosen Organisationen arrangiert, benutzen sie. Sie kooperieren hemmungslos mit jenen Staaten und deren Entscheidungsträgern – die mehr oder weniger direkt tief im kriminellen Sumpf verstrickt sind -, wenn es denn ihren wirtschaftlichen und politischen Interessen entspricht. Sachzwänge nennt man das. Die Politik gegen das „organisierte Verbrechen“, dieser Eindruck drängt sich immer mehr auf, ist bei näherem Hinsehen eine Politik der Komplizenschaft mit jenen, die selbst am Tropf der Kriminalität hängen…. Moralische Wertvorstellungen haben sich verflüchtigt, und die politischen Systeme kennen daher auch wenig Skrupel, Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde oder Freiheit noch ernst zu nehmen.“ Die CIA, schon immer weltweit ins Drogengeschäft verwickelt, lieferte einst den fundamentalistischen Rebellen Afghanistans modernste Stinger-Raketen – jetzt schießen die tschetschenischen Kämpfer damit russische Bomber und Hubschrauber ab. Wenn jüngste Berichte stimmen, lehnt die übergroße Mehrheit der rund eine Million Tschetschenen inzwischen das drakonische Regime der Fundamentalisten, deren Werte, den Strafkodex der Scharia ab. Doch instruiert von radikal-islamischen Missionaren der arabischen Länder, kämpfen die Rebellen fanatisch weiter. „Ich will ein Regime wie in Afghanistan, wo Dieben die Hand abgehackt wird“, zitiert die „Frankfurter Rundschau“ jetzt den 25-jährigen Magomed aus Grosny, „der Wille Allahs steht für mich höher als der meines Vaters. Ich werde bis an mein Ende für die Scharia kämpfen. Selbst wenn ich dafür Mitglieder meiner Familie töten muss.“ Also weiterhin schlechte Zeiten auch für Tschetscheniens Homosexuelle.

Milliarden für den Islamismus

Afghanistan 1979–2006: Von den USA früher als Freiheitskämpfer geförderte Mudschaheddin werden heute als Terroristen gejagt. Ein geschichtlicher Rückblick

Von Knut Mellenthin*

Afghanistan gilt neben Irak als Schwerpunkt im »Krieg gegen den Terrorismus«, den die US-Regierung nach dem 11. September 2001 verkündete. Einige Zeit hatte die Entwicklung in dem mittelasiatischen Land im Schatten der täglichen Meldungen über den bewaffneten Widerstand im Irak gestanden. Afghanistan sei »weitgehend befriedet«, hieß es. Die Soldaten der deutschen Bundeswehr schienen lange Zeit fast ausschließlich mit dem Verteilen von Kinderspielzeug beschäftigt.Daß die Wirklichkeit anders aussieht, wird selbst in den Mainstream-Medien immer deutlicher. Im gesamten Süden und Osten Afghanistans werden immer mehr Anschläge verübt. Die vom Westen eingesetzte Karzai-Regierung gilt nicht nur als ineffektiv bei der Bekämpfung der großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes, sondern auch als korrupt und verfilzt mit regionalen Milizenchefs und mit der Drogenmafia. Vor diesem Hintergrund soll das Operationsgebiet der NATO-geführten ISAF (International Security Assistance Force) bis Anfang kommenden Jahres auf alle Teile des Landes ausgedehnt werden. Der Bundestag hat im September 2005 zugestimmt, daß deutsche Soldaten künftig überall in Afghanistan eingesetzt werden können. Die NATO ist im Begriff, sich in einen nicht gewinnbaren Krieg gegen große Teile der afghanischen Bevölkerung zu verwickeln, wie ihn die Sowjetunion zwischen 1980 und 1988 führte. Wesentlicher Unterschied: Die heute als »Terroristen« und »Feinde Afghanistans« Beschimpften wurden im Westen damals als »Freiheitskämpfer« bezeichnet. Der militante islamistische Fundamentalismus wurde finanziert und organisiert von denen, die ihn heute als Vorwand für ihren »Krieg gegen den Terrorismus« benutzen.

Ausgedacht hat sich das einer der klügsten und phantasievollsten Köpfe, der je einer US-Regierung angehörte: der 1928 in Warschau geborene Zbigniew Brzezinski, Sohn eines polnischen Diplomaten. Und weil ein so kluger Mann ein Anrecht auf ein klein bißchen Eitelkeit hat, muß er natürlich die Geschichtsschreibung korrigieren, die seinen Einfall nicht im vollen Ausmaß würdigt. Der französischen Wochenzeitung Le Nouvel Observateur erzählte Brzezinski 1998: »Nach der offiziellen Version begann die Hilfe der CIA für die Mudschaheddin im Verlauf des Jahres 1980. Also erst, nachdem die sowjetische Armee am 24. Dezember 1979 in Afghanistan einmarschiert war. Aber die bis heute sorgfältig gehütete Wahrheit ist völlig anders: Tatsächlich war der 3. Juli 1979 der Tag, an dem Präsident Carter die erste Direktive über geheime Hilfe für die Gegner des prosowjetischen Regimes in Kabul unterschrieb. Und genau an diesem Tag schrieb ich dem Präsidenten eine Notiz, in der ich ihm meine Ansicht erläuterte, daß diese Hilfe eine sowjetische Militärintervention zur Folge haben könnte.« (Le Nouvel Observateur, 15.–21. Januar 1998) Auf eine Nachfrage präzisierte Brzezinski: »Wir haben die Russen nicht dazu getrieben zu intervenieren, aber wir haben bewußt die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß sie es tun würden.« Brzezinski war damals Sicherheitsberater des demokratischen Präsidenten James Carter (Amtszeit 1977-1981), der für sein Lebenswerk im Jahr 2002 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

»Je ne regrette rien«

Bereut Brzezinski nachträglich das amerikanische Vorgehen, wollte das französische Blatt von ihm wissen. Klare Antwort: »Was denn bereuen? Diese Geheimoperation war eine erstklassige Idee. An dem Tag, als die sowjetischen Truppen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich an Präsident Carter: Wir haben jetzt die Chance, der Sowjetunion ihren Vietnamkrieg zu bescheren. Und in der Tat, fast zehn Jahre lang mußte Moskau einen Krieg führen, den die Regierung nicht durchhalten konnte, einen Konflikt, der zur Demoralisierung und schließlich zum Zusammenbruch des Sowjetimperiums führte.«

»Und Sie bereuen auch nicht, daß Sie den islamischen Fundamentalismus unterstützt, daß Sie künftigen Terroristen Waffen geliefert und Ratschläge gegeben haben?« setzten die Leute vom Nouvel Observateur nach. Brzezinskis kühle Antwort: »Was ist für die Weltgeschichte wichtiger? Die Taliban oder der Zusammenbruch des Sowjetimperiums? Ein paar aufgeputschte Moslems oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges?«

Hatte Brzezinski 1979 wirklich soviel strategische Weitsicht, wie er 1998 behauptete? Hat er damals, wie ein erstklassiger Schachspieler, schon so viele Züge im voraus berechnet? Aus einem Memorandum, das der Sicherheitsberater am 26. Dezember 1979 für Präsident Carter schrieb, geht zumindest klar hervor, daß Brzezinski sofort die Chance erkannt hatte, Afghanistan zu einem »Vietnam für die Sowjetunion« zu machen. Um das zu erreichen, sei aber eine aktive Politik der US-Regierung erforderlich, heißt es im Memorandum: »Das bedeutet mehr Geld und mehr Waffenlieferungen an die Rebellen sowie auch technische Anleitung.« Pakistan müsse »ermutigt« werden, den Aufständischen zu helfen. Das wiederum verlange eine positivere Politik der USA gegenüber dem pakistanischen Regime und mehr Militärhilfe. Auch China müsse »ermutigt« werden, den Mudschaheddin zu helfen. Mit verbündeten islamischen Ländern sei eine Propagandakampagne und eine Geheimoperation (covert action campaign) zur Unterstützung der Rebellen abzustimmen. Das war es, Punkt für Punkt, was unter Carter eingeleitet und unter seinem republikanischen Nachfolger Ronald Reagan (Amtszeit 1981 bis 1989) verstärkt fortgesetzt wurde.

Zum Glück für die US-Regierung – und vielleicht nicht ganz ohne Zutun der CIA – befanden sich die Dinge in Pakistan bereits auf dem allerbesten Weg. Am 4. April 1979 war die Zivilregierung des demokratisch gewählten Präsidenten Zulfilcar Ali Bhutto durch einen Putsch des Militärs und des Geheimdienstes ISI gestürzt worden. Der als Diktator eingesetzte General Zia Al Haq betrieb eine fundamentalistische Politik. Der Putsch führte, zusammen mit der Entdeckung geheimer pakistanischer Arbeiten an der Urananreicherung, zunächst dazu, daß Präsident Carter die Militärhilfe sperrte und Wirtschaftssanktionen verhängte. In dem Maße, wie Pakistan seit 1980 für die Unterstützung der afghanischen »Freiheitskämpfer« – so die offizielle US-Sprachregelung – unentbehrlich wurde, fielen selbstverständlich alle Strafmaßnahmen fort.

Auch die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit China in Sachen Afghanistan waren günstig. Nachdem Richard Nixon 1972 als erster US-Präsident China besucht und das Eis gebrochen hatte, hatten beide Länder zum Jahresanfang 1979 volle diplomatische Beziehungen aufgenommen. Die chinesische Außenpolitik war damals vollständig von der Doktrin bestimmt, daß die Sowjetunion – O-Ton: »der Sozialimperialismus« – der »Hauptfeind der Menschheit« sei. Gegen diesen Feind sei eine weltweite strategische Bündnisbildung unter Einschluß der USA erforderlich.

Rekrutierungszentren

Die Unterstützung der USA für die Mudschaheddin vom sowjetischen Einmarsch 1979 bis zum Abzug der letzten Einheit der Sowjetarmee am 15. Februar 1989 wird in den meisten Darstellungen auf rund drei Milliarden Dollar geschätzt – weniger als die Kosten eines Monats Kriegführung im Irak. Zweifellos war das Verhältnis von Aufwand und Nutzen des US-amerikanischen Eingreifens in den Afghanistan-Krieg ausgesprochen vorteilhaft, auch wenn der Umfang der geheim abgewickelten Hilfe vermutlich um einiges über drei Milliarden lag und sie mit dem sowjetischen Abzug noch keineswegs endete.

Neben den USA war Saudi-Arabien der wichtigste finanzielle Förderer der Mudschaheddin. Das fundamentalistische Saudi-Regime stellte nicht nur große Beträge (gleichfalls auf etwa drei Milliarden Dollar geschätzt) für den Kauf von Waffen in aller Welt zur Verfügung, sondern zahlte und organisierte weitgehend auch die Propagandakampagne in den moslemischen Ländern. Mit saudiarabischen Geldern wurde in Pakistan ein Netz von Koranschulen (Madrassen) errichtet, die Zehntausende junge Gläubige aus aller Welt anzogen und als Rekrutierungszentren für den bewaffneten Kampf in Afghanistan fungierten.

Pakistan diente überhaupt als Hinterland des Afghanistan-Krieges. Hier befanden sich die Ausbildungslager der Mudschaheddin und der zu ihrer Unterstützung anreisenden internationalen Freiwilligen. Finanziert wurde das System von den USA, Saudi-Arabien und in geringerem Maß auch von anderen Ölstaaten der arabischen Halbinsel. Beaufsichtigt und gelenkt wurden Madrassen und Ausbildungslager vom pakistanischen Geheimdienst ISI, der seinerseits eng mit der CIA zusammenarbeitete.

Dieses System endete keineswegs mit dem sowjetischen Abzug 1989. Dieselben Madrassen und Lager in Pakistan dienten später auch als Zentren der 1994 unter Obhut des ISI entstehenden Milizen, die als Taliban (persischer Plural von arab.: talib, »Student«) bezeichnet wurden. Auch die saudiarabischen Gelder flossen nach wie vor reichlich. Nachdem die Taliban im September 1996 Kabul eingenommen hatten, gab es weltweit nur drei Staaten, die sie (bis zum US-amerikanischen Einmarsch im Oktober 2001) als rechtmäßige Regierung Afghanistans anerkannten: Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Daß Pakistan und Saudi-Arabien die Taliban ohne Zutun der USA oder gar gegen deren Willen unterstützt hätten, ist angesichts der Abhängigkeit dieser Regimes schwer vorstellbar.

Doch zurück zum frühen Stadium des amerikanischen Eingreifens in Afghanistan, Anfang der 80er Jahre. Die US-Regierung war damals bemüht, möglichst wenig Beweise für ihre massive Beteiligung zu liefern und diese in der internationalen Öffentlichkeit sogar zu bestreiten. Deshalb wurden Waffen in anderen Ländern zusammengekauft, unter anderem in Ägypten und China, auch wenn dann CIA-Flugzeuge den Transport übernahmen. Bevorzugt wurden Waffen aus sowjetischer Produktion, mit denen auch die afghanischen Regierungstruppen ausgerüstet waren. Auf diese Weise konnten die Mudschaheddin die erbeuteten Waffen sofort in ihr Arsenal integrieren.

Ronald Reagan verstärkte nach seinem Amtsantritt im Januar 1981 die Unterstützung der »Freiheitskämpfer«. Eine entscheidende Wende bedeutete im Juli 1985 Reagans Anweisung an die CIA, die fundamentalistischen Krieger auch mit amerikanischen Stinger-Raketen auszurüsten. Sie waren eine leicht zu transportierende, hochwirksame Waffe gegen Hubschrauber und niedrig fliegende Flugzeuge. Angebliche Treffsicherheit: 75 Prozent! Dadurch verloren die sowjetischen Truppen weitgehend die Vorteile ihrer Luftherrschaft.

Im April 1988 gab Michail Gorbatschow, Generalsekretär der KPdSU seit 1985, den Beginn des Abzugs aus Afghanistan bekannt. Die Regierung von Muhammad Nadschibullah, Präsident seit 1987, hielt sich noch bis zum April 1992 in Kabul. Die Sowjetunion hatte zeitweise mehr als 100000 Soldaten eingesetzt; fast 15000 Russen und Angehörige anderer Sowjetvölker fielen in Afghanistan.

Von der Carter-Doktrin …

Die Unterstützung der antisowjetischen »Freiheitskämpfer« in Afghanistan war bei weitem die umfangreichste, teuerste Geheimoperation in der Geschichte der CIA. Gab es dafür – abgesehen von der Schaffung eines »sowjetischen Vietnams«– politische, wirtschaftliche oder geostrategische Gründe?

Offiziell begründeten die USA ihr starkes Interesse an Afghanistan mit der These, die sowjetische Intervention sei Teil eines strategischen Vorstoßes bis an den Indischen Ozean, dessen eigentliches Ziel die Herrschaft über die Ölvorkommen des Nahen und Mittleren Ostens sei. Auf diese weit hergeholte Behauptung bezog sich die nach ihm benannte, von Brzezinski geschriebene Carter-Doktrin, die der US-Präsident am 23. Januar 1980 in seiner Rede zur Lage der Nation verkündete: »Jeder Versuch einer äußeren Macht, die Kontrolle über den Persischen Golf zu erlangen, wird von uns als Angriff auf die Lebens­interessen der USA angesehen. Jeder derartige Versuch wird mit allen notwendigen Mitteln, einschließlich der Anwendung militärischer Gewalt, zurückgeschlagen werden.«

Vom Ozean ist Afghanistan Hunderte Kilometer Luftlinie entfernt. Zwischen Afghanistan und dem Meer liegen Pakistan oder Iran. Wie aus den Äußerungen Brzezinskis eindeutig hervorgeht, war ihm bewußt, daß die Sowjetunion in Afghanistan nicht militärisch intervenierte, um ihren geostrategischen Aktionsradius auszuweiten. Motiviert war Moskau vielmehr durch einen befürchteten Einbruch in seine eigene Interessenssphäre durch einen ferngesteuerten Stellvertreterkrieg der USA. Denn Afghanistan näherte sich schon seit den 50er Jahren und verstärkt seit dem Sturz des Königs 1973 außenpolitisch immer mehr an die Sowjetunion an.

Umgekehrt gingen anscheinend weder Carter noch Reagan davon aus, mit Hilfe der Mudschaheddin Afghanistan unter amerikanische Kontrolle bringen zu können. Das strategische Ziel bestand darin, sowjetische Truppen in einen langen, nicht gewinnbaren Krieg zu verstricken, die Sowjetunion international als Aggressor zu brandmarken und ihr Ansehen in der islamischen Welt zu schädigen sowie eine befürchtete Verschiebung des Kräfteverhältnisses in Mittelasien zu verhindern.

Im zeitlichen Zusammenhang wird der größere Kontext des in Afghanistan ausgetragenen Stellvertreterkriegs erkennbar. Am 16. Januar 1979 war Schah Reza Pahlewi durch einen Volksaufstand gezwungen worden, den Iran zu verlassen. Es folgten die als »islamische Revolution« bekannten Ereignisse: fundamentalistische Kreise um Ajatollah Khomeini besetzten alle Führungspositionen. Iran war bis dahin unter dem seit 1941 regierenden Schah eine völlig sicher erscheinende Bastion des US-Imperialismus in der Region gewesen. Brzezinski hatte sich bis zuletzt dafür eingesetzt, den Schah nicht fallenzulassen, sondern ihn notfalls durch eine amerikanische Militärintervention an der Macht zu halten. Als nächstes bastelte Carters Sicherheitsberater an dem Putschversuch von Armee- und Geheimdienstoffizieren des gestürzten Schah mit. Unterstützt wurde dieses Unternehmen auch von Saddam Husseins Irak und seinem damals engsten Verbündeten, dem Königreich Jordanien. Offenbar aufgrund von Verrat kam die neue Führung in Teheran dem Putsch am 11. Juli 1980 durch die Verhaftung von mehreren hundert an der Verschwörung Beteiligten zuvor.

Daraufhin entschloß sich Saddam Hussein, das schiitische Regime in Teheran militärisch zu stürzen oder dem Iran zumindest die erdölreichen Gebiete im Südwesten gewaltsam zu entreißen. Von den USA, Frankreich und Großbritannien kaum verhohlen ermutigt, ließ Saddam Hussein am 22. September 1980 seine Truppen zum Überfall auf den Iran antreten. Sie stießen auf eine durch die Revolution weitgehend führungslos gewordene Armee in einem desolaten Zustand. Nur durch die Mobilisierung von massenhaftem religiösen und patriotischen Enthusiasmus gelang es der neuen Regierung in Teheran in wenigen Monaten, die Front zu stabilisieren. In dem für beide Seiten äußerst verlustreichen Krieg, der erst 1988 endete, wurde Irak massiv von den USA und ihren europäischen Verbündeten unterstützt und begünstigt.

… zur Reagan-Doktrin

Ein weiteres zeitnahes Ereignis, wenn auch in einem ganz anderen Teil der Erde, war im Juli 1979 der Sturz der Somoza-Diktatur in Nikaragua durch die von den Sandinisten geführte Revolution. Präsident Ronald Reagan veranlaßte nach seinem Amtsantritt 1981 die Verminung des einzigen nikaraguanischen Pazifikhafens und die finanzielle und militärische Unterstützung der »Contras«: von ehemaligen Somoza-Leuten geführte Banden, die von Honduras aus die Bevölkerung Nikaraguas terrorisierten. Auch diese Partner waren für die US-Regierung, ebenso wie die fundamentalistischen Mudschaheddin in Afghanistan, »Freiheitskämpfer«.

Im Februar 1985 verkündete Präsident Reagan im Bericht zur Lage der Nation seine eigene Doktrin: »Wir lassen diejenigen nicht im Stich, die ihr Leben riskieren, auf allen Kontinenten, von Afghanistan bis Nikaragua, um der sowjetischen Aggression Widerstand zu leisten und Rechte zu verteidigen, auf die wir alle von Geburt an Anspruch haben. Unterstützung für Freiheitskämpfer ist Selbstverteidigung.«

Außer den beiden genannten Ländern bezog sich die Reagan-Doktrin vor allem auf Afrika und Kambodscha. In den Mitte der 70er Jahre selbständig gewordenen früheren portugiesischen Kolonien unterstützte die US-Regierung proimperialistische Bürgerkriegsarmeen wie die UNITA in Angola und die RENAMO in Moçambique, die beide eng mit dem Rassistenregime in Südafrika zusammenarbeiteten. Und in Kambodscha schreckte die US-Regierung nicht einmal davor zurück, im engen Bündnis mit China die im Januar 1979 mit vietnamesischer Hilfe gestürzten Roten Khmer für ihren »Freiheitskampf« aus dem Untergrund auszurüsten und zu finanzieren.

Übriggeblieben sind von Reagans »Freiheitskämpfern« nur die afghanischen Mudschaheddin und deren internationale Hilfstruppen. In den 80er Jahren waren sie für die US-Administration »unsere Jungs«, jetzt sind sie »bad guys«.

* Aus: junge Welt, 20. Mai 2006

Olympische Sommerspiele 2016 in Brasilien:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/07/21/olympische-sommerspiele-2016-in-der-scheiterhaufenstadt-rio-de-janeiro-offenbar-aehnliche-manipulationsmethoden-des-mitteleuropaeischen-mainstreams-wie-bei-der-fussball-wm-in-brasilien/#more-74381

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/05/02/das-maas-ist-voll-schwieriger-auftritt-fuer-bundesjustizminister-heiko-maasspd-in-zwickau-am-1-mai-2016/

Welche grauenhaften Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan dank massiver Unterstützung islamistischer Terrororganisationen durch die NATO, speziell die NATO-Länder USA und BRD, erst möglich wurden. Jene Politiker, die u.a. in den USA und der BRD mit Steuergelder-Milliarden die Terroristen aurüsteten, trainierten, finanzierten, sind weiter auf freiem Fuß. Amnesty-Bericht, veröffentlicht in der Regierungszeit von Bundeskanzler Helmut Kohl, Vize und AußenministerKlaus Kinkel: 

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RADIO
Flagge der Terrormiliz Daesh

Krimbehörden: IS hat Trainingslager in benachbarter Ukraine/sputnik

© AP Photo/
PANORAMA

11:15 30.07.2016(aktualisiert 13:28 30.07.2016) Zum Kurzlink
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Kämpfer der Terrormiliz IS sammeln sich an der nördlichen Grenze zur Schwarzmeer-Halbinsel Krim, wo ihnen die Ukraine Trainingslager zur Verfügung gestellt hat, wie Ruslan Balbek, Vizepremier der Halbinsel Krim, mitteilte.

„Uns sind die Trainingscamps im Gebiet Cherson der Ukraine bekannt, wo die Anhänger der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat) geschult werden“, sagte Balbek beim Treffen mit den französischen Abgeordneten.

„Wir sind zutiefst darüber besorgt, dass die ukrainische Seite als Gegenleistung für die Anti-Russland-Sanktionen den islamistischen Radikalen erlaubt, im Gebiet Cherson an rechtswidrigen Aktivitäten teilzunehmen und parallele Machtstrukturen zu bilden“, so Balbek.

Es sei auch möglich, dass die Radikalen die ukrainische Staatsführung erpressen und dabei die ukrainischen Atomkraftwerke ausnutzen könnten. Dies könne eine Gefahr sowohl für Russland als auch für Europa darstellen.

Eine Delegation französischer Parlamentarier, die von dem ehemaligen Verkehrsminister und Abgeordneten Thierry Mariani geleitet wird,  ist am Freitag auf der Halbinsel eingetroffen. Die Politiker werden die Städte Simferopol, Jalta und Sewastopol besuchen.

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 31. Juli 2016 um 08:17 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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