Brasiliens Presse konstatiert eine sich zuspitzende Krise in der Lula-Regierung wegen des Streits um die Nicht-Bestrafung von hohen Folteroffizieren der Diktaturzeit. In einer Note hat die „Spezialkommission über Tote und Verschwundene“, die zum Regierungs-Menschenrechtssekretariat gehört, der brasilianischen Generalanwaltschaft(AGU) vorgeworfen, Folterer zu begünstigen.
Die AGU betrachtet Folterverbrechen der Diktaturzeit als vergeben und beruft sich dabei auf das entsprechende Amnestiegesetz von 1979. Paulo Vannuchi, Menschenrechts-Staatssekretär im Ministerrang, klassifizierte die AGU-Position als „brutalen Fehler“. Falls diese Position von der Regierung beibehalten werde, lege er seinen Posten nieder. Vannuchi stellte klar, daß er mit der Haltung der Spezialkommission übereinstimmt.
Brasiliens katholische Kirche und die deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen – die Sicht von Günther Zgubic, katholischer Priester aus Österreich, Leiter der bischöflichen Gefangenenseelsorge in Brasilien.
„Ökonomische Interessen haben Vorrang – für Deutschland soll wirtschaftlich möglichst viel herausschauen “ deshalb unterbleibt Kritik, prangert man beim brasilianischen Partner nichts an – das ist für uns völlig klar. Ich rechne nicht damit, daß wir Menschenrechtler da in Deutschland in dieser Frage viel ändern können.”
« Mülltrenner beobachtet NRW-Ministerpräsident Rüttgers. – „Barbarie nao se anistia“ – brasilianische Zeitschrift „Caros Amigos“, in der auch Frei Betto, wichtigster Befreiungstheologe des Tropenlandes, eine große Kolumne hat, mit einer Sonderausgabe zur Folterproblematik. Deutsch-brasilianischer Atomvertrag mit dem Militärregime, Willy Brandt und Brasilien. »
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