Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz

Brasilien, Menschenrechtssituation unter Lula: Weiterhin Frauen allein in überfüllte Männer-Gefängniszellen gesperrt. Massenvergewaltigungen.

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Auch unter Staatschef Lula ist die Lage in den brasilianischen Gefängnissen laut UNO-Expertenberichten weiterhin katastrophal, werden per Gesetz theoretisch verbotene Praktiken beibehalten. Zu den übelsten zählt, Frauen allein in total überfüllte Männerzellen zu sperren. Dies geschieht auch in Teilstaaten, die von Gouverneuren aus Lulas Arbeiterpartei PT regiert werden. Der neueste Fall wird aus dem Amazonas-Teilstaat Parà gemeldet, dessen PT-Gouverneurin Ana Julia Carepa ist. Laut Medienberichten wurde nahe der Millionenstadt Belem wegen eines Diebstahlsdelikts eine 15-Jährige, unter Beteiligung weiblicher Polizei-und Justizbeamten, für 15 Tage in eine mit zwanzig Männern besetzte Zelle gesperrt. Vermutet werde, daß man ihre sexuelle Ausbeutung durch die Männer ermöglichen wollte. In der Zelle wurde die Frau immer wieder zu Geschlechtsverkehr gezwungen.Wie die Justiz nach der zufälligen Entdeckung des Falles später mitteilte, habe die Frau nur im Tausch gegen Sex überhaupt etwas zu essen erhalten. Die Gefangenen seien daran interessiert gewesen, daß die Situation möglichst lange unentdeckt bleibe. So habe man der Frau sofort die Haare kurzgeschoren, um sie den anderen Zelleninsassen ähnlicher zu machen. Die Frau äußerte sich später auch zu den Tagen mit sogenannter „Visita intima”, wenn also die Lebenspartnerinnen der Gefangenen zum Geschlechtsverkehr in Spezialzellen in die Haftanstalten strömen:”Donnerstags kamen die Frauen dieser Männer “ das war der einzige Tag, an dem sie mich in Ruhe ließen.”
Die Gouverneurin der Arbeiterpartei, Ana Julia Carepa, gab sich vor der Presse in Belem über diese Zustände überrascht. „Unglücklicherweise ist das eine beklagenswerte Praxis, von der der wir wissen, daß sie seit langem existiert.” Dieses Problem sei nicht nur eines in ihrem Teilstaate Parà. Weitere Fälle seien möglich.
Im Nationalkongreß erklärten Oppositionspolitiker, hier zeige sich ein „primitiver Sadismus”, der Teilstaat sei in der Hand von Banditen.
Parà ist auch unter der PT-Gouverneurin gemäß Experteneinschätzungen von Sklavenarbeit und allgemeiner Rechtlosigkeit gezeichnet.
–Bischof Kräutler aus Österreich und der Fall von 1996”
Der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler hatte sich bereits 1996 persönlich für eine mit Schwerkriminellen zusammengesperrte unschuldige Frau eingesetzt: Selma Simas, damals 44, mußte sieben Monate in einer mit 35 bis 50 Männern völlig überfüllten Zelle verbringen, wurde immer wieder vergewaltigt, attackiert, mit Geschlechtskrankheiten infiziert, war danach eine völlig gebrochene Frau.
Auffällig, daß wiederum politisch unkorrekt Frauen im Macholande Brasilien die direkte Verantwortung trugen. Die zuständige Polizeichefin zeigte keinerlei Mitleid, und eine Staatsanwältin, die zufällig an der Zellentür vorbeiging und von Selma Simas um Hilfe gebeten wurde, reagierte zynisch und ironisch, sogar sexistisch. Der damalige Generalstaatsanwalt von Parà erklärte öffentlich:”Im Hinterland gab es noch nie Frauenzellen, die Gefangene bleibt dort, wo Platz ist!”
Bischof Kräutler nach der schließlich erkämpften Freilassung:”Sie war buchstäblich in der Hölle, wurde gedemütigt, geschändet, wie ein Objekt, sozusagen am Fließband ausgebeutet, vergewaltigt. Was Salma Simas geschah, passiert in Parà nach wie vor. Hier muß ich einfach Schritte unternehmen, die man in Deutschland oder Österreich als Bischof nicht tun müßte.”

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Ausriß, Rio-Zeitung, getöteter Vergewaltiger.

Dieser Beitrag wurde am Montag, 11. Februar 2008 um 14:28 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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7 Kommentare »

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    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Weltsozialforum 2009 Ende Januar in Belém, Pará - politisch korrekt oder realitätsnah? Staatschef Lula schickt Armee-Spezialeinheit in die stark gewaltgeprägte Forumsstadt. – 19. Januar 2009 @ 16:48

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    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasiliens Gefängnissystem ähnelt nazistischen KZs, kritisiert Gilmar Mendes, Präsident des Obersten Gerichts. “Unmenschliche, absurde Zustände.” Günther Zgubic, Günter Nooke. Menschenrechts-Samba “ – 21. August 2009 @ 21:59

  4. […] Frauen in überfüllte Männerzellen gesperrt - in Carepa-Teilstaat: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/menschenrechtssituation-unter-lula1/ […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Französischer Umweltaktivist und Biologe Pierre Jauffret(72) in Brasilien ermordet. Kopenhagen und Amazonien. Teilstaat Pará berüchtigt wegen Verfolgung von Umweltaktivisten und Geistlichen. Gouverneurin Carepa aus Lul – 15. Dezember 2009 @ 21:38

  5. […] Frauen in Männerzellen gesperrt - Vergewaltigungen: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/menschenrechtssituation-unter-lula1/ […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » “In den brasilianischen Gefängnissen sind die Opfer des politisch-wirtschaftlichen Systems eingekerkert, in dem wir leben.” Anwalt Bruno Alves de Souza, 29, Präsident des Menschenrechtsrates im Teilstaat Esp – 24. März 2010 @ 16:26

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    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Brasilianische Richterin entlassen, die Mädchen in überfüllte Männerzelle sperren ließ, wodurch es vorhersehbar zu Vergewaltigungen kam. PT-Gouverneurin wußte von dieser Praxis. – 29. April 2010 @ 19:07

  7. […] http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/menschenrechtssituation-unter-lula1/ […]

    Pingback: Klaus Hart Brasilientexte » Lulas PT-Gouverneurin Ana Julia Carepa des Amazonas-Teilstaats Pará verliert Wiederwahl, PSDB übernimmt. Was war da los? Bischof Erwin Kräutler wirkt in Pará. – 01. November 2010 @ 12:06

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